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Wahre Verbrechen I Mord im dunklen Wald T

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By sonds1
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Wahre Verbrechen I Mord im dunklen Wald 

Den typischen Besitzer von Kinderpornografie, den gibt es nicht. Also, es ist wirklich ein Querschnitt durch die Gesellschaft. Es sind Familienväter, es sind alleinlebende Personen, es sind überwiegend männliche Personen. Das kann man statistisch schon sagen.  Deshalb besonders, weil natürlich viele Fälle des sexuellen Missbrauchs sich im familiären Umfeld oder im Freundesumfeld abspielen, aber das quasi hier bewusst mit Geld in die Hand nehmen, überhaupt erstmal diese familiäre Beziehung geschaffen wurde und auch

  direkt mit dem Fokus möglicherweise einen sexuellen Missbrauch später begehen zu können, das hat schon noch mal eine andere Qualität.  Irgendwann haben wir bislang jeden gekriegt, ne? Auch wenn es schwierig ist und wenn es eine Süssifusarbeit ist, aber irgendwann macht jeder mal einen Fehler und davon profitieren am Ende dann auch Ermittlungsbehörden.

Im Herbst 2019 nehmen Ermittler auf den Philippinen einen deutschen Staatsbürger ins Visier. Der Verdacht: Der Mann hat Kinderpornografie verbreitet und selbst Kinder missbraucht. Auch die Staatsanwaltschaft Berlin muss sich mit diesem Fall befassen. Oberstaatsanwalt Sebastian Büchner ist damals im Bereich Sexualdelikte tätig.

Wir haben damals einen Hinweis aus den Philippinen bekommen. Da ist ein deutscher Staatsangehörige, der dort wohnte, festgenommen worden. Bei dem gab es eine Hausdurchsuchung und die philippinischen Behörden haben kinderpornografisches Material bei ihm beschlagt. Man hat in dem Zusammenhang auch die Kommunikation ausgewertet, also die Chats und stieß dann dabei darauf, dass er auch mit jemandem aus Berlin in Kontakt stand und sich über sexuellen Missbrauch und Kinderpornografie ausgetauscht hat. Und so kamen wir eben

auf Dennis S. Bei den Ermittlungsbehörden ist Dennis S kein Unbekannter. Auch das LKA Berlin hatte bereits mit ihm zu tun. Kriminalhauptkommissarin Emily Wecker leitet das LKA 133. Ihr Kommissariat ermittelt im Bereich Verbreitung, Erwerb und Besitz von Kinder und Jugendpornografie. Sie erinnert sich noch gut an Dennis S.

Das war noch in der Zeit, als ich nicht Kommissariatsleiterin, sondern Ermittlungsbeamtin war und habe seinerzeit äh einen Durchsuchungsbeschluss bei Herrn S [räuspern] vollstreckt. Ähm war der Tatvorwurf der Besitzverschaffung von Kinderpornographie. In dem Bereich arbeite ich ja nun auch schon seit 15 Jahren und er war ein alleinlebender Mann, recht still, recht unauffällig.

 Ähm, es ist nicht so, dass die Menschen, wenn wir bei Ihnen morgens zur Durchsuchung sind, uns Kuchen und Kaffee anbieten. Von daher jetzt nicht unbedingt auffällig. Ähm, er war einfach ja in sich gekehrt und von der Maßnahme wenig beeindruckt. Dennis S wurde 2013 wegen des Besitzes von Kinderpornografie zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

 Inzwischen lebt er in einer kleinen Wohnung in Mazan Hellersdorf. Allein lebt er dort allerdings nicht. Man hat natürlich sich auch mit der Person beschäftigt und bei dieser Gelegenheit festgestellt, dass ein dreijähriger Sohn bei ihm im Haushalt wohnt. Eine Mutter war jedenfalls aber auch nicht ersichtlich und damit hatten wir natürlich auch die Sorge, dass wenn sich bewahrheiten sollte, dass er pädophile Neigungen hat, dann auch möglicherweise der Dreijährige eben Opfer sexuellen Missbrauch für sein eigenen Vater werden könnte.

Die Ermittlungsbehörden sind alarmiert. Das PKA Wiesbaden, wo der Hinweis aus den Philippinen eingetroffen ist, die Berliner Staatsanwaltschaft und das Jugendamt arbeiten jetzt Hand in Hand, um schlimmeres zu verhindern. Wir haben dann erstmal seine Kommunikation überwacht, eben auch festgestellt, dass er da in diversen Foren unterwegs ist, dass er auch offensichtlich äh ins Darknet Daten hochlädt und auch aus dem Darknet Daten herunterlädt, was schon mal an sich dafür sprechen könnte, dass auch hier wieder inkriminierte Dateien gewesen

sein könnten. Diese Darknet Ermittlungsverfahren sind unfassbar aufwendig und personalintensiv. Tatsächlich ist es schwierig in diese Boards reinzukommen. Häufig ist so eine eine sogenannte Kuschheitsprüfung notwendig, dass Ermittler eben beweisen, dass sie dazu gehören, um überhaupt sich in der Struktur eines solchen Boards nach oben durcharbeiten zu können.

Im Fall von Dennis S müssen die Ermittler auf den richtigen Moment für den Zugriff warten. Die Festnahme soll genau dann erfolgen, wenn der Mann im Darknet aktiv ist und seine Speichermedien geöffnet sind. zu dem Zeitpunkt, wo auch der Rechter noch offen ist, dass er gar keine Chance hat noch irgendwelche Verschlüsselungsmechanismen und so weiter zu aktivieren, sondern dass das alles offen ist.

 Und parallel dazu natürlich die Situation, dass irgendetwas mit dem Kind passieren muss. Es war, wenn sie das bewahrheit sollte schon absehbar, dass er jedenfalls vorläufig festgenommen wird. Das heißt, wir mussten die in ob äh die in Obhutnahme des Dreijährigen ähm organisieren. Daher eben das Jugendamt äh relativ früh mit dabei, dass dann auch schon Pflegefamilie äh Obetnahmestellen ähm Vormundschaftsvorbereitungen und so weiter getroffen hat, damit das alles quasi in einem Moment auf einen Schlag dann würde funktionieren können.

Zwei Tage lang observiert die Bundespolizei die Wohnung von Dennis S. Beamte der GSG9, der Spezialeinheit der Bundespolizei stehen für die Festnahme bereit. Am Morgen des 10. Oktober 2019 dann der entscheidende Moment. Der Verdächtige hat sich ins Darknet eingeloggt und nutzt seine Speichermedien. Man ist so leise in die Wohnung reingegangen, dass er gar nicht gemerkt hat, dass er schon Polizei bei ihm in der Wohnung ist und hat es dann geschafft, ihn schnell vom Rechner wegzuziehen, bevor da irgendetwas an

Daten vernichtet werden konnte. Und tatsächlich hatten wir dann auf die Art und Weise auch Zugang und konnten sehen, ähm in welche Cloud er Sachen hochlädt, wo er Sachen herunterlädt und dann weitere Kontakte, die wir dann in der Folgezeit dann eben auch noch verfolgen konnten. Dennis S wird festgenommen, sein Sohn kommt sofort in die Obhut des Jugendamts.

die hatten schon einen Platz in einer speziellen Einrichtung für traumatisierte Kinder für den Sohn organisiert und was die Kollegin, die bei der Durchsuchung mit vor Ort war, wirklich sehr eindrücklich geschildert hat, war dass äh der Dreijährige quasi ihr als einziger Frau, da am Tatort sofort entgegengelaufen ist und sich von ihr hat auf den Arm nehmen lassen, sodass man da auch schon gemerkt hat, irgendwas ist da passiert an Traumatisierung was bewältigt werden muss.

Die bei Dennis Sichergestellten Reservate müssen jetzt ausgewertet werden. Eine mühsame und kleinteilige Aufgabe, die auch Kommissarin Emily Becker und ihr Team beim LKA Berlin täglich zu bewältigen haben. Wir sind hier im Aerwatenkeller der beiden Kinderpornografiekommissariate 132 und 133.

 Und was Sie hier sehen in den vollen Regalen, das sind fertige Aerwate, die bereits ausgewertet worden sind und somit Beweismittel für die Staatsanwaltschaft sind. Der eine hat ein Notebook und ein Handy und der andere hat eine große Festplattensammlung. Wir versuchen uns tatsächlich auf die häufig genutzten Aerwate dann immer zu beschränken, aber mancher hat halt einfach sehr viel und leider werden wir auch auf vielen Geräten fündig. Das sieht man hier.

Also, das sind tatsächlich alles schon ausgewertete Dinge und äh von der Floppy Diskmartphone bis zum Gamer PC ist alles dabei. Mehrmals in der Woche machen sich Beamte des LKA 133 auf den Weg, um Durchsuchungsbeschlüsse der Berliner Staatsanwaltschaft zu vollstrecken. Dabei werden Speichermedien der unterschiedlichsten Art sichergestellt.

Durch den rapiden Zuwachs von Kinderpornografiedelikten in den letzten Jahren kann die Auswertung dieser Reservate nicht mehr durch das LKA selbst bewältigt werden. Also die Datenträger gehen in Berlin komplett in externe externes Outsourcing. Wir hatten früher immer die Kriminaltechnik damit bemüht. Die Verfahrensmengen haben aber dazu geführt, dass die Bearbeitungszeiten einfach zu lang wurden, sodass wir jetzt externe vereidigte und überprüfte IT-Firmen damit beauftragen, von diesen Datenträgern ein Gutachten zu erstellen.

Dieses Gutachten wird dann, wenn es von den Firmen fertiggestellt ist, von den Kollegen hier noch mal überprüft. Wird Kinder oder Jugendpornografie auf den Datenträgern gefunden, werden diese zunächst in einem automatisierten Prozess abgeglichen. Neue Bilder, die sich noch nicht in der Datenbank der Ermittler befinden, werden beim LKA ausgewertet.

Die Beamten treffen eine Einordnung der Schwere des gezeigten Missbrauchs gemeinsam. Beim Sichten blättert sich vor den Ermittlern oft ein ganzes Leben auf. Belastende Dateien finden sich zwischen harmlosen Urlaubsvideos oder in Chatverläufen. Es ist tatsächlich mühselig, es ist zeitraubend und ich sage immer so ganz platt, ein Smartphone kann auch manchmal einen Mitarbeitenden ein halbes Jahr lang beschäftigen, ne? Wenn wir uns selber angucken, wie da die Speicherkapazitäten gestiegen sind in den letzten Jahren, das braucht Zeit und

das kann man auch nicht durchgehend und nur am Stück und hintereinander weg. Also, da braucht man auch mal eine Pause. Ähm, erfreulicherweise ist unser Aufgabenfeld hier abwechslungsreich, ne? Man kann mal durchsuchen gehen, man fährt mal raus, man hat auch Vernehmungsvorgänge, sass man nicht ainhalb Stunden durchgehend an einer Auswertung sitzt.

Neue Dateien enthalten oft auch Bilder von Missbrauchsopfern, die noch nicht identifiziert sind. Um sie und auch die Täter zu finden, schicken die Ermittler die betreffenden Bilder und Videos ans BKA nach Wiesbaden. Da wird regelrecht in diese Videos hineingekrochen, also gehorcht, was hat man an Tonspuren, ist da ein Akzent zu hören? Was ist im Hintergrund zu sehen? Gibt’s diese, weil beispielsweise Kosmetik in ein bestimmten Bereich nur zu kaufen? Ist das Aldi Süd oder Aldi Nord? Also wirklich so ganz kleinteilig.

Und manchmal kann man dann dadurch auch den ähm den Bereich, wo dieses Video entstanden sein könnte, regional einschränken. Wenn das nicht fruchtet, dann geht es tatsächlich in Richtung ähm Schulverhandlung, weil wir davon ausgehen, dass jedes Kind in Deutschland ja in irgendeiner Form der Schulpflicht unterliegt.

 Irgendein Lehrer, irgendeine Lehrerin kennt dieses Kind möglicherweise. Manchmal sehen sich Kommissarin Bäcker und ihr Team auch gezwungen, gegen Schülerinnen und Schüler selbst zu ermitteln. wegen der Verbreitung Kinder pornografischer Inhalte. Das sind ja alles nicht unbedingt jetzt päosexuelle Täter, also wir reden von teilweise Kindern vom Klassenchat der sechsten Klasse.

 Ähm es ist einfach Ausdruck fehlender Medienkompetenz. Diese Kinder und Jugendlichen, die laden wir uns dann vor, den ziehen wir mal so die Ohren lang und sagen ihn: “Hey, ho, wenn du ein bisschen älter wärst, wird’s jetzt richtig Ärger geben und denk doch mal bitte über nach.” Um Eltern und Kinder über Gefahren im Internet aufzuklären, sind Kommissarin Becker und ihr Team oft zu Gast in Schulen.

 Vor allem ein Phänomen bereitet den Ermittlern zunehmend Sorge. Täter, die sich online das Vertrauen von Kindern erschleichen, das sogenannte Cybergrooming beginnt eigentlich klassisch immer in irgendwelchen Plattformen, wo Kinder und Jugendliche sich tummeln. sind häufig Onlinpiele, die haben dann halt auch so eine entsprechende Chatfunktion dabei und es beginnt mit Komplimenten, vielleicht über bestimmte Spiel äh Züge, die da gemacht worden sind und im klassischen Fall verlagert sich dann diese Konversation von diesem ersten netten Komplimente austauscht und

tralala dann auf einen Messengerdienst und die Kinder und Jugendlichen sind da in der Regel dann auch wirklich ganz aufgeschlossen, ihre Handynummer rauszugeben, auch was von sich zu erzählen und so weiter und so fort. Und das kann ganz schnell gehen, dass dann äh das gleich in eine sexualisierte Richtung geht.

 Das kann sich aber auch über Wochen und Monate ziehen. Der Täter erhält so immer mehr Kenntnisse über das persönliche Leben seines Opfers. Die Kinder und Jugendlichen glauben dagegen, einen Freund gefunden zu haben, der ihnen zuhört und der sie versteht. Man hat Probleme in der Schule oder hat sich mit der besten Freundin gestritten und man hat dort einfach eine ganz feste Ansprechperson, der ist irgendwie immer da für jedes Problem zu haben.

 Der Hund ist gestorben, ach wie traurig und hat für alles immer ein Ohr und Mathe ist doof und fand er auch immer doof. Spricht in der gleichen Sprache wie das Kind, verwendet Jugendsprache, verwendet Begrifflichkeiten, kennt sich auch aus mit allem und ähm es entwickelt sich etwas, was dann so in die Richtung geht. Hast du eigentlich schon mal einen Freund gehabt? oder eine Freundin gehabt.

 Ähm, es kommen intime Fragen und irgendwann kommt so der Knackpunkt, wo es dann ums Übersenden von Bildern geht oder oder eben auch in den extremen Fällen dann zu einem persönlichen Treffen. In dem Moment, in dem klar wird, dass das Kind oder der Jugendliche nur für sexuelle Zwecke ausgenutzt worden ist, bricht für die Betroffenen eine Welt zusammen.

Erstens habe ich mich blenden lassen. Ich habe jemandem ganz intime Sachen von mir geschickt. Was passiert denn jetzt mit diesen Bildern? Und was häufig in diesem Kontext äh so ein bisschen in den Hintergrund drückt, aber auch nicht aus dem Auge verloren werden sollte, ähm ist da ist halt einfach auch eine Vertrauensperson weggebrochen.

 Man wurde von vorne bis hinten einfach nur betrogen. Und mit diesem Gefühl muss man dann als Kind auch einfach leben. Während die Eltern in dieser Situation einfach nur häufig zu vorwürfen neigen, Mensch, habe ich dir doch gesagt, sollst du nicht machen und keine Bilder verschicken und nichts von dir erzählen. Ja, hätte hätte Fahrradkette.

 Am Ende ist man dann immer schlauer, aber dieses Kind steht einfach vor einem großen Dilemma. Also einmal die Scham und die Freizügigkeit, die da bestraft wird und zum anderen eben aber auch dieses Gefühl von vorne bis hinten belogen und betrogen worden zu sein. Auf solche Gefahren hinzuweisen ist eine der wichtigsten Aufgaben des LKA 133.

Von generellen Verboten hält Emily Becker in diesem Zusammenhang aber nichts. Mein Tipp ist immer dieses wirklich begleiten Sie Ihr Kind auf dem Weg ins Internet. Lassen Sie sich doch mal Sachen zeigen. Lassen Sie sich die Plattform, die Sie nutzen, zeigen. TikTok, Instagram. Die meisten Eltern haben da bestenfalls schon mal was von gehört, haben es aber selber nicht.

 Wenn sie es richtig gut machen, dann dürfen sie ihrem Kind auf diesem Plattform folgen und äh sind gehören da nur ein bisschen mit zur Truppe. Aber das äh entscheidende ist wirklich ähm eine gute Gesprächskultur zu Kindern und Jugendlichen zu haben. Reden, miteinander reden, was erlebt man da? auf Gefahren hinweisen und nicht immer nur mit Angst machen.

 Und auch wenn es schwierig ist, das immer mal in den Alltag zu integrieren zwischen arbeiten, Haushalt und vielleicht noch den Garten und mit dem Hund gehen, das ist die Lebensrealität von Kindern und Jugendlichen und da müss können wir uns nicht vor versträuben und nicht verstecken. Also da müssen wir mit rein, da müssen wir dran teilhaben.

Im Herbst 2019 ermittelt Staatsanwalt Sebastian Büchner im Fall Dennis S. Bei dem Vater eines kleinen Sohnes wurden dutzende Datenträger sichergestellt. Sie werden nun ausgewertet, automatisiert und manuell. kurz sehen und im Augenblick gibt’s diverse Projekte ähm auch zu versuchen mit künstlicher Intelligenz und entsprechenden Programmen auch äh die weitere Auswertung von unbekanntem Bildmaterial äh zu ermöglichen.

 Im Augenblick ist es aber noch tatsächlich so, dass das irgendwie alles noch mal einzeln durchgesehen werden muss und hier bei DNSS sind wir dann irgendwie auf 12 Datenträger insgesamt gestoßen, auf denen sich inkriminiertes Material befunden hat und insgesamt 175 000 Bilder mit dokumentiertem sexuellen Missbrauch. Auch die Chats von Dennis Ace werden in aufwendiger Kleinarbeit ausgewertet.

Dabei stellt sich heraus, er hatte Regenkontakt mit seinem Freund auf den Philippinen. Die Männer tauschen kinderpornographische Dateien und sie sprechen immer wieder über ein Thema, dass es ja möglicherweise ganz praktisch wäre, selber Kinder zu haben, [räuspern] auch mit der Idee, äh die sexuell missbrauchen zu können.

 Und hatten auch schon dann durchaus Gedanken, wie nett es dann sein könnte, wenn man sich dann mit den eigenen Kindern äh trifft und ähm zusammen spielen und äh man da eine gemeinsame Zeit verbringt. waren aber auch dann von vorne rein auch so vorsichtig, dass man auch schon überlegt hat, also in irgendwelche Kitas wird man die Kinder nicht geben, weil dann die Gefahr, dass da irgendetwas herauskommt von sexuellem Missbrauch im väterlichen Haushalt dann zu groß ist.

Dennis Szt Plan in die Tat um. Er bezahlt rund 60.000 an eine Leimutter aus Russland, die im Sommer 2016 in Zypern einen Sohn zur Welt bringt. Dennis S ist zwei Wochen vorher dann auch in Zypern angereist, hat sich schon mal um die ganzen behördlichen Fragen gekümmert und hat dann tatsächlich von einem dortigen Gericht das Kind zugesprochen bekommen, das Sorgerecht und konnte dann also mit seinem Sohn nach Deutschland zurückreisen.

 In Berlin Hellersdorf lebt Dennis S dann 3 Jahre lang recht isoliert mit seinem Kind in einer kleinen Wohnung. Die Behauptung von Dennis S sei zu keinem eigenen Missbrauch durch ihn gekommen, hat sich dann im Laufe der Ermittlungen als unzutreffend herausgestellt. Wir sind auf jedenfalls 16 Dateien gestoßen, auf denen dann sexueller Missbrauch dokumentiert war.

Mit ihrem Eingreifen im Herbst 2019 konnten die Behörden höchstwahrscheinlich weiteren noch schwereren Missbrauch des Kindes verhindern. Dennis S wird im Juli 2020 wegen sexuellen Missbrauchs und Anfertigung von Kinderpornographie zu 5 Jahren Haft verurteilt. Ein Täter von vielen in Zeiten der Digitalisierung und der einfacheren Verfügbarkeit von Kinderpornografie im Internet.

Für Emily Becker und das LKA 133 wird die Arbeit in Zukunft eher noch zunehmen. Eine Arbeit, die belastend ist, für die sich aber alle Mitglieder ihres Teams freiwillig gemeldet haben. Aber es hat auf der anderen Seite auch immer etwas tröstliches, weil wir beenden etwas. Wir können nichts ungeschehen machen.

 Das was war war, aber wir ziehen einen Schlussstrich. Wir können sagen, okay, das was da war, das war schlimm, aber wir können es jetzt beenden. Es ist vorbei und jetzt beginnt die Zeit der Aufarbeitung und diese Sinnhaftigkeit der Tätigkeit, ne, eben, dass man sagt, das ist etwas, wofür es sich auch lohnt, mal die eine oder andere Überstunde mehr zu machen oder morgens um 5:30 Uhr zu einer Durchsuchung zu fahren.

Der Arm der Leiche war bereits vollständig skeletiert. Sie war versteckt zwischen Ä gestrüpp und Palettenteilen und nur schwer zu sehen. Aufgrund der Auffindesituation geht man von einem Kapitaldelikt bzw. Tötungsdelikt aus. Die Kampagne soll auch das Zeichen setzen, dass die Polizei auch nach Jahrzehnten weiter an der Aufklärung von Gewalttaten an Frauen arbeitet.

Was in den Mittlern seltsam vorkam, war, dass die Frau zwei Hosen übereinander getragen hat. Hierbei wollen wir betonen, wenn es kein Mord war, ist alles verjrt. Gemeindewald Sollens in Hessen 8. Februar 1989. Kriminaloberkommissar Alexander Fröhlich blickt heute auf das zurück, was damals passiert ist. In einem ehemaligen Steinbruch stößt ein Spaziergänger auf einen Haufen Unrad und Gestrück.

 Bei genauerem Hinsehen entdeckt er einen menschlichen Fuß, der aus dem Müll hervorragt. Der Mann ruft die Polizei. Die Kripppo war schnell am Auffinde und fand den Körper einer toten Frau, welche in Bauchlage lag. Sie war versteckt zwischen Änhestrüpp und Palettenteilen und nur schwer zu sehen. Offenbar ist die Leiche hier auf der Lichtung entsorgt worden.

 Eine Handtasche oder Ausweispapiere findet die Spurensicherung nicht. Wer ist die verstorbene Frau und wie lange liegt sie schon hier? Der Abend war bereits vollständig skeletiert. Ansonsten war die Leiche relativ gut erhalten. Es gab aber schon Vollnischeinungen und die Verwesung hat begonnen.

 Aus diesem Zustand konnte man schließen, dass die Frau mindestens mehrere Wochen bis Monate an Ort und Stelle gelegen haben muss. Der alte Steinbruch liegt neben einer Landstraße. Berechnungen legen nahe, dass die Frau vermutlich zwischen Oktober 1988 und Januar 1989 ums Leben gekommen ist. Ihr Alter schätzen die Ermittler auf 22 bis 32 Jahre.

 In der Rechtsmedizin wird die Leiche genauer untersucht, um herauszufinden, was die Todesursache war. In der Obduktion hat sich gezeigt, die Frau ist an ihrem Erbrochenen erstickt. Ob an Alkohol, Betäubungsmittel oder sonstigen, das wissen wir nicht. Bei der Obduktion konnten keine Tablettenreste oder sonstiges im Magen aufgefunden werden.

Aufgrund der fortgeschrittenen Vollnis lässt sich das aber auch nicht zweifelsfrei ausschließen. Hat es hier vielleicht nur einen Unfall gegeben? Da die Tote offenbar bewusst unter Holz und Gestrüpp versteckt wurde, hat die Kripo eine andere Vermutung. Aufgrund der Aufhindesituation geht man von einem Kapitaldelikt bzw.

Tötungsdelikt aus. Jedoch haben sich im Rahmen der Obduktion keine Hinweise auf eine äußere Gewalteinwirkung ergeben. Die entscheidende Frage bleibt: Wer ist die Unbekannte vom Steinbruch? Die Rechtsmediziner liefern einen wichtigen Hinweis. Im Rahmen der Obduktion konnte festgestellt werden, dass die Frau mindestens ein Kind entbunden hat.

 Das heißt, dass es da draußen Kinder gibt, die sich ja seit Jahrzehnten fragen, was mit ihrer Mutter passiert ist. Die Kripo überprüft bundesweit sämtliche vermissten Anzeigen, doch keine passt. Niemand scheint die Frau zu vermissen. Daher haben die Ermittler noch eine weitere Vermutung. Sowohl die Ermittlungen bei den Einwohner Meldeämtern als auch bei den Ausländern Behörden verliefen ins Lehre.

So dass damals und auch heute vermutet wird, dass die Frau sich illegal in Deutschland aufhielt. Auch dass sie keine Papiere bei sich hatte, stützt diese These mehr Details herauszufinden, veröffentlicht die Polizei Infos zu der Unbekannten in den örtlichen Zeitungen. Die Frau war 1,62 m groß, hatte schwarze Haare und scheint asiatischer Herkunft zu sein.

Auch Fotos ihrer Kleidung werden veröffentlicht. Sie trug einen Kapuzzenpulli, eine graue Jogginghose und darunter noch eine Jeans mit auffälligem Muster. Was in der Mittlern seltsam vorkam, war, dass die Frau zwei Hosen übereinander getragen hat. Eine denkbare Erklärung war, dass die Frau noch nicht so lange in Deutschland war und sich an das Klima noch nicht gewöhnt hat.

 Ein weiterer Erklärungsansatz wäre aber auch, dass die Frau sich viel draußen aufhielt und deswegen sich durch zwei Hosen wärmen wollte. Ermittlungen gibt es auch im Rotm und tatsächlich in einem Bordell in Frankfurt wird eine Prostituierte aus Thailand vermisst. Könnte sie die Tote aus dem Steinbruch sein? Im Rahmen der Ermittlungen hat sich aber relativ schnell rausgestellt, dass es sich dabei nicht um unsere unbekannte Tote handelt, weil Parameter wie Größe, Gewicht, Alter nicht gepasst haben.

Trotz umfangreicher Ermittlungen konnten wir die Identität der Frau nicht klären. Deshalb versuchen es die Polizisten mit einem anderen Ansatz. Sie wollen verstehen, wie der letzte Lebensabend des Opfers aussah. Was genau ist kurz vor ihrem Tod passiert? Die Spurensicherung entdeckt am Fundort einige Bier und Schnapsflaschen.

Ein mögliches Szenario wäre, dass die Frau eben dort an diesem Fundort im alten stillgelegten Steinbruch sich mit Personen getroffen hat, Alkohol konsumiert hat, Betäubungsmittel oder sonstiges und anschließend an ihrem Erbrochenen erstickt ist. Im Anschluss könnte die Leiche dann von den anderen Anwesenden versteckt worden sein.

 Die Ermittler halten jedoch ein anderes Szenario für Wahrscheinlicher. Dieser Steinbruch, der liegt direkt an der einer befahrenen Landstraße und eignet sich nicht als Treffpunkt. Es wird davon ausgegangen, dass die Frau an einem anderen Ort verstorben ist und anschließend an diesem Steinbruch abgelegt wurde.

Ob die Person, die sie möglicherweise am Fundort abgelegt hat, auch für ihren Tod verantwortlich ist, bleibt unklar. In einer Sache ist sich die Kripo aber sicher, was auch passiert ist, die Person, die die Leiche am Steinbruch abgelegt hat, wollte in jedem Fall den Kontakt mit der Polizei vermeiden. Der Fall bleibt rätselhaft.

Doch dann meldet sich ein Zeuge. Er hatte die Zeitungsaufrufe gesehen. Er erinnert sich an einen Morgen im Oktober 1988. Auf dem Weg zur Arbeit fällt ihm in der Nähe des Steinbruchs am Fahrbahnrand ein Auto auf. Der Zeuge erinnerte sich daran, dass auf dem Beifahrersitz einer Asiatin saß halb sitzend, halb liegend.

 Er hatte den Eindruck, dass die Frau geschlafen hat. Auf der Fahrerseite war keine Person und der Zeuge vermutete, dass der Fahrer eben seine Notdurft verrichtete. War es der Mörder, der nach einem geeigneten Ablageort gesucht hat? Die Ermittler überprüfen die Hinweise. Das Problem, sie sind ziemlich ungenau. An Kennzeichen oder Automarke kann der Mann sich nicht mehr erinnern.

Möglicherweise hat der Zeuge unsere unbekannte Tote gesehen. Es könnte sich aber auch um eine ganz andere Frau handeln. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand im Morgenverkehr eine Frau leblos in einem Steinbruch ablegt, wird jetzt eher gering gesehen. Wieder eine Spur, die nicht weiterführt.

 An diesem Punkt sind die Ermittlungsansätze abgearbeitet. Erst 2024 kommt wieder Bewegung in den Fall. Die Tote vom Steinbruch wird Teil einer internationalen Verhandlungskampagne, an der auch das Bundeskriminalamt beteiligt ist. Identify M. Hauptziel: Die Identität von Frauen klären, die Opfer eines Tötungsdelikts geworden sind.

 Lukas Eger vom BKA betreut Identify Me auf deutscher Seite. Also die Kampagne soll das Zeichen setzen, dass die Polizei auch nach Jahrzehnten weiter an der Aufklärung von Gewalttaten an Frauen arbeitet. Der größte Erfolg dieser Kampagne, das sind definitiv die zwei erfolgten Identifizierung. Im Jahr 2023 wurde eine Britin in Belgien identifiziert und 2024 eine Frau aus Paraguay, die in Spanien Tod aufgefunden wurde.

Einen solchen Erfolg erhofft sich auch Kriminaloberkommissar Alexander Fröhlich, der den Fall der Toten vom Steinbruch heute betreut. Im Rahmen der Kampagne so er auch mit Hilfe der Sendung Aktenzeichen XY ungelöst. nach neuen Hinweisen. Aufgrund der damaligen Erkenntnisse zu der Frau wurde durch das hessische Landeskriminalamt ein Phantombild angefertigt, um zu rekonstruieren, wie die Frau damals zu ihren Lebzeiten ausgesehen haben dürfte.

Das Phantombild wird auf Webseiten, in sozialen Medien und auf Fahungsplakaten veröffentlicht. 60 Hinweise gehen bei den Ermittlern ein, doch keiner bringt sie voran. Wer ist die Unbekannte? Warum musste sie sterben? Die Fragen sind bislang unbeantwortet. Möglicherweise hat derjenige, der die Leiche am Fundort abgelegt hat, gar nichts mit dem Tod der Frau zu tun.

Kommissar Fröhlich gibt die Hoffnung nicht auf, dass sich nach all den Jahren doch noch jemand meldet. Es ist ein traumatisches Erlebnis, den Tod einer Person mitzubekommen. Es ist wahrscheinlich, dass die Person, die dafür verantwortlich war, darüber gesprochen hat und dass es eben weitere Mitwisser gibt.

 Hierbei wollen wir betonen, wenn es kein Mord war, ist alles verjrt. Für eventuelle Mitwisser drohen also keine strafrechtlichen Konsequenzen mehr. Nur der Mörder der Frau könnte noch verurteilt werden. Ihn zu fassen ist das Ziel der Ermittler. Auch nach 36 Jahren setzen wir alles daran, diesen Fall aufzuklären.

 Auf der einen Seite ist es wichtig, dass ein beweislicheres Strafverfahren gewährleistet wird. Auf der anderen Seite gibt es da draußen Angehörige, die seit Jahrzehnten nicht wissen, was mit ihrem liebsten Menschen passiert ist. Unser Ziel ist es eben auch, diesen Angehörigen Gewissheit zu verschaffen. Kommissar Fröhlich will endlich wissen, was vor 36 Jahren genau passiert ist.

Auch um der unbekannten Toten vom Steinbruch. ihren Namen zurückzugeben. Die Leiche dürfte bereits seit einem halben bis dreiviertel Jahr gelegen haben. Da wir keine Papiere der Frau gefunden hatten, stellte sich die Identifizierung unheimlich schwierig heraus. Um weitere Informationen über die Zahnprothese zu erhalten, haben wir damals 3800 Dentallabore bundesweit angeschrieben.

Uns ist es sehr wichtig auch nach Jahrzehnten diese Kriminalfälle zu lösen, weil die Frauen in gewissermaßen eine doppelte Ungerechtigkeit erfahren haben. Wir möchten diesen Frauen ihre Namen zurückgeben. 16. März 1986. Bei einem Sonntagsspaziergang in der Nähe von Heidelberg findet ein Ehepaar am Fuß einer Böschung an der Autobahn 6 ein paar Schuhe und entdeckt außerdem menschliche Knochen.

Die Spaziergänger rufen die Polizei. Kriminalhauptkommissar Marco Hufnagel von der Kripo Heidelberg betreut den Fall heute. Die Leiche war bereits stark skelettiert, also in einem fortgeschrittenen Verwesungszustand. Gerichtsmediziner stellen fest, es handelt sich um eine Frau. Das Alter schätzen sie auf 27 bis 33 Jahre.

 Spuren von stumpfer Gewalt am Körper lassen keinen Zweifel. Die Unbekannte wurde umgebracht. Doch viele Details bleiben auch nach der Obduktion im Dunkeln. Es ist unheimlich schwer, den Todeszeitpunkt bei einem derartigen Verwesungszustand einzuschätzen, weil in die Berechnung natürlich Umweltinflüsse, Temperatur äh Widerungsbedingungen äh sowie der Liegeort einfließen müssen.

Die Leiche dürfte bereits seit einem halben bis dreivierten Jahr gelegen haben. Die Frau muss also irgendwann zwischen Frühjahr und Herbst 1985 gestorben sein. Das Waldstück war damals noch dicht bewachsen, die Böschung sehr steil. Dass der Fundort der Toten auch der Tatort ist, hält die Polizei für unwahrscheinlich.

Am plausibelsten erscheint uns, dass die Leiche von oben vom Abhang der Autobahn heruntergerollt worden ist. Wurde die Leiche aus einem vorbeifahrenden Fahrzeug geworfen? Und wo wurde die Frau getötet? Der Fall stellt die Ermittler vor viele Rätsel. ihre oberste Priorität, die Identität der Frau zu klären.

  Nach der Auffindung der Leiche haben die Kollegen damals schon alles technisch mögliche gemacht. Man hat sämtliche Vermiste überprüft bundesweit. Man hat im Rotlichtmilieu ermittelt gab es Prostituierte auch aus Osteuropa, die längere Zeit nicht mehr gesehen worden waren. Da wir keine Papiere der Frau gefunden hatten, stellte sich die Identifizierung unheimlich schwierig heraus.

Auch Kleidung, Schuhe und Schmuck der Toten liefern keine handfesten Hinweise. Eine DNA-Analyse ist in den 1980er Jahren noch nicht möglich. Stattdessen wird auf dem echten Schädelknochen der Leiche ihr Gesicht rekonstruiert. Damit gehen die Ermittler an die Öffentlichkeit ohne Erfolg. Doch eine vielversprechende Spur gibt es.

 Im Gebiss der Frau findet sich eine Oberkieferprothese. Um weitere Informationen über die Zahnprothese zu erhalten, haben wir damals 3800 Dentallabore bundesweit angeschrieben. Das hat dann eine Weile gedauert. Doch dann meldet sich ein Zahnarzt aus Mannheim. Er glaubt, die Prothese wieder zu erkennen, glaubt, sie könne einer früheren Patientin von ihm gehören.

 Die Ermittler fahren zur Wohnung der Frau mit gemischten Gefühlen. Als die Frau die Tür jedoch öffnete, war man gleichzeitig erleichtert, dass die Frau noch lebt, aber eben auch enttäuscht, weil sie nicht unsere gesuchte Frau war. 1989, 3 Jahre nach dem Leichenfund, stellt die Polizei die Ermittlungen vorerst ein. Der Fund der Toten an der A6 wird zu einem Codecase.

20 Jahre später kommt bei der Kripo Heidelberg wieder Bewegung in den Fall. Eine Expertin fertigt eine digitale Gesichtsrekonstruktion an. Sie ist viel detaillierter und authentischer als die alte Modellierung. Doch auch die neuen Verhandlungsplakate bringen keine neuen Erkenntnisse. Um mehr über die Herkunft der Frau zu erfahren, versuchen Rechtsmediziner 2011 noch etwas anderes.

 Sie erstellen ein sogenanntes Isotopengutachten. Bei der Isotopenanalyse werden die Bioelemente Wasserstoff, Kohlenstoff, Stickstoff oder auch Schwefel im körperlichen Gewebe untersuchen, weshalb wir uns dadurch Rückschlüsse auf ein möglichen Herkunftsort äh erhofft haben, weil natürlich diese Bioelemente durch die Nahrung und auch die Getränke aufgenommen werden.

So kann festgestellt werden, in welchen Ländern eine Person bis kurz vor ihrem Tod gelebt haben könnte. Das Gutachten kann den Wohnort der Frau im aktuellen Fall zumindest auf einige Länder eingrenzen. Das Opfer könnte sich in den Bendelux Staaten der ehemaligen Sowjetunion oder in Großbritannien aufgehalten haben.

 Für einen konkreten Ermittlungsansatz reicht das aber nicht aus. 2013 dann der nächste Versuch. Die Technik ist jetzt soweit ausgereift, dass ein vollständiges DNA Profil erstellt werden kann. Mit diesem Profil konnten wir dann einen internationalen Abgleich noch mal starten, aber leider gingen hierzu auch keinerlei Hinweise ein.

 Tatsächlich war es so, dass unsere Möglichkeiten zu diesem Zeitpunkt auch erschöpft waren. Bis 10 Jahre später eine besondere Anfrage vom Bundeskriminallamt bei den Ermittlern eingeht. Für eine Länderübergreifende Initiative sucht Interpol nach ungelösten Kriminalfällen. Lukas Eger vom BKA begleitet das Projekt auf deutscher Seite.

Die Identify Me Kampagne ist eine internationale Fahnungskampagne, die das Ziel hat, unbekannte tote Frauen, die Opfer eines Gewaltdeliktes geworden sind, zu identifizieren. Auf einer Website sind alle Fälle abrufbar. Unterstützt wird die Kampagne von prominenten Frauen aus den beteiligten Ländern.

 In einem Video rufen Schauspielerinnen, Sängerinnen und Sportlerinnen die Öffentlichkeit dazu auf, Hinweise zu geben. Unter anderem die ehemalige Profiboxerin Regina Halmich. Irgendwo auf der Welt müssen diese Frauen Familie erfrieden werden. Fra, Vaders, Mutters, vielleicht auch Kinder. Neun deutsche Fälle sind Teil der Initiative, darunter auch die unbekannte Tote an der A6.

Insgesamt sind es mittlerweile 46 Frauen aus ganz Westeuropa. Von zwei Opfern wurde die Identität inzwischen sogar geklärt. Ein erster Erfolg. Uns ist es sehr wichtig auch nach Jahrzehnten diese Kriminalfälle zu lösen, weil die Frauen in gewissermaßen eine doppelte Ungerechtigkeit erfahren haben.

 Zum einen wurden sie Opfer eines Tötungsdeliktes, was schon schlimm genug ist. Dazu kommt aber, dass sie für mehrere Jahrzehnten ohne Namen geblieben sind. Und wir möchten durch unsere Arbeit mit der Hilfe der Öffentlichkeit diesen Frauen ihre Namen zurückgeben. Die internationale Reichweite ist für die Ermittler in Heidelberg vielleicht die letzte Chance.

Das ist noch mal eine große Möglichkeit für uns eine ganz breite Öffentlichkeit zu gehen, noch mal viele Hinweise zu generieren, um eben auch zu schauen, ist denn die heiße Spur dabei? Eins muss eben auch klar sein, solange wir keine Hinweise auf die Identität der Frau haben, sehen wir nahezu keinerlei Möglichkeit überhaupt dieses Tötungsdelikt zu klären.

Im Rahmen von Identify Me gehen die Ermittler mit dem Fall auch zu Aktenzeichen XY ungelöst. 120 Hinweise erreichen Sie nach der Ausstrahlung zu Kleidung und Schmuck, aber auch zu konkreten vermissten Fällen. Doch die Spuren führen wieder nur ins Leere. Noch immer sucht die Codecase Einheit nach Informationen über die unbekannte Tote, denn auch wenn die Arbeit der Polizei bisher nicht zum Erfolg geführt hat, verliert Kommissar Hufnagel sein Ziel nicht aus den Augen.

In der Öffentlichkeit ist es natürlich eine Person ohne Namen, aber für uns äh ist es der Mensch. Und uns ist halt ein großes Anliegen, dass dieses Verbrechen, das an diesem Menschen verübt worden ist, auch irgendwann geklärt wird und der Täter auch verurteilt werden kann. Die Aufklärungsquote bei Tötungsdelikten liegt in Deutschland bei fast 95%.

Für Kommissar Hufnagel ist klar, dieser Fall darf keine Ausnahme bleiben. Wer war die Frau? Was ist mit ihr geschehen? Und vor allem, wer hat sie getötet? Fragen, auf die er irgendwann noch Antworten finden will. Am 4.11.2004 2004 äh erreichte mich zu Hause der Anruf vom Kriminaldauerdienst, dass in der Hosanstraße es zu einem möglichen dreifachmord in einem Mehrfilienhaus gekommen sein soll.

Es war eine sehr desolate Situation, weil sich in der Wohnung auch die beiden Leichen befanden. Der Zwölfjährige war meines Wissens schon abtransportiert ins Krankenhaus. Es lagen überall Patronenhülsen, Blutspuren herum. Denke, nach außen war es nicht erkennbar, äh, dass da möglicherweise doch etwige Spannungen vorhanden waren.

Braunschweig, November 2004. In einer ruhigen Wohngegend hat es ein schreckliches Verbrechen gegeben. Der Notruf kommt aus der Husarenstraße. In einem Meerfamilienhaus sollen drei Menschen getötet worden sein. Kommissar Winfried Kessler von der Kripo Braunschweig hat in dem Fall ermittelt.

Vor Ort erfährt der Kriminalbeamte, ein Ehepaar, das in dem Haus lebt, die Frau 49, der Mann 66 Jahre alt, wurde erschossen. Der zölfjährige Sohn hat schwere Kopfverletzungen. Es war eine sehr desolate Situation, weil sich in der Wohnung ja neben zahlreichen Rettungskräften ja auch die beiden Leichen befanden.

 Der Zölfjährige war meines Wissens schon abtransportiert ins Krankenhaus. Es lagen überall Patronenhülsen, Blutspuren herum, sodass diese Wohnung erstmal geräumt werden musste, um eine geordnete Tataufnahme durchzuführen. Entdeckt werden die beiden Toten von ihrem zweiten Sohn. Der 14-jährige hat die Polizei gerufen.

 Als sie eintrifft, trägt der Junge nur Boxershots und er hat Blut an den Händen. Der 14-jährige stand deutlich unter Schock und man musste am Anfang ja gab es einfach nur eine lockere Befragung in der Hinsicht, dass er einfach nur reden sollte, was ihn beschäftigte. Äh, da muss man ganz einfach auch mal sagen, einem 14-jäh, der seine Eltern tot vorfindet, sein Bruder schwer verletzt, äh der zieht sich nicht irgendwo aus.

Das sind Mechanismen, die wahrscheinlich nur Psychologen erklären können. In der Wohnung werden mehrere Waffen sichergestellt. Ist jemand in das Haus eingedrungen und hat die Familie überfallen? Davon sind wir eigentlich dann während der Nacht nicht mehr ausgegangen, weil die Spurenlage das einfach nicht ergeben hat.

äh die Waffen gefunden. Der Junge der 12Je mit der Verletzung, die auch schon auf einen möglichen Selbstötungsversuch hindeutete, vorhanden war und der 14-jährige mit seiner Aussage ja auch äh gesagt hat, dass Tür alles verschlossen war. Äh da sind wir relativ schnell davon ausgegangen, dass da nicht noch eine dritte Person in Frage kam.

Hat sich hier eine Familientragödie abgespielt? Der Vater war Arbeitsmediziner beim großen Autokonzern hier in Niedersachsen. Hat drei abgeschlossene Studiengegänge gehabt. Sehr gut situiert war die Familie. Die Mutter war keine deutsche, sondern kam aus dem asiatischen Raum. Die Jungs haben eigentlich einen normalen Lebensablauf gehabt, schulisch wie alles mögliche waren bekannt.

 Die Familie war in dem Bereich, wo sie gewohnt haben, eigentlich gut angesehen. Ich denke, nach außen war es nicht erkennbar, äh dass da möglicherweise doch etwarige Spannungen vorhanden waren. Kommissar Kessler fährt zu dem schwerverletzten zwölfjährigen Sohn der Familie in die Klinik. Er hofft hier mehr über die genauen Abläufe zu erfahren.

Der behandelnde Arzt sagte dann aber ja, es sieht so aus, dass es schwer verletzt ist, der Junge aber wahrscheinlich überleben wird. Der ist jetzt auch wach. Wir haben ihn einmal operiert und er muss aber noch mal operiert werden heute, aber er möchte mit uns reden und wir haben ihn dann am auf der Intensivstation aufgesucht.

 Äh er hat von sich aus nichts gesagt. Wir haben nur die Frage gestellt, warst du das? Da hat er das bejahrt. Und warst du das allein oder hat dein Bruder was hat er nein gesagt? Hat der Zwölfjährige tatsächlich im Alleingang die eigenen Eltern umgebracht? Und wenn ja, was ist das Motiv? Ich denke mal, das wird ein schwender Prozess gewesen sein.

 Der Jugendliche wird nicht von sich aus auf einmal äh so eine Tat begehen. Er steht im Raum und das hat uns auch sein Bruder äh gesagt, dass der Jüngere, weil er eben nicht so, ich sag’s mal, an der Linie des Vaters langf, auf ein Internat sollte. Das wollte er absolut nicht, weil er auch ein bisschen an der Mutter hing und hat sich dann natürlich gegen den Vater aufgelehnt.

 Äh, ich bin der Meinung, dass ich das richtig aufgestaut hat und an dem Tag, er hat ja seine Sachen gepackt, der wollte gehen an dem Tag und die Mutter das verhindert hat und es dann eben zu dieser Explosion kam, so wie es aussah, war der Vater nicht bei der ersten Attacke gegen die Mutter vor Ort, sondern kam aus seinem Büro hoch und äh da wird es dann zur zweiten Eskalation gekommen sein.

Anschließend schießt sich der Zwölfjährige selbst in den Kopf. Die Nachbarn können nicht glauben, dass ein Familienmitglied den Doppelmord begangen haben soll. Ich kann es mir nicht vorstellen, weil das für mich ganz liebe Kinder waren, also hilfsbereite, nette Kinder und auch mit der mit der Mutter zusammen.

 Äh ich kann es nicht. Wie ist der Zwölfjährige an die Waffen gekommen? Ein erster Hinweis: Sein Vater war Jäger. Wir haben zwei Tatwaffen am Tatort gefunden, ein 45er Gold und eine Kleinkaliberpistole. Im Zuge der Tartaufnahme, Tatortufnahme wurde dann auch bei dem Vater ein sogenannter Waffenschrank aufgefunden, den wir geöffnet haben.

 Da waren dann Langwaffen drin und so langsam ergab sich das Bild, dass diese Waffen wohlmöglich doch aus diesem Hause standen. Und ich denke mal bei einem zwölfjährigen wird er dann auch wissen, wie er denn in dem Haus an die Waffen seines Vaters kommen konnte. Nein, also Zeugenhinweise auf Auffälligkeiten gab es für diesen Jugendlichen nicht.

 Das zu ersehen war, dass sowas passiert. Ich denke, nee, für eine Mitschüler nicht. Es war ein ganz normaler Jugendlicher, der in der Pubertät war, denke ich mir. Ein Seelsorger kümmert sich um die Mitschüler der beiden Jugendlichen. Viele stehen unter Schock. Wir haben mit den Schülerinnen und Schülern der betreffenden Klassen der beiden Jungen intensive Gespräche geführt.

 Sie informiert über den Tatbestand. soweit er eben bekannt ist. Und wir haben mit Ihnen die psychischen Belastungen, die aus einer solchen tragischen Verwicklung entstehen können, intensiv besprochen. Die Schüler haben mit einer extrem hohen Betroffenheit reagiert. Insbesondere Schüler, die in der Propertät stehen, wissen um die Achterbahn der Gefühle, die in ihrem derzeitigen Zustand ganz normal sind.

Der Zwölfjährige erholt sich langsam von seinen schweren Verletzungen. Das Braunschweiger Jugendamt wird eingeschaltet, um für ihn und seinen Bruder eine Perspektive zu schaffen. Also, eine solche Situation wie diese haben wir hier im Jugendamt der Stadt auch noch nie erlebt. Das ist das erste Mal gewesen.

 Wir sind sehr froh darüber, dass es hier so ist, dass aus dem engeren Familienkreis der eigenen Familie sich Personen gemeldet haben die sich um die beiden Jungen auch langfristig kümmern können. Also, das ist wirklich im ganz ganz nahen Familienumfeld geschehen und das scheint uns auch die beste Lösung und beste Situation dann zu sein.

 ist insgesamt ein familiäres Problem und äh jetzt wird es auch in der Familie selber äh weiter angegangen und das scheint mir der sinnvollste Weg zu sein. Nach der Tat wird bekannt, dass der Zölfjährige gewaltthaltige Computerspiele gespielt haben soll. Dass es sich hier um eine Amoktat handeln könnte, davon geht Kommissar Winfried Kessler aber nicht aus.

die sogenannten Ballerspiele wie damals auch der Counterstrike äh kann schon Wirkung auf Jugendliche haben. Da sind wir uns, denke ich alle klar drüber. Aber das war hier eine ja, ich sage mal eine Einzeltat aus dem Affekt raus. Man muss dazu auch noch mal sagen, dass die Mutter eigentlich das Glied war, äh wo wir nicht wissen, warum der Junge die zuerst erschossen hat oder warum er überhaupt auf seine Mutter geschossen hat, weil sie war eigentlich so, wie sich das später herausstellte.

So das sanftere Wesen in der Familie. Der Doppelmord in Braunschweig im November 2004. Der Täter von damals und sein Bruder leben seit dem Verbrechen woanders. Ist schon das heraussagende Ereignis. Mit einem Kind oder Jugendlichen in dieser Form habe ich es nie wieder gehabt. Schade, dass so gekommen ist.

Kommissar Winfried Kessler hat den Fall auch in seinem Ruhestand. nicht vergessen. Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Tierquellerei, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt. Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken.

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