Wahre Verbrechen I Er schlief neben dem Opfer T
Wahre Verbrechen I Er schlief neben dem Opfer

Es ist jemand offenkundig hinter ihm die Treppe runtergegangen und hat dann ihn äh mit einem Schuss getötet. Der Kopf lag in einer großen Blutlache und die Beine zeigten Richtung Tür. Immer wenn man die Ark und Wehrlosigkeit des Opfers ausnutzt, das sind gerade zu exemplarischerweise hier der Fall. Der erste Gedanke war, wie der saß 15 Jahre im Gefängnis und ist jetzt als Arzt tätig.
Äh, diese beiden Sachen passten für uns auch irgendwie gar nicht zusammen. Kirchasch in Oberbayern. Knapp 130 Menschen leben hier. Unter ihnen Anton F. Der Mann wohnt allein in einem Bauernhaus. Als er nach Ostern 2008 nicht auf seine Arbeit im Münchner Finanzamt erscheint, informieren Kollegen die Polizei. Zwei Beamte können Anton in seinem Bauernhaus ausfindig machen. Er ist tot.
Hauptkommissarin Andrea Langer wird zu dem Fall hinzugezogen und erinnert sich noch genau. Das Opfer lag mit dem Kopf direkt hier auf Höhe der letzten Treppenstufe und die Beine zeigten Richtung Ausgang. Die Ermittler entdecken auf einer Treppenstufe einen ersten Hinweis, eine Patronenhülse. Die Hülse eines Kalibers 38, vermutlich aus einem Revolver.
Ist der Finanzbeamte durch diese Kugel gestorben? Dies Verletzungsbild stellte sich so da, dass man eben auf Höhe der Nasenwurzel äh eine Wunde feststellen konnte und auch im Nackenbereich. Ähm allerdings, wenn natürlich dann ähm ein Opfer längere Zeit im Blut liegt ähm und das hier auch sehr eng war, war natürlich jetzt auch sehr schwierig jetzt das äh genauer zu analysieren.
Und bei uns wird dann auch relativ schnell die Rechtsmedizin eingeschaltet, um nicht eventuelle Spuren dann auch zu verwischen. Die Beamten schauen sich im Obergeschoss um. Original Aufnahmen der Polizei zeigen das Zuhause des Opfers. Sämtliche Räume sind völlig vermüllt. Ja, hier herrschte wirklich das totale Chaos.
Äh, also das Haus, muss man sich vorstellen, war wirklich in einem desaströsen äh verwahllosten Zustand. Natürlich ist das schwierig für die Spurensicherung und so eine Spurensicherung zieht sich natürlich dann auch über mehrere Wochen hin. Also hier war die Küchenzeile, alles natürlich muss man sich auch vorstellen mit Geschirr, mit total vermüllt, mit Spinnweben, wo sich durch den ganzen Raum zogen und da stand ein Küchentisch und auf der Tischdecke konnte man eine Blutlache feststellen.
Eine Probe wird ins Labor geschickt. Das Ergebnis: Das Blut auf dem Tisch stammt nicht vom Opfer, sondern von einer unbekannten Frau. Möglicherweise von der Täterin. In der Polizeidatenbank kann die DNA niemandem zugeordnet werden. Die Ermittler konzentrieren sich jetzt auf die Lebensumstände und das Umfeld des Totenfinanzbeamten.
Der 48-jährige gilt im Dorf als Sonderling ohne soziale Kontakte. Aufgrund den Befragungen im direkten Umfeld des Opfers war uns ja dann auch schon bekannt, dass er sehr zurückgezogen gelebt hat äh und äh keinen großen Bekannten oder Freundeskreis hatte und er eigentlich auch niemanden ins Haus gelassen hat.
Die Rekonstruktion der Tat lässt allerdings darauf schließen, dass das Opfer den Täter kannte und ihm vertraut haben muss. Offenbarlos wendet Anton F ihm den Rücken zu und wird kaltblütig erschossen. Im Chaos der Wohnung finden die Beamten Bankunterlagen. Sie zeigen überraschendes. Der Tote vom baufälligen Bauernhof ist ein Mann mit beachtlichem Vermögen.
Das wird so geschätzt, dass dieses alte Hofgebäude der Grund, der drumherum liegt, vor allem aber auch äh zu Geld zu machende äh Anlagen, Aktien Anleihen, Bar auch Barbestände da 1,2 Millionen Euro wird gewesen sein. Wer könnte von diesem Vermögen gewusst haben? In diesem Zimmer äh wurden dann noch verschiedene Schriftstücke aufgefunden.
Hierbei handelte es sich um zwei Testamente und Dalins und Triungsverträge, äh bei denen ein Herr R und eine Frau S wirtschaftlich profitiert hätten. Eine erste Spur. Aber noch bevor sich die Ermittler die eingesetzten Erben näher anschauen können, melden Sie sich selbst bei der Polizei. Es meldete sich Frau S.
Polizei und teilt sie eben mit, dass sie durch die Kollegen erfahren hat, dass ihr guter Freund tot aufgefunden worden wäre. Dieses Telefonat wurde dann unterbrochen und Herr R. übernahm das weitere Telefonat und die Kollegen sind dann nach Augsburg gefahren und haben die beiden vernommen. Dr.
Wolfgang R und seine Lebensgefährtin Sonja S geben an, dass sie mit dem Toten befreundet waren. Zuletzt hätte man sogar gemeinsam Ostern gefeiert. Der Mediziner macht darüber hinaus allerdings noch eine Aussage, die die Beamten aufhorchen lässt. Hier teilte dann schon äh Herr Ermitt, dass er wohl in der Vergangenheit 15 Jahre unschuldig wegen Mordes im Gefängnis gesessen wäre.
Äh er lenkte oder wollte die Ermittlungen auf eine kamerunische Mafia lenken, von denen äh das Opfer wohl verfolgt worden wäre. Ähm, diese ganzen Aussagen hatten natürlich für uns schon irgendwie einen Faden bei Geschmack. Sprechen die Kommissare hier mit einem besorgten Freund oder einem potenziellen Täter? Die Ermittler wollen sich selbst ein Bild machen.
Sie fordern die Akten über Dr. R. an. Tatsächlich ist der Arzt wegen Mordes vorbestraft. Er lebt und arbeitet in höchst im Odenwald, als 1984 in seiner Praxis ein Feuer ausbrecht. Im angrenzenden Wohnhaus finden Einsatzkräfte damals die Leiche des Vermieters von Dr. R. Die damalige Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen Mordes.
Die Ermittler sind überzeugt. Wolfgang R wollte seine Praxis zerstören, um hohe Versicherungssummen zu kassieren. Seinen Vermieter hat er getötet, damit er das Feuer nicht frühzeitig bemerkt. Vor dem Landgericht Darmstadt wird der Arzt zu lebenslanger Haft verurteilt. Außerdem verliert er seine ärztliche Approbation.
Nach 17 Jahren wird Wolfgang entlassen. Er setzt nun alles daran, wieder als Arzt arbeiten zu dürfen. Ein Gutachter soll prüfen, ob er seine Approbation zurückerhält. Der Kriminaltherapeut war jemand, der nicht ausreichend ausgebildet war. Er war ein Allgemeinpraktiker mit kleiner Psychotherapie, hatte keine Erfahrung mit äh Straftätern, hatte insbesondere keine Erfahrung mit besonders gefährlichen Mischungen zwischen Betrüger und gewaltendbereitem Mörder.
Auf Grundlage des Gutachens darf Dr. R. wieder als Arzt praktizieren. Die Aufsichtsbehörde macht aber zur Auflage, dass er nicht selbstständig eine Praxis führen darf. Für die Polizei rückt der Mediziner immer mehr in den Fokus. War er es, der Anton F umgebracht hat? Der erste Gedanke war, wie der saß 15 Jahre im Gefängnis und ist jetzt als Arzt tätig.
Äh, diese beiden Sachen passen für uns auch irgendwie gar nicht zusammen. Die Ermittler schauen sich noch einmal die anderen Spuren vom Tatort an. Der mysteriöse Blutfleck in der Küche, den das Kriminallabor Frau zugeordnet hat. Die Patronenhülse auf der Treppe abgeschossen aus einer Handfeuerwaffe und im ersten Stock das Testament von Anton F.
Herr Dr. Ern hat bereits in der Praxis gegenüber dem Arbeitgeber mitgeteilt, dass wohl ein Testament gefunden wurde, wo seine Lebensgefährtin als Alleinwin eingesetzt worden sei, obwohl wir ermitteln Beamten definitiv wussten, dass zu diesem Zeitpunkt nach außen niemand davon Kenntnis hatte, dass überhaupt ein Testament existent ist.
haben Dr. Erre und seine Lebensgefährtin das Dokument gefälscht. Graphologen werden hinzugezogen, um das Testament zu untersuchen und mit anderen Schriftstücken zu vergleichen, die im Haus sichergestellt wurden. Deren Analyse durch einen Schriftsacht verständigen hat dann zu dem Ergebnis geführt, es ist weder die Schrift von Anton F, noch ist es gar seine Unterschrift, die da drunter steht.
Doch sie können nur bestätigen, dass das Testament gefälscht wurde, aber nicht nachweisen von wem genau. Die Polizei wendet sich nun an die Medien mit Erfolg. Ein Mann meldet sich bei der Polizei. Er gibt an mit dem tatverdächtigen Wolfgang R. befreundet gewesen zu sein und erinnert sich an die zahre Äußerung des Arztes.
Er berichtet von aggressiven Fantasienes Dr. R. Und vieles von dem, was diesen Mord auszeichnet. Vor allem der Nachschuss, das erinnert an Geschichten, die der erzählt hat aus anderen Zusammenhängus. Eben läuft es kalt den Rücken runter und die äh Polizei vernimmt ih daraufhin sofort. Die Aussage des Zeugen ist für Polizei und Staatsanwaltschaft ein weiteres Indiz. Das SE nimmt den Arzt fest.
Jetzt meldet sich eine Nachbarin von Wolfgang R bei den Beamten. Sie gibt an, R am Tattag im Aufzug getroffen zu haben. Er sei in Eile gewesen, habe behauptet, er müsste zu einer Operation. Eine Lüge, wie die Polizei herausfindet. Bei der Begegnung im Fahrstuhl fällt der Zeugin unter anderem die Tasche des Verdächtigen auf.
Man konnte in dieser Tasche, mit der Herr Dr. R. im Aufzug von der Nachbarin gesehen wurde, konnte man dann äh später ebenfalls durch einen Gutachten des LKs Schmauchspuren feststellen, wo man da auch dann auch wieder irgendwo belegen konnte, da drin in dieser Tasche muss irgendwann mal eine Waffe transportiert worden sein.
Es gibt viele Indizien. Was aber fehlt, sind handfeste Beweise. Die Polizei schaut sich die Blutspur mit der weiblichen DNA in der Küche noch einmal genauer an. Gibt es einen Zusammenhang zwischen der unbekannten Frau und Dr. R. In der Praxis lagern gelegentlich Blutproben, auf die auch der tatverdächtige Zugriff hatte.
Es wurden dann im Anschluss äh 3000 Patientinnen mit einem Serienbrief angeschrieben für den Fall, dass Blut abgenommen wurde, ob sie mit einer freiwillig DNA Abgabe einverstanden wären. Wir hatten Glück und unter den ersten 50 war dann auch der Treffer dabei. Das Blut stammt von einer Patientin, die von Dr. R. behandelt wurde.
Der Arzt hat es benutzt, um die Polizei auf eine falsche Pferte zu locken. Die Blutspur wird zum fehlenden Puzzleteil. Dr. R. war im Haus und hat Anton F umgebracht. Davon sind die Ermittler jetzt überzeugt. Wir gehen davon aus, unter irgendeinen Vorwand muss es sich wohl äh Zutritt verschafft haben, dass das Opfer ihn reingelassen hat.
ähm was er dann dem Opfer erzählt hat, dass sie in den ersten Stock hochkommen, äh konnten wir im Endeffekt nicht ermitteln. Im April 2009 beginnt in Landshutprozess gegen den Mediziner. Wie nach seiner ersten Tat bestreitet Dr. Ehre seine Schuld. Trotzdem wird er erneut zu lebenslanger Haft verurteilt. Dieses Mal mit anschließender Sicherungsverwahrung.
Er kann nach der mindestens 15 Jahre langen Haftstrafe nur dann entlassen werden, wenn ihn ein Gutachter nicht mehr als Gefahr für die Allgemeinheit einstuft. Nachdem man die zweite Tat war, stellte sich die Frage, hätte man die nicht verhindern können, wenn man aus der ersten Tat die richtigen Schlüsse gezogen hätte. Hat man aber nicht.
Ein Mann, dessen Beruf es eigentlich ist, Leben zu retten, wird offenbar aus Habgier zum zweifachen Mörder. Ebtrumhaftes Geschehen, bei dem man beim Sport im Wald ist und auf einmal kommt jemand vorbei und sticht einen nieder. Es gab eine Joggerin, die um 8:30 Uhr hier auch einen Fahrradfahrer mit dem roten Fahrrad beobachtet hat.
Vom Altersprofil her auch passend und eben auch kompletten weißer Kleidung. Und die Videoaufnahme vom Eingangsbereich ist tatsächlich eben auch das einzige wirkliche Bild, das wir Täter bekommen haben. Wir haben keine Anhaltspunkte dafür, was hier ein Motiv gewesen sein könnte, außer eben, dass ihr möglicherweise als Mordmerkmal eine mordlos eine Rolle spielen könnte.
Also einfach nur jemanden töten, um mal jemanden getötet zu haben. Ein komplett willkürliches Opfer. Berlin 20. Juni 2009. Gegen Uhr ist an diesem Samstagmorgen ein Jogger im Spandauer Forst unterwegs. Plötzlich hört der Mann einen Schrei. Wenig später findet er eine schwer verletzte Frau. Ein Unbekannter hat mit einem Messer mehrfach auf sie eingestochen.
Der Berliner Oberstaatsanwalt Sebastian Büchner kehrt noch einmal zurück an jener Stelle im Spandauer Forst an der Kirsten Saaling aus dem Leben gerissen wurde. Die Besonderheit des Falls ist sicherlich, dass das äh so eine quasi eine altrumhafte Tat ist, es aus dem Nichts herausgeschehen ist, dass es keinerlei feststellbare Vorbeziehung zwischen Täter und Opfer gab und dass es lässig ein Verbrechen ist, wie es jedem hätte passieren können.
Bevor der Zeuge sie findet, kann Kirsten Saling mit letzter Kraft ihren Namen und ihre Telefonnummer in den Erdboden ritzen. Und der Jogger kann auch mit ihr sprechen mit Messer. hat einfach zugestochen. Was ist denn passiert? Der auf dem Fahrrad. Got weiß der Blonde. Der sah so jung aus. Ich runde Notarzt. Sie teilt mit, dass ihr Ehemann ebenfalls im Spandauer Forst unterwegs ist.
Der Zeuge beginnt nach ihm zu suchen. Eine Frau bleibt bei dem schwer verletzten Opfer. [hecheln] Sagen Sie mein Mann, dass ich ih liebe. Unsere ganze Familie. Nach etwa 15 Minuten findet der Jogger den Ehemann von Kirsten Saling und bringt ihn zum Tatort. Als er eh von Kisten Salingern hier war, war sie schon nicht mehr bei Bewusstsein.
Er hat nur noch die Gelegenheit gehabt, sie zu betreuen, zu trösten, ihre Hand zu halten und später noch ins Krankenhaus zu begleiten. Aber miteinander sprechen konnten die beiden nicht mehr. Christen Saling stirbt wenig später, ohne noch einmal das Bewusstsein zurückerlangt zu haben. Die siebte Mordkommission des Berliner LKA übernimmt die Ermittlungen.
Augenzeugen des brutalen Angriffs gibt es nicht. Am Tatort kann eine Zigarettenkippe gesichert werden, doch auch sie führt nicht zum Täter. Der Unbekannte hat keine verwertbaren DNA Spuren hinterlassen. Die Mordkommission hat dann vom Tatort aus versucht, den Fluchtfiges Tatverdächtigen zu rekonstruieren. Man ist erstmal dann mit Mintrailerhunden unterwegs gewesen, die schön Walder Allee entlang und dann haben auch die Mentrailerhunde den Weg über das Johannes Stift gefunden.
Also sowohl das Betreten des Geländes als auch eben das Verlassen des Geländes auf der anderen Geländeseite konnte über die Mantrahunde rekonstruiert werden. Das evangelische Johannesstift liegt am Rande des Spandauer Forst und beherbergt mehrere soziale Einrichtungen. Tatsächlich ist es eine Video am Eingangsbereich und wir haben Anhaltspunkte dafür, dass der Täter über dieses Gelände ähm geflohen ist und die Videoaufnahme vom Eingangsbereich ist tatsächlich eben auch das einzige wirkliche Bild, dass wir von den Täter bekommen haben. Genau um 8:48 Uhr, nur
wenige Minuten nach dem Messerangriff, zeichnet eine Überwachungskamera einen jungen Fahrradfahrer auf, der der Täterbeschreibung entspricht. 17 bis 20 Jahre alt, blonde Haare, unterwegs auf einem roten Mountainbike. Doch auf dem Gelände des Johannesstift reißt die Spur des Mannes ab. Wer ist der Täter in Weiß? Aus dem bekannten Kreis von Kirsten Saling scheint er nicht zu stammen.
Auch sonst findet sich im persönlichen Umfeld der Frau kein Motiv für die Bluttat. Im Gegenteil, Kirsten Saling hatte sich zuletzt ganz der Hilfe für andere Menschen verschrieben. Kirsten Saling war 39 Jahre alt, als sie getötet wurde. Sie hatte den Beruf einer Krankenschwester erlernt, hatte dann allerdings in sehr jungen Jahren eine Krebserkrankung und die Erfahrung aus dieser schweren Erkrankung hat sie dann zum Anlass genommen, dies selbst in ihrem Berufs leben und Krebspatienten zu finden und die psychologisch zu betreuen. Sie war verheiratet und mit
ihrem Ehemann schon 20 Jahre zu diesem Zeitpunkt zusammen. Er hat ja auch damals durch die Krankheitszeit durchgerolfen, was die beiden zusammengeschweißt hat. Am Morgen des 20. Juni 2009 entschließt sich Kirsten Saling spontan ihren Mann zum Frühsport in den Spandauer Forst zu begleiten. Der Spandauer Forst ist eine sehr beliebte Gegend für Berlinerinnen und Berliner zum Joggen, zum Spazieren gegen gute Parkmöglichkeiten, weitläufiges Gelände.
Also Ehre ist eigentlich immer relativ viel los und so auch an diesem Samstag Vormittag. Gegen 8:20 Uhr kommen Kirsten Saling und ihr Mann auf dem Waldparkplatz am Spandauer Forst an. Für den Sport trennen sich die beiden. Das Kistenseidig und der ehemannig gemeinsam Sport gemacht haben, war gar nicht ungewöhnlich.
Sie hatte in jungen Jahren eine Krebserkrankung, hat durch Teile ihres Oberschenkels verloren, konnte also nicht joggen. Und insofern war das das übliche gemeinsame Sportl, dass er joggen geht und sieübungen im Wald macht. Bei ihren Übungen ist Kirsten Saling ganz auf sich selbst und ihre Atmung konzentriert.
Zurelben Zeit hat eine Joggerin in der Nähe des Gewäsers Kuhake, dem späteren Tatort, eine Begegnung, die sich schließlich der Polizei meldet. Es gab eine Joggerin, die um 8:30 Uhr hier auch einen Fahrradfahrer mit dem roten Fahrrad beobachtet hat. Vom Altersprofil her auch passen und eben auch kompletten weißer Kleidung, der ihr aufgefallen ist, weil er auch sich auffällig lange erstmal in ihrer Nähe aufgehalten hat.
Insofern hätte diese Joggerin theoretisch auch schon das Opfer des Täters sein können, aber irgendetwas ist passiert. Er hat sich von ihr abgewandt und kurze Zeit später hat er dann Kirsten Wadingbull getötet. Der Täter ist dann auf sie zugegangen, hat sie mit mehreren Messerstichen dann zum Boden gebracht und ist dann auf sein rotes Mountainbike gestiegen und davon geradelt.
Es gab, so wie wir wissen, kein Gespräch vorher. Es gab äh kein Gespräch nachher, nichts irgendetwas, sondern eine Tat quasi komplett aus dem Nichts heraus. Ist der Täter möglicherweise psychisch krank oder gibt es ein anderes Motiv für den Angriff auf Kirsten? Vermutlich hat er die Frau nicht gekannt. Die Ermittler schalten Profiler der operativen Fallanalyse ein.
Es gibt ja bei solchen Taten zumindest auch immer noch die Hoffnung ähm auch quasi zur Beruhigung. Es ist quasi eine komplett irrationale Tat. Es ist jemand äh psychisch erkrankt ist und deshalb so handelt. Äh, die operative Fallanalyse hat da ähm das Ganze nicht bestätigen können.
Man geht davon aus, dass es jemand war, der sich da in der Gegend auskennt, der seinen Ankerpunkt in diesem Johannes Stift hat oder zumindest da auch in der Gegend dann wohnt, der vielleicht eher ein Einzelgänger ist, aber tatsächlich keine Anhaltspunkte für irgendwelche äh psychologischen psychopathologischen Motive, sondern damit bleibt sozusagen eher die These ähm dass jemand aus einer Mordlust drum einmal ausprobiert zu haben, hier gehandelt haben könnte.
Die Ermittler wenden sich jetzt wieder den Johannesstift zu. Ist der Täter hier zur Schule gegangen? Hat er sogar zeitweise in einer Einrichtung auf dem Gelände gelebt? Sowohl hier auf dem Gelände als auch in der näheren Umgebung sind eine ganze Reihe von Einrichtungen, wo auch Jugendliche betreut werden.
Wir gehen von dem Täter aus, der damals 17 bis 20 Jahre alt ungefähr war. Der also durchaus auch in die Zielgruppe dieser betreuten wohnenbefindlichen Personen gepasst hätte. Umgekehrt ähm gibt’s auch eine ganze Reihe von Zivildiensteistenden, die hieren Dienste versehen haben von auszubildenden äh als auch die muss überprüft werden und insgesamt sind im Kontext mit dem evangelischen Johannes Stift 240 Personen, die grob in das Täterprofil hätten passen können.
Wir worden das Berliner LKA wertet außerdem die Aktivitäten in den Handyfunkzellen während der Tatzeit aus. Das ist hier noch mal ein großer Aufwand gewesen und hat auch letztlich nicht zum Erfolg geführt, weil auch parallel dazu ein Konquest hier stattgefunden hat und damit insgesamt noch mal 500 Leute mehr sich hier auf dem Gelände befanden, deren Mobiltelefone allesamt aktiv waren.
War aber aus dieser Datenflut jetzt quasi die Telefonnummer oder das Telefon das Tatverdächtigen herauszufiltern, weil bei dieser Datenm da nicht wirklich. Auf dutzenden Flugblättern bitten die Ermittler um Hinweise aus der Bevölkerung und sie entschließen sich zu einem ungewöhnlichen Schritt. Am Tatort wird ein Gedenkstein für Kirstening aufgestellt.
Die Umgebung und auch der Stein selbst werden mit Überwachungskameras ausgestattet. Wochenlang überprüft das LKA die Menschen, die an dem Gedenkstein innerhalten, ohne Erfolg. Ein weiterer Ansatzpunkt ist das Mountainbike des Täters. Es soll rot oder zumindest mit roten Bauteilen versehen gewesen sein. Es gab ganz unterschiedliche Ansätze dieses roter Mountainbike zu identifizieren, zumal es auch nicht so eindeutig jetzt irgendwie beschrieben werden konnte, dass man da noch eine Marke oder ähnliches gehabt hätte.
Das heißt, es gab zum einen den Ansatz, die äh Bevölkerung überhaupt zu befragen, wem ist jemand mit einem roten Mountainbike aufgefallen? Es gab auch die Fragen, wer hatte ein rotes Mountainbike, aber hat es jetzt kurz nach der Tat plötzlich nicht mehr. Es wurde bei eBay und anderen Online Portalen geguckt, ob hier rot Mountain Bikes verkauft werden und sind noch sämtliche Fahrrad in der Umgebung abgeklappert worden, ob die möglicherweise eben ein solches Fahrrad verkauft oder auch später wieder angekauft hätten.
Die guten Ortskenntnisse des Täters sprechen dafür, dass er möglicherweise in unmittelbarer Nachbarschaft zum Spandauer Forst lebt, vielleicht als Teenager bei seiner Familie. Deshalb hat man auch über mehrere Wochenwerk die gesamte Wohngegend abgekämmt, hat ganz viele Zeugen befragt, zgesamt 900 Befragungen, ob da irgendwelche Beobachtungen waren, aber auch das alles letztlich erfolglos.
Man hat dann den Suchbereich noch mal ausgeweitet. Nach Postilitzahlen bieten ist man dann quasi vorgegangen ist und dann ist noch mal 1700 Personen gewesen, die man da überprüfen musste und zwar sozusagen nicht alle Personen, die da wohnten, sondern einfach nur sozusagen die, die schon mal grundsätzlich altersmäßig vom Geschlecht her und so weiter da grundsätzlich in Frage gekommen wären.
In den nächsten Wochen werden mehrere Jugendliche, die im direkten Umfeld des Tatorts leben, von den Ermittlern des LKA eingehend überprüft. Tatsächlich sind verschiedene Personen auffällig geworden, die zum einen über ein rotes Fahrrad verfügt hatten, zum Tat Zeitpunkt, die bei denen auch weiße Kleidung gefunden wurde, die auch ansonsten vom Umfeld her ungefähr in dieses Täterprofil hineingepasst hätten.
Ähm die meisten von denen konnten sich relativ schnell wieder auf ein Alibi beziehen oder es konnte ausgeschlossen werden, dass sie irgendetwas mit der Tat zu tun haben. Im Mai 2010 stellen die Berliner Ermittler den Mordfall Kirstensing dann in der ZFSendung Aktenzeichen XY ungelöst vor.
Doch auch nach der Ausstrahlung bleibt der entscheidende Hinweis aus. Doch das LKA gibt nicht auf. Schließlich fokussieren sich die Ermittlungen doch noch auf einen jungen Mann, der in direkter Umgebung des Spandauer Forst gelebt hatte. Bei einer Person hat sich dann doch der Tatverdacht soweit konkretisiert, dass man ihn auch als Beschuldigten formal geführt hat.
dass man da auch ein paar Maßnahmen äh geschaltet hat, also es da eine Telefonüberwachung beispielsweise gab, um festzustellen, ob er sich doch eben irgendwann nach der Tat jemandem anvertraut, da weitere Hinweise zu bekommen, aber auch das verlief dann letztlich alles im Sand, dass dieser Anfangsverdacht hat sich auch nicht weiter konkretisieren lassen.
Damit erlischt die letzte heiße Spur im Mordfall Kirsten Saling. Und so suchen Polizei und Staatsanwaltschaft heute noch immer nach einem jungen Mann, der zur Tatzeit zwischen 17 und 20 Jahre alt gewesen ist mit blonden oder dunkelblonden Haaren. Eine gepflegte Erscheinung mit einem Mountainbike, das rot war oder rote Bauteile hatte.
Die operative Fallanalyse hat auch ergeben, dass sich entweder um einen alleinlebenden Täter handelt oder um jemanden, der noch bei seinen Eltern lebt, der aber ansonsten jetzt nicht sozusagen vom Hass getrieben war, bei dieser Tatbegehung vielleicht eher ein Einzelgänger ähm und weniger in irgendwelche Gruppen integriert, aber jedenfalls kein unmittelbares Motiv für eine solche Tatbegung.
Inzwischen befindet sich am Tatort im Spandauer Forst ein neuer Gedenkstein für Kirstensaling. Vollkommen sinnlos wurde sie am 20. Juni 2009 aus dem Leben gerissen von einem Täter, der immer noch frei herumläuft. Die beiden Frauen sind am 14. Oktober hier eingecheckt. Seit dem 17. Oktober sind sie verschwunden.
Sie waren zusammen mit einem türkischstämmigen Mann. Das Problem war auch, er war seit 17. Oktober verschwunden. Die Polizei konnte herausfinden, dass an dem Tag des Verschwindens und Tage danach von ihren Kontos Geld abgehoben wurde. Zwei deutsche Frauen genießen einen Herbsturlaub in der Türkei.
Nach einer Raftingtour in einem Canyon beim Manavgard verschwinden sie. Welche Rolle spielt ihr Reiseleiter? Im Oktober 2003 machen die 34-jährige Rechtsanwältin Anja H. und ihre 9 Jahre ältere Freundin Sabine B aus dem Raum Stuttgart eine Radour durch Südeuropa. Die Reise endet tödlich. Die türkische Gerichtsreporterin Semra Pellik hat sich mit dem Fall beschäftigt und darüber berichtet.
Zwei deutsche Frauen machten hier im Kämmer an der türkischen Mittelmeerküste im Herbst 2003 einen Urlaub. Sie wohnten hier hinter mir in diesem Hotel. Beide Frauen waren sportlich und hatten mehrere Ausflüge um die Umgebung gemacht. Anja H und Sabine B werden am 17. Oktober 2003 zum letzten Mal gesehen. Sie waren zusammen mit einem türkischstämmigen Mann.
Sie sagten einen Zeugen, dass sie zum Rafting in Köprü Canyon bei Manavgat fahren wollten. Danach waren sie verschwunden. Nach einigen Tagen informierte der Besitzer der Pension in Kämmer, in der sie eingecheckt hatten, die Polizei. Er ist beunruhigt. Die Touristinnen haben ihr komplettes Gepäck im Zimmer zurückgelassen und die Rechnung nicht bezahlt.
Der Pensionsinhaber wird von der Polizei eingehend befragt. Die beiden deutschen Frauen sind am 14. Oktober hier eingecheckt. Seit dem 17. Oktober sind sie verschwunden. Zuletzt habe ich sie in Begleitung eines türkischen Mannes gesehen, der sich Erdogan nannte. Erdogan. Das ist Erdogan. Ö. Er ist von Beruf Reiseleiter. Anja H. Sabine B.
Raftingtour durch den etwa 100 km von Kemmer entfernten Canyon bei ihm gebucht. Die Polizei versucht den 40-jährigen ausfindig zu machen. Aber das Problem war auch, er war seit 17. Oktober verschwunden. Die Ermittler vermuteten, dass den beiden Frauen etwas zugestoßen war. Aber welche Rolle der Reisebegleiter spielte, war unklar.
Die Polizei startet in dem weitläufigen Canyon eine Suchaktion nach den drei Vermissten. Sie bleibt jedoch ohne Erfolg. Dafür kommen aus Antalia, dem Ort, in dem die Raftingtour gebucht wurde und in dem Erdogan Öl wohnt, beunruhigende Nachrichten. Die Konten der beiden vermissten Deutschen sind von verschiedenen Geldautomaten aus geplündert worden.
Die Polizei konnte herausfinden, dass an dem Tag des Verschwindens und Tage danach von ihren Kontos Geld abgehoben wurde. Insgesamt 5000 €. Das machte die Ermittler misstrauisch. Dass sich Anja H und Sabine B mit dem Geld ohne die Rechnung in der Pension zu bezahlen abgesetzt haben, erscheint den Kriminalbeamten nicht plausibel.
Umso dringlicher suchen Sie jetzt nach Reiseleiter Erdogan Ö. Die Polizei schaute noch genauer die Videoaufnahmen von Banken an. Das Geld wurde weder von den Frauen noch von Reisebegleiter abgehoben. Es war eine andere unbekannter Mann. Die Polizei in Antalya geht nun davon aus, dass zumindest die beiden Urlauberinnen einem Verbrechen zum Opfer gefallen sind.
Noch einmal werden die Dörfer rund um den Kany bei Manafgart durchsucht ohne Erfolg. Am 7. November 2003. Dre Wochen nach dem Verschwinden der Frauen bewahrheiten sich die schlimmsten Befürchtungen hier in dem unwegsamen Gebiet in der Nähe des Dorfes Tasagil. Ein Taxifahrer macht gleich zwei erschreckende Entdeckungen kurz hintereinander.
Er fand hier am Straßenrand eine halb vergrabene Leiche. Danach fand er auch die andere tote Frau. Sie wurden erstochen, ihre Kehlen wurden durchgeschnitten und sie waren hier verschart. Der Taxifahrer, der die beiden Toten hier im Gebirge nahen dem Canyon gefunden hat, ist schockiert. An dem Baum, neben dem die erste Leiche lag, hing ein weißes Nylon sein.
Etwa 30 m weiter unten lag die andere Leiche. Beide waren halb mit Laub und Erde bedeckt. Außerdem waren sie unbekleidet. Damit ist klar, Anja H und Sabine B sind während ihrer Raftingtour einem Verbrechen zum Opfer gefallen. Bleibt die Frage, wo ist der Reiseleiter? Ist er auf der Flucht? Die türkischen Beamten suchen im Radius von mehreren Kilometern um die Toten herum weiter das Gebiet ab.
Kurz darauf fand die Polizei den 40-jährige Reisebegleiter. Er wurde ermordet. Damit war es endgültig klar, er war kein Täter, sondern ein weiteres Opfer. Die Polizei verhandelt jetzt rund um den Canyon, also sogar nach einem Dreifachmörder. Doch eine heiße Spur gibt es zunächst nicht. Inzwischen kann zumindest die Identität des Mannes geklärt werden, der mit den Kreditkarten der Frauen an den Tagen nach ihrem Verschwinden Geld abgehoben hat.
Der Polizei kommt zugute, dass in der Türkei alle Geldautomaten Video überwacht werden. Durch die Bilder können die Aufnahmen der Geldabhebungen einer konkreten Person zugeordnet werden. Es war der 33-jährige Gündorante. Er arbeitete bei der Mietwagenfirma, wo die Frauen das Auto gemietet haben.
Gündor An wird an seinem Arbeitsplatz der Mietwagenfirma in Antalia festgenommen. Die Polizei überprüft sein Vorleben. Dabei fällt ihr etwas Interessantes auf. Er saßinhalb Jahre in Deutschland im Gefängnis wegen Totschlages. Die türkischen Ermittler sind sicher, dass Gündor Ante mit dem Dreifachmord in direkter Verbindung steht.
Er arbeitete in der Firma, die den Urlauberinnen den Mietwagen vermittelt hat und er ist an die Kreditkarten von Anja H. und Sabine B gekommen und hat mit ihnen Geld abgehoben. Doch der 33-jährige schweigt. Die Polizei wertet jetzt auch die Verbindungsprotokolle der Opferhindys aus.
In den Kontakten des getöteten Reiseleiters Erdogan Ö entdeckt sie eine Besonderheit. Am 17. Oktober 2003, also des Tag des Verschwindens, hatte er mindestens einmal mit Gündorante ein Telefonat geführt. Damit hat sich für die Ermittler der Tatverdacht gegen Gündor Ante weiter erhärtet. Nach weiteren Vernehmungen gesteht er schließlich an den Morden beteiligt gewesen zu sein und er benennt einen Komplizen Kudret K, 24 Jahre alt.
Auch er wird verhaftet. Die Vorführung der beiden Männer beim Staatsanwalt wird von einem riesigen Medienaufkommen begleitet. Bei einer Tatortbegehung in der Nähe von Tasagil sind auch die beiden mutmaßlichen Mörder dabei und dutzende Journalisten. Ein derartiger Medienrummel ist in der Türkei nach aufsehenerregenden Mordfällen keine Seltenheit.
Ebenso wenig, dass Tatverdächtige mit Journalisten sprechen dürfen. Wie hier Krit, der betont, er habe mit der ganzen Sache nichts zu tun. Ich habe niemanden erstochen. Das hat alles ganz allein dieser Mann hier gemacht. Ich bereue nur, dass ich mit diesem Typen befreundet war und ihm vertraut habe. Später bei einem Gerichtstermin betont K, er habe in dem Kany vermutlich wegen seiner Gelbsucht einen Anfall erlitten.
Er sei in Ohnmacht gefallen und könne sich an nichts erinnern. Gündo Ante hingegen schiebt die Schuld für die Taten auf seinen Komplizen. Kutret K sei zu ihm gekommen, habe gesagt, dass die Geschäfte schlecht laufen würden. Deshalb habe Kutret die Touristen und den Reiseleiter umgebracht, um an Geld zu kommen.
Wo das von Gündor an te abgehobene Geld der Mordopfer ist, bleibt auch nach der gerichtlichen Anhörung unklar. Das Strafgericht in Antalya. Hier findet der Prozess gegen die beiden Männer wegen des dreifachen Mordes statt und hier soll auch der genaue Tatablauf rekonstruiert werden. Während der Gerichtsverhandlung zeigte sich, dass die beiden Männern wussten, dass die beiden Frauen mit ihrem Begleiter in die Kanyon bei Managargart fahren wollten.
Sie besorgten sich zwei Messer, Klebeband und Plastikseilen. Gündor An und Gutret K folgen dem Mietwagen, indem der Reiseleiter Erdogan Ö und seine beiden deutschen Kundinnen sitzen. Nachdem er die am Canyon abgesetzt hat, ruft Gündoor An den Reiseleiter unter einem Vorwand auf seinem Handy an. Erdogan Ö hat seine Telefonnummer beim Mietwagenunternehmen hinterlassen.
Gündo Ané und Kutret K treffen sich mit ihm in der Nähe des Kanys, erstechen ihn und vergraben seine Leiche in der Nähe. Dann überwältigten sie Anja H. und Sabine Banden sie an einem Baum, raubten ihre Kreditkarten, ermordeten sie und verscharten die Leichen dort. Bei der Rückfahrt nach Antalya warfen sie den Mordwerkzeuge aus dem Auto.
Die beiden Männer mordeten offenbar, um den Diebstahl zu vertuschen. Da die beiden Frauen halb entkleidet gefunden wurden, sollte offenbar außerdem noch ein Sexualdelikt vorgetäuscht werden. Auch wenn sich Gündo Ante und Gutetka K gegenseitig die Verantwortung zuschließen. Das Gericht hält sie beide gleichermaßen für schuldig.
Außerdem waren sie laut ihren Handydaten beide in der Nähe des Tatorts. Mehr als drei Jahre nach dem Verbrechen fällt in Antalia schließlich das Urteil gegen die beiden Angeklagten. Die beiden wurden hiervor strafgerecht in Antalya im Februar 2007 für dreifachen Mord für lebenslänglich Haft verurteilt. Das bedeutet in der Türkei jeweils 36 Jahre Haft.
Die ersten beiden Jahre müssten in Einzelzellen verbringen. Die türkische Mittelmeerküste bei Antalia. Anja H und Sabine B bezahlten ihren Urlaub hier mit ihrem Leben. Sie mussten sterben, weil es zwei skrupellose Verbrecher auf ihr Geld abgesehen hatten. Und Reiseleiter Erdogan Ö stand zunächst grundlos unter Verdacht.
Jetzt ist klar, er war nicht der Täter, sondern das dritte Opfer. Achtung, diese Serie enthält Tonmaterial, das von manchen Menschen als erschreckend oder sogar verstörend empfunden werden kann. Wir erzählen alle Umstände nach bestem Wissen und Gewissen nach. Dennoch ist dies keine Informationssendung. Nicht alles, was hier erzählt wird, entspricht der Wahrheit.
Aber vieles. Nichts kann dich glücklicher machen oder mehr erschrecken als ein Klang. Mit einem Klang kannst du in die dunkelsten Abgründe der Seele vordringen. Diesen Satz soll Brian Wilson, das Mastermind der Beach Boys, 1971 zu seinem Bruder am Strand von Santa Monica gesagt haben.
Der geniale Musiker war damals schon vom maßlosen LSD-Konsum gezeichnet, aber dennoch, denken Sie mal einen Moment über seine Worte nach. Wir alle kennen das. Wir hören einen Song und sind verzaubert. Woher die Magie kommt, können wir uns meist nicht erklären. Die Abfolge der Akkorde und Harmonien, das Arrangement der Instrumente oder einfach nur eine menschliche Stimme versetzen uns in beste Laune, machen uns euphorisch oder treffen uns mitten ins Herz.
Oder aber die Klänge entfalten ihre Wirkung in die gegensätzliche Richtung. Wir werden melancholisch, depressiv und in uns werden Assoziationen geweckt, die uns zutiefst verstören können. Faszinierend, was die Musik für eine Auswirkung auf unser Befinden haben kann, finden Sie nicht? Sie macht uns glücklich oder traurig oder sie macht uns Angst.
Sie glauben mir nicht. Sie zweifeln an der subversiven Macht von Geräuschen, Klängen und Musik. Dann bleiben Sie dran. Stranger Sound. In den Chroniken der Weltgeschichte finden sich viele Hinweise auf furchterregende Geräusche aus dem Himmel. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Epochen und Kulturen.
Choire of Fallen Angels, der Chor der gefallenen Engel. Im Norden Europas findet sich in alten Schriften der Begriff, entschuldigen Sie meine Aussprache, Jevalence Trumpet, die Trompete des Teufels. Und aus dem Hebräischen stammen die Worte Hirchaon, was so viel bedeutet wie das letzte Lied. Nahzu immer wird behauptet, die Klänge kämen wie aus dem Nichts.
Es findet keinerlei Veränderung der Umwelt statt, nicht wie bei einem Tsunami. Wenn Tiere ins Landes Innere flüchten oder wenn kurz vor einem Erdbeben das Singen der Vögel verstummt. Es ist auch nicht mit einem Mal ganz windstill und die Temperatur ändert sich auch nicht. Die Himmelsposaunen erklingen ohne jegliche Vorwarnung.
Vielleicht, weil sie selbst die Vorwarnung sind. 490 vor Christus, die Schlacht bei Marathon. Athena und Plataja besiegen in einem blutigen Gemetzel die persischen Invasoren. Die geschlagenen Perser sinnen auf Vergeltung und fallen über die Stadt Mykamedon her. 3000 Helen Frauen, Männer und Kinder fallen den wütenden Persern zum Opfer.
Die Stadt wird niedergebrannt. Der Chronist Heroniklis, ein Überlebender des Massakers, schreibt: “Stunden bevor die Rache der Perser uns heimsuchte, erklangen von Fahren am Himmel. Die Götter wollten uns warnen und wir haben es nicht verstanden. 1346 wird Europa von der Pestheim gesucht. Der schwarze Tod grassiert auf dem Kontinent, kennt weder staatliche noch gesellschaftliche Grenzen und radiert ganze Landstriche aus.
In den Chroniken von Mirbo, einem Dorf im französischen Burgund, ist zu lesen. Die Offenbarung des Johannes tritt nun ein. Die Reiter sind nah. Am Morgen des ersten Tags im Monat Mai hören wir ihre Trompeten vom Himmel erklingen. Mirbau wird von dem Bakterium ausgelöscht. Zwei Wochen später atmen in dem Dorf nicht einmal mehr die Ratten.
Berlin 1933. Das Ende der Weimaraer Republik scheint besiegelt. Der Schumacher Franz Bellheim schreibt in sein Tagebuch. Ich dachte schon, es wäre zu viel vom Kokain, aber Elsbeth hat es auch gehört. Ein grausiges Jammern kommt aus dem Himmel, als würden die Engel darüber klagen, dass es mit uns zu Ende geht.
mein Elsbeth. Einen Tag später wird Hitler zum Reichskanzler ernannt und das dunkelste Kapitel der jüngeren Geschichte nimmt seinen Lauf. 5 Uhr morgens. Der Wecker von Katja Ivanova klingelt. Die Krankenschwester aus Kiev tastet schlaftrunken nach dem Störenfried, schaltet ihn aus, schleppt sich in die Küche und setzt den ersten Kaffee des Tages auf.
Während sie noch nicht ganz wach stoisch die braune Brühe fixiert, dringt auf einmal ein befremdliches Geräusch an ihre Ohren. Ihr Blick geht zum Fenster. Ein lautes Raunen dringt von draußen in ihre Küche. Ein brummender, durchgehender Ton, der von intervallartigem Dröhnen begleitet wird, wie von Trompeten oder Posaunen gespielt.
Die junge Frau tritt ans Fenster und öffnet es. Die Klänge, die jetzt auf sie einströmen, durchdringen sie und erschüttern sie bis ins Mark. Sie faßt sich, schnappt sich eilig ihren Camcorder und drückt auf Aufnahme. Ah. Wissenschaftliche Arbeiten gibt es nur wenige zu dem Phänomen der Himmelsposaunen. Und wenn werden sie meist anonym veröffentlicht? Zu wenig belegt, fast verzweifelt klingen die Erklärungen, sodass die
Autoren nicht ihren Namen dafür hergeben wollen. Eine Theorie besagt, die Geräusche kommen aus der Erde selbst. Das heißt, die Erde verursacht Eigengeräusche. Nur ist dieses Phänomen weitgehend erforscht und es ist belegt, dass diese Geräusche sich auf Frequenzen abspielen, die für das menschliche Ohr nicht hörbar sind.
Andere vermuten Gesteinsverschiebungen tief unten in der Erde. Tatsache ist, Klänge und Töne entstehen durch Reibung. Jedoch müßten diese tektonischen Aktivitäten dann auch in Form eines Erdbebens zu spüren sein. Es existiert aber nicht ein einziger Bericht, in dem das Erklingen der Himmelsposaunen in Verbindung mit einem Erdbeben steht.
Oft werden nahe gelegene Zugstrecken oder Tunnelarbeiten als Erklärung angeführt. Die zahlreichen Vorkommnisse auf dem Land oder in abgeschiedenster Wildnis lassen sich dadurch aber nicht erklären. Andere wiederum glauben, [räuspern] eine außerirdische Intelligenz hat uns bereits seit langem fest im Blick. Immer wieder würde sie unseren Planeten scannen und dadurch die mysteriösen Geräusche verursachen.
Und dann gibt es natürlich noch die Anhänger der ganz großen Verschwörungstheorien. Sie sehen in den Geräuschen einen Akt der staatlichen Unterdrückung und Beeinflussung. [seufzt] Hm. Tatsächlich hat das Manipulieren ganzer Bevölkerungsgruppen durch Klänge vor allem in der psychologischen Kriegsführung eine lange Tradition. Eines der berühmtesten Beispiele, die Jericho Trompete.
Die deutsche Wehrmacht baute im Zweiten Weltkrieg kleine Sirenen an die Fahrwerke ihrer Sturzkampfbomber. Diese Sirenen wurden über einen kleinen Propeller vom Fahrtwind angetrieben. Sobald die Flugzeuge in den Sturzflug übergingen, entstand ein bedrohliches Heulen, das Gegner und Zivilisten einschüchtern sollte.
Mit den Himmelsposaunen, so die Ansicht der Verschwörungstheoretiker, soll Angst unter der Bevölkerung geschürt werden, damit diese nicht aufmüpfig wird. Eines jedoch ist gewiss, die Menschen, denen die Himmelsposaunen zur Ohren gekommen sind, vergessen sie nicht. Nie wieder. So auch Katja Ivanova, die Krankenschwester aus Kiev.
Als sie am frühen Morgen des 11. August 2011 4 Minuten der beängstigenden Geräusche mit ihrem Camcorder aufgenommen hat, staubt sie die Aufnahme. Sie stellt die Kamera auf den Fensters Sims und lauscht noch einen Moment. Katja kann sich nicht erklären, was sie da hört, aber es macht ihr Angst. Ein Gefühl der Panik durchströmt sie plötzlich.
Sie macht wie fremd gesteuert einen Schritt nach vorne, dann einen weiteren und noch einen. Sie geht durch ihre Wohnung, die Treppen hinunter und tritt ins Freie. Das Dröhnen hält immer noch an. Katja bleibt mitten auf der Straße stehen und sieht nach oben. Wie in Trans starrt sie in den Himmel. Sie sieht nichts, nur einen grauen Wolkenschleier.
Diese Klänge. Katja kann ihren Blick erst lösen, nachdem sie verstummt sind. Alles ruhig. Sie bleibt noch kurz stehen, ein paar Sekunden oder Minuten. Dazu wird der Herr, dein Gott, Angst und Schrecken unter senden, bis umgebracht sein wird, was übrig ist und sich verwirrt vor dir. Dann fasst sie sich und geht verstört zurück in ihre Wohnung.
Ihr Blick fällt auf das kleine Kreuz an der Wand. ihre Mutter. Sie hätte sie fast vergessen. Gestern Abend am Telefon klang sie so besorgt und mutlos. Eilig steigt die junge Frau ins Auto und fährt über die Stadtautobahn nach Solomyanca. Dort lebt ihre Mutter in einem kleinen Reihenhaus unweit des Krankenhauses, in dem Katjas Schicht gleich beginnt.
Sie parktor vor dem Haus, klingelt zweimal und öffnet die Tür mit ihrem Schlüssel. Mit dem Wissen ohnehin keine Antwort von der alten Dame zu bekommen, ruft sie nach ihr und findet sie schließlich in der Küche. Alles scheint in bester Ordnung. Die Mutter freut sich über den spontanen Besuch.
Katja sieht schnell nach dem Rechten und verabschiedet sich mit einem flüchtigen Kuss. In 10 Minuten beginnt ihr Frühdienst. Sie eilt zum Wagen, setzt ihn hastig zurück und für den Bruchteil einer Sekunde sieht sie im Rückspiegel ihre Mutter. Die Hände erhoben. Sofort tritt Katja auf die Bremse, doch es ist zu spät.
Sie springt aus dem Auto. Ihre Mutter liegt regungslos da, lebt aber noch. Ohne lange nachzudenken, zieht sie den schlaffen Körper ihrer Mutter unter dem Auto hervor, zerrt sie auf den Rücksitz und rast durch den Berufsverkehr in das nur drei Blocks entfernte Krankenhaus. Katja redet ihr gut zu, versucht die alte Frau bei Bewusstsein zu halten.
Doch noch bevor sie die Ambulanz erreichen, ereilt sie die entsetzliche Gewissheit. Ihre Mutter atmet nicht mehr. Katja Ivanova zerbricht an dem tragischen Vorfall. Schuldgefühle und Trauer fressen sie auf. Und immer wieder stellt sie sich die Frage, warum ist ihr die Mutter nachgeeilt? Was wollte sie ihr noch so dringendes sagen? Vom Kleinsten bis ins Allumfassende.
Alles erscheint der eigentlich lebensfrohen Frau auf einmal sinnlos. Über allem liegt ein dunkler Schleier. Ihr Arzt diagnostiziert eine posttraumatische Depression. Eines Morgens, als Katja wieder in ihrer Küche steht und ihre gluchsende Kaffeemaschine anstarrt, schießt ihr ein Gedanke in den Kopf. Die Klänge aus dem Himmel, die sie morgens vor dem verhängnisvollen Unfall gehört hat, haben die Tragödie angekündigt, wurde sie auf diesen furchtbaren Schicksalsschlag hingewiesen und auf einmal hat die eigentlich so wenig
esoterische, aber gläubige Katja das Gefühl, die Himmelsposaunen wollten ihr noch viel mehr mitteilen. Die gläubige Katholikin sucht den Rat ihres Pfarrers. Zunächst ist der alte Mann etwas ratlos. Doch als ich Katja selbst als Wissende beschreibt, als Person mit einer erweiterten Seele, hor er auf. Katja solle nach Hause gehen, sich ihrer Frömkeit wieder etwas verstärkt widmen, auch ihrer Mutter zu liebe.
Gott habe sie selig. Zi Wochen später ruft er Sie an. Räumen Sie auf, Katja. Sie werden heute Besuch bekommen. [räuspern] Es wird sich alles fügen. Zwei Stunden später klingelt es bereits an der Tür. Der Mann, Katja schätzt ihn auf Mitteig, stellt sich als Pural Nunzius vor, als Repräsentant des Heiligen Stuhls und möchte mit eure Exzellenz angesprochen werden.
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