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Wahre Verbrechen I Mord im dunklen Wald T – Part 3

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By sonds1
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 Er glaubte, dass der Mörder ein intelligenter Mann aus der Oberschicht war. Die Behörden nahmen sich diese Hypothese also Maßgabe und gingen allen möglichen Hinweisen nach, um Männer zu finden, die dieser Beschreibung entsprachen. Eine Beschreibung, die das genaue Gegenteil von einem psychisch kranken jungen Mann war, der irgendwo draußen in einer Höhle schlief.

 Es schien, dass sich niemand an den Jungen Florenzio Fernandes erinnerte, der damals von seinen Eltern vor die Tür gesetzt worden war. Und so war es Fernandes möglich. unbehelligt weiterzumorden. Mitte der 1950er Jahre änderte sich jedoch alles, als die Morde im ganzen Land Schlagzeilen machten. Alle Zeitungen schrieben plötzlich über den Vampir, der 13 Frauen in Monteros getötet hatte.

 Im Gegensatz zu den Fabelwesen aus den Mythen und sagen der Region war dieser Blutsauger aber keine Ausgeburt der Fantasie. Er war ein realer Serienkiller, der echte Menschen umbrachte. In Monteros verselbständigte sich die Geschichte währenddessen. Viele Leute schienen extrem empfänglich für die Annahme zu sein, daß der Mörder kein Mensch, sondern ein übernatürliches Wesen war.

 Es meldeten sich plötzlich angebliche Zeuginnen und Zeugen bei der Polizei, die gesehen haben wollten, wie der Mörder durchs Fenster eines Opfers geflogen war. Andere sagten, sie hätten eine unheimliche Kreatur mit schwarzem Umhang auf der Straße gesehen. Es dauerte nicht lange, bis Florenzio Fernandes einen neuen Spitznamen hatte. El Vampiro de La Ventana, der Vampir am Fenster.

Die Einheimischen hatten so große Angst vor dem Vampir, dass sie alle möglichen Vorsichtsmaßnahmen trafen. Sie erkannten, dass die offenstehenden Fenster eine regelrechte Einladung für den Killer waren und hielten sie von nun an geschlossen, egal wie heiß es war. Manche gingen aber noch weiter und versuchten den Vampir mit spirituellen Waffen abzuschrecken.

 Sie wendeten sich an ihre Priester und baten sie ihre Häuser mit Weihwasser zu besprenkeln. Noch mehr Leute orientierten sich aber an der Geschichte, die der ganzen Sache zugrunde lag, Dracula. Sie nahmen sich Professor Abraham van Helsing zum Vorbild und hingen große Cruzifixe von außen an ihre Häuser. Manche legten sich sogar angespitzte Holzpflöcke zurecht, die sie dem Vampir durchs Herz treiben wollten, sollte er an ihrem Fenster erscheinen.

Fernandes bemerkte wahrscheinlich, dass die Leute ihm auf der Spur waren. Vor allem natürlich, weil sie plötzlich ihre Fenster geschlossen hielten. In seinen Augen wird das aber kaum mehr als eine lästige kleine Hirde gewesen sein. Vom Morden konnten ihn die geschlossenen Fenster ebenfalls nicht abhalten.

 Im November 1959 gelang es dem 24-jährigen erneut in ein Haus einzubrechen und sein 15. Opfer zu töten. Als die Polizei die Leiche fand, fühlten sich die Beamten komplett machtlos. Trotz ihrer Bemühungen tauchten immer wieder tote Frauen in Montedos auf. Alle ermordet vom mysteriösen Fenstervampir. Ihre Ermittlungen waren im Nichts verlaufen und sie hatten keine Ahnung, wie sie weitermachen sollten.

Gleichzeitig mussten sie einsehen, dass ihre Unerfahrenheit beim Aufspüren von Serienkillern möglicherweise noch mehr Frauen das Leben kosten könnte. Also wandten sich die Polizisten an eine Stelle, die für Fälle wie diesen besser gerüstet war. Die Poliia Federal Argentinia, die argentinische Bundespolizei. Die PFA Ermittler fuhren von Buenos Aires in das über 1000 km entfernte Montedos und machten sich an die Arbeit.

Die Großstadtkommissare erstellten eine Karte mit allen Häusern, in die der Vampir eingebrochen war. Dabei fiel ihnen sofort auf, dass alle Tatorte gleichweit von den Ausläufer der Berge am Stadtrand entfernt waren. Bisan hatten die örtliche Polizei und die Einheimischen geglaubt, dass der Killer nur Single Frauen ins Visier nahm, die allein in ihren Häusern wohnten.

 [räuspern] Jetzt war aber klar, dass die Opfer auch aufgrund ihres Standorts ausgewählt wurden. Es war der große Durchbruch, auf den die Polizei gewartet hatte. Die PFA Beamten gingen davon aus, daß der Killer an seiner Methode festhalten würde. Den restlichen Sommer überbeschatterten sie also mehrere Häuser, die potenziell für den Killer in Frage kamen und warteten.

3 Monate später, am 14. Februar 1960 feierte der 25-jährige Fernandes Valentinstag, indem er sich auf die Suche nach seinem 16. Opfer machte. Wieder ging er von Haus zu Haus und von Schatten zu Schatten. Niemand würde ihn sehen. Er war der Beobachter, der Lauernde und er hatte Übung. Wie immer würde es nur ein paar Stunden dauern, bis er ein geeignetes Haus gefunden hatte.

Florenzio Fernandez hatte keine Ahnung, dass sein Leben als Vampir schon bald vorbei sein würde. Zu diesem Zeitpunkt lebten die Einheimischen aber schon seit mehreren Jahren in permanenter Angst vor dem sogenannten Vampiro de Laventana. Als die Frau Fernandes in ihrem Haus entdeckte, fing sie also sofort an zu schreien.

Erschrocken sprang Fernandes aus dem Fenster, durch das er gekommen war und rannte davon. In den Jahren zuvor wäre Fernandez wahrscheinlich leicht davon gekommen, aber in dieser Nacht war er nicht allein auf der Straße. Die argentinische Bundespolizei PFA war mit mehreren Einheiten in der Stadt unterwegs für den Fall, dass der Killer irgendwo auftauchte.

 Ein PFA Beamter hörte die Frau schreien und sah Fernandes weglaufen. Vorsichtig folgte er der schattenhaften Gestalt im schwarzen Cape, bis sie zur Höhle kamen, in der der Killer schlief. Fernandes legte sich hin und schlief kurz vor Sonnenaufgang ein. Er merkte nicht, dass vor der Höhle eine Horde PFA Agenten in Stellung ging. Im ersten Licht der Dämmerung stürmten die Bamen die Höhle und verhafteten Fernandes.

 Laut der Zeitung Lan ließ er sich widerstands und kommentarlos festnehmen. Er soll sogar erleichtert gewirkt haben. Er wurde erst gewalttätig, als die Polizisten ihn raus in die Sonne brachten. Ob echtes Leiden oder warnen. Fernandes behauptete immer noch, dass die Sonne ihm weh tun würde. Als er in gewahrsam war, durchsuchten die Beamten seine Höhle.

 Dabei wurde schnell klar, dass die Realität seiner Lebensumstände alles andere als übernatürlich war. Selbst wenn er Dracula zum Vorbild hatte, die Höhle war viel mehr einen Spiegel seines Warns. Der Höhlenboden war mit verrotteten Tierkadavern und Fäkalien übersätt. Und obwohl Fernandes glaubte, dass das Töten von Frauen ihm Leben gab, hatte er sich in Wirklichkeit von kleinen Tieren ernährt, die er im Wald gefangen hatte.

Mit dem dunklen Zauberschloss des transsylvanischen Grafen hatte Fernandes feuchte Höhle jedenfalls nicht viel zu tun. Auch wenn es keine Sachbeweise gab, die Fernandes mit den Vampirmorden in Verbindung brachten, waren die Behörden zuversichtlich, dass sie den Fall endlich gelöst hatten. Die 7 Jahre des Terrors waren vorbei.

Die Einheimischen freuten sich, auch wenn viele glaubten, dass Fernandes vom Teufel besessen war und einen Exorzismus forderten. Zu ihrer großen Enttäuschung drohte Fernandes aber nur ein weltliches Gerichtsverfahren. Vor dem Prozess sollte er aber noch einmal von Psychologen untersucht werden.

 Nach einer Reihe von Tests und Befragungen diagnostizierten die Ärzte bei Fernandes Schizophrenie. Wenn die Diagnose stimmte, könnte sie eine Erklärung für den Größen waren und die Halluzinationen des 25-jährigen sein. Laut des Leitfadens DSM5 sind desorganisiertes Denken, Warnvorstellungen und Halluzinationen, Schlüsselsymptome von Schizophrenie.

Die Diagnose scheint sich mit dem zu decken, was über Fernandes bekannt ist. Schizophrenie zeigt sich bei Männern normalerweise erst in ihrer späten Jugend oder ab den frühen 20ern. Es wäre also genau zu dem Zeitpunkt gewesen, als Fernandes anfing, sich für einen Vampir zu halten. Und weil er nie in Behandlung war, ist es wahrscheinlich, dass seine Symptome mit den Jahren immer schlimmer wurden.

Sein Vampir warn hatte ihm auch körperlich zugesetzt. Nachdem er jahrelang in seiner Höhle gelebt hatte, war Fernandes unterernährt und von den Folgen mangelnder Hygiene gezeichnet. Nach den Untersuchungen sagten die Ärzte, dass Fernandes nicht in der Lage sei, die eigenen Verbrechen und ihre Konsequenzen zu begreifen.

 Auf Basis dieses Befundes musste er nicht vor Gericht und auch nicht ins Gefängnis. Stattdessen kam er in die psychiatrische Klinik von San Miguel de Tukuman, etwa 60 km nördlich von Monteos. Dort kam er in Therapie und führte ein weitgehend ruhiges Leben. Es ist möglich, dass seine Warnvorstellungen dank der Behandlung mit der Zeit nachließen.

Sicher ist das jedoch nicht, denn Fernandes verließ die Psychiatrie nicht mehr. starb er mit nur Jahren unter mysteriösen Umständen. Die Zeitung La Cassetta Mercantil berichtete, dass er eines natürlichen Todes gestorben sei. Es gab aber keine Bestätigung durch die Klinik oder sonstige offizielle Stellungnahmen, die die Behauptung belegten.

Der Mythos vom Vampir am Fenster überlebte Fernandes um Jahrzehnte. Der Fall war immer wieder Thema in argentinischen Zeitungen und sogar in einigen Büchern. Manche Einheimische und Reporter und Reporterinnen glauben aber bis heute, dass die Vampirmorde mehr Legende als Fakt sind. Es gibt viele verschiedene Theorien zu den Morden und zu Fernandes selbst.

 Einige behaupteten, dass er gar nicht obdachlos gewesen sei und auch nicht in einer Höhle geschlafen habe. Andere sagen, dass er ein Maurer gewesen sei, der einfach nur viele Affären gehabt habe. Dann gab es noch die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die sich gar nicht an eine Mordserie erinnern konnten. [räuspern] Im Laufe der Jahrzehnte hat sich die Fernandesgeschichte in einen komplexen Flickenteppich aus Wahrheit, Übertreibung und Fiktion entwickelt.

Doch was auch immer die einzig wahre Version der Geschichte ist, der Vampiro de Laventana scheint schon jetzt einen festen Platz unter den alten argentinischen Schreckgespenstern zu haben. Vielen Dank fürs Zuhören. Mein Name ist Diane Helscher und ich bin Mark Augestat. Du kannst jetzt eine Bewertung für den Podcast daassen und die Glocke aktivieren, um keine Folge zu verpassen.

Serienkiller ist ein Spotify Original von Parcast. Produziert in Zusammenarbeit mit Bosepark Productions. Adaptiert von dem amerikanischen von Max Cutler kreierten Original Serial Killers. Deutsche Produktion Wieb geachter Winter. Chris Guse, Suholder, Carli Köhler, Fabio Lautenschläger, Simon Uta Kirschei und Daniel Nicolao.

Das Originalskript wurde ins Deutsche übersetzt von Klaus Schwartau. Vielen Dank an Julian Buirot.

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