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Wahre Verbrechen I Mord auf dem Kreuzfahrtschiff T – Part 3

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By sonds1
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 Stuart hatte mal in einem Lebensmittelmarkt [räuspern] in der Gegend gearbeitet, wo sie sich öfter begegnet waren. Es würde also Sinn ergeben, dass Walter keine Bedenken hatte zu Stuart ins Auto zu steigen. Aber auch in diesem Fall wird Wer schnell gemerkt haben, dass etwas nicht stimmte, als Stuart mit ihm zur Hühnerfarm fuhr, die zwei Stunden entfernt auf dem Land war, mitten im Nirgendwo.

Als sie ankamen, fiel Stuurt über den Jungen her. Er sperrte ihn in einen der Hühnerstelle ein, wo er ihn sexuell missbrauchte und angekettet zurückließ. Sanft war entsetzt. Er erinnerte sich später an Walters erste Nacht auf der Farm. Er schrie und weinte die ganze Zeit. Der Junge war allein und verängstigt und Sanford wusste nicht, wie er ihm helfen sollte.

Als Sanford es nicht mal aushielt, steckte er den Kopf und das Kissen, um die Schreie nicht mehr hören zu müssen. So blieb er bis zum Morgen liegen, zitternd und schlaflos. Als Walter da war, ließ Stuart Sanford in Ruhe. Sanford war froh darüber. Gleichzeitig hasste er sich dafür. Er wollte dem Jungen helfen, aber er sah einfach keine Möglichkeit.

Sanford wußte nicht, wohin sie hätten gehen sollen. Sie waren zu weit von der nächsten Stadt und damit von verlässlicher Hilfe entfernt. Und in der Wildnis rund um Winville gab es weder Wasser noch Schutz oder Versteckmöglichkeiten. Aber Sanford [räuspern] hätte auch gar keine Zeit mehr gehabt, eine Flucht zu planen.

 Eines Morgens, als er gerade die Hühner fütterte, hörte er das Knirschen von Autoreifen vor dem Farmhaus. Onkel Stuart war den ganzen Morgen zu Hause gewesen. Er hatte stundenlang auf sein Klavier eingehämmert, bevor er im Hühnerstall verschwunden war und er erwartete sicher keinen Besuch. Es war Sturz Mutter Louise, die öfter spontan vorbeikam.

 Sanford fühlte seit langer Zeit ein kleines bisschen Hoffnung in sich aufsteigen. Louise hatte sich hinter Stuart gestellt, als er behauptet hatte, einen Jungen in Notwehr getötet zu haben. Aber wenn sie jetzt sah, was im Hühnerstall vor sich ging, würde sie sicher einsehen, dass ihr geliebter Sohn ein Monster war. Als sie Sanford fragte, wo Stuart sei, zeigte er auf den Hühnerstall.

 Sie rief Stuarts Namen und klopfte. Sanford wusste, dass er weiter die Hühner füttern sollte, aber er konnte einfach nicht wegschauen. Die Tür öffnete sich einen Spalt, so dass Dur mit seiner Mutter sprechen konnte. Aber das schien Louise zu albern zu sein. Sie schob sich an ihrem Sohn vorbei in den Hühnerstall.

 Doch kaum war sie darin verschwunden, stürmte sie auch schon wieder hinaus. Sie zerrte Stuart am Arm ins Haupthaus und fauchte Sanford an, dass er mitkommen solle. Louise war es nicht gewohnt, ihrem Sohn wiederworte zu geben, wenn er etwas haben wollte, aber Entführung. Sie habe gedacht, dass er das Interesse an kleinen Jungen mittlerweile verloren habe. Senford war schockiert.

 Je mehr er hörte, desto klarer wurde ihm, was Louise ihrem Sohn alles hatte durchgehen lassen. Stuart saß mit hängenden Schultern und gesenktem Kopf am Küchentisch, während seine Mutter mit ihm schimpfte. Er weinte und schluchzte wie ein großes Kind. Sanford wurde unruhig. Stuart versicherte seiner Mutter immer wieder, daß er aufhören würde, wenn sie Watter irgendwie verschwinden lassen könnten.

Louise seufzte. Stuart sollte es ihr versprechen. Sford wurde schlecht. Er versuchte sich einzureden, dass Louise Walter zu seiner Familie zurückbringen würde, aber eigentlich wusste er schon, dass das nicht passieren würde. Louise war erschreckend ruhig. Sie hatte einen Plan. Der Mord, über den wir gleich sprechen, ist sehr grausam und brutal.

 Deswegen an dieser Stelle noch einmal eine Warnung an unsere Hörerinnen und Hörer. Noch in derselben Nacht führte Louise Stuart und Sanford zum Hühnerstall, wo Walter schlief. Sie waren ganz leise und Walter war so erschöpft, dass er nicht aufwachte, als sie den Stall betraten. Auch nicht als Stuart seine Axt nahm. Das war also Louis grandioser Plan.

 Wenn sie Walter gemeinsam töteten, hören sie die Schuld unter sich aufteilen und niemand würde irgendjemanden verraten. Wahrscheinlich ging es ihr dabei vor allem um Sanford. Sie wollte ihren Enkel in das Verbrechen hineinziehen und sicherstellen, dass er schwieg. Während Walter schlief, schlug Stuart ihm mit der Axt den Schädel ein.

Dann zwang er Sanford das gleiche zu tun. Louise schlug als letzte zu. Dann gingen sie und Start ins Farmhaus und ließen den traumatisierten und weinenden Sanford allein zurück. Er sollte im Hühnerstall ein Grab ausheben. Sanford konnte nicht glauben, daß er mit diesen Monstern verwandt war, aber er konnte sich auch nicht gegen seine Schuldgefühle wehren.

 Vielleicht war er ja auch ein Monster. Dass Sanford in diesem Moment nicht völlig zusammenbrach, lag wahrscheinlich daran, dass Stuart und Louise drohten auch ihn zu töten, wenn er nicht spurte oder auf die Idee kam, zur Polizei zu gehen. Damit ging es auch für Sanford um Leben und Tod. Und er distanzierte sich innerlich wahrscheinlich so sehr von dem, wozu er gezwungen wurde, dass er nur noch funktionierte.

Er konzentrierte sich nur auf sein eigenes Überleben. Ein paar Stunden später vergrub Sanford Waters Leiche im Hühnerhaus. Als er fertig war, sah alles aus wie vorher, als wäre nie etwas passiert. Am 15. März berichtete die Los Angeles Times, dass Christine Collins Sohn Walter vermisst wurde. Zu diesem Zeitpunkt wusste Christine noch nicht, dass sie ihren Sohn nie wiedersehen würde.

Nachdem Gordon Stuart Northcott den klein Water Collins im März 1928 entführt und ermordet hatte, suchte er sofort nach einem neuen Opfer. Der immer größer werdende Sanford interessierte ihn nicht mehr. Er wollte einen neuen Jungen, den er einsperren und missbrauchen konnte. Am 16. Mai 1928, fast zwei Monate nach dem Mord an Walter, entführte Stuart Lewis und Nelson Winslow.

 Sie waren auf dem nach Hauseeweg von ihrem Boys Club, wo sie an diesem Tag gelernt hatten, wie man kleine Schiffs und Bootsmodelle baute. Die Brüder waren 10 und 12 Jahre alt. Fast wären sie an diesem Tag zu Hause geblieben, weil ihre Mutter sich nicht gut fühlte. Daß sie ihre Söhne trotzdem hatte gehen lassen, ließ sie den Rest ihres Lebens nicht mehr los.

Stuart lockte die Jungen in denselben Hühnerstall, in dem er Walter gefangen gehalten hatte. Er tat so, als würde er ihnen die Farm zeigen wollen. Auch wenn bei Walter niemand gekommen war, hoffte Sanford, dass jemand kommen würde, um die Jungen zu retten. Sie kamen aus der Mittelklasse, hatten gute Kleidung und offensichtlich sehr liebevolle Eltern.

Die Chancen standen gut, dass ihr Verschwinden für Aufsehen sorgen würde. Stuart musste dieselbe Befürchtung gehabt haben. Drei Tage später zwang er die Jungen, einen Brief an ihre Eltern zu schreiben. Sie sollten schreiben, dass sie ausgerissen und nach Mexiko gefahren sein. Stuart wusste wahrscheinlich, dass das die Winslow Familie nicht davon abhalten würde, nach ihren Söhnen zu suchen.

 Aber vielleicht hoffte er, sie mit dem Brief in eine andere Richtung lenken zu können. Was Stuart nicht wusste, war, dass die Polizei endlich anfing, sich für die vermissten Jungen zu interessieren. Christine Collins suchte immer noch verzweifelt nach ihrem Sohn. Dabei war die öffentliche Enttäuschung über die Arbeit des Los Angeles Police Department immer größer geworden.

 Die Polizei hatte keine Ideen, keinen Ermittlungsansatz und keine einzige Spur. Es war Sanfords Job, sich um die Winslow Jungen zu kümmern. äh wechselte ihre Bettwäsche, lehrte ihre Nachttöpfe und brachte ihnen Essen. [räuspern] Sie waren seit fast anderthalb Wochen auf der Farm und Sanford hatte nie genug Zeit mit ihnen allein gehabt, um eine gemeinsame Flucht zu planen.

Die Winslow Brüder wiederum verbrachten die Zeit damit, auf kleinen Holzstücken zu malen, die Sanford ihnen zusteckte. Aber jedes Mal, wenn Sanford den Jungen in die Augen sah, drehte sich ihm der Magen um. Er hatte Flashbacks von der Nacht, als sie Walter ermordet hatten. Er versuchte ihre letzten Tage so erträglich wie möglich zu gestalten, weil er wusste, welches Schicksal sie erwartete.

Sanfords quälendes Gefühl für die Jungen verantwortlich und gleichzeitig mitschuldig an ihrem Schicksal zu sein, wurde noch einmal unendlich schlimmer, als er gezwungen wurde, sich an ihrer Ermordung zu beteiligen. Auch an dieser Stelle noch einmal eine Warnung an unsere Hörerinnen und Hörer. Der Mord, den wir gleich beschreiben, ist besonders brutal und grausam.

Sanford lenkte Nelson ab, dann schlug Stuart ihm mit einer Axt den Schädel ein. Danach machten sie das gleiche mit Leis, nur dass Sanford den ersten Schlag ausführte. Sanford erinnerte sich später, dass die Jungen ein Awful noise, ein furchtbares Geräusch machten, als Duart sie ins frisch ausgehobene Grab warf.

Lis und Nelson waren noch nicht ganz tot, als Start anfing sie zu begraben. Nachdem Stuart die Winslow Brüder neben Walter Collins auf der Hühnerfarm vergraben hatte, war er sich sicher, dass er niemals erwischt werden würde. Er war sich sogar so sicher, dass er einen gewagten neuen Plan ausheckte. Er wollte eine ganze Familie entführen und versklaven.

Im Juni 1928 begann er mit den Vorbereitungen. Als der Sommer vor der Tür stand, meldete sich Stuart als ehrenamtlicher Helfer bei der Heilsarmee an. Das ahnungslose Personal freute sich, einen gut situierten und dynamischen jungen Mann an eine bedürftige Familie vermitteln zu können. Sie stellte Stuart der Familie D vor.

Jacob und Ella Dahl hatten Mühe über die Runden zu kommen, seit Jacob krank und arbeitsunfähig geworden war. Als Dur die Familie besuchte, bot er Jacob einen einfachen Job auf der Hühnerfarm an und eine mietfreie Unterkunft für die ganze Familie. Das Angebot klang zu gut, um wahr zu sein, aber die Dolls waren mittellos und hatten keine Wahl.

 Also erklärten sie sich bereit, die Hühnerfarm zu besuchen, um mehr über den Job zu erfahren. Am 30. Juni 1928 holte Stur die Familie in seinem Cabrio ab und fuhr sie zur Farm. Er stellte ihnen seine Mutter Louise als Miss Mayo vor und behauptete, daß Sanford ihr Sohn sei. Während sich die DS auf der Farm umsahen, nahm Stuart Louise und Sanford beiseite, um sie in seinen Plan einzuweihen.

Louise protestierte halbherzig, stimmte aber schließlich zu, ihrem Sohn zu helfen. Sanford hingegen war fassungslos. Zwei Gedanken gingen Sanford durch den Kopf. Auf der einen Seite wollte er, dass Dur die Familie als Geiseln nahm. Er dachte sich, dass die Entführung einer ganzen Familie am Ende genau das sein könnte, was seinen Onkel zu Fall brachte.

Auf der anderen Seite wollte er die DS beschützen. Er konnte sie nicht einfach als Mittel zum Zweck betrachten. Schließlich sagte Sanford, dass Stuarts Plan nach hinten losgehen und ihn hinter Gitter bringen würde. Stuart schlug Sanford ins Gesicht und schickte ihn raus. Er sollte im Hühnerstall warten. Als Sanford im Hühnerstall saß, fiel ihm ein rotbrauner Fleck auf der Sockelle auf.

 Er fragte sich, ob es Walters Blut oder das von einem der Winslowbrüder war. Während er weiter stumm auf den Blutfleck starrte, zählte er die Sekunden. [räuspern] Er rechnete fest damit, jeden Moment die Familie draußen schreien zu hören. Doch es passierte nichts. Stattdessen stiegen die Dolls ein paar Stunden später wieder ins Auto und ließen sich von Stuart wegfahren.

 Sanford war verwirrt. War das Teil seines Plans? Als du zurück war, sagte er beiläufig, dass er die DS nach Hause gefahren habe. Sie seien das Risiko nicht wert. Sanford merkte, wie sich seine Brust und seine Schultern entspannten. Für ihn gab es zwar immer noch keine Hoffnungen auf Rettung, aber wenigstens waren die DS in Sicherheit.

Im August 1928 verwarf Stuart seinen Plan, endgültig nach einer Familie zu suchen. Stattdessen konzentrierte er sich auf einen ganz bestimmten Jungen. Der 15-jährige Steven Neil Black lebte mit seiner Familie in Alhambra in der Nähe einer Global Supervice Werkstatt, wo sein Vater als Mechaniker arbeitete. Stuart wurde zum Stammenkunden der Werkstatt und nach kurzer Zeit war er regelrecht besessen von Steven.

 Es war genau wie damals bei Philip Scott in Los Angeles. Stuart freundete sich mit Stevens Vater an und verbrachte immer mehr Zeit bei den Blacks. Man geht davon aus, dass er die ganze Familie kennenlernen wollte, um ihr Vertrauen zu gewinnen. Er wollte unbeaufsichtigten Zugang zu Steven bekommen.

 Das war aber erst möglich, wenn sich alle Familienmitglieder sicher waren, dass von ihm keine Gefahr ausging. Obwohl Sanford auf der Farm festsaß, merkte er, dass sein Onkel etwas im Schilde führte. Stuart fuhr immer öfter weg und Sanford fürchtete sich schon vor dem nächsten Tag, an dem er mit dem nächsten Jungen nach Hause kommen würde.

 Doch was auch immer Stuarts Plan war, ein unerwarteter Besuch zwang ihn dazu, ihn auf Eis zu legen. Sanfords große Schwester Jessie traf anfang August 1928 auf der Farm ein. Sie sagte, dass sie ihren kleinen Bruder besuchen wolle. Ins Geheim vermutete sie aber, dass auf Stuart Chicken Ranch etwas nicht stimmte. Jessie hatte Sanfords Bedenken, was Onkel Stuart anging, immer geteilt und war entsetzt gewesen, als ihr Bruder zu Stuart auf die Farben geschickt wurde.

Was sie aber besonders misstrauisch gemacht hatte, war genau das, was du als Missbrauch verschleiern sollte. Sanfords Briefe. Sanford war seit zwei Jahren auf der Farm. Seine Handschrift war aber immer noch die gleiche wie am Anfang. Sie hatte sich kein Stück verbessert. Jessie fragte sich daher, ob Stuart ihren Bruder die ganze Zeit auf der Farm schuften ließ, anstatt ihn zur Schule zu schicken.

 Sie beschloss also den beiden einen spontanen Besuch abzustatten. Sanford war überglücklich, seine Schwester zu sehen. Er konnte kaum glauben, dass sie wirklich gekommen war. Er rannte zu ihr und begrüßte sie mit einer langen Umarmung. Senfords Freude trübte sich aber sofort wieder ein. Er wusste, dass Jessie in Stuarts Nähe nicht sicher war.

Jessie war schockiert, als sie ihren 15-jährigen Bruder sah. Sanford war so ausgemergelt, dass er in den zwei Jahren, seit sie ihn zuletzt gesehen hatte, keinen Zentimeter gewachsen war. Er war schmutzig und hatte blaue Flecken und er war schreckhaft wie ein eingesperrtes Tier. Jessie sah zwar, dass Sanford sich über ihren Besuch freute.

 Später sagte sie aber, dass er sehr still gewesen sei und fast Angst gehabt habe, sich zu bewegen. Sie spürte sofort, dass Stuart ihren Bruder misshandelte und auch Stuart merkte, dass Jessie etwas ahnte. Ab dem Moment, als Jessie das Haus betrat, schienen beide ihre inneren Schutzschilde hochzufahren. Aber Sanford war zu wichtig für Stuart.

 Er durfte ihn nicht verlieren und weil ihm wahrscheinlich nichts Besseres einfiel, um Jessie zu beruhigen, setzte er sie und Sanford ins Auto und machte ein paar Ausflüge mit ihnen. Der Farm holen musste, bevor auch er unter dem Hühnerstall verschwand. Anfang August 1928 traute sich Sanford endlich seiner Schwester Jessie zu gestehen, dass ihr Onkel Stuart ihn gezwungen hatte, ihm beim Mord an drei kleinen Jungen zu helfen.

Jessie war entschlossen, mit ihrem Bruder zu fliehen. Es ging um Leben und Tod. Stuart hatte schon einmal gemordet, um sich selbst zu schützen, und Jessie glaubte nicht, daß er vor ihnen Halt machen würde, nur weil sie verwandt waren. Also fing Jessie an einen Plan zu schmieden. Jessie wollte Sanford ein Busticket kaufen.

 Er sollte zur Küste fahren und sie bei den Docs treffen. Von dort aus würden sie mit dem Schiff zurück nach Kanada fahren. Vom Hafen aus würden sie dann per Anhalter nach Vancouver fahren, wo Stuart sie niemals finden würde. Es gab nur ein Problem. Jessie war schon länger geblieben als ursprünglich geplant und ihr ging das Geld aus. Sie konnte sich das Busticket und die beiden Tickets nach Vancouver nicht mal leisten.

 Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Am Ende gab es nur eine Möglichkeit. Sie musste es bei dem einzigen Verwandten versuchen, den sie neben Stuart und Louise in den USA hatten, ihrem Großvater George. Jessie stahl sich zur nächsten Telefonzelle und flehte George an ihnen zu helfen. George hatte sich schon lange aus allem herausgenommen, was Stuart und die Hühnerfarben betraf, aber irgendetwas in der Stimme seiner Enkelin bewegte ihn.

Er wollte ihr helfen. Jessie und Sanford waren verblüfft. Es war das erste Mal, dass George sich offen gegen Louise oder Stuart stellte. Er sagte, dass Jessie sofort aus Winwille verschwinden sle, um sich vor Stuart in Sicherheit zu bringen. Jessie sollte Stuart glauben machen, dass sie aufgegeben hatte.

 Sobald Stuart sich wieder sicher fühlte, würde George Sanford von der Farm schaffen und ihn zu den Docs bringen, wo Jessie auf sie warten sollte. Jessie und Sanford wussten, daß es riskant war, aber es gab keine andere Möglichkeit. Am nächsten Morgen gab Jessie ihrem Bruder einen Abschiedskuss und machte sich auf den Weg.

 Beide beteten, dass sie sich in ein paar Tagen wiedersehen würden. Dann wartete Sanford. Er beobachtete Stuart, der schnell in seine alten Gewohnheiten zurückfiel und die meiste Zeit faul herum lag, während Sanford sich um die Farm kümmerte. Sanford wagte nicht zu hoffen. Er rollte sich an seinem vielleicht letzten Abend auf dieser gott verlassenen Ranch auf der Couch zusammen und machte die Augen zu.

An schlafen war aber nicht zu denken. Dafür hatte er viel zu viel Angst. Am nächsten Morgen rollte noch vor Sonnenaufgang ein Auto, die Auffahrt zur Ranch hinauf. Sanford schlich aus dem Haus, ohne irgendetwas mitzunehmen. Er wollte so schnell wie möglich weg, bevor Stuart wach wurde und das Auto bemerkte. Sanford stieg zu George ins Auto und zog leise die Tür hinter sich zu.

 Dann fuhren sie los zur Busstation. Als die Farm im Rückspiegel immer kleiner wurde, fing Sanford fast an zu weinen. Er konnte nicht glauben, dass er endlich entkommen war. Aber es war noch nicht vorbei. Auf dem Weg zur Busstation saß Sanford ein rotes Cabrio auf sie zurasen. Als sie zur nächsten Kreuzung kamen, schnitt es ihnen den Weg ab.

 Stuart hatte sie gefunden. Sanford flehte George an weiterzufahren, doch der Mut seines Großvaters schien aufgebraucht zu sein. Eine Minute später war Sanford in Stuarts Auto. Sie fuhren zurück zur Fahm. Sanford fragte sich, ob Stuart ihn jetzt wohl umbringen würde. Sollte er doch. Sanford wusste jetzt, dass es nur einen Weg gab, seinem Onkel zu entkommen.

 Und jetzt, wo seine Schwester in Sicherheit war, war er bereit zu sterben. Jessie wartete bis zur letzten Minute auf Sanford, bis die Fairleute riefen, dass sie ohne sie ablegen würden, wenn sie jetzt nicht einsteige. Jessie war pleite. Sie musste diese Fären nehmen. Voller Schmerz und Wut ging sie an Bord.

 Ihr Großvater hatte sie verraten. Sanford war immer noch auf der Farm und sie konnte hier nichts mehr tun, um ihm zu helfen. Sie hatte aber noch die ganze Rückfahrt nach Kanada Zeit, um einen neuen Plan zu schmieden. Sie hatte Sanford versprochen, ihn zu retten und so schnell wollte sie nicht aufgeben. Als Jessie in Vancouver ankam, ging sie zum amerikanischen Konsulat und berichtete, was Sanford ihr erzählt hatte.

 Sie sagte, dass Sanford in Lebensgefahr sei und dass ihr Onkel bereits drei kleine Jungen ermordet habe. Er würde keine Sekunde zögern, auch ihren Bruder zu töten. In Winville hat es Start der Weil noch nicht vor Sanford zu töten. Er befahl ihm stattdessen ihm beim Packen zu helfen. Stuart wollte sein gesamtes Hab und gut verkaufen.

Stuart wusste, dass es Zeit war zu fliehen. Er ging zurecht davon aus, dass Jessie ihn bei jeder Behörde melden würde, die ihr ein offenes Ohr schenkte. Und das letzte, was er brauchte, war ein Besuch von der Polizei, die Sanford irgendwelche Fragen stellte. Das alles beruhigte Sanford aber nicht. Im Gegenteil, er konnte überhaupt nicht abschätzen, was sein Onkel vorhatte.

Würde Start ihn töten, bevor er die Ranch verließ oder noch schlimmer ihn entführen und an einen neuen Ort bringen, wo er gezwungen wäre, den Missbrauch für den Rest seines Lebens zu ertragen? Sanford half seinem Onkel die Sachen im Kofferraum des Cabrios zu verstauen. Dann sah er, dass Stuart anfing, auch den Beifahrersitz vollzustellen.

In diesem Moment wurde ihnen klar, dass Stuart nicht vorhatte, ihn mitzunehmen. Am 30. August 1928 erhielt Detectiv Lieutenant Chester Aloyd vom LAAPD ein Telegramm aus Kanada. Der amerikanische Konsul forderte ihn auf Jesses Behauptungen über Gold Stuart Northcott nachzugehen und Sanford zu retten. Die Beamten machten sich sofort auf den Weg nach Winville.

 Doch als sie bei der Farm eintrafen, schien niemand mehr da zu sein. Sie klopften an die Tür, aber es regte sich nichts. Als sie das kleine rustikale Haupthaus betraten, sahen sie sofort, dass jemand in alle Eile aufgebrochen sein musste. Einer der Officer zeigte schließlich auf den Hühnerstall und schlug vor, einen Blick hineinzuwerfen.

Sie braen das Schloss auf. Im Hühnerstall war es dunkel und stickig. Da sah einer der Officer etwas in der Ecke liegen. Er ging auf das Ding zu, doch das war gar kein Ding. Es war ein Junge, der dort völlig bewegungslos auf dem Boden kauerte. Der Officer befürchtete das Schlimmste. Da bewegte sich der Junge plötzlich.

Sanford sah zu den Beamten auf und fing an zu weinen. Stuart hatte ihn zurückgelassen, als er von der Farm geflohen war und Sanford war sicher gewesen, dass er im Hühnerstall verhungern würde. Die Polizisten brachten ihn sofort ins nächste Krankenhaus. Sanford war nur noch Haut und Knochen. Es dauerte drei Wochen, bis er wieder bei Kräften war und eine Aussage machen konnte.

 Er schickte die Beamten zurück auf die Farm und sagte ihnen genau, wo die Leichen vergraben waren. Am 19. September wurde Start festgenommen, als er versuchte ein Fairticket nach Kanada zu kaufen. Stuarts Prozess begann am 2. Januar 1929. Er verteidigte sich selbst. Stuart rief seine Eltern in den Zeugen stand, um für ihn auszusagen.

Als er nach Stuart gefragt wurde, sagte George: “Ich hatte Todesangst vor ihm, seine Mutter auch. Wenn sie die Wahrheit sagen würde. Wenn Stuart im Haus war, hatte er das Sagen. Wir haben uns nicht getraut, uns gegen ihn zu stellen. Verwöhnt ist gar kein Ausdruck für ihn. Ich würde sagen, dass er ruiniert ist.

” Louise versuchte wie immer ihren Sohn zu verteidigen. Sie gestand Walter Collins im Alleingang getötet zu haben. Sie wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Am 8. Februar 1929 befand die Jury Stuart des Morders ersten Grades für schuldig. Die Beratung hatte nur 3 Stunden gedauert. Er wurde zum Tod durch Erhängen verurteilt.

Obwohl Stuart oft Wutanfälle hatte und sich wie ein Kind benahm, war er am Tag seiner Hinrichtung still und in sich gekehrt. Sein einziger Wunsch war ein Phonograf mit dem Lied Song of Songs. Es war das alte Lieblingslied seines ersten Opfers Philips Gott. Stuart wurde am 2. Oktober 1930 gehängt. Er war erst 24 Jahre alt.

Sanford Clark wurde am 19. Januar 1931 zum Mündel des Staates erklärt und auf die State Industrial School for Boys in Wier geschickt. Trotz ihres streng klingenden Namens war die Schule ein sehr humaner Ort, an dem Sanford aktiv geholfen wurde, seine Traumat zu verarbeiten. [räuspern] Danach durfte er zurück nach Kanada gehen. Er war endlich wieder zu Hause.

Nach dem Tod seines Onkels führte Sanford ein erfülltes und ereignisreiches Leben. 1935 heiratete er eine Frau namens June Mcannis. Das Paar soll sich sehr geliebt haben und bis zum Tod zusammengeblieben sein. Während des Zweiten Weltkriegs ging Sanford zur Royal Canadian Artillery.

 Nach seiner Rückkehr adoptierten er und June zwei kleine Jungen. Einigen Berichten zufolge bestand Sanford auf die Adoption, weil er sein Erbgut nicht weitergeben wollte. Er sagte, er habe Sorge, dass seine Kinder unter der gleichen Krankheit leiden könnten wie sein Onkel Stuart. Sanford hielt den Dunklen Teil seiner Vergangenheit viele Jahre vor seinen Kindern geheim, bis er eines Abends auf einer langen Autofahrt nach Hause seinem ältesten Sohn Jerry von seinem Onkel Stuart erzählte.

Sanford war damals schon im mittleren Alter. Jerry begann daraufhin, ein Buch über das Leben seines Vaters zu schreiben, dessen Veröffentlichungs Sanford aber nicht mehr erleben sollte. Sanford Clark starb am 20. Juni 1991 im Alter von 78 Jahren. Sein Sohn glaubt, dass er sich die Greultaten, zu denen er als Teenager gezwungen wurde, nie wirklich verziehen hat.

 Am Ende war er Gordon Stuart Northcots einziges überlebendes Opfer und der einzige Junge, der die Hühnerfarm in Winville lebend verlassen konnte. Vielen Dank fürs Zuhören. Mein Name ist Diane Helscher und ich bin Mark Augestat. Du kannst jetzt eine Bewertung für den Podcast daassen und die Glocke aktivieren, um keine Folge zu verpassen.

Serienkiller ist ein Spotify Original von Podcast. Produziert in Zusammenarbeit mit Bosepark Productions. Adaptiert von dem amerikanischen von Max Cutler kreierten Original Serial Killers. Deutsche Produktion Wiebchter Winter Chris Guse, Suholder, Carli Köhler, Fabio Lautenschläger, Simon Uta Kirschei und Daniel Nicolao.

Das Originalskript wurde ins Deutsche übersetzt von Klaus Schwatau. Vielen Dank an Julien Buirot. 

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