Wahre Verbrechen I Die Tote im Kofferraum T
Wahre Verbrechen I Die Tote im Kofferraum

Mensch kann verschwinden beispielsweise, weil er selbst sein Lebensmittelpunkt verlässt, weil er in Suizid begeht, weil er verunglückt ist oder auch, weil er ein Opfer eines Verbrechens geworden ist. Die Vermisste lebte hier im Plattenbau in relativ bescheidenen Verhältnissen mit ihrer Familie. Man ist mit Pfertenhunden unterwegs gewesen, mit Menschrailerhunden unterwegs gewesen.
Es ist eine ganze Menge an Ermittlung gelaufen. Am 17.12. hat der Ehemann der Vermissten bei der Polizei angerufen und mitgeteilt, dass er bei sich jetzt so eben im Briefkasten zwei Blätter gefunden hat ähm mit einem Text drauf, der darauf schließen lässt, dass seine Frau entführt worden ist. Der Erpresserbrief beginnt mit den Worten: “Wenn Sie Ihre Frau in den nächsten Tagen zurückhaben wollen, treiben Sie bis morgen 40.000 € auf.
” Bilder, die einen Mord dokumentieren. In einem Wald in Brandenburg ist unter Erde und Gestrüpp eine Leiche versteckt. Der Mörder selbst hat die Polizei an diesen Ort geführt. Ren Brümmer ist Ermittler bei der Kripo in Frankfurt oder er hat bereits unzählige Morde aufgeklärt. Doch dieser Fall ist auch für ihn außergewöhnlich.
Dass ein Täter so gehandelt hat wie er jetzt gerade was dann die Beseitigung der Verstorbenen betrifft, das war für uns jetzt auch eine völlig neue Situation gewesen. Das hatten wir in der Vergangenheit noch nicht. 7. Dezember 2009. Bei der Polizei meldet sich ein besorgter Anrufer. Der Ehemann von Monika S vermisst seine Frau.
Die 59-Jährige ist nach der Arbeit nicht nach Hause gekommen, einfach spurlos verschwunden. Die Vermisste lebte hier im Plattenbau in relativ bescheidenen Verhältnis mit ihrer Familie. zwei Kindern, die waren schon erwachsen gewesen. Sie selbst ging eine Arbeit nach als ähm sogenannter Billig Jobber in dem Pflegeheim.
Monika S ist TZ4 Empfängerin. Sie arbeitet auf 1,50 € Basis als Altenpflegerin. Täglich geht sie einen 4 km langen Waldweg zur Arbeit. Als sie am 7. Dezember nicht mehr nach Hause kommt, gehen Ermittler Brümmer und seine Kollegen nicht gleich davon aus, dass sie einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein könnte.
Mensch kann verschwinden beispielsweise, weil er selbst sein Lebensmittelpunkt verlässt, weil er in Suizid begeht, weil er verunglückt ist oder auch weil er ein Opfer eines Verbrechens geworden ist. Aber dafür hätten wir zu dem Zeitpunkt noch gar keine Anhaltspunkte. Niemand kann sich erklären, was mit Monika es passiert ist.
Sie gilt als äußerst zuverlässig. Doch als sie auch am nächsten Tag nicht nach Hause kommt, beginnt die Polizei mit einer groß angelegten Suchaktion. Alles rund um den Arbeitsweg der Frau wird abgesucht. Gewässer, Erdschächte, verlassene Gebäude. Man hat Krankenhäuser überprüft. Möglicherweise ist ja die Vermissteort eingeliefert worden.
Ähm man hat Suchmaßnahmen veranlasst durch die Bereitschaftspolizei. Man hat durch die Wasserschutzpolizei Suchmaßnahmen veranlasst. Man ist mit Pferdenhunden unterwegs gewesen, mit Mentrailerhunden unterwegs gewesen. Also ist eine ganze Menge an Ermittlungen gelaufen. Doch die Beamten können die Vermisste einfach nicht finden.
Die Befürchtung, dass Monika S etwas Schlimmes zugestoßen ist, wird immer größer. Brümmer und seine Leute ermitteln jetzt auch im familiären Umfeld der Frau. Wir waren auch äh in der Wohnung gewesen und haben die Wohnung untersucht, ob es dort möglicherweise Hinweise dafür gibt, dass sich hier eine Gewaltstraftat ereignet hat.
Aber ähm auch hier haben wir keine Feststellung treffen können, die dafür gesprochen haben. Insofern war der Ehemann als auch die beiden erwachsenen Kinder für uns zu keinem Zeitpunkt verdächtiger. Doch einige Tage später passiert dann etwas, mit dem der erfahrene Ermittler niemals gerechnet hätte. Am 17.12. hat der Ehemann der Vermissten bei der Polizei angerufen und mitgeteilt, dass er bei sich jetzt so eben im Briefkasten zwei Blätter gefunden hat ähm mit einem Text drauf, der darauf schließen lässt, dass seine Frau entführt worden ist und
möglicherweise noch am Leben. Die Sache wird immer mysteriöser. Der unbekannte Erpresser schreibt folgendes. Der Erpresserbrief beginnt mit den Worten: “Wenn Sie Ihre Frau in den nächsten Tagen zurückhaben wollen, treiben Sie bis morgen 40.000 € auf. Ihrer Frau geht es schlecht, aber sie lebt.
Das sollte andre genug sein, unsere Forderung ernst zu nehmen. Versuchen Sie sich nicht an die Polizei zu wenden. Versuchen Sie auch nicht sonstige Tricks oder dergleichen anzuwenden. Ja, der Text geht dann weiter, dass dann die Bekleidung der Vermissten beschrieben wurde. Brümmer und seine Kollegen können sich den Brief nicht erklären.
Warum sollte ein beinahe mittelloses Ehepaar erpresst werden? Was steckt tatsächlich hinter diesem Schreiben? Wir waren von diesem Presserbrief natürlich überrascht gewesen. Damit hat niemand gerechnet. Wir wussten aber auch nicht, wie wir diesen Brief einzuordnen hatten. War es jetzt tatsächlich eine Entführung, die sich hier ereignet hat oder aufgrund dessen, dass dieser Fall auch in den Medien war, hat sich jetzt hier jemand als Tripetfahrer profilieren wollen, aus welchen Gründen auch immer.
und eine Variante, die natürlich durchaus auch im Raumstand ist, dass vielleicht die Vermisste selbst hinter diesem Schreiben steckte. Die Ermittler sind alarmiert. Sie können jetzt nichts mehr ausschließen. Die Wohnung des Erprsten wird überwacht, das Telefon ebenfalls. Tage höchster Anspannung vergehen. Der Druck, der dann so einer Situation dann auf einen einströmt, der ist immens.
Man hat ja jetzt auf einmal einen Hinweis darauf, dass die Frau möglicherweise sogar noch lebt und irgendwo festgehalten wird und da ist man natürlich als Polizei bestrebt, diese Frau schnellstmöglich zu finden. Leben, wenn es geht. Für Brümmer ist das ein Wettlauf gegen die Zeit.
Er hofft Monika S noch Leben zu finden. Doch je länger sie verschwunden ist, umso geringer ist diese Chance. Und der Erpressor meldet sich nicht mehr. Das ist kein gutes Zeichen. Für uns selbst war mit fortlaufender Zeit eigentlich immer wahrscheinlicher, dass die Frau tot ist. Doch selbst hierfür gibt es nicht eine einzige Spur.
Die ganze Umgebung wird erneut abgesucht, jeder Stein umgedreht, jeder noch so unwichtig erscheinende Müll untersucht. Dabei finden die Beamten auch ein Messer, doch es trägt keine Spuren an sich. Die Polizisten suchen weiter und entdecken unter Bergen von Müll auch ein Schreiben der Staatsanwaltschaft. Ein gewisser Michel R.
wird hierin wegen sexueller Nötigung beschuldigt. Zumindest sollte der Mann überprüft werden. Also wird er zur Befragung aufs Polizeirevier gebeten. Er selbst gab an, dass er da nicht wesentliche Beiträge leisten kann. Er kannte die Frau vom Sehen. Äh ja, sicherlich. Aber das war auch das einzigste, was er angeben konnte. Der 23-jährige Michel R.
Kleinkrimineller. Unter anderem wollen die Beamten von ihm wissen, ob er die Frau am Tag ihres Verschwindens eventuell auf dem Waldweg gesehen hat. Die Befragung geht zu Ende und plötzlich passiert etwas völlig Unerwartetes. Nach dem Ende der Zeugenvernehmung hat für uns überraschend der Michel R. von sich aus gesagt, er hat die Frau umgebracht.
Was ihn dazu bewogen hat, jetzt in zu diesem Zeitpunkt diese Aussage zu tätigen, ist uns nicht nachvollziehbar. Brümmer ist überrascht, damit hätte er nicht gerechnet. Michel R. führt die Ermittler sogar in das entlegene Waldstück, wo die Beamten auf einen Haufen Holz und Gestrüpp stoßen. Die Kollegen von der Spurensicherung haben danach geschaut und festgestellt, ja, hier befindet sich höchstwahrscheinlich eine Leiche drunter.
Ähm, man muss sich vorstellen, dass man ca. -20°, das war alles tief gefroren und die Kollegen haben dann ganz mühevoll über einen langen Zeitraum die Leiche auch freilegen können. Das hat lange gedauert, es war sehr kalt. Tatsächlich handelt es sich bei der Toten um Monika S. Doch warum musste die 59-Jährige sterben? Michel R gibt folgendes zur Protokoll.
Als Motivör er an für seine Tat, dass er sich der Handtasche des Opfers bemächtigen wollte, er sie sprich berauben wollte. Und aus der Situation heraus hat er den Entschluss gefasst, das Opfer zu töten. Der Teter gab an, dass er die Leiche am Tatort erstmal verborgen hat, indem er sie abgedeckt hat und er kam in der Nacht wieder mit einer Schubkarre und hat die Leiche dann zu einem PKW gebracht.
Und mit diesem PKW ist er dann hier rausgefahren in den Wald und hat die Leiche abgelegt. Bevor er die Leiche vergräbt, zieht Michel. die Frau aus, verbrennt alle Kleidungsstücke, um Spuren zu beseitigen. Warum er aber den Erpresserbrief schreibt und warum er ohne Not ein Geständnis ablegt, bleibt unklar. Michel R.
wird vor dem Landgericht Frankfurt Oda unter anderem wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Monika S musste wegen 45 € sterben. Das Besondere war, dass hier eine Frau am helligsten Tag verschwunden ist von der Erdoberfläche, ohne dass wir überhaupt eine Spur finden konnten, wo sie abgeblieben ist.
dazu kam, dass wir jetzt uns hier in der Vorweihnachtszeit befunden haben und wir wollten natürlich auch insbesondere Interesse der Familie äh geklärt haben, wo befindet sich denn nur die Mutter, wo befindet sich denn nur die Ehefrau? Und das wollten wir unbedingt geschafft haben äh vor Weihnachten. Einen Täter, der wegen 45 € mordet und so vorgeht, hält Hauptkommissar Brümmer für extrem gefährlich.
Umso größer ist seine Erleichterung, solch einen Mann hinter Gitter gebracht zu haben. Der Passant fand in dem Müllsack einen weiblichen Frauenoberkörper, dem die Gliedmaßen und der Kopf fehlten. Man kann sich vorstellen, wie schwer das ist, wenn man nicht richtig Abschied nehmen kann von seinem Kind und wenn aufgrund der mehrfachen Beerdigung, weil immer wieder neue Leichenteile gefunden werden, wie sehr man immer wieder aufgewühlt wird.
Der Verdächtige hat sich optisch nach der Tat verändert. Er hat die Haare geschnitten. Er hat ist nicht mehr in Diskotheken gegangen, obwohl er das vorher sehr viel gemacht hat. Die Herr Frank zeigt, dass auch nach Jahrzehnten Täter Reue empfinden können, dass sie das Gewissen plagt und dass sie irgendwann dann ihre Schuld auch loswerden wollen.
Ülsen, Anfang Oktober 1996. Über Nacht verschwindet die 18-jährige Schülerin Jasmin S. Sie will mit dem Zug in eine Disco nach Braunschweig fahren. Am frühen Abend verlässt sie ihre Wohnung im ersten Stock. Als ihre Mutter sie am nächsten Tag nicht erreicht, meldet sie Jasmin als vermisst. Fächelde bei Braunschweig mehr als eine Woche später.
Ein Mann will am Bahndam Gartenabfälle entsorgen und findet einen vergrabenen Plastiksack, etwa einen halben Meter tief im Erdreich. In dem Sack befinden sich Leichenteile. Christian Wolters ist Oberstaatsanwalt in Braunschweig. Er geht mit uns fast 30 Jahre später an den Fundort und rekonstruiert die damalige Entdeckung.
Als der Kleingärtner mit seinem Sparten auf den Sack stößt, ahnt der Mann noch nichts Schlimmes. Er hat ih zunächst dann weiter ignoriert. Das hat ihn dann aber keine Ruhe gelassen und er ist dann tatsächlich äh einige Tage später noch einmal hier zurückgekehrt, hat dann diesen Sack geöffnet und der Passant fand in dem Müllsack einen weiblichen Frauenoberkörper, dem die Gliedmaßen und der Kopf fehlten.
Man hat dann eine DNAUtersuchung durchgeführt und konnte dann mit Sicherheit sagen, dass es sich um die Überreste von Jasmin S gehandelt hat. Die Ermittler zeichnen den Abend ihres Verschwindens nach. Um etwa 19 Uhr macht Jasmin sich für die Disco fertig. Offenbar will sie mit dem Zug nach Braunschweig fahren.
Ihr Ziel: Die Diskothek Atlantis. Vor dem Bahnhof Ülzen wird die junge Frau zuletzt gesehen von einer Freundin. Erziehungssache. Na ja. Und was hast du so vor? Ich will nach Frundschweig ins Atlantis. Soll eine super Disco sein. Habe ich schon von gehört, aber selber war ich leider noch nie dort. Ich bin mal gespannt. Ob Jasmin tatsächlich im Braunschweig angekommen ist, bleibt ungeklärt.
Die Ermittler versuchen unter anderem herauszufinden, ob die 18-Jährige die Disco erreicht hat oder schon vorher getwitchet worden ist. Direkt im Atlantis suchen sie mögliche Zeugen und verteilen Flugblätter. Und zwar geht es um den Mord an einer jungen Frau aus Ülsen, die genau heute vor zwei Wochen diese Diskothek hier besuchen wollte.
Und ihr könntet mit dazu beitragen, den Typen zu finden, der sie umgebracht hat. Polizei und Staatsanwaltschaft hoffen vor allem, dass Jasmin aufgrund ihrer auffälligen Kleidung gesehen worden ist. Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens trug sie eine Kufelljacke. Eine Polizeibeamtin hat dann eine ähnliche Jacke besorgt und ist dann mit dieser Jacke in die Diskothek Atlantis und auch in andere Diskotheken in Braunschweig gegangen in der Hoffnung, dass jemand diese Jacke wiedererkennt und uns möglicherweise dann sagen kann, ob diese Person am
fraglichen Abend am 5. Oktober in der Diskothek Atlantis oder in einer anderen Diskothek gewesen ist. Doch niemand meldet sich nach der Aktion. Auf der Suche nach den anderen Körperteilen von Jasmin durchforstet die Polizei weiträumig das Gebiet rund um den Bahndam, unter anderem mit Spürhunden, ohne Erfolg.
Kurze Zeit später finden Spaziergänger rund 50 km entfernt am Ricklinger Kiessee bei Hannover im Uferbereich ein Bein. Das treibt im Wasser. Eine Nachsuche der Polizei am nächsten Tag hat dann auch zum Auffinden des zweiten Beines geführt. Die Beine waren noch in relativ guten Zustand, weil sie offensichtlich durch das Wasser konserviert worden waren.
Möglicherweise waren sie auch in einem Müllsack oder ähnlichem verpackt und das Ganze hat sich dann unter Wasser gelöst, sodass die Beine nach oben getrieben sind. Eine Untersuchung der Beine hat dann letztlich Gewissheit darüber gebracht, dass es sich um die Beine von Jasmin S gehandelt hat. An den Beinen finden Kriminaltechniker keine relevanten Spuren, aber am Abfallsack, in dem der Torso verpackt war.
Aus zwei Haaren kann eine DNA gewonnen werden. Die Ermittler entschließen sich zu einem Massengentest. In der Grundschule von Fächelde werden im Dezember 1996 etwa 1300 Männer aus dem Ort zu einer Speichelprobe gebeten. Es konnte leider keine Übereinstimmung erzielt werden. Es hat sich dann Jahre später durch verbesserte Untersuchungsmethoden rausgestellt, dass es sich vermutlich um Haare von Jasmin gehandelt hat.
Was ist das für Im März 1997 berichtet Aktenzeichen XY ungelöst über den Fall. Man erhofft sich Hinweise, vor allem wegen der auffälligen Kleidung des Opfers. Des weiteren hatte Jasmin einen solchen schwarzen Lederrucksack bei sich. Auf der oberen Klappe ein buntschillernder Aufkleber mit dem Schriftzug Licht und Liebe.
In dem Rucksack könnten sich unter anderem ein solcher Häkelpulli mit kurzen Ärmeln und dunkle Jeans befunden haben. Auch diese Gegenstände fehlen. Brauchbare Hinweise gibt es jedoch nicht. Zwei Monate später im Hämelerwald, etwa 25 km vom Fundort des Torsos entfernt, stoßen spielende Kinder tief im Unterholz auf einen Schädel.
Untersuchungen ergeben, es ist der Kopf von Jasmin. Er lag über ein halbes Jahr in einem Loch im Waldboden. Die Polizei entdeckt noch andere Spuren. Sie führen zur Antwort auf die Frage, wie Jasmin zu Tode kam. In diesem Loch konnten weitere Knochen der Wirbelsäule gesichert werden. Eine Untersuchung dieser Knochen und auch des Schädels haben dann ergeben, dass Jasmin S durch Gewalt gegen den Hals ums Leben gebracht wurde.
Das heißt, erwürgen oder errosseln als mögliche Todesursache feststeht. Der Kopf im Hämelerwald, die Beine im Badesee bei Hannover und der Oberkörper am Bahndamelde. Die Hände von Jasmin bleiben verschwunden. Christian Wolters hat zwischenzeitlich immer wieder Kontakt zu Jasmins Mutter. Sie musste ihre Tochter dreimal zu Grabe tragen.
Man kann sich vorstellen, wie schwer das ist, wenn man nicht richtig Abschied nehmen kann von seinem Kind und wenn aufgrund der mehrfachen Beerdigung, weil immer wieder neue Leichenteile gefunden werden, wie sehr man immer wieder aufgewühlt wird, das ganze Geschehen noch mal an einem vorbeizieht. Fast ein Jahr nach der Tötung von Jasmin S.
gibt es vom Täter immer noch keine Spur. Deshalb entscheiden sich Kripo und Staatsanwaltschaft für eine außergewöhnliche Aktion mit Plakaten, auf denen das Opfer den Täter direkt anspricht. Der Kopf im Helmeler Wald, der Torso in Fächelde, die Beine in Hannover, die Hände. Können sie damit leben? Die Plakate werden in dem Ort verteilt, in dem der Rumpf gefunden wurde.
Aufgrund des ungewöhnlichen Auffortes des Torsos ist man davon ausgegangen, dass der Täter sich hier am Bahnhof Fächelde einigermaßen auskennen muss. Deshalb hat man dann auch sich dafür entschieden, im Raum Fächelde nach dem Täter zu suchen und deshalb wurde hier dann großflächig plakatiert, um an das Gewissen des Täters zu appellieren.
Doch auch das bringt nicht den gewünschten Erfolg. Der Täter meldet sich nicht. Die Ermittlungen geraten ins Stocken. Die Gripo fragt sich, wie die Leiche transportiert wurde und macht sich deshalb im näheren Umkreis des Bahndams unter anderem auf die Suche nach Klein LKWs. Ende 1999 stoßen die Ermittler auf ein Fahrzeug, das zu einer Messebaufirma gehört.
Am Tag nach Jasmins Verschwinden sollte ein Mitarbeiter von Fächelde aus nach Duisburg fahren. Der 30-jährige Heiko gerätt Visier der Polizei. Der Verdächtige ist viel viel viel zu spät an seinem Zielort angekommen. Er war total verdreckt. Er hat mehr Kilometer gefahren, als eigentlich musste. Er hat sich optisch nach der Tat verändert.
Er hat die Haare geschnitten. Er hat ist nicht mehr in Diskotheken gegangen, obwohl er das vorher sehr viel gemacht hat. Hinzukam, dass er noch die Scheibe seines Fahenschreibers vernichtet hatte. Auch da fragt man sich, warum. Und noch etwas fällt der Polizei auf. Die Fahrtrutee des Mannes Richtung Duisburg verläuft genau entlang der Fundorte der Leichenteile von Fächelde startend über das Waldgebiet bei Lehrte und den Kieseig bei Hannover.
Und in der Firma, in der Heiko arbeitet, werden die gleichen blauen Säcke verwendet, mit der auch der Torso eingepackt war. Doch all das reicht nicht aus für einen Haftbefehl. Die Tat bleibt ungeklärt. 8 Jahre später, Polizei und Justiz rollen den Fall im Jahr 2007 neu auf.
Nun bekommt auch Christian Wolters die Ermittlungen direkt mit als junger Staatsanwalt durch seinen Ausbilder, der für den Fall zuständig ist. Sie nehmen sich den einstverdächtigen nochmals vor, wählen aber eine neue Vernehmungsstrategie. Sie führen Heiko K zu den Leichenfundorten. Am Fundort der Beine hatte man künstliche Beine wieder im See treiben lassen und am Fundort des Schädels hatte man eine Perücke in ein Erdloch gelegt.
Man hatte dadurch gehofft, dass man den Täter emotional so erreicht, dass er von dieser Situation quasi mitgerissen wird, sich wieder in die Zeit 1996 begibt. Das hat man also durch die Körpersprache vor allen Dingen gesehen, dass ihn das Ganze irgendwie bewegt hat. Haiko wird noch mehrfach vernommen. Dabei überrascht der Verdächtige mit seltsamen Aussagen.
An einer Stelle hat er angegeben, er würde die Tat gestehen, wenn man sie ihm nachweisen könne. Die Verdachtsmomente, die es ohnehin schon gab, die wurden dadurch natürlich erhärtet, weil wir eben hier keinen Verdächtigen hatten, der irgendwie sagt, ich bin unschuldig, habe damit nichts zu tun, sondern wir haben hier jemanden, der so ein bisschen rumeiert und der irgendwie möglicherweise doch was mit der ganzen Sache zu tun hat.
Doch ein Geständnis bleibt aus. Auch die Firma, für die Heiko K 1996 gearbeitet hat, wird nochmals durchsucht. Auf dem Dachboden des Betriebs stoßen die Ermittler auf mehrere Sparten. Einer von ihnen wird besonders wichtig für die Polizei. Das war soweit interessant, weil ja der Sack vergraben wurde. An diesem Sparten befanden sich auch noch Erdreste und ein Abgleich mit den Erdresten vom Fundort des Torsos hat er noch eine Übereinstimmung gezeigt.
Außerdem hat dann eine neue Probe hier am Torso Fundort einen kleinen Lacksplitter zutage gefördert und diesen konnte man dann auch zweifelsfrei diesem Sparten zuordnen. Neben dem Sparten wird auf dem Dachboden auch eine Bügelsäge gefunden mit starken Gebrauchsspuren. Die Schlinge um Heiko zieht sich immer fester zu.
Der inzwischen 42-jährige wird festgenommen. Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage. Wenn Sie so wollen, ist dann der Sparten mit den Bodenproben und mit dem Lacksplitter im Boden an dem Fundort der des Torsos ist dann im Grunde der letzte Tropfen gewesen, der uns dann die Möglichkeit eröffnet hat, eben einen dringenden Tagdacht zu begründen.
Doch dann die Überraschung. Das Landgericht Braunschweig entscheidet sich im März 2009 gegen die Eröffnung eines Strafverfahrens. Nach einem halben Jahr untersuchungshaft kommt der Tatverdächtige wieder frei. Trotz der vielen Indizien reicht es nicht für einen Prozess. Es gab keine unmittelbaren Tatzeugen.
Ähm der Beweis mit dem Sparten ist für sich genommen auch nicht so richtig greifbar, weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass der Lacksplitter nicht schon 1996 an diesen Ort gelangt ist, sondern vielleicht auch erst später. Und inoweit war das alles insgesamt für das Landgericht zu schwach, um tatsächlich einen hinreichenden Tatverdacht zu begründen.
Der Fall Jasmin wird zum Codecase. Bislang gibt es keine weiteren Ermittlungserfolge, aber vielleicht melden sich mögliche Mitwisser oder der Mörder selbst sogar aus eigenen Stücken. Die Frank zeigt, dass auch nach Jahrzehnten Täter Reue empfinden können, dass sie das Gewissen plagt und dass sie irgendwann dann ihre Schuld auch loswerden wollen.
Wo wurde das Opfer getötet? Warum musste die Schülerin sterben? Christian Wolters kennt den Coldase nun seit fast 20 Jahren und hofft, dass er noch aufgeklärt werden kann. Der Fall begleitet mich im Prinzip schon seit Beginn meiner beruflichen Karriere. Mein Ausbilder hat damals diesen Fall federführend bearbeitet und bei seiner Verabschiedung äh war eines der wenigen wehmütigen Worte äh dass er tatsächlich diesen Fall nicht aufklären konnte, weil ihm das Schicksal von Jasmin so am Herzen lag, weil er eben auch insbesondere der Mutter gerne erklären
wollte, warum Jasmin sterben musste. Polizei und Staatsanwaltschaft setzen weiter. Alles daran, dass der bei diesem Fall handelte es sich um den bisherigen Höhepunkt eines Rockerkrieges zwischen den rivalisierenden Rockergangs Hells, Angels und Mongols. Es gab Schießereien auf offener Straße, Provokationen Art und ähm dann folgte äh 2016 ein Anschlag auf meinen Mandanten, der also dieser Gruppierung der Mongols ganz vorne stand in der Rangordnung.
wenn man so will. Am 26. August 2018 gegen Mitternacht befand sich ein führendes Mitglied der damaligen Hells Angels Dariusch F. in seinem Bentley an einer Kreuzung an der Reerbahn und wurde von einem Auto, das links neben ihm an der Ampel stand, attackiert. Und zwar hat dort jemand fünf mal auf ihn geschossen.
Er selbst ähm wurde nicht getötet, sondern schwer verletzt. Da wiederum fiel der Verdacht dann relativ schnell auf meinen Mandanten, der allerdings, das muss man sagen, damals in Haft gesessen hat und ähm das war natürlich ein Problem für die Ermittlungsbehörden. Hamburg Reperbahn 26. August 2018. Gegen Mitternacht hält an einer Ampel ein hellblauer Bentley.
Ein zweites Auto hält direkt neben dem Wagen. Fünf Schüsse fallen. Alle treffen den Fahrer des Bentleys. Ein Fall, der die Hamburger Justiz jahrelang beschäftigen sollte. Richterin Jessica Körner leitet das Verfahren gegen die Hauptangeklagten. Sie weiß auch, was aus dem Opfer geworden ist. Darius F ist aber nicht gestorben, sondern war schwerst verletzt, ist seitdem Querschnitz gelehmt.
Darius F, 38 Jahre alt, damals Chef der Hamburger Hells Angels. Wegen Zuhälterei und Waffenmissbrauch gerät der ehemalige Scharfschütze der Bundeswehr immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Die Hells Angels sind ein Rockerclub, die hier die Vorherrschaft auf dem Hangenburger KS hatten und die Mongols sind auch ein rivalisierender Rockerclub, die hier in Hamburg so in den Jahren 201425 erstmals auftraten.
Motorradclub kann man da vielleicht nicht sagen bei den Mongols, da hatten einige gar keinen Motorradführerschein, aber die wollten quasi den Hells Angels diese Vorherrschaft auf dem KS streitig machen und seitdem kam es eben immer wieder zu Auseinandersetzung dieser beiden Rockergangs. Die Mongols waren eine aufstrebende Gruppierung äh die man damals noch nicht kannte ähm und die den Hells Angels die Stirn geboten haben, was vorher noch nie so jemand gewagt hat.
ganz voran mein Mandant, der also sich furchtlos dort in äh das Revier begeben hat, sozusagen und dort gewildert hat, wenn man so will. Das war schon außergewöhnlich und ähm auch sehr brutal, muss man sagen. Anwalt Dennis Grünert vertritt Aras R. Damals war er der Vizechef der Mongols. Er gerät bei den Ermittlern sofort unter Verdacht.
27 Jahre alt, muskulös, zahlreiche Tattoos, selbst im Gesicht. Wegen Drogenhandels und Körperverletzung geriet er bereits mit dem Gesetz in Konflikt. Mein Mandant, muss ich sagen, der eine schillernde Persönlichkeit ist, ein sehr starker Charakter und äh durchaus auch sehr charmant und gewinnend. Auf der anderen Seite auch dieses Potenzial hat, sehr wild zu sein, sage ich mal.
Ähm, das äh ist schon eine außergewöhnliche äh Persönlichkeit. Mit seinem Verhalten provoziert Aras R die Hells Angels, auch deren Chef Darius F. Der Urkonflikt zwischen meinem Mandant und dem damaligen Chef der Health Angels ähm der schwte über einige Zeit. Äh, da hat man sich gegenseitig provoziert und so ging das hin und her.
Und da gab es eine Situation äh die auch in den Medien damals war. Da wurde eine Kutte von den Hells Angels geklaut und äh ein augenscheinlich Transvestit hat diese getragen und dazu unsägliche Dinge gesagt und das ganze wurde aufgenommen und dann auch ausgespielt und solche Provokationen ähm wurden natürlich dann auch mit entsprechenden Gegenaktionen versehen und so schaukelte sich das immer mehr hoch.
Die Provokationen haben ernste Konsequenzen für Aras R und seine damalige Freundin Lisa S. Im Juni 2016 wurden Arasch R und Lisa S in dem einen Familienhaus der Familie R, die damals in Hamburg wohnten, überfallen. Und zwar befanden die sich in den späten Abendstunden im Wohnzimmer. Lisa S wollte Zigaretten holen, hatte die Terrassentür geöffnet und dann kam mindestens ein möglicherweise auch mehrere maskierte Täter.
und ähm haben auf Lisa S und Aras R geschossen. Lisa S wurde lebensgefährlich verletzt bei dieser Tat und Aras R schwer. Der Vater von Aras R Toriali befand sich im ersten Obergeschoss des Einfamilienhauses, hatte das mitgekommen, war entsprechend aufgebracht, konnte gar nicht beruhigt werden von den eintreffenden Polizei- und Rettungskräften und die Familie R hat diese Tat den Hells Angels zugeschrieben.
Am Tag nach dem Anschlag lässt der Vater von Aras R Toriali. Kamerateam ins Haus. Wenn die Polizei mich nicht schützen kann, schütze ich mich selbst. Ich habe das Recht. Für mich selbst habe ich das Recht und das werde ich gebrauchen und schütze mich selbst und meine Familie. Den maskierten Täter hat man bis heute nicht ermittelt und auch Hintermänner konnten nicht ermittelt werden.
Das war natürlich für die Familie meiner Mandantschaft eine schwierige Situation, eine frustrierende Situation und ähm ja, man hatte also von deren Seite einen ziemlich klaren Verdacht, woher das kommen kann. Zwei Jahre später die Schüsse auf der Rea warn. Dieses Mal ein Anschlag auf Hells Angels Boss Davi gibt es einen Zusammenhang zum ersten Verbrechen? Handelt es sich um einen Racheakt des ersten Opfers Aras R.
Er sitzt wegen unerlaubten Waffenbesitzes im Gefängnis. Bei diesem Fall handelte es sich tatsächlich um eine hervorragende Ermittlungsarbeit der Ermittlungsbehörden vor allen Dingen der Soko Rocka. Und zwar hatte man zunächst nach der Tat überhaupt keine Anhaltspunkte, wer hier der Täter gewesen sein könnte.
Es gab dort nur ganz wenige Zeugen, die sich damals an dieser Kreuzung befanden. Wie gesagt, kurz vor Mitternacht, da war nicht viel los und das waren alles sogenannte Knallzeugen. Die hatten dann die Schüsse gehört und sahen dann ein Auto wegfahren, konnten aber nicht mehr dazu sagen. Allerdings konnte einziger Zeuge das Fabrikat benennen.
Der hat gesehen, dass es ein weißer Mercedes Coupé war, der da weg fuhr. Die Beamten überprüfen die Aufnahmen der Überwachungskameras rund um den Tatort und entdecken tatsächlich einen solchen Mercedes. Und zwar ist dieses Auto, diese ganzen Seitenstraßen der Reerbahn abgefahren rund um ein italienisches Restaurant. Es war das Stammlokal von Dariusch.
Man konnte allerdings das Kennzeichen auf diesen Aufnahmen nicht sehen und dann sind die Ermittler auf die Idee gekommen, wir gucken noch mal ein Tag vorher am 25. August, ob das Auto dort auch schon rumgefahren ist und dort hat man das Fahrzeug entdeckt und konnte auf einem Standbild von einer Überwachungskamera ein Kennzeichen Fragment erkennen.
Offenbar ist der Fahrer des Autos gezielt an Orte gefahren, an denen sich Darios F üblicherweise aufhält. Nachdem man das Fahrzeug oder das Kennzeichenfragment ermittelt hatte, hatte man festgestellt, dass eine SIM-MKarte in dem Fahrzeug verbaut war. Hat dann das Fahrzeug orden können außerhalb Hamburgs, hat Observationsmaßnahmen durchgeführt und gesehen, dass Lisa S.
Führerin dieses Fahrzeugs war. Die 23-jährige prostituiert sich seit ihrem 16. Lebensjahr. Sie hat sich den Namen ihres Freundes auf den Bauch tätowieren lassen. Arasch R und Lisa S waren damals ja ein paar. Allerdings muss man dazu sagen, dass sie auch für ihn als Prostituierte tätig war. Also sie führte eine Prostituiertenentigkeit aus und musste dann auch den Erlös an ihn abgeben bzw. an die Familie.
War ihm aber zutiefst ergeben. Also sie hätte alles für ihn gemacht. Lisa S besucht ihren Freund regelmäßig im Gefängnis auch am 3. September 2018, 8 Tage nach dem Anschlag auf Dariusch F. Und dann haben die Ermittlungsbehörden gedacht, na ja, dann verkabeln wir mal den Besucherraum und haben die beiden alleine nur zu zweit in einen Besucherraum gesetzt und dieses Gespräch, diesen Besuch akustisch überwacht.
Und in diesem Gespräch unterhielten die beiden sich über die Tat und insofern war klar, die haben da beide was mit zu tun. Arch R kam als Auftraggeber in Betracht, Lisa S als Fahrerin des Fahrzeugs. Da wurde z.B. gesagt, wir sind jetzt richtige Gangster wie Bonnie und Cleid und so weiter. Lisa S wird festgenommen.
Bei der Durchsuchung ihres Zimmers finden die Beamten ein Handy mit verdächtigen Kurznachrichten an Aras R. Auf diesem Handy, das ihr zuzuordnen war, gab es Nachrichten, SMS Nachrichten, die sie an Aras R gesendet hatte und ähm und zwar per RTL Teletext auf seinen Fernseher in der JVA Bwder und in diesen Nachrichten informierte sie ihn, die schickte sie täglich, informierte sie ihn über ihren Alltag, was sie so treibt und eben auch über die Suche nach Darius F und an dem Tattag dem 26.
August schrieb sie ihm kurz bevor die Schüsse dann schließlich fielen: “Schatz, ich habe das schönste Kleid gefunden. Zu schön.” Und damit hat sie verklausuliert zum Ausdruck gebracht. So, man hat Darius F gefunden, die Tat wird demnächst ausgeführt werden. Na ja, wenn man in im Gefängnis sitzt, äh dann hat man natürlich nur sehr begrenzte Möglichkeiten in irgendeiner Form äh nach außen zu wirken.
Daher kam dann auch äh die Idee ähm Nachrichten über Teletext äh RTL Teletext zu senden. äh, also die Freundin meines Mandanten, die ihm dann äh SMS an diese Teletextseite schickte. Das war damals auch so ein bisschen ein Trend. Ähm, ob er die gelesen hat, äh kann man letztlich nicht nachweisen. Die Beamten sind sicher, Lisa S und Aras R haben den Anschlag geplant.
Aber wer war der Schütze? Hinweise gibt es erneut aus dem abgehörten Gespräch aus der JVA. Aras R erwähnte in dem Gespräch zwei Brüder und Lisa S erwähnte den Schützen über den dessen Aussehen sie sehr überrascht war und Aras erwiderte daraufhin neben seinem Gesicht ist eine Bombe hochgegangen. Daraufhin hatten die Ermittlungsbehörden Anhaltspunkte.
Aha, da geht es um zwei Brüder und um irgendeinen äußerlich auffälligen Schützen. Die Beamten schauen sich das Umfeld von Aras R an. Tatsächlich gibt es zwei Männer aus Bulgarien, Brüder, die kurz zuvor mit Arch R in der JVA gesessen haben. Genau diese beiden Männer hatten zuvor Straftaten mit einem weiteren Mann aus Bulgarien begangen.
Anchnel, seine Beschreibung passt genau zu der des Täters. Ist nämlich als kleines Kind Opfer eines Stromschlags geworden und hatte erhebliche Verbrennung im Gesicht. Anchenli wird jetzt mit internationalem Haftbefehl gesucht. Er kann in Sofia festgenommen werden. Also, der Schütze selbst war auch eine sehr außergewöhnliche Persönlichkeit, wenn ich das so sagen darf.
Er ist jetzt in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht seitdem und ähm dies auch ganz zurecht, wie man glaube ich auch einfach so sagen kann. ähm die Diagnose war äh, dass er schizophren gewesen sein soll und der hat alles erzählt. Der hat die ganze Tat gestanden und hat alles drumherum erzählt.
Unter anderem eben auch, was man bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste. Und durch die Aussage von Ankel I kam dann schließlich raus, dass der Vater ihn beauftragt hat, auf den Darius F zu schießen, gesagt hat, der hat damals auf meinen Sohn geschossen, also ein Racheakt. Wenn ich jünger wäre, würde ich die Tat selber ausführen.
Und ihm genau aufgetragen hat, du wirst eine Waffe bekommen mit fünf Kugeln. Die schießt du alle auf Darius F ab. Entweder der stirbt oder er wird schwerst verletzt und ist invalide. Der Vater von Arash, der 71 Jahre alte Taxifahrer Torialire, wird festgenommen. In einem weiteren Verfahren wird Lisa S wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit schwerer und gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von mehr als 12 Jahren verurteilt.
Auch Arasch R, sein Vater Toriali und der Schützer Annel I landen vor Gericht. Die vorsitzende Richterin in diesem Fall Jessica Körner. Seitdem Arasch R und Lisa S im Juni 2016 in dem ein Familienhaus überfallen worden waren, wollten sie sich dafür rechen und sie haben dann irgendwann den Entschluss gefasst, so jetzt üben wir Selbstjustiz aus, jetzt rechen wir uns selbst.
Araser, der in Haft war seit August 2016, konnte den Auftrag oder die Tat nicht selber ausführen und musste dafür eben jemanden finden. Annel I sollte für die Durchführung der Tat bekommen. Nach seinen eigenen Angaben wusste der Schütze erst kurz vor dem Anschlag selbst äh um wen es da ging, wer das Opfer sein soll.
Das kann man glauben oder nicht. Ähm er sei vorher davon ausgegangen, er müsste irgendwelche Aufträge erfüllen, um letztlich dann wieder nach Bulgarien reisen zu können. Das sei sein Hauptantrieb gewesen, wieder zurück nach Hause zu kommen. Ihm hatte das Geld gefehlt und er soll den Pass verloren haben. Und am Abend des 25.
August 2018 hat ihn Toriali R angerufen. Dann haben sie sich verabredet am Steindamm und der Ankeli Ist in das Auto gestiegen. Das war das Mercedes Coupé, was damals Toriali fuhr. Es war auch eine weitere Frau dabei, die Toriali als seine Frau vorstellte. Und ähm in dem Fahrzeug wurde I das erste Mal dann gesagt, worum es eigentlich ging.
Dr. R. und Lisa S finden Darius F an diesem Abend nicht. Deshalb fährt Lisa S am nächsten Tag noch einmal los. Dieses Mal gemeinsam mit Anknel I. Und an dem Abend, an dem 26. August 2018 fand man tatsächlich Darius F. da saß nämlich im Außenbereich seines Stammlokals. Dann hat Lisa es ihm die Tatwaffe übergeben und als Dariusch F dann aus dem Lokal kam und in sein Bentley stieg, hatte Angel I gesagt, ich steig nicht aus, das ist zu gefährlich und hat Lisa S.
quasi eigeninitiativ befohlen hinter dem Bentley hinterherzufahren. Und als man dann an der Kreuzung stand in der Nähe der Repbahn und der Bentley an der Ampel halten musste, hat er ihr bedeutet links neben dem Bentley zu fahren und hat dann aus der geöffneten Beifahrerscheibe heraus durch die Fahrerscheibe hindurch in das Auto hinein auf Darius F und in den ähm Kopf, Oberkörper, Schulterbereich.
Alle fünf Kugeln, die in der Waffe waren, hat er abgefeuert und Darius F ist aber nicht gestorben, sondern war schwerst verletzt. Ist seitdem Querschnitz gelehnt. Doch sagt der psychisch kranke Schütze tatsächlich die Wahrheit. Und das konnten wir alles bestätigen anhand von Verkehrs- und Standortdaten.
Wir hatten ja die Handys sichergestellt und da gab es tatsächlich diese Telefonate. Also er sagte ja, der Vater hatte ihn angerufen. Genau zu der Zeit, als er da abgeholt wurde am Steindamm gibt es ein Telefonat von der Rufnummer des Vaters auf seine Rufnummer Standort Steindamm.
Also, es war alles anhand von Verkehrsstandortdaten überprüfbar, anhand von objektiven Beweismitteln. Stimmte alles. Aras R wird zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Sein Vater Toriali R muss 9 Jahre und 6 Monate hinter Gitter und Anchnel sitzt 6 Jahre und 9 Monate in einer forensischen Klinik ab. Also mein Mandant hat äh bis zuletzt äh bestritten, dass er diese Tat initiiert hat, dass er der Auftraggeber war und maßgeblich daran mitgewirkt hat.
Wenn der eine Zeuge, der an der Kreuzung anwesend war und das Fahrzeugpratrikat nennen konnte, wenn der nicht gewesen wäre und die Kriminalbeamten nicht einen Tag zuvor auch die Überwachungskameras noch mal überprüft hätten und dieses Fahrzeug, Kennzeichenfragment des Fahrzeugs erkannt hätten, dann wäre diese Tat nie aufgeklärt worden.
Also bei diesem Fall handelt es sich um einen Akt der Selbstjustiz, Racheakt Vergeltung, der natürlich mit unserem Rechtssystem überhaupt nichts zu tun hat. und auch natürlich geahndet werden muss. Also das geht gar nicht, dass jemand selbst wenn er selber Opfer einer ebenso verabscheuungswürdigen Tat geworden ist, selbstjustiz verübt und hier Rache verübt.
Die Mongols haben sich inzwischen aufgelöst. Was Rockerfäden angeht, ist es auf der Rebahn ruhiger geworden. Dein Inspektor hat gesehen, dass der wahrscheinlich der Besitzer des Geschäftes Johannold dort am Boden liegt in einer riesigen Blutlacke. Die Gerätsmedizin hat später auch festgestellt, es müssen also 40 Schläge mit einem schweren stumpfen Gegenstand auf den Kopf gewesen sein.
die Kehle durchgeschnitten mit einem großen Messer. In der Manteltasche des Toten wurden zwei Straßenbahnfahrscheine gefunden und mit denen hat man sich ja dann auf die Suche der Schaffnerin gemacht, die man tatsächlich gefunden hat und die konnte sich eben an Herrnold und eine junge blonde Begleiterin zwischen 20 und 30 Jahren erinnern.
Für Frauen sind die Tatwaffen ja sehr untypisch. Normalerweise aufgrund der körperlichen Unterlegenheit gegenüber dem Mannes nutzen Frauen eher Vergiftungen. Wien 1952, ein Verbrechen erschüttert die österreichische Hauptstadt. Der Mord am sogenannten Schokoladenkönig Johannold. Wer hat den 44-jährigen in seinem Laden erschlagen? Hier in der Alsaße im achten Wiener Bezirk entdeckt am 22.
November 1952 gegen 1 Uhr früh ein Wachmann. Halb geöffnete Jalousien an einem Feinkostgeschäft. Da drinnen kein Lichtband ist ihm doch verdächtig vorgekommen. Der hat die Polizei verständigt und ein Regions Inspektor ist dann gekommen und hat hineingeschaut, hat gesehen, dass die Geschäftstür offen ist. und ist ins Geschäft hineingegangen.
Das Finster war, ist nach hinten gegangen ins Magazin mit seiner Taschenlampe und hat hineingeleuchtet und hat gesehen, dass der wahrscheinlich der Besitzer des Geschäftes Johannold dort am Boden liegt in einer riesigen Blutlacke und wahrscheinlich deswegen, weil sein Kopf völlig zertrümmert war. Obwohl der Schokoladenkönig Johannold eine gewisse Prominenz hatte, ist von ihm kein einziges Foto zu Lebzeiten überliefert.
Seinen schnellen Reichtum hat er gerne gezeigt. Johannold w 1908 geboren worden als Sohn einer Bauernfamilie und ist dann in Wien der Nachkriegszeit sehr bekannt geworden, weil das verstanden hat, also vor allem Lebensmittel billig einzukaufen und teuer loszuschlagen und wurde deswegen, weil er vor allem seine Katberry Schokolade aus England verkauft hat, wurde er als Katberry König oder Schokoladenkönig weithin bekannt.
Als Person war das, was man am eh ersten heute als Dirty Old Man bezeichnen würde und hat halt keine Sauerei, kein Nachtlokal und kein käufliches oder leicht zuhaendes Mädchen ausgelassen. Die Profeilerin Sandra Krempelk hat die Hintergründe dieses Falls analysiert und auch das Opfer selbst. Er hat sicher geprotzt mit seinem Rennstahl, seinem eleganten Auto, seinem Diener.
Man würde ihn heute wahrscheinlich als Lebenskünstler bezeichnen, weil er hat sich die Grauzonen und Gesetzeslücken damals sicher zu nutze machen können. Der Mord an Johannold ist außergewöhnlich brutal begangen worden. Die Gerätsmedizin hat später auch festgestellt, es müssen also 40 Schläge mit einem schweren stumpfen Gegenstand auf den Kopf gewesen sein.
die Kehle durchgeschnitten mit einem großen Messer. Mit Hilfe der Spuren kommen die Ermittler ein gutes Stück voran. Dann haben sie festgestellt, dass es Schuspuren gibt, weil jemand offensichtlich durch das Blut gestiegen und ins Geschäft vorgegangen ist. Es dürfte sich um Damenschuhe der Größe 37 gehandelt haben.
Ein weiteres Indiz für den Tat Zeitpunkt war, dass der Wach und Schließgesellschaftsmensch um 23:30 Uhr seine letzte Runde dort gemacht hatten. Da war der Holladen noch nicht oben. Also muss die Tat zwischen 23:30 Uhr und 1 Uhr passiert sein. Was man noch festgestellt hat, war dass der brutzige Pantrink vom Thol, also vom Opfer gefehlt hat.
Ist hier möglicherweise ein Raub aus dem Ruder gelaufen? Auf einer Stellage im Hinterzimmer hat man eine Geldkassette entdeckt, die 3000 Schilling enthalten hat. Die haben nicht gefehlt, aber die Registrierkasse war ausgeräumt. Da hat eine Verkäuferin vom seinem Geschäft gesagt, es waren 200 Schilling ungefähr drin und die haben gefehlt.
Im Mantel des Toten findet die Polizei weitere Indizien. Zwei Straßenbahnfahrscheine vom Tatabend gültig auf Linie 38. Die Strecke führt vom Weinort Grinzing in Richtung Tatort. Mit denen hat man sich ja dann auf die Suche der Schaffnerin gemacht, die man tatsächlich gefunden hat und die konnte sich eben an Herrn Arold und eine junge blonde Begleiterin zwischen 20 und 30 Jahren erinnert.
Die Ermittlungen führen in ein mein Lokal in Grinzing. Auch hier hat eine Kellnerin das spätere Opfer zusammen mit einer jungen blonden Frau gesehen. Die Polizei findet noch einen Zeugen, der Arhold etwa eine Stunde bevor er umgebracht wurde mit der jungen blonden Frau beim Eintreten in seinem Geschäft gesehen hat.
Die blonde Frau habe einen Kunstpelzmantel getragen. Doch den Namen dieser wichtigen Zeugin kennt offenbar niemand. Man hat natürlich vermutet, dass wegen der Brutalität der Tat, also diese vielen Schläge auf den Kopf, die den Kopf praktisch zertrümmert haben, dass das keine Frau gemacht haben kann, sondern dass es ein Mann gewesen sein muss, ein starker Mann.
Außerdem hat der Hold sehr viele Feinde gehabt. Erstens wegen seiner Rolle im im Schwarzhandel. Zweitens, weil er heute gern Schulden gemacht hat und die nicht zurückgezahlt. Auf der Suche nach der letzten Begleiterin von Arold besucht die Polizei zahlreiche Nachtlokale, in denen das Opfer regelmäßig unterwegs war, wie den Filmhof im Siebten Wiener Bezirk.
Dort berichten Zeuginnen von einer Kollegin, bei der es sich um die Gesuchte handeln sollten. Adrienne Eckhard. Sie wird in ihrer Wohnung befragt. Die 23-jährige gibt zu, den Abend mit Johannold verbracht zu haben. An der Eingangstür zu seinem Geschäft habe man sich aber getrennt. Zum Mord könne sie nichts sagen, doch die Beamten sind misstrauisch.
In der Wohnung hat man eben dann Blutspuren, die schon versucht wurden rauszuwaschen, an Mantel und am Rock gefunden. Und die Untersuchungen haben dann ergeben, dass es eben der Blutgruppe von Herrnold zuzuordnen ist und damit rutschte sie in Wirklichkeit erst in den Fokus der die Ermittlungen. Ja. Adrienne Eckhard ändert ihre Aussage jetzt ab.
Sie sei in der Tatnacht doch mit Artold in den Laden gegangen. Dort habe ein Mann auf ihn gewartet, dem er Geld geschuldet habe. Es sei zum Streit gekommen und er hat dann einen länglichen Gegenstand aus der Tasche gezogen, ein Pleidor oder was auch immer, das hat die hat nicht genau gewusst und soll den holdold damit auf den Hinterkopf geschlagen haben.
Dann hat er zu ihr gesagt, die dir um. Und sie musste sich umdrehen und hat gehört, wie er öfters weiter zuschlägt und wie die Knochen splittern. Dann hat er von ihr verlangt, dass sie den Leichnahmen umdreht und daher sagt sie, sein die Blutflecken auf ihrer Kleidung gekommen und da hatte auch nur ein Messer bringen müssen.
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