Wahre Verbrechen I Der Tote im verlassenen Haus T – Part 2
Dadurch, dass der Kofferraum oder die Kofferraumklappe offen war, konnten leider keine Angaben zum Kennzeichen gemacht werden. War das der Mörder? Ein Jahr später wendet sich Kommissar Florian Angelkorte in der Sendung Aktenzeichen XY ungelöst an die Öffentlichkeit. Ja, jede Beobachtung kann helfen. Zunächst einmal am Tagtag werd hier das Opfer am Montag den 23.03.
2020 noch gesehen? Aber auch Beobachtungen am Tat dort selbst sind wichtig. Je mehr wir über das Opfer wissen, desto besser. Im Zuge der weiteren Ermittlungen kommen auch sogenannte Mantrailerhunde zum Einsatz. Tatsächlich nehmen die Tiere eine Witterung auf, die vom Täter stammen könnte. Sie folgen ihr rund 7 km.
Menscheller Hunde sind Hunde, die menschlichen Geruchsspuren folgen, auch nach langer Zeit über längere Distanzen. Die Hunde haben uns übereinstimmend aus Batlas heraus in Richtung Bienenkopf und Marburg geführt, aber da haben sich dann leider die Spuren verloren. Auch nach mehreren Jahren gibt es keinen konkreten Hinweis auf den Täter.
Deshalb setzt die Polizei weiter auf die Unterstützung der Bevölkerung. Wir hoffen natürlich, dass es doch irgendwo noch den Zeugen gibt, der uns den entscheidenden Hinweis geben kann und dann glaube ich auch daran, dass wir die Tat aufklären können, auch nach dem langen Zeitverzug. Jedes noch so unbedeutend erscheinende Detail kann für die Kripo wichtig sein, um den Mörder von Wesia Akpina endlich zu fassen.
Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt. Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken. Die Sterne funkelten über der 39-jährigen Susan Carson, als sie und ihr 30-jähriger Ehemann Michael Bearcson durch die Straßen von San Francisco schlenderten.
Sie waren gerade erst in der Stadt angekommen und suchten nach Unterhaltung. Glücklicherweise veranstaltete eine entfernte Freundin von Susan an diesem Abend eine Party. Doch während sie nach der richtigen Wohnung suchten, war das Paar angewiedert von der offensichtlichen Sünde, die sie umgab. Susans prophetische Visionen hatten sie nach San Francisco geführt, aber ihre Gaben hatten sie nicht auf das vorbereitet, was sie vorfanden.
An jeder Ecke sahen sie kriminelle, Sexarbeiterinnen und andere Beleidigungen ihres Gottes. Als sie endlich die Party erreichten, hofften sie, Zuflucht vor dem Bösen der Außenwelt zu finden. Doch als sie die Wohnung betraten, erstarrte Susan. Ihr Körper und Geist wurden sofort schwach. Etwas entzog ihr ihre physischen Kräfte. Der Raum drehte sich um sie, als sie verstand, was hier vor sich ging.
Diese Menschen waren allamt Hexen, Diener des Teufels. Für sie war klar, dass die ganze Stadt vom Bösen überrannt war und es war Susans und Michaels Pflicht als Attentäter Gottes die Hexen aufzuspüren und auszulöschen. Ich bin Diane Helscher und wir freuen uns wie immer auf eine Bewertung und dein Abo.
Abonniere direkt jetzt, dann verpasst du nichts. Und ich bin Max Spalleck und das ist Serienkiller Mörder und ihre Geschichten. Heute werfen wir einen Blick auf die Hexenkiller Susan und Michael Bär Carsen. Zu Beginn der 1980er Jahre machten sie sich auf, um Hexen zu ermorden und zogen dabei die Pazifikküste von Nordwesten auf und ab. Heute werden wir uns mit ihren ungewöhnlichen Kindheiten befassen und sehen, wie Susans Verlangen nach gehorsamen Anhängern sie zur perfekten Partnerin für Michael machte, der nach einer Sache suchte, die seiner
Aufmerksamkeit würdig war. In der nächsten Folge dann werden wir der gewalttätigen Reise des Liebespaares folgen. Eine Reise, in der sie versuchten, die Welt vom Bösen zu reinigen. Susan Barns schien für das Chaos bestimmt zu sein. Geboren 1941 waren ihre frühsten Erinnerungen vom Zweiten Weltkrieg geprägt.
Dennoch genoss Susens Familie ein gewisses Maß an Komfort dank der Arbeit ihres Vaters als Zeitungsmanager und der Krieg wurde ja weit weggeführt. Die Kriegsberichterstattung verkaufte zu dem Zeitung und so ging es der Familie Barns gut, während Europa brannte. Die Nachrichten, die ihre Familie wohlhabend machten, erzählten eine eindeutige Geschichte von gut und böse, vom Befolgen der Wege der Rechtschaffenheit und von Rache.
Sie zeigten der jungen Susan auch, wie leicht Ideologie und Rhetorik weltverändernde Gewalt entfachen konnten. Trotz des andauernden Krieges war die Familie Barns ein Abbild des amerikanischen Erfolgs. Susan verbrachte ihre Kindheit in idyllischen Country Clubs und Schwimmbildern in Arizona und sie genoss das warme Wüstenklima.
Auf dem Papier führte Susan ein privilegiertes Leben, doch hinter verschlossenen Türen kämpfte sie mit psychischen Problemen. Susan erlebte Stimmen und Visionen, die ihrer Behauptung nach von übersinnlichen Kräften stammten. Laut einer Studie von Psychiatern der Yale University aus dem Jahr 2017 überschneiden sich die Halluzinationserfahrungen selbsternannter Hellseher erheblich mit den Berichten von Patienten, die Stimmen hören.
Die einzige Erklärung, die Susan für ihre kindlichen Vorahnungen hatte, war Hellhörigkeit. Allerdings deutet die Häufigkeit von Susens Stimmen und späteren visuellen Halluzinationen daraufhin, dass sie unter einer psychischen Störung ldt. Die ehemalige FBI Profilerin Candis Delong vermutet, dass Susan möglicherweise an Schizophrenie litt, die sich durch akustische und visuelle Halluzinationen auszeichnet.
In jedem Fall schien Susan unter einer Form von Psychose zu leiden. Noch immer undgnostiziert baute die junge Susan ihre Identität um das auf, was sie für ihre übersinnlichen Kräfte hielt. Für sie waren die Vision und Stimmen in ihrem Kopf Einblicke in Vergangenheit und Zukunft. Diese vermeintlichen Kräfte ließen Susan die Welt anders wahrnehmen.
Die Menschen um sie herum schimmerten mit Nachbildern, die nur sie sehen konnte und halten mit Stimmen wieder, die nur sie hören konnte. Schon in jungen Jahren ließ sie diese Fähigkeit anders fühlen als andere Kinder. Sie wusste, dass sie etwas Besonderes war. Diese Besonderheit von Susan blieb weitgehend unbestritten. Obwohl ihre Behauptung über Vision und Stimmen von ihrem Umfeld abgetan wurde, war es klar, dass sie nicht wie die anderen Kinder war.
Sie verhielt sich seltsam und diese Exzentrik entfremdete sie noch mehr von ihren Mitschülern. Infolgedessen war Susan in der Schule zurückgezogen und ihre gehte soziale Entwicklung ging mit schulischen Schwierigkeiten einher. Es muße haben, als gäbe es eine endlose Reihe von Hindernissen, die sie von einer typischen Kindheit abhielten.
Und zu Hause waren die Dinge auch nicht viel besser. Susan fühlte sich von ihrer wohlhabenden Familie und den privilegierten Kreisen, in denen sie sich bewegte, losgelöst. Obwohl es ihr wahrscheinlich an nichts mangelte, fand sie sich nie ganz in ihrer Rolle als gepflegtes und anständiges Kind des Reichtums zurecht.
Aber das bedeutete nicht, dass sie es nicht versuchte. In ihren Teenagerjahren passte sich Susan so gut wie möglich bürgerlichen Lebensstil ihrer Familie an. Sie spielte Tennis, kleidete sich elegant und pflegte Umgang mit anderen Erben des Arizona Geldes. Susan versuchte das Ideal ihrer malerischen Familie der 1950er Jahre zu verkörpern.
Sie lernte, dem für sie vorgezeichneten Weg zu folgen und trotz der Hindernisse funktionierte es eine Weile. Aus dem einst eigenartigen zurückhaltenden Kind wurde eine schnöselige Aristokratin und es scheint, dass ihr dies bis ins Erwachsenen Alter gute Dienste leistete. Es ist unklar, was Susan nach der Highchool tat, aber wir wissen, dass es ihr gelang, in Arizonas oberen Gesellschaftskreisen zu bleiben.
Wahrscheinlich lernte sie beim Umgang mit den Reichen und Schönen einen Geschäftsmann kennen und heiratete ihn. Wir kennen den Namen des Ehemanns nicht, aber wir wissen, dass ich das Paar in Scottdels niederließ und zwei Kinder großzog. Es war ein ausgesprochen unaufregendes Leben für das Mädchen, das einst wegen seiner übersinnlichen Vision gemieden wurde.
Allerdings schien Normalität für Susan nie vorgesehen zu sein. Als die Gegenkulturbewegungen der 1960er Jahre die USA durchdrangen, fühlte sich Susans eigenwillige Seele wieder zur Nonkonformität hingezogen. Es ist möglich, dass Susan in ihrer Jugend die Scham, die sie einst wegen ihrer Stimmen und Vision empfand, unterdrückt hatte.
Doch als etwas diese innere Spannung auslöste, erkannte Susan, dass sie in einer Lüge lebte. Auf einen Schlag rebellierte sie gegen ihr konservatives Leben und entdeckte freie Liebe, politische Revolution und Drogen. Zur Missbilligung ihres Mannes rauchte Susan häufig Marihuana und nahm Psychedelika, um ihrem langweiligen häuslichen Leben zu entfliehen.
Soweit wir wissen, war es um diese Zeit, dass Susan sich zum ersten Mal zur Religion hingezogen fühlte. Bevor wir uns mit Zus religiösem Weg befassen, ist es wichtig festzustellen, dass ihre Praktiken und Überzeugung nicht genau die Lehren und Texte wiedergeben, aus denen sie schöpfte. Ihre Geschichte veranschaulicht die Gefahren der Ausbeutung und Radikalisierung einer Religion zum Zweck der Machtausübung.
Während ihrer oberflächlichen Studien waren die religiösen Geschichten, die Susan am meisten liebte, voller exzentrischer Charaktere, deren seltsame spirituelle Talente sie in Kontrollpositionen erhoben. Wie Susan erlebten diese Propheten und Apostel oft Visionen und Botschaften über die Zukunft.
So fand Susan schließlich in der Religion eine Erklärung für ihre Fähigkeiten. Sie vertraute darauf, dass sie eine Prophetin Gottes war und fand ein echtes Gefühl der Zugehörigkeit. Gleichzeitig spürte sie aber auch, dass es nicht ihre Bestimmung war, einen ausgetretenen religiösen Fah zu folgen. Sie wollte sich ihren eigenen Weg bahnen. Sie wollte führen.
Nach Jahren, in denen sie ihr Land im Krieg beobachtet hatte, wusste Susan, dass der beste Weg zu führen darin bestand, gut und böse zu polarisieren. Als sie über religiöse Kriege der Vergangenheit las, war Susan fasziniert von der Vorstellung zukünftiger Konflikte, die die Welt verändern würden.
Darüber hinaus war sie von der Geschichte des spirituellen Krieges im Islam fasziniert. Bei der Erforschung des Korans war sie besonders von den Engeln fasziniert, die als Gottesboten der Apokalypse gesandt wurden. Fixiert auf die Idee einer kommenden letzten Schlacht und des darauffolgenden jüngsten Gerichts vertiefte sich Susan obsessiv in apokalyptische religiöse Texte und bog sie nach ihren eigennützigen Interpretationen.
Sie glaubte schließlich, es sei ihre Mission, diesen Krieg herbeizuführen und die Übeltäter der Welt auszurotten. Susan suchte daher nach Anhängern, die sie auf ihrem geistlichen Weg begleiten würden. Ja, mehr noch, sie wollte Gotteskrieger, die ihr im bevorstehenden Kampf gegen die Mächte des Bösen beistehen. Je tiefer Susan in ihrer religiöse Versenkung eintauchte, desto mehr sorgten sich die Menschen, die ihr nahe standen, um sie.
Für sie wurde Susan immer unzurechnungsfähiger. Doch Susan ignorierte ihre Bedenken und blieb fest entschlossen, sie alle zu Gläubigen zu machen. Doch Susans Ehemann wollte dem Glauben seiner Frau nicht folgen. Schließlich erreichte ihr Verhalten und ihr Glaube ein unerträgliches Niveau und er ließ sich von ihr scheiden.
Nach der Trennung verstärkten sich Susans angebliche übersinnliche Kräfte. Mit jeder wiederkehrenden Episode fürchteten Susans inzwischen jugendliche Kinder, sie würde einen psychischen Zusammenbruch erleiden. Währenddessen sorgte sich Susan selbst, dass sie statt der engelhaften Kriegerin, die sie sich einst vorgestellt hatte, in Wirklichkeit eine vom Teufel besessene Hexe sein könnte.
Während diese Ängste vor Besessenheit wuchsen, zersplitterte Susans Identität. Sie begann zu glauben, dass ein Loch in ihren Schädel gebohrt worden war. ein Zeichen für dämonische Aktivität. Ja, plötzlich war sie sicher, dass sie den Teufel in ihrem Kopf herumkriechen spürte. In diesem Stadium war klar, dass Susens Verhalten nicht nur religiöser Eifer war, sondern eine sich verschlimmernde Psychose.
Ihre Kinder überzeugten sie einen Psychiater aufzusuchen und schließlich gab sie nach. Laut Autor Richard Reynolds wurden Susan Medikamente verschrieben und sie ging regelmäßig zu einem Arzt. Doch als sich ihre Symptome nicht besserten, vermutete sie wahrscheinlich, daß der Psychiater versuchte, ihr sowohl ihre psychischen Fähigkeiten als auch ihre religiöse Überzeugung zu rauben.
Nachdem sie endlich durch ihren Glauben ein Gefühl von Macht gefunden hatte, war sie sicher, dass sie die Ärzte sabotieren wollten. Diese Denkweise entfremdete schließlich Susens Kinder. Obwohl sie ihrer Mutter helfen wollten, wussten sie nicht, was sie noch tun konnten. Sie zogen zu ihrem Vater und Susan sah sie nie wieder.
Nun, wirklich allein verbrachte Susan ihre Zeit damit Partys zu besuchen, sich zu berauschen und Fremde mit nach Hause zu bringen. Doch keine der Personen, die sie traf, schien an ihren religiösen Tiraden interessiert zu sein. Während sich Susans Ideen weiterentwickelten, blieb sie überzeugt, dass sie wahre Gläubige brauchte, die in ihre Fußstapfen traten.
Ohne eine Armee von Kriegern hatte sie keine Chance gegen die drohende Dunkelheit. und sie war sich sicher, dass die Zeit davon lief. Hier bei Serienkiller geht’s gleich weiter. Den größten Teil ihres Lebens wurde Susan Barns von Stimmen und Vision geplagt. Sie deutete ihre Halluzination als psychische Kräfte und glaubte, sie sei eine Prophetin.
Überzeugt davon, dass sie eine Mission von Gott hatte, suchte Susan nach Anhängern, die sie in einen Kampf gegen die Mächte der Finsternis führen konnte. Ihr wichtigster Anhänger war James Carson. Da James später als Michael bekannt wurde, werden wir ihn für den Rest der Geschichte so nennen. Seit Generationen genoss Michaels Familie einen gewalttätigen Ruf, der wohl im wilden Westen geboren wurde.
Väterlicherseits stammt er von Revolverhelden und Sheriffs ab, die keine Angst davor hatten, einen Mann zu erschießen, wenn sie es für nötig hielten. Doch von Anfang an schien das Schicksal andere Pläne für Michael zu haben. Sein Vater brach mit der Familientradition und entschied sich für die Privatwirtschaft statt für die Strafverfolgung.
Mit einem Ölmanager als Vater war Michaels aufwachsen wahrscheinlich ähnlich komfortabel wie das von Susan. Doch während Susan in der Wüstenlandschaft Arizonas aufwuchs, verbrachte Michael seine Kindheit in Talser, Oklahoma. Folglich wurde seine Liebe zur Natur von der Kultur der amerikanischen Ureinwohner beeinflusst.
Vielleicht war es dieser Einfluß, der Michael zu der Überzeugung brachte, daß Gott und Natur eins sein. Und in der Einsamkeit der Wälder nah seinem Zuhause fand er, wenn nicht Religion, so doch zumindest etwas Göttliches. Allerdings wurde das Gefühl der Geborgenheit, dass er in der Natur fand, je unterbrochen.
In seiner Kindheit wurde bei ihm eine seltene Knochenerkrankung namens Morbus Pertes diagnostiziert, die dazu führt, dass das Hüftgelenk weich wird. Es ließ den Jungen beim Gen humpeln, was seine Eltern beunruhigte. Michaels Ärzte untersagten jegliches Gen, bis das betroffene Gewebe Zeit hatte, sich zu regenerieren und zu verhärten.
Plötzlich von der Natur abgeschnitten, war Michael untröstlich. Über Nacht wurde aus dem begeisterten Naturkind ein isolierter Stubenhocker, der eine Bettruhestrafe ertragen mußte, die sich über drei einsame Jahre hinzog. Im Hausgefangen verbrachte Michael ein Großteil der Zeit mit lesen. Da er wenig anderes zu tun hatte, verschlang er Bücher aller Genre und Themen und übertraf schnell das typische Lesen für sein Alter.
Er las aus einer breiten Palette von Themen, wobei ihn Geschichte, Philosophie und Politik besonders interessierten. Das Lesen über Religion inspirierte ihn jedoch dazu, sein halbjüdisches Erbe und schließlich alle Religionen abzulehnen. Abgeschnitten von den Naturwundern, die einst auf ein gottähnliches Wesen hindeuteten, begann Michael jegliche religiösen Ideen als töricht anzusehen.
Ebenso war er vom politischen System der Vereinigten Staaten entmutigt. Als er endlich wieder laufen durfte, erklärte sich der junge Teenager zum Atheisten und Marxisten. Als ob die jahrelange Trennung von seinen Klassenkameraden nicht genug gewesen wäre, entfremdeten Michaels neue radikale Ansichten ihn von fast allen in seiner konservativen Stadt.
Während die meisten jungen Menschen in seinem Umfeld damit beschäftigt waren, mit Freunden herumzuhängen und auf Dates zu gehen, fühlte sich Michael zu der Hippbewegung hingezogen, die in den Städten überall im Land aufkeimte. Es schien als würden die aufkommenden gegen Kulturbewegung Außenseiter wie ihn akzeptieren.
Einige von ihnen wurden sogar von eben diesen Außenseitern ins Leben gerufen. Sie würden ihm helfen, einen Sinn zu finden. Zu diesem Zweck schloss er sich dem Antiestablishment Widerstand an, der sich im ganzen Land ausbreitete. In der Highchool rauchte er Gras und gründete sogar eine Gruppe der Students for a Democratic Society.
in der Hoffnung bei seinen Mitschülern politischen Ungehorsam zu inspirieren. Die Revolution gegen institutionelle Macht begeisterte Michael. Was er in Büchern über die Welt gelernt hatte, ließ ihn zynisch werden, aber jetzt suchte er Sinn und Bedeutung durch Handeln und er war bereit, Taten folgen zu lassen.

Am Ende der Highchool ging er auf die Straße, um zu protestieren. 1968 reiste Michael nach San Francisco, um sich an der Flower Power Demonstration gegen den Vietnamkrieg zu beteiligen. Als er mit Menschen, die seine Ideen teilten, durch die Straßen lief, fand er ein Gefühl der Zugehörigkeit, nachdem er gesucht hatte. Er war Teil einer Bewegung für universellen sozialen Wandel.
Sein Wunsch Veränderung herbeizuführen, ließ nicht nach, als er sein Studium an der Universität von Iowa begann. Während seines Studiums der Geschichte und Religion für seinen Abschluss in chinesischer Philosophie war er für seine Redefreudigkeit im Unterricht bekannt. Besonders wenn es um seine eher kontroversen Meinungen ging.
Für die Menschen um Michael herum war klar, dass politischer Aktivismus ein wesentlicher Teil seiner Persönlichkeit war. Es ist möglich, daß er sich der Bewegung in erster Linie näherte, um sich selbst zu definieren und mit anderen in Verbindung zu treten und nicht aus echter Unterstützung für eine Sache.
Eine Studie aus dem Jahr 2017 im Journal of Appliant Developmental Psychology ergab, dass junge Menschen durch den Wunsch nach Gerechtigkeit und ein Gefühl der Gruppenzugehörigkeit motiviert wurden, sich aktivistisch zu engagieren. Doch früher als er vielleicht erwartet hätte, kam Michaels bürgerlicher Kampf zu einem Ende. Nachdem er 1968 für Robert Kennedys Präsidentschaft geworben hatte, war Michael erschüttert, als RFK ermordet wurde.
Als er erkannte, dass politische Bewegungen zunehmend gewalttätiger und deutlich weniger hoffnungsvoll wurden, verlor Michael den Glauben an die Sache. Einmal mehr war er orientierungslos. Vielleicht weil er entmutigt war, vielleicht, weil er ein Kind derziger war, experimentierte Michael mit stärkeren Drogen und ein bestimmter Tripp auf Meskalin erwies sich als lebensverändernd.
Meskalin, eine Droge mit ähnlicher Wirkung wie LSD, ließ Michael den Himmel und die Gebäude um ihn herum pulsieren sehen. In seinem Drogenrausch taumelte er zu einer Kirche, wo er eine arteligiöse Vision erlebte. Dort auf den Stufen der Kirche verfiel er in Hysterie. Der spirituelle Trip veränderte Michael und der Atheist machte sich auf den Weg religiöse Zugehörigkeit zu finden.
Wie ein Lichtschalter, der umgelegt wird, fügte sich alles zusammen. Kirchen waren überall und boten ihm endlich eine stabile Gemeinschaft, zu der er gehören konnte und eine Sache, der er folgen konnte. Michael fand nicht nur Gott, er fand auch die Liebe. Zwischen Kirchenpredigten und Universitätskursen lernte er eine Komolitonin kennen, Lyn.
Die beiden verbanden ähnliche akademische Interessen und sie begannen sich zu daten. In ihrem zweiten Studienjahr beschlossen sie zu heiraten und eine Weile lang war alles wunderbar. Sie fühlten sich wie College Sweethearts, die ihr Glück bis ans Ende ihrer Tage gefunden hatten. Einige Jahre schien das Paar für ein Leben in häuslicher Glückseligkeit bestimmt zu sein.
Nach ihrem Abschluss in den frühen 70er Jahren zogen Michael und Lyn nach Phoenix, Arizona, wo Lynd dann auch eine Stelle als Lehrerin fand. Als sie noch ein Mädchen namens Jen zur Welt brachten, übernahm Michael die Aufgaben eines Vollzeitvaters. Doch kurz nach der Geburt entdeckte Lyn eine Seite an Michael, die sie vorher nicht gesehen hatte.
Er verfiel in Depressionen und war leicht reizbar. Manchmal wurde er so wütend, dass er sie schlug. Trotz der manchmal gewalttätigen Auseinandersetzung hielt die Ehe noch ein paar Jahre. Es scheint, dass weder Michael noch Lyn die Beziehung aufgeben wollten. Wir wissen nicht genug über Lyn, um über ihre Gründe zu spekulieren, aber basierend auf Michaels Vorgeschichte scheint es wahrscheinlich, dass er nicht alleinelassen werden wollte.
Um diese Zeit nahm Michaels Drogenkonsum zu, vielleicht als Bewältigungsmechanismus für Gefühle der Isolation. Aber er konsumierte nicht nur, er verkaufte nebenbei auch Mariuana. Michaels Drogensucht und sein Teilzeitjob verschärften seine ohnehin schon zerrüttete Ehe noch mehr. Er konnte keinen Job halten und schien viel mehr daran interessiert zu sein, Hai zu werden, als Arbeit zu finden.
An einem Wendepunkt angelangt baute sich Spannung zwischen Michael und Lyn zusammen. Er fühlte sich wahrscheinlich eingeengt, während sie vermutlich die Nase voll hatte. Mit Reibungen auf einem Allzeithoch war es nur eine Frage der Zeit, bis etwas nachgab. Eines Tages im Jahr 1977 eskalierte ein Streit und Michael begann Lyn zu schlagen.
Er schlug sie so heftig, dass sie das Glas, das sie in der Hand hielt, fallen ließ und es auf dem Küchenboden zerschellte. Während Michael Lyn weiterschlug, kroch das Baby Jen in die Glasscherben und schnitt sich an einem Splitter. Die Verletzung ihrer Tochter war der letzte Tropfen, der das Fass für Lin zum Überlaufen brachte.
Es half ihr wahrscheinlich zu erkennen, daß Michaels Verhalten sich nur noch verschlimmern und Jen weiter in Gefahr bringen würde. In dieser Nacht verließ Lyn ihn und nahm Jen mit. Kurze Zeit später reichte sie die Scheidung ein. Mit dem Weg seiner Familie blieb dem 26-jährigen Michael nur noch wenig in seinem Leben.
Selbst eine Begeisterung für Religion ließ jetzt nach. Er hatte jahrelang nach einem Sinn gesucht und nirgendwo wahre Erfüllung gefunden. Was er brauchte, war jemand, der ihm den Weg zeigte, eine Sache, die einen Funken in ihm entfachen würde, wenn er sie nur finden könnte. Verzweifelt verfiel er in einen Kreislauf aus exzessivem Feiern und übermäßigem Drogenkonsum.
Er hatte jeden Halt verloren. Während Michael mit seinem festgefahrenen Leben haderte, befand sich die kürzlich geschiedene Susan Barns auf ihrer eigenen Reise. Die 36-Jährige suchte noch immer nach Anhängern, die bereit waren, gegen die herannahende Dunkelheit zu kämpfen. Zu dieser Zeit bewegten sich Michael und Susan in derselben Partyszene von Scottdale.
Michael war vermutlich der Drogenlieferant, während Susan als berüchtigter Gast und gelegentliche Gastgeberin bekannt war. In der Thanksgiving Nacht 1977 bemerkten die beiden einander zum ersten Mal. In jener Nacht stand Susan zum ersten Mal unter dem Einfluss von LSD. Als ich ihre Blicke mit Michaels trafen, spürte sie ein Kribbeln in ihrem ganzen Körper.
Sie war sich sicher, dass dieser Mann, wer auch immer er war, von Allah, für sie auserwählt worden war. Susan schritt durch den Raum und erzählte ihm, dass Allah ihn Michael genannt hatte nach dem Erzengel. Sofort hingerissen zögerte der frisch unbenannte Michael nicht, als Susan vorschlug, bei ihr zu Hause weiterzufeiern.
Zurück in ihrem unaufgeräumten Zimmer legte Susan eine Grateful Dead Platte auf und tanzte für Michael auf eine Art und Weise, die beiden mystisch erschienen. Während sie sich sinnlich in seiner Nähe bewegte, flüsterte Susan, dass sie tausende von Jahren auf einer Astralebene gewandert sei, auf der Suche nach einem Seelenverwandten.
Nun, so sagte sie, Michael, habe sie ihn gefunden. Susan und Michael verbrachten diese Nacht zusammen und jede darauffolgende. Kurz darauf zog Michael bei Susan ein. Ihre stürmische Romanze wurde von halluzinogenen Drogen und einer sich vermischenden religiösen Gewissheit befeuert. Als Michael jedoch die Vorzüge des Christentums ansprach, lachte Susan ihn aus.
Für sie waren Christen Heuchler, die einer unzuverlässigen Lehre folgten. Sie erklärte, dass der Gott, der sie zusammengebracht hatte, Allah sein und dass kein anderer Gott von Bedeutung wäre. Michael brauchte nicht viel Überzeugungsarbeit und erfügte sich. Nach Jahren der Suche schienen die Sterne für Michael und Susan endlich günstig zu stehen.
Er hatte eine Sache, an die er glauben konnte und eine starke Führungspersönlichkeit, die ihm den Weg wies. Susan hatte einen formbaren Anhänger für ihre Armee von Kriegern gefunden. Gemeinsam würden sie kämpfen. Jetzt brauchten sie nur noch einen gemeinsamen Feind. Mit Michael an ihrer Seite glaubte Susan, daß ihre psychischen Visionen täglich stärker wurden.
Die Stimmen, die einst als Symptomen einer Psychose diagnostiziert worden waren, nahmen nun den Klang und die Autorität von etwas gänzlich Göttlichem an. Dennoch fürchtete Susen, ihre Kräfte seien vom Bösen verdorben und sie selbst eine Hexe unter Satans Bann. Doch Michael, der ergebene Anhänger, versicherte ihr, daß sie eine Yogi sei, jemand, der von Gott mit der Gabe des zweiten Gesichts gesegnet wurde.
Glücklich darüber, sich noch gesegnet zu fühlen, stimmte Susan zu. Es war offensichtlich, daß die beiden einander genau das boten, was sie von einem Partner wollten. Mit einem eifrigen Schüler, der mehr über ihre Religion lernen wollte, fühlte sich Susan bestätigt. Ihre lebenslangen Vision waren göttlich.
Und Michael war sich sicher, dass seine Suche nach Zugehörigkeit ihn direkt zu Susan geführt hatte, einer starken Gläubigen, die ihm einen Sinn gab. Er würde ihr folgen, wohin auch immer sie ihn führte. So verkauften die beiden im Sommer all ihre Harbseligkeiten und stiegen in ein Flugzeug nach Europa. Es war die Erfüllung einer Prophezeiung Allahs, erzählte sie ihm, und sie hoffte, dass es eh erhe und religiöse Klarheit mit sich bringen würde.
Und sie war entschlossen, alle drei Punkte abzuhaken. Kurz nach ihrer Ankunft in London am Vorabend der Sommersonnenwende heirateten Michael und Susan inoffiziell in einem Hotelzimmer mit einem selbstentworfenen Ritual. Nach der Zeremonie änderten sie ihren Nachnamen in Bear, zur Ehren von Michaels Kindheitsliebe zu diesem Tier. Als sie London für einen Besuch in Stonehengech verließen, war Susan bereits schwanger.
Trotz der Erfüllung von zwei ihrer drei Reisezielen fühlte sich Susan von ihren Ängsten vor dem Bösen beeinträchtigt. Sie war beunruhigt über die Präsenz sogenannter Hexen, die scheinbar überall waren, wo sie hinkamen. Nach einem Leben, in dem sie glaubte, hellsichtig zu sein, war Susan jetzt überzeugt von ihrer Fähigkeit, Hexerei zu spüren.
In einem Verhalten, das an Mittelalter erinnerte, sah sie überall böse Zauberei. Bei jedem Rückschlag bestand sie darauf, dass Hexerei daran schuld sei. Zudem wurde jeder, der Susan behinderte oder beleidigte, als Hexe bezeichnet. Für Susan waren die überfüllten Straßen und obdachlosen Bevölkerungsgruppen in den Niederlanden, Frankreich und Spanien, Zeichen für das sich ausbreitende Böse auf der Welt.
Hexerei und damit der Teufel war ihrer Meinung nach für den wachsenden Schatten verantwortlich und sie mußte etwas dagegen unternehmen. Doch ihr erneuter Eifer das Böse auszurotten, wurde durch eine persönliche Tragödie unterbrochen. Während einer Reise nach Israel im Anschluss an ihre Europatour erlitt Susan eine Fehlgeburt.
Susan war am Boden zerstört durch den Verlust des Kindes, dass Allah ihr versprochen hatte. Auf der Suche nach jemandem, dem sie die Schuld geben konnte, dauerte es nicht lange, bis sie bei den Hexen landete. “Die Schwangerschaft sei in Europa verhext worden, erklärte sie, und dafür würden alle Hexen brennen.
” Zum Handeln getrieben kehrten die Frisch vermehlten nun in die USA zurück. Sie glaubten nicht nur, dass sie den Regeln des Islam folgten, sondern bezeichneten sich selbst als hasschins oder haschischrauchende Attentäter für Allah. Wie üblich verdrehte Susan die ursprüngliche Figur aus der islamischen Geschichte und erzählte Michael sie sein moderne Hexenjäger.
Susan bestand jedoch darauf, dass es nicht nur ein lehrer Titel sein würde. Sie musste Allahs Ruf folgen, das Böse in der Welt auszurotten, denn für sie war klar, dass sonst niemand es tun würde. Sie überzeugte Michael, dass ihre Entschlossenheit jetzt stärker sein musste als je zuvor. Es war wichtig zu missionieren und Hilfe für ihren bevorstehenden Krieg zu gewinnen, denn die Hexen würden sicherlich wehren.
Mit ihrer Mission im Kopf reiste das Paar entlang der Nordwestküste Kaliforniens. Sie verkauften Drogen und lebten einen nomadischen Lebensstil, um die Gegend kennenzulernen. Sobald sie die Städte gesehen hatten und wussten, wo die Lage am schlimmsten war, konnten sie entscheiden, wo sie zuerst zuschlagen würden.
1980 zogen sie nach San Francisco, überzeugt davon, dass es ein fruchtbares Jagdrevier sein würde. Für sie war ihre erfolgreiche Reise ein Zeichen Allah, dass sie die richtige Stadt gewählt hatten. Im berüchtigten Hate Ashberry Viertel blickten Michael und Susan finster auf die vielfältige Bevölkerung und die Verbreitung von Sünde.
Aufgrund ihrer verdrehten Überzeugungen waren Sexarbeiter, Bettler und Hippies abscheulich, aber nur ein Symptom eines größeren Problems. Begierig darauf, von der Straße wegzukommen, begaben sich die beiden zu einer Party, die von Susens Bekannten veranstaltet wurde. Doch im Inneren des Gebäudes behauptete Susan plötzlich überwältigende Übelkeit und Angst zu spüren.
Als sie die Tür zur Party öffneten, war der Grund klar: alle Anwesenden waren Hexen. Während die Musik pulsierte und sich die Körper wiegten, blickte Susan über die Menge hinweg zu einer einsamen Frau in einem schwarzen Kleid mit orangefarbenem Irokesenschnitt. Susan war fasziniert von der 22-jährigen Karen Barns mit ihrem Punk Rock Look und ihrem bezauberndem Tanz.
Als Susan der aufstrebenden Schauspielerin von ihren hellseherischen Gaben erzählte, schwärmte Karen, dass sie ebenfalls hellsichtig sei. Auch Michael fühlte sich zu Karen hingezogen. Sie hatte eine Aura, die ihn verzauberte. Wie Susan wollte er sie besser kennenlernen. Doch während Susan das Gefühl hatte, sie und Karen sein lange verlorene Schwester mit kompatiblen Sternzeichen, verspürte Michael möglicherweise eher eine körperliche Anziehung zu der jungen Frau.
Was auch immer ihre Gründe waren, es war für alle klar, dass Karen eine perfekte Ergänzung für Susens aufkeimenden Kult war. Abgesehen von allem anderen war sie gehorsam und schien offen für neue Erfahrungen zu sein. Kurz nach ihrem Kennenlernen lud Karen Michael und Susan ein bei ihr zu wohnen. Sie waren überglücklich in Karens Kellerwohnung einziehen zu dürfen.
Jetzt hatten sie eine Basis, von der aus sie ihre Pläne zur Ausrottung der Hexen in San Francisco umsetzen konnten. Unter einem Dach begann Susan Karen mehr über die Form des Islam zu lehren, die sie und Michael praktizierten. Die junge Frau war besonders fasziniert von der Idee der Hexen in San Francisco und der Rolle von Susan und Michael als Hascherins.
Um einen Beitrag zu leisten, widmete sie ihre Zeit dem Erlernen der Rituale, die Susan beschrieb. Eine Zeit lang herrschte Frieden im Haushalt. Doch mit den Wochen spürte Susan eine wachsene Abneigung gegenüber Karen und sie konnte einfach nicht herausfinden, warum. Im November 1980, in der Nacht von Ronald Dragons Wahl behaupteten sowohl Susan als auch Michael ein großes Übel zu spüren, dass das Land umhüllte.
In Panik teilte Michael Karen ihre Theorie mit, daß Ragan der Teufel sei, aber sie schien nicht überrascht. Tatsächlich sagte Karen laut dem Buch Cry for War, The Story of Susan and Michael Carson, dass sie bereits wusste, dass Reagan das Biest war. Sie zählte die Namen des gewählten Präsidenten auf, also Ronald Wilson Reagan.
Jeder Name enthielt sechs Buchstaben. 666. Susan war keineswegs beeindruckt von Karens Einsicht. Vielmehr fühlte sie sich durch deren wachsende Selbstgefälligkeit und Selbstsicherheit irritiert. Es war wahnsinnig nervig, eine so freidenkende Schülerin zu haben, aber das war nicht das einzige, was Susan störte.
In letzter Zeit hatte sie bemerkt, wie Karen und Michael miteinander flirteten. Gemäß ihrer Version des islamischen Glaubens war es Michael erlaubt, mehr als eine Ehefrau zu haben und es war Susans Pflicht, ihn dabei zu unterstützen. Doch in ihrem Herzen wusste Susan, dass sie Michael niemals eine andere Frau heiraten lassen könnte.
Er war Susans Seelenverwandter, ihr Schutzengel. Sie durfte nicht zulassen, dass Karen ihn ihr wegnahm. Zufälligerweise hegte Susan zur gleichen Zeit den wachsenden Verdacht, daß Karen tatsächlich eine Hexe sei. Eine Information, die sie mit Michael teilte. Karen war nicht nur eine Hexe, sondern Susan glaubte, sie sei die mächtigste Hexe in San Francisco.
Susan behauptete, dass seit dem Zusammenleben mit Karen ihre Kräfte und ihr Körper schwächer geworden sein. Die einzige Erklärung dafür sei eine Hexe im Haus. Es eine Prüfung, verkündete sie, ihres Glaubens und ihrer Beziehung. Karen müsse sterben und Michael müsse derjenige sein, der es tut. So konfrontierten die beiden Karen im Februar 1981, kurz nach ihrem 23.
Geburtstag mit der Anwesenheit einer Hexe in ihrem Zuhause. Karen bestritt die Anschuldigungen, aber Susan war nicht überzeugt. Als der Streit sich in die Küche verlagerte, schrie sie Michael an und drängte ihn, die Hexe zu töten. Michael griff nach einer Bratpfanne und schlug Karen damit auf den Kopf. Als sie zu Boden fiel, ergriff er ein Messer und stach immer wieder auf sie ein.
Zufrieden kicherte Susan, während Michael Karen wieder und wieder mit der Pfanne schlug. Susan behauptete, mit jedem Schlag spüre sie, wie Kraft in ihren Körper zurückkehre. Während Susan Kraft schöpfte, geriet Michael in Panik über den Mord, den sie gerade begangen hatten. Doch Susan versicherte ihm, sie würden eine wichtige Prophezeiung erfüllen, indem sie die gefährlichste Hexe der Stadt töteten.
Ihre Aufgabe in San Francisco sei erfüllt, sagte sie. Sie hätten genau das getan, wofür sie hierhergekommen waren. Nun sei es Zeit, weiterzuziehen. Sie verließen die Stadt zu Fuß und tramten nach Norden. Laut Susan hatte Allah noch viel Arbeit für sie. Jetzt, da sie den ersten Schlag gegen Hexen geführt hatten, konnte die eigentliche Jagd beginnen.
In Blut getauft, machten sich die vom Schicksal bestimmten Attentäter auf, die Welt für immer von Hexen zu befreien. In der nächsten Episode werden wir verfolgen, wie Michaels und Susans Jagd auf Hexen in einen blutigen Amoklauf ausartet. Serienkiller Mörder und ihre Geschichten ist ein Podcast von Bosepark Productions basierend auf einem Spotify Original.
Diese Folge wurde im amerikanischen Original geschrieben von Isabella Menciello, deutsche Produktion und Redaktion Mickey Sitic, Fabio Lautenschläger, Julia Ilan, Suholder und Chris Guse. Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt.
Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken. Es war düster in dem schmutzigen Motelzimmer. Die Luft war schwer vom Geruch des Benzins. Auf dem Bett saßen Susan und Michaelberg Carson über ein Haufen Utensilien gebeugt. Sie rüsteten sich für den Kampf.
Zu ihren Werkzeugen gehörten Limonadenflaschen, ein Benzinkanister und Lappen. Alles was man so braucht, um Molotofcocktails herzustellen. Sorgfältig füllten sie die Flaschen mit Benzin, verstopften sie mit Lappen und packten die Bomben in einen Rucksack. Mit ihrem selbstgebauten Arsenal wanderten die beiden in den Wald hinaus.
Bis vor kurzem war der Wald ihr zu Hause gewesen. Sie kannten die Menschen, die dort lebten, hatten ihr Essen und ihre Drogen mit ihnen geteilt, hatten in einem heruntergekommenen Baumhaus gelebt. Doch jetzt war es ein Kriegsgebiet und im Krieg war kein Platz für Sentimentalitäten. Vorsichtig, um keine ihrer Waffen fallen zu lassen, zog Michael eine Flasche aus dem Rucksack.
Er zündete den Lappen an und warf sie auf das Holzgebäude. Als die Flasche zerbrach, ging sie in Flammen auf und entzündete das Holz. Das Feuer raste die Wände entlang und tanzte in Susens Augen. Sie beobachtete es mit Freude, überzeugt, dass endlich ihr Krieg begonnen hatte. Hi, ich bin Diane Helscher. Abonniert uns direkt und gebt uns eine Bewertung.
Wir freuen uns sehr. Vielen Dank. Und ich bin Max Spalleck und das hier ist Serienkiller Mörder und ihre Geschichten. Heute beenden wir unseren Einblick in die Hexenkiller Michael und Susan Bear Carsen. Letztes Mal haben wir verfolgt wie ein Leben voller Visionen. Susan dazu brachte, ihre eigene pervertierte Form des Islam zu erschaffen und wie Michaels Wunsch nach einer Bestimmung ihn in Susans Einflussbereich brachte.
Schließlich überzeugte Susan getrieben von Eifersucht und Psychosen Michael dazu, ihr bei der Ermordung ihrer Freundin Karen Barns zu helfen. Heute folgen wir dem mörderischen Paar, das vor seiner Vergangenheit flieht, eine fehlgeleitete Kampagne startet, um seine Religion den Massen näher zu bringen und seine Mission fortsetzt, die Welt von Hexen zu befreien.
Jahrelang suchte Susan Barns nach einem Anhänger für ihre erfundene Religion, eine pervertierte Form des Islam. Michael Carson verbrachte währenddessen ein Großteil seines Lebens auf der Suche nach einer Sache, die seinem Leben Sinn geben würde. Als sich die beiden 1977 trafen, fühlte es sich wie Schicksal an.
Susan erzählte Michael, daß Allah sie mit Visionen beschenkt hatte, die göttlichen Anweisungen gleich kamen. Tatsächlich war ihre angebliche übersinnliche Fähigkeit jedoch ein Symptom dessen, was Experten für eine nicht diagnostizierte Schizophrenie halten. In jedem Fall deutet Susens Interpretation dieser Visionen als himmlische Botschaften eher auf ihre Verzweiflung hin, Kontrolle und ein Gefühl der Macht zurückzugewinnen, als auf etwas wirklich Göttliches.
Seit ihrer Kindheit führten Susens sogenannte Visionen dazu, dass sie sich zurückzog und sich von der Gesellschaft isoliert fühlte. Als Erwachsene brachte Susans erfundene Form der Religion ihr ein Gefühl von Kontrolle und Bedeutung und es ist wahrscheinlich, dass sie auch ihren Einfluss auf andere ausweiten wollte.
In einer Studie, die im Journal of Social Issues veröffentlicht wurde, fanden Forscher Aaron K und Richard Albert heraus, dass Menschen mit extremen Ideologien externer Kontrolle wie religiösem Fundamentalismus von dem Wunsch nach persönlicher Kontrolle und dem Gefühl, dass die Welt Sinn ergibt, motiviert sind. Vielleicht waren Susans extreme ideologische Fantasien ja Ausdruck eines verzweifelten Bedürfnisses, die Kontrolle über ihren chaotischen Geist wiederzulangen.
Seltsamerweise scheint es so, als ob ihre Paranoia über Hexen und einen bevorstehenden letzten Krieg ihr erlaubte, sich endlich mächtig zu fühlen. Und als Michael sich bereitwillig auf den Plan einließ, fand sie ihre wahre Bestimmung als Anführerin. Susan zögerte nicht lange, ihre neuewonnene Macht über ihren Liebhaber zu missbrauchen.
Anfang 1981 befahl sie dem 30-jährigen Michael ihre Freundin Karen Barnes zu ermorden und behauptete, Karen sei die mächtigste Hexe in San Francisco. In Wirklichkeit war Karens Mord durch die Eifersucht der 39-jährigen Susan motiviert. Aber in ihrem Eifer die flirtfreudige 23-jährige loszuwerden, sagte Susan Michael, es sei ihre Pflicht, sie zu töten.
Sie waren schließlich Krieger Allahs und dies war, was von ihnen verlangt wurde. Nachdem sie Karen gemeinsam brutal erschlagen und erstochen hatten, wussten sie, dass es an der Zeit war, die Stadt zu verlassen. Ob nun Allah auserwählte Krieger oder nicht, keiner von beiden wollte für seine Verbrechen gerade stehen. tramten sie nach Norden.
Schließlich gelangten sie in den Süden Oregons, aber ohne Geld und mit wenig Aussicht auf einen Job wagten sie sich in die Wälder in der Hoffnung, eine Unterkunft zu finden. Nach einigem ziellosen Umherirren waren sie hoch erfreut, eine leerstehende Hütte zu entdecken. Für Susan und Michael war die heruntergekommene schmutzige Baracke ein heiliges Zuhause, gesegnet von Allah.
Umgeben von der Natur hatten sie alles, was sie brauchten, ihren öppigen Drogenvorrat und einander. Eine Weile war es dort friedlich, doch schon bald wurde Michael unruhig bei dem Gedanken, die Polizei könnte sie aufspüren. Zum ersten Mal, so schien es, hinterfragte Michael, ob ihre halbgare religiöse Mission, die Welt von Hexen zu befreien, es wert war, dafür ins Gefängnis zu gehen.
Doch Susan wischte seine Bedenken beiseite und bestand darauf, dass Allah sie durch alle Herausforderungen des Lebens führen würde. Ihre Visionen waren jetzt stärker und das aus gutem Grund. Sie war nämlich nicht nur von der Herrlichkeit von Allahs Schöpfung umgeben, sondern konsumierte auch eine beträchtliche Menge Marihuana und anderer Drogen.
Diese intensiveren Visionen festigten Susens Überzeugung, ihre Sache war recht schaffen. In ihren Augen waren Susan und Michael echte Hexenjäger, beauftragt, einen weltuntergangsbringenden Heiligen Krieg zu beginnen. Allerdings war klar, dass sie keines dieser Ziele erreichen würden, wenn sie in den Wäldern Oregons vor sich hin vegetierten.
Aber bevor sie irgendwo hingehen konnten, mussten sie einen Plan fassen. Sie würden keine Apokalypse auslösen, indem sie ein oder zwei einzelne Hexen töteten. Normalerweise war es Susan, die Michael auf die Übel der Welt aufmerksam machte. Eine ihrer gottgegebenen Gaben beharte sie, war die Fähigkeit, Hexen zu spüren.
Aber nach vielen gemeinsamen Jahren hatte Michael einige Tricks gelernt und visierte ihr nächstes Ziel an. Nachdem er die Offenbarung des Johannes gelesen hatte, war Michael überzeugt, dass ihr ultimativer Feind der Teufel war, der Meister der Hexen. Er wußte auch, dass das irdische Symbol des Teufels 666 war.
und nutzte dieses Wissen, um zu folgern, dass der neigewählte Präsident Ronald Dragon der Teufel sei, der unter ihnen wandelte. Regagan mußte sterben, erklärte Michael, und es war sein Schicksal ihn zu Fall zu bringen. Susan, die ihre unheimliche Gabe der Voraussicht weiter unter Beweis stellte, sagte Michael, dass ihre Visionen seine Mission unterstützen.
Sie war vorher bestimmt. Doch anscheinend war Susans direkte Leitung zu Allah gestört, denn Michael war nicht dazu bestimmt, President Reagan zu ermorden. Er war allerdings nicht der einzige mit dieser Idee. Als Michael im März 1981 sah, dass ein anderer Mann, John Hinkley Jor, bei seinem Versuch, den Präsidenten zu töten scheiterte, war er außer sich vor Wut.
Doch während ihr Ehemann über den verpfuschten Attentatsversuch auf den Präsidenten grübelte, hatte Susan andere Sorgen. Nach über einem Monat in den Wäldern waren sie ohne Geld, Essen und Marihuana. Und wie immer war es Michaels Aufgabe, Susans Probleme zu lösen. Also beschloss er, dass Los Angeles der beste Ort für ihn wäre.
Dort könnte er Vorräte sammeln, die sie für den kommenden Konflikt brauchten. Zunächst wies Susan den Plan zurück, da sie Michael nicht aus den Augen lassen wollte, musste aber zugeben, dass es keine andere logische Lösung gab. Doch als er für die Reise packte, machte sich Michael Sorgen über den deutlichen Mangel an Nahrung.
Wie immer hatte Susan eine Antwort parat dank ihrer Visionen. Sie erklärte, dass ihre schwindenden Vorräte ein Zeichen Allah sein, dass sie eine große Fastenzeit durchstehen müsse, während Michael weg war. Es würde eine heilige Erfahrung werden. So machte sich Michael bestärkt durch Susans Glauben, auf den Weg mit der Absicht, mit Nahrung und neuem Elan für seine Pflicht zurückzukehren.
Er tramte Richtung Süden und erreichte Los Angeles im Mai 1981. Dort steuerte er direkt Venis Beach an, das für seine Hippibevölkerung und den Überfluss an Drogen bekannt war. Obwohl er mit dem klaren Ziel nach LA aufgebrochen war, Vorräte für Susan zu beschaffen, verlor Michael ohne ihre Führung den Fokus.
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