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Wahre Verbrechen I Mord im dunklen Wald T – Part 2

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By sonds1
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Der 2. Juni 1985 war ein warmer Tag in Sammenauk, Illinois. Die kleine Gemeinde vor den Torten Chicagos war ein friedlicher und freundlicher Ort, wo die Leute sich kannten und niemand die Tür abschließen musste. Die Blätter der Bäume raschelten im Wind, während die Eichhörnchen von Ast zur Ast sprangen.

 Unter ihnen fuhr die achtjährige Opel Horton auf ihrem Fahrrad den Kiesweg entlang. Opels Freundin und Klassenkameradin Missy Akerman fuhr neben ihr. Opel kicherte, als Missy sie angrenste und stolz ihre riesige Zahnlöcke präsentierte, wo neulich noch ihre vorderen Milchzähne waren. Missy hatte in zwei Wochen Geburtstag und die beiden stellten schon mal Theorien auf, welchen Kuchen ihre Mutter wohl backen würde.

Als sie ihre Lieblingskuchen aufzählten, sah Opel plötzlich eine Staubwolke vor ihnen. Sie war noch ein Stück entfernt und kam von einem Auto, das auf sie zukam. Die Mädchen stiegen von ihren Rädern und gingen an die Seite, um es vorbeizulassen. Doch anstatt vorbeizufahren, hielt das Auto genau neben ihnen an.

 Es war klein, blau und verbeult. Der 28-jährige Brian Dugan stieg aus dem Wagen und fragte die Kinder nach dem Weg. Er sah aus, als hätte er länger nicht geduscht. Seine Augen waren rot und er wirkte nervös. Opel bekam sofort eine ungutes Gefühl in der Magengegend. Dug kam langsam näher. Er tat so, als konnte er sie nicht richtig hören.

 Da sprang er plötzlich nach vorn und packte Opel im Nacken. Bevor sie reagieren konnte, warf er sie auf den Beifahrersitz des Autos und knallte die Tür zu. Entsetzt sah Opel zu, wie Dugan hinter Missy her lief und sie vom Fahrrad zog. Opel versuchte die Tür zu öffnen, aber der Hebel war abgebrochen.

 Doch es gab noch eine zweite Möglichkeit zu entkommen. Als Brian mit Missy unter dem Arm zum Auto zurückkam, sprang Opel aus dem Fenster und rannte. Sie versteckte sich in einem alten Traktorreifen abseits vom Weg. Opel sah das Auto davon rasen und sie sah Missy zum letzten Mal. Hi, ich bin Diane Helscher. Und ich bin Mark Augustat.

In jeder Folge dieses Podcasts beschäftigen wir uns mit einem berühmten Serienkiller oder einer berühmten Serienkillerin mit ihrem Leben, ihrer Psyche und ihren Taten. Serienkiller, Mörder und ihre Geschichten. Ein Spotify Original von Podcast. Heute sprechen wir in einer einteiligen Folge über Brian Dugan, einen Serienkiller, der Frauen und Kinder in den ländlichen Vororten Chicagos entführte.

Zuerst widmen wir uns Dugens Kindheit und seiner erschreckenden Begegnung mit einem anderen berüchtigten Killer. Danach geht es um seine eigene, immer brutaler werdende Mordserie. Brian Dugens erster Moment auf der Welt war traumatisch. Am 23. September 1956 setzten bei seiner Mutter Jenny die Venen ein.

 Der Arzt kam zu spät und als der Kopf des Babys schon zu sehen war, verlor die Krankenschwester die Nerven. Um die Geburt zu verlangsamen, schoben sie und ein Assistenzarzt Brians Kopf zurück in den Bauch seiner Mutter. Dann band die Krankenschwester Jenny Beine zusammen, bis der Arzt kam. Als Kleinkind led Brian unter schrecklichen Kopfschmerzen.

 Seine Eltern vermuteten, daß sie eine Folge der traumatischen Geburt waren. Leider hatten sie nicht das Geld, um eine Diagnose stellen zu lassen. Sobald Brian stehen konnte, schlug er seinen Kopf gegen die Stäbe seines Laufgitters, wahrscheinlich, weil die Schmerzen kaum zu ertragen waren. Er machte das oft so lange, bis er sich übergab.

Im großen Dugenhaushalt wurde nichts gegen Brians Migräne unternommen. Er war das zweite von fünf Kindern und hatte große Probleme, seinen Platz in der Familie zu finden. Um mit seinem widerspenstigen Verhalten fertig zu werden, entschied sich seine Mutter für strenge Disziplin. Jenny Frustration wurde noch größer, als ihr Sohn anfing ins Bett zu machen.

 Sie bestrafte ihnen, indem sie ihn auf der nassen Matratze schlafen ließ. Jenny wußte nicht, daß Brian keine Kontrolle über sein nächtliches Einessen hatte. Es wird vermutet, dass etwas so banales wie sehr tiefer Schlaf die Ursache für nächtliches Einnessäen oder inesises Nocturna sein kann.

 Ein kleines Kind für das Einnessen zu bestrafen kann dagegen extrem negative Auswirkungen haben. Zu diesen Auswirkungen können frühkindliche Depressionen gehören, die die kognitiven Funktionen eines Kindes erheblich beeinträchtigen. Und wenn ein Kind für etwas bestraft wird, dass es nicht kontrollieren kann, ist es wahrscheinlich, dass es irgendwie verhaltensuffällig wird.

Brian hatte sowieso schon mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Als Jenny ihn dann auch noch zwang, in seiner voll urinierten Bettwäsche zu schlafen, erhöhte sie seine psychische Belastung zusätzlich. Der Druck und die Überforderung sorgten dafür, dass Brian dicht machte und die Einsamkeit suchte. Die Isolation machte die Sache aber nicht gerade besser.

 Brian entwickelte eine beunruhigende Faszination für Feuer. Seine Mutter versuchte ihm das Zündeln auszutreiben, indem sie ihn zwang, ein Streichholz zu halten, bis die Flamme seine Fingerspitzen erreichte. Doch wie schon beim Bettnessen war eine körperliche Bestrafung der völlig falsche Ansatz, so wie sie in allen Fällen der falsche Ansatz ist.

Als Brian acht war, führte seine Liebe zu Streichhölzern dazu, daß die Garage abbrannte. Seine Faszination für Feuer ging aber weit über das Abbrennen von Streichhölzern und Schuppen hinaus. Ungefähr zur gleichen Zeit, als die Garage abbrannte, überschüttete Brian die Katze der Familie mit Benzin und zündete sie an.

 Laut seines Bruders Steven lachte Brian, als er zusah, wie die Katze bei lebendigem Leibe verbrannte. Es ist nicht bekannt, ob Brian dafür bestraft wurde, aber seine Eltern wussten auf jeden Fall, dass etwas mit ihm nicht stimmte. Sie hofften, dass einen Tapetenwechsel dem Elfjährigen helfen würde und zogen 1967 nach Leil, Illinois, das knapp 40 km von Chicago entfernt war.

 Sie versuchten Brian für Aktivitäten zu begeistern, die sie für normal hielten, wie z.B. Baseball. So leicht wollte sich der Junge aber nicht zähmen lassen. Schon bald nach dem Umzug fing Brian an mit Drogen und Alkohol zu experimentieren. Mit 15 trank er regelmäßig und nahm Drogen wie Marihuana und Math. Um seine schlimmer werdende Sucht zu finanzieren, brach Brian in Nachbarhäuser und Geschäfte ein.

 Im Januar 1972 wurde er wegen Diebstahls verhaftet und kam in Hausarrest. Doch auch nach der Verhaftung brach Brian weiter in Häuser ein. Er kam schließlich ins nahe gelegene Kane County Youth Home. Soweit bekannt ist, wirkte sich die Hafte aber nicht gerade positiv auf Brians Verhalten aus. Im Gegenteil. Eines Abends nach Brians Entlassung aus dem Heim griff er seinen Bruder Steven im Badezimmer an.

 Laut Steven versuchte Brian ihn sexuell zu missbrauchen. Er habe aber aufgehört, bevor es zu weit ging. Dann sagte Brian zu Steven: “Wenn du im Gefängnis wärst, dann wärst du nur ein weiteres Stück Fleisch. Ich könnte dir nicht helfen. Du müsstest es passieren lassen oder sterben. Nach dem Vorfall vermutete Steven, dass sein Bruder während seiner Zeit in Kane County vergewaltigt wurde.

 Er hatte recht und es war nicht Brians einzige Missbrauchserfahrung. Kurz nach Brian’s Entlassung aus dem Jugendheim sollte er für seine Mutter ein paar Hotdog Brötchen im Laden kaufen. Als er alleine die Straße entlang ging, hielt ein dunkles Auto neben ihm. Ein junger Mann lehnte sich aus dem Fenster und fragte Brian, ob er etwas Geld verdienen wolle.

Laut Brian sei der Mann der berüchtigte Serienkiller John Wayne Gy gewesen. Damals hatte Brian natürlich noch keine Ahnung, wer Gy war, also stieg er zu ihm ins Auto. Gy fuhr mit ihm zu einem abgelegenen Ort am Stadtrand und parkte neben den Eisenbahnschienen. Dann soll er Brian gezwungen haben, eine Bikinihose anzuziehen und ihn oral zu befriedigen.

Danach wartete Gy, wie Brian reagieren würde, aber der Junge blieb ruhig. Er fuhr Brian schließlich zurück zum Lebensmittelgeschäft und gab ihm 20$. Brian steckte das Geld ein und ging Hotdog Brötchen kaufen, als ob nichts passiert wäre. In seinem Buch The John Wayne Gy Story Mutmas Clifford Leecker, dass Gy das Interesse verloren hatte, weil Brian so ruhig geblieben war.

 Leindecker schreibt: “Bei Gy und vielen anderen Menschen wie ihm war es die Angst, die sie erregte.” In den Jahren danach geriet Brian immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Mit 16 brach er die Schule ab und verübte mehrere Einbrüche. Kurz danach wurde er verhaftet und in ein anderes Heim für Jugendliche gesteckt. Und so ging es weiter.

 Jedes Mal, wenn Brian wieder entlassen wurde, beging er eine weitere Straftat. Er brach ein Fastfood Läden ein, verwüstete Schulgebäude und nahm Drogen. Doch bei allem, was er tat, fügte er nie jemandem körperlichen Schaden zu. Das änderte sich erst, als er 17 war. Im April 1974 entdeckte Brian ein zehnjähriges Mädchen namens Barbara, das am Straßenrand spielte.

 Als er sie sah, fühlte es sich an, als hätte sich ein Schalter in seinem Gehirn umgelegt. Er ging auf Barbara zu und fragte sie nach dem Weg zum Bahnhof. Barbara ging ein Stück mit ihm die Straße hinunter, um ihm die Richtung zu zeigen. Als er sicher war, dass sie allein war, stieß er das Mädchen in ein Wächen neben der Straße.

 Doch als sie anfing aus der Nase zu bluten, ließ er sie gehen. Die Zehnjährige rannte direkt zu einem Sportplatz, wo sich mehrere Leute ein Softballpiel anschauten. Innerhalb weniger Minuten fand die Polizei Brian und verhaftete ihn. Auf der Wache sahen sie, daß er in einem anderen County schon wegen Einbruchs vorgericht mußte, und weil klar war, dass er wegen des Einbruchs zurück ins Jugendheim gehen würde, sah das Gericht keine Notwendigkeit, den Vorfall mit Barbara weiter zu verfolgen.

 Die Anklage wurde fallen gelassen. Ein paar Monate später wurde Brian wieder entlassen. Doch wie schon seine früheren Inhaftierungen hatte sich auch dieser Heimaufenhalt kein bisschen positiv auf seine gewalttätigen Tendenzen ausgewirkt. Die nächsten paar Jahre versuchte Brian immer wieder Frauen zu entführen, doch alle konnten entkommen.

Gleichzeitig brach er weiter in Häuser ein und wieder wurde er erwischt. 1979 wurde der 22-jährige Brian wegen mehrerer Einbrüche zu 7 Jahren Gefängnis verurteilt. Er saß 3 Jahre ab und wurde 1982 auf Bewährung entlassen. Wenn der Bewährungsausschuss glaubte, dass Brian sich gebessert hatte, lag er falsch.

 Nach nur zehn Tagen auf freiem Fuß versuchte er eine Tankstellenmitarbeiterin zu entführen. Am Ende wurde er aber nicht angeklagt, weil sein jüngerer Bruder Steven ihm ein falsches Alibi verschaffte. Anstatt also zurück ins Gefängnis zu gehen, konnte Brian weiter durch die Gegend ziehen. Am 25. Februar 1983 landete er schließlich in der kleinen Farming Gemeinde Napville Illinois.

Es gab buchstäblich keine Kriminalität im Ort. Die Leute kannten einander und hielten die Gegend für ausgesprochen sicher, bis Brian Dugen kam. Brian war high und hatte kein Geld mehr. Er fuhr also ziellos durch den Ort und suchte nach einem Haus, in das er einbrechen konnte. Gegen 14 Uhr hielt er schließlich vor einem Haus, das leer aussah.

Brian ging vorsichtig auf das Haus zu und schaute durchs Wohnzimmerfenster. Da sah er, dass doch jemand da war. Ein kleines Mädchen saß auf der Couch und aß Eis aus einer Schale. Jenine Nikarico war eine aufgeweckte Zehnjährige, die Pferde liebte und von ihrer Familie fast schon abgöttisch geliebt wurde.

 An diesem Tag fühlte sie sich krank und musste nicht in die Schule. Ihre Eltern waren bei der Arbeit. Janines Anwesenheit reichte, um Brian davon abzuhalten, ins Haus einzubrechen. Er war immer noch auf Bewährung und wollte nicht zurück ins Gefängnis. Er machte also Kert, um sich ein anderes Haus zu suchen. Als er zum Auto zurückging, kam aber dieses komische Gefühl zurück, das von seinem Gehirn zu kommen schien.

Es war dasselbe Gefühl wie bei Barbara, als würde sich ein Schalter umlegen. Später sagte Brian über diesen Moment: “Es war als ob die Zeit plötzlich steheneblieben wäre. Es klickte in mir und ich wurde von Dr. Jackel zu Mr. Hy!” Er rannte zurück und trat mit voller Wucht gegen die Haustür. Holzsplitter flogen durch die Gegend, als die Tür aus den Angeln brach.

 Janine sprang von der Couch und erstarrte vor Schreck, als Brian durch die Tür kam. Dieses Mal konnte ihn nichts aufhalten. Brian wickelte Janine in ein Bettlaken ein und trug sie zur Haustür. Als sie das Haus verließen, streckte Jenine die Hand aus und versuchte verzweifelt sich an irgendetwas festzuhalten. Brian riss sie weg, wobei sie Fingernagelkratzer an der Wand hinterließ.

Brian warf das Mädchen ins Auto und fuhr Richtung Westen in eine unbewohnte Gegend. Dort ging er mit Janine ein Stück einen Wanderweg entlang, der als Illinoi Prairie Path bekannt ist. Als Brian sicher war, dass niemand kam, vergewaltigte er Janine und erschlug sie mit einem Schraubenschlüssel. Später sagte Brian: “Ich wurde von einer Art Impuls getrieben, der immer stärker wurde. Ich konnte nicht aufhören.

” Nachdem er sie getötet hatte, legte Brian Janines Leiche abseits des Wanderweges ab und bedeckte sie mit Änhen. Dann ging er zu seinem Auto zurück und fuhr weg. Ungefähr zur gleichen Zeit kam Janines Schwester aus der Schule nach Hause. Das erste, was sie bemerkte, war die eingetretene Haustür.

 Erschrocken lief sie sofort zum Haus eines Nachbarn, um Hilfe zu holen. Als der Nachbar das Haus durchsuchte und Janines Fingernagelkratzer an der Wand sah, rief er die Polizei. Die Beamten durchkennten die Gegend, aber konnten keine Spuren finden, die sie zu Jenin führten. [räuspern] Jenines Leiche wurde zwei Tage später von zwei Wanderern gefunden.

Die Familie war am Boden zerstört und ganz Nehville stand unter Schock. Das FBI leitete Untersuchung des Mordes ein und setzte eine hohe Belohnung für Informationen aus, die zu einer Verhaftung führten. Zwei Monate später erhielten sie einen anonymen Tipp. Kurz darauf nahmen Beamte des Duup Page County zwei unschuldige Männerfest Rolando Cruise und Alejandro Hernandes.

Nach einem überstürzten Verfahren befand die Jury die beiden Männer für schuldig und verurteilte sie zum Tode. Brian Dugan suchte währenddessen nach neuen Opfern. Man vermutete, dass er während dieser Zeit für mindestens zwei weitere Angriffe auf Frauen verantwortlich war. Leider hatte die Polizei in beiden Fällen nicht genügend Beweise für eine Verhaftung, obwohl Brian genau der jeweiligen Täterbeschreibung entsprach.

Am Morgen des 15. Juli 1984 schlug Brian dann erneut zu. Als er mit seinem verbeuten Chevy im Pal durch die Gegend fuhr, sah er eine junge Frau in ihrem Auto an der Ampel. Er hatte kaum noch Geld und wollte Drogen kaufen, also beschloss er, sie zu überfallen. Bei der Frau handelte es sich um die 27-jährige Donna Snor.

 Sie war Krankenschwester im Mercy Center Hospital in Aurora. Außerdem war sie Mitglied in der Trinity Lutheran Church und bei allen sehr beliebt. Donners Bruder Roger erinnerte sich. Alle haben sich sehr wohl bei ihr gefühlt. Sie war einer dieser Menschen, die man einfach gerne um sich hatte. Das war wahrscheinlich auch der Grund, warum Donna in dieser Nacht nicht allein war.

 Ihr Freund und Kollege James war im Auto hinter ihr. Er wollte sicherstellen, dass sie gut nach Hause kam. Davon ließ sich Brian aber nicht abschrecken. Als die Ampel grün wurde, folgte er den beiden Autos. Nach ein paar Minuten erreichte James eine Kreuzung in der Nähe seines Hauses und bog ab. Brian fuhr mit seinemala jetzt direkt hinter Donna. Sie waren allein.

Brian beschleunigte und drängte Donna von der Straße. Ihr Auto prallte gegen einen Grashügel. Brian fuhr von hinten an sie heran, bis er ihre Stoßstange berührte. Donna konnte weder vor noch zurück. Sie saß in der Falle. Als Brian auf Donners Auto zuging, sah er, wie sie versuchte, die Beifahrertür zu öffnen.

 Er langte durchs Fenster und packte sie. Er zog Donna aus dem Wagen, stieß sie auf seinen Rücksitz und fesselte sie. Danach ging er zu ihrem Auto zurück und wischte seine Fingerabdrücke ab. Er wollte Donner zu einem Badeort an einem See in Wisconsin bringen, aber es war schon kurz vor Sonnenaufgang. Brian fürchtete, dass die Leute Donner in seinem Auto sehen würden.

 Er fuhr also stattdessen eine kleine Straße hinunter, die zu einem Baggersee namens CV Query führte. Brian parkte und zwang Donner mit ihm in ein kleines möcken verseuchtes Waldstück zu gehen. Dort schlug er sie und vergewaltigte sie mehrmals hintereinander. Danach brachte er sie zum Baggersee und drückte ihren Kopf unter Wasser, bis sie nicht mehr atmete.

Er zog die tote Donner zurück ans Ufer und saß knapp 20 Minuten einfach nur still neben ihr. Als er wieder zu Sinnen kam, ging er zu seinem Auto und machte sich auf den Rückweg. Auf der Straße, die zum See führte, kamen ihm drei Jugendliche Auto entgegen. Sie wollten die ruhigen Morgenstunden nutzen, um ein bisschen zu angeln.

 Als Brian an ihnen vorbeifuhr, machte er sein Licht an, damit sie sein Gesicht nicht sehen konnten. Als die Jungen parkten und zum See hinunterging, fanden sie Donners leblosen Körper. Später am Morgen machten sich Donners Eltern Sorgen, als Donna nicht in die Kirche kam. Als sie nach Hause fuhren, sahen sie einen Deputy Sheriff in ihrer Einfahrt.

Während der Deputy den Snors erklärte, dass ihre Tochter tot sei, war Brian Dugan schon 40 km entfernt in der kleinen Stadt Plainfield, Illinois. Dort ließ er seinen Impala in einer verlassenen Gegend stehen und fuhr nach Hause. Später meldete er das Auto als gestohlen. Nach dem Mord an Donner lernte Brian eine Frau kennen, bekam einen Job als Lagerarbeiter und zog in seine eigene Wohnung, ein Pensionszimmer für 50$ die Woche.

 Seinen Drang zu töten schien vorübergehend befriedigt zu sein. Doch nachdem er schon zwei Menschen ermordet hatte, wusste er, dass er früher oder später zurückkommen würde. Die Frage war nur wann. Der Kriminologieprofessor Scott Bon schreibt, dass diese Abkühlungsphasen wie eine emotionale Pause für Serienkiller sind. Häufig wenden sie sich in dieser Zeit wieder ihrem bürgerlichen Alltag zu.

 Bonn vergleicht es mit Drogenabhängigen nach einer längeren Phase des permanenten Konsumierens. Die Person faßt sich danach wieder und kann sich auf andere Aspekte ihres Lebens konzentrieren. Aber was sie auch tut, irgendwann kommt der Drang zu töten wieder. Und wenn dieser Drang die Oberhand gewinnt, schlagen Serienkiller immer wieder zu.

 So war es auch bei Brian Dugan. Weniger als zehn Monate, nachdem er Donal Snor entführt vergewaltigt und ermordet hatte, wurde er erneut von seinen Trieben übermannt. Im Mai 1985 setzte er sich ins Auto und suchte nach seinem nächsten Opfer. Als Brian am 6. Mai 1985 durch die Vororte von Chicago fuhr, sah er ein legenebliebenes Auto und hielt an.

Der Wagen gehörte der einzuwigjährigen Sharon Greek. Sie hatte die Motorhaube hochgeklappt und suchte nach dem Schaden. Brian bot an, ihr zu helfen. Als das Auto wieder ansprang, bedankte sich Sharon und fuhr weiter. Brian lächelte und winkte. Kurz bevor Sharons Auto auser Sichtweite war, stieg Brian in seinen Wagen und verfolgte sie.

 Als Sharon vor ihrem Haus parkte, sprang er aus dem Auto und bedrohte sie mit einem Messer. Er verband Sharon die Augen und schob sie in ihr Auto zurück. Dann fuhr er in einen [räuspern] kleinen Vorort namens Betavia. Brian parkte irgendwo an der Rout 31. Er stieß Sharon auf den Rücksitz und vergewaltigte sie. Laut Brian blieb Sharon danach ruhig, was ihn glauben ließ, dass sie keine Bedrohung für ihn sein würde. Also ließ er sie gehen.

 Es war eine unheimliche Parallele zu Brians Begegnung mit John Wayne Gasey Jahre zuvor. Und genau wie Gy wollte Brian immer mehr. Nur drei Wochen später, am 28. Mai war Brian wieder auf der Rout 31 unterwegs. In einem kleinen Ort namens Geneva entdeckte er eine 19-jährige Jugendliche am Straßenrand.

 Ihr Name ist bis heute nicht bekannt. Brian sprang aus dem Wagen und stürzte sich auf sie. Er versuchte sie ins Auto zu zähren, doch die junge Frau wehrte sich. Brian stolperte und sie entkam unversehrt, aber davon ließ sich Brian nicht entmutigen. Er wollte weitersuchen, bis er seinen Drang befriedigt hatte. Dabei wusste er nicht, dass die 19-jährige sich sein Kennzeichen gemerkt hatte.

Für den Moment war Brian aber noch frei und konnte seine Angriffe fortsetzen. Am nächsten Tag sah er ein 16-jähriges Mädchen auf einem Parkplatz. Er parkte seinen AMC Gramlin, nahm sich den Reifenschlüssel von der Rückbank und stieg aus. Er bedrohte die Teenagerin mit dem Reifenschlüssel und zwang sie ins Auto zu steigen.

Als Brian die Grenze zum nächsten County überquerte, klappte plötzlich sein Handschuhfach auf. Man konnte deutlich das große Jagdmesser erkennen, dass er darin aufbewahrte. Brian sah sofort, wie viel Angst es dem Mädchen machte. Ein Gefühl von Allmacht stieg in ihm auf. Als Brian Will County erreichte, parkte er am Straßenrand.

Er legte dem Mädchen einen Gürtel um den Hals und vergewaltigte sie. Danach fuhr er sie zurück nach Hause und ließ sie gehen. Die Vergewaltigungen waren aber nicht genug, um Brian zu befriedigen. Seinen Drang zu töten blieb. Anstatt zur Arbeit zu gehen, setzte er sich also zwei Tage später wieder ins Auto, fuhr herum und rauchte Marihuana.

 Die Fahrt führte ihn schließlich in die kleine Ortschaft Somenock. Er bog auf eine Kiesstraße und sah zwei kleine Mädchen auf Fahrrädern. Als er langsam auf sie zufuhr, überkam ihn sein Morddrang. Er hielt an und brach die Türhebel ab, damit die Türen von innen nicht zu öffnen waren. Dann wendete er und fuhr zu den Mädchen zurück.

 Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich schon längst entschieden, er [räuspern] würde sie töten. Bei einer FBI Befragung versuchte Brian später zu erklären, was er The Switch oder den Schalter nannte. Immer wenn sich dieser Schalter umlegte, habe es sich angefühlt, als ob eine andere Person die Kontrolle über seinen Körper übernehmen würde.

 Brian sagte nur, er lebt in mir. Brian wendete und fuhr zu den beiden Mädchen zurück. Er hielt an und ging auf sie zu. Er tat so, als wollte er sie nach dem Weg fragen. Als er nahe genug war, machte er einen Satz und packte Opel. Er warf sie auf die Rückbank seines AMC Gramlin. Dann riß er Melissa von ihrem Fahrrad und zerrte auch sie zum Auto.

 In der Zwischenzeit war es Opel jedoch gelungen, aus einem offenen Fenster zu klettern. Als Brian sie sah, war sie schon ein ganzes Stück Querfeld eingelaufen. Brian entschied, dass keine Zeit war, sie zu verfolgen. Die Straße war leer, aber das konnte sich jeden Moment ändern. Er musste so schnell wie möglich weg.

 Also war Millisser ans Auto, schlug die Tür zu und raste davon. Er fuhr über ein Stoppschild und rammte fast ein anderes Auto, als er auf den Highway bog. Um Melissa ruhig zu stellen, zog er ihr einen Schlafsack über den Kopf und stellte ihr Fragen über die Schule. Als er sie schließlich zum Reden bekam, sagte sie, dass sie gerne Ton. Er ließ sie weiterreden, während er ins knapp 30 km entfernte Mendota fuhr.

 Dort fuhr er von der Hauptstraße ab und hielt an einem kleinen Bach neben einer Baumruppe. Er sagte zu Melissa, dass sie aussteigen und mitkommen solle. Als sie von der Straße aus nicht mehr zu sehen waren, vergewaltigte er Melissa und erträngte sie danach im Bach. Ihre Leiche versteckte er unter einem Steinhaufen.

Nachdem er alle Spuren beseitigt hatte, stieg er ins Auto und fuhr weg. Er fuhr auf der kleinen Straße zum Highway zurück und bog nach Osten ab. Als er das nächste Mal in den Rückspiegel schaute, sah er einen Polizeiwagen hinter sich. Es war ein Streifenwagen der Mendota Police und er verfolgte ihn. Brian fuhr auf eine Raststätte in der Hoffnung, daß der Kop an ihm vorbeiziehen würde.

 Doch zu Brians Entsetzen folgte er ihm auf den Parkplatz. Als Brian in den Laden ging, hielt er genau hinter seinem Gramlin. Brian war nervös, aber er wusste, dass er nicht für immer in dem Laden bleiben konnte. Er musste sich entspannen. Er musste etwas normales tun. Er kaufte also eine Cola und schlendete zu seinem Auto zurück.

Er fragte den Officer, ob alles in Ordnung sei. Da zeigte der Kop auf sein Nummernschild. Er sagte, dass es abgelaufen sei. Einen Augenblick lang war Brian erleichtert. Doch als der Officer ihn nach seinem Führerschein fragte, zögerte er. Brian hatte keinen gültigen Führerschein. Er gab den Polizisten also stattdessen seinen Angelschein.

 Während Brian wartete, kam ein Funkspruch aus der Polizeizentrale rein. Ein kleines Mädchen aus Sumführt worden. Melissa Aerman. Der Officer warf einen Blick in Brian Autor, aber sah nichts Verdächtiges. Er notierte Brians Namen und fuhr dann weiter, um bei der Suche nach Melissa zu helfen.

 Er hatte keine Ahnung, dass er ihren Mörder gerade auf der Raststätte stehen gelassen hatte. Der Vorfall verunsicherte Brian. Er fuhr nach Hause und duschte, um sich den Schlamm vom Bach abzuwaschen. Obwohl Brian Angst hatte, gefasßt zu werden, zeigte er keinerlei Reue für das, was er den Mädchen und Frauen angetan hatte.

 Er bezeichnete sich später selbst als Psychopathen, was seine Emotionslosigkeit tatsächlich bis zu einem gewissen Grad erklären würde. Laut eigener Aussage empfand er nichts für seine Opfer. Was er fühlte, interessierte die Frauen und Mädchen, die seine Angriffe überlebt hatten, aber herzlich wenig. und sie taten alles, um bei seiner Ergreifung zu helfen.

Die siebenjährige Opel Horton konnte das Auto des Täters genau beschreiben. Danach bekamen alle Streifenwagen die Order, nach einem verbeulten blauen Kleinwagen zu suchen. Als der Officer, der Brian angehalten hatte, die Beschreibung hörte, erinnerte er sich, dass er einen blauen AMC Gramlin gefahren war. Die Polizei Kane County sollte Brian zur Vernehmung abholen.

 Sie waren überrascht, als sie hörten, dass er schon gesucht wurde. Die 19-jährige Frau, die Brian enton war, hatte sich mit seinem Autokennzeichen auf dem Revier gemeldet. Als Brian am nächsten Morgen zur Arbeit kam, wartete die Polizei schon auf ihn. Sie nahm ihn sofort in Gewahrsam. Brian wurde ins Kane County Jail gebracht.

 Als nächstes riefen die Beamten bei der 21-jährigen Sharon Greak an, die von Brian vergewaltigt wurde, nachdem er ihr Auto repariert hatte. Als Sharon aufs Revier kam, wurden ihr mehrere Verdächtige in einer Reihe präsentiert. Sie zeigte sofort auf Brian Dugan. Zur gleichen Zeit erschien das 16-jährige Mädchen auf der Wache, das Brian auf dem Parkplatz entführt und vergewaltigt hatte.

 Nach der Tat hatte sie Angst gehabt, die Vergewaltigung anzuzeigen, weil sie befürchtete, dass der Mann zurückkommen und sich rächen würde. Als sie jedoch hörte, dass der mutmaßliche Täter hinter Gittern saß, fühlte sie sicher genug, um auszusagen. Obwohl sich die Beweise gegen ihn häuften, beteuerte Brian seine Unschuld und weigerte sich mit den Beamten zu kooperieren.

Doch die Polizei brauchte seine Hilfe gar nicht. Als sie die Beweise zusammentugen, machten sie eine überraschende Entdeckung. Der Impala, den Brian nach dem Mord an Donna Snor im Vorjahr als gestohlen gemeldet hatte, stand direkt auf ihrem Parkplatz für halterlose und gestohlene Fahrzeuge. Sie parkten den Wagen genau vor Brians Zellenfenster als unmissverständliche Botschaft.

Und Brian verstand. Am nächsten Tag sagte er, daß er bereit sei, über einen Deal zur Strafmilderung zu sprechen. [räuspern] Wenn die Beamten einwilligen, würde er ihnen Informationen über den Mord an Donnor geben. Doch während Brian in der Uhuhaft an seinem Deal feilte, wurde Melissa Acer Leiche gefunden.

 Ein Labor bestätigte, dass der Schlamm vom Tatort derselbe war wie der, den man in Brians Wohnung gefunden hatte. Jetzt gab es keinen Grund mehr, einen Deal zu machen. Die Polizei hatte konkrete Beweise, dass Brian einen Mord begangen hatte. Mit der Todesstrafe vor Augen gestand Brian die Morde an Melissa Acerman und Donna Snor.

 Im Gegenzug verurteilte der Richter ihn zu zwei lebenslangen Haftstrafen. Brian wurde jedoch nicht wegen des Mordes an der Zehnjährigen Jenine Nikarico im Jahr 1983 vor Gericht gestellt. Er gestand den Mord an dem kleinen Mädchen, aber als Staatsanwälte aus Page County hinzugezogen worden, wiesen sie sein Geständnis zurück. Sie beharten darauf, dass Rolando Cruz und Alejandro Hernandez für den Mord an Janine verantwortlich waren.

 Die beiden Männer blieben noch zehn weitere Jahre in der Todeszelle bis 1995, als sie ihre Berufungsverfahren gewannen und freigesprochen wurden. Danach konnte endlich Janines wahrer Mörder vor Gericht gestellt werden. Es dauerte eine Weile, aber 2009 wurde Brian Dugan schließlich doch noch des Mordes an Jenine Nikariko für schuldig befunden und zum Tode verurteilt.

Mit der Abschaffung der Todesstrafe in Illinois wurde sein Urteil 2011 in eine weitere lebenslange Haftstrafe umgewandelt. Als Brian Dugan einmal gefragt wurde, was passieren würde, wenn man ihn jetzt aus dem Gefängnis ließe, sagte er, dass er immer noch gefährlich sei. Er sagte: “Ich bin eine Bedrohung für andere Menschen.

” Tatsächlich ist Brian Dugan bis heute in Haft und er wird höchstwahrscheinlich nie wieder rauskommen. Vielen Dank fürs Zuhören. Mein Name ist Diane Hilcher und ich bin Mark Augestat. Du kannst jetzt eine Bewertung für den Podcast daassen und die Glocke aktivieren, um keine Folge zu verpassen. Serienkiller ist ein Spotify Original von Parcast.

 Produziert in Zusammenarbeit mit Bose Park Productions. Adaptiert von dem amerikanischen von Max Cutler kreierten Original Serial Killers. Deutsche Produktion wieb geachter Winter. Chris Guse, Suholder, Klii Köhler, Fabio Lautenschläger, Simon Uta Kirschei und Daniel Nicolao. Das Originalskript wurde ins Deutsche übersetzt von Klaus Schwartau.

 Vielen Dank an Julien Buirot. Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Tierquellerei, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt. Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken. März 1953 im Nordwesten Argentiniens, während die Sonne draußen die Erde verbrannte, schlief der 18-jährige Florenzio Fernandes in einer Berghöhle.

Es war komplett dunkel in der Höhle und Totenstill. Es war der perfekte Ort, um Energie zu tanken für eine Nacht unten in der Stadt. Als es dunkel wurde, wachte Fernandez auf und zog sich an. Schwarzes Hemd, schwarze Hose und schwarzer Mantel. Dann kam er aus seinem Versteck und machte sich auf den Weg in die nahegelegene Stadt Monteros.

Er war auf der Suche nach der perfekten Frau. Doch anstatt in einem Nachtclub oder einer Bar nach ihr zu suchen, wollte er sie in ihrem eigenen Haus finden. [räuspern] Nachdem er durch mehrere Fenster geschaut hatte, entdeckte er endlich eine Frau, die allein zu sein schien. Fernandes beobachtete sie.

 Er sah ihr beim Abendessen und Abwaschen zu. Dabei achtete er die ganze Zeit darauf, ob noch jemand kam und sich zu ihr gesellte. Nach ein paar Stunden machte sie sich Bett fertig. Da war klar, dass sie allein bleiben würde. Die Frau war alles, wonach Fernandes suchte. Sie war voller Leben, sie war gesund und sie war Single.

Doch Fernandez war nicht auf Sex oder Liebe aus. Er wollte ihr Blut trinken. Hi, ich bin Diane Helscher. Und ich bin Mark Augustat. In jeder Folge dieses Podcasts beschäftigen wir uns mit einem berühmten Serienkiller oder einer berühmten Serienkillerin mit ihrem Leben, ihrer Psyche und ihren Taten.

 Serienkiller Mörder und ihre Geschichten. Ein Spotify Original von Podcast. Heute geht es um Florenzio Fernandez, auch bekannt als El Vampiro de Laventana oder der Vampir am Fenster. In dieser Einzelfolge befassen wir uns zuerst mit Fernandes frühen Jahren in Monteros unter überraschenden Inspiration für seine Morder. Danach werden wir über seinen Niedergang sprechen und uns anschauen, wie sich sein Vermächtnis in die lokale Volklore Tradition einfügt.

Seit Jahrhunderten sind Vampire wichtige und furchteinflößende Figuren in der Folklore, unsterbliche Wesen, die das Blut der Lebenden brauchen, um ihre verfluchte Existenz zu erhalten. Dabei ist der populärste Vampir immer noch Bram Stok Dracula, der aus Transylvanien nach England kommt, um die Harkers zu terrorisieren und von Helsing ein Schnippchen zu schlagen.

Vampire gibt es aber nicht nur in Transylvanien. Auch Südamerika hat seine ebenso grausamen wie verführerischen Blutsauger. Schon die alten Mayas, die das heutige Mittelamerika und Mexiko beherrschten, fürchteten Kamsotz, ein böses in Höhlen lebendes Wesen mit einem Fledermauskopf. Und es gab noch mehr.

 Die Nahua in Mexiko erzählten sich von einem Vampirhexenhybrid namens Slelpucci. Diese bösartigen weiblichen Kreaturen saugten das Blut von Babys und brachten Erwachsene mit Hypnose dazu, Suizid zu begehen. Doch all diese Geschichten verblassten neben dem berüchtigsten aller blutrünstigen Übeltäter einem echten Serienmörder namens Florenzio Fernandes.

 Abgesehen von seinen Verbrechen ist nur wenig über ihn bekannt und in Argentinien ist seine Geschichte ebenso populär wie umstritten. Florenzio Fernandez kam als Kind armer Eltern in Monteros zur Welt. Monteros ist eine Kleinstadt in der argentinischen Provinz Tukaman. Die Region gilt als Hochburg der Vollklore. Tukuman ist vor allem für seine Musik und für einen Tanz namens La Samba.

Samba ist ein argentinischer Volkstanz, der nichts mit dem ähnlich klingenden brasilianischen Samba zu tun hat. Der argentinische Samba ist ein Paartanz, bei dem weiße Tücher zum Einsatz kommen, die auf sehr elegante und romantische Weise in die Choreografie eingebaut werden. Der Tanz wird üblicherweise von folkloristischer Musik begleitet, die voll von Geschichten über Helden und Schurken ist.

 Und wie weite Teile Südamerikas hat auch Tukuman, seine eigene Mythologie, in der viele furchteinflößende Kreaturen vorkommen. So gibt es z.B. Mikilo, einen Menschhundrid, der Menschen angreift und Tiere heutet und dessen schmerzerfülltes Heulen bis weit in die Nacht zu hören ist. Wie viele schaurige Fabelwesen war auch Mikilo bei Eltern beliebt, wenn die Kinder mal nicht hören wollten.

Fernandes wuchs also in einer Gegend auf, die Fabeln und Legenden liebte, ob diese nun Intenszen auf die Bühne gebracht, vertont oder erzählt wurden. Die Geschichten waren wahrscheinlich auch eine willkommene Ablenkung vom Kagen Alltag der 1930er Jahre. Die Weltwirtschaftskrise ging auch an Argentinien nicht vorbei und Fernandes Familie lebte in bitterer Armut.

 Die Fernandes konnten sich nur das Nötigste leisten, vor allem wenn es um Medikamente und ärztliche Versorgung ging. Als Florenzio als Kind verhaltensauffällig wurde, hofften seine Eltern daher auf eine schnelle und vor allem günstige Behandlung. Doch die Ärzte stellten eine unerwartet ernste Diagnose, Psychopathie. Heute gilt Psychopathie als schwere Form von antisozialer Persönlichkeitsstörung, aber Fernandes Diagnose war möglicherweise voreilig und wahrscheinlich eine Fehliagnose.

In den 1930er Jahren wusste die Welt noch nicht so viel über psychische Störungen wie heute, vor allem in ländlichen Regionen. Als Fernandes Anzeichen einer psychischen Erkrankung zeigte, hatten die Mediziner des Landes gerade erst angefangen, sich mit Psychotherapie auseinanderzusetzen. Nach heutigen Standards kann daher davon ausgegangen werden, dass Fernandes Diagnose falsch war.

 Das Mindestalter für eine Diagnose der Störung liegt heute bei 18. Das hängt vor allem damit zusammen, dass es schwierig ist, psychische Krankheiten bei Kindern zu diagnostizieren. Die Symptome unterscheiden sich je nach Alter und kleine Kinder können oft nicht artikulieren, wie sie sich fühlen. Aus diesem Grund war die vorpubertäre Diagnose von Fernandes wahrscheinlich nicht ganz eindeutig.

Für Fernandes Eltern gab es damals natürlich noch keine Möglichkeit, sich genauer über die Krankheit ihres Sohnes zu informieren. Sie wussten nicht, wie sie mit der beängstigenden und kryptischen Diagnose umgehen sollten. Und soweit man wusste, war Psychopathie unheilbar. Anstatt Florenzio also zu helfen, verstießen sie ihn und zwangen ihn für sich selbst zu sorgen.

Fernandes lebte auf der Straße. Er bettelte um Geld und Stahl, was er konnte. Laut der argentinischen Zeitung La Nation soll er regelmäßig Leute belästigt und eine unbekannte Zahl von Opfern sexuell missbraucht haben. Während seiner Zeit auf den Straßen von Monteros machte Fernandes eine lebensverändernde Erfahrung.

Es war ein Ereignis, das seine Fantasie wesentlich mehr anregte, als alle Volksmärchen, mit denen er aufgewachsen war. 1950 wurde im Kino von Monteros zum ersten Mal Dracula mit Bela Lugosi in der Hauptrolle gezeigt. Der Film ist von 1931. Bis er seinen Weg in die kleine argentinische Stadt fand, dauerte es aber knapp 20 Jahre und irgendwie gelang es dem mittellosen 15-jährigen einen Platz im Saal zu ergattern.

Fernandez kannte Mikilo und die anderen Fabelwesen, von denen man sich in Tukuman erzählte. Der Film war aber wahrscheinlich seine erste Begegnung mit Dracula. Und von dem Moment an, als sich der ikonische Vampir zum ersten Mal aus dem Sarg erhob, war Fernandes gefesselt. Bela Lugosis Darstellung des blutsaugenden Grafen prägte das Bild des Vampirs für viele Jahrzehnte.

Im Film wird Dracula wegen seiner Macht gefürchtet. Er ist aber auch ein aussätziger, ein Wesen, das nie mehr Teil der menschlichen Gesellschaft werden kann. Es ist wahrscheinlich, dass Fernandes sich mit der Angst, die der Graf den Menschen einjagte, identifizieren konnte. Er hatte aber auch eine Art Superkraft.

 Er konnte Frauen in Untote Liebhaberinnen verwandeln. Es war ein starkes Bild. Dracula holte sich die Kontrolle zurück, indem er den Menschen das Blut aussaugte. und sie in das verwandelte, was sie zerstören wollten, in Vampire, wie er selbst einer war. Es ist kaum verwunderlich, dass Fernandes sich mit einem Außenseiter identifizieren konnte, der unter einem unheilbaren bzw. unwiderruflichen Zustand litt.

 Und wenn es einem Ausgestoßenen wie Dracula gelang über Jahrhunderte zu bestehen, glaubte Fernandes vielleicht ebenfalls dazu in der Lage zu sein, selbst wenn Dracula in einer fiktiven und Fernandes in der echten Welt lebte. Wie so viele Menschen war auch der 15-jährige Fernandes fasziniert von dem Film.

 Anstatt sich zu fürchten, ging er aber wahrscheinlich inspiriert und selbstbewusst aus dem Kino. Dracula wurde zum Volkshelden, den er am meisten verehrte. Die Geschichte des mächtigen Vampirs bot Trost und Ablenkung vom harten Straßenleben. Fernandes schien jedoch nicht in der Lage gewesen zu sein, Fiktion und Wirklichkeit zu trennen.

 Und zwei Jahre später verwischte die Grenze endgültig, als der 17-jährige anfing, sich selbst für einen Vampir zu halten. Seine Tagträume wurden zu Warenvorstellungen, die soweit gingen, dass er schließlich glaubte über natürliche Kräfte zu haben. Und weil er sich als echten Vampir sah, rete er sich auch ein, dass er Blut brauchte, um zu überleben. Menschenblut.

Fernandes behauptete, Photophobie zu haben, eine schmerzhafte Abneigung gegen Licht. Genau wie die Untoten Kreaturen, die er bewunderte. Man weiß nicht, ob Fernandes wirklich unter Lichtempfindlichkeit litt oder ob es nur Teil seiner Warnvorstellung war. Er änderte auf jeden Fall seine Lebensweise in Monteros und zog von der Straße in eine Höhle um, die ein paar Kilometer vom Zentrum entfernt war.

 Dort schlief er tagsüber, um das schmerzhafte Sonnenlicht zu meiden. Der Legende zufolge wachte Fernandez bei Einbruch der Dunkelheit auf und zog einen schwarzen Umhang an. Genau wie Dracula. Dann machte er sich auf den Weg nach Monteros, wo er die Menschen in ihren Häusern beobachtete. Ungefähr ein Jahr nach seinem Umzug in die Wildnis reichte ihn das bloße beobachten aber nicht mehr.

 Fernandes wollte ihr Blut und so machte sich der 18-jährige am 22. März 1953 auf den Weg, um seine dunklen Fantasien in die Tat umzusetzen. [räuspern] Der Sommer in Argentinien verabschiedete sich langsam, aber die Abende in Monteros waren immer noch warm. Und als Fernandes durch die Straßen schlich, sah er etwas, daß es ihm wesentlich leichter machen würde, seinen Trieb zu befriedigen.

Die meisten Leute ließen in den heißen Sommernächten ihre Fenster offen, auch nach [räuspern] dem Schlafen gehen. Es war also relativ leicht, in die Häuser einzubrechen, fast so leicht, wie Dracula es bei seinen Opfern Mina und Lucy hatte, nur dass man sich dafür nicht einmal in einen Nebel oder einen Wolf verwandeln mußte.

Aber Fernandes ließ sich Zeit. Er suchte nach einer Frau, die allein war, damit ihn niemand überraschte. Fernandez ging von Haus zu Haus und schaute durch die Fenster, bis er endlich eine Frau sah, die allein zu sein schien. Der Name der Frau ist bis heute nicht bekannt. Fernandes beobachtete sie mehrere Stunden von seinem Versteck aus.

 Sie aß zu Abend und machte den Abwasch. Er interessierte sich aber nicht für ihre profane Abendroutine. Er wollte sichergehen, dass niemand sonst zu Hause war. Als sich die Frau die Zähne putzte, war sich Fernandes langsam sicher, dass sie allein zu Bett gehen würde. Er schlich also vorsichtig aus seinem Versteck.

 In der Hand hielt er einen Knüppel. Er stieg durchs offene Fenster ins Schlafzimmer ein und wartete. Als die Frau ins Schlafzimmer kam, schlug Fernander sie mit dem Knüppel bewusstlos. Jetzt konnte er endlich trinken. [räuspern] Er beugte sich über sie und rammte seine Zähne in ihren Hals. Soweit bekannt ist, hat Fernandes das Blut der Frauen nicht wirklich getrunken.

 Sein Blutdurst schien viel mehr sexueller als okkulter oder irgendwie pragmatischer Natur gewesen zu sein. Laut der Zeitung La Capital Marel Plata reichte da bis allein schon aus, um Fernandes zum Orgasmus zu bringen. Wahrscheinlich war es einfach ein Fetisch, der sich im Laufe der Jahre bei ihm entwickelt hatte, wobei er unterschieden werden muss, ob ihn das Blut allein oder das Beißen erregte.

 Wenn es nur das Blut war, dann ist die Einordnung als fetisch gerechtfertigt. Wenn es ihm auch um das Beißen ging, kann man von einer Paraphilie ausgehen, die als Häatophilie bezeichnet wird, also eine sexuelle Neigung, bei der das Blut oder das Trinken des Blutes eines meist wehrlosen Opfers im Mittelpunkt steht. Nach so vielen Jahren ist es natürlich schwer zu sagen, was genau Fernandes motiviert hat.

 Man kann aber davon ausgehen, daß sein Handeln von mehreren Faktoren bestimmt wurde. Doch was auch immer es war, für die Frauen von Monteros wurde er in dieser Nacht zur tödlichen Bedrohung. Er biss seinem ersten Opfer so brutal in den Hals, dass die Frau nicht mehr aus ihrer Ohnmacht erwachte und auf dem Schlafzimmerboden verblutete.

 Danach floh er vom Tatort und versteckte sich in seiner Höhle. Einen Monat später, im April 1953, wiederholte Fernandes sein blutiges Ritual. Als es dunkel war, schlich er sich erneut nach Monteros, um nach einem Opfer zu suchen. Dieses Mal wollte sich Fernandes aber ein bisschen mehr gedulden. Er fand eine Frau, aber schlug nicht sofort zu.

Stattdessen verbrachte er mehrere Abende damit, sie einfach nur zu beobachten. Auch dieses Mal mußte er sichergehen, dass sie wirklich allein lebte. Als die Luft rein war, brach Fernandes durchs Schlafzimmerfenster ins Haus ein und biss der schlafenden Frau die Luftröhre durch. Soweit bekannt ist, trank er auch dieses Mal nichts von dem Blut seines Opfers.

 Während die Frau in ihrem Bett verblutete, sprang Fernandes aus dem Fenster und verschwand in der Nacht. In den nächsten Jahren ermordete Fernandes mehrere Frauen auf diese Weise, ohne je gefasst zu werden. Die Polizei hatte keine Ahnung, wo sie ansetzen sollte. Die Beamten wussten nur, dass es der Täter auf Frauen jeden Alters abgesehen hatte und dass er vor allem im Sommer zuschlug.

 Er schlug sie bewußtlos und fügte ihnen so schwere Bisswunden zu, daß sie verbluteten. Warum er das tat, konnte sich niemand erklären. Der Mörder wich nur selten von seiner üblichen Vorgehensweise ab. Einige Berichte gehen aber noch etwas mehr ins Detail. In seinem Buch Vampiros schreibt Gomez Arasil z.B.

, dass Fernandes die Frauen manchmal ans Bett fesselte, bevor sie biss. Und obwohl er normalerweise die Luftröhren seine Opfer zerstörte, biss er einigen auch die Halsschlagader durch. Die Gerichtsmediziner fanden aber keine Anzeichen von sexuellen Übergriffen an den Leichen. Darüber hinaus hinterließ Fernandes selten irgendwelche Spuren, was die Verfolgung des blutrünstigen Täters noch schwieriger machte.

Hinzuk kam, daß die Polizei keine Erfahrung mit Serienkillern hatte. Sie schienen nicht zugeben zu wollen, daß sie mit der Situation überfordert waren und suchten Stur weiter nach dem sogenannten Vampir. Damals war Criminal Profiling noch kein fester Bestandteil der Ermittlungsarbeit. Einer der Beamten tat also sein Bestes, seine Theorie zur Identität des Täters aufzustellen.

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