Wahre Verbrechen I Der Tote im verlassenen Haus T – Part 3
Anstatt also Nahrung und Drogen zu sammeln, um sie nach Oregon zurückzubringen, stahl er Papier und Marker, um Schilder anzufertigen, die die Welt vor dem bösen Ronald Regag warnen sollten. In dem Wunsch, eine klare einheitliche Botschaft zu präsentieren, beschmierte Michael auch die öffentlichen Toiletten am Venis Beach mit Phrasen wie Revolution, jetzt Tod und Allahuakbar.
Arabisch für Allah ist der größte. Dann hängte er die Schilder in bei touristen beliebten Gegenden auf, vielleicht in der Hoffnung, sie würden helfen, seine Botschaft in der ganzen Welt zu verbreiten. Während er Poster in Venice aufhängte, fühlte Michael, wie ihn die Inspiration packte und er sammelte mehr Papierfetzen, um seine Gedanken festzuhalten.
Schon bald schrieb er eine Abhandlung über seine und Susans Mission. In seinen Kritzeleien verurteilte er Präsident Dragon und dessen Regierung sowie Religionen, von denen er glaubte, sie hätten durch Abmachungen mit dem Teufel zu viel Macht erlangt. Während er schrieb, wurde Michael klar, was seine wahre Bestimmung war, der Welt zu predigen und sie die Wahrheit sehen zu lassen.
Er würde Susan als die Prophetin präsentieren, die er in ihr sah. Gefangen in seiner neu entdeckten Berufung dauerte es auch mehrere Tage, bis Michael sich überhaupt daran erinnerte, dass seine Frau in den Wäldern am Verhungern war. Er war über eine Woche weg gewesen und auch wenn Allah das Fasten angeordnet hatte, es war immer noch eine sehr lange Zeit ohne Nahrung.
In Panik machte er sich auf den Weg nach Norden. Unterwegs durchsuchte er Müllcontainer und wühlte im Abfall nach Essensresten, die er seiner Frau mitbringen konnte. Zurück in der Hütte stand Susan kurz vor dem Verhungern. Der Nahrungsmangel stürzte sie in einen Warnzustand, den sie als Intensivierung ihrer psychischen Visionen deutete.
Doch die Dinge, die sie sah, waren alles andere als angenehm. In der Dunkelheit des Waldes suchte der Teufel und seine Diener Susanheim und spielten mit ihrem ohnehin schon labilen Geisteszustand. Geister und Hexen erschienen, um sie zu quälen, bevor der Teufel kam, um von der 39-jährigen Besitz zu ergreifen. Als Michael zwei Wochen nach seiner Abreise zurückkehrte, schrie Susan zusammenhangslos und brüllte Menschen und Monster an, die er nicht sehen konnte.
Doch mit etwas Nahrung kehrte sie in die Realität zurück und das Paar tauschte seine jüngsten Erfahrungen aus. Michael war begeistert davon, Susan von seiner neu entdeckten Berufung zu erzählen. Er weite sie in seinen Plan ein, den Islam in ganz Los Angeles und hoffentlich der ganzen Welt zu verbreiten. Alle großen Religionen bräuchten einen Schreiber, erklärte er ihr, und er sei der ihre.
Er fühlte sich verpflichtet, ein Manifest zu verfassen und zu verbreiten, daß die Welt mit Sicherheit verändern würde. “Dies würde endlich den heiligen Krieg entfachen,” verkündete er. “Ihre Mission, Hexen zu jagen, blieb unverändert, aber jetzt wusste er, dass sie ihre Botschaft unterwegs predigen mussten. Alles war so klar.
” Es war eine Klarheit des Ziels, die dem Paar bis zu diesem Moment gefehlt hatte, und es trieban. Mit einem frischen Vorrat an Nahrung und motiviert, ihre verdrehte Mission auszuführen, waren sie bereit, in den Krieg zu ziehen. Es ist möglich, dass das Paar in der Bedeutungslosigkeit versunken wäre, langsam in den Wäldern dahin siechend, während Michael ein wirres Dokument über ihre Religion verfasste.
Doch da sie in einem Haus lebten, das ihnen nicht gehörte, war es nur eine Frage der Zeit, bis sie gehen mussten. Und im Sommer 1981 erhielten Susan und Michael ein Zeichen von Allah, dass es Zeit war weiterzuziehen. Dieses Zeichen kam in Form eines Parkwächters, der sie von dem Grundstück verwies, was bewies, dass ihr Allah keineswegs subtil war.
Also nahmen sie den Wink von oben an, packten ihre Sachen und tramten in den Südwesten. Da ihre einzige Einnahmequelle der Verkauf von Marihuana war, schickte Susan Michael zu ihren Marihuana anbauenden Bekannten in Nordkalifornien. Er bettelte sie um einen Vorrat für ihre Reise an mit dem Versprechen, ihn das Geld später zurückzuzahlen.
In der zweiten Hälfte des Jahres 1981 reisten sie dann durch Arizona, New Mexico und Colorado, verkauft Mariuana, während Michael an seinem Manifest arbeitete. Michael schrieb alles auf, was er über ihre Religion wusste. Das meiste davon kam von Susan. So enthielt der entstehende Text Beschreibung von Susens Visionen und ihre Anweisung, wie man Hexen am besten tötet, sowie wirre Ausführung über die aktuelle Weltordnung.
Die Weltregierungen und Religionen stünden unter der Kontrolle des Teufels”, schrieb Michael. Und der einzige Weg Veränderungen herbeizuführen, sei durch Heiligen Krieg und Apokalypse. Die Apokalypse, so beschlossen die beiden, würde in Form eines nuklearen Holocausts kommen. Daher fungierte das Buch als Anleitung, wie man dieses Ereignis auslösen könnte.
Die Anweisungen nahmen hauptsächlich die Form einer Liste von Attentatzielen an, deren Tod sicherlich einen massiven Weltkrieg auslösen würde. Die Aufstellung umfasste die britische Premierministerin Margaret Thatcher, Papst Johannes Paul II. Den Late Night Moderator Johnny Carson und natürlich Präsident Ronald Reagan.
Michael und Susan konzentrierten sich auf diese Ziele, weil sie glaubten, daß sie im Widerspruch zu ihrer religiösen Agenda stünden. Es war ein vertrauter Schachzug, den viele religiöse Fundamentalisten und Terroristen angewandt haben, um Engagement für ihre Ideale zu erzeugen. In einem Artikel in der Zeitschrift Political Psychology argumentiert Dr.
Wan, dass Menschen ihr Selbstverständnis in Beziehung zu ihren wahrgenommenen Feinden und Verbündeten entwickeln. Je mehr eine Person das Gefühl hat, dass ihre politischen oder religiösen Überzeugungen bedroht sind, desto mehr wird sie sich auf ihre Feinde fixieren. Indem sie zur Tötung von Weltführern und anderen prominenten Persönlichkeiten aufriefen, hofften Michael und Susan möglicherweise ihre Überzeugung zu verteidigen, ihre Macht zu festigen und ihre Ideen noch weiter zu verbreiten.
Andererseits ist es auch möglich, dass dem Paar die Weitsicht für diese Art von Planung fehlte. Vielleicht improvisierten sie einfach, während sie weitermachten. Mit ihren eindringlichen Aufrufen zum Handeln, die ihre Vision abrundeten, war das Manifest fertig. Etwa zur gleichen Zeit, etwa Anfang 1982, ging dem Paar das Geld aus und sie beschlossen, dass es das Beste wäre, nach Kalifornien zurückzukehren mit Kopien ihres Manuskripts unter den Armen.
Neben der Suche nach Konvertiten waren die beiden auf der Jagd nach einer neuen Einkommensquelle. Und wie es in den vergangenen Jahren ihrer Gewohnheit gewesen war, folgten sie wahrscheinlich der Drogenlieferkette in der Hoffnung zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Als sie durch Kalifornien tramten wurden sie von einem einheimischen Fahrer mitgenommen, der ihn freundlicherweise einen Platz zum Übernachten auf seinem Grundstück anbot.
Der Mann Patrick genoss die Gesellschaft des seltsamen Paars so sehr, dass er einwilligte, Marihuana an Stelle von Miete zu akzeptieren. Tief in den Wäldern stand das Baumhaus in der Nähe von behelfsmäßigen Strukturen und Zelten in einer Art Kommune. Michael und Susan waren begeistert von der Situation. Nicht nur hatten sie einen Platz zum Übernachten, sondern Patrick schien auch ein idealer neuer Jünger zu sein, wenn sie ihn für sich gewinnen könnten.
Als er sie bei der Hütte absetzte, luden sie ihn ein, noch eine Weile zu bleiben und den Abend zu genießen. Doch in dieser Nacht, als die drei am Feuer saßen und rauchten, spürte Susan eine Veränderung. Patrick, so entschied sie, kam ihr zu nahe. Genau wie Karen versuchte er sich zwischen sie und Michael zu drängen und das konnte sie nicht zulassen.
Sie gab ihre Pläne auf Patrick zu bekehren und wurde stattdessen aggressiv gegenüber ihrem freundlichen Gastgeber. Sie schrie ihn an, sie in Ruhe zu lassen und befahl ihm sein eigenes Grundstück zu verlassen. Verwirrt von ihrem Verhalten fragte Michael Susan, was denn los sei. In diesem Moment erzählte sie ihm die Wahrheit.
Patrick war ein Hexer. Am nächsten Morgen kehrte Patrick zurück, um seinen Gästen mitzuteilen, dass sie gehen sollten. Doch da sie ihm bereits die Miete für einen Monat gezahlt hatten, weigerten sich Michael und Susan. Nach Susans eratischem Verhalten ist es wahrscheinlich, dass Patrick zu verängstigt war, um die Angelegenheit weiterzu verfolgen.
So blieben Michael und Susan noch ein paar Wochen und ließen sich in dieser skorilen Gemeinschaft im Wald nieder. Sie verkauften den Rest ihres Mariuanas an die Einheimischen im Tausch gegen andere lebenswichtige Dinge, schlossen aber keine Freundschaften. Susan war einfach zu aggressiv und bizarr. Wie immer entsprang Susens Aggressivität ihrem paranoiden Glauben, dass das Böse sie umgab.
Während ihrer Zeit im Wald von Bixer vertraute sie sich Michael an. Alle um sie herum sein Hexen. Als Patrick und ein Freund von ihm zurückkehrten, um sie zum Gehen aufzufordern, leisteten die beiden nicht viel Widerstand. Umgeben von Dienern des Teufels konnten sie hier nicht glücklich werden. Sie gingen, planten aber zurückzukommen.
Am nächsten Tag kauft Michael und Susan mit dem wenigen Geld, dass sie hatten, Vorräte an einer Tankstelle, Benzin, Lappen und Limonadenflaschen. In einem schäbigen Motelzimmer stellten sie Molotof Cocktails her und bereiteten sich darauf vor, die Hexen zu verbrennen. Hier bei Serienkiller geht’s gleich weiter. In der Abenddämmerung kehrten die beiden in den Wald zurück, bewegten sich leise durchs Unterholz.
Als sie die Hütte erreichten, war es bereits dunkel, aber das sollte sich bald ändern. Michael zündete die erste Bombe und warf sie auf das Baumhaus. Innerhalb von Sekunden tanzten Flammen durch die Holzkonstruktion, während Susan vor Freude kicherte. Ihr nächstes Ziel war Patrick Hütte. nur einen kurzen Spaziergang entfernt.
Frustriert darüber, daß die Tür verschlossen war und er nicht hinein konnte, um den Ort auszurauben, setzte Michael die Veranda der Hütte in Brand und zog weiter. Als er durch die Bäume wanderte, hielt er an einem leeren Zelt an und stöberte darin herum. Im Inneren fand er eine Pistole und steckte sie ein.
Zufrieden mit dem angerichteten Chaos zogen sich Michael und Susan zurück und warfen eine letzte Bombe in das Zelt einer besonders üblen Hexe. Sie waren stolz auf ihre Bemühungen und sicher, dass sie als Krieger Allahs einen großen Schlag gelandet hatten. Es sollte ein Signal an die Hexen entlang der Küste senden, dass geschickte Jäger ihnen auf den Fersen waren.
In Wirklichkeit gelang es Michael und Susan aber nicht jemand mit ihrem heimtürkischen Angriff zu verletzen. Die Brände zerstörten zwar mehrere Gebäude auf Patrick Grundstück, aber keine Menschen kam zu Schaden. Immer noch überzeugt davon, auf dem richtigen Weg zu sein, setzten Michael und Susan ihre Reise durch Kalifornien fort und kamen schließlich im Frühjahr 1982 im Humbold County an.
Die Gegend war bevölkert von Weltuntergangspreppern und mehr als ein paar Mariuana Plantagen, was wie die perfekte Umgebung für die Bear Carsons erschien. In diesem friedlichen Fleckchenparadies fanden sie Arbeit und Unterkunft auf einer Cannabisfarm. Doch es gab andere Menschen, die auf dem Grundstück lebten und arbeiten und Michael und Susan kamen nicht gut mit anderen aus.
Die harte Arbeit in der Hitze der Westküste verkürzte die Zündschnur von allen und die Neuankömmlinge gerieten schnell mit all ihren neuen Kollegen aneinander. Wenig überraschend beschrieben ihre Mitarbeiter das Paar als Verrückte und Unruhestifter, da die beiden immer auf Streit auszusein schienen. Susen nahm Anstoß an den Anbautechniken und dem säkulären Lebensstil der Gemeinschaft sowie an allem anderen, was sie störte.
Obwohl niemand das Paar zu mögen schien, wurden sie geduldet. Doch die Dinge verschlechterten sich, als der 26-jährige Clark Stevens auf der Plantage ankam. Clark war ein Freund und kürzlich geworen Geschäftspartner des Farmbesitzers und sorgte für Aufregung. Vorhersehbarerweise waren Michael und Susan besonders verärgert über Clark, den sie arrogant fanden.
Er kam aus Los Angeles, einer Stadt, die laut Susan von Hexen verseucht war. Daher repräsentierte er die Verdorbenheit und das Böse der modernen Welt. Es dauerte nicht lange, bis Meinungsverschiedenheiten zwischen Mike und Clark in Schreiduellen ausarteten. Im Gegensatz zu vielen anderen Arbeitern auf der Farm war Clark genauso stur wie Michael und weigerte sich nachzugeben.
Einmal beleidigte Clark Susan, als ihr Mann nicht in der Nähe war, was sie rasend machte. Sie eilte zu Michael, um ihm von Clarks offenkundiger Respektlosigkeit zu berichten und behauptete, dass Clark durch die Beleidigung einer Frau ihren islam nahen Glauben bespuckt hätte. Sie sagte Michael, es sei seine Pflicht, ihre Ehre zu verteidigen und erinnerte ihn daran, dass Allah ihnen eine Waffe genau für diesen Zweck gegeben hatte.
Es seine Prüfung, beharrte sie. Mit der richtigen Waffe gegen ihren Feind gebäbe es keine akzeptable Entschuldigung für Untätigkeit. So steckte Michael eines Morgens im Mai 198 seine Pistole in den Hosenbund, als er zur Arbeit ging. Früh am Tag trafen das Paar und Clark auf der Farm aufeinander. Sie sagten ihm, sie müssten reden und führten ihn zu einer abgelegenen Ecke des Grundstücks.
Als sie außer Höherweite der anderen Arbeiter waren, richtete Michael die Waffe auf Clark. Die Aufregung des Moments war zu viel für Susan, die jetzt kicherte und schrie und ihren Mann anfeuerte. Er gehorchte ihren Befehlen und drückte mehrmals ab. Mit ihrem regungslosen Feind zu ihren Füßen bestand Susan darauf, die Leiche zu verbrennen.
Es war der einzige Weg, um sicherzustellen, dass eine Hexe wirklich tot war. Vorbereitet wie immer holte Susan einen Kanister Kerosin hervor und über Gos Clarks blutigen Körper damit. Mit Freude ließen sie ein brennendes Streichholz fallen und sahen zu, wie die Flammen sein Fleisch verzehrten. Als der Körper nicht mehr brannte, bedeckten sie die Überreste mit Dünger und machten sich auf den Weg.
Zwei nervöse Tage lang arbeiteten sie, als wäre nichts geschehen. Doch schließlich überkam die Angst. Sie packten ihre wenigen Harbseligkeiten und flohen. Das Paar hielt sich an diesem Abend in einer nahe gelegenen Stadt versteckt und als der Morgen graute, machten sie sich auf den Weg zur Autobahn, um per Anter zu fahren.
Doch bevor sie einen Fahrer überreden konnten, sie mitzunehmen, hielt ein Polizeiwagen neben ihnen. Der Polizist am Steuer wollte den Weg zu einer örtlichen Farm wissen, ausgerechnet zu der Plantage, auf der sie gerade Clark ermordet hatten. In Panik, aber in der Hoffnung, Zeit zu gewinnen, gab das Paar dem Polizisten falsche Anweisung und sah zu, wie er mit heulender Sirene davon fuhr.
In der Gewissheit, dass sie auf den Straßen gefasst würden, entschieden sich Michael und Susan dafür, zu Fuß in die Wälder zu gehen. In dieser Nacht kampierten sie unter freiem Himmel. Vielleicht in der Hoffnung, dass der nächste Morgen die perfekte Gelegenheit bringen würde, aus Humboldt County zu entkommen.
Doch zu ihrem Entsetzen erwachten sie am nächsten Morgen von den Geräuschen der Behörden, die den Wald durchkämten. Sie waren auf der Suche nach einem vermissten Wanderer, aber das Mörderpaar war sich sicher, dass die Polizei hinter ihnen her war. Erschrocken rannten Michael und Susan in verschiedene Richtungen davon, ohne ihre Taschen mitzunehmen.
In ihrer Verzweiflung zu entkommen, rannte Susan tiefer in den Wald, bis die uniformierten Suchtrups aus Sicht waren, während Michael zurück zur Straße lief. Innerhalb weniger Minuten spürten Suchhunde ihre zurückgelassenen Rucksäcke auf. Darin fanden die Ermittler Marihuana Kugeln einen gestohlenen Ausweis und das wirre religiöse Manuskript mit dem Namen des Autors Michael Bär.
Auf den Seiten gab es wenig Bemerkenswertes, abgesehen von der umfangreichen Liste der Attentatsziele. Nach dem Attentat auf den Präsidenten im Vorjahr nahmen die Polizisten kein Risiko in Kauf und meldeten den Fund den höheren Behörden. Wer auch immer er war, Michael Bär stellte nun eine Bedrohung für die nationale Sicherheit dar.
Obwohl die Polizei die Fingerabdrücke des Manuskripts registrierte, konnten sie keine Aufzeichnungen über den Autor des Textes Michael Bear finden. Es stellte sich heraus, dass Michael seinen Namen nie offiziell von James Carson geändert hatte. Anscheinend glaubte er, Susans Verkündung seines neuen Namens sei offiziell genug.
Trotz der Verwirrung wurde Michaels wahre Identität immer klarer. Auf der anderen Seite der Stadt entdeckte einen Hund Clark Stevens verkohlte Überreste und die Polizei wurde gerufen. Michaels Name tauchte bei den polizeilichen Befragung der Farmarbeiter häufig auf und er rückte schnell an die Spitze einer kurzen Liste von Verdächtigen.
Während die Ermittler glaubten, sie würden Clarks Mörder auf die Spur kommen, war Michael bereits in Los Angeles. Hunderte Meilen von Humold County entfernt atmete er auf. sicher, dass er dem Verdacht entkommen war. Er fühlte sich vielleicht entspannt, als er durch Alhambra im Osten der Stadt lief, aber sein Frieden sollte nicht lange wären.
Ohne Vorwarnung umzingelten Polizisten den 31-jährigen und forderten ihn auf, die Hände zu heben. Als er auf die Rückbank eines Polizeiwagens verfrachtet wurde, war Michael sicher, dass alles vorbei war. Irgendwie hatten sie ihn gefunden. Trotzdem wollte er es ihnen nicht leicht machen. Bei einer schnellen Durchsuchung übersahen die verhaftenden Beamten irgendwie die Pistole, die in seiner Hose steckte.
Geistes gegenwärtig zog Michael die Waffe heraus und versteckte sie im Fond des Polizeiwagens. Auf der Wache angekommen, gab er einen falschen Namen an und posierte für ein Foto, bevor er in ein Verhörraum geführt wurde, um auf die Befragung zu warten. Als die Ermittler endlich eintrafen, um ihn zu befragen, war klar, dass sie keine Ahnung von Michaels tatsächlichen Verbrechen hatten.
Er war im Rahmen der Suche nach einem Vergewaltigungsverdächtigen festgenommen worden. Da Michael in diesem Punkt wahrheitsgemäß antworten konnte, beteuerte er seine Unschuld. blieb ansonsten aber schweigsam. Es dauerte nicht lange, bis das Opfer Michael als Täter ausschloss. Damit war er frei zu gehen. Mit der Erkenntnis, dass es ein Fehler gewesen war, nach Los Angeles zu kommen, tramte Michael so schnell wie möglich aus der Stadt.
Wieder einmal war die Polizei Michael einen Schritt hinterher. Während er aus Los Angeles flog, fand ein Beamter die Waffe, die er im Streifenwagen versteckt hatte. Als klar wurde, dass es ein Fehler gewesen war, ihn gehen zu lassen, gab die LAAPD eine landesweite Fahndung heraus.
Allerdings verwendeten sie dabei den falschen Namen, den Michael auf der Wache angegeben hatte, Richard Irata. Knapp tausend Kilometer entfernt in Humboldt County erkannten Beamten diesen Namen von dem gestohlenen Ausweis, den sie aus Michaels Rucksack gezogen hatten. Die beiden Polizeibehörden arbeiteten zusammen und konnten Clark Stevens Mord mit Michaels Waffe in Verbindung bringen.
Doch als die Ergebnisse vorlagen, war Michael bereits über alle Berge. Tatsächlich war Michael auf dem Weg Susan vereinbarten Treffpunkt in Sonara zu treffen. etwa 160 km östlich von San Francisco. Nur eine Woche nach ihrer hektischen Trennung waren Michael und Susan wieder vereint. Es wäre vielleicht ein guter Zeitpunkt gewesen, unterzutauchen und die Lage zu beruhigen, aber Susan hatte noch nie etwas von guten Ideen gehalten, also bestand sie darauf, dass ihre Visionen den Beginn des Heiligen Krieges ankündigten. “Sie dürften keine Angst
vor einer Verhaftung haben,” sagte sie Michael, nicht jetzt, wo sie die Chance hatten, die Endzeit einzuleuten. Es scheint, dass das Paar nach den jüngsten beinahe Verhaftungen befürchtete, nie die Gelegenheit zu bekommen, ihren großen Plan zu vollenden. Sie waren Propheten, dessen waren sie sicher.
Wenn sie den heiligen Krieg herbeiführen wollten, musste es jetzt sein. Und wenn sie dadurch zu Meerern würden, dann sei es ebenso abzuwarten war nicht ihr Stil. Also machten sie sich erneut auf den Weg. Susans hellseherischer Kompass führte sie in die Stadt Portland. Doch nachdem sie einige Wochen bei einem Freund gewohnt hatten, erreichten sie nichts nennenswertes.
Als sie merkten, dass die Stadt nicht der richtige Ort für sie war, strahlen sie eine Waffe und flohen. Irgendetwas zog sie Ende 1982 zurück nach Kalifornien und so kehrten sie 7 Monate nach dem Mord an Clark Stevens zurück. Und da Michael die Waffe in Los Angeles verloren hatte, war er nun wieder bewaffnet und bereit auf Susans Kommando abzudrücken.
Als das Jahr 1983 anbrach, wanderten die beiden ziellos eine Autobahn nahe Bakersfield entlang. Am 11. Januar rasten Auto um Auto an dem Paar vorbei. Niemand wollte etwas mit den ungewaschenen, verrückt aussehenden Gestalten zu tun haben, bis schließlich ein Pickup eine plötzliche Kehrtwende machte und auf sie zufuhr.
Als sich das Auto näherte, flüsterte Susan Michael zu, dass der Fahrer, der 30-jährige John Hellier ein Hexer sei, den sie töten müssten. In der letzten Zeit hatten sie wenig Gelegenheiten gehabt. Doch nun belohnte Allah ihre Geduld, indem er ihnen ein Dämonen direkt vor die Füße lieferte. Oft waren die Hexen, die Susan auswählte, Fremde, denen sie zufällig begegneten.
In diesem Fall war John großzügig. Er bot nicht nur an, sie zu seinem Zielort Santa Rosa zu fahren, sondern auch sie bei einem Freund übernachten zu lassen. Doch diese Freundlichkeit trug nicht dazu bei, Susans willkürlichen Hass zu zerstreuen. Daher beschrieb der Kriminalpsychologe Dr. Eric Hicky Susans und Michaels Verbrechen als spontan und opportunistisch.
Anders als andere Serienmörder waren sie keine Raubtiere im traditionellen Sinne. Susans wechselnde Kriterien dafür, was eine Hexe ausmachte, machten ihre Angriffe unvorhersehbar. Und an diesem kühlen Januartag entfachte etwas an John Hallas Susans Hass. Sie beschloss, dass er sterben musste. Zusammengequetscht in Johns Pickup scheuten sich Susan und Michael nicht ihren Fahrer zu beschimpfen.
Sie nörgelten an seiner Musikauswahl und seinem Fahrstil herum Kleinigkeiten, die sie störten. Doch als Johns Bein Susans Sitz streifte, wusste sie, dass er den Tod verdiente, aber noch nicht. Zunächst nahmen sie das Angebot einer Übernachtungsmöglichkeit dankend an. Am nächsten Morgen war Susan zum Töten bereit.
Sie waren erst eine kurze Strecke gefahren, als ihre Augen zu Michael blitzten, was er als Zeichen zum Angriff verstand. Er griff über den Sitz und riss das Lenkrad hart nach rechts. John kämpfte darum, die Kontrolle über das Fahrzeug wieder zu erlangen, hob aber die Hände, als Michael seine Waffe zog.
Als der Pickup am Straßenrand zum Stehen kam, sprang John in einem verzweifelten Fluchtversuch heraus. Nicht gewillt, diesen Hexer entkommen zu lassen, nahm Michael und Susan die Verfolgung auf. Während Michael auf und abging und die Waffe auf John richtete, schlich sich Susan von hinten an ihr Opfer heran und zog ein Messer aus ihrer Tasche.
Johns Augen waren noch immer auf die Pistole in Michaels Hand gerichtet, als Susan ihm das Messer in den Rücken stieß. Entzückt von ihrer Rolle bei diesem Angriff, huschte Susan davon und gab Michael freie Schussbahn. Doch er zögerte und John ergriff seine Chance. Er rannte um das Auto herum und versuchte es zwischen sich und seinen Angreifern zu halten.
Etwa 10 Minuten lang jagten die drei aneinander um den Pickup, während Passanten verlangsamten, um zu sehen, was da los war, bevor sie weiterfuhren. Während der Patzsituation gelang es Susan noch ein paar Mal auf John einzustechen, bevor Michael endlich abdrückte. Mit Susans Anfeuerungen schoss er mehrmals auf John.
Zu diesem Zeitpunkt hatte einer der vorbeifahrenden Autofahrer es geschafft, die Polizei über die Situation zu informieren. Während Michael und Susan triumphierend über Johns leblosen Körper standen, durchschnitt das entfernte Geräusch von Sirenen den Lärm der Autobahn. Als sie die Polizei hörten, zog Susan Johns Leiche von der Straße und eilte zurück zum Lastwagen.
Als Michael sich auf den Beifahrersitz geworfen hatte, brausten sie davon, vielleicht mit einem Stoßgebet, dass sie der Verhaftung erneut entkommen würden. Doch die Polizei war ihnen dicht auf den Fersen. Sie fanden John Helliers Leiche innerhalb von Minuten und über Polizeifunk wurde in der ganzen Stadt bekannt gegeben, dass die Mörder in einem gestohlenen Fahrzeug unterwegs waren.
Die Verfolgungsjagd erstreckte sich über zwei Landkreise, bevor die Streifenwagen die Hexenkiller schließlich einkreisen konnten. Abgelenkt von den heulenden Sirenen und blinkenden Lichtern verlor Susan die Kontrolle über den Lastwagen und krachte in einen Graben. In ihrer Verzweiflung ließen Susan und Michael das nutzlose Auto zurück und rannten in den nahgelegenen Wald.
Sie kam jedoch nicht weit über die Baumgrenze hinaus, bevor sie endlich gefasst wurden. Nach der Verhaftung kam die Wahrheit über Michael und Susans Identitäten ans Licht. Zusätzlich zu den Anklagen wegen John Harleym wurden sie auch mit der Tötung von Clark Stevens im Vorjahr in Verbindung gebracht.
Als sich der Fall im Frühjahr 1983 weiterhinzog, weigerte sich Susan mit ihrem Anwalt zusammenzuarbeiten oder bei den Anhörung etwas zu sagen. Michael schien seinerseits enttäuscht über die mangelnde Aufmerksamkeit der Presse, die er und Susan erhielten. Vielleicht hatte er gehofft, ihre Verhaftung würde Menschen für ihre Sache gewinnen, aber er hatte kein solches Glück.
Als die Dinge nicht so liefen, wie er es wollte, ergriff Michael drastische Maßnahmen. Im März 1983 handelte er einen Deal aus. Er gestand den Mord an Karen Barns im Jahr 1981, den die Polizei dem Paar noch nicht zugeordnet hatte. Im Gegenzug verlangte er die Möglichkeit bei einer Pressekonferenz mit den Medien zu sprechen.
Die Verhandlungen dauerten Wochen, aber schließlich einigte man sich auf die Bedingungen. Michael und Susan würden ihren Moment im Rampenlicht bekommen. So versammelten sich im April 1983 Journalisten aus Santa Rosa und San Francisco im Gefängnis, um an der versprochenen Pressekonferenz teilzunehmen. Niemand wusste genau, was zu erwarten war, aber sie hofften, es würde genug Stoff für ein oder zwei kleine Geschichten geben.
Doch als es losging, zeigte Michael keine Anzeichen, die Veranstaltung frühzeitig zu beenden. Er schwafelte über seine und Susans Religion, ihre Komplexität und die Notwendigkeit eines Heiligen Krieges. Er sprach von der Boshaftigkeit der Hexen und von Susans übersinnlichen Visionen. Michael redete mindestens sechs Stunden lang und erklärte die Gesamtheit ihres Glaubens und die brutalen Details jedes Mordes.
Es ist unklar, wie viel Material von der Konferenz der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, aber es scheint, als hätten die Hexenjäger endlich die Aufmerksamkeit erhalten, die sie ihrer Meinung nach verdienten. Susan saß still neben Michael, einer schweigende Beobachterin. Plätzlich hatte sie ihn zu diesem Moment geführt.
Er hatte eine Sache gefunden, für die er kämpfen konnte. Es war die perfekte Verbindung. Trotz ihres öffentlichen Geständnisses pläierten beide auf nicht schuldig, als es im Juni 1984 zum Prozess wegen Karens Mord kam. Sie beriefen sich auf Notwehr. Als die Geschworenen sie für schuldig befanden, schrie Michael wiederholt: “Nieder mit der Königin.
” Währenddessen stand Susan auf und kreischte. Was ist mein Verbrechen? Was ist mein Verbrechen? Schön zu sein, eine Künstlerin zu sein? Für ihre Verbrechen, nicht für Schönheit oder Kunst, wurden Susan und Michael noch zweimal vor Gericht gestellt und zu jeweils drei lebenslangen Haftstrafen verurteilt.
Eine Jury ihrer Mitbürger erklärte sie für schuldig, aber das reichte nicht aus, um das Mörderpaar davon zu überzeugen, dass sie im Unrecht waren. Ihr Plan, die Welt vom Bösen zu befreien, war gerecht. Darauf beharrten sie. Er war richtig. Es war Allahs Wille. Sie befinden sich bis heute in getrennten Gefängnissen. Susan hat niemanden mehr, den sie anführen kann und Michael hat keine Sache mehr, für die er kämpfen kann.
Sie sind einfach allein. Serienkeller Mörder und ihre Geschichten ist ein Podcast von Bosepark Productions basierend auf einem Spotify Original. Diese Folge wurde im amerikanischen Original geschrieben von Isabella Menello, Deutsche Produktion und Redaktion Mickey Sitic, Fabio Lautenschläger, Julia Ilan, Suholder und Chris Guse
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