Drei Leichen im Baum | Der Fall Sarah Maynard T
Drei Leichen im Baum | Der Fall Sarah Maynard
Es ist der 10. November 2010, ein Mittwoch. Sarah und Cody sitzen in der Schule, nicht in derselben Klasse, aber im selben Gebäude. Sarah ist zwei Jahre älter als ihr kleiner Bruder. Die Gedanken der beiden an diesem Mittwochnachmittag sind sicherlich ähnlich. Sie fiebern dem Ende des Schultages entgegen.
Als die Schulglocke läutet, springen die Kinder in allen Klassenräumen schnell auf und gehen nach Hause zum Mittagessen, zum Spielen und vielleicht auch um ein paar Hausaufgaben zu erledigen, wenn man sich dann motivieren kann. Doch Sarah und Cody werden an diesem 10. November nichts zu Hause zu Mittagessen. Sie werden auch nichts spielen und schon gar keine Hausaufgaben machen.
Wenn sie nach Hause kommen, werden sie Blut sehen. Cody wohnt mit ihrer Mutter Tina Herman in der 481 Kingbeat Strive in einem schön weiß angestrichenen Haus mitten im nirgendwo des US Bundesstaats Ohio. Das Haus liegt ziemlich außerhalb, dafür aber in traumhafter Ruhe und ganz in der Nähe des Apple Valleyses. Auf Bildern sieht die Natur rundherum wirklich schön aus.
Sattegrüne Wälder, kleine Wasserfälle, hohe Gräser. Einfach wie der perfekte Ort, um dort zwei Kinder wie Sarah und Cody großzuziehen. Sarah ist 13 Jahre alt, Cody 11. Beide tragen den Nachnamen Mayard von ihrem Vater Larry. Von dem lebt Mutter Tina aber schon länger getrennt. Trotz der Scheidung sind die Beziehung innerhalb der Familie entspannt.
Um ihre Familie über Wasser zu halten, arbeitet Tina bei Dairy Queen. Das eine Fastfoodkette, die sich auf Softe und Milhakes spezialisiert hat. Oft kommen auch Sarah und Cody mit zur Arbeit ihrer Mutter. Verständlich, die Aussicht auf gratis Eis und Milhakes ist für 11 und 13-jährige wahrscheinlich ziemlich verlockend.
Auf Tinas Arbeit sind alle im Team ziemlich gut miteinander. Die Kolleginnen sind vertraut miteinander und freuen sich immer, wenn Tina ihre Tochter und ihren Sohn mitbringt. Sie gilt als zuverlässige Mitarbeiterin, doch am 10. November taucht sie nicht auf der Arbeit auf. Das bereitet ihren Kollegen schnell Sorgen. Also ruft ihre Chefin bei der Polizei an.
Sie erzählt, dass Tina nicht wie vereinbart um 16 Uhr zur Schicht gekommen ist und bittet darum, einen sogenannten Welfare Check durchzuführen. Also, dass die Polizei einmal bei Tina zu Hause vorbeifährt und guckt, ob dort alles okay ist. Dieser Welfare Check fällt aber ziemlich unspektakulär aus. Es wird zwar eine Streife vorbeigeschickt, aber viel machen kann die nicht.
Im Haus brennt am frühen Novemberabend kein Licht. Der blaue Ford von Tina steht sauber geparkt in der Einfahrt. Doch auf Klopfen und klingeln reagiert niemands. Um 23 Uhr fällt die Streife ein zweites Mal vor. Tatsächlich hat sich im Haus von Tina Herman etwas getan. Ihr blauer Ford ist verschwunden. Die Streife klopft und klingelt noch mal und schaut durch die Fenster, aber drinnen ist es genauso dunkel wie draußen, nichts zu sehen.
Sieht ganz danach aus, als sei Tina Herman warum auch immer, mit ihrem Auto weggefahren. Das kann sie natürlich A als erwachsene Frau machen, arbeits hin oder her und B spricht, dass ihr im Umkehrschluss dafür, dass sie wohl auf ist. Der Welfare Check ist an dieser Stelle also mehr oder weniger erledigt, denn dass eine erwachsene Frau mal unangemeldet bei der Arbeit fehlt, ist für die Polizei keinen Grund direkt die Tür einzutreten.
Also hakt die Polizei das Ganze ab und fährt unverrichteter Dinge fort. Allerdings geht es am nächsten Morgen direkt turbulent weiter auf der Polizeiwache, abermals geht ein Anruf einer besorgten Person ein. Der Partner der 41 Jahre alten Stephanie Spreng meldet seine Freundin als vermisst. Seit dem vorigen Tag ist sie nicht mehr zu finden und Stephanie Sprank wohnt ausgerechnet in derselben Straße wie Tina Herman, die im Vorzeit nicht zu ihrer Arbeit erschienen ist.
Dass Tina sich nicht mehr gemeldet hat, hat auch ihrer Chefin keine Ruhe gelassen. Sie hat über Nacht noch mehrfach versucht, ihre Angestellte übers Handy zu erreichen, allerdings ohne Erfolg. Und am Morgen hätte Tina eigentlich wieder eine Schicht bei Der Queen gehabt und wieder ist sie unentschuldig nicht aufgetaucht.
Also hat sich die Chefin kurz in ihr Auto gesetzt und ist selbst zu Tina nach Hause gefahren. Anders als die Polizisten hat sie sich nicht mit der Stille auf dem Grundstück zufrieden gegeben. Auf der Hinterseite des Hauses war ein Fenster offen, also ist sie reingeklettert und hat sofort wieder bei der Polizei angerufen, denn im Haus von Tina Herman ist alles voller Blut.
Die Polizei findet im Haus drei große Blutlachen, zudem Schleifspuren und Spritzer im Wohnzimmer und in zwei Schlafzimmern. Was fehlt, sind aber Tina und immer noch ihre Nachbarin Stephanie, die sich jetzt herausstellt aus gutem Grunde, denn Stephanie wollte Tina am 10. November besuchen gehen. Die beiden sind nicht nur Nachbarinnen, sondern auch Freundinnen.
Von ihrem Besuch bei Tina ist Stephanie aber nie zurückgekehrt. Dort ist sie aber definitiv angekommen, denn Stephanies Jeep steht in Tinas Garage gepackt. Die Ermittler können schnell herausfinden, dass die beiden Frauen am Morgen des 10. November noch zusammen beim Sport waren. Danach scheinen sie noch einkaufen gewesen zu sein.
Zumindest stehen ein paar Tüten mit Lebensmitteln in der Küche. Allerdings wurden sie nur abgestellt, nicht ausgepackt. Bevor Tina und Stephanie dazu kommen konnten, muss im Haus etwas furchtbares passiert sein. Als die Polizei erfährt, dass in dem Haus neben Tina auch ihre beiden Kinder leben, wird die Situation nur noch gravierender.
Man ruft in der Schule von Sarah und Cody an. Am Vortag waren die beiden noch beim Unterricht. Danach sind sie mit dem Schulbus nach Hause gefahren und wurden wie üblich an ihrem Zuhause abgesetzt. An diesem Morgen sind sie allerdings unentschuldigt nicht zum Unterricht erschienen. Das heißt, nicht nur Tina Herman und ihre Freundin Stephanie Spring sind verschwunden, sondern auch Tinas Kinder Sarah und Cody.
Die Polizei hat es mit gleich vier vermissten Menschen und einem Haus voller Blut zu tun. Wie es so üblich ist, durchleuchtet die Polizei zuerst das Umfeld der Vermissten, vor allem das von Tina Herman. Schließlich ist der Übergriff in ihrem Haus passiert. Ex-Man Larry ist als Täter raus. Er war am 10. November nachweislich nicht in der Gegend.
Stattdessen muss er nun aus der Ferne um seine beiden Kinder und seine Exfrau fürchten. Interessanter ist das schon Tinas aktueller Lebensgefährte Greg. Die Polizei erfährt, dass er mit Tina und den Kindern zusammengewohnt hat und dass das Haus eigentlich sogar ihm gehört. Allerdings hat es zwischen ihm und Tina das öfteren mal gekracht.
Die beiden haben eine klassische und off Beziehung. Dass das für die Erwachsenen anstrengend ist, ist das eine. Aber auch für die Kinder ist so etwas nicht leicht. Deshalb soll sich Tina kürzlich entschieden haben, einen endgültigen Schlussstrich zu ziehen. Sie hat sich sogar schon noch neuen Häusern für sich und ihre beiden Kinder umgeschaut.
Genau deshalb wollte Stephanie sie am 10. November besuchen, die sich herausstellt. Die 42-jährige hatte versprochen, ihrer Nachbarin etwas unter die Arme zu greifen und ausgerechnet, seitdem sind beide Frauen sowie Sarah und Cody verschwunden. All das ist Grund genug, um Greg schleunigst zu einer Befragung aufs Revier zu bestellen.
Er zeigt sich überaus kooperativ. Er sagt auch von sich aus, dass die Beziehung zwischen ihm und Tina nicht optimal läuft und es immer wieder Stress gibt. Er kann allerdings auch berichten, dass er im 10. November bei der Arbeit gewesen ist. Sein Arbeitgeber bestätigt dieses Alibi. Er war an diesem Tag ab dem Vormittag bis mindestens 16 Uhr beschäftigt.
Er hat sogar noch Überstunden gemacht. Das war genau der Zeitraum, in dem sich die Entführung der vier abgespielt haben könnte. Damit ist Greg als Tatverdächtiger so schnell wieder raus, wie er auch auf dem Radar der Ermittler erschienen war. Allerdings kann er dabei helfen, den möglichen Tatzeitraum weiter einzugrenzen.
Um etwa 11:30 Uhr hat Tina noch eine SMS an Greg geschrieben. Nur eine belanglose Alltagsnachricht. Sie hat ihm bescheid gesagt, dass sie gerade den gemeinsamen Hund gefüttert hat. Das bedeutet aber, dass da noch alles okay war. Mit der Nachricht wird den Ermittlern aber klar, dass neben den vier Menschen auch ein Tier fehlt, denn auch der Hund ist verschwunden.
Noch während die Befragung des Umfelds laufen wird im Haus eine Spurensuche gestartet. Die gestaltet sich ziemlich aufwendig aufgrund all der Blutspuren im ganzen Haus. Man hofft noch irgendetwas anderes zu finden. Etwas, das Hoffnung geben kann, dass die vier Vermissten noch irgendwo am Leben sind. Und tatsächlich kann die Polizei etwas finden.
Eine Plastiktüte des Supermarkts Walmart mit ein paar losen Müllsäcken Plastikplin. Die Ermittler hoffen, dass dieser Einkauf vielleicht zum Täter führen kann und tatsächlich gibt es einen Erfolg. Über die Produktcodes der Artikel kann nachvollzogen werden, wo und wann die Sachen verkauft werden. Mit dieser Info wiederum kann man das Kameramaterial des Warmarts checken und die Person ausfindig machen, die den Einkauf getätigt hat.
Es ist diese klassische Detektivearbeit, die die Polizei auf die heiße Spur führt, denn auf den Aufnahmen ist eindeutig nicht Tina oder Stephanie zu sehen, auch keines der Kinder, sondern eine erwachsene männliche Person. Der Mann geht ganz zielstrebig zu den Regalen mit den Müllbe und Plastikplanen. Auf dem Weg von der Kasse zum Parkplatz holt er sich am Imbis noch ein Trutan Sandwich.
Er bezahlt seine Einkäufe mit Bargeld. Danach steigt er in einen silberfarbenen Toyota Jahres. Leider lässt sich das Nummernschild auf den Könnigen Aufnahmen jedoch nicht lesen. Also muss man größer denken. Beim zuständigen Kraftfahrzeugamt werden alle Besitzer eines Toyota Jahres im gesamten County gesucht.
Das bringt der Polizei 15 Seiten Suchergebnisse ein, die abgeglichen werden müssen. Und auf Seite 13 von 15 landen die Ermittler den entscheidenden Treffer. Denn neben den Fahrzeugdaten und dem Nummernschild sind in der Datenbank auch die Fotos hinterlegt, die auf den jeweiligen Führerschein der Besitzer drauf sind. Und als das Foto eines gewissen Matthew Hoffman auftaucht, der in Nox County lebt und ein Toyota Jahres besitzt, fällt es den Ermittlern wie Schuppen von den Augen.
Auf seinem Führerscheinfoto trägt er genau dasselbe Shirt wie der Mann auf den Aufnahmen aus dem Walmart. Es ist derselbe Typ und damit ist genau dieser Mann jetzt der Hauptverdächtige Nummer 1. Die Behörden fackeln nicht lange. Immerhin geht es hier um vier Menschenleben und damit um jede einzelne Sekunde. Um 8 Uhr morgen des 14. November 2010 stürmt ein SWAT das Haus von Matthew Hoffman.
Und so etwas wie im Haus von Hoffman haben sie garantiert noch nie gesehen, denn das Haus ist voll mit Blättern. Ja, ihr habt richtig gehört. Der Boden ist über und über mit Laub bedeckt. Das, was bei anderen Leuten im Kompost landet, zieht bei Matthew Hoffen das gesamte Haus. Stellenweise sind die Haufen mehr als 1 m hoch. Das SWAT schwärmt aus, nur im Badezimmer noch einmal ganze hundert Säcke voller Laub zu finden, die dort gegen die Wände gestapelt wurden.
In einer Tiefkühlsruhe findet man ein paar Wassereis und zwei tote Eichhörnchen. Matthew Hoffman selbst ist auch zu Hause. Er lässt sich widerstandslos festnehmen. Zuerst fürchtet das Satz und das vielleicht unter dem Laub die Leichen der Vermissten verborgen sind. Doch zuerst sehen sie im Keller nach und dort finden sie eines von Hoffmans Opfern, das gefesselt und geknebelt in seinem Keller sitzt auf einem Bett aus Laub.
Vier Tage nach ihrer Entführung kam mit Sarah Mayard eines der vier Opfer gefunden werden. Es fühlt sich falsch an zu sagen, dass sie wohl auf ist, wenn man bedenkt, was sie alles durchgemacht haben muss. Aber sie ist zumindest körperlich nicht schwer verletzt, dafür aber hinreichend verstört. Dennoch ist sie in der Lage mit den Polizisten zu sprechen und froh, als man sie in Sicherheit bringen kann, auch wenn sie zuerst denkt, dass sie sich die Polizist nur einbildet.
Sie kann kaum glauben, dass sie den Keller lebend verlassen hat und erstmal ist das allerwichtigste, sie in ein Krankenhaus zu bringen, damit sie ordentlich untersucht werden kann. Matthew Hoffman wird unterdessen aufs Polizeirevwe gebracht. Man muss kein Polizist sein, um zu begreifen, dass er Sarah entführt und festgehalten hat und auch für das Verschwinden der anderen drei verantwortlich sein muss.
Er selber sagt aber gar nichts. In seiner Biografie findet man aber einige interessante Brüche. Er hat nie zuvor jemanden entführt oder so schwer verletzt, wie es der Tatort in Lisas Haus erahnen lässt. Trotzdem sind da einige Dinge, die auffallen. Zum einen ist er zum Zeitpunkt seiner Festnahme gerade arbeitsuchend.
Das ja an sich erstmal kein großes Ding. Spannend ist aber vor allem, dass er im vorigen Monat gefeuert wurde. Und noch interessanter ist der Grund dafür. Matthw hat sich als Gärtner über Wasser gehalten. Dabei soll er sich vor allem auf das Trim Bäumen spezialisiert haben. Das klingt vielleicht ein bisschen merkwürdig, aber Hoffman hat eine Art Obsession mit Bäumen. Das fing harmlos an.
auf Bäume klettern als Kind, Baumhäuser bauen als Teenager. Merkwürdig wurde es erst, als Matthew anfing auf Bäume zu klettern, um so Nachbargärten ausspielen zu können. Na ja, mit dem Bäumetrimmen im letzten Job war im Oktober 2010 aber Schluss für ihn, denn er hat seinem Arbeitgeber vorenthalten, dass er eine ziemlich heftige Vorstrafe hat.
Hoffman ist 2007 nach Ohio gezogen, nachdem er zuvor 6 Jahre in Colorado im Gefängnis saß. Er wurde dafür verurteilt, dort ein Haus an Brand gesetzt zu haben. Das hat er wohl gemacht, um die Spuren eines Raubüberfalls zu verwischen, den er zuvor begangen hat. Das Feuer griff auf ein weiteres Gebäude über. Insgesamt sind zwei Häuser ausgebrannt, acht weitere wurden beschädigt und 16 Personen mussten evakuiert werden.
Dass bei diesem Brandanschlag niemand ums Leben gekommen ist oder ernsthaft verletzt wurde, grenzt an ein Wunder. Seine Bewährung ist erst einen Monat, bevor er die Mannarts entführt hat, ausgelaufen. Auch wenn eine direkte Verbindung zu den Mann erst nicht ersichtlich ist, seine Eltern leben weniger als eine Meile von den Entführungsopfern entfernt.
Es kann sein, dass er so oft das Haus von Tina Herman oder die Kinder aufmerksam geworden ist. Auch wenn er zum Zeitpunkt des Verbrechens gerade sein eigenes Haus bezogen hat, vorher hat er manchmal bei seinen Eltern übernachtet, aber größtenteils in seinem Auto geschlafen oder in einem Zelt gelebt. Umgeben von Bäumen, versteht sich.
Er schuldet dem Staat nämlich als Entschädigung für seine Brandstiftungsaktion etwa 2 Millionen Dollar. Kein Wunder, dass er erstmal eine Weile im Wald verschwunden ist. Weil er seinem Arbeitgeber aber nicht von dieser Vorstrafe erzählt hat, wurde er dort rausgeworfen und nur wenige Tage später wurde er bei der Polizei gemeldet und zwar von seiner damaligen Freundin.
Matthew hat sie körperlich angegriffen, sie gewirkt und gegen eine Wand gedrückt. Die Freundin hatte Todesangst. Auf eine richtige Anzeige hat sie aus Angst verzichtet, sich aber von Hoffman getrennt. Seine Kündigung und dieser Übergriff auf seine Ex haben sich nur wenige Wochen vor dem Angriff auf das Haus von Tina Hörman abgespielt.
Zwar konnte er vier Tage nach dem Verbrechen gefasst werden, doch drei von vier Opfern bleiben verschwunden. Auch weil der Zäter in den ersten Tagen seiner Untersuchungshaft nicht redet. Mehr als eine Woche nach dem schrecklichen Angriff auf die Mainard sucht die Polizei weiter nach einem Großteil der Verschwundenen.

Dass die Zeit rennt, ist allen klar. Der mutmaßliche Täter sitzt schließlich in Untersuchungshaft. Wenn er Cody, Tina und Stephanie genauso wie Sarah irgendwo gefangen hält, dann sind die verbleibenden drei Familienmitglieder somit komplett auf sich allein gestellt. In der Untersuchungshaft steht Matthew hoffen unter strenger Beobachtung, denn nach seiner Festnahme hat er gedroht, sich etwas anzutun.
Also wird alle 10 Minuten überprüft, ob der 30-jährige noch wohl auf ist und hofft auch, dass er unter diesem Druck Preis geben wird, wo die verbliebenen drei Vermissten sind. Natürlich geht die Suche auch ohne konkreten Anhaltspunkt weiter. Das gesamte Waldgebiet rund um das Haus von Matthew Hoffman wird durchkämpt. Doch das Areal ist riesig.
Selbst mit einer großen Suchmannschaft und Spürhunden ist die Arbeit sehr mühselig, zumal Matthew Hoffman sich stoisch weigert irgendwie zu kooperieren. Die 13 Jahre alte Sarah muss unterdessen nicht nur mit ihrem Trauma klarkommen und weiter um ihre Familie fürchten. Sie ist auch die einzige, die der Polizei irgendwie weiterhelfen kann.
Sie bemüht sich alles so genau zu beschreiben und sich zu erinnern, so gut es geht. Der Druck, der auf ihr lastet, muss furchtbar sein. Auch weil Sarah gar nicht allzu viel hat beobachten können, dafür ging alles viel zu schnell. Sie weiß selbst nicht, was mit ihrer Mutter, deren Freundin und ihrem Bruder geschehen ist.
Sie berichtet, wie sie und Cody am 10. November von der Schule nach Hause gekommen sind. Als Sarah die Tür aufgeschlossen und sich runtergebeugt hat, um ihre Schuhe auszuziehen, hat sie Blut auf dem Boden gesehen und direkt gewusst, dass etwas nicht stimmt. Sofort hat Sarah nach ihrer Mutter gerufen. Eigentlich ist Tina immer im Eingangsbereich, wenn Sarah und Cody nach Hause kommen, um die beiden sofort zu begrüßen und den Arm zu nehmen.
Auch der Hund der Familie war nicht wie üblich sofort an der Tür. Sarah ist dann in Richtung eines Nebenzimmers gelaufen und wurde dort unvermittelt von einem Mann gepackt, vom Täter Matthew Hoffman. Sie konnte sich noch losreißen und in ihr Zimmer fliehen. Auch dort war alles voller Blut.
Die weiß nicht mehr, wie lange sie sich dort versteckt hat, nur dass Hoffman irgendwann die Tür aufgestoßen hat, mit einem Messer vor ihr stand. Er hat sie gepackt und in den Keller des Hauses gezerrt. Dort hat er sie gefesselt und ihr die Augen verbunden. Sarah weiß nicht, wo Cody in der Zwischenzeit geblieben ist und ob er sich retten konnte.
Der Mann hat sie in ein Auto verfrachtet und ist mit Vollgas losgefahren. Inzwischen glaubt die Polizei, dass das Tinas Auto gewesen ist. Irgendwann haben die beiden zwischendurch einen Stopp eingelegt und der Mann hat sie von dem einen in ein anderes Auto verfrachtet. Vermutlich in sein eigenes, dass er zuvor irgendwo als Fluchtauto geparkt hatte.
Dann ging es in Hoffm Haus voller Blätter. Dort hat er immer wieder gedroht. Wenn sie versuchen würde wegzulaufen oder nach ihrer Familie fragen würde, würde er sie sofort umbringen. Sarah berichtet, Hoffman habe ihr seine gefrorenen Eichhörnchen aus der Tiefkülsruhe gezeigt und gesagt, dass das alles wäre, was sie zu essen bekäme. Sie hat darauf verzichtet.
Zudem hat er sie im dunklen Keller missbraucht und dabei weiter bedroht. Sie hat unvorstellbares durchgemacht, nur um in Freiheit um das Leben ihrer Mutter, ihres Bruders und der Familienfreudin zu fürchten. Mit jedem Tag, der vergeht, verschwindet die Wahrscheinlichkeit, die drei Vermissten noch Leben zu finden.
Vor allem der Vater von der vermissten Familienfreundin Stephanie bleibt jedoch optimistisch. Es sich ganz sicher, dass seine Tochter und ihre Freundin sowie deren Sohn noch am Leben sind, das Hoffman sie irgendwo eingesperrt hat, genau wie Sarah und dass die drei sich bald befreien werden. Es dauert vier Tage, bis man Tina, Cody und Stephanie findet.
Man findet die drei Vermissten in einem Baum, im hohlen Stamm eines Baums in der Kokosing Wildlife Gegend, die für ihre schönen Wälder bekannt ist. Man hätte sie die drei dort niemals gefunden, hätte Matthew Hoffman sich nicht doch überreden lassen zu verraten, wo die drei weiteren Opfer sind. Hätte er die Polizei nicht zu ihnen geführt, wären sie für immer verschwunden gewesen, denn von außen ist überhaupt nicht erkennbar, was ich in dem Baum verbergen könnte.
Er ist gut 20 m hochgewachsen. Nur mit geübten Blick lässt sich erkennen, dass die Baumkrone nur einseitig aus dem halben Stamm wächst. So ist ein Hohlraum im Stamm entstanden und in diesem Hohlraum findet man die Überreste der drei verbliebenen Vermissten. Alle drei sind schon im Haus der Mainards umgebracht worden.
In die Mülltonnen und Plan, die Hoffman bei Walmart gekauft hat, hat er die Überreste von Tina, Cody und Stephanie eingewickelt, nachdem er sie zerzeilt hat. Wahrscheinlich in der Badewanne von Tinas Haus. Dort waren die Spuren auch am gravierendsten. Und an der Badewanne war ein solch roter Rand, dass man davon ausgehen kann, dass die Wanne zwischenzeitlich bis zu fün hoch befüllt war, aber eben nicht mit Wasser, sondern mit anderen Körperflüssigkeiten.
Die eingepackten Überreste hat Hoffman dann den ausgehüllten Baum gelegt. Obwohl der Verdächtige ja schon Haft ist, ist die Verunsicherung innerhalb der Bevölkerung groß. Viele glauben, dass Hoffman einen Komplizen gehabt haben muss. Dass ein einzelner Mann gleich vier Personen auf einmal überwältigen kann, ist für viele so unvorstellbar wie gruselig.
Doch irgendwie ist es ihm offenbar gelungen, denn es gibt keinen Mezet. Das Verbrechen an Sarah, Tina, Cody und Stephanie ist allein das Werk von Matthew Hoffman und wahrscheinlich das Ergebnis einer Verketzung von mehr als unglücklichen Zufällen. Man rätselt noch immer, wie Matthew Hoffman auf die vier gekommen ist.
Der Vater von Stephanie Spreng sagt, er habe den Mann noch nie gesehen und keine Ahnung, woher seine Tochter kennen könnte. Allerdings sagen Freunde der 41-jährigen Stephanie habe sie seit geraumer Zeit unwohl gefühlt, so als würde sie jemand verfolgen. Das lässt die Theorie zu, dass Hoffman vielleicht Stephanie nachgestellt und am 10. November zugeschlagen hat.
Allerdings wäre es dann sehr risikoreich gewesen, das ausgerechnet zu tun, als Stephanie bei ihrer Freundin zu Besuch war. So makaber das klingt, wenn es Hoffman nur um Stephanie gegangen wäre, hätte es auf jeden Fall einfachere Gelegenheiten gegeben. Also sucht die Polizei weiter nach möglichen Anhaltspunkten und Verbindung.
So steht auch die Vermutung im Raum, Matthew Hoffman habe es von Anfang an auf die 13 Jahre alte Sarah abgesehen. Immerhin hat er sie anders als die anderen nicht umgebracht, sondern über mehrere Zage hinweg festgehalten. Doch letztendlich kommen die Ermittler zu einem anderen Schluss. Der dreifach Mord und die Entführung von Sarah waren das Resultat eines schiefgelaufenen Einbruchs.
Hoffman hat es weder auf Sarah abgesehen, noch auf Stephanie oder Tina und Cody, sondern auf das Hab und Gut der Familie. Er hat gesehen, dass er durch eine offene Garagentür in das Haus eindringen konnte und ab da nahm die Verketzung unglücklicher Zufälle, von der ich eben gesprochen habe, seinen Lauf.
Das Haus dürfte leer gewesen sein, als Matthew kam, um einzubrechen, bis auf den Familienhund, dessen Überreste wurden ebenfalls gefunden. Entweder hat er das Haustier direkt umgebracht oder erst später. Jedenfalls wurde Hoffman bei seinem Einbruch von Tina und ihrer Freundin Stephanie überrascht. Beide kamen gerade vom Einkaufen zurück, als sie im Haus auf Hoffman getroffen sind.
Er hat beide umgebracht, kurz bevor Cody und Sarah aus der Schule zurückgekommen sind. Zu diesem Zeitpunkt war er noch immer im Haus und alles war voller Blut. Die Geschwister hätten ihn direkt identifizieren können. Also hat er auch Cody ermordet und Sarah wahrscheinlich nur aus grausamer Spontanität mitgenommen.
Hoffman soll auch in ein anderes Haus in diesem Bezirk eingebrochen sein, indem er durch eine offene Garagentür gelangte. ob etwas gestohlen wurde und wenn ja, wie groß der Schaden war, ist nicht bekannt. Größer als in der 481 Kingbeat Strife kann der Schaden aber nicht gewesen sein. Dort hat er eine gesamte Familie zerstört.
Auch die Polizei ist an ihre Grenzen gekommen. Einer der Ermittler, der in dem Fall mitgearbeitet hat, nimmt sich kurz nach dem Fund der Leichen der übrigen drei Vermissten das Leben. Die Ermittlung und vor allem das traurige Ende sollen ihn enorm mitgenommen haben. Letztendlich wird Matthew Hoffman zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt, ohne eine Option auf Bewährung.
Der Todesstrafe entgeht er nur, weil er verraten hat, wo die Überreste von Cody, Tino und Stephanie sind. Er wird das Gefängnis nie mehr verlassen. Sarah Main hat als einzige Überleben ist heute eine erwachsene Frau. Sarah ist inzwischen Selbstmutter. Sie sagt, ihre Kinder hätten sie gerettet. Und auch wenn man versteht, was sie damit meint, Sarah hat sich auch selbst gerettet.
Sie hat schon kurz nach ihrer Entführung der Ermordung ihrer Familie gesagt, dass ihr oberstes Ziel ist glücklich zu werden. Sie möchte nicht umsonst überlebt haben und hat sich geschworen, so gut es geht, zu heilen. Sie ist davon überzeugt, dass ihre Mutter Tina genau das gewollt hätte. Leider ging ihr Albtraum auch in ihrer Jugend noch weiter.
Nach ihrer Befreiung hat ihr Vater Larry das Sorgerecht für Sarah bekommen. Also ist sie zu ihm und ihrer Stiefmutter gezogen. Sowohl Larry als auch seine Frau wurden 2013 wegen zweifacher häuslicher Geweiht gegen Sarah angeklagt. Danach ist Sarah zu einem anderen Familienmitglied gezogen und konnte dort endlich die Ruhe und Sicherheit finden, die sie dringend gebraucht hat.
Das Schicksal von Sarah ist wirklich mehr als bewegend. Heute tritt sie noch ab und an den Dokumentation zum Fall auf und spricht sehr frei und eindrücklich über das, was ihr und ihrer Familie angetan wurde. Ich hoffe, dem mit diesem Video gerecht geworden zu sein. Wenn euch die Aufarbeitung gefallen hat, lasst doch gerne ein Like oder einen Kommentar da.
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