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Die letzten Tage im Hospiz – Was du wissen solltest T

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By sonds1
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Die letzten Tage im Hospiz – Was du wissen solltest  

Meine Nachbarin hat noch gemeint: “So schnell kommst du doch da nicht rein.” “Die Leute müssen doch alle ewig warten.” Und da hab ich Glück gehabt. Helga Milios aus Kalbach ist froh darüber, dass sie seit einer Woche im evangelischen Hospiz Frankfurt leben kann, wo man sich rund um die Uhr um sie kümmert, wie auch um die anderen elf Bewohnerinnen und Bewohner.

Die Hospizleiterin, Dr. Dagmar Müller, erklärt uns, welche Menschen hierherkommen.  Zu uns kommen Menschen, die in der letzten Lebensphase sind. Sie sind schwer krank, können nicht mehr im Krankenhaus behandelt werden. Die Behandlung ist abgeschlossen. Sie können aber auch nicht zu Hause betreut werden, weil es kein soziales Netzwerk gibt oder die Beschwerden zu stark sind.

Die Wartezeit auf einen Hospizplatz ist recht kurz. Das kann von drei, vier Tagen sein bis zu zwei Wochen. Zunächst bescheinigt ein Arzt die Notwendigkeit der Unterbringung. Sie werden angemeldet von Krankenhäusern, von Betroffenen selbst oder von Angehörigen oder von Hausärzten, behandelnden Hausärzten.  Auch die ärztliche Betreuung wird hier von sechs Hausärzten mit entsprechender Zusatzausbildung übernommen.

Einer davon ist Dr. Stefan Sieh. Seine Empfehlung: Wer sich mit dem Thema Hospiz beschäftigt, kann sich vertrauensvoll an seine Hausärztin oder den Hausarzt wenden. Der Hausarzt ist ein guter Ansprechpartner für so eine Einweisung ins Hospiz. Weil der auch den Verlauf der Erkrankung oft am besten kennt und dann auch meistens schon spürt: Das geht jetzt zu Hause so aber gar nicht mehr, weil jemand komplett alleine ist.

Der Pflegedienst kann bestimmte Tätigkeiten nicht mehr leisten. Es passieren irgendwelche Krisen in der Nacht, dann sind die Menschen unversorgt. Oder auch Angehörige, die häufig über lange Zeit Schwerkranke dann noch begleiten können, aber irgendwann auch an ihre Grenzen stoßen und merken: “Das geht so gar nicht mehr. Wir schaffen das nicht.

” Für Bewohner oder deren Angehörige fallen für die Unterbringung im Hospiz keine Kosten an. Die Kosten teilen sich Kranken- und Pflegekasse sowie das Hospiz selbst, egal wie lange der Aufenthalt dauert. Helga Milios hat Brustkrebs. Sie ist seit 20 Jahren Witwe und lebt seitdem allein. Zuletzt war sie in ihrer Wohnung mehrfach gestürzt.

Ja, ich bin echt froh. Ich konnte nicht mehr allein in der Wohnung sein. Ich wohne ja 50 Jahre in Kalbach. Gestern haben mich meine Nachbarinnen hier besucht. Und neben der Kirche direkt. Und hier bin ich jetzt direkt neben dem Dom. Da höre ich manchmal die Glocken läuten.  Also, es ist alles sehr, sehr gut gelaufen.

 Hier können Menschen Ruhe und Geborgenheit finden für ihren letzten Lebensabschnitt.  Der Vorteil vom Hospiz ist, dass dann Notfallanweisungen ins Krankenhaus bei einer Krise nicht mehr erforderlich sind. Weil wir hier im Hospiz alle Krisen, die da sind, managen. Und Menschen, die einmal hier sind, auch hierbleiben können.

Genau das ist meistens in den eigenen vier Wänden nicht möglich. Wenn es zu Hause dann eskaliert, die Erkrankung voranschreitet, gerade am Wochenende oder in der Nacht Krisen auftreten, wird der Notarzt gerufen aus lauter Verzweiflung. Und dann landet man immer wieder im Krankenhaus. Mit ganz viel Mühsal, das wissen wir alle, wenn man ins Krankenhaus aufgenommen wird.

Gerade für alte Menschen schwierig. Immer wieder neue Kollegen, neue Gesichter, an die ich mich gewöhnen muss. Im Hospiz ist der Fokus ein anderer. Wir machen auch Medizin. Aber es geht nicht mehr darum, die Tage noch zu verlängern, die ich hier habe. Es geht darum, die Tage, die man hat, möglichst gut zu verbringen.

Der Fokus liegt ganz klar auf der Lebensqualität, Symptome lindern, seien es Schmerzen, Übelkeit, Ängste. Es geht darum, die Selbstbestimmung so gut es geht zu ermöglichen, Patienten zu motivieren: “Sag, was dir wichtig ist. Was möchtest du?”  Die Patientenaufnahme könnte aber deutlich früher stattfinden.

Dass die Aufnahme ins Hospiz leider erst sehr spät erfolgt, dass die Menschen in einem so schlechten Zustand sind, dass die dann hier nur noch sehr kurze Zeit verbringen. Und von den Möglichkeiten, die sie hier haben, die wir therapeutisch, durch die Zuwendung vom Personal haben, von Ehrenamtlichen, wer da nicht alles mit im Boot ist, dass sie davon gar nicht mehr wirklich gut profitieren können.

Die Ehrenamtler am Empfang und in der Küche, sowie die Mitarbeiter aus Pflege, Hauswirtschaft oder Seelsorge, alle hier sind darauf bedacht, eine lebenswerte Umgebung für die Bewohner zu schaffen. Alle sehr nett und vor allen Dingen sehr nette Ehrenamtliche. Heute Morgen hat mich noch der evangelische Pfarrer besucht.

Wirklich alles sehr nett. Ich bin sehr glücklich, dass ich hier gelandet bin. Deshalb hat die 91-Jährige eigentlich nur noch einen Wunsch. Dass ich hierbleiben kann und nicht wieder auf die Straße gesetzt werde. Das ist zu 100 % sicher, das wird nicht passieren. Das hat mir schon die Frau Dr. Müller gesagt.

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