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Wahre Verbrechen I Mord auf dem Kreuzfahrtschiff T

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By sonds1
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Wahre Verbrechen I Mord auf dem Kreuzfahrtschiff 

Auffällig war der Umstand, dass die vermisste Person schwanger war und ähm oben drein wenige Tage nach der Hochzeit verschwunden war. Ein Umstand, wo wir grundsätzlich natürlich annahmen, dass dort kaum ein Anlass war, äh aus einer eherlichen Beziehung zu flüchten. Er hat ein Leichenhunde eingesetzt, die angezeigt haben in dem Bereich.

 Dort haben wir nachgesucht. Es kann bedeuten, dass dort mal was gelegen hat, was wieder weggebracht wurde und äh letztendlich haben wir den Leichnam nicht finden können. Die ersten Ermittlungen der Mordkommission wurden dann zeitner, nachdem letztendlich alle äh kriminalistischen Ansätze abgearbeiteten wurden eingestellt.

 Das ist nicht immer zur Zufriedenheit des Ermittlers, weil wir bestrebt sind, Fälle zu klären. Gerade wenn man meint, dass an dem Fall Ungereimtheiten sind. Letztendlich müssen wir uns aber auch unseren Möglichkeiten da beugen und wenn keine Ansatzpunkte da sind weiter zu ermitteln, wird eine Ermittlung eingestellt.

 Zu den damaligen Zeitpunkt war das so. Wenn ein geklärter Fall ein Kapital irgendwo ruht und ist nicht geklärt worden, dann ist es eine Frage der Ehre. Das sag selbstverständlich kümmere ich mich darum. Dieses Originalvideo der Kripo dokumentiert die Suche nach einer weiblichen Leiche. Die Mordkommission vermutet, sie einbetoniert unter dieser Terrasse.

Auch auf einem Bundeswehrtruppenübungsplatz werden mehrere mögliche Stellen bei der Leichensuche ausgehoben. Die Kripo sucht nach Bianca F. Sie ist erst 21 Jahre alt, als sie verschwindet. Kriminalhauptkommissar Achim Tiez ermittelt in diesem Fall, ist bei der Leichensuche mit vor Ort. Das Ganze verlief leider ohne Erfolg.

Wir haben nichts gefunden. Wir hatten Leichenhunde eingesetzt, die angezeigt haben in dem Bereich. Dort haben wir nachgesucht. Es kann bedeuten, dass dort mal was gelegen hat, was wieder weggebracht wurde. Und äh letztendlich haben wir den Leichnamen nicht finden können. Juni 2000, Augustdorf bei Detmold.

 Hier leben Bianca und Alexander F. Sie haben erst vor wenigen Tagen geheiratet. Sie erwartet ihr erstes gemeinsames Kind. Doch plötzlich wendet sich das Schicksal der beiden. Am 8.6.2000 kam ein junger Mann auf die Polizeiwache in Detold und schilderte oberflächlich, dass seine Frau weg sei. In dem Moment waren für den Ortdiensthabenden Polizeibamen aufgrund der Sachfallsschilderung keine konkreten Anhaltspunkte für einen vermissten Fall gegeben.

 Das war formal so nicht zu interpretieren. Alexander F. gibt bei der Polizei an, seine Frau sei nach einem Streit weggelaufen. Deshalb nehmen die Beamten an, Bianca F würde bald wieder auftauchen. Doch als sie auch nach zwei weiteren Wochen verschwunden bleibt, wird daraus ein vermissten Fall. Die Polizei nimmt die Ermittlungen auf. Was auffällig war, war der Umstand, dass die vermisste Person schwanger war und äh oben drein wenige Tage nach der Hochzeit verschwunden war.

 ein Umstand, wo wir grundsätzlich natürlich annahmen, dass dort kaum ein Anlass war, ähm aus einer eherlichen Beziehung zu flüchten. Ähm es war auch so, dass entscheidende Dinge äh im Haushalt zurückgelassen wurden. So zum einen der Mutterpass ähm äh und auch äh der geliebte Hund äh der Vermissten.

 Sie hatte seit Jahren einen Hund, der quasi in der ersten Phase äh dort wie ein Kindsersatz war und geliebt war von ihr. Und dieser Hund blieb auch zurück. Das war sehr auffällig. Niemand kann sich erklären, wo sich Bianca aufhalten soll. In ihrem Freundeskreis ist sie für ihre aufgeschlossene Art bekannt. Ihr Verschwinden scheint untypisch.

 Die Polizei ermittelt weiter und die Beamten stoßen auf noch mehr Ungereimtheiten beim Betrachten von Biancas Kontodaten. Da hat ein absoluter Stillstand stattgefunden. Bei dem Konto sind keine Verfügungen gelaufen, so dass wir auch annahmen, dass äh dort äh ja seitens Ban KF auf finanzielle Dinge, auf Barmittel nicht zugegriffen wurde.

Immer mehr beschleichte Beamten das Gefühl, dass hier eventuell mehr vorliegt als ein normaler vermissten Fall. Deshalb wird Biancas Ehemann nochmals befragt. Der sagt aus, er habe mit Bianca gestritten und sei daraufhin zu seinem besten Freund Mehmed gefahren. Mehmet A bestätigt das. Letztendlich hat Mehmet A zu den Ermittlungsbeamten in der Vernehmung erzählt, dass Alexander F. zu ihm kam.

Er hatte diesen Besuch vorher telefonisch angekündigt und der fragt, ob er zu Hause sei, hat dann Mid A besucht und sie haben eine Zeit lang miteinander verbracht. wollen dann aber noch gemeinsam einmal zur Wohnung zurückgekehrt sein, um Dinge aus der Wohnung zu holen, die Alexander F benötigte.

 Ts und seine Kollegen können diese Aussage nicht widerlegen, haben aber den Verdacht, dass der Ehemann etwas mit dem Verschwinden von Bianca zu tun haben könnte. Sie untersuchen die Wohnung des Paares kriminaltechnisch. Konkrete Spuren auf ein Verbrechen ergeben sich jedoch nicht. Das ist nicht immer zur Zufriedenheit des Ermittlers, weil wir bestrebt sind, Fälle zu klären.

 Gerade wenn man meint, dass an dem Fall Ungereimtheiten sind. Letztendlich müssen wir uns aber auch unseren Möglichkeiten da beugen und wenn keine Ansatzpunkte da sind, weiter zu ermitteln, wird eine Ermittlung eingestellt. Zu den damaligen Zeitpunkt war das so. Das Schicksal von Bianca F bleibt zunächst ungeklärt. 2004, 4 Jahre später, Bern Flage wird Chef der Kripo.

 In dieser Funktion soll er den sogenannten Cold Case um Bianca F nochmals aufrollen. Als ich die Funktion in Lipp übernommen habe, als Chef der Kriminalpolizei, hat mein Vorgänger Dieter Bucko mich gebeten, ich möge mich insbesondere nur um einen Sachverhalt kümmern, der ihm noch aus seiner Vergangenheit im Magen liegt, weil den konnten sie nicht klären und wenn ich Kapazitäten frei hätte, dann möge ich mich bitte darum kümmern und versuchen, da noch mal einen Anpacker zu kriegen, ob wir da noch mal Grund in die Sache reinkriegen. Und das

war genau diese Geschichte, die vermisste junge Frau aus Augsdorf. Der neue Kripochef will wieder eine Mordkommission zum Fall Bianca F ins Leben rufen. Er kontaktiert seinen Kollegen Achim Titz, der soll die alten Akten anfordern und herausfinden, was für ein Leben Biancas Ehemann Alexander F.

 Und sein Alibegeber Mehmet A mittlerweile führen. Wir haben dann mit beiden Personaldaten die üblichen Recherchen betrieben und haben Alexander F. im Bereich der Stadt Leer in Ostfriesland finden können. Dort war er äh aufgefallen äh im Rahmen eines äh Drogendeliktes und wir hatten äh entsprechende erkennungsdienstliche Unterlagen von ihm äh finden können mit äh Lichtbildaufnahmen.

 Wir haben bei der Betrachtung dieser Lichtbilder äh gestaunt, weil die dort erfasste Person Alexander F. war tatsächlich Mehmet A. Mehmet A lebt also unter der Identität seines Freundes Alexander F. bisher völlig unbehelligt von den Behörden in Lea. Der Grund? Wegen mehrerer Straftaten ist Mehmed A in sein Heimatland die Türkei ausgewiesen worden.

 Mit der falschen Identität der seines Freundes Alexander F. Ist es ihm möglich in Deutschland weiterzuleben. TS und seine Kollegen sind wie elektrisiert. Jetzt observieren sie Memet A und überprüfen auch seine Kontodaten. Dabei wird auffällig, er erhält immer wieder Geld aus England. Wir haben auf dem Wege über die Einrichtung von Konten Adressdaten ermitteln können und haben dann den Kontakt zur Metropolitan Police in London gesucht.

Über die Kollegen in England erfährt Tit, dass die Konten tatsächlich Alexander F. gehören, der offenbar auch dort lebt. Er hat zwei Staatsbürgerschaften, eine italienische und eine deutsche. In England ist Alexander F. mit seinem italienischen Pass gemeldet. Seinen deutschen Pass hat er seinem Freund Mehmet A überlassen.

Beide werden nun festgenommen. Wir nahmen nun an, dass das damals von Mehmed A gegebene Alibi nicht richtig war und dass er für sein Alibi geben belohnt wurde von dem Alexander F. Belohnt mit einer neuen Identität und Geldzuwendungen. Titz und seine Kollegen wollen jetzt mehr wissen zum Verschwinden von Bianca F.

 Doch die beiden Männer schweigen dazu. Die Ermittlung haben dann noch äh während der Untersuchungshaft des Memet A eine entscheidende Wende genommen. Und zwar hat sich ein Mitins des Mem im Rahmen einer äh Vernehmung in einem gesonderten Verfahren einem Kriminalbeamten offenbart und hat gesagt, Mmed A habe eben gegenüber von einem Mord zum Nachteil einer schwangeren Frau berichtet.

 Das war für uns ein Ansatzpunkt mit diesem Zeugen zu reden. Er ist vernommen worden und hat tatsächlich ähm recht deutlich erklären können, dass man mit A über Täterwissen verfügt. Er hat von dem ähm äh von der Tötung der Bianca F ähm durch den Ehemann grob berichtet, hat das skizziert und hat dann auch erklärt, dass eine Leiche durch die Polizei nie gefunden würde, weil sie gut versteckt sei.

Trotzdem versuchen Titz und sein Team die Leiche zu finden. Lassen die Terrasse der ehemaligen Wohnung von Bianca und Alexander F. abheben, doch ohne Erfolg. Doch auch ohne Leiche eröffnet das Gericht ein Verfahren gegen Alexander F wegen Mordes. Sieht sowohl Indizien als auch ein Motiv.

 Alexander Feder mit der frühen Heirat noch mit der Tatsache, dass er so früh Vater wurde einverstanden hat dies auch deutlich geäußert. Es war klar, dass er in Konfliktsituation zu massiver Gewalt geneigt hat. Im weiteren ist uns bekannt geworden, dass er im Jahr 2002 einen Kredit aufgenommen hat und eine größere Summe äh abgehoben hat in Bar, ein Betrag von 10.000 € damals.

 Das war der Zeitpunkt, zu dem auch Mehmed A seine Passdaten erhalten hat und ein neues Leben in Deutschland beginnen konnte. All das in der Kombination, in der Gesamtschau, der jetzt durchgeführten Ermittlung war ein klares Bild. Da die Leiche von Bianca F bis heute verschwunden bleibt, kann man dem Ehemann einen Mord nicht mehr nachweisen.

  Immerhin wird Alexander F. aber wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu seinhalb Jahren Haft verurteilt. Mehr mit A können die Ermittler keine Tatbeteiligung mehr nachweisen. Für Kriminalhauptkommissar Achim Tiz und seine Kollegen immerhin ein Teilerfolg, auch dank ihrer akribischen Ermittlungsarbeit. Das ist schon ein sehr spezieller Fall für das Polizeipräsidium Mainz gewesen.

Drei tote Frauen äh die in verwandschaftlichen Verhältnis zusammenstehen, ähm die gleichzeitig getötet werden. Die Spuren haben hingedreuten auf eine sehr brutale Tatausführung. Man hat ganz früh ein Sexualdelikt ausschließen können und auch einen Raubdelikt konnte man ganz früh ausschließen, weil einfach Vermögenswerte noch vorhanden war.

 Die Gebäude waren nicht durchsucht. Ja, der Fall hat mich schon beeindruckt und ganz besonders beeindruckt, vor allem wegen der Brutalität des Vorgehens. Es wurde ja wirklich sichergestellt, dass die Personen auch tot sein mussten. Es war eine regelrechte eigentlich Übertötung. Eine Kleinstadt in Rheinlandfalz, 22.

September 2000. Drei Frauen müssen an diesem Tag hier sterben. Die Opfer Karin L, 58 Jahre alt, ihre Tochter Ulrike S, 37 und deren Schwägerin Ursula L, 25 Jahre alt. Besonders erschütternd, der kleine Sohn von Ulrike S. bleibt unverletzt und findet morgens die Leiche seiner Mutter und seiner Tante Ursula.

 Das völlig verstörte Kind geht zu den Heizungsmonteuren, die schon seit einigen Wochen im Keller des Anwesens Arbeiten durchführen. Sie hatten die toten Frauen noch nicht bemerkt und verständigen jetzt die Polizei. Der pensionierte Kriminalhauptkommissar Erwin Hunz ist damals Chef der Spurensicherung und als einer der ersten am Tatort.

Auf einem riesigen Gehöft mit mehreren Gebäuden haben wir vorgefunden, eine Frau, die im Freien vor einer Art Stallung lag. Tatort 1: Ulrike S, die Tochter der Gutsherrin Ursula Mutter des kleinen Jungen. Und des weiteren deren Schwägerin, die dann im Bereich ihrer Wohnung in einem Seitengebäude ebenfalls erschlagen und erstochen war.

Tatort 2. Ursula L. Schwiegertochter der Gutzerrin, Schwägerin des ersten Opfers Ulrike S. Und anschließend noch die eigentliche Besitzerin des gesamten Anwesens, die in ihrem Bett lag. Karin L, Mutter von Ulrike S, Großmutter ihres kleinen Jungen, der als einziger überlebt. Der brutale dreifachmord war selbst für die Beamten der Minzer Polizei außergewöhnlich.

Man hat ganz früh ein Sexualdelikt ausschließen können und auch einen Raubdelikt konnte man ganz früh ausschließen, weil einfach Vermögenswerte noch vorhanden war. Die Gebäude waren nicht durchsucht. Man hat dann eben hinterfragt, warum tötet jemand diese drei Frauen? Welchen Grund kann das haben und warum hat der Sohn überlebt? Die Aufklärung der Tat stellt die Polizei Mains und das zuständige K1 vor eine große Herausforderung und setzt umfangreiche Ermittlungen in Gang.

Die Riesen Herausforderung an einem solchen Tatal besteht darin, dass man nicht, wie man es normal aus dem Fernsehen kennt, die Leute in den weißen Anzügen, das sind wir dann, die die Arbeit verrichten, nicht in Massen auftreten, sondern dass unser Personal begrenzt ist. An diesem Tatort waren wir insgesamt mit sieben Personen.

 Später unterstützt durch das Bundeskriminalamt noch noch mal mit acht Beamten hatten wir ausreichend zu tun, sodass wir wochenlang eigentlich alles andere in den Hintergrund getränkt haben. Wichtige erste Hinweise bekommen die Ermittler durch die Tatusführung und die Todesursachen. Die Mörder sind in allen drei Fällen oder der Mörder ist in allen drei Fällen gleich vorgegangen und zwar mit harten Schlägen gegen den Kopf äh die dazu geführt haben, dass ähm erstmal wahrscheinlich eine Bewusstlosigkeit eintritt oder die Frauen umfallen,

zumindest die ersten beiden. Und dann wurde mit einem Beil ähm hart auf den Kopf eingewirkt und später noch mit einem Messer gegen den Hals. Definitiv dafür gesorgt, dass der Tod auch sicher eintritt. Der verantwortliche Rechtsmediziner in diesem Fall war der Minzer Professor Reinhard Urban. Das Wesentliche war, die Personen zu Tode zu bringen und zwar sicher zu Tode zu bringen und auch ohne Skruppel, dass da viel Blut fließt oder sonst irgendwas und man selbst möglicherweise auch mit Blut kontaminiert wird, ne? Das ist ja

auch so eine Geschichte, die die durchaus dann zeigt, welcher Art Täter oder welche welche Vorstellungen ein solcher Täter dann hat, wenn es ihm auch egal ist, ob er selbst dabei kontaminiert wird. Auf der Suche nach den Tätern und dem Tatmotiv sichert die Polizei auf dem weitläufigen Anwesen hunderte Spuren, befragt etliche Zeugen und beleuchtet das persönliche Umfeld der Frauen.

Und über diese Konstruktionen inklusive der ganzen Tatauswertungen, Spurenauswertung kam man dem Rupertus S auf die Spur. Rertus S. Der Ehemann der ermordeten Ulrike S, Vater ihres kleinen Jungen. Er hat seine neue Ehefrau Ulrike S. auf dem Reiterhof kennengelernt, weil er dort ein Pferd untergestellt hatte und als er hörte, dass sie in Trennung lebt, hat er sich an sie rangemacht und ähm auch gegenüber seinen Kumpels gesagt, es wäre ein Sechser im Lotto.

 Schon damals hat die Mutter von Ulrika S aber gesagt: “Was willst du mit dem? Der taugt nichts.” Die Ermittler finden heraus, Ropertus S hochverschuldet, insgesamt mit fast einer Million Dmark. Ihm drohte wohl die Situation, dass er vom Hof verwiesen wurde, dass seine Frau sich von ihm scheiden lassen wollte, wohl wegen sexueller Fremdkontakte.

Zeugenaussagen werfen kein gutes Licht auf den Verdächtigen. Also er war schon Persönlichkeit in den Kreisen, in denen er sich aufgehalten hat in Badkreuznach mit seinen Freunden. Ich mein, er hatte ja auch eine Wohnung noch in Wadkreuzlach, die angemietet wurde, mit der sich immer bei mit Frauen getroffen hat in dem Bereich.

 Ja, er hat ja ein Verhältnis zu einer jungen Polin, das hat er auch gestanden. Aber löscht man deshalb die Familie seines eigenen Kindes aus? War Rupertus S wirklich zu einer so skrupellosen Tat fähig? Und was könnte das Motiv sein? Er kam aus einfachsten Verhältnissen. Er war das zweite von vier Kindern.

 Ähm hat eine Ausbildung gemacht, hat dann in der Trückerkolonne in Hamburg gearbeitet, hat dort seine erste Ehefrau, 6 Jahre ältere Ehefrau kennengelernt, mit der ein Kind gehabt, das aber relativ schnell nach der Geburt verstorben ist. ist dann damals schon erstmals in Untersuchungshaft gekommen und hatte bis zum Zeitpunkt, bis er Bezug zu dem Reiterhof bis zu der Ulrike S bekommen hat, also zu seiner späteren Frau, hat er drei Frauen gehabt, insgesamt vier Kinder und ähm hat immer wieder Firmen gegründet, die bankrott gegangen sind,

die Insolvent gegangen sind, die aber nie selbst geführt hat, sondern die er auf seine Ehefrauen oder auf seine Partnerinnen hat laufen lassen, sodass er niemals in die Verantwortung gekommen ist. Ähm, man kann also sagen, er hat deutlich über seinen Verhältnissen gelebt, hat das auch nach außen verkauft, hat immer sehr große Autos gefahren.

 Ihm wurde nachgesagt, wenn er eine Rolex am Arm hat, dann zieht er extra den Ärmel hoch, damit auch jeder diese Rolex sieht. Und ähm genauso hat er eben gelebt und ähm deswegen hat er mit dem Anschein, den er erwirkt hat, schon dort in den Reiterhof hineinepasst, aber nicht mit seinem tatsächlichen Fähigkeiten, die er hatte. Er war eher ein Hochstapler und ein ja jemand, der mit den großen Tieren pinkeln wollte.

Spuren, die ihn selbst als Täter überführen, finden die Ermittler nicht. Ihre Theorie: Ropertus S hat für die Taten Auftragsmörder angeheuert. Hinweise darauf verdichten sich schon unmittelbar nach den Morden. Es gab Zeugenhinweise, dass zwei Polen wohl da waren, äh dass die kurz danach nicht mehr in Wadkreuz nach waren.

 Die waren wohl beschäftigt beim Bekannten von unserem Anstifter, nenne ich es mal so, und sind dann von dem gedungen worden, die Tat auszuführen und die waren kurz nach der Tat waren die weg, wohl mit auf einmal Geld und weitergehend äh auch so Geschichten wie sie kamen nicht mehr nach Deutschland zurück zum Arbeiten, was für sie vorher wohl lukrativ war.

Wir haben von vorne rein gesagt, dass es möglicherweise mehr als ein Täter ist, weil die Orte sehr weit auseinander lagen und auch von dem Überraschungseffekt äh bei den anderen beiden Personen hätte man sich vorstellen können, dass da noch eine zweite Personolle spielt. Das zweite war, dass man gesagt hat, ähm ja, es sind Täter, die Örtlichkeitsinformationen haben, entweder selbst oder man sie ihnen mitgeteilt hat.

Tatsächlich finden die Ermittler heraus, dass Rupertus die Täter über einen Mittelsmann engagiert hat. Arthur B. Ein Bauunternehmer. Er ist mit Rupertus S befreundet. Er hat also ganz konkret danach gefragt, kennst du jemanden? Und hat dann äh tatsächlich ähm zwei Brüder vermittelt bekommen, die er dann auch kontaktiert hat, die er auch sehr genau angeleitet hat dann bei der Tatausführung.

Schon Wochen vor der Tat heuern die Mörder als Hilfsarbeiter auf dem Reiterhof an, können sich so mit den Örtlichkeiten und den späteren Opfern vertraut machen. Hat Robertus es den Mord an den Frauen wirklich so kaltblütig geplant? Und es gibt ein Hinweis drauf, dass er einige Jahre zuvor ein Geschäftspartner hat zusammenschlagen lassen.

 Das heißt, er wusste auch, wie man sowas macht, wie man jemanden engagiert, wie man ihm Geld gibt, wie man ihn dazu bringt, so eine Tat auszuführen und hat dann den Geschäftspartner von sich zusammenschlagen lassen und hat aber daneben gestanden und zugeguckt. Propertus bestreitet etwas mit dem Mord an den drei Frauen zu tun zu haben.

Sein Alibi, er behauptet zur Tatzeit bereits auf der Arbeit gewesen zu sein. Doch die Polizei ist sicher. Er war vor Ort. Ähm er hat wahrscheinlich gegen 6:10 Uhr den Reiterhof verlassen. Ähm das lässt sich rekonstruieren, weil es beiner zu einem Unfall kam auf der Strecke, wenn man aus dem Reiterhof herausfährt und weil er gegen 6:25 Uhr an seiner Arbeitsstelle eingetroffen ist.

 was aber deutlich zu lang ist für diese relativ kurze Fahrtstrecke und man hat frische Unfallspuren an seinem Auto gefunden, die vielleicht auf den Aufsetzen oder sowas ähnliches zurückzuführen sind und man hat dann unterstellt, dass er am Tatort gewesen sein kann und Tatgegenstände oder seine Kleidung vernichtet hat auf dem Weg zu seiner Arbeit und ähm wollte frühst möglich auf seiner an seiner Arbeitsstelle sein, um sagen zu können, ich war ja auf der Arbeit Ich habe mit der Situation auf dem Reiterhof nichts zu tun, um sich eben ein Alibi zu

verschaffen. Die Ermittlungen ergeben, Robertus S hat den gesamten Tatablauf bis ins Detail geplant. Robertus S hat veranlasst, dass ein Handwerker, ein Pferdeknecht, der eigentlich jeden Morgen auf dem Reiterhof arbeitet, ganz früh seine Arbeit auch dort aufnimmt, dass er nicht dort erscheint, sondern hat ihn umgeleitet, also ganz aktiv umleiten lassen zu der Gerüstbaufirma, die er selbst besessen hat, dass er dort erstmal anfängt frühmorgens, damit er nicht Zeuge der Tat wird und wahrscheinlich, dass die Tat auch nicht

zu früh entdeckt wird. Sicher sind die Ermittler auch, dass Rupertus S die Tat nicht nur geplant und beauftragt hat, sondern auch auf dem Hof war, als die Täter zugeschlagen haben. Der Grund? Sein kleiner Sohn. Der Junge schlief in den Tagen zuvor eigentlich bei seiner Oma im Schlafzimmer oder in deren Wohnung und für diese Nacht hat Rubertus es dafür gesorgt, dass der Junge im elterlichen Schlafzimmer schläft.

 wahrscheinlich damit der Junge nicht den Mord an seiner Oma mitbekommt oder selbst zum Zeugen wird, weil dann hätte er ja auch getötet werden müssen. Dabei war es wohl essentiell, dass der Junge überlebt, denn nur über ihn als Erben wäre Rupertus S an das Vermögen seiner Frau und Schwiegermutter gekommen. Warum aber musste auch seine junge Schwägerin Ursula sterben? Die Schwägerin musste wahrscheinlich deswegen sterben, weil sie einfach Mitwisserin der sozialen familiären Verhältnisse war, weil sie wusste, dass der Rupertus S wahrscheinlich vom

Reiterhof fliegen sollte, weil die Gutsherrin eben ihn loswerden wollte, weil sie ihm eh schon mehrfach angetroht hatte. Wenn du weiterhin dich so verhältst, wenn du fremd gehst, ähm dann verlässt du diesen Gutshof und meine Tochter. Und da das kurz bevorstand und das sehr gute Verhältnis zwischen der Schwägerin und ähm der Gutsherrin eben bestand, hat sie mit sterben müssen.

Auch die Auftragsmörder werden gefasst. Unmittelbar nach der Tat hat es eine Taxifahrt vom Reiterhof aus bis an die polnische Grenze gegeben. Und man hat dann eben gedacht, polnische Hilfsarbeiter achten eigentlich sehr auf ihr Geld und würden eigentlich kostensparend an die polnische Grenze fahren.

 In dem Fall wurde eine Taxifahrt bar bezahlt und das hat so einen ersten Verdachtsmoment ergeben, dass man dann den beiden Brüdern auf die Spur kam. Die hat man dann über ein Rechtshilfeersuchen in der Nähe der polnischen Grenzen durch Ermittler der Sonderkommission vernommen, hat denen Fingerabdrücke genommen und hat ihnen Speichelprobe auch genommen.

Die Täter tragen außerdem noch die Schuhe, mit denen sie vor Ort durch die Blutlachen gelaufen waren und deutliche Profile hinterlassen haben. Die Tatwaffe, ein Brotmesser finden die Ermittler nicht. Dafür haben die Täter im Wohnhaus den Klingenschutz zurückgelassen. Er wird zu einer Schlüsselspur. Wir konnten auf einer vermutlich aus Pappe gefertigten Hülle, die als Klingenschutz diente, konnten wir einen Fingerabdruck sichtbar machen mit chemischen Spurensicherungsverfahren und dieser Fingerabdrucke konnte später

einem der Polen zugeordnet werden. Für die Ermittler ist jedoch nach wie vor klar, der Auftrag zum Mord kam von Rupertus S. Er hat Auftragskiller letztendlich engagiert, äh den er ganz genau gesagt hat, was er gerne hätte. ähm und hat die Tatausführung zumindest penibel mitgeplant und hat diesen beiden Brüdern ähm klar gesagt, wer wann in welchem Haus eben ist, wie die wie die Abläufe morgens sind, damit die äh Morde auch sicher geschehen und es ist davon auszugehen, dass er das auch überwacht hat. Er war äh was das angeht

anscheinend doch sehr einfach gestreckt. Der hat darauf gehofft, dass seine Mitwisser der Tat, unter anderem sein Kumpel, der ihm die Arbeiter besorgt hat, ganz einfach den Mund hält. Die Masse an Indizien und die Beweise gegen die polnischen Täter reichen am Ende aus, um Rupertus S als Auftraggeber für diese Bluttat zu überführen.

In einem späteren Revisionsprozess legt sein Freund und Komplize Arthur B. schließlich ein Geständnis ab und belastet Robertus S schwer. Der Beschuldigte Robertus S wurde zur Anstiftung mehrfachem Mord zu lebenslanger Haft mit besonderer Schwere der Schuld verurteilt. Die Polen wurden verurteilt in Polen auch zu langjährigen Haftstrafen.

Der Dreifachmord auf dem Reiterhof stellt in der Kriminalgeschichte von Rheinland Falz eine Besonderheit dar. Das schreckliche an dem Fall war eigentlich, wie niederträchtig Robertus und wie kaltschneuzig er diese Tat geplant hat, nur um seine Schulden letztendlich tilgen zu können oder um selbst saniert zu sein.

 Und die Art der Ausführung der Tat war schon sehr brutal und drei Menschen mussten sterben, nur damit er eben sein Leben so wie er sich es vorgestellt hat als Hochstapler weiterführen zu können. war mit Sicherheit einer der Fälle, der besonders brutal ausgeführt wurde und das nicht so häufig vorkommt. Es war eine regelrechte eigentlich Übertötung.

2020 stirbt Rupertus S im Gefängnis. Sein Sohn, dem er Mutter und Großmutter genommen hat, wächst bei Verwandten auf. Also das Besondere an dem Fall ist, denke ich, schon die Vorgehensweise und dass drei Personen erdrosselt wurden. Also, es war ein schockierender Anblick. So kurz vor Weihnachten und auf solch eine Weise Menschen aus dem Leben zu reisen, das ist schon für viele sehr sehr belastend.

Aber das Problem war natürlich ihn zu finden und das war zunächst mal wie die berühmte Suche nach der Nadel im Heuhaufen. 23. Dezember 2002, ein Tag vor Heiligabend Ziegelhausen bei Heidelberg. Der beliebte 66-jährige Kinderarzt Dr. Udo F. Und seine Mitarbeiterin Astrid R24 arbeiten noch in der Praxis. Sie sind auf dem Sprung nach Hause, erledigen aber noch letzte Quartalsabrechnungen, als sie ungebetenen Besuch bekommen.

Ein Besuch, während dem beide sterben werden. Und auch die Ehefrau des Kinderarztes wird den Tag nicht überleben. Die diensthabende Rechtsmedizinerin Kirsten Marion Stein wird an diesem Tag aus ihren Festvorbereitungen gerissen. Ich musste aus Gründen Plätzchen nachbacken und stand gerade in der Küche.

 Habe Teig gemacht und dann kam der Anruf, dass drei Leichen in Siegelhausen in der Kinderarztpraxis gefunden worden wären. Ich hatte Rechtsmedizendienst und bin dann eben nach Ziegelhausen gefahren. Vor Ort durchte ich einen ganz kurzen Blick auf die Leichen werfen und dann musste ich erstmal wieder raus und zwei Stunden im Treppenhaus ähm drauf warten, bis die Kriminaltechnik soweit fertig war, dass ich dann auch an die Leichen durfte.

Zu diesem Zeitpunkt sind Kriminaloberrat Heinz Gräter und seine Kollegen der Spurensicherung am Tatort schon voll im Einsatz. Also, es war ein schon schockierender Anblick, weil es handelte sich um ein verhältnismäßig kleines Zimmer, ein kleiner Praxisbehandlungsraum und in diesem Behandlungsraum lagen aneinander gefesselt und mit Handschließen gefesselte äh Leichen, drei Personen, zwei Frauen, ein Mann.

 Ja, es gab den Arzt, den Kinderarzt, dann seine Frau, die auch in der Praxis mit tätig war und dann die 24-jährige Arzthelferin. Die Kinder des Ärztepaares hatten die drei offenbar erdrosselten Opfer entdeckt. Sie hatten sich zu Hause auf das Weihnachtsfest mit ihrer Familie vorbereitet und wollten nach dem Recht sehen, als ihre Eltern nicht nach Hause kamen.

Es war mir eigentlich sofort schlagartig klar, dass ich hier was ganz brutales ereignet haben muss. Und eigentlich bin ich auch sofort von dem Einzeltäter ausgegangen, weil zwei Täter plus drei Personen, die hätten sich dort in diesem Raum kaum bewegen können. Und äh wenn mehrere Täter zugange gewesen wären, dann hätten die vermutlich ihre Opfer getrennt und nicht alle in diesem kleinen Raum fixiert und angebunden an die Heizung.

In der Enge des Raums konnte ein einzelner Täter drei Opfer gut kontrollieren. Für die Ermittler und die Rechtsmedizinerin ist der Tatort eine Herausforderung. Das Wichtigste ist keine zusätzlichen Spuren zu setzen und keine zu vernichten. Ansonsten ist es ganz wichtig, sich den ersten Eindruck zu verschaffen.

 Wie ist die Gesamtsituation? auch so ein bisschen neben die Leichen zu gucken, was liegt wo, ähm in welcher Position sitzen liegen äh die Körper, ähm was gibt es vielleicht an Drum noch, was äh Rückschlüsse ähm einem ermöglicht, was besonders war, dass wir an Heiligabend obdieren mussten, dass wir drei Leichen ähm schnell ähm obdieren mussten, ähm die so ja auch aufwendig waren.

 Die Obduktion ergibt, alle drei Opfer waren gefesselt, wiederholt, misshandelt und schließlich erdrosselt worden. Ja, es hat sich ja dann später erst rausgestellt durch die ersten Vernehmungen, dass äh der Arzt und seine Sprechstundenhilfe zunächst allein äh in der Praxis waren, weil sie noch Jahresendabbrechnungen machen wollten.

die Polizei rekonstruiert. Irgendwie muss der Täter den Kinderarzt und die Mitarbeiterin in seine Gewalt gebracht haben. Er wollte offenbar Bargeld, doch es gibt in der Arztpraxis keins. Deshalb ruft der Arzt jetzt seine Tochter an. Und vielleicht hat der Arzt deshalb ihm angeboten, ihm durch seine Tochter noch eine weitere Schte bringen zu lassen, weil er wahrscheinlich wusste, dass seine Tochter vielleicht hellhörig wird und sagt, da stimmt was nicht.

 Vielleicht war das eine Art Notruf. Und äh es lief eben alles schief. Die Ehefrau hat dann um ihrem Mann den gefallen zu tun, die Schick hatte in die Praxis gebracht. Ein tödlicher Fehler. Die Familie schöpft keinen Verdacht. Deshalb bringt die Ehefrau die Karte zu ihrem Mann. Er muss sie unter Kontrolle gebracht haben.

 Er hat drei Personen mit Handschließen fixiert. Ähm das ist für mich nicht vorstellbar, ohne dass er nicht mit irgendwas drohen kann, also mit einer Waffe in welcher Form auch immer. Und ähm nach dem äh Schließen hat er sie dann ja miteinander äh mit dem Seil verbunden. Ähm das ist schon eine Situation, die die außergewöhnlich ist, spricht aber dafür, dass er doch über einen längeren Zeitraum da auch aktiv war.

Der Täter bedroht die Opfer mit einer altertümlichen Pistole, die die Polizei am Tatort findet. Die Rechtsmedizin stellt fest, die Opfer wurden nacheinander mit einem Seil ertrosselt. Ich muss ganz eigene Persönlichkeit haben, dann einen nach dem anderen äh zu erdrosseln und fürs Erdrosseln brauche ich ähm, wenn ich viel Kraft habe, wenig Zeit und wenn ich wenig Kraft habe, längere Zeit.

Kommissar Greta muss jetzt schnellstmöglich die Familie der Arzthelferinieren. Ich wollte einfach auch vermeiden, dass z.B. will die Eltern der jungen Frau erst in den Frühnachrichten dann erfahren, dass man in der Arztpraxis in Heidelberg drei Leichen aufgefunden hat und deswegen war es für mich dann auch notwendig noch in der Nacht die Eltern dieser jungen Frau aufzusuchen, um ihnen äh zu diesem frühen Zeitpunkt diese Todesnachricht zu überbringen.

Ich werde es auch nie vergessen, wie die Mutter mich gefragt hat, was ist denn passiert? Was ist denn passiert? Und ich dann zu ihr gesagt habe, das Schlimmste, was Mutter passieren kann. Während der Obduktion kam der Anruf mit der Bitte der Angehörigen, ob sie Abschied nehmen dürfen. Und es war kurz vor Weihnachten.

 Es war Weihnachten. Ähm so, dass wir wohl wir das eigentlich damals nicht gemacht haben, gesagt haben, doch wir müssen hier eine Lösung finden. Ähm und deswegen haben wir dann eben äh den Leichnamen auf dem äh CTisch aufgebart. Das ist ein schöner Raum gewesen. Ähm und was mir in Erinnerung war, dann kamen die Eltern und die jüngere Schwester und die hatten Sonnenblumen dabei.

 Und ähm ich muss ganz ehrlich sagen, als Rechtsmedizinerin, ich kann alles sehen, ich komme mit allem gut zurecht, aber trauernde Angehörige, das sind meine Grenzen erreicht. Also kann mich erinnern, ich stand mit denen da und habe geweint. Eine 33 köpfige Sonderkommission ermittelt während der gesamten Weihnachtsfeiertage. Schnell gibt es vielversprechende Spuren.

Es gab im Laufe der Ermittlungen zwei ganz gravierende äh Ermittlungsansätze oder Spuren, wo wir schon ja fast gejubelt haben. gesagt, jetzt wird’s nur noch wenige äh Minuten dauern, dann haben wir diesen Täter, weil wir ein Hinweis bekommen haben, z.B. von einem Geschäft, die ja sechs Spielzeug verkauft haben und da kam der Hinweis: Just vor Weihnachten hätten sie drei Handschließen verkauft.

Mit Hilfe der Zahlungsdaten von der EC-Karte können die Ermittler herausfinden, wer die Handschellen gekauft hatte. Und noch am gleichen Abend wurden dann diese beiden jungen Männer mit mobilen Einsatzkommando festgenommen, weil er dringender Tatverdacht bestand. Aber die ganze Spur ist dann zerplatzt wie eine Seifenblase, als diese Handschließen noch an den Betten ihrer Freundinnen hingen.

 Und wir hatten noch eine andere heiße Spur. Eine Spur, die der Täter selbst liefert. Vermutlich will er von sich ablenken. Er schickt einen handgeschriebenen Brief an die Polizei. wurde also geschildert, dass man zu zweit gewesen wäre, man nicht in Heidelberg wohnen würde, man unmittelbar vor der Fluchtstünde und das Land verlassen wolle und und also der es war ein Brief, der vom Inhalt her ja also nicht von allzu großer Intelligenz eigentlich gezeigt hat.

Viel interessanter als der Inhalt ist allerdings auch das Papier, auf dem der Brief geschrieben wurde. Wir hatten tatsächlich das Glück, dass wir auf einem Bilderbuch, das in der Kinderarztpraxis im Behandlungsraum lag, und auf diesem Brief den exakt gleichen Fingerabdruck feststellen konnten. Und in dem Moment war klar, es ist eine eindeutige Täterspur.

Also, ich war ab dem Zeitpunkt beruhigt zu wissen, sobald wir an dem Tatverdächtigen dran sind, werden wir kein Problem mehr haben, ihm diese Tat zu beweisen. Und die Ermittler haben noch ein weiteres As im Ärmel. Filterzigarillos der Marke Branf, die am Tatort gefunden werden. Und diese Bran Rillos, die hatten deswegen eine Bedeutung, weil wir drei dieser Filter im Hausflur unterhalb, also im Erdgeschoss äh der Praxis des Praxisgebäudes gefunden haben.

 Und es lag natürlich nahe, dass das mit dieser ganzen Tat in Zusammenhang stehen kann. Wer steht sonst schon in dem Hausflur und raucht im Hausflur drei dieser Zigaretten? Die Zigarillos, eine Billigmarke, wird nur an drei Orten in Mannheim verkauft. Eine Verkäuferin erinnert sich tatsächlich an einen seltsamen Stammkunden für diese Marke.

Der Durchbruch war natürlich dann als die Verkäuferin von dem Kiosk uns dann noch gesagt hat, ah, da kommt immer einer, der kauft immer am Monatsende offensichtlich, wenn er wieder frisches Geld hat, kauft er sich gleich zwei oder drei Stangen immer von diesen Bran. Die Beschreibung der Verkäuferin liefert den entscheidenden Hinweis.

 Der Täter ist für die Polizei kein Unbekannter. Beamte treffen den Mann in seiner Wohnung an. Er saß vor dem gefüllten Aschenbecher. Er hat vermutlich nur noch seine Bran geraucht und wahrscheinlich gar nichts mehr gegessen. Er saß wohl vorm Stapelpapier, wo er sowas wie ein Geständnis oder für eine Rechtfertigung niederschreiben wollte.

Und äh die Kollegin und der Kollege hatten den Eindruck, er saß nur noch da und hat gewartet, dass er abgeholt wird. Karlhe Heinz B, eine gescheiterte Existenz. Der 50-Jährige ist stark übergewichtig, raucht, trinkt. Er hat zwei erwachsene Kinder, denen er als flegmatisch bekannt ist. Sein Motiv für den Überfall klingt unfassbar.

Letztendlich hat sich herausgestellt, ich glaube, das war das einzige, was er erzählt hat, dass er Geld gebraucht hätte, um Weihnachtsgeschenke für seine Kinder zu kaufen. Der Mann fasst offenbar den Plan, die drei Angestellten der Postbankfiliale, die sich im gleichen Haus wie die Arztpraxis befindet, zu überfallen.

 Doch die Bank schließt an diesem Tag vor Heiligabend früher als sonst. Der Mann sieht seinen Plan vereitelt, raucht im Treppenhaus nervös seine Zigarillos. und passt seinen Plan spontan an. Und wie wir ja dann in Erfahrung bringen konnten, wollte ja der Arzt nur noch eine letzte Weihnachtsbesorgung machen und hat deshalb seine Praxis verlassen.

Und wir zurück haben ihn der Täter in seine Gewalt gebracht. Später kommt dann noch die nichtsahnende Ehefrau dazu, die nur eine EC-Karte vorbeibringen will. Als sie dann die zugehörige Pinnummer nicht nennen kann, wird die Wut des Täters möglicherweise weiter angefacht. Und deswegen gehe ich davon aus, dass von der Abfolge wahrscheinlich zuerst die junge Frau getötet wurde, dann der Mann und zum Schluss die Ehefrau.

 Ich mag mir nicht vorstellen, was diese Frau noch durchgemacht hat vor ihrem Tod. Die Öffentlichkeit war nicht nur in Heidelberg ziemlich aufgewüllt, also es war ähm glaube ich bundesweit ging da so ein Raunern durch die Reihen ähm so kurz vor Weihnachten und auf so ähm auf solch eine Weise Menschen aus dem Leben zu reisen, das ist schon ja, das war schon für viele sehr sehr belastend, aber natürlich auch die Resonanz, die Betroffenheit, die dieser Fall in der Bevölkerung ausgelöst hat, weil es gab tausende von Leuten, die schon selbst

als Kind bei diesem Arzt in der Praxis waren und die ihre Kinder wieder als Patienten in dieser Arztpraxis hat. Man muss ja sich mal vor Augen führen, der Täter hat ja null Bezug zur Familie gehabt oder zu zu der Kinderarztpraxis. Das heißt, normalerweise hat man irgendwie einen familiären oder einen persönlichen Kontakt zwischen Täter und Opfer oder doch zumindest dann ein Vorgehen, bei dem es Zeugen gibt oder so.

 Und es war ja hier überhaupt nicht der Fall. Da hat die zwei, also die die Familie und äh das Mädel hatten überhaupt nichts mit dem Täter zu tun. Und doch ist es der Polizei gelungen, da eine Verbindung zu finden und das über die Kriminaltechnik und natürlich über die Zeugenaussagen von ähm dieser Verkäuferin, dieser Zigarettenverkäuferin.

 Das ist, glaube ich, schon ganz ganz außergewöhnlich. Hätte die Polizei diesen Zufallstäter nicht gefunden, wäre jemand davon gekommen, der aus einer Laune heraus wegen ein paar hundert Euro zufällig ausgewählte, unschuldige Menschen kaltblütig und brutal umgebracht hat. Karlhe Heheinz B. hat vor Gericht geschwiegen.

 Er wurde vom Landgericht Heidelberg zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Im Urteil wurde die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Vor einigen Jahren ist der Dreifachmörder in der Haftanstalt verstorben. Ich bin der Meinung, dass der Mensch das intelligenteste, aber gleichzeitig auch das grausamste Leben Lebewesen ist auf diesem Planeten.

Das Opfer lag nackt in Rückenlage auf dem Doppelbett im Schlafzimmer und ein Flügel des zweiflügligen Schlafzimmerfensters stand offen, sodass also davon auszugehen war, dass der Täter über dieses offenstehende Schlafzimmerfenster an den Tadet gelangt ist und diesen Tad auch wieder auf dem diesem Weg verlassen hat.

Im Zuge der Spurensicherung wurde auf der Bettumrandung des Doppelbettes ein Fingerabdruck festgestellt, der weder dem Opfer noch dem persönlichen Umfeld des Opfers zuzuordnen war. Es wären hier ca. Gut 2000 Männer in Frage gekommen, mal dazwischen 16 und 60 und nur gut 800 haben ihre Fingerabdrücke abgegeben.

Man wollte natürlich auch versuchen durch eine Aufklärung dieser Tat der Bevölkerung unter Chriisbach ein wieder ihres Sicherheitsgefühl zurückzugeben. Eine Frauenleiche in einem abgeschlossenen Schlafzimmer, ein offenes Fenster und ein Damenslip auf einem Feldweg. die Spuren in einem Mordfall, der vorerst ungeklärt bleibt.

Ulliimosa, stellvertretender Kommissariatsleiter bei der Kri Passau, bekommt diesen sogenannten Cold Case nach Jahren auf seinen Schreibtisch. Er soll ihn endlich lösen, den Fall, der eine ganze Ortschaft unter Verdacht steht. Der Fall blieb insgesamt 18 Jahre ungeklärt. Die Kollegen, die im 1985 einmittel haben, sind davon ausgegangen, dass der T aus dem Ortsbereich stand und es führte eben über diese lange Zeit da von 18 Jahren zu dieser Ungewissheit in der Bevölkerung, wer aus der Ortschaft für diese Tat verantwortlich sein könnte.

Kriminalhauptkommissar Mosa fährt mit uns dorthin zurück, wo dieser mysteriöse Fall begann. August 1985 unter Griesbach bei Passau. Ein junger Mann wählt den Notruf der Polizei. Er hat eine schreckliche Entdeckung gemacht und gab an, er hätte also soeben seine Schwester scheinbar leblos in deren Schlafzimmer aufgefunden.

Die eintreffenden Rettungskräfte konnten leider nur noch den Tod der jungen Frau feststellen. Bei der Toten handelt es sich um die 31-jährige Rossvita. Der Notarzt stellt eine unnatürliche Todesursache fest. Die Kripo Passau übernimmt den Fall. Das Opfer lag nackt. In Rückenlage auf dem Doppelbett im Schlafzimmer.

im Unterkörperbereich teilweise abgedeckt mit Bettvorleger und Kissen. Die Schlafzimmertüre war von innen verschlossen gewesen. Der Schlüssel steckte innen im Schloss und ein Flügel des zweiflügligen Schlafzimmerfensters stand offen, sodass also davon auszugehen war, dass der Täter über dieses offenstehende Schlafzimmerfenster an den Tadet gelangt ist und diesen Tadet auch wieder auf dem diesem Weg verlassen hat.

Doch warum musste Rosvita K sterben? Mosas Kollegen erhoffen sich erste Hinweise von der Obduktion der Leiche. Die Obduktion hat Tod durch Erwürgen ergeben. Erwürgen mit einer erheblichen Gewalteinwirkung, also einer erheblichen Intensität des Würgevorgangs. Zudem hat die Obduktion leider eine Vermutung bestätigt, nämlich dass Rosita auch das Opfer Sexeller gewollt geworden ist.

Weiter wurden bei der Obduktion verschiedene Hautdefekte, vor allem im Bereich des linken Armes, im Bereich der beiden Knie sowie im Bereich der rechten Hüfte ergeben. Zudem wurden eine Vielsa von Häatomen festgestellt. Dies ist eine Originalobduktionsskizze, die die Verletzungen zeigt. Unter einem Fingernagel von Rosvita wird außerdem ein Holzsplitter gefunden.

 Am Tatort stellt die Spurensicherung weitere Hinweise sicher, unter anderem einen Herrenkam. einen Schuabdruck und einen Fingerabdruck. Im Zuge der Spurensicherung wurde auf der Bettumrandung des Doppelbettes ein Fingerabdruck festgestellt, der weder dem Opfer noch dem persönlichen Umfeld des Opfers zuzuordnen war. Den Fingerabdruck scheint also Rosvitas Mörder hinterlassen zu haben.

 In der Umgebung des Tatorts können die Ermittler etliches weiteres Beweismaterial sichern. Hier wurde eine abgeschnittene Holzleiter aufgefunden. Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass diese Holzleiter von einer in der Nähe des Tatortes liegenden Baustelle stammte. Der bis dato unbekannte Täter hat also offensichtlich von der Baustelle diese Leiter entwendet, abgeschnitten und zum Einsteigen in den Tatals in das Schlafzimmer, das im Hochpartie liegt verwendet.

 Des weiteren wurde auf einer Wiese in der Nähe des Tatortes ein Damenslip aufgefunden. Auf einer Bettdecke, die am Tatort unter dem Fenster liegt, finden sich Urinspuren. Dafür haben die Ermittler noch keine Erklärung. Sie gehen damals davon aus, dass Rosvita K. dem unbekannten Täter im Bett überrascht und ermordet wurde. Es war natürlich so, dass aufgrund der Tatumstände der Spurensicherung der Gesamtsituation am Tadort in Verbindung mit den aufgefundenen Gegenständen davon ausgegangen werden musste, dass der Täter offensichtlich aus dem Bereich

unter Griffesbach stammt. Ein Fremder, so glaubt, die Gripo hätte nicht gewusst, wo sich eine Leiter zum Einsteigen befindet. Außerdem könnte nur ein Nachbar oder Bekannter wissen, dass hinter dem offenen Fenster Rosvitas Schlafzimmer liegt. und deshalb geraten jetzt so gut wie alle Männer aus dem kleinen Ort unter Verdacht.

 Es folgen gegenseitige Schuldzuweisungen und großes Misstrauen untereinander, sagt der Kommissar. Er konzentriert sich jetzt auf diesen Fingerabdruck. Wer aus dem kleinen Ort hat ihn am Tatort hinterlassen. Die Mordkommission bittet 2000 Männer aus Unter Griesbach zur freiwilligen Abgabe ihres Abdrucks. Gezwungen werden können sie aus juristischen Gründen allerdings nicht.

Die Aktion müsste aber leider nach ca. vier Wochen aufgrund der mangelnden Kooperationsbereitschaft der Bevölkerung abgebrochen werden. Es wären hier ca. Gut 2000 Männer in Frage gekommen, mal zwischen 16 und 60 und nur gut 800 haben ihre Fingerabdrücke abgegeben. Die damaligen Ermittler können den Fall nicht klären, obwohl sie sicher sind, dass der Mörder aus unter Griesbach kommt.

15 Jahre später, der Mord an Rosvita K ist immer noch ungeklärt. Mittlerweile ist Ulimosa Ermittler der Krippassau. Ihm sind ungeklärte Fälle, die sogenannten Cold Cases, ein besonderes Anliegen. Einerseits ist die Polizei natürlich zu rein objektiven Ermittlungen verpflichtet. Andererseits stand natürlich hier diese lange Ungeklärtheit und diese lange Ungewissheit der Bevölkerung unter Griesbach auch ein bisschen mit im Spiel.

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