Polizeikontrolle auf der Autobahn T
Polizeikontrolle auf der Autobahn

-Nero von 1020- -Funk: Der hat mich erkannt, der haut ab. Im Einsatz mit Andreas Konhäuser und Meysam Moshefy. bei einer LKW Kontrolle. Die A3 Raststätte Medenbach. Die Beamten sind nicht zum Campen hier, sondern um eine Kontrollstelle einzurichten. -Wir kontrollieren LKWs hinsichtlich der Lenk- und Ruhezeiten, weil wir hier häufig auch Überschreitungen der zulässigen Tages-Lenkzeiten, der wöchentlichen Ruhezeiten feststellen.
Und wir kontrollieren natürlich auch hinsichtlich der Abmessungen, der Gewichte und auch des technischen Zustandes der Fahrzeuge. Im Visier der Beamten: der Schwerlastverkehr. Insgesamt vier Polizisten sind vor Ort. Zwei bleiben bei der Kontrollstelle, Andreas Konhäuser und Meysam Moshefy postieren sich einige Kilometer vor dem Parkplatz Medenbach und richten ihr Augenmerk auf die Brummis.
-Wir gucken, ob wir jetzt bei dem fahrenden LKWs, ob wir vielleicht bereits Verstöße erkennen können. Das könnten sein, z. B. bei einem Autotransporter, dass die Längen- maße oder die Höhe überschritten wird. Oder wir achten bei Planen- LKWs darauf, ob die Plane ausgebeult ist. Das könnte herrühren von einer verrutschten Ladung oder von einer schlecht gesicherten Ladung.
Aber auch einfach nur Stichproben- haft wird kontrolliert. So trifft es gleich einen Kleinlaster. Eine Kontrolle ist Routine für die Beamten und die LKW- Fahrerinnen und Fahrer – gehört zum Job dazu. Auf beiden Seiten. -In der Regel sind die Fahrer alle sehr kooperativ. Sie wissen, dass das ein Teil ihres Berufs ist.
Und wir haben eigentlich relativ wenige Fahrer, die mal aggressiv sind. Eher überhaupt nicht. Bei dem Fahrer werden unter anderem der Führerschein und die Frachtpapiere überprüft. Da der Fahrer kein Deutsch spricht, wird sich auf Englisch unterhalten. Die Papiere sind in Ordnung, nur mit der Ladesicherheit hapert es.
-Bei ihm hatten wir jetzt nur eine Kleinigkeit festgestellt, und zwar war ein Spanngurt, den er verwendet hat, an der Grenze, sodass er ihn eigentlich nicht mehr verwenden sollte. Aber er hatte genug andere Spanngurte dabei. Heißt Papiere zurück, Spanngurt wechseln, Fahrt fortsetzen. Inzwischen wird ein Baustellen- Laster in die Kontrollstelle gelotst.
Auch hier ist Englisch die Sprache der Wahl. -This is a traffic control. Das ist eine Verkehrskontrolle. Ich benötige Ihren Führerschein, die Dokumente über den Truck, den Anhänger und die Frachtpapiere. -…the documents. Anschließend überprüft Andreas Konhäuser den LKW. Oft sind Sand und Bauschutt geladen.
Sichtkontrolle. Außerdem wird sich der Gesamtzustand des Fahrzeugs angeschaut. Wichtig sind natürlich die Reifen. Und genau hier kommt es zum Problem. Hier. -Hier der Reifen ist so weit beschädigt, dass das Metall-Gewebe unten drunter sichtbar ist. Das kann dazu führen, dass sich die Lauffläche komplett vom Reifen ablöst oder noch größere Teile.
Und im schlimmsten Falle kann so ein Reifen auch platzen. Für den Fahrer bedeutet, dass seine Firma sich einen mobilen Service rufen muss und den Reifen hier vor Ort wechselt, weil wir die Weiterfahrt bei dem Schaden erst mal nicht gestatten. LKW-Fahrer sind vor Fahrtantritt verpflichtet, den Zustand selbst zu checken.
Doch bei Baustellen-Fahrzeugen ist das so eine Sache. -Da kommt es häufiger mal zu Beschädigung auf der Reifenfläche. Das ist nicht ungewöhnlich, weil die Reifen höheren Belastungen ausgesetzt sind durch spitze Steine usw., gerade auf geschotterten Straßen. Diesen Schaden hat womöglich der Fahrer nicht bei der Kontrolle erkennen können.

Gerade wenn der Reifen, sage ich mal, in der Position nach unten gestanden hat und dann hat er den übersehen. Da würde ich jetzt den Fahrer noch nicht mal ein Vorwurf machen. Der Fahrer jedenfalls hat nun eine ungewollt lange Pause vor sich. Denn im Gegensatz zu einem PKW, wo der Ersatzreifen im Kofferraum schlummert, muss hier erst ein Reifen- Service her.
Die Weiterfahrt verschiebt sich um rund zwei Stunden. Die Polizeifahrzeuge dienen für den ganzen Papierkram wie eine rollende Polizeiwache. -Wir haben hier zwei Arbeitsplätze, jeweils mit Bildschirmen, wo wir dann unsere Laptops anschließen. Wir haben eigentlich hier alles an Bord, was wir brauchen für die Kontrollen.
Wir haben Werkzeuge dabei, um Plomben zu öffnen. Wir haben Werkzeuge zur Höhen-Feststellung dabei, zur Längenmaßbestimmung und natürlich auch die Radlastwaage. Endlich! Mit neuem Reifen geht es für den Baustellen- Laster weiter. Die A3 ist die zentrale Drehscheibe für den Schwerlastverkehr sowie für Pendler im Rhein-Main-Gebiet.
Polizist Meysam Moshefy kann sich sehr gut in die Lage der Fahrerinnen und Fahrer versetzen. -Ich bin erst mit 30 zur Polizei, muss ich dabei sagen. Bis dahin war mein Lebenslauf ein bisschen wirr. Ich war lange LKW-Fahrer, bin auch im Fernverkehr gefahren, sogar und ich muss sagen zur Polizei zu gehen. das war mein Absprung und ich bin sehr zufrieden.
Ich habe bis heute keinen Tag bereut. Ja. Internationaler Frachtverkehr heißt auch internationale Sprachen. Natürlich gibt es Übersetzungsprogramme, aber das analoge Vokabelheftchen ist nicht im Ruhestand. -Das habe ich mir selber angelegt. Das ist so ein kleines Vokabelheft, sag ich mal. Hauptsächlich ist hier Russisch drin ein paar Phrasen, dass man sich einfach ein bisschen verständigen kann, zum Beispiel.
Bitte geben Sie mir Ihre Dokumente: “Pozhaluyst dajte mnye vashi dokumenty.” Oder hier ist Überholen verboten: “Ili sdyes obgon zapryeshchon.” Und so kann man sich immer wieder ein bisschen behelfen. Manchmal habe ich das Glück, dass russischsprachige LKW-Fahrer auch Deutsch können. Und dann erfrage ich manchmal neue Sätze und dann fülle ich das so noch auf.
Die beiden Beamten positionieren sich wenige Kilometer vor der eigentlichen Kontrollstelle. Stichprobenhaft soll gleich ein LKW kontrolliert werden. Die Polizei setzt sich vor einen Sattelzug, aus der Türkei kommend. Fluchtgedanken gibt es nie, denn ein Schwerlast ist naturgemäß kein Sportwagen. Wir haben festgestellt, dass der Sattelzug in der Türkei Textilien geladen hat.
Diese importiert er in die Europäische Union. -Deshalb hat er auch am Auflieger, also hinten an dem Anhänger, sagen viele. Ist allerdings der Auflieger hat er eine Plombe, deswegen können wir jetzt nicht reinschauen. Das wurde vom Zoll verplombt. Da es sich um eine einen Import von Waren in die EU handelt.
Neben dem LKW-Zustand werden die Lenkzeiten überprüft. -Wir haben die Lenk- und Ruhezeiten das Fahrers uns hier anzeigen lassen. In unserer Spezialsoftware und ausgewertet und konnten feststellen, dass er gestern Abend gegen 16:50 Uhr losgefahren ist und bis zum Kontrollzeitpunkt durchgefahren ist und auf eine Lenkzeit von 12 Stunden 26 kommt.
Das ist eine Lenkzeitüberschreitung. Er dürfte normalerweise neun Stunden fahren mit einer Verlängerung, die ihren Anspruch nehmen könnte auf zehn Stunden. Also hat er definitiv seine Lenkzeit überschritten. Außerdem wird eine Sicherheitsleistung vor Ort fällig, da die Türkei nicht Mitglied der Europäischen Union ist.
Die Behörden fordern das Geld ein, um das spätere Bußgeldverfahren finanziell abzusichern. Da die Lenkzeit überschritten wurde, wird der LKW mit einer Kette temporär stillgelegt, damit der Fahrer nicht auf die Idee kommt, nach der Kontrolle loszufahren. -Wir verstehen natürlich auch den LKW-Fahrer, der sagt okay, die Straßen sind sehr dicht.
Die Termine sind sehr getaktet. Aber natürlich ist unsere Aufgabe nun mal, die Einhaltung der Gesetze zu überwachen und entsprechend müssen wir dann handeln. Erst nach Mitternacht darf die Fahrt fortgesetzt werden. Eine Nachtstreife wird die Kette dann wieder aufschließen. Eine Nachtstreife wird die Kette dann wieder aufschließen.
Für unsere Beamten ist für heute aber erst einmal Schluss.