Hundedieb gestellt? T
Hundedieb gestellt?

Nero von Nero Zehn Zwanzig. -Er hat mich erkannt. Er haut ab. Auf Nachtstreife mit Nina Rehberg und Max Bruck unterwegs in der Wiesbadener Innenstadt. Max fährt, Nina übernimmt den Funkverkehr. -1201 hört 12012. -Da sind wohl ein schwarzer und weißer Mercedes. Der Weiße ist wohl schon mindestens sechs mal mit stark überhöhter Geschwindigkeit da durch die Straße gebrettert.
Ihr könnt ja mal gucken, ob die besetzt sind, die mal kontrolliert. -Ja klar. -Also wir würden mal kurz gucken, zu wem das Auto hier gehört, weil das würde schon passen mit dem weißen Mercedes. Sieht auch so nach so einem Auto aus, was vielleicht gerne mal ein bisschen schneller unterwegs ist. Sind Sie hier vorhin auf- und abgefahren? Kann das sein? -Ja. -Ja.
Hier die Straße hoch und runter.? -Wir sind einmal hoch- und runter gefahren. Ja. Die Kollegen von der Feuerwehr haben sich, ja, gemeldet bei uns, dass jemand schnell hoch- und runterfährt. Jetzt ist die Frage… -Wir haben gestartet. Wir sind hier gefahren und wieder zurück. -Und sie sind ganz normal gefahren? -Ganz normal gefahren. -Weil die Meldung war eine andere.
Haben Sie einmal Führerschein und Fahrzeugschein? Der Polizeioberkommissar checkt die Papiere. -Und warum sind Sie auf- und abgefahren? -Wir gehen auf Probefahrt. -Ah. Okay. -Ich sag’s mal so: Wenn man mal das Fahrzeug Partikelfilter regeneriert, da muss man halt mal laut den Computer genau mal den angemessenen kmh fahren.
1201 von 1229. Ja, wir haben hier den Besitzer von dem weißen Mercedes angetroffen. Der gehört hier zu einer Werkstatt. Die haben wohl eine Probefahrt gemacht, aber der gibt das auch recht glaubhaft an. Ja, alles gut. Ja., gehen Sie dann bisschen vorsichtig damit um. Ja, hier ist auch gerade die Feuerwehr.
Da haben wir auch einen guten Draht zu. Können Sie sich ja vorstellen. Also in angemessener Art und Weise. -Machen wir demnächst. Achten wir drauf! -Ja, gut! -Nicht, dass wir noch mal kommen müssen. -Nein! Alles gut. Alles klar. Schönen Abend noch. -Einen schönen Abend. -Wir haben ihn jetzt mal darauf hingewiesen, dass man entsprechend nicht mehr so fährt, dass die Feuerwehr sich gestört fühlt.
Und wir glauben auch, dass er sich daran hält. Wir haben das Fahrzeug überprüft. Es sind auch keinerlei Erkenntnisse, dass da irgendwas vorliegen würde in die Richtung Raser/Poser. Von daher gab es jetzt eine kleine mündliche Verwarnung und wir fahren wieder weiter. Fall erledigt. In Zeiten zu arbeiten, wo andere im Regelfall schlafen, gehört zum Beruf, so Max.
Ihm war schon in jungen Jahren klar: Ich will Polizist werden. Das ist dieses klassische Kinder- Berufswunsch-Denken, schon immer gewesen. Also entweder Pilot, Arzt oder Polizist. Und dann hatte ich relativ früh die Zusage dann bei der Polizei nach dem Realschulabschluss für den mittleren Dienst und da habe ich das direkt gemacht und bereue es auch keine Sekunde.
Also schon immer diese Faszination. Auch immer wenn Blaulicht-Auto irgendwie vorbeigefahren ist, egal ob Feuerwehr, Krankenwagen muss man immer gucken als Kind. Und dann war das natürlich ein Traum, da irgendwann selber drin zu sitzen. Nina Rehberg ist 40 Jahre alt und seit Jahren im Streifendienst. Viele Einsätze haben für sie nichts mit Adrenalinkick zu tun.
Bei häuslicher Gewalt jedoch sieht das anders aus. -Man muss sich vorstellen: Da streiten sich oft Eheleute. Oftmals sind Kinder im Spiel. Man ist in der Wohnung, die kennen sich dort super aus. Die haben dort Messer, alles mögliche. Sie sind hochemotional. Da geht es bei manchen um eine Trennung. Da wird den Leuten der Boden unter den Füßen weggezogen und wir kommen da in so ein hoch intimen Bereich der Menschen.
Und da bin ich dann doch immer schon… …aufgeregt – würde ich jetzt nicht sagen, aber wachsam doch, weil ich das als so mit als gefährlichste Situation ansehe. Die Streifenwagen verfügen über GPS Systeme: Der Standort wird in Echtzeit an die Leitstelle übermittelt. Der nächste Einsatz kommt über Funk. -Es ist eine… -…Schlägerei.
Die beiden Beamten werden als Verstärkungsteam angefordert. Funk: Unterstützung. Schlägerei. Schlosspark. -Der 1229 würde sich anbieten. Mit erhöhtem Tempo und Blaulicht geht es durch die Wiesbadener Innenstadt. In wenige Minuten sind die beiden vor Ort. In schwach beleuchteten Gegenden schalten die Beamten die Suchscheinwerfer ein, die nahezu alle Richtungen abdecken können.
-Es kommen jetzt mehrere Streifen dazu bei einer Schlägerei. Kann auch sein, dass da Fahndungs- maßnahmen eingeleitet werden müssen. Das Problem der Mitteilung, wie Anrufer bei der 110 genannt werden, war in seinen Ortsangaben nicht sehr präzise. Außerdem kann sich eine Schlägerei auch räumlich verlagern.
Jedenfalls ist hier am angeblichen Tatort keine Menschenseele mehr anzutreffen. -Ja, verstanden. Danke. Wir können jetzt abbrechen. Die einsatzführende Streife hier vor Ort hat die Sache selbst im Griff. Die klären das selbst auf. Die brauchen uns nicht mehr. Und in der Stadt ist ja relativ viel los. Also sind wir wieder verfügbar für die Aufträge, die jetzt da kommen.
Die 110 anzurufen ist gut und wichtig. Allerdings gibt es auch Anrufe, die zumindest merkwürdig erscheinen. -Da kommen Meldungen. Hier steht ein Auto seit drei Tagen. Man fragt ja und? Ja, das steht da sonst nie. Aber ich stelle das auch fest. Jetzt über die Dienstjahre mein Empfinden ist so, dass die Leute immer weniger selbstständig sind.
Statt erst mal ihr Problem selbst zu lösen, wird direkt die Polizei eingeschaltet. Weiter geht es zur Diskothek Euro Palace. Der Parkplatz wird abgefahren. Auch das gehört zum Streifendienst. -Aber heute ist nicht so viel los. Irgendwie -Ist sehr wenig. -Normalerweise ist hier eigentlich alles voll mit Autos.

-Ja, generell hat das Besucheraufkommen hier stark nachgelassen. Die hohen Spritpreise verhageln bei manchen wohl nächtliche Ausflüge. Die Polizei darf jederzeit Autofahrerinnen und Autofahrer anhalten und überprüfen. Gerade nachts und in der Nähe einer Disco ist Alkohol oftmals mit von der Partie. Auffällig ist dieses Fahrzeug.
-Wo kommen Sie her? Wir halten sie an, weil Sie relativ langsam fahren. In ner 50er Zone. Eine konkrete Antwort darauf gibt es vom Fahrer nicht. Die Beamtin bleibt am Fahrzeug, während ihr Kollege die Gültigkeit der Papiere checkt. -Machen Sie doch mal die Tür auf. Dann hab ichs so ein bisschen leichter mit Ihnen zu sprechen.
Und wenn, dann geht das Licht an, sehen Sie, dann sehe ich so ein bisschen besser. Die Papiere sind alle in Ordnung. Der Fahrer zeigt keine Ausfallerscheinungen. Dennoch Schleichfahrt in einer Tempo 50 Zone wirkt erst einmal auffällig. -Okay, also das nächste Mal dann einfach die Geschwindigkeit fahren, die auch vorgegeben ist, nämlich 50 kmh.
Das ist für sie und das ist für Ihre Mitfahrer. -Ich dachte schnell fahren ist schlimm. -Nee, ja, aber… Also zu langsam fahren ist schlecht. Zu schnell fahren ist schlecht. Deswegen gibt es ja Geschwindigkeiten, die angezeigt sind. Und wo 50 ist, sollte man dann auf 50 fahren und nicht 30. Und dann halten wir sie auch nicht an, aber alles gut.
-Schönen Abend noch -Ja, Ja. Tschau. -Schönen Abend. Nina Rehberg und Max Brock werden angefunkt. Anwohner in der Wiesbadener Innenstadt haben sich gegen 22:30 Uhr über Partylärm in einem Hinterhof beschwert. Das Polizeiduo fährt hin. -Hallo. Guten Abend. Hallo. Es ist ein bisschen zu laut hier. Nachbarn beschweren sich, dass hier Musik ist und gegrillt wird.
Habt ihr gegrillt oder… bisschen? -Machen Sie mal aus. -Ja. Mach ich. -Wohnen sie alle hier oder nur sie? Es piept. Durch den Grill- Betrieb steckt bei Max Bruck, der CO-Warnmelder an. Das Gerät misst den Anteil der Kohlendioxidpartikel, um vor einer möglichen Erstickungsgefahr zu alarmieren. Der Grill ist aus.
Die Gruppe zeigt sich einsichtig. -1201 1229. Ja, die Herrschaften haben hier ein bisschen gegrillt, im Innenhof Musik gehört. Musikboxen haben sie jetzt ausgemacht. Weiter geht’s. Doch nach wenigen Minuten wird die Polizei wieder angerufen, dass es im selben Hof lärmt. Max Bruck, der sich die Handynummer von einem Partyteilnehmer aufgeschrieben hat, ruft diesen an.
-…dazu sagt, dass die Musik wieder an ist. Hallo? Die Polizei. Sie müssen jetzt reingehen und drinnen Ihre Party weitermachen. Aber nicht da draußen. Die Nachbarn beschweren sich. Es ist zu laut! Telefon: -Okay. Ja. -Sind wir uns einig? Telefon: -Ja. -Okay, dann jetzt aber nach drinnen. Auch im nächsten Einsatz geht es zunächst um Jugendliche und Partylärm vor einem Supermarkt.
Zur Verstärkung ist ein weiterer Beamter mit vor Ort. -So, hallo zusammen, bevor ihr alle jetzt schon abhaut. Ihr seid zu laut. Die Anwohner beschweren sich. Das bedeutet für uns… Hallo? Hallo! Hallo. Hallo. Hört mal ganz kurz zu, meinen Ausführungen und dann könnt ihr dann könnt ihr weitermachen, bzw. nach Hause gehen.
Ihr seid zu laut. Die Anwohner beschweren sich. Da haben wir keine Lust drauf. Ihr habt keine Lust, dass wir hier sind. Das bedeutet, Party ist hiermit beendet. Ihr geht nach Hause. Alles tutti. Okay? -Könnt ihr nicht bei irgendjemandem zu Hause? -Ja, das geht leider nicht. Alles und überall, wo wir hin chillen….
-Ist schwierig, gell. Die Jungs zeigen sich einsichtig, sollen aber noch den Tisch abwischen. Ordnung muss sein. Und plötzlich taucht dort ein Mann mit Hund auf. Als Max Brok zur selben Zeit wegen eines vermissten Hundes angefunkt wird. -Gibt es da eine Beschreibung zu dem Hund? -Hallo, ich muss sie jetzt mal gerade ansprechen.
Ist das Ihr Hund? -Nein. -Wo haben Sie den gefunden? -Ja, genau. Richtig. -Das gibt’s ja gar nicht. -Ja. Weil wir suchen den. -Also. Das gibt’s ja gar nicht. -Ist nicht mein Hund. -Aber warum nehmen Sie den dann einfach mit? -Ja weil, ich kann doch nicht einfach weggehen. -Haben Sie mal einen Ausweis dabei? -Ja.
Nein, tut mir leid. Den hab ich mitgenommen. -Aber Sie können doch nicht einfach den Hund mitnehmen. Aber -Aber soll ich den einfach sterben lassen? -Der ist doch putzmunter. Sie geben mir Ihre Daten, bitte. -Ja, natürlich. Ist gut. -Moment. -Das ist gar kein Problem. -Das Ding ist, wenn Sie einen Hund einfach mitnehmen, der irgendwo angeleint ist.
Das is ja ein Diebstahl. -Ich hab denn doch gar nicht geklaut. -Was hatten Sie denn jetzt vor, mit dem Hund? -Nur bis morgen und dann weg. Tierheim? -Ja, ist schon ein bisschen problematisch, weil die Dame, die Besitzerin, die war jetzt vollkommen aufgelöst. Ja, die hat den Notruf gewählt. Die wusste isch gar nicht mehr zu helfen.
-Weder noch. Hab ich irgendwas gemacht? -Das war jetzt wirklich verrückt, weil der Bahnhof ist echt noch ein Stück. Und der Funkspruch kam und der Mann lief mit dem Hund vorbei und ich fragte noch nach einer Beschreibung von dem Hund. Und irgendwie hab ich im Gefühl, dass das der Hund sein könnte. Und es war der Hund.
Der Mann darf gehen. Der Hund kommt mit ins Polizeiauto. Zwar ohne Blaulicht, aber immerhin unter Polizeischutz geht es zum Bahnhof. Da wartet Frauchen schon ganz aufgeregt. -Da war auf einmal der Hund weg. Ich konnte sie umarmen! -Beim nächsten Mal. Schöner kann der Dienst ja kaum enden.