Wahre Verbrechen I Mord auf dem Kreuzfahrtschiff T – Part 2
Ja, man wollte natürlich auch versuchen durch eine Aufklärung dieser Tat der Bevölkerung unter Chriisbach ein wieder ihr gesicherheitsgefühl zurückzugeben, dadurch, dass man den Täter auch ermitteln und auch natürlich besteht, denke ich, eine gewisse Verpflichtung auch dem Opfer gegenüber, dem Opfer gerecht zu werden.
Mordermittler Ulliimoser und ein Kollege kehren gedanklich zurück an den Tatort. Sie werten die umfangreichen Ermittlungsaken akribisch aus und bewerten die Spurenlage neu. Bei der Tatrekonstruktion stoßen Ulimosa und sein Kollege dabei auf den Urinfleck, der sich auf der Bettdecke unter dem Fenster befand.
Er kann dem Opfer zugeordnet werden. Der Todeskampf führt unter anderem zu einem Kontrollverlust über bestimmte Organe und damit auch zur Muskelerschlaffung, damit auch zum Kontrollverlust über die Blase. Zusammenfassend mit der gesamten Tharssituation sind wir eben dann davon ausgegangen, dass Roschwerter nicht im Bett, sondern vor dem Fenster erwirkt worden ist.
Die Schlussfolgerung der Kollegen 1985 lautete: “Rossvita wurde in ihrem Bett ermordet. Doch Ulimosa hat jetzt eine andere Mordtheorie. Unter dem Fingnagel des Opfers konnte ein Splitter unbehandelten Holzes sicher gestellt werden. Wir sind also davon ausgegangen, dass Rosita Kontakt gehabt haben musste, entweder mit einem verwitterten Teil des Fensterbrettes oder des Fensters.
” Rosvita K wurde also definitiv vor dem Fenster ermordet. Auf dem Herrenkam, der unter Rosvitas Bett gefunden wurde, kann dank des technischen Fortschritts mittlerweile DNA-Spur sichergestellt werden. Ein Abgleich in den polizeiinternen Systemen und Datensammlungen verlief hier leider negativ. Wir haben dann zuerst begonnen die damals in Amfstrichen Verdächtigen aus den Akten zur Speichelprobe zu bitten.
Auch diese Überprüfungen waren leider alle negativ. Freunde und Bekannte des Opfers können der DNA vom Tatort nicht zugeordnet werden. Also erweitert Ermittler Moser den Verdächtigen Kreis und führt weitere Vernehmungen durch. Im Zug dies Prüfungen kamen wir auf drei Personen, die in der fraglichen Nacht in einer Gaststätte hier am Marktplatz unter Prisbach gewesen waren.
Bei einer dieser Überprüfungen zu einer dieser drei Personen ergaben sich dann verschiedene Verdachtsmomente. Es handelt sich um den 47-jährigen Erwin M. Er wurde nur wenige hundert Meter vom Tatort entfernt. In der Todesnacht kam er auf dem Nachhauseweg auch an Rosvitas Wohnung vorbei. Ist das endlich eine heiße Spur? Mosa nimmt Erwin M fest und lässt bei ihm eine Speichelprobe nehmen und tatsächlich seine DNA stimmt mit der vom Tatort überein.
Der Verdächtige gibt sogar zu, nachts bei Rosvita ins Schlafzimmer eingestiegen zu sein, doch einen Mord will er nicht begangen haben. Er gab z.B. an. Er wäre beim Einsteigen, beim Annäheren anses Opfer gestolpert und wäre dann mit dem Arm auf den Hals des Opfers gefallen und dieses sei so zu Tode gekommen.
Oder nach Widerlegung dieser Aussage gab er an, er wäre mit dem Opfer während des Liebesspiels aus dem Bett gestürzt, wäre dabei unglücklich auf den Hals des Opfers geballt und wäre hier so zu Tode gekommen. Durch die akribische Tatortrekonstruktion von Kommissar Mosa können diese Aussagen als Lüge widerlegt werden. Erwin M.
wird 2004 vom Landgericht Passau zu 15 Jahren Haft verurteilt. Er gesteht den Mord an Rosvita K. aus sexuellen Gründen. Im übrigen war der Fingerabdruck von Erwin M bereits 1985 mit dem am Tatort abgeglichen worden. Warum eine Übereinstimmung damals nicht festgestellt werden konnte, ist heute nicht mehr zu klären.
Ermittler Ulimosa hat dieser Fall eines gezeigt. Die Vertuschung einer Straftat wird für Täter immer schwieriger. Ich bin der Meinung, dass der Mensch das intelligenteste, aber gleichzeitig auch das grausamste Leben Lebewesen ist auf diesem Planeten. Und wenn ein Mensch ein Tötungsdikt beabsichtigt, denke, wirder in der Intention einen perfekten Mord zu begehen, immer neue Wege finden, diesen Mord zu verwirklichen.
Aber durch diese Entwicklung in der Kriminaltechnik wird es für unsere Gegenüber zuschnitt zunehmend schwieriger werden, diesen perfekten Mord zu begehen. Nach 18 Jahren kann Kommissar Olimosa die Akteros Vitaka endlich schließen. Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Tierquellerei, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt.
Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken. Winville, Südkalifornien. Benannt nach seinen zahlreichen Weinbergen, war Winville einst nichts als offene Weite und klarer blauer Himmel. In der Ferne tren die Berge über den weit verstreuten Ranches mit ihren Feldern und Weinenreben.
Die Aussicht an klaren Tagen war atemberaubend. Es war ein ruhiger Ort, wo die nächsten Nachbarn und Nachbarinnen oft Kilometer weit entfernt waren. Doch in den 1920er Jahren verbarg sich etwas Schreckliches unter der Idlle. Von 1926 bis 28 verwandelte Gordon Stuart Northcott seine Hühnerfarm in Winville in einer Folterkammer und einen Friedhof für mindestens drei Jungen und fügte unzähligen weiteren Schaden zu.
Northcots Verbrechen machten Winwille so berüchtigt, dass der Landkreis den Ort in Miraloma umbenannte. Wenn man sich die Gegend heute anschaut, würde man niemals vermuten, dass dort immer noch Kinder vergraben liegen, die nie Gerechtigkeit erfahren haben. Hi, ich bin Diane Helscher und ich bin Mark Augustat.
In diesem Podcast beschäftigen wir uns in jeder Folge mit einem berühmten Serienkiller, mit seinem Leben, seiner Psyche und seinen Taten. Serienkiller, Mörder und ihre Geschichten. Ein Spotify original von Podcast. Heute sprechen wir über Gordon Stuart Northcott, den Serienkiller hinter den sogenannten Winville Chicken Coup Murders.
Zwischen 1926 und 1928 entführte, vergewaltigte und ermordete Gordon Stuart Northcott mindestens drei kleine Jungen in Winville, Kalifornien. Darüber hinaus wird vermutet, dass es eine hohe Dunkelziffer an Opfern gab, die von Northcott missbraucht wurden, bevor er zum Mörder wurde. Northcott profitierte davon, an einem abgelegenen Ort zu leben.
Es gab niemanden in der Nähe, der seine Opfer schreien hören konnte, was es ihm ermöglichte, sie wochenlang am Leben zu halten. Die, die er tötete, erschlug er im Schlaf mit einer Axt. Northcotfall ist auch deswegen so bekannt, weil es den Familien der Opfer extrem schwer gemacht wurde mit ihren Forderungen nach Gerechtigkeit durchzukommen.
Christine Collins Suche nach ihrem Sohn Walter und das darauffolgende Gaslighting und die Misshandlung durch das Los Angeles Police Department wurden sogar von Clint Eastwood aufgegriffen und verfilmt. Der fremde Sohn mit Angelina Julie in der Hauptrolle kommt 2008 in die Kinos. In dieser Folge werden wir uns mit Gordon Stuart Northcots frühen Jahren befassen, mit seiner Familie, seiner Ankunft in Kalifornien und dem Moment, als er seinen Hühnerhof in eine Mordranch verwandelte.
In Folge 2 widmen wir uns dann den Morden selbst unter Frage, was Northcot dazu brachte, all diese unglaublich brutalen Verbrechen zu begehen, bevor schließlich gefasst und hingerichtet wurde. Dabei werden wir auch über die Überlebensstrategie von Northcott’s Neffen Sanford Clark sprechen, die ihm dabei half, über zwei Jahre als Geisel seines Onkels zu überstehen.
Gordon Stuart Northcottes Leben war von Anfang an von Schmerz und Leid geprägt. Stuarts Mutter Sarah Louise Northcott hätte zu keinem schlechteren Zeitpunkt schwanger werden können. Sie und ihr Mann George hatten gerade ihr jüngstes Kind Willy verloren. Der Sechsjährige war 1906 an Lungenentzündung gestorben.
Louise Trauer wurde nur von ihrer Wut übertroffen. Louise war wütend auf die Welt, die ihren geliebten Willy genommen und ihr stattdessen diese neue Schwangerschaft gegeben hatte. Als ob das Kind, das sie verloren hatte, einfach durch ein anderes ersetzt werden könnte. Sie ließ ihren Frust George und ihrer Tochter Winnie Fred aus.
Louise, überaus dominante Art, verwandelte sich durch ihre Trauer in regelrechte Tyrannei. Es schien ihr egal zu sein, dass George und Winnifred auch unter Wily Toden. Ihr ging es ausschließlich darum, ihrem eigenen Schmerz ein Ende zu setzen. Und die einzige Möglichkeit, das zu erreichen, bestand für sie darin, ihre Schwangerschaft zu beenden.
Louise versuchte es mit jeder damals bekannten Abtreibungsmethode, alles, wofür man keinen Arzt brauchte. Sie fing sogar an zu trainieren, bis sie vor Erschöpfung zusammenbrach. Sie hoffte, dass der physische Stress dafür sorgen würde, dass sie das Kind verlor. George, der auf seine Weise versuchte, den Tod von Willy zu verarbeiten, geriet immer wieder mit Louise aneinander.
Als sie sich einmal besonders schlimm stritten, trat George Louise in den Bauch, doch sie blieb schwanger, trotz der Misshandlung. Und so kam Gordon Stuart Northcott am 9. November 1906 zur Welt. Vielleicht auch ein paar Tage früher oder später. Niemand kümmerte der genaue Tag oder die Uhrzeit seiner Geburt.
Soweit bekannt ist, warst du ein Kind, das von niemandem gewollt war. Am Anfang behandelte Louise Stuart mit völliger Gleichgültigkeit. Sie stillte ihn zwar und sorgte dafür, dass ihm nichts passierte, ansonsten hatte sie aber überhaupt kein Interesse an ihm. Sie gewöhnte sich jedoch an, ihn bei seinem zweiten Namen zu rufen, weshalb sich Stur durchsetzte und das Gordon ignoriert wurde.
Rückblickend scheint auf der Hand zu liegen, dass Louise depressiv und traumatisiert war. Anfang des 20. Jahrhunderts kam es aber nicht in Frage, sich in Anführungszeichen einfach so in psychiatrische Behandlung zu begeben. Wer wegen psychischer Probleme in eine Anstalt kam, musste sich auf barbarische Zustände gefasst machen.
Von der gesellschaftlichen Stigmatisierung ganz zu schweigen. Louise wird also gar nicht auf den Gedanken gekommen sein, sich externe Hilfe zu suchen, sofern sie überhaupt wusste, dass sie welche brauchte. Das erste Jahr nach dem Tod eines Kindes gilt als besonders unbeständige Zeit, was eine Erklärung für Louis Wunsch nach einer Abtreibung und ihrer Gleichgültigkeit gegenüber Stuart sein könnte.
Danach schien sie aber Schritt für Schritt in ihrer neuen Realität angekommen zu sein und ihre Einstellung zu Stuart änderte sich grundlegend. Und nicht nur das, sie schien sogar in die andere Richtung auszuschlagen. Louise war geradezu besessen von Stuart, mehr noch als sie es von Willy gewesen war.
Man weiß nicht, was diesen Sinneswandel auslöste, aber vielleicht war Louise einfach irgendwann von sich aus in der Lage, mit dem Verlust unter Trauer abzuschließen. Was auch immer der Grund war, Louise entwickelte eine innige Bindung zu ihrem Sohn und auch George und Winnifred waren glücklich. dass sie Stuart endlich offen ihre Liebe und Zuneigung zeigen konnte.
Einigen Berichten zufolge hat Louise Stuart sehr lange wie ein Baby behandelt. Als seine Morde ans Licht kamen, wurde auch behauptet, seine Mutter habe ihm Mädchenkleider angezogen. Dafür gibt es jedoch keine Belege. Wahrscheinlicher ist, dass Gerüchte wie diese aufkamen, um schnell eine vermeintliche Erklärung für Norfcots Wesen und am Ende auch seine Morde bei der Hand zu haben.
Denn was stimmte war, dass Du sich gern extravagant und kokett gab. Als Jugendlicher war er für sein wildes Gestikulieren und seine ausgefallene Kleidung bekannt, die ihn wie einen Dandy aussehen ließ. Er gewöhnte sich auch an mit höherer Stimme zu sprechen. Northcott spielte mit den Geschlechterrollen, was bei den meisten Menschen damals für Unbehagen sorgte.
Als bekannt wurde, dass er kleine Jungen entführt und ermordet hatte, versuchten viele seiner Verbrechen damit zu erklären, was sie bei ihm als anders oder sogar krankhaft ansahen. So entstand das Narrativ, dass seine Mutter ihn in Mädchenkleider steckte, was seine Männlichkeit untergrub und ihn später dazu trieb, kleine Jungen zu ermorden.
Unterm Strich waren all diese Behauptungen aber transphobis, homophobes und pseudowissenschaftliches Geschwätz. Unabhängig davon, ob Duart jemals Kleider trug oder nicht, wurde er am Ort als Sonderling abgestempelt. Seine Art polarisierte und ging vielen Leuten gegen den Strich. Andere fanden ihn wiederum sehr interessant und betrachteten ihn fast als eine Art Lokalpromi.
Stuart liebte beide Reaktionen. Er war es von seiner Familie her gewohnt, im Mittelpunkt zu stehen und genoss jede Art von Aufmerksamkeit. Als Start von einem anspruchsvollen Kind zu einem bockigen Teenager heranwuchs, stand Louise immer hinter ihm. Wenn es um Stuart ging, verstand sie keinen Spaß.
Sie gab ihm alles, was er wollte, und setzte jedem zu, der es nicht genauso machte. Ihr Mann George war der einzige, der auch mal nein zu Stuart sagte. Wenn das passierte, schrie Louise so lange auf George ein und drohte ihm, bis er es nicht mehr aushielt und nachgab. Stuart sah, wie seine [räuspern] Mutter ihren Mann emotional missbrauchte und lernte nach und nach von ihr, welche Knöpfe man bei Menschen drücken musste, um sie zu manipulieren.
Er benahm sich launisch, um zu bekommen, was er wollte. Ob es nun Aufmerksamkeit, Geld oder eine bevorzugte Behandlung war. Winnie Fred machte es nichts aus, dass Stuart eindeutig der Liebling ihrer Mutter war. Sie verwöhnte den Jungen genauso sehr wie ihre Eltern. Sie war 18 Jahre älter als Stuart und sah ihn wahrscheinlich eher als eine Mischung aus ihrem kleinen Bruder und eigenem Kind.
Die Nachbarinnen und Nachbarn sagten später, dass es Louise gewesen sei, die im Haus das Sagen gehabt habe. Im Laufe der Zeit wurde aber immer klarer, dass Stuart die Zügel in der Hand hatte. Er war wie ein kleiner König. Er hatte Wutanfälle und schrie und weinte so lange, bis alle in der Familie taten, was er wollte.
Es war aber nicht so, dass Stuart von seiner eigenen manipulativen Art komplett aufgezehrt wurde. Er war kein chronisch wütendes oder unglückliches Kind. Er widmete sogar viel Zeit seiner eigenen großen Liebe, der Musik. Stuart liebte das Klavier und fing als kleiner Junge an zu spielen. Ab 1922 war er gut genug, um in Bars und bei Veranstaltungen in der Gegend Geld für seine Auftritte zu nehmen.
Stuart war auch ein exzellenter Gesprächspartner. Er hatte Scharm und Charisma und die meisten Leute fühlten sich sofort wohl in seiner Gesellschaft. Am liebsten umgab er sich jedoch mit kleinen Jungen. In seinen späten Jugendjahren versuchte Stuart alles mögliche, um an die Jungen im Ort heranzukommen. Er hatte ein schickes Auto mit zurückziehbarem Dach und bot den Kindern an, mit ihm eine Runde über die Landstraßen zu drehen.
Um es für sie noch attraktiver zu machen, hatte er auch manchmal einen Hund oder ein paar Spielzeuge dabei. Es gibt keine Polizeiberichte, aus denen hervorgeht, dass Stuart zu dieser Zeit wegen Pädophilie gemeldet wurde. Gleichzeitig gilt es aber als unwahrscheinlich, dass die Jungen irgendeine Art von Missbrauch bei der Polizei angezeigt hätten.
Doch was auch immer bei diesen Autofahrten passierte, man kann davon ausgehen, dass Stuart nicht wegen der guten Gespräche mit den Jungen durch die Gegend fuhr. Im August 1924, als Du war, zogen er und seine Familie von Kanada nach Los Angeles um, damit sein Vater bessere Arbeit finden konnte. Finanziell lohnte sich der Umzug für die Familie.
Auf der anderen Seite war es der Auftakt für Stuarts dunkle Zukunft. Los Angeles war eine ganz neue Welt für den 18-jährigen. Er genoss es durch die Stadt zu ziehen und sich alles anzuschauen. Die Bars, die Nachtclubs, Hollywood, das alles gab es nur hier. Vor allem aber war er mit seiner exzentrischen Art genau richtig in LA.
Stuart meldete sich in der Schule an und jobte nebenher als Autoverkäufer, um seine Familie zu unterstützen. Er spielte auch weiter Klavier für ein bisschen extra Geld, wann immer sich die Gelegenheit bot. Und zum ersten Mal in seinem Leben hatte Stuart einen besten Freund. Es war sein Klassenkamerad Claud Scott.
Kurz nachdem sie sich kennengelernt hatten, verbrachte Stuart viel Zeit bei den Scotts. Er konnte sehr charmant sein und die ganze Familie schien ihn sehr gern gehabt zu haben. Bei all seinen Besuchen bei den Scotts hatte Sturt aber einen ganz bestimmten Hintergedanken. Er interessierte sich für Claudes zehnjährigen Bruder Philip oder Philly, wie alle den Jungen nannten.
Als Freund der Familie war es leicht für Stuart, so viel Zeit mit Philip zu verbringen, wie er wollte. Entweder zusammen mit Chloe oder alleine. Der genaue Zeitpunkt ist nicht bekannt, aber irgendwann fing Stuart an, Philips sexuell zu missbrauchen. Höchstwahrscheinlich verstand der Zehnjährige aber noch nicht, was geschah oder er hatte zu viel Angst, einem Erwachsenen davon zu erzählen.
Es schien aber nicht nur die günstige Gelegenheit gewesen zu sein, die Stuart dazu brachte, Philip zu missbrauchen. Er war regelrecht fixiert auf den Jungen bis an sein Lebensende. Stuart bewahrte z.B. einen Hocker auf den Philip gebaut hatte. Er benutzte ihn als Klavierschemel. Manchmal, wenn Stuart mal wieder einen seiner berühmten Wutanfälle hatte, setzte er sich auf den Hocker und spielte immer wieder Philips Lieblingslied, Song of Songs.
Dabei soll er laut geweint und geschluchzt haben. Es ist unklar, wie lange Stuart uneingeschränkten Zugang zu Philips Scott hatte oder wie lange er ihn missbrauchte. Zum Glück merkte die Scott Familie es irgendwann und schritt ein. Am 25. Juli 1925 wurde Stuart wegen sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen verhaftet.
Es gibt widersprüchliche Berichte darüber, was danach passierte, was auf den Wunsch der Northcotz zurückzuführen sein könnte, die Geschichte geheim zu halten [räuspern] oder auf den Wunsch des Gots, ihren Sohn Philip zu schützen. Der Fall kam jedenfalls nie vor Gericht. Man weiß nicht, ob die Klage fallen gelassen wurde oder ob ST irgendeinem Deal zustimmte.
So oder so schien die Verhaftung keinen großen Eindruck auf ihn gemacht zu haben. Schlimmstenfalls hat sie ihm sogar gezeigt, dass die Konsequenzen für seinen Handel nicht zwangsläufig besonders schlimm sein mussten. Von August bis Mitte Oktober 1925 versuchte der 19-jährige Stuart sich von seinem Trennungsschmerz erholen.
Dass er der Täter in einer missbräuchlichen Beziehung gewesen war, schien ihm gar nicht in den Sinn zu kommen. Er stürzte sich in neue Hobbies, um Philip zu vergessen. Er fing auch einen neuen Job in einem Ralphs Lebensmittelmarkt an. Diese kurze Episode in seinem Leben wäre nicht weiter erwähnenswert, wäre nicht ein kleiner Junge namens Walter Collins regelmäßig in den Laden gekommen.
Walter wurde später zu Stuarts bekanntestem Opfer. L. Bernier, der sich damals um die Gemüseabteilung im Laden kümmerte, erinnerte sich, dass Stuart sich immer ganz besonders für den kleinen Walter zu interessieren schien. Stuart fand unterdessen andere Wege, um seine sexuellen Gelüste zu befriedigen, die merklich dunkler wurden.
Zu dieser Zeit soll Stuart auf der Suche nach Sex viel in der Gegend um Aroyo Seo unterwegs gewesen sein. Ein Mann aus der Gegend hat einmal gesehen, wie Stuart einen Jungen abholte, der ein bekannter Sexarbeiter in der Gegend war. Es ist schwer zu sagen, warum der Nachbar den Vorfall nicht bei der Polizei gemeldet hat.
Damals war Homosexualität in Kalifornien aber noch illegal und wahrscheinlich wollte er einfach nicht in Schwierigkeiten geraten. Hinzukam, dass Pädophilie und Homosexualität bei Männern für viele Leute damals praktisch das gleiche war und sie versuchten, um beides einen möglichst großen Bogen zu machen. In den darauffolgenden Monaten eskalierte Stuarts Missbrauch weiter, was sich auch an den vielen Besuchen bei einem seiner neuen Freunde zeigte.
Dr. Ernest Tracy lebte in derselben Gegend wie die Northcots und lernte Stuart kurz nach ihrer Ankunft in Kalifornien kennen. Tracy erinnerte sich, dass Stuart ein neugieriger junger Mann gewesen sei, der sich sehr für Medizinwissenschaften interessiert habe. Stuart liebte es Dr. Tracy alle möglichen Fragen über den Tod zu stellen und was mit den Menschen nach ihrem Tod passierte.
Tracy dachte damals, dass Stuart vielleicht selbst einmal Arzt werden wollte, weshalb er ihm gern seine Fragen beantwortete. Aus Tracys Perspektive war es gut vorstellbar, dass Du gut aussehender Junge aus einer netten, respektablen Familie Medizin studieren wollte. Es gab aber eine Frage, bei der Tracys Alarmglocken sofort hätten klingeln müssen.
Stuart wollte wissen, wie man eine Leiche entsorgt. Sowieso Schienen Stu vor allem für den Verwesungsprozess und für die Entsorgung toter Menschen zu interessieren. Was lässt eine Leiche schneller verwen? Wie muss man eine Leiche verstecken, damit sie niemand findet? Wie vermeidet man es? Spuren zu hinterlassen. Dr.
Tracy war etwas überrumpelt von den Fragen. Er schrieb sie aber sturz natürlicher, wenn auch etwas morbider Neugier zu. Er sagte, dass er kein Experte für die Entsorgung von Leichen sei. Er wisse aber, dass man menschliche Überreste besonders gut mit Brandkalk auflösen könne. Es scheint, dass das die Information war, auf die Stuart gewartet hatte.
Danach besuchte er den Doktor immer seltener. Er verbrachte ganze Wochen wie ein Trans und ging wieder und wieder alle Optionen im Kopf durch, bis er schließlich einen Plan hatte. 1926, als Start 19 war, wandte er sich mit einer ungewöhnlichen Bitte an seinen Vater. Er wollte ein Stück Land kaufen, um eine Hühnerfarm zu gründen.
George NCot war es nicht gewohnt, seinem Sohn etwas abzuschlagen und Louise lebte dafür, Stuart glücklich zu machen. Und so gehörte den Norfcotz im Frühling 1926, ein großes Stück Farmland. im ländlichen Winville, Kalifornien. Einen Hühnerhof zu betreiben konnte aber ziemlich harte und eintönige Arbeit sein.
Stuart hätte sich die Hände schmutzig machen müssen und der Gedanke gefiel ihm gar nicht. Aber ihm schwebte schon eine Lösung vor. Er beschloss seine Schwester zu besuchen. Stuart hatte seiner 37-jährigen Schwester Winnie Fred immer nahe gestanden und sie behandelte ihn noch immer, als müsste man ihn rund um die Uhr Babysitten. Sie schenkt ihm sogar mehr Aufmerksamkeit als ihren eigenen Kindern.
Dementsprechend begeistert war sie, als Stuart zu Besuch kam und vorschlug, Winnie Freds Sohn Sanford mit auf einen Seitsiegen Trip zu nehmen. Stuart schlug auch vor, den Jungen für eine Weile mit auf die neue Hühnerfarm zu nehmen, wo er ihm ein bisschen bei der Arbeit helfen könne. Fred hielt es für eine perfekte Gelegenheit für die beiden sich etwas besser kennenzulernen.
Aber Sanford gefiel die Idee nicht. Stuart hatte ihn nie angerührt, aber er wusste, dass sein Onkel ein egozentrischer und kindlicher Mann sein konnte, der zu Wutanfällen neigte. Stuart war jedenfalls niemand, mit dem man gern Zeit allein verbrachte, von einem Roadtrip ganz zu schweigen. Noch mehr hasste Sanford aber, wie sein Onkel ihn ansah und wie er jedes Mal ein paar Zentimeter zu nahe an ihn herankam.
Er war wie ein ausgehungertes Raubtier auf der Suche nach Beute. Sanford wurde jedes Mal schlecht, wenn Stuart sich so benahm. Aber Sanford konnte nichts machen. Er wusste, dass seine Mutter sich niemals hinter ihn und gegen Stuarts Wunsch stellen würde. Es ist eine Falle. Sanford wollte nicht gehen.
Man musste ihn seiner älteren Schwester Jessie regelrecht aus den Armen reißen. Die beiden hatten sich sehr lieb. Die vier Jahre ältere Jessie war eine selbstbewusste [räuspern] junge Frau, die Sanford immer beschützt hatte. Dieses Mal konnte sie aber nichts tun, um Wifred umzustimmen. Jessie flehte ihre Mutter an, Sanford zu Hause bleiben zu lassen.
Sie versuchte sogar ihren Vater John Clark zum Eingreifen zu bewegen, aber Winnyfred kontrollierte ihren Mann genauso wie ihre Mutter Louise George kontrollierte. John Clark mischte sich nicht ein. Das einzige, was Jessie tun konnte, war Sanford zu versprechen, dass sie ihn besuchen und ihm schreiben würde, wann immer sie konnte.
Kurz darauf waren Sanford und Stuart auf dem Weg zur Hühnerfarm oder The Ranch, wie Stuart es nannte. Auf den ersten Blick war die Farm nichts Besonderes. Als Start sie kaufte, war es kaum mehr als ein leeres Stück Land, ein staubiges Fleckchen Erde. Aber Stuartet hatte eine Vision und er bat noch einmal seinen Vater George um Hilfe.
Und so machten sich die beiden Männer und der junge Sanford daran, eine Hühnerfarm aus dem Boden zu stampfen. Nach ein paar Wochen hatten sie ein rustikales Häuschen mit einem Schlafzimmer fertig gestellt, dass das Haupthaus sein sollte. Sie bauten auch eine wackelige Garage für Stuarts geliebtes Auto, das schöne rote mit dem einfahrbaren Dach.
Sie bauten sechs Hühnerstelle, einen Glockenstall, Kaninchenstelle und einen Freilaufgehege. Die Farm war aber immer noch alles andere als beeindruckend. Sie war abgelegen, unscheinbar und nicht besonders komfortabel. Der einzige Luxus, den es gab, war Stuarts Klavier. Die nächste Ranch war meilenweit entfernt, was besonders Sanford Sorgen machte.
Es würde einsames Leben unter provisorischen Bedingungen werden. Als alles fertig war, packte George seine Sachen zusammen und fuhr nach Los Angeles zurück. Danach waren Stuart und Sanford allein auf der Farm und Sanford sollte schon bald herausfinden, dass sein Onkel die schlechteste Gesellschaft war, die ein Junge haben konnte. Am ersten Abend, nachdem George gefahren war, machte Sanford das Abendessen.
Es war wie immer etwas Einfaches, bohnen aus der Dose oder Käsetoast. Es war nie besonders gutes Essen und Sanford wurde auch nur selten satt, weil Stuart darauf bestand als erster zu essen. Nachdem George weg war, hatte Sanford gehofft, dass er den Anteil seines Großvaters bekommen würde.
Aber Stuart schlug sich rücksichtslos den Bauch voll und ließ Sanford nur die Reste übrig. Das war die erste von vielen Nächten, die Sanford hungrig zu Bett gehen würde. Nach dem Abendessen klimperte Stuart ein bisschen auf dem Klavier herum, während Sanford den Tisch abräumte. Dann schaute er noch einmal nach den Hühnern. Als Sanford zurück ins Haus kam, sagtest du, dass Sanford jetzt dran sei, im Schlafzimmer zu übernachten.
Das überraschtes Sanford. Er hatte bis jetzt immer auf der Couch geschlafen und war davon ausgegangen, dass das bis zu seiner Abreise auch so bleiben würde. Aber Stuart bestand darauf, dass Sanford das Schlafzimmer nahm. Er wolle eh noch länger Klavier spielen. Sanford war nicht dumm.
Er wusste, dass etwas im Busch war. Es war nicht Onkel Stuarts Art, anderen etwas Gutes zu überlassen. Er ist recht, nicht Sanford. Aber Stuart sagte nur, daß sein kleiner Darling Sanford sich mal ordentlich ausschlafen solle. Sanford hörte sofort, wie leer die Worte klangen. Er zuckte innerlich zusammen, als Stuart ihn Darling nannte.
Es war nichts Liebevolles daran. Sanford versuchte sich eine Ausrede einfallen zu lassen, warum er weit auf der Couch schlafen sollte, aber es kam ihm nichts in den Sinn. Geändert hätte es aber sowieso nichts. Sanford kannte Stuart gut genug, um zu wissen, dass er immer seinen Willen bekam. Also ging Sanford ins Schlafzimmer, machte die Tür zu und legte sich ins Bett.
Sanft versuchte zu schlafen und wahrscheinlich gelang es ihm auch eine Weile, denn das nächste, woran er sich erinnern konnte, war Starts Atem in seinem Nacken. In diesem Moment begriff Sanford, dass das von Anfang an Stuarts Plan gewesen war. Jetzt, wo sie alleine waren, konnte er mit ihm machen, was er wollte.
Laut Sanford hat Stuart ihn von da an regelmäßig sexuell missbraucht. Mindestens zwei oder dreimal pro Woche, wie der Junge sagte. Stuart hielt Sanford davon abzufliehen, indem er ihm jeden Tag dieselben boshaften Lügen einflüsterte. Er sagte, dass ihm sowieso niemand glauben würde und dass sie ihn genauso ins Gefängnis werfen würden wie Stuart, weil er bei dem Missbrauch mitgemacht habe.
Die Manipulation und die Drohungen zeigten Wirkung. Sanford war so eingeschüchtert, dass er auf der Farm blieb und schwieg. Tagsüber musste Sanford die meiste Arbeit machen, um die Farmen Schuss zu halten, während Stuart auf der Couch lag. Stuart verbot Sanft sogar sich in der Schule anzumelden, damit er mehr Zeit für die Arbeit hatte.
Die Tage auf der Farm waren lang und eintönig und die Nächte waren einziger Albtraum für den Jungen. Und dann fing Stuart auch an Sanford zu schlagen. Sanford war es von zu Hause gewohnt geschlagen zu werden. Winniefred geizte nicht mit Ohrfeigen. Was Stuart mit Sanford machte, war aber etwas ganz anderes. Stuart schlug Sanford so, wie Sanford es bei Prügeleien zwischen erwachsenen Männern gesehen hatte.
Er schlug ihn mit der Faust und griff sich, was immer gerade in der Nähe lag, um damit auf ihn einzuprügeln. Manchmal überschüttete Start den Jungen auch mit kochendem Wasser. Einmal tat er das, während Sanford schlief. Sein ganzer Rücken war verbrannt und es blieb eine große Narbe zwischen seinen Schulterblättern zurück.
Stuart schien es nur gut zu gehen, wenn er die Menschen in seinem Umfeld kontrollieren konnte. Auf der Farm galt das natürlich vor allem für Sanford. Sanford wusste aber, wie sehr sein Onkel in seinen Machtgefühlen aufging, was ihm wiederum ein kleines bisschen Macht gab. Sanford lernte schnell, dass es Mittel und Wege gab, sein eigenes Leid zu minimieren.
Je lauter er schrie oder weinte, wenn sein Onkel ihn schlug, desto schneller hörte Stuart wieder auf. Er ging dann meistens ins Schlafzimmer, um aufzuräumen und Sanford konnte rausgehen. Diese kurzen Momente der Stille waren selten in den kommenden zwei Jahren, die Sanford in Stuarts Gefangenschaft auf der Farm verbrachte.
Der Los Angeles Evening Herold berichtete später, dass Sanford auch gezwungen wurde, seinen Onkel zu schlagen und auszupeitschen, bis Stuart kochte vor Schmerz und Wut. Danach ging er auf Sanford los und verprügelte ihn. Stuart schien Schmerz und Gewalt in jeder Form zu genießen. Die Farm war zwar ziemlich abgelegen, aber Stuart misshandelte Sanford so schlimm, dass die Nachbarinnen und Nachbarn es schließlich doch mitbekamen.
Damals war es aber nichts ungewöhnliches, dass Kinder von erwachsenen Verwandten geschlagen wurden und es war Privatsache. Man geht davon aus, dass die Nachbarn und Nachbarinnen keine Möglichkeit sahen, dem Jungen zu helfen. Die Gewalt auf der Farm brachte einige Leute sogar dazu, aus der Gegend wegzuziehen. Sie hatten Angst in Stuarts Nähe zu wohnen.
Er sei ein gemeiner und reizbarer Mann gewesen, wie sie später sagten. Doch auch wenn die Nachbarinnen und Nachbarn sich nicht ins Stuarts Angelegenheiten einmischen wollten oder zu viel Angst vor ihm hatten, sahen sie auf jeden Fall, was ein kleiner Neffe durchmachen musste. Sex und Gewalt gehörten für Stur zusammen.
Er war ein Sadist, dem es sexuelle Befriedigung [räuspern] verschaffte, anderen Menschen Leid zuzufügen. Im Umkehrschluss bedeutete das, dass er überhaupt nicht an einem Partner interessiert war, der aus freien Stücken Sex mit ihm hatte. Er war auf Dominanz aus. Wahrscheinlich konzentrierte er sich auch deswegen auf Kinder.
Seine Opfer mußten ihm auf jeden Fall körperlich unterlegen sein. Ein wesentlicher Bestandteil davon war die Notwendigkeit, jeden Kontakt Sanfords mit der Außenwelt zu kontrollieren. Suart befahl dem Jungen Briefe an seine Eltern zu schreiben und diktierte ihm jedes Wort. In den Briefen schwärmte Sanford, wie gut sein Onkel zu ihm sei, wie viel er in der Schule lerne und wie viel Spaß das Leben auf der Farm machen würde.
Die handgeschriebenen Briefe machten jede Hoffnung zu nichte, dass Sanfords Eltern kommen und ihn aus den Clownen seines brutalen Onkels befreien würden. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass Sanford in der Falle saß. Winville war ein kleiner Ort auf dem Land. Es gab keine Taxis, keine Bahnstation oder sonst irgendwelche öffentlichen Verkehrsmittel.
Man konnte höchstens per Anhalter mitfahren, wenn alle paar Tage mal ein Auto vorbeikam, was in den 1920er Jahren buchstäblich nur alle paar Tage passierte. Und selbst wenn es Sandford gelungen wäre, von der Farm wegzukommen, hätte er kein Geld gehabt, um sich bis nach Kanada zu seinen Eltern durchzuschlagen. Und überhaupt war es ja seine eigene Mutter gewesen, die ihn in Stuarts Obhood gegeben hatte.
Sanford hatte keine Garantie, dass sie ihn ohne weiteres wieder aufnehmen würde. Sanfords Leben auf der Farm war die Hölle auf Erden. Zum Glück war sein teuflischer Onkel aber nicht rund um die Uhr da, um ihn zu quälen. Stuart fuhr immer öfter allein mit dem Auto weg, so dass Sanford ein bisschen Zeit für sich hatte.
Immer wenn Sanford allein auf der Farm zurücklieb, bedeutete das jedoch, dass irgendwo anders ein anderer Junge unter Stuarts Gewalt zu leiden hatte. Es war Ende August 1927, als Junior Thompson und seine Eltern beschlossen, einen Spaziergang durch den Pickering Park zu machen. Es war ein kühler Sommerabend und die Familie genoss die Stunden im Freien.
Niemand machte sich Sorgen, als Junior ein Stück vorlief. und seine Eltern ihn kurz aus den Augen verloren. Aber kaum war er außer Sichtweite, wurde der Junge von einem fremden Mann angesprochen. Der Mann wirkte freundlich. Junior blieb also stehen und redete mit ihm. Doch dann wurde der Mann plötzlich komisch.
Er fragte Junior, ob er ihn kitzeln wolle. Der Junge wurde sofort misstrauisch. Er wollte schon weggehen, als der Mann ihm ein wesentlich attraktiveres Angebot machte. Der Mann sagte, dass er einen Hund in seinem Auto habe. Er fragte Junior, ob er mit ihm mitkommen wolle, um sich den Hund anzuschauen. Junior liebte Hunde und hatte schon immer einen eigenen haben wollen, also stimmte er zu.
Doch als sie auf das Auto zugingen, packte der Mann ihn plötzlich am Arm und fing an ihn zur Fahrrtür zu zerren. Junior schrie und trat um sich, als Stuart versuchte ihn ins Auto zu schieben. Der Junge wehrte sich mit aller Kraft und tatsächlich schaffte es Junior, sich aus Stuarts Griff zu befreien und zurück zu seinen Eltern zu laufen. Mr.
Thomson rannte hinter Stuart her und bedrohte ihn mit seinem Taschenmesser, aber irgendwie gelang Stuart ins Auto zu springen und zu entkommen. Es ist seltsam, dass Stuart das Risiko eing wegen eines anderen Jungen gefasst zu werden, wenn er zu Hause ungehinderten Zugriff auf seinen Netten hatte.
Man geht daher davon aus, dass Stuart mit der Zeit das Interesse an Sanford verlor, weil der Nervenkitzel weg war und weil Sanford immer größer wurde. Sanford zu entführen war leicht gewesen. Seine Mutter Winnifred liebte Stuart und gab ihm alles, was er wollte. Sanford hatte keine Familie oder Freunde oder Freundinnen in Winville.
Er war zu 100% von Stuart abhängig und leicht zu kontrollieren. Neue Opfer zu finden war dagegen wesentlich schwieriger. Stuart hatte keine Freunde mit kleinen Geschwistern und selbst das war keine wirklich sichere Option, wie sich damals bei Philip Scott gezeigt hatte. Er musste sich also anderer Mittel bedienen. Entführung schien am Ende die schnellste und leichteste Methode zu sein, um an neue Opfer zu kommen.
Und so wie Stuart es sah, brauchte er nur ein bisschen Übung. Nur 6 Monate später zahlte sich die Übung aus. Am 1. Februar 1928 kehrte Stuart von einer seiner Los Angeles Touren auf die Farm zurück. Er hatte angeblich seine Eltern besucht, aber genau wußte Sanford nie, wo sein Onkel hinfuhr. So oder so musste Sanford jederzeit darauf gefasst sein, dass seinen Onkel zurückkam und wenn er ihn dann beim nichts tun erwischte, bestrafte er ihn.
Manchmal schlug er ihn aber auch einfach so, ohne besonderen Grund. An diesem Tag sah Dur aber überhaupt nicht wütend aus. Er wirkte sogar seltsam fröhlich. Als er aus seinem Cabrio stieg, hatte er einen Zinkeimer dabei, den er hin und her schwang, als hätte er ihn gerade beim Losen gewonnen.
Er rief Sanford zu sich. Sanford ging seinem Onkel widerwillig entgegen. Er wusste, dass alles, was Stuart gefiel, nicht gut sein konnte. Als Sanford in den Eimer schaute, begriff er erst nicht, was er da sah. Es sah aus wie ein totes Tier. Vielleicht hattest du irgendetwas angefahren und es von der Straße gesammelt. Doch dann erkannte Sanford plötzlich, dass das Ding da im Eimer kein Tier war.
Es war der abgetrennte Kopf eines Menschen. Sanford schrie und warf den Eimer weg. Er übergab sich auf den staubigen Farmboden. Während er wirkte, hörte er das irre Lachen seines Onkels. Er rechnete fest damit, dass Stuartet ihn schlagen würde, weil er den Eimer weggeworfen hatte, weil er sich übergeben musste, weil er geschrienen hatte.
Aber Sanford hatte es nicht unterdrücken können. Stuart behauptete, den Jungen aus Notwerk getötet zu haben. Der Junge habe versucht ihn umzubringen, also habe er ihn erschossen und enthauptet, damit es schwerer sei, die Leiche zu identifizieren. Stuart sagte, dass der Körper des toten Jungen im Kofferraum sei, falls Sanford ihn sehen wolle.
Doch bevor sie den Körper entsorgten, wollte Stuart zuerst den Kopf des Jungen vernichten. Stuart befahl San Feuer auf dem Hof zu machen. Dann sollte er den Kopf verbrennen. Als der Kopf nur noch trockene Kohle war, zerschlugen sie ihn und verteilten die Asche auf dem Feld. Dann packte Stuartz Sanford am Kragen und stieß ihn ins Auto.
Er wollte seine Eltern besuchen, George und Louise. Auf halber Strecke hielt Stuart an, um den kopflosen Körper seines ersten Mordopfers in den Straßengraben an der Hatzen Road zu werfen. S Ford saß verängstigt auf dem Beifahrersitz. Er hat es du Grausamkeit am eigenen Leib erfahren, aber damit hätte er niemals gerechnet. Er war gefangen und plötzlich wusste er, dass es um Leben und Tod ging.
Sanford warf einen letzten Blick auf den leblosen Körper im Straßengraben und fragte sich, wann er selbst an der Reihe sein würde. Vielen Dank fürs Zuhören. Mein Name ist Diane Helscher und ich bin Mark Augestat. Du kannst jetzt eine Bewertung für den Podcast daassen und die Glocke aktivieren, um keine Folge zu verpassen.
Serienkiller ist ein Spotify Original von Parcast. Produziert in Zusammenarbeit mit Bosepark Productions. Adaptiert von dem amerikanischen von Max Cutler kreierten Original Serial Killers. Deutsche Produktion Wiebge Geachter Winter Chris Guse, Suholder Klii Köhler, Fabio Lautenschläger, Simon Uta Kirschei und Daniel Nicolao.
Das Originalskript wurde ins Deutsche übersetzt von Klaus Schwartau. Vielen Dank an Julien Boirot. Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Tierquellerei, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt. Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken.
Am 2. Februar 1928 fuhr ein Farmer die Hatzen Road in Südkalifornien entlang. Er hatte wie immer ein paar Sachen in Puente zu erledigen. An diesem Tag hatte er seinen Hund dabei. Der Hund war zapplich und aufgeregt. und konnte sich kaum auf dem Sitz halten. Also machte sein Härchen ihm die Tür auf und ließ ihn neben dem Auto herlaufen.
Es war eine entspannte Fahrt. Die Landstraße war leer und der Farmer genoss die Sonne, während sich der Hund mal ordentlich auspowern konnte. Da bog der Hund plötzlich scharf ab und sprang in den Straßengraben. Er bellte. Der Farmer dachte sich erst nichts dabei und fuhr weiter. Doch als der Hund nicht kam, fuhr der Farmer rechts ran.
Er rief und pfiff, aber der Hund hörte nicht. Genervt stieg der Farmer aus, um nachzusehen. Wahrscheinlich hatte der Hund ein totes Kaninchen neben der Straße gefunden oder irgendein anderes Tier, aber es war kein Tier, was dort im Graben lag. Es war eine Leiche ohne Kopf, eine Kinderleiche. Der Farmer musste wirgen.
Er stolperte zurück und schaute nervös nach links und rechts, ob jemand in der Nähe war. Welches Monster hatte das getan? Hatte der Mörder den Jungen hier abgeladen, als er aus der Stadt raus war? Wohnte er selbst in der Stadt? Die Übelkeit wurde schlimmer. Ein Killer war unterwegs. Ein Killer von der schlimmsten Sorte. Hi, ich bin Diane Helscher.
Und ich bin Mark Augustat. In diesem Podcast beschäftigen wir uns in jeder Folge mit einem berühmten Serienkiller, mit seinem Leben, seiner Psyche und seinen Taten. Serienkiller, Mörder und ihre Geschichten. Ein Spotify Original von Parcast. Heute geht es noch einmal um Gordon Stewart Northcott, den Serienkiller hinter den sogenannten Wineville Chicken Coop Murders.
Zwischen 1926 und 28 entführte, vergewaltigte und ermordete Northcott mindestens drei kleine Jungen in Winville, Kalifornien. Darüber hinaus wird vermutet, dass es eine hohe Dunkelziffer an Opfern gab, die von Northcott missbraucht wurden, bevor er zum Mörder wurde. Golden Stuart Northcott war verwühnt.
Schon als Kind hatte er immer seinen Willen bekommen. Das Wort Nein gab es in seinem Leben nicht und so zögerten seine Eltern auch keinen Augenblick, als ihr 19-jähriger Sohn sie bat, ihm eine Hühnerfarm auf dem Land in Südkalifornien zu kaufen. Stuart hatte aber noch mehr vor, als einfach nur Hühner zu züchten und Eier zu verkaufen.
Er nutzte die Isolation der Farm, um Jungen, die er aus der Umgebung entführt hatte, einzusperren, zu foltern und zu vergewaltigen. Doch Start war nicht allein. Als er 1926 auf die Farm zog, hatte er seinen 13-jährigen Neffens Sanford als Helfer dabei. Sanford verbrachte die nächsten zwei Jahre auf der Hühnerfarm.
Auch er wurde von seinem Onkel geschlagen, vergewaltigt und emotional missbraucht. Doch das Allein reicht es Duart bald nicht mehr. Er wollte neue Opfer und er wollte morden. In dieser Folge werden wir uns mit den Entführungen und Kindermorden befassen, die Gordon Stuart Northcot zu einem der berüchtigsten Serienkiller des frühen 20. Jahrhunderts machten.
Darüber hinaus werden wir uns anschauen, was Stuarts Eltern unternahmen, um ihren geliebten Sohn zu schützen, womit die Eltern der Opfer zu kämpfen hatten und wie es der junge Sanford schaffte, den Horror auf der Hühnerfarm zu überleben. 1. Februar 1928 kehrte Stuart nach einer kurzen Ausfahrt auf die Farm zurück.
Er hatte angeblich seine Eltern besucht und ein paar Besorgungen in der Stadt gemacht. Doch anstelle von Lebensmitteln hatte er die enthauptete Leiche eines Jungen im Kofferraum. Sanford war entsetzt. Er brauchte mehrere Sekunden, um zu begreifen, was er dort vor sich sah. Und als Dur ihn zwang, den Kopf des toten Jungen zu zerstören, wurde er fast ohnmächtig.
Sanford mußte den Kopf des Jungen verbrennen und die Asche verstreuen. Den Rest der Leiche warfen sie auf dem Weg nach LA in einen Straßengraben. Danach fuhren sie für ein paar Tage zu Stuarts Eltern, damit sie ein Alibi hatten, falls die Leiche gefunden wurde. Als sie bei George und Louise ankamen, erzählte Stuart ihn sofort von dem Mord.
Er behauptete weiter in Notwehr gehandelt zu haben. Seine Eltern waren schockiert. Sanford betete, dass sie die Polizei rufen und dem Albtraum ein Ende machen würden. Doch zu Sanfords Entsetzen passierte nichts dergleichen. Stattdessen nahm Louise Stuart in die Arme und versicherte ihm, dass nichts von allem seine Schuld sei.
George blieb im Hintergrund. Er wusste, dass es keinen Sinn hatte, sich zwischen Louise und ihren Sohn zu stellen. Eine kalte, lähmende Angst breitete sich in Sanfords Magengrube aus. Jetzt war klar, dass ihm niemand helfen würde. Er kämpfte gegen den Drang wegzulaufen. Er konnte ja eh nirgends hin. Stattdessen setzte er sich stumm an Louis Küchentisch, wo sie ihren Koffeecake und Saft servierte, als gäbe es keine Sorgen auf der Welt.
Dann musste Sanford wieder an die kopflose Leiche im Straßengraben denken. Er fragte sich, ob sie auf dem Heimweg wohl noch einmal daran vorbeifahren würden. Sfort konnte nur hoffen, dass die Polizei den Jungen bald finden und an Onkel Stuarts Tür klopfen würde. Doch wie sich herausstellte, hatte Stuart recht gehabt.
Ohne Kopf war es tatsächlich schwierig, den Jungen zu identifizieren. Die Polizei und die Gerichtsmedizin untersuchten den Körper auf eindeutige Erkennungsmerkmale, aber sie fanden nichts. Hinzukam die Vermutung der Polizei, dass es sich bei dem Toten um das Kind von Wanderarbeiter und Arbeiterinnen handelte. Es bedeutete, dass seine Familie wahrscheinlich keine feste Adresse in den USA hatte.
Das machtte es so gut wie unmöglich mehr über den Jungen herauszufinden. Erst recht, wenn seine Angehörigen Schwarzarbeit machten und es für sie nicht in Frage kam, zur Polizei zu gehen. Es gab jedenfalls keine Spuren, die die Beamten auch nur grob in Stuart Northcots Richtung wiesen. Und jetzt, wo er wusste, welche Befriedigung ihm das Töten verschaffte, zog er öfter los, um nach kleinen Jungen zu suchen.
Sein nächstes Opfer brachte er nur einen Monat später mit auf die Hühnerfarm. Am 10. März 198 verschwand der neunjährige Walter Collins in der Nähe seines Wohnhauses bei Passardina. Es gibt die Theorie, dass Walter nicht gewaltsam entführt wurde, sondern freiwillig mit Stuart mitging, weil er ihn kannte.
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