Wahre Verbrechen I Die Spur führte zum Friedhof I True Crime Dokumentation T – Part 2
Ihr Fazit ist eindeutig. Die Merkmale der Unterkieferzähne des Beschuldigten sind deckungsgleich mit der Bissspur der geschädigten Christiane Junker. Ich war bei mir im Büro gewesen mit weiteren Kollegen und dann kam der Anruf und dann war natürlich Euphorie. Also, wir haben da ein Schreier fahren lassen, weil wir es überhaupt nicht glauben konnten.
Wir hätten ja niemals gedacht, dass die Spur überhaupt geeignet ist und dass das überhaupt zu einer vollständigen Übereinstimmung führen kann. Wenn da jetzt ein Ergebnis gekommen wäre, keine Ahnung, 75%, dann wäre das schon hochgegriffen gewesen. Aber wenn man dann hört, dass dieser Gebissabdruck unserem Tatverdächtigen zugeschrieben werden kann, dann ist da wir komplett aus dem Häuschen.
Konrad R wird unmittelbar nach Eintreffen des Gutachtens festgenommen und in die JVA Erschaffenburg gebracht. Im August 2019 wendet sich ein Mithäftling schriftlich an die Anstaltsleitung. Konrad R habe ihm gegenüber die Tat eingestanden. Da gesagt, ja, das wird das und das wird mir vorgeworfen und äh ja, das ist umso mehr wir miteinander gesprochen haben, weil ich ihm ja von meiner Sache auch erzählt habe.
Ja, und ich denke, da hat er Vertrauen geschöpft und äh er hat mir dann von der Dame erzählt, ja, war irgendwie Nachbarskind. Ja, und er hat immer ein Auge auf sie schon geworfen. Ja, die haben wohl Haus an Haus gewohnt. Ja, und er hat sie regelmäßig beobachtet und dann hat er erzählt Vater von ihr hat es nicht gern gesehen, hätte es nicht gern gesehen, dass sie mit diesem Mann äh eine Beziehung führt.
Ja, doch. Irgendwann mal hat er wohl bemerkt, dass die Frau Junger sich mit einem anderen jungen Hand getroffen hat und daraufhin hat er erzählt, dass das ein bisschen gefuchst hat und er sie zur Rede stellen wollte und der hätte sie dann wohl dann abends nach der Schule zum Gespräch aufgesucht damals glaube ich am Bahnhof und hat er erzählt, er ist ja mit ihr in den Park gegangen, hat mit ihr geredet, hat sich da konfrontiert und dann hat er mich ganz ernst angeguckt und hat gesagt, dann ist es passiert.
Roman Colchake ist für die Erschaffenburger Ermittler ein alter Bekannter. Sie wollen ihm auf den Zahn fühlen. Also gerade vor dem Hintergrund, dass ich wusste, dass er schwierig ist, dass äh er sehr manipulative Art hat, äh war ich doch überrascht dann von seiner Klarheit in der Aussage. Er hat sich daran gehalten, ist in der Aussage nicht abgewie vom vom Thema.
und äh er wusste ja, dass ich in seinen Fall äh als Ermittler ebenfalls involviert war und nicht unerhebliche Beitrag auch, das hat er so auch äh gesagt äh beigetragen habe, dass er verurteilt worden ist und trotzdem fand ein sehr vernünftiges Gespräch statt. Äh, also ich hatte jetzt keinen keine Anhaltspunkte äh das irgendwie in Frage zu stellen, weil er hatte doch sehr viel Detailwissen äh dass er offensichtlich von dem von unserem Tatverdächtigen direkt erfahren hat.
Wo soll es uns her gewusst haben in die JVA? Am 8. Januar 2020 beginnt vor dem Landgericht Erchaffenburg der Prozess gegen Konrad R. Weil der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt minderjährig war, wird nach Jugendstrafrecht verhandelt. Die Öffentlichkeit bleibt außen vor. Familie Junker ist als Nebenklägerin bei der Verhandlung zugelassen. Robert Junker sieht Konrad er zum ersten Mal nach 40 Jahren wieder.
Das erste, was ich mir gedacht habe, oh, hat er sich verändert. Ja, also das saß ja da, es war ein gebrochener, älterer, schmächtiges Männchen. Ja, von seiner Krankheit gezeichnet. Also er saß da wie ein Häufchen Elend. Hat mir fast schon bisschen Leid getan. Verhandelt wird im Container. Das Landgericht wird renoviert am 15.
Januar 2020 trägt die Zahnforensikerin hinter verschlossenen Türen ihre Erkenntnisse vor. Lindemeyers Vortrag klingt eindeutig. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit habe der Angeklagte Christiane Junker gebissen: “Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand anderes der Verursacher ist, gehe gegen null.” Es gab mal irgendwann, ich weiß nicht an welchem Prozessstag, 45, als dann wirklich klar war oder es sich angedeutet hatte, dass er wirklich der T gewesen ist und da habe ich dann so zu ihm gesagt und er hat mich angeguckt, gesagt
und das war dann noch mal so magischer Moment, wo ich what the hell, er bestreitet es immer noch. Ja, oder hat es verdrängt. Die Möglichkeiten zur Berichterstattung für die Medien sind begrenzt. Eine Journalistin macht aus der Not eine Tugend. Es gab einen kleinen Wartebereich vor dem Sitzungssalen, die niemand rein dürfte aus dem Prozessbeteiligt und da habe ich mich jeden Tag hingesetzt auf die Holzbank, auf den Holzstuhl, Laptop auf die Knie und dann habe ich da gesessen und habe geschaut, was bringt der Tag. Das was im Sitzungsal passiert
ist, konnte ich nicht ähm direkt selbst beobachten, so wie ich es eigentlich gewohnt bin und mir selbst ähm ein Bild davon machen. Was sagen Zeugen aus? Was sagen Zeuginnen aus? Welche Manöver fahren möglicherweise die Prozessbeteiligten auch und wie es zu bewerten und einzuordnen in so ein Gesamtkontext? Am 6.
Februar wird die Zahnforensikerin noch einmal geladen. Das ist ungewöhnlich. Es war klar, irgendwas ist im Gange. Niemand sagt etwas, aber es war klar, heute geht’s ums Gutachten. Es geht ums Gutachten und äh alle waren so der Ansicht, ähm der Prozess befindet sich auf der Zielgeraden. Ja, ist nur noch eine Sache von ein zwei Tagen Details und dann gibt’s eine Verurteilung und dann äh am Ende des Tages war klar, irgendwas ist da passiert in diesem Gericht.
Wie an jedem Abend eines Verhandlungstages gibt der Sprecher des Gerichts eine kurze Zusammenfassung. Lenhard filmt mit. Was er vorträgt, schlägt ein wie eine Bombe. Die Kammer kam dann nämlich nach Unterbrechung der Sitzung zu folgenden Punkten. Zum ersten sei das Gutachten der Sachverständigen Dr.
Lindemier für die Kammer wertlos. Die Widersprüche seien so erheblich, die die Kammer hier herausgearbeitet hat und auf die die Sachverständigen nicht ausreichende Antwort gewusst habe, dass es für die Kammer sogar völlig unverständlich sei, dass die Sachverständig am Ende trotz dieser Vorhalte und Veränderungen an ihrer bisherigen Einschätzung mehr festhalten wolle.
Der zentrale Vorwurf der Kammer bei der von Lindemier entdeckten Anomalie handelt es sich nicht um die Zähne 43 und 45, sondern 43 und 44. Der Zahn wurde ausweislich der zahnärztlichen Behandlungsunterlagen 2012 gezogen. An den von Lindemeier ausgemachten Übereinstimmungen ändert das alles gar nichts. Es gibt wohl äh also im Gutachten, der der Münchner Corif äh hat sie von einem Zahn gesprochen, der genetisch bedingt gefehlt hat in dem Gebiss von das Vertechtigen und äh und die Richter haben aber herausgefunden, dass dieser Zahn damals
nicht gefehlt hat. Ich glaube, es gab da von seinem Zahnarzt damals irgendwie Unterlage und da konnten die das rauslesen und daraufhin haben sie das Gutachten als nicht wertig genug eingeschätzt, woraufhin der Tatverdächtig eben sofort freigelassen worden ist und das war für uns ein Schock. Damit hat keiner gerechnet.
Das war für alle Anwesenden ein Schock. Ein neuer Gutachter wird beauftragt. Der renommierte Zahnforensiker Dr. Dr. Klaus Grundmann aus Mörs. Der 62 Jahre alte Experte erkennt, wie seine Münchner Kollegin die Anomalie in der rechten unteren Gebisshälfte des Angeklagten. Auf dem Foto der Bisspur kann er sie allerdings nicht erkennen.
Spricht von Kaffeesatzleserei. Ausschließend, dass die Bissspur von Beschuldigten stammt, will er aber trotzdem nicht. Es gab ja auch diesen diesen zweiten Bisgut Bisgutachter, der hat mehrmals auf Nachfragen immer wieder betont, es ist eine fifty50 Entscheidung. Er kann den Tader nicht erkennen und nicht belasten und er kann ihn aber auch nicht äh freisprechen.
Also und der Richter wollte aber immer wieder und hat mehrmals nachgefragt, mehrmals nachgefragt. Also sie sind der Meinung, dass es nicht der T gewesen sein kann. Hat er jedes Mal versucht und der Gutachter hat jedes Mal sehr besonnen darauf. Nein, das habe ich so nicht gesagt. Er kann ih nicht als Täter ausschließen und ich möchte das aber betonen, dass er nicht als Täter ausschließen kann.
Doch die Kammer lässt sich nicht mehr umstimmen. Wörtlich heißt es jetzt, dass der Angeklagte als Spurenverursacher mit einer hohen Wahrscheinlichkeit auszuschließen ist. Bis zum 6. Februar waren die Indizien, es gab so 10 bis 15 Indizien, die auch für ihn sprachen, also es er gewesen sein könnte. Und diese Indizien, es gibt schwache Indizien, es gibt starke Indizien, aber ich glaube, die Richter und die Kammer, die war schon auch davon überzeugt, dass diese Indizien zusammen mit dem Beweis schon, dass der richtige auf der Anklagebank sitzt.
Ab dem 6. Februar hat sich der Wind gedreht komplett und es gab auch so immer diesen, ich sag mal Kleinkrieg oder nicht besonders harmonischen Umgang mit Staatsanwalt, also zwischen Kammer und Staatsanwaltschaft, zwischen Kammer und Kriminalpolizei, da war so eine Disharmonie zu spüren. Am 23. April 2020 fällt das Urteil.
Konrad R.prochen. In der Urteilsbegründung heißt es sinngemäß: “Das für die Verurteilung erforderliche Maß an Sicherheit konnte die Kammer nach der durchgeführten Beweisaufnahme nicht ansatzweise gewinnen.” Schlag ins Gesicht. Unfassbar nicht, also vor allem diese Floskel nicht ansatzweise. Ich meine, dass er freigesprochen worden ist, müssen wir juristisch akzeptieren und das tun wir auch.
Es gab keinen Beweis. Die Indizienprozesse sind jetzt nicht so, dass sie dass sie jetzt alle Tage stattfinden. Da muss schon muss man schon mutige Richter finden, die ein Indizenprozess führen. Aber wir haben das akzeptiert ist ein Freispruch, weil der Beweis weggefallen ist, aber diese Floskel nicht ansatzweise hat uns sprachlos gemacht.
Auch für die Ermittler ist das Urteil ein Rückschlag. Sind Sie am Ende auf der falschen Spur gewesen? Ich kann sagen, dass ich den Fall nach besten Wissen und Gewissen bearbeitet habe, dass ich ähm ja Personenbeweise zusammengeführt habe, ähm dass es eine belastende Indizienkette gab, aber er wurde freigesprochen und die Gedanken sind frei.
Bei Altfallermittlungen ist das Risiko groß, dass es am Ende nicht für eine Verurteilung reicht. Ja, klar. Okay. Im Zweifel für den Angeklagten. Gut. Mach’s gut. Ja. Ciao. Wir wollen auch keinen Unschuldigen einsperren. Daher hatten wir auch immer für uns den Grundsatz, wir wollen die Altfälle bearbeiten.
Wenn ein Tatverdächtiger, beschuldigter dann rauskommt, ist es gut. Aber wenn wir keinen finden, dann suchen wir uns nicht irgendeinen, sondern wir wollen auch die Richtigen einsperren. Konrad R hat nichts mehr zu befürchten. Wer einmal freigesprochen wurde, kann für dasselbe Verbrechen nicht ein zweites Mal angeklagt werden.
Selbst dann nicht, wenn neue Beweise auftauchen würden. Recht und Gesetz sind ja Normen, die sich die sich die Gesellschaft gegeben hat. Die Gerechtigkeit, die ist im Innersten des Menschen oder sollte zumindestens im Innersten des Menschen sein und da braucht es eigentlich keine Norm dafür für Gerechtigkeit. Robert Junker hat sich im Internet einen Gedenkort geschaffen, den er regelmäßig besucht, um seiner Schwester nah zu sein.
Er will die Seite jetzt auch anderen Trauenden öffnen, die ebenfalls ihren Schmerz gemeinsam teilen wollen. Also es verarbeiten kann man es nicht ganz nicht gänzlich. Man kann es nur verdrängen. Ja, man kann sein Leben führen. Und ich habe mein Leben so geführt, dass ich für meine Schwester immer auch ein bisschen mitgelebt habe. Sehen Sie, meine Schwester wurde 15 Jahre alt.
Das ist nichts, das ist kein Alter. Es war ein junges Mädchen, eigentlich noch ein Kind. Und ähm ich musste, das war ja war ich ja irgendwie auch schuldig, ne? Noch ein bisschen für sie mitleben und habe sie immer äh immer dabei im Kopf, im Herzen immer dabei. Mehrfach wurde im Verlauf der Dreharbeiten versucht, Kontakt zu dem Mann aufzunehmen, der im Film Konrad R genannt wird, um ihm die Möglichkeit zu geben, sich zu äußern ohne Erfolg.
Anfang September wurde ein letzter Versuch gestartet. Zu spät. Nachbarn teilen mit, dass Konrad R. wenige Tage zuvor verstorben ist, 5 Jahre nach seinem Freispruch. In diesem Anruf teilte eine Frau mit. dass äh das Kind einer Freundin vermisst wird. Wohne mit dem Fenster, das nimmt man von vorne rein ernst, wenn
ein Kind verschwunden ist. Insofern baut sich dieser Druck auch von Anfang an auf. Wenn man eine Kinderleiche findet, ist das äh schon äh ein sehr belastendes Ereignis für jeden äh der in einer solchen äh äh Sonderkommission dann tätig ist. Bei der Obduktion der Leiche ist festgestellt worden, dass Mary Chin dort oben in dem Bachlauf ertrunken ist.
äh zuvor äh war wohl eine äh Gewalt gegen ihren Hals äh vorangegangen. Mit Veröffentlichung des Phantombildes sind insgesamt ca. 950 Hinweise aus der Bevölkerung bundesweit bei uns eingegangen. Die Polizeifotos dokumentieren einen der dunkelsten Tage in der Thüringischen Kriminalgeschichte. Ein kleines Mädchen liegt mit dem Gesicht zum Boden in einem Bach. Das Kind ist tot.
Hauptkommissar Andreas Betz kehrt noch einmal an den Ort dieses Verbrechens zurück. Ein Waldstück 7 km nördlich von Sul. Eine Gedenktafel erinnert vor Ort noch heute daran. Wenn man eine Kinderleiche findet, ist das äh schon äh ein sehr belastendes Ereignis für jeden äh der in einer solchen äh äh Sonderkommission dann tätig ist.
Es ist Freitag, der 24. Juni 2011. Ein schöner Sommertag, als die siebenjährige Mary Jane nicht nach Hause kommt. Andreas Be, Leiter der Kriposul, erinnert sich noch sehr genau daran, wie mit einem Notruf alles begann. In diesem Anruf teilte eine Frau mit, dass äh das Kind einer Freundin vermisst wird. Äh und zwar hat das Kind um 16 Uhr die Schule verlassen, sollte eigentlich äh dann zunächst zu seinem Opa in Zellamelis gehen und dort ist es aber gar nicht erst angekommen.
Die siebenjährige Mary Jane besucht die zweite Klasse der Grundschule in der kleinen Ortschaft Zellamelis. Zum Haus ihrer Großeltern sind es nur wenige hundert Meter, die das Mädchen oft alleine zurücklegt. Noch haben Andreas Betz und sein Team die Hoffnung, das Kind lebend zu finden. Wenn man an so eine Sache herangeht, äh äh dann äh zieht man natürlich alles in der Wegung, ne? Es kann durchaus sein, dass äh durch Kommunikationsfehler das Kind bei einer anderen Familie ist und dort äh vielleicht sogar noch spielt. Es
war ja noch nicht so spät am Abend, als sie vermisst gemeldet wurde. Äh es kann sein, dass sie beim Spielen einen Unfall hatte oder es ist auch ein Verbrechen möglich. Alle verfügbaren Helfer werden mobilisiert. Unzählige Freiwillige, Suchhunde, Polizeibeamte durchkämmen den kleinen Ort.
Auch angrenzende Wald- und Wiesengebiete werden abgesucht. Doch Mary Jane bleibt verschwunden. Das nimmt man vom Vorner rein ernst, wenn ein Kind verschwunden ist. Insofern baut sich dieser Druck auch von Anfang an auf. Auch am nächsten Morgen fehlt von Mary Jane weiter jede Spur. Mittlerweile ist sie 17 Stunden verschwunden, als Spaziergänger eine Entdeckung machen.
Sie finden eine Kinderleiche. Es ist die vermisste Mary Jane. Zunächst sieht es so aus, als sei die Zweitklässlerin beim Spielen am Bach verunglückt und anschließend ertrunken. Doch dann merken die Beamten, der Schulrucksack des Mädchens fehlt. Und auch als die Rechtsmediziner sich die Leiche genauer ansehen, merken sie, hier stimmt etwas nicht.
Die Rechtsmedizin war mit vor Ort. Äh, als die Leiche dann geborgen war aus dem Wasser, hat man festgestellt, dass es wohl Gewalt gegen den Hals gegeben hat. Und von dem Moment an sind wir davon ausgegangen, dass das Mädchen getötet wurde. Die siebenjährige Mary Jane wurde umgebracht. Ein Schock für ihre Angehörigen, aber auch für Ermittler Andreas Betz und sein Team.
Man muss äh versuchen, diese Gefühle dann in gewisser Weise auch zu unterdrücken, zur Professionalität zurückzukehren, so dass man auch äh entsprechende äh äh Ermittlungen äh mit größer Neutralität und Objektivität durchführen kann, um den Täter letztendlich stellen zu können. Nachdem der Leichenfundort nach Spuren abgesucht ist, wartet er Mittlerbezetz jetzt auf das Ergebnis der Obduktion.
Bei der Obduktion der Leiche ist festgestellt worden, dass Mary Chin dort oben in dem Bachlauf ertrunken ist. äh zuvor äh war wohl eine äh Gewalt gegen ihren Hals äh vorangegangen. Äh aber letztendlich ist sie im Bachlauf ertrunken. Eine Sonderkommission wird gegründet und die letzten Stunden im Leben von Mary Jane rekonstruiert.
Kommissar Betz ist sicher, das Mädchen ist hier auf dem Weg von der Schule zu ihren Großeltern verschwunden. Ein wichtiger Zeuge stützt damals diese Vermutung. Wir haben einen Zeugen gehabt, der ist 12 Jahre zu dem damaligen Zeitpunkt gewesen. Er hat Merit Chin gesehen, wie sie hier an dieser Stelle mit einer unbekannten männlichen Person gelaufen ist.
Äh, das Gute bei dem Zeugen war, er kannte Mer also ausgeschlossen, dass er sie mit jemanden verwechselt hatte. Der Junge kann den unbekannten Mann so gut beschreiben, dass dieses Phantombild angefertigt werden kann. Der beschriebene Mann ist zwischen 25 und 40 Jahre alt, hellhäutig, hat blaue Augen und kurzes Haar. Auf dem Kopf druck er eine Mütze.
Dieses Phantombild ist dann am Dienstag in der Presse veröffentlicht worden und äh mit Veröffentlichung des Phantombildes sind insgesamt ca. 950 Hinweise aus der Bevölkerung bundesweit bei uns eingegangen. Einer der Hinweise führt Bes zu einem Nachbarn des ermordeten Kindes, Tino L. Der Hinweisgeber will beobachtet haben, dass sich Tino immer wieder auffällig gegenüber kleinen Mädchen benommen hat.
Bei der Polizei ist er deswegen allerdings nicht bekannt. Tino L war während der Befragung äh völlig ruhig. Äh er konnte das äh was er gemacht hat am Freitag schildern. Z.B. äh teilte er mit, dass er gegen 16 Uhr äh vor seinem äh Küchenfenster äh Rauch wahrgenommen hat, worauf er in woraufhin er sich äh in die unter ihm liegende Wohnung begeben hat.
Der dortliche Mieter hatte vergessen, einen Topf vom Herz zu nehmen, der dann angefangen hat zu brennen. Diesen Brand im Anfangsstadium, den hat er dann letztendlich gelöscht. Ein Alibi, das der Nachbar gegenüber Ermittler Andreas Betz bestätigt. So wie die meisten Männer, die in diesen Tagen zum Mord an Mary Jane vernommen werden, gibt Tino außerdem freiwillig eine DNA Probe ab.
Ausgerechnet am Tag der Trauerfeier für Mary Jane geht bei der Polizei dann ein entscheidender Hinweis auf ihren Mörder ein. Ich weiß es noch. Wir waren in unserem Besprechungsraum der Auswertung, als äh gegen 14 Uhr ein Anruf aus der Rechtsmedizin äh der Universität Jena eingen, wo man uns mitteilte, dass es eine Übereinstimmung der eingesandten DNA Probe Tino L mit der an der Leiche gefundenen DNA Spur gibt.
Kommissar Betz sucht nun nochmals den Alibegeber von Tino L auf. In einem längeren Gespräch mit dem Mann muss er feststellen, der Nachbar hatte sich in der Uhrzeit geirrt. Das Alibi von Tino L ist geplatzt. Der 38jährige wird festgenommen. Tino hat zunächst abgestritten, etwas mit dem Tod von Mary Chene zu tun zu haben.
Äh die erdrückende Beweislast hat ihn aber dann im Verlaufe der Vernehmung zu einem Geständnis gebracht. Tino L gibt folgendes zu Protokoll. Gegen 16 Uhr passt er Marie Jane auf dem nach Hauseweg ab. Das Mädchen kennt ihn. Unter einem Vorwand lockt er es in seine Wohnung. Er missbraucht Mary Jane in der Badewanne und verbringt die Nacht mit dem Kind in seiner Wohnung.
Am frühen Morgen beschließt er die Siebenjährige zu töten. Er führt Mary Jane auf eine abgelegene Wiese. Auf einem Polizeivideo ist zu sehen, wie Tino den Beamten an einer Puppe zeigt, was am Morgen des 25. Juni 2011 passiert ist. Sie haben einmal kräftig gezogen, bis es ruhig war und dann losgelassen. Ja. zusammengen oder noch mal nachgezogen.
Nee, ist ja zusammengekommen. Bei der Rekonstruktion legt Tino die Puppe genauso in den Bach, wie Mary Jane später gefunden wurde. Sogenanntes Täterwissen. Für die erfahrenen Beamten ein Beweis, dass Tino Litiv der Mörder ist. Während die Rekonstruktion läuft, durchsuchen weitere Beamte die Wohnung des Mannes.
Im Keller finden sie Mary Janes Schulranzen, Beweise, die schließlich zu einer Anklage wegen Mordes führen. Das Gericht hat ihn zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe äh verurteilt und Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Das bedeutet, dass er länger als 15 Jahre in der Haft bleiben muss. Es ist natürlich ein gutes Gefühl zu wissen, dass er sozusagen hinter Schloss und Riegel ist.
Der Mord an Mary Jane hat Andreas Betz und seine Kollegen an ihre Grenzen gebracht. Durch polizeiliches Gespür und moderne Kriminaltechnik ist es ihnen trotzdem gelungen, den Mörder zu überführen. Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt.
Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken. Als die Sonne über dem Staatsgefängnis im Los Angeles County aufgeht, wird ein 79-jähriger Mann mit weißem Haar in einem Rollstuhl in einen Verhörraum gerollt. Der alte Mann ist schwach, seine Gelenke knarren.
Atrophierte Muskeln hängen schlaff herab. Sein Atem geht selbst im Sitzen schwer. Im Verhörraum wartet der Texas Ranger James Holland. Groß, attraktiv und breitschuldrig. Er begrüßt den älteren Häftling und sie setzen sich zum Frühstück. Ihre Unterhaltung ist höflich, sogar freundlich. Dies ist seit Jahren ihr tägliches Ritual.
Nachdem Sie mit dem Frühstück fertig sind, kommen Holland und der alte Mann zur Sache. Ein Wächter bringt ein Skizzenblock und ein Satz Buntstifte. Obwohl die Hände des alten Mannes vom Alter verknorpelt sind, kann er den Buntstift noch mit einiger Geschicklichkeit führen. Holland stellt Fragen, um das Gedächtnis alten Mannes anzuregen.
Wo war er 1986? Wen hat er in Cleveland getroffen? Wie sah sie aus? Welche Farbe hatte ihr Haar? Wie war die Form ihres Kiefers? Ihre Nase? War sie lang oder kurz? Schon bald erscheint ein Gesicht auf dem Papier. Eine Frau längst tot. Ihr Mörder. Genau der Mann, der ihr Portrait zeichnet. Ein Mann, der sich vielleicht nie an ihren Namen erinnern wird, aber ihr Gesicht für immer im Gedächtnis behalten wird.
Hi, ich bin Diane Helscher. Gibt uns jetzt gerne eine Bewertung und abonniert uns auch, damit ihr keine Folge verpasst. Und ich bin Max Spalleck und das hier ist Serienkiller Mörder und ihre Geschichten. Heute erzählen wir die Geschichte von Samuel Little, der als der wohl gefährlichste Serienkiller der amerikanischen Geschichte gilt.
Samuel Little soll zwischen 1970 und 2005 93 Frauen ermordet haben. Obwohl er sich nicht an alle ihre Namen erinnern kann, hat er Dutzende ihrer Gesichter im Kopf behalten und sie durch Portraits im Gefängnis festgehalten. Heute werden wir Littles frühe Jahre behandeln. Wir werden seinen unheilvollen Weg vom Kleinkriminellen zum Sexualstraftäter und schließlich zum Serienmörder verfolgen.
In der nächsten Folge werden wir Littles blutige Spur durch die Vereinigten Staaten nachverfolgen und untersuchen, wie Texas Ranger James Holland und Ermittler aus dem ganzen Land ein Portrait des Mörders selbst zusammengesetzt haben. Sam Little wurde in der Kleinen Stadt Reynolds im Bundesstaat Georgia geboren, einer Farmer Gemeinde etwa 160 km südlich von Atlanta.
Little behauptete, seine Mutter sei eine Sexarbeiterin gewesen. Genaue Details um seine Geburt sind unklar, aber Ermittler haben spekuliert, dass Little möglicherweise 1940 im Gefängnis geboren wurde nach einer der Verhaftungen seiner Mutter. Wenn Little tatsächlich im Gefängnis geboren wurde, hätte er wahrscheinlich in seinen ersten zerbrechlichen Tagen nicht viel Zeit mit seiner Mutter verbracht.
So oder so war die junge Mes Little, die berichten zufolge bei der Geburt von Samuel erst ein Teenager war, nicht darauf vorbereitet, einen Sohn großzuziehen. Sie verließ ihn kurz nach seiner Geburt. Der Kriminologe Scott Bon identifizierte elterliche Ablehnung besonders durch Mütter als einen häufigen Faktor im Leben von Serienmördern.
Bon erklärte, dass dieses verlassen werden einen tiefsitzenden Hass oder Angst vor Ablehnung erzeugen kann. Daher könnten sie versuchen, diejenigen zu verletzen oder zu beseitigen, die diese Angst repräsentieren. Viele von Littles Opfern waren wie seine Mutter Sexarbeiterinnen. Indem er sie tötete, versuchte er möglicherweise Vergeltung an dem Symbol seiner vernachlässigenden Mutter zu üben.
Als Säugling wurde Little nach Lorraine Ohio geschickt, um bei seiner Großmutter mütterlicherseits zu leben. Lorrain war eine Stahlarbeiterstadt unweit von Cleveland gelegen am Ufer des Erisees mitten im geschäftigen Rust Belt der Jahrhundertmitte. Little zog in einer Zeit nach Lorrain, als viele schwarze Amerikaner aus den Südstaaten nach Norden zogen.
Mehr als 6 Millionen Menschen zogen während der großen Migration zwischen 1910 und 1970 um. Sie ließen sich hauptsächlich in den Industriezentren des Nordostens und des mittleren Westens nieder. Doch das Leben im Norden war für schwarze Migranten nicht immer besser. Viele dachten, der Umzug aus dem Süden würde eine Flucht vor staatlicher unterstützter Diskriminierung bedeuten.
Aber in Ohio und vielen anderen nördlichen Städten hielt sich der informelle Rassismus hartnäckig. Als schwarze Amerikaner in Industriestädten wie Lorrain ankam, floh die weiße Mittelschicht in die Vorte und nahm Unternehmen und Arbeitsplätze mit. Die sogenannte weiße Flucht entzog den Stäten im Norden ihre einst florierenden Steuereinnahmen.
Die Folgen waren Marode Infrastruktur, unterfinanzierte Schulen und extremer Arbeitskräftemangel. Probleme, die einige Viertel und Gemeinschaften bis heute belasten. In dieser sich wandelnden Landschaft wuchs Little auf. Wir wissen nicht viel über sein häusliches Leben bei seiner Großmutter, aber wir wissen, dass seine Bildung begrenzt war.
Er besuchte nie die Highchool und seine Zeit an der örtlichen Junior High war von disziplinarischen Problemen und schwachen schulischen Leistungen geprägt. Im Alter von sehn Jahren hatte Littles kriminelles Verhalten seine erste echte Konsequenz. Er wurde beim Diebstahl eines Fahrrads erwischt und in die Boys Industrial School in Lancaster, Ohio, geschickt, früher als State Reform Farm bekannt.
Jillan Lauren, die einzige Journalistin, die Little hinter Gittern interviewt hat, beschrieb seine Zeit in Lancas als brutal. Aber über die disziplinarischen Praktiken der speziellen Einrichtung zu dieser Zeit ist wenig bekannt. Laut historischen Aufzeichnung hätte Little freien Zugang zum Schulgelände gehabt.
Er hätte in einer Hütte mit mehreren anderen Jungen gelebt, nicht in einer Zelle. und er hätte eine Berufsausbildung in Schmiedekunst, Schneiderei, Tischlerei, Stenografie und einer Reihe anderer Handwerke erhalten. Dennoch war Missbrauch in staatlich betriebenen Einrichtungen zu dieser Zeit weit verbreitet und ist es bis heute. Eine 2015 von der Annie EC Foundation durchgeführte Studie deckte systematische Misshandlungen in den Jugendstrafvollzugssystemen von 29 Bundesstaaten auf.
Darüber hinaus berichten fast 10% der in staatlich betriebenen oder staatlich finanzierten Einrichtung inhaftierten Jugendlichen während ihres Aufenthalts sexuell missbraucht worden zu sein. Allerdings sollten wir anmerken, dass unklar ist, ob und welchen Missbrauch Little selbst in Lancester erlitten hat. Selbst mit einer modernen Gefängnisreform sind die Rückfallquoten jugendlicher Straftäter in den Vereinigten Staaten durchweg schlecht.
Dies wird größtenteils einer Kombination aus übermäßiger Bestrafung und Missbrauch zugeschrieben. Junge Menschen, die in frühhem Alter inhaftiert werden, neigen folglich eher dazu, als Erwachsene Straftaten zu begehen. So war es auch bei Little. Irgendwann nach seiner Entlassung aus Lancaster überfiel er ein Möbelgeschäft.
Er wurde erwischt und zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt. Während seiner Haftzeit begann Little mit dem Boxen und entwickelte eine kräftige Statur. Er fing auch an in seiner Freizeit zu zeichnen und seine Motivwahl deutete bereits auf seine zukünftige mörderische Besessenheit hin. Egal, ob er Zugang zu Stiften oder Farbe hatte, er zeichnete fast ausschließlich Frauen.
Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis 1964 zog Little nun Mitte 20 zu seiner Mutter. Zu diesem Zeitpunkt lebte sie in Südflorida. Es war das erste Mal, daß sie in ihrem Zuhause Platz für ihren Sohn machte. Little hat nie viel öffentlich über seine Beziehung zu seiner Mutter als Erwachsener gesprochen, aber wir können davon ausgehen, dass er in ihrem Haus zumindest ein wenig Geborgenheit fand.
Er lebte dort mit Unterbrechung fast 20 Jahre lang. Little hatte eine Reihe von Gelegenheitsjobs in Florida, unter anderem als Stadtreiniger für das Miami Date County Department of Sanitation und später als Platzwart auf dem örtlichen Friedhof, aber er blieb nie lange imselben Job. Obwohl das Haus seiner Mutter in Florida fast zwei Jahrzehntelang seine Heimat war, verbrachte er jahre Dame die Vereinigten Staaten zu durchqueren und überall Verbrechen zu begehen.
Bis 1975 war er 26 mal in el verschiedenen Bundesstaaten verhaftet worden. Seine Anklagen umfassten Ladendiebstahl, bewaffneter Raub, Anwerbung von Sexarbeiterinnen, Fahn unter Alkohol und Drogeneinfluss, schwere Körperverletzung eines Polizeibeamten und Vergewaltigung. Aus irgendeinem Grund wurde er für diese verschiedenen Vergehen jedoch nicht wieder ins Gefängnis geschickt.
Sein normadischer Lebensstil könnte verhindert haben, dass die Strafverfolgungsbehörden erkannten, dass Little ein Gewohnheitsverbrecher war. Erst 1976 mußte er sich wirklich für seine Taten verantworten. Im September jenes Jahres wurde der 36-jährige Little in Missouri wegen Vergewaltigung, Körperverletzung und Einbruch bei Pamela K. Smith verhaftet.
Sie war in der Gegend als drogenabhängige und gelegentliche Sexarbeiterin bekannt. Little traf auf Smith, als sie allein eine verlassene Straße entlang ging. Er bot ihr eine Mitfahrgelegenheit an. Sobald Smith auf dem Beifahrersitz saß, schlug Little ihr brutal ins Gesicht. Er zwang sie auf den Rücksitz, zog ihr die Kleider aus und fesselte ihre Hände mit einem Elektrokabel.
Wie durch ein Wunder gelang es Smith, die Autotür aufzutreten und in die Nacht zu entkommen. Sie rannte nackt mit hinter dem Rücken gefesselten Händen, bis sie ein Haus fand. Auf der Türschwelle des Fremden flehte sie weinend um Hilfe. Als die Polizei eintraf, beschuldigte Smith Little sie geschlagen, gewirkt und vergewaltigt zu haben.
Doch als die Beamten Little in seinem Auto nicht weit entfernt fanden, bestritt er die Vergewaltigungsvorwürfe und sagte: “Ich habe sie nur geschlagen.” Letztendlich wurde Little wegen eines geringeren Vergehens versuchter Schändung verurteilt und verbrachte nur drei Monate im Gefängnis. Dies könnte mit Smiths wahrgenommener eingeschränkter Glaubwürdigkeit als Zeugin zusammenhängen.
Sie hatte eine Vorgeschichte von Drogendelikten. Vielleicht war die Staatsanwaltschaft nicht bereit, ihrer Version des Überfalls zu glauben und zeigte sich bei der Strafempfehlung für Little nicht sehr engagiert. Nachdem Little seine Zeit in Missouri abgesessen hatte, kehrte er zu seiner nomadischen Lebensweise zurück.
Es gibt nicht viele bekannte Details über seine nächsten Jahre, aber im September 1982 war er wieder in Florida und auf der Jagd nach einem neuen Opfer. Irene Mons war eine 44-jährige Hotelwäscherei Arbeiterin. Eines Nachts saß sie auf der Motorhaube ihres Autos in einer Seitenstraße von Gainsville, als der 42-jährige Sam Little neben ihr anhielt.
Er stieg aus seinem Auto und ging auf Mons zu. Er fragte sie, ob sie mit ihm einen Trink nehmen wolle. Sie lehnte höflich ab. Dann drehte sich Little um und zeigte die Straße hinunter zu einer nah gelegenen Bar. Er fragte: “Was ist da los?” Mons erklärte ihm: “Es sei Willy May Hodgers Kneipe.
Er solle doch mal vorbeischauen.” Little willigte ein und ging hinüber. Drinnen versuchte er mit mehreren Frauen zu sprechen und fragte, ob sie mit ihm trinken oder tanzen wollten. Doch sie lehnten alle ab. Gerade als er dachte, er hätte keine Chancen, erblickte Little eine große Frau, die allein schwankend auf der Tanzfläche stand.
Patricia Ann Mount war Stammgast bei Willy May und sie war berüchtigt. Die 26-jährige war dafür bekannt, stark zu trinken, zu fluchen und Kämpfe anzuzetteln, die sie nicht gewinnen konnte. Erst am Vorabend war sie von der Polizei in Gainesville wegen Trunkenheit und Ruhestörung verhaftet worden. Patricia hatte zudem eingeschränkte geistige Fähigkeiten.
Ihr IQ lag berichten zufolge etwa bei 40 und sie war zwischen einigen örtlichen betreuten Wohneinrichtungen hin und her gewechselt. Das machte sie für Little zum perfekten Opfer in vielerlei Hinsicht höchst verwundbar. Little, der bereits angetrunken war, versorgte sie mit immer mehr Drinks, bis sie einigte, mit ihm zu gehen.
Irene Mons sah, wie das Paar am Ende der Nacht zu Littles Auto zurückging. Patricia war unsicher auf den Beinen und musste sich auf Littles stürzen. Er half ihr auf den Beifahrersitz und eilte dann um das Auto herum zu seiner Seite. Dann raste er davon in die Nacht hinein. Gegen Mitternacht, etwa 30 km entfernt im ländlichen Forest Grove brachte etwas im Wald die örtlichen Hunde zum bellen.
Mike Cran, ein Sheriff Deputy der Gegend, ging nach draußen, um seine eigenen Hunde hereinzurufen. Als er sich dem Zaun zwischen seinem Grundstück und dem Wald näherte, entdeckte er ein Licht zwischen den Bäumen. Crinses Frau, die zu ihm nach draußen gekommen war, konnte in der Ferne eine männliche Stimme rufen hören.
Einen Moment später war das Licht verschwunden. Die Hunde waren verstummt. Die Cran gingen wieder zu Bett. Bei Sonnenaufgang wurden die beiden von lautem Klopfen an der Tür geweckt. Zwei ortsansässige Farmarbeiter hatten beim Heuballen auf einem nahgelegenen Feld die Leiche einer Frau entdeckt. Sie war nackt, mit Blutergsen überseht und hatte tiefe Kratzer am Hals.
Cran rief die Polizei. Als die Beamten eintrafen, nahmen sie die Fingerabdrücke der Frau auf. Schnell gab es einen Treffer. Es war Patricia Mount. Polizeiakten zeigen, daß sie erst zwei Nächte zuvor wegen Trunkenheit und Ordnungswidrigen Verhaltens verhaftet worden war. Jetzt war sie tot. Hier bei Serienkiller geht’s gleich weiter.
Als die Polizei begann nach Patricias Mörder zu suchen, hatte Little Florida bereits verlassen. Er fuhr entlang der Golfküste durch Alabama und weiter nach Mississippi. Doch schon bald verspürte er den Drang, eine weitere Frau zu finden. Eine weitere Patricia. Mörder wie Little neigen besonders dazu, zu Wiederholungstätern zu werden, da ihre Neigungen fast ausschließlich auf Fantasien beruhen.
Seine Morde könnten eine Form eines Rollenspiels gewesen sein, wobei seine Opfer als Ersatz für seine Mutter dienten, an der er sich rchen wollte. Doch laut dem Kriminalpsychologen Eric Hicke können Fantasien nie vollständig erfüllt oder befriedigt werden. Daher erzeugt der Akt des Tötens neue Gewaltfantasien und löst einen Teufelskreis aus.
Schon bald musste Little wieder töten. Wenige Wochen nach dem Mord an Patricia traf Little die 22-jährige Mindy Leissippi. Sie hatte einen schweren Weg hinter sich. Ihre Mutter starb, als sieben Jahre alt war und ließ sie in der Obhut eines gewalttätigen Vaters zurück. Schließlich lief sie weg und landete in Pasculer.
Laut ihrem Bruder kam die jugendliche Mindi, hauptsächlich Marihuana und Kokain. Sie begann auch als Sexarbeiterin ihr Geld zu verdienen. Samuel Little fand Mindy vor einem Waschsalon in Pasc Guler. Sie stand bei einer Gruppe junger Frauen, die meisten von ihnen Sexarbeiterinnen. Als Little mit seinem Auto vorbeifuhr, fragte er zunächst eine andere Frau aus der Gruppe nach einem Date namens Ctherine Cousins. Sie lehnte ab.
Sie war kürzlich von einem Mann geschlagen worden, der sie auf ähnliche Weise angesprochen hatte. Sie hatte kein Interesse mehr daran, Fremde zu treffen. Little war fasziniert. Sicher hatte der Mann einen Grund, sie zu schlagen. Hatte sie ihm etwas gestohlen? Mit einem Nicken in Richtung Mindy und einigen der anderen Frauen in der Nähe spekulierte er, dass sie wie der Typ aussah, der etwas klauen würde.
Little soll Cousins dann gesagt haben, er würde einige der Frauen in der Gruppe töten, wenn er die Gelegenheit dazu bekäme. Und wenn sie jemandem davon erzählte, würde er sie ebenfalls umbringen. Cousins konnte erkennen, dass Little mental nicht gesund war, aber sie konnte nicht einschätzen, ob seine Drohung ernst gemeint war oder nicht.
Was sie jedoch feststellen konnte, war, dass Little es genoss, die Angst in ihren Augen zu sehen. Für Mörder wie Little ist das Einflößen von Angst ein Mechanismus der Kontrolle, ein wichtiger Faktor beim Ausleben ihrer Fantasien. La Dr. Gary Brookano vom New York State Psychiatric Center an der Columbia University war es für Little sehr wichtig, vollständige Macht und Kontrolle über seine Opfer zu haben.
Little erzählte der Journalistin Jillian Lauren später, dass er ein überwältigendes Bedürfnis verspürte, Frauen zu besitzen. Als sie nach dem Grund fragte, erklärte er, dass er sich an ihrer Hilflosigkeit ergötzte. Er sagte: “Alles, was ich je wollte, war, daß sie in meinen Armen weinten.” Als Lauren darauf hinwies, dass viele seiner Opfer tatsächlich geweint hatten, bevor er sie tötete und er sie trotzdem ermordete, antwortete er: “Na ja, da haben sie mich erwischt.
Vielleicht war es nicht alles, was ich wollte.” Als Katherine Cousins deutlich machte, dass sie nicht mit ihm mitgehen würde, verlagerte Little seine Aufmerksamkeit auf Mindy Lex. Während er Mindy erfolgreich ansprach, hatte Cousins keine Gelegenheit, sie davor zu warnen, nicht mit dem fremden Mann ins Auto zu steigen.
Mindy folgte Little zu seinem Wagen. Cousins wusste, dass Mindy in Gefahr war. Sie sprintete zu dem Hotel nebenan in dem Mindy mit ihrem Freund und ihrem Baby wohnte. Sie erzählte dem Freund, was passiert war und er rannte sofort zum benachbarten Parkplatz. Als er dort ankam, waren Littles Auto und Mindy Laprex nirgends zu sehen.
Tage vergingen und Mindys Freund hörte nichts von ihr. Schließlich ging er zur Polizei, um sie als vermisst zu melden. Zunächst nahm sie das Verschwinden nicht ernst. Mind war eine Sexarbeiterin und der Vorfall wurde als Folge ihres risikoreichen Lebensstils abgetan. Diese Denkweise macht Sexarbeiterinnen viel anfälliger für Gewaltverbrechen.
Sie können sogar verhaftet werden, wenn sie Gewalt gegen sich selbst melden. Laut der Weltgesundheitsorganisation schafft die antagonistische Beziehung zur Polizei ein Klima der Straflosigkeit für Verbrechen gegen Sexarbeiterinnen, was dazu führen kann, dass sie Ziel von Gewalt oder anderen Verbrechen werden, die gewalttätig enden können, wie z.B.
Diebstahl. Little wusste viel über Sexarbeiterin. Er kannte vermutlich ihre präkäre Beziehung zu den Strafverfolgungsbehörden. Und vielleicht war dies ein weiterer Faktor in seinem Opferprofil. Er machte Jagd auf einige der verletzlichsten der Gesellschaft, die sozioökonomisch ausgegrenzten wie Sexarbeiterinnen und die geistig beeinträchtigten wie Patricia Mount.
Er dachte, niemand würde sie vermessen. Am 4. Oktober 1982 entdeckte ein Mann, der den Rasen des Familienfriedhofs im nahegelegenen Goatier Mississippihte Mindy La Price nackten Körper in einem wassergefüllten Graben. Es waren etwa zwei Wochen seit ihrem Verschwinden vergangen und ihr Körper war bereits stark verwest.
Die Polizei von Pasculer war nun unter Druck und suchte hastig nach Hinweisen in dem, was jetzt eine Mordermittlung war. Sie befragten Katherine Cousins und einige andere Sexarbeiterinnen, die am Tag von Mindy La Pres Verschwinden im Waschsalon anwesend waren. Cousins erzählte ihnen alles über Samuel Little und ihr seltsames Gespräch an jenem Abend.
Die Polizei erfuhr auch von anderen Sexarbeiterinnen, die Little zuvor in der Gegend angegriffen hatte. Hilda Nelson und Lila McCain berichteten der Polizei, dass Little sie beide bei früheren Besuchen in Pascal Gul angegriffen und versucht hatte, sie zu erwirgen. Nelson traf Little ein paar Jahre zuvor im Juli 1980 vor einem Nachtclub.
Die beiden gingen zurück zu ihrer Wohnung, um Sex zu haben. Nelson erzählte der Polizei, daß Little, sobald sich die Tür hinter ihnen schloß, begann sie zu würgen. Dann schlug er sie mit einem Faustschlag bewusstlos. Als sie wieder zu sich kam, lag sie in ihrem eigenen Bett Little auf ihr. Er wirkte und schlug sie immer noch.
Sie verlor erneut das Bewußtsein. Als sie wieder zu sich kam, war sie nackt, bis auf einen Schal um ihren Hals in ihrer Badewanne untergetaucht. Sie sagte, dass Little wiederholt ihren Kopf mit dem Schal aus dem Wasser zog, ihr ins Gesicht schlug und sie dann wieder unter Wasser drückte. Schließlich verließ Little aus unbekannten Gründen Nelsons Wohnung.
Vielleicht dachte er, er hätte sie getötet. Nelson wurde bewusstlos von ihren Eltern gefunden, die nichts von ihrem Doppelleben als Sexarbeiterin wussten. Laila Mclein erzählte der Polizei eine ähnliche Geschichte. Im November 1981 ging sie allein eine Straße in Pascul entlang, als Little in einem Kombi mit Holzverkleidung neben ihr hielt.
Er bat sie um ein Date im Austausch für $. Als Mclean in Littles Auto stieg, schlug er ihr auf den Hinterkopf. Er begann sie zu würgen, aber sie wehrte sich, kratzte und biss ihn. Sie versuchte zu entkommen, trat die Autotür auf, aber Little war schneller und zerrte sie zurück ins Fahrzeug. Als ein Passant auf einem Fahrrad sie bemerkte, erklärte Little ihre Notlage als Trunkenheit.
In einem Adrenalinschub warf sich McCain über den Beifahrersitz in den hinteren Teil des Fahrzeugs und flüchtete durch die hintere Tür. Nur mit Shorts und Flipflops bekleidet, sprintete sie mitten in der Nacht den Highway 90 entlang. Sie hörte nicht auf zu rennen, bis sie ihren Wohnkomplex erreichte, wo Nachbarn sie ins Krankenhaus brachten.
Mit den überzeugenden Geschichten von Mclein und Nelson in der Hand, bewegte sich die Polizei in Pascal Guler dazu, Little festzunehmen, aber aufgrund seines nomadischen Lebensstals hatten sie Schwierigkeiten ihn zu finden. Glücklicherweise war Lidl noch immer ein Berufsverbrecher. Er wurde wegen Laden Diebstahls in Pasculer festgenommen.
Einmal in gewahrsam ging der Staatsanwalt mit Mord und Körperverletzungsanklagen voran. Aber als er vor einer Grand Jury stand, war diese der Meinung, der Staat habe nicht genügend Beweise. Sie beschlossen, kein der Fälle zu verfolgen. Es schien, als wäre die Grand Jury nicht von den Aussagen zweier Sexarbeiterinnen bewegt worden.
Laila McCain sagte später, sie kümmern sich nicht um schwarze Prostituierte in Pascul. Obwohl er in diesen Anklagen entkam, konnte Little nicht einfach gehen. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Polizei in Florida einen Fall gegen ihn wegen des Mordes an Patricia Mount aufgebaut. Der Besitzer von Willy May Kneipe in Gainsville identifizierte Little.
Er war die letzte Person, mit der Patricia lebend gesehen wurde. Es gab einen nationalen Haftbefehl gegen ihn. Die Polizei von Pascal Guler schickte Little nach Gainsville, um sich der Justiz zu stellen. Und die Beamten in Florida hatten mehr als nur Zeugenaussagen. Sie hatten DNA Beweise.
Ermittler aus Gainsville hatten mehrere Haare von Mounts Körper sichergestellt. Sie verglichen sie mit Proben von Little. Leider war die DNA-Analyse Anfang der 80er Jahre ein äußerst neues Gebiet. Erst 1989 wurde sie erstmals erfolgreich für eine Verurteilung vor Gericht eingesetzt. Als Little 198 wegen des Mordes an Patricia Mount vor Gericht stand, konnten die Staatsanwälte daher nur eine qualitative Analyse der Haare vorlegen.
Im Grunde konnten sie lediglich sagen, dass die auf Patricias Körper gefundenen Haare optisch und strukturell Little zu gehören schienen. Die heutige Genauigkeit von DNA Beweisen konnten sie nicht liefern. Bei der Befragung des DNA Sachverständigen durch die Verteidigung räumte dieser ein, dass eine Haarübertragung auch möglich sei, wenn zwei Personen zusammenstoßen.
Letztendlich sprach die Jury Samuel Little vom Mord an Patricia Mount frei und er wurde erneut entlassen. Ermutigt durch sein Glück begab sich Little an die Pazifikküste und erreichte im Oktober San Diego, Kalifornien. Er hatte nicht vor, seine Mordserie zu verlangsamen. Er brauchte einfach neues Terran, einen Neuanfang.
Weg von den Ermittlern, die seine Pferde aufgenommen hatten. Eines Abends traf Little auf sein nächstes Opfer, Lori Barros. Sie ging allein eine verlassene Straße in der Innenstadt von San Diego entlang. Er bedrängte sie und zwang sie in sein Auto. Little fuhr Baris in ein abgelegenes Gebiet und stieß sie auf den Rücksitz.
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