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Warum Offenbach boomt und Rüsselsheim bangt T

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By sonds1
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Warum Offenbach boomt und Rüsselsheim bangt  

 

Offenbach. Die hässliche Schwester von Frankfurt verwandelt sich gerade in einen Schwan. Das Lebensgefühl hier in  Offenbach ist auf jeden Fall ein  sehr, sehr Positives. Die Autostadt Rüsselsheim hingegen fährt gefühlt voll gegen die Wand. Es geht alles bergab, weil es ist nicht mehr so wie früher. Mex will wissen: Was ist das Geheimrezept für Offenbachs Aufstieg und kriegt die Opelstadt Rüsselsheim doch noch die Kurve? Offenbach hat lange mit seinem schlechten Image gekämpft.

Aber heute wächst die Stadt schneller als viele andere Kommunen in Hessen. Neue Unternehmen wie Samson, BYD und Lorenz siedeln sich an, Startups kommen, ehemalige Industrieflächen werden entwickelt. Neubaugebiete hier am Main und auch so der Markt hier den Besuch wir gerne. Und ansonsten denke ich schon, dass die Offenbacher glücklich sein können über die Entwicklung.

Offenbach In Zahlen Rund 145.000 Einwohner, mehr als 11.000 Unternehmen, starke Kreativ- und Dienstleistungswirtschaft, hohe Gründungsdynamik. Die Situation kann man in zwei Zahlen ganz besonders gut beschreiben, im Moment: Im Jahr 2024, hatten wir einen Zuwachs von 9 % Arbeitsplätzen und damit waren wir auf Platz eins in ganz Deutschland.

Das heißt, in keiner anderen Stadt sind verhältnismäßig mehr neue Arbeitsplätze entstanden. Und mit den jetzt aktuell verfügbaren Zahlen Mitte 2025 ist, wenn man auf uns guckt, die Zahl der Arbeitsplätze so hoch wie seit 51 Jahren nicht mehr bei uns. Nach außen hin verbindet sich der Erfolg mit einem einzigen Mann Offenbacher Oberbürgermeister Felix Schwenke.

Doch er sagt nur als Team gewinnt man. Alle 14 Tage sitzen alle wesentlichen Fachämter, also auch Umweltamt, Bauaufsicht, Stadtplanung und nicht allein die Wirtschaftsförderung und die politischen Kollegen. Auch hier keine “One Man Show.” Wer für Umwelt zuständig ist, wer für Bauen zuständig ist, ist mit mir am Tisch und wir besprechen: Wo stehen wir in den wesentlichen Vorhaben? Welche Probleme gibt es und wie können wir die lösen? Felix Schwenke ist es auch gelungen, den reichen Nachbarn Frankfurt mit ins Boot zu holen.

Der Frankfurt eigene Immobilienkonzern ABG macht aus dem jahrzehntelangen Offenbacher Schandfleck Kaiserlei ein neues Stadtviertel, lobt Hanno Kempermann von IW Consult, die jährlich ein Regionalranking erstellt. Offenbach profitiert auch wahnsinnig von der Lage in der Nähe von Frankfurt. Das ist wirklich noch mal ein Solitär für Offenbach.

Was sie in den letzten Jahren viel besser genutzt haben als in den Jahrzehnten davor, in denen Offenbach auch durchaus mit sozialen Problemen zu kämpfen hatte. Und das ist deswegen so gut gelungen aus unserer Analyse, weil Offenbach wirklich den den Dreh dazu gekriegt hat, die Wirtschaft mit offenen Armen zu empfangen.

Allerdings, der Aufschwung ist bei den Offenbachern selbst noch nicht angekommen. Das Realeinkommen gehört mit rund 21.000 € zu den niedrigsten in Deutschland. Da gibt es also auch in Offenbach noch einiges zu tun. Während Offenbach auf Vielfalt setzt, war Rüsselsheim jahrzehntelang eng mit einem einzigen Namen verbunden: Opel.

Die Automobilindustrie hat die Stadt reich gemacht, macht ihr heute aber auch Sorgen. Opel und der Mutterkonzern Stellantis bauen seit Jahren Stellen ab. Von ehemals 40.000 gibt es nur noch rund 6000 Opelarbeitsplätze. Rüsselsheim kämpft wie viele andere Automobilstandorte mit einem extremen Wandel gerade.

Die Frage, wie stellt sich eine ehemalig prosperierende Autoindustrie- Stadt für die Zukunft auf? Das ist eine der ganz großen Fragen. Infrastrukturfragen, die wir schon beantwortet haben, die wir jetzt noch zukunftsfähig aufstellen wollen. Wir kämpfen mit einer finanziellen Ausstattung, aber auch das ist momentan ein Thema für viele Kommunen.

Der Niedergang macht sich auch im Stadtbild bemerkbar. Klassische Einkaufsmöglichkeiten gibt es kaum noch. Die Innenstadt verödet, wird gefährlicher. Letztens gab es eine Messerstecherei im Restaurant zum Beispiel. -Und vor allen Dingen habe ich vor kurzem hier am helllichten Tag auf dem Löwen- Platz Drogendealer gesehen.

Das habe ich zu meinem Sohn gesagt, da hat er gesagt: Mama, wo lebst du denn? Es gibt schon lange hier. -Wir haben kein Schuhgeschäft mehr. Das letzte hat letztes Jahr zugemacht. Es verschwindet so viel hier. Rüsselsheim in Zahlen: Rund 67.000 Einwohner. Opel Stellantis, weiterhin größte Arbeitgeber. Die Arbeitslosenquote liegt bei 6,8 % und 82 Millionen Rekorddefizit im Haushalt.

Die große Hoffnung im Rathaus: neue Arbeitsplätze und neue Unternehmen. Rüsselsheim verfügt ähnlich wie Offenbach über viele Gewerbeflächen. Ein echtes Pfund. Wir entwickeln mitten im Rhein Main Gebiet aktuell 200.000 Quadratmeter. Die nächsten 70.000 Quadratmeter sind die Flächen, die Opel jetzt freigegeben hat.

Dort entsteht der Green Campus. Dort wird aber noch viel mehr entstehen. Und wir müssen es jetzt schaffen von der Monostruktur Automobil, das ist es nicht nur, aber sehr, sehr, sehr intensiv natürlich, hin zu einer diversen Aufstellung im Bereich der Wirtschaft. Das ist jetzt die große Herausforderung. Flächen gibt es ganz, ganz rar gesät in ganz Deutschland mittlerweile nur noch.

Und dieses Flächenpfund muss man jetzt verknüpfen mit Wissenschaft, mit Forschung, um dort dann den Unternehmen schmackhaft zu machen, nach Rüsselsheim zu kommen. Zwei Städte, zwei unterschiedliche Wege. Was soll am Ende stehen? Wir sind eigentlich der ideale Standort im Rhein Main Gebiet für wasserstoffaffine Wirtschaftszweige.

Das sind so die Bereiche, wo wir uns darauf konzentrieren, neben den klassischen Dingen, die es natürlich auch geben wird. Wir sind Industriestadt. Mein Hauptziel ist, aus Offenbach wieder eine normale Stadt zu machen. Als Symbol dafür würde vielleicht stehen, dass diese 140.000 Einwohner Stadt eines Tages mal wieder ein Hallenbad haben könnte.

Fazit: Offenbach muss seinen wirtschaftlichen Aufschwung in mehr Wohlstand für die Bürger übersetzen. Rüsselsheim muss den Wandel der Autoindustrie bewältigen und neue Perspektiven schaffen.

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