Wahre Verbrechen I Die Tote aus dem Nachtclub T – Part 4
Als der November in den Dezember überging, schien sie auf der Stelle zu treten. Da keine neuen Beweise eintrafen, ging Detectiv Sergeant Paul Paxford die Hinweise zu den früheren Verbrechen durch. Er stieß auf die Information über den grauhaarigen Mann in der Nähe von Muriels Haus und beschloss dieser Spur nachzugehen.
Die Zeugin sagte aus, der Mann habe unauffällig gewirkt, als ob er dorthin gehöre. Er hatte dichtes graues Haar und war ordentlich in einen grauen Anzug gekleidet. Glovers Beschreibung passte zu den jüngsten Polizeiberichten aus der Gegend. Ein Mann, der einer älteren Frau vom Buvaista Hotel nach Hause folgte, ein anderer über einen Mann, der versuchte einer älteren Frau auf der Military Road die Handtasche zu entreißen und ein Überfall auf eine 81-jährige Frau vor einem Pflegeheim in Lindfield.
Dann fand Detective Sergeant Taxford den Bericht von Margaret Todhunter, die Glover auf der Straße angegriffen hatte. Die 4-Jährige hatte der Polizei damals eine genaue Beschreibung gegeben, aber die Ermittlungen waren im Sande verlaufen. Nun stellte sich heraus, dass sie eine Begegnung mit dem Granny Killer überlebt haben könnte.
Die Mitglieder der Ermittlungsgruppe kontaktierten Margaret, die mit einem Zeichner ein Phantombild anfertigte. Das Bild war kurz vor Weihnachten fertig. Ein besonderes Geschenk für die Polizeistation an der Northshore von Sydney. John Glover verbrachte derweil ein typisch unauffälliges Fest mit seiner Familie, voller lauwarmer Gefühle und vorhersehbarer Geschenke.
Hätte er gewusst, dass ein Phantombild von ihm im Zusammenhang mit dem Granny Killer kursierte, wäre er vielleicht in Panik geraten oder hätte sich eine Weile bedeckt gehalten. Da er aber nichts von dem Phantombild wusste, begrüßte er das neue Jahr auf die einzige Weise, die er kannte, indem er sein schlechtes Verhalten fortsetzte.
Am 11. Januar 1990 besuchte Glover um die Mittagszeit das Green Hospital, offiziell aus geschäftlichen Gründen, aber das war nicht sein einziges Ziel an diesem Tag. Nachdem er in der Küche versucht hatte, Fleischpasteten zu verkaufen, begab er sich auf die Palliativstation, wo er eine Patientin in ihrem Bett sexuell belästigte.
Nachdem Glauver gegangen war, meldete die Frau den Vorfall dem Krankenhauspersonal, das daraufhin die Polizei rief. Offenbar das erste Mal, dass seine Übergriffe in Pflegeeinrichtung offiziell gemeldet wurden. Als die Polizistin Pam Wcker ins Krankenhaus kam, um den Fall zu verfolgen, fand sie Glovers Namen auf einer Liste von Personen, die an diesem Tag die Krankenhauskantine besucht hatten.
Trotz der umfangreichen Ermittlung im Fall des Granny Killers brachte Whitecker den Überfall nicht mit den bekannten Verbrechen in Verbindung. Als sie Glaver zu Hause anrief, um ihm ein paar Fragen zu stellen, war es ein eher zufälliges Gespräch, zumindest aus ihrer Sicht. Aber Glaub war alarmiert.
Er versuchte ruhig zu bleiben, gab zu, im Krankenhaus gewesen zu sein, bestritt aber etwas von einem unsittlichen Übergriff gewusst zu haben. Er erklärte der Polizistin, dass er an diesem Tag nicht auf die Wache kommen könne, versprach aber am nächsten Abend dort zu sein. Dieses Versprechen hielt er nie. Am 13.
Januar versuchte der 58-jährige sich das Leben zu nehmen, doch seine Frau Gay fand ihn rechtzeitig und rief Hilfe. In einem Wirren Brief an seine Familie schrieb Glaver die Sätze keine Großmütter mehr und Essie hat damit angefangen. Ein Schuldeingeständnis und der Versuch, seine verstorbene Schwiegermutter für seine Verbrechen verantwortlich zu machen.
Aber so klar sehen wir das nur aus heutiger Sicht. Damals maß niemand dem Brief große Bedeutung bei. Als Glaver aufwachte, überzeugte er seine Familie und die Ärzte davon, daß sein Selbstmordversuch berufsbedingt war und alle glaubten ihm. sogar die Polizistin Whter, die ins Krankenhaus kam, um ihre Ermittlungen abzuschließen.
Trotzdem machte Whcker ein Foto von Glover, um es der Frau im Krankenhaus zu zeigen. Er weigerte sich in die Kamera zu schauen, aber das machte keinen Unterschied. Das Krankenhauspersonal und die Frau, die er belästigt hatte, identifizierten ihn sofort. Trotz der eindeutigen Identifizierung unternahm Weker zunächst nichts weiter.
Sie hatte Urlaub und sollte danach ihre Ausbildung zum Detectiv beginnen. Die Ärzte sagten, dass Glaver noch einige Wochen im Krankenhaus bleiben würde. Als Glaver dre Wochen später aus dem Krankenhaus entlassen wurde, mag er sich sicher gefühlt haben. Doch die Mühlen der Justiz malten langsam.
Am selben Wochenende übergab Weker schließlich ihre Akte über Glaver und den sexuellen Übergriff an die Sonderkommission Granny Killer. Die leitenden Ermittler betrachteten das Foto von Glava im Krankenhausbett und waren sich sicher, das war ihr Mann. Er pasßte perfekt zu den Beschreibungen des grauhaigen Mannes, den die Leute an verschiedenen Tatorten gesehen hatten, und er ähnelte stark dem Phantombild des Mannes, der Margaret Todhunter angegriffen hatte.
Aber es reichte nicht für eine Verhaftung, zumindest nicht wegen der Morde. In der Hoffnung, etwas gegen ihn in der Hand zu haben, stellte die Sonderkommission Glover unter 24 Stunden Überwachung, während sie mit Zeugen und Überlebenden sprach. Das Personal mehrerer Pflegeheime und Krankenhäuser erinnerte sich, daß Glaub oder jemand, der ihm ähnlich sah, ihre Patientinnen belästigt hatte.
Aufzeichnungen belegen auch seine Anwesenheit in dem Pflegeheim, in dem Olive Cleveland im November letzten Jahres ermordet wurde. Margaret konnte ihn später anhand eines Fotos eindeutig identifizieren. Zu diesem Zeitpunkt zweifelte niemand mehr und mit Margaret Aussage hatten sie genug, um Glava wegen Körperverletzung anzuklagen.
Aber sie hatten immer noch keine eindeutigen Beweise, die ihn mit den Morden in Verbindung brachten. Also beschlossen sie noch etwas zu warten und die Folgen waren verheerend. Am 15. März besuchte ein Mitglied der Sonderkommission des James Milson Pflegeheim in Kiry Billy, um sich nach möglichen unsittlichen Übergriffen auf Bewohnerinnen zu erkundigen.
Laut den Autorinnen Lindsei Simpson und Sandra Harvey fragte die Empfangsdame, ob die Fragen etwas mit John Glover zu tun hätten. Überrascht bestätigte der Beamte, dass Glover der Mann sei, gegen den sie ermittelten. Was der Beamte nicht wusste, die Empfangsdame war Gay Glover. Johns Ehefrau.
Sie verlor keine Zeit und erzählte ihrem Mann noch am selben Abend davon. Unterdessen mobilisierte die Sonderkommission alle Kräfte, denn sie wusste, dass ihr Hauptverdächtiger jederzeit zu drastischen Maßnahmen greifen konnte. Ob sie nun bereit waren oder nicht, das Endspiel begann. Die Sonderkommission setzte die Überwachung fort und am 19.
März beobachteten sie, wie Glover das Haus verließ und zu einem spirituosen Geschäft ging. Von dort verfolgten sie ihn zu einem Haus in der Pindery Avenue, nicht weit von seinem eigenen entfernt. Als er dort gegen 10:30 Uhr ankam, nahm Glover seine Aktentasche und ging zur Haustür. Es war das Haus von John Sinclair.
Sie hatten sich vor über einem Jahr im RSL Club an den Spielautomaten kennengelernt und waren seitdem ein Paar. Glaver dachte, niemand wüsste von ihr. Niemand hätte sie gesehen. Das stimmte zum Teil, denn obwohl die Polizei ihn bewachte, wussten sie nicht, wessen Haus sie bewachten.
Sie nahmen an, dass Glaver bald wieder herauskommen würde. Vielleicht war er bei seinem Anwalt wegen seiner jüngsten juristischen Probleme eine fatale Fehleinschätzung. In dem stillen Haus begrüßte Glover Jo, die sich gerade auf das versprochene Mittagessen vorbereitete. Doch als sie ihm den Rücken zuwandte, zogla seinen Hammer aus der Aktentasche und schlug der 60-jährigen auf den Kopf.
Er schlug noch einmal zu und sie ging zu Boden. Jetzt musste er nur noch beenden, was er begonnen hatte. Wie bei den anderen Opfern zog Glover Jon die Strumpfhose aus und band sie ihr um den Hals. Er zog ihr auch die Unterwäsche und die Schuhe aus und legte sie ordentlich zur Seite. Dann legte er ihr zwei Handtücher über den Kopf.
Vielleicht fühlte er sich schuldig, eine Frau getötet zu haben, die er kannte. Dann ließ er Jones Leiche im Flur liegen und ging ins Badezimmer, um die Sache zu beenden. Draußen ahnten die Polizisten nicht, was im Haus vor sich ging. Die hohe Hecke, typisch für das gut bürgerliche Viertel, verbarg alles.
Also warteten sie und warteten und warteten. Nach 5 Stunden riss ihn der Geduldsfaden. Unter dem Vorwand, ein Nachbar habe sich über bllende Hunde beschwert, schickte man eine junge Polizistin zur Kontrolle. Als niemand öffnete, ging sie vorsichtig durch den Hintereingang. Die Beamtin wäre beinah über Jones entblöste und blutüberströmte Leiche gestolpert.
Als Verstärkung eintraf, fanden sie Glaver im Badezimmer. Nach einem weiteren Selbstmordversuch rang er mit dem Tod. Obwohl er John Cinkler eindeutig ermordet hatte, war die Polizei entschlossen, Glaver am Leben zu lassen. Er sollte für seine Taten büßen. Sie riefen einen Krankenwagen und brachten ihn schnell ins Krankenhaus. Danach nahm alles seinen vorhersehbaren Lauf.
Nachdem er sich von seinem zweiten Selbstmordversuch erholt hatte, gestand Glaver seine Verbrechen. Insgesamt wurden ihm acht Raubüberfälle und sechs Morde zur Last gelegt. Vor Gericht argumentierte er, er sei nicht schuldfähig. Es habe zwei Glovers gegeben, einen guten und einen schlechten. Letzterer habe die Morde begangen. Die Geschworenen ließen sich von dieser fadenscheinigen Aussage nicht beeindrucken.
Angesichts der erdrückenden Beweislast spielte es keine Rolle, wie viele Versionen es von ihnen gab. Alle waren schuldig. Im November 1991 verurteilte ein Richter den 59-jährigen Glover zu lebenslanger Haft, was die Angehörigen seiner Opfer erleichterte. In den folgenden Jahren änderten seine Frau und seine Töchter ihre Nachnamen.
Sie besuchten ihn nur wenige Male im Gefängnis, bevor sie den Kontakt ganz abbrachen. Glavar hatte viele Neuanfänge in seinem Leben erlebt. Nun verdienten auch sie einen Neuanfang. Doch obwohl Glaubers Geschichte damit abgeschlossen schien, blieben Fragen zu anderen Verbrechen, für die er nie angeklagt wurde.
In unserer letzten Episode berichteten wir über mehrere ungeklärte Morde in der Nähe von Glovers damaligem Wohn und Arbeitsort vor seiner berüchtigten Mordserie. Es besteht der dringende Verdacht, dass er für diese Morde verantwortlich war. Während seiner Zeit im Gefängnis schien Glover die Behörden bei der Befragung zu diesen Morden aufzuziehen.
Er lieferte ihn jedoch nie verwertbare Information, zumindest nichts, was es ihnen erlaubt hätte, ihn anzuklagen. Hätte es eindeutige Beweise für seine Beteiligung gegeben, wäre er vielleicht als Australiens schlimmster Serienmörder in die Geschichte eingegangen. Aber ohne solche Beweise bleibt nur Raum für Spekulationen.
Wenn Glover die Antworten gekannt hatte, dann nahm er sie mit ins Grab. Am 9. September 2005 erhängte er sich in seiner Zelle im Lithgo Prison, nachdem er ein Alter erreicht hatte, das ihn lange Zeit sowohl abgestoßen als auch fasziniert hatte. Dieses komplizierte Verhältnis zum Alter entsteht im Mittelpunkt von Glovers Geschichte, nicht nur wegen seiner Opfer.
Ja, Glover jagte alte Menschen, was Wut in der Öffentlichkeit auslöste und die Behörden unter Druck setzte. Aber Vorurteile über die Gebrechlichkeit älterer Menschen führten die Ermittler in die Irre. Und selbst wenn es Hinweise gab, dass der Granny Killer ein älterer Mann war, wurden sie ignoriert. Mord, so die allgemeine Annahme, war eine Sache junger Männer.
Vielen Dank, dass ihr auch diese Woche wieder dabei wart bei Serienkiller Mörder und ihre Geschichten. In der nächsten Folge nehmen wir euch mit in das Hamburg der 1970er Jahre. Ein verherender Brand in einem Mietshaus führt zu einer erschreckenden Entdeckung. Hinter den Wänden finden Ermittler Leichenteile mehrerer Frauen.
Die Spur führt in die berüchtigte Kneipe zum goldenen Handschuh und zu einem Mann namens Fritz Honker. Eine Geschichte, die euch garantiert nicht mehr loslassen wird. Ihr könnt unseren Podcast Serienkiller Mörder und ihre Geschichten überall dort hören, wo es Podcasts gibt. Jeden Donnerstag erscheint eine neue Folge.
Abonniert uns doch am besten gleich, damit ihr keine Episode verpasst. Und wenn euch der Podcast gefällt, dann freuen wir uns selbstverständlich über freundliche Bewertung. Mein Name ist Diane Helscher und ich bin Max Spalleck. Bis zum nächsten Mal hier bei Serienkiller. Serienkiller Mörder und ihre Geschichten ist ein Podcast von Bosepark Productions basierend auf einem Spotify Original.
Diese Folge wurde im amerikanischen Original geschrieben von Joel Callen, deutsche Produktion und Redaktion, Mickey Sitch, Fabio Lautenschläger, Luca Kaduk, Alexander von Bagen, Julia Ilan, Suholder und Chris Guse.
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