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Wahre Verbrechen I Die Tote aus dem Nachtclub T – Part 2

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By sonds1
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1 1981 noch mal alleine loszugehen. Das war üblich und an diesem Abend, an diesem späten Abend traf sie offensichtlich auf den Täter. Am nächsten Morgen äh stellte die Mutter fest, äh Sparnheld ist nicht in ihrem Zimmer. Das war für sie sehr ungewöhnlich, weil äh sie das ihrer Mutter sonst auch mitgeteilt hätte. Und ähm es begann dann eine fast dreitägige Suchaktion äh bei der auch ein Hubschrauber zum Einsatz kam. Und am Morgen des 26.

äh August 1981 gegen 6:30 Uhr hat ein Zeuge die Leiche gefunden. 200S war komplett entkleidet mit Ausnahme von transparenten Kniestümpfen. Sie lag ca. 18 m von einer Kreisstraße in einem Wassergraben und sie wies massive Stichverletzungen auf. Später stellte sich heraus, es waren 63 Messerstiche, 44 davon in den Rücken, die übrigen frontal.

Eine Blutspur im Graben lässt darauf schließen, dass Swan Warnhild noch zu einem nah gelegenen Bauernhof flüchten wollte. Offenbar ist es ihr gelungen, selbstständig aus dem Graben zu kriechen. Sie muss dann aber aufgrund ihrer schweren Verletzungen zurück ins Wasser gerutscht sein. Am Tatort werden damals neben der Kleidung des Opfers auch ein Kelberstrick und ein weißer Kinderschal gefunden.

Gegenstände, mit denen der Täter sein Opfer gewirkt hat und die von ihm offenbar zurückgelassen wurden. Die Tatwaffe, aber das Messer fehlt. Die Polizei startet eine Öffentlichkeitsverhandlung, erfolglos. Niemand kann etwas zur Klärung des Verbrechens beitragen und auch die Ermittlungen im Umfeld der Toten bringen die Ermittler nicht weiter.

 Zahlreiche Männer werden überprüft, doch einen tatverdächtigen gibt es 1981 nicht. 27 Jahre später starten Brenner und Wieben einen neuen Versuch, den Mörder mit moderner Technik zu fassen. Sie setzen ihre Hoffnung in die DNA-Analyse und wollen wissen, welche Gegenstände von damals noch in den Kellern der Staatsanwaltschaft schlummern.

Wir haben ganz schnell festgestellt, dass viele Aerwate noch vorhanden sind oder waren insbesondere die Opferbekleidung. Ähm, die haben wir dann dem Landeskriminalamt Niedersachsen zugesandt, um diese noch mal nach DNA ähm Spuren oder anderen Spuren zu untersuchen. Äh, das haben wir dann auch getan und später haben wir dann auch die Mitteilung bekommen, dass am T-Shirt der ermordeten 200S eine vollständige DNA festgestellt worden ist.

Endlich gibt es eine erste Spur. Wieben und Brenner bitten alle Männer, die 1981 in den Fokus der Ermittler geraten waren, zur Speichelprobe. Doch einen Treffer gibt es nicht. Doch dann stößt Brenner in den Akten auf eine alte Tonbandkassette. Sie hält für die Ermittler eine Überraschung bereit. In diesen Aerwaten, die ja noch vorhanden war, bin ich dann auf eine Tonbandkassette gestoßen, so eine TDK90, wie wir früher kennen, wo wir Musik aufnehmen konnten vom Radio oder so ähnliches. Ähm musste erstmal Gerät

finden, um diese Kassette abzuspielen. Hatten wir zu der damaligen Zeit auch auch nicht bei der Polizei. Und letztendlich habe ich dann festgestellt, dass auf dieser Kassette ein Notruf verzeichnet ist, der bei der Polizei eingegangen war. Eine anonyme Hinweisgeberin äh teilte der Polizei mit, dass sie glaubt, wer für die Tat verantwortlich ist.

 Die Frau bringt einen gewissen Ferdinand H ins Spiel. Ein damals 21-jähriger Straßenarbeiter, der genau wie das Opfer Swaneld S in neuen Kirchen lebte. Bei den Ermittlungen hatte er bis dahin keine Rolle gespielt. Die Ermittler wollen mit ihm reden. Ich glaube, wir sind ehrlich. Wir haben uns nicht besonders viel von dieser Vernehmung versprochen, aber wir mussten ja irgendwo anfangen.

Und dann passierte was ganz Interessantes. Die Polizei legte ihm ein Lichtbild von Swan S vor. Ein ganz normales Fassfoto. Kein Leichenbild, kein Tatortbild, ein ganz äh unverbindliches, unverfängliches Foto. Und das führte bei Ferdinand har zu einer ganz starken körperlichen Reaktion.

 Er musste würgen und ähm ich weiß noch, wie es in den Akten stand. Man hielt ihm den Papierkorb hin, damit er sich dahin erbricht. Dazu kam es nicht, aber er zeigte eine unglaubliche körperliche Reaktion und das war natürlich Suspekt. Wenn sowas passiert, ähm ist das für mich schon ein Indiz, da stimmt irgendwas nicht. Ähm daraufhin, ich meine, das hätten wir jetzt auch ohne diese Reaktion gemacht, äh haben wir ihn gefragt, ob er freiwillig eine Speichelprobe abgibt.

 Das hat er dann gemacht. Ähm und die haben wir natürlich dann ganz schnell zum LKA geschickt. In seiner Vernehmung behauptet Ferdinand wand hier gar nicht zu kennen. Auch am Tatort sei er nie gewesen. Doch das Ergebnis der DNA-Analyse, das die Ermittler nur wenige Tage später erreicht, spricht eine andere Sprache. Die DNA, die am T-Shirt von Swantier gefunden worden war, stammt tatsächlich von dem Straßenarbeiter.

Er muss also, da sind sich die Ermittler sicher, am Tatort gewesen sein. Jetzt ist Ferdinand Ha kein Zeuge mehr, sondern Beschuldigter. Die Ermittler nehmen ihn fest. Er hat kaum mit uns gesprochen, hat immer den Kopf gesenkt, nach unten auf den Boden geschaut und das über eine lange Zeit ähm schon ein ungewöhnliches Verhalten für jemanden, dem man einen Morddelikt vorwirft mit einem Haftbefehl.

 Also es war sehr sicher, es war klar, er war am Tator. Und dann kamen diese beschuldigten Vernehmung, wo Ferdinand Ha uns in kürztmöglichster Weise versuchte zu erklären, wie seine DNA jetzt an den Tatort kam. Er berichtete uns dann, dass er an einer dieser Tatnächte, 200S lag ja insgesamt drei Nächte ähm mit seinem Auto dort vorbeigefahren sei.

 Er habe einen Mantel über einem Leitpfosten hängen sehen, das hätte seine Neugier geweckt. Er hätte angehalten, hätte einen Feldweg gesehen, sei dann neugierig in diesen Feldweg reingegangen und hätte dann ähm diesen Tatort entdeckt und letztlich das Opfer im Wassergraben liegen sehen. Und da könnte es sein, dass er da was angefasst hat.

 Wir haben uns jetzt überlegt, die Polizei und ich, was machen wir jetzt? In diesem Stadium reichte es vorne und hinten noch nicht für eine Anklage. Ja, wir haben uns dann überlegt, okay, ähm jetzt gehen wir einfach mal davon aus, dass was er uns erzählt, stimmt. Hat Ferdinand H die Leiche tatsächlich zufällig entdeckt? wurde die DNA, wie vom Bauarbeiter behauptet, bei einer beiläufigen Berührung übertragen.

Wieben und Brenner fassen den Entschluss, die Nacht, in der Ferdinand die Leiche gefunden haben will, zu rekonstruieren. Der Staatsanwalt will wissen, welche Wetterverhältnisse damals geherrscht haben und kontaktiert den deutschen Wetterdienst. Gemeinsam suchen die Ermittler nach einer Nacht, die der damaligen ähnelt.

Und jetzt muss man wissen, dieser ganze Tatort ähm ist nicht unmittelbar oder mittelbar beleuchtet. Da gibt’s keine Straßenlampen, da gibt es auch kein kein urbanes Gelände drumrum, was passives Licht abstrahlt. Also, das ist wirklich sehr einsam dort und wenn man kein Mondlicht oder Sternenlicht oder sonst irgendwas hat, dann ist es da sehr dunkel.

 Dann habe ich die Polizei gebeten, den Tatort genauso herzurichten, wie er damals anhand der Bilder für uns sich darstellte. Mit einer Schaufensterpuppe als Leiche, die ähm genauso dort in den Wassergraben gelegt wurde, wie Swan damals zum Liegen kam. Alles soll so aussehen wie damals. Anhand der alten Tatortfotos werden Kleidungsstücke verteilt, die denen von Swanheld S ähneln.

Über einen Leitposten hängen sie einen Mantel. Genau wie 1981, als Ferdinand hier vorbeigefahren sein will. Und dann warten die Ermittler auf die Nacht. Wir sind mit unseren hochmodernen Autos, also die viel moderner waren als das Auto von Ferdinand 1981 mit Xenon Licht sind wir da lang gefahren, diesen Mantel überhaupt nicht gesehen.

 Wir sind da drüber rausgefahren und irgendwann sagt einer Mensch, wir müssen noch schon längst drüber sein. Hat jemand ein Mantel gesehen? Nein, dann war das Auto abgestellt haben und gesagt, gut, jetzt versetzen wir uns wieder zurück in Ferdinand H. Der hat also den Mantel gesehen, hat Auto abgestellt, ist ausgestiegen.

 Jetzt standen wir da im Dunkeln, komplett dunkel. Und dann sagte er uns, dann ist er in diesen Feldweg reingegangen. Es war bei Nacht überhaupt nicht zu erkennen, dass da ein Weg ist. Haben wir gesagt, gut, nehmen wir jetzt auch mal als gegeben an. Wir sind dann also in diesen in diesen Trampelpfad reingegangen.

Wir wussten, ungefähr nach 18 m kommt der Tatort. Wir haben bewusst jetzt nicht Schritte gezählt, sondern wir wussten ungefähr, gut, jetzt muss es demnächst kommen. Wir haben nichts gesehen. Das war es war äh es war unheimlich, auch weil man nicht wusste, wo laufe ich gerade rein. Das war wie das Laufen in einem komplett dunklen Raum.

 Und irgendwann sagte ich dann so, jetzt ist gut, mach machen Sie das Licht bitte an. Äh, die Polizei hatte das mit Scheinwerfern alles vorbereitet. Wir haben den Tatort vorher auch nicht gesehen bei Helligkeit, ganz bewusst nicht, weil wir wollten uns ja ein eigenes Bild machen. Und dann gingen diese Flutlichter an, wir standen mitten in einem Tatort.

Ähm und das weiß ich noch wie heute. Da habe ich ja Brenner, den ermittelnd im Polizeibamen angeschaut und er schaute mich an und uns beiden war in dem Moment klar, er lügt. Wieben und Brenner sind sicher. Ferdinand H ist der Mörder von Swanhild S. Immer wieder verstrickt sich der Mann in Lügen und Widersprüche.

Und dann berichtet seine Lebensgefährtin, dass ich das Verhalten von Ferdinand seit den Ermittlungen im Fall Swaneld s stark verändert habe. Ja, im Laufe der Ermittlung haben wir festgestellt, dass Ferdinand H. eine intime Beziehung zu einer Prostudierten aus Bremerhafen geführt hatte. Bemerkenswert war die Aussage dieser Frau, dass wir nachdem wir Ferdinand vorgeladen hatten und die Speichelprobe entnommen haben, dass er gegenüber der Prostuierten, also seiner Freundin angegeben hatte, ähm dass er eventuell

jetzt länger eingesperrt werden muss. Ähm, er hat ja noch gefragt, wie lange das wohl dauern würde, bis so eine DNA Untersuchung ähm abgelaufen ist. Ähm, das war schon bemerkenswert. Letztendlich hat er wohl offensichtlich seiner Freundin signalisieren wollen. Ähm, die Frau habe ich umgebracht. 63 Messerstiche, viele davon in den Rücken.

 Eine Frage, die die Ermittler von Anfang an umtreibt, weshalb gibt es keine Abwehrverletzungen? Warum hat sich die junge Frau nicht gewährt, als der Mörder auf sie einstach? Eine Antwort erhalten Brenner und Wieben, als sie einen Brief in den alten Akten finden. Einen Brief verfaßt von Swani S, 3 Jahre vor dem Mord. Ein Brief von Spanheld S von 1978, den sie aus Amerika, einer Freundin, hier zu Hause schrieb.

 Und das möchte ich vorlesen, weil es einfach so so wichtig ist. Als wir in Kanada auf Urlaub waren, ging ich eines Abends harmlos und vertrauensvoll, wie ich bin, allein an einem See spazieren und wurde vergewaltigt. Er hat mich nicht verletzt. Ich wete mich nicht, weil ich weiß, dass viele Mädchen, die sich wehren und schreien, getötet werden.

 Und das war auch wieder so ein Aha Moment in den Ermittlungen, weil plötzlich konnte ich mir Warnheld es in dieser Situation sehr gut vorstellen als eine ganz ruhige, bedachte, kluge Frau, die sich überlegt, wie komme ich jetzt heil aus dieser Situation heraus? Und plötzlich wurde mir klar, warum diese Frau keine Abwehrverletzungen aufh geschehen lassen, was da geschah und wurde dann doch getötet.

Wieben und Brenner sind überzeugt davon, dass Ferdinand H der Mörder von Swanhild S ist. Neben den Widersprüchen und Lügen des Verdächtigen gibt es aus ihrer Sicht auch handfeste Beweise. Seine DNA am T-Shirt des Opfers. An einem Kälberstrick und einem Kinderschal, zwei Gegenständen, die der Täter zurückgelassen haben muss, wird ein Haar des Bauarbeiters entdeckt und ein DNA Fragment, das ihm mit hoher Wahrscheinlichkeit zugeordnet werden kann.

 Und dann ist da noch die Aussage der Lebensgefährtin, der er offenbar den Mord gestehen wollte. Wieben will den Mann anklagen, doch dann passiert etwas vollkommen unerwartetes. Dann lief es erstmal gar nicht gut für uns. Gar nicht gut bedeutet, ähm die Kammer, in dem Fall die zweite große Strafkammer des Landgericht Stade als Spurgericht hat äh meine Anklage also geprüft und hat den Haftbefehl aufgehoben.

hat gesagt, okay, wenn das alles ist, was die Staatsanwschaft hat, dann reicht das äh nicht mal für den Haftbefehl. Und im nächsten Schritt konsequent ähm haben Sie das haben sie einen sogenannten Nichteröffnungsbeschluss erlassen. Sie haben also das Hauptverfahren abgelehnt ähm äh zuzulassen und meine Anklage letztlich nicht zugelassen.

 Also, man könnte sagen, Klatsche. Für die Staatsanwaltschaft war es auch ein Stück weit. Also, wir wurden beide so von dieser Lawine überrollt. Ähm, aber ich habe bei Herrn Wemen sofort festgestellt, dass er dass es da Gegenwind geben wird und das beruhigte mich wieder ein bisschen, weil man muss dazu sagen, dass ähm da eine Menge Arbeit dran gehangen hat, was wir da durchgeführt haben, was wir da gemacht haben und letztendlich waren wir auch ein bisschen stolz und und auch sicher, dass wir den richtigen haben und auf einmal entscheidet ein Gericht äh wie

aus der Pistole geschossen äh in eine ganz andere Richtung. Das Gericht muss natürlich auch immer prüfen, ähm kann man einem Angeklagten [räuspern] dieses Verfahren zumuten? Staatsanwaltschaft könnte ja auch hingehen und xbeliebig jemanden anklagen und das Gericht muss dann prüfen, reicht das überhaupt? Ja, ich kann ja nicht einfach jemanden vor Gericht zerren.

 Ja, ist also auch die Aufgabe des Gerichts zu prüfen, die Verdachtslage ausreichen. Und das Landgerichtsta hat gesagt, nein, es reicht nicht. Es reicht noch nicht mal fürs Verfahren. Und das Oberlandesgericht Zelle hat das dann äh korrigiert, hat den Beschluss des Landgerichts aufgehoben und das äh Verfahren eröffnet vor der gleichen Kammer übrigens.

Es kommt zur Hauptverhandlung. Arne Wieben und Reiner Brenner legen alle Indizien auf den Tisch und schaffen es sogar, eine weitere Tatortbegehung gemeinsam mit den Richtern und dem Angeklagten zu organisieren. Und dann haben wir das Prozedere mit dem Ortstermin noch mal in vergleichbarer Weise durchgeführt.

 Diesmal hatten wir VW Busse von der Polizei dabei. Die Kammer Staatsanwaltschaft vertreten durch mich äh Verteidigung Angeklagter. Alle saßen da in ihren VW-Bossen und fuhren jetzt also diese Straße nach und machten sich jetzt einen eigenen Eindruck davon, ähm ob man diesen Mantel jetzt hätte sehen können oder nicht, ob man aufgrund des Mantels angehalten hätte, ob man dann in diesen Feldweg reingegangen wäre und ob man dann im Feldweg irgendwas gesehen hätte.

Für mich war es ein ähnlicher Aha Moment und offensichtlich für die Kammer ja auch, weil wenige Wochen später wurde er zu lebenslangehaft verurteilt, wobei dieser Ortstermin natürlich nur ein Teil dieser ganzen Indizienkette war. Am Ende ist auch die Kammer von der Schuld des Angeklagten überzeugt. Ferdinand H trifft in der Tatnacht zufällig aufs Vanche S.

Er zwingt sie in den Feldweg und bedrängt sie sexuell. Als er es mit der Angst zu tun bekommt, wieder erkannt zu werden, wirkt er sie und sticht 63 mal auf die 21-jährige ein. Er will sich ganz sicher sein, dass Wahnheld es tatsächlich tot ist. Deshalb wird er von den Richtern wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

    Oktober 1995 Bozen in Südtirol. In der Nähe des Bahnhofs befindet sich damals der Straßenstrich. An diesem Abend verabschiedet sich die 32 Jahre alte Heidi Niederbacher von ihren Kolleginnen. Sie habe noch eine Verabredung mit einem Erich. Ab diesem Zeitpunkt ist die Prostituierte spurlos verschwunden. Besorgt wenden sich zwei Kolleginnen an die Bereitschaftspolizei.

Die diensthabende Leiterin der Einsatzzentrale hat ein ungutes Gefühl. Sie informiert den Kripochef von Bozen, Dr. Alexander Zelger. Ich muss vorwegs schicken, dass Anzeigen bezüglich vermisste Personen ich nicht direkt bekomme. Die werden von einer anderen Abteilung außerhalb der Kriminalpolizei bearbeitet. Aber diese Inspektorin zierlich in der Figur, aber hart im Wesen, zäh im Wesen, gab nicht auf und sagte zu mir: “Dottore, le successo qualcosa? Ne sono sicura, herrelger, ich bin mir sicher, der ist was passiert.”

Die Ermittlungen konzentrieren sich zunächst auf den letzten Freier von Heidi Niederbacher. Doch die Kolleginnen hatten sich verhört. Erich heißt in Wirklichkeit ernst. Ernst Schrott. Hat der 51-jährige Landarbeiter etwas mit Heidis Verschwinden zu tun? Wir haben Recherchen durchgeführt, so vom Weiten kurze Ermittlungen und die war eben in den letzten Tagen, letzten Wochen und Monaten bereits mit einem öfters unterwegs.

 Ein komischer Typ, sehr komisch, der wohnt so in einer oder besser gesagt haust in einer Baracke äh äh an den Torn vom Bozen, also Richtung Brenner bei Azwang und wir vermuten stark, dass da was passiert ist. Die Ermittler wollen Ernstschrott auf den Zahn fühlen. eine sehr sehr sehr äh bescheidene Person, kaum mit Schulerfahrung, ein Tageslöer eigentlich nur, der hin und wieder bei Bauern Arbeit suchte und fand gerade noch so viel, dass er eben zum Essen zu trinken hatte.

Schrott lebt im Eisagtal in einem abgelegenen Holzstadel. In der Hütte gibt es weder Strom noch fließend Wasser. Die Ermittler treffen den Einzelgänger vor Ort an. Bereitwillig lässt Schrott sie ein. Was Sie dann sehen, verschlägt ihnen die Sprache. Wir konnten gar nicht glauben, dass ein Mensch das Erntsschrott hier leben konnte.

Das sah ja aus wie eine Müllhall, eine Müldeponie. schrecklich. Essensreste überall Dreck Plastik und dann noch diese verschmutzte Matratze. Als die Ermittler Schrott auf die verschwundene Heidi Niederbacher ansprechen, gibt er bereitwillig Auskunft. Und Ernst Schrott gab sofort zu. Ja, er kennt Heidi.

 Das war seine Freundin, hat er gesagt. Er wollte sie eigentlich heiraten. Ach so, aber wüsste nicht, sie ist plötzlich verschwunden, gaberan, er weiß auch nicht, wo sie ist. Unauffällig sehen sich die Ermittler in der vermühlten Hütte um. Sie entdecken ein zierliches Lederui. Während er diese Aussagen machte, merkte einem geschultes Auge ein zweiter Beamter, wie im Müll eine ja so ein ein lag, hob sie und war überzeugt, dass er vielleicht da irgendwelche Spur zur Niederbacher Heide findet.

Aber nein, nicht zur Niederbar Heide, sondern merkte, da stand ein Zettelchen mit einem anderen Namen von ein Namen zwar Petra Lunardi. Über Funk erfahren die Ermittler auch Petra Lunardi wird vermisst. Diezig Jahre alte Prostituierte ist seit Februar 1993 spurlos verschwunden, zwei Jahre vor Heidi Niederbacher.

Ich bat den zuständigen Staatsanwalt gleich um eine Hausdurchsuchung, denn ich erklärt ihm, das ist nicht nur komisch sonderbar, sondern ich glaube wirklich, der hat diesen zwei Damen was angetan. Sie sind zwar verschwunden, wir wissen nicht ist, sind sie tot, hat er sie irgendwo versteckt, denn da war sicherlich keine Zeit mehr zu verlieren.

Am Tag darauf stellen Beamte der italienischen Staatspolizei die Hütte von Ernst Schrott auf den Kopf. Und effektiv fanden wir dann weitere Gegenstände von der Niederbacher Heidi und sogar die alte kaputte Brille von der Lunar Petra auch ein Zeichen. Da ist was passiert, denn ohne ist es war eine dicke Brille, Seebrille.

 Ohne dieses dicke Seebrille konnte Peter Lunardi nicht mal einen Schritt machen. Noch reicht die Beweislage nicht aus, um Ernstschrott festzunehmen. Kommissar Zelger bestellt ihn trotzdem auf die Questour. Er will ihn befragen, zunächst als Zeugen. Da steht vor mir, eine kleinere Person. Von der Struktur her sah wir sofort ein Arbeiter se wie eine alte Eiche, nicht gepflegt, wenn nicht müssen wir fast sagen ungepflegt und es sah aus ganz schüchtern.

Zur gleichen Zeit läuft im Eisacktal eine groß angelegte Suche nach den Leichen der beiden Frauen an. Kommissar Zelger weiß, wenn die Beamten bis zum Abend nicht fündig werden, muss er Ernst Schrott wieder laufen lassen. Ich ließ ihn niedersetzen, begrüßte ihn, bedankte ich mich bei ihm, dass er Zeit hatte zu mir kommen und das soll bitte erzählen, was könnte mit diesen beiden Damen wohl passiert sein? Und ja, er entschuldete sich gleich und sagte, aber er hätte mit dem Verschwinden der zwei Damen nicht zu tun.

Und ich hatte diese Frage gar nicht mal gestellt. Die Vernehmung zieht sich über Stunden. Zäger und Schrott drehen sich im Kreis. Er betont, egal welche Frage ihm stellte, er sagt immer, er hat nichts zu tun mit dem Verschwinden. Und logischerweise, je öfters er das mir sagte, desto sicher war ich, dass er hingegen wohl hinter dem Verschwinden steht der zwei Damen.

Zger weiß, dass die Suche nach den toten Frauen bei Einbruch der Dämmerung abgebrochen werden muss. Er wechselt jetzt seine Strategie. Ernst kann es sein, dass vielleicht die Heidi und die Peter mit dir nicht nett waren, dass sie mit dir bess waren? Er schaute mich an auf den Boden runter wieder dann wieder hoch.

Er wollte mir sagen, wie denn willst du mir helfen? Du sagst ja die Wahrheit. Und der sagte, ja, der waren gemein mit mir. Der waren gemein mit mir. Sie haben allen versprochen, sie sei nett. Gehen mit mir aus. Ja, sie wollen heiraten und sobald die gezahlt haben, sind seid s weg gewesen. Zelger setzt jetzt alles auf eine Karte.

Ernst schau mir in den Augen sag jetzt versuche ich es mal ganz diplomatisch. Da hat mich den Kopf wieder hochgehoben, mir in den Augen geschaut, sag ernst, ich verspreche dir, dass du heute nicht ins Gefängnis kommst, wenn du mir sagst, wo wir sie finden können. Während ihm dies ich ihm dieses Versprechen machte, dachte ich mir, ja, spinn ich, was sage ich da? Das kann wohl nicht sein, wenn der mal sagt, er hat’s umgebracht, muss ihn ja festnehmen, ne? Da ich gleichzeitig, mir wird schon was einfallen.

Zellgaskalkül geht auf. Ernst Schrott beginnt auszupacken. Der Einzelgänger besitzt einen Kleintransporter, eine Ape, eine Biene, wie das Gefährt in Italien genannt wird. In dem winzigen Fahrerhaus kommt es im Februar 1993 zum Streit mit Petra Lunadi. Ich habe ihr das Geld gegeben und sobald ich hier das Geld gegeben habe, wollte es schon gleich abhauen und das war für mich zu viel.

Ich bin einfach nur so ausgefahren hat er mal erzählt und dann ist die Petra einfach ist sich vielleicht ist sie ohmächtig geworden, ich weiß nicht. Die Brille ist eben auf dem Boden gefallen und sie ist es hat nicht mehr geantwortet. Ernst Schrott gesteht, dass er den leblosen Körper von Petra Lunardi zu einer Brücke geschleift hat.

Sie führt über den Tiesener Bach, der im Februar 1993 wegen anhaltender Regenfälle Hochwasser führt. Ja. Hast du kontrolliert, ob sie noch atmet oder ob sie noch lebt? Nein. Ja, was hast du getan? Wie ein Sackkartoffel über die Brücke und im Reisenden Bach geschmissen. Der Tiesener Bach mündet kurz darauf in den Fluss Eissack.

 Zelger weiß, die Leiche wird nie wieder auftauchen. Ja, und die Heidi gedacht, jetzt muss man wenigstens sagen, was mit der Heidi passiert ist. Ja, mit der Heidi ist das gleiche passiert auch sie habe ich einer geschlagen. Ja, und hat gemeint, das war wohl zu fest und sie war gleich tot. Die Leiche von Heidi Niederbache will ernst Schrott im Flussbett des Finsterbachs bei Azwang mit schweren Steinen abgedeckt haben.

 Kommissar Zelger lässt Ernst Schrott zum Finsterbach bringen. Tatsächlich gelingt es, die Leiche der Frau zu bergen. Doch Kommissar Zelger ist noch nicht am Ziel. Ich hatte nicht vergessen, dass er ein Verbrecher war, aber ich hatte auch nicht mein Versprechen nicht einhalten wollen. Das gibt’s bei mir nicht. Nachdem Ernst Schrott in die Questour zurückgekehrt ist, greift der Kommissar zu einer List.

Dann ist man was eingefallen. Sag hab gedacht, jetzt musst du Theater spielen. Als Kripposchef musst du aber Theater spielen. Schau mal, ob der Ernstes versteht. Ernst? Wie geht es dir? Ernst war logisch in sich eingefallen. M haben nicht mal verstanden, was es ernst. wie geht es dir?” “Nicht gut.” Also nicht gut.

Und dann habe ich gemerkt, Moment, der versteht er versteht mich. Er weiß, dass ich ihm helfen will, nicht ins Gefängnis zu kommen. Heute Ernst? Ist er vielleicht wirklich schwindlig? Wird schlecht, drt dir der Kopf? dran dir der Kopf muss vielleicht umfallen jetzt und schon Lage auf dem Boden bewusstlos. So, das war der Grund.

 Also jetzt kann ich ihn zwar festnehmen, aber kommen nicht ins Gefängnis, sondern ins Krankenhaus. Ernstschrott wird 1996 im Fall Heidi Niederbacher wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von zinhalb Jahren verurteilt. Im Fall von Petra Lunardi reicht es ohne Leiche nicht zu einer Verurteilung. Obwohl Alexander Zelger und seine Leute alles gegeben haben, blieb ihr Tod ungesühnt.

 Ernst Schrott ist mittlerweile nicht mehr am Leben. Achtung, die Schilderung von Verbrechen in diesem Podcast sind teilweise explizit und können verstörend wirken. Diese Folge enthält extreme Gewalt, Mord und sexuelle Übergriffe und ist für Personen unter 18 Jahren nicht geeignet. Höre diese Folge nur, wenn du mit solchen sensiblen Inhalten umgehen kannst.

 Der Inhalt kann daher retraumatisierend wirken, insbesondere bei Personen mit posttraumatischen Belastungsstörungen. Dieser Podcast ist nicht für Kinder unter 14 Jahren geeignet. Jugendliche sollten von ihren Eltern begleitet werden. John Glover sah gut aus. Das konnte niemand bestreiten. Jedenfalls nicht in seiner Gegenwart.

Als Jugendlicher hatte er eine Vorliebe für Schlägereien entwickelt und das militärische Training hatte seinen muskulösen Oberkörper noch einschüchternder gemacht. Davon profitierte auch seine elegante Garderobe, die er in den örtlichen Tanzlokalen trug. Als der Mit sich seinen Weg durch den überfüllten Raum bahnte, stellte er sich vor, wie sich alle Frauen nach ihm umdrehten.

 Sie hatten sicher die Geschichten über ihn gehört, über seine Qualitäten im Bett. Glover verließ die Tanzfläche und ging ins Bad, um sich frisch zu machen. Nachdem er sich die Hände gewaschen hatte, überprüfte er seine Krawatte im Spiegel und vergewisserte sich, dass sein Hemd noch ordentlich in der Hose steckte. Er konnte es den Leuten nicht verübeln, dass sie ihn anstarten.

  Er musste einer der attraktivsten Männer hier sein. Glücklicherweise hatte er an diesem Abend eine der schönsten Frauen der Stadt an seiner Seite. Freder Nayer war eine preisgekrönte Schönheit, die in jeder Menge auffiel. und sie tanzte die ganze Nacht mit ihm. Zweifellos sahen sie zusammen gut aus.

Das bestreitet niemand. Aber die Leute sahen Glauber und Freder nicht wegen ihres Aussehens an. Nein. Was die Leute tuscheln ließ, war die Tatsache, daß sie Mutter und Sohn waren. Hallo, ich bin Max Spalek und ich bin Diane Helcher. Willkommen zu Serienkiller Mörder und ihre Geschichten, euer True Crime Podcast, der jeden Donnerstag neu erscheint.

Produziert wird unser Podcast von Bose Park Productions basierend auf einem Original von Spotify. Wir widmen uns den bekanntesten Serienkillern der Welt und erzählen ihre faszinierenden Geschichten. Vielen Dank für die vielen Kommentare und eure großartige Unterstützung in den letzten Wochen und Monaten.

 Unser Podcast ist kostenlos auf allen gängigen Plattformen verfügbar. Abonniert uns, damit ihr keine neue Folge verpasst und immer up to date bleibt mit den spannendsten Fällen. Heute geht es um das Leben und die Verbrechen von John Wayne Glover, dem australischen Granny Killer. Wir tauchen ein in seine Vergangenheit und finden heraus, was ihn zu einem der gefürchteten Serienkiller gemacht hat.

Heute beleuchten wir Glavas frühe Jahre in England und seine wechselhafte Beziehung zu seiner Mutter. Dann folgen wir ihm nach Australien, wo er sich niederließ und beobachten, wie sich seine Kleinkriminalität in Gewaltverbrechen verwandelte. In der nächsten Folge berichten wir über die schockierende Mordserie, die Sydney in Aufruhr versetzte und die Ermittler verzweifeln ließ.

Es liegt eine seltsame Ironie im Älter werden. Schließlich sollen es unsere goldenen Jahre sein. Doch so sehr wir uns ein langes erfülltes Leben auch wünschen, so paradox ist unsere Abneigung gegen den körperlichen Verfall. Wir wollen das Privileg haben, altzu werden, aber nicht die damit verbundenen Beschwerden ertragen.

Jeder Mensch geht anders mit den Begleiterscheinungen des Eltern werdens um. Die einen konzentrieren sich auf den Körper und wollen durch gesunde Ernährung und intensives Training fit bleiben. Andere achten mehr auf kosmetische Aspekte, Falten, Hautunreinheiten, Haarfarbe und dann gibt es diejenigen, die auf das älter werden extrem reagieren.

Natürlich glaubt niemand, dass es ihn jemals treffen wird. Sie werden nie alt, wie sollten sie auch. In der Jugend erscheint die Welt glänzend. Alles scheint erreichbar. So muss sich John Walter Glover als kleiner Junge gefühlt haben, als er seiner Mutter Freeder beim Friseur zusah, wie sie ihr blondes Haar auffrischte und es in Wellen legte.

Freder pflegte ihr gutes Aussehen wie einen Garten und drehte die Zeit durch regelmäßige Pflege sorgfältig zurück. Im Vergleich zu seiner Frau war Water Glover ein bescheidener Mann, der wenig von Eitelkeit hielt. Trotz des beträchtlichen Familienvermögens zeigte er keine Neigung, es auszugeben. Das passte Freeder überhaupt nicht.

 Sie hatten jung geheiratet und vielleicht von einer großen Zukunft mit dem Vermögen der Schwiegereltern geträumt. Aber Water fehlte der Ehrgeiz. Er war mit einem bescheidenen Leben zufrieden und das führte zu Spannungen. Der junge Glaver hörte seine Eltern oft streiten, nachdem er zu Bett gegangen war und irgendwann begann Freder sich anderswo nach Zuneigung umzusehen.

Mit ihren Freundinnen besuchte sie die örtlichen Tanzlokale und Paps. Dort lernte sie Clifford Nayor kennen. Er war etwa 15 Jahre älter als sie, aber im Gegensatz zu Walter und seiner Familie zögerte Clifford nicht sein Geld auszugeben, was Freeder wahrscheinlich erfrischend fand. Es war eine verlockende Aussicht auf die Erfüllung ihrer Träume.

1941 wurde die Versuchung des Was wäre wenn zu groß und Freder verließ Water. In ihrer Scheidungsklage beschuldigte sie ihn der Untreue und nannte sein Mangel an Ehrgeiz als Grund für ihre Abreise. Sie zog direkt zu Clifford und ließ ihren Sohn bei Walter zurück. Jahre später sprach John Walter Glover mit den Autorinnen Linsei Simpson und Sandra Harvey für ihr Buch Der Killer von nebenan Tod in einem australischen Vorort.

Er erzählte ihnen, daß er nach der Trennung von seiner Mutter gelernt hatte, unerwünschte Gefühle auszublenden, sie in einen kleinen Raum in seinem Kopf einzusperren, damit sie ihm nicht weh tun konnten. [räuspern] Eine solche Verdrängung führt oft dazu, dass die unerwünschten Gedanken noch häufiger auftauchen.

 Indem Gelver die Gedanken beiseite schob, konnten seine schlimmsten Gefühle länger anhalten, als wenn er sich ihn direkt gestellt hätte. Von außen konnte natürlich niemand erkennen, was in Glava vorging. Trotz seiner stoischen Fassade vermisste er Fredr und genoss jede Gelegenheit, sie zu sehen. Im Gegenzug entwickelte er Groll gegen seinen Vater, den er für Freeders Weegang verantwortlich machte.

 In seinen Augen war Walter ein Versager. Freeder dagegen eine Gewinnerin. Sie wusste, wie man überlebt. Diese Idealisierung seiner Mutter könnte Glaver dazu veranlasst haben, selbst den Grundstein für ein erfolgreiches Leben zu legen. Nach der Schule begann er eine Lehre bei dem örtlichen Elektriker, der ihn als höflich, fleißig und enthusiastisch empfand.

 Doch obwohl Glaub nach außen hin all diese Eigenschaften verkörperte, war er auch ein Dieb. Wenn er in fremden Häusern arbeitete, nutzte er jede Gelegenheit, um Bargeld aus Kommoden oder Kunstgegenstände aus Regalen zu stehlen. Auch aus der Werkstatt seines Chefs entwendete er gerne Werkzeuge. Am Ende des Tages brachte der Jugendliche Sachen zu Freder und zeigte ihr die schönen Dinge, die er erbeutet hatte.

 Sie fragte nie nach der Herkunft und schlug sogar vor, einige der schönsten Stücke in ihrem Haus auszustellen. Trotz Freeders stillschweigender Billigung seiner kleinen Diebstehle kam Glover nicht lange damit durch. Anfang 1947 wurde er von der Polizei mit der Verbrechenserie in Verbindung gebracht. Bei der Untersuchung seines Zimmers fand man eine Sammlung gestohlener Schätze, Bargeld und Werkzeuge.

Als er im März vor Gericht erschien, erhielt Walter Glover die Auflage, seinen 14-jährigen Sohn von weiteren Straftaten abzuhalten und den Opfern 35 Schilling Entschädigungen zu zahlen. John Glover selbst wurde auf Bewährung freigelassen und soweit bekannt hielt er sich daran. Die nächsten Jahre vergingen ohne besondere Vorkommnisse, während er zu einem jungen Mann heranwuchs.

Allerdings hatte Glava nur wenige Freunde, was für sein ganzes Leben charakteristisch war. Trotzdem ging er oft ins Kino oder in Tanzlokale. Er verbrachte auch Zeit mit Gewichtheben, um seinen Körper zu formen. Die neuewonnen Muskeln gaben ihm Selbstvertrauen und er ließ sich gelegentlich auf Raufereien ein.

 Es gefiel ihm, seine Kraft in Aktion zu erleben. Er wollte auch seine Unabhängigkeit beweisen. Mit 17 Jahren zog er von Freder in eine Pension, die einer Freundin von Freder gehörte. Laut Glover ließ ihn die Vermieterin die Miete mit sexuellen Gefälligkeiten bezahlen, wobei der Wahrheitsgehalt dieser Aussage fraglich ist.

 Glover neigte zur Pralerei. Die Situation in der Pension hielt nicht lange an. Nach etwa 9 Monaten konnte er die Miete nicht mehr bezahlen. Offenbar waren sexuelle Gefälligkeiten keine Option mehr und musste zu Freer zurückkehren. Mit nur 17 Jahren muss es für Glava Demütigend gewesen sein, gleich an der ersten Hürde des erwachsenen Lebens zu scheitern.

 Doch mit 18 bekam er die Chance auf einen Neuanfang, als er für zwei Jahre zum Militärdienst eingezogen wurde. Als der Einberufungsbefehl eintraf, war Glover bereit und aufgeregt. Er konnte es kaum erwarten, Willen Hall zu verlassen, damit sein wahres Leben beginnen konnte. Anfang 1951 kam John Glover nach Lincoln im Osten Englands.

 Er war bereit, seinen Dienst bei der 62. schweren Flugabwehreinheit der Royal Artillery anzutreten. Nach einer Jugend, in der er meist zwischen verschiedenen Familienmitgliedern hin und her pendelte, war die Armee für den 18-Jährigen eine willkommene Abwechslung. Die Kameradschaft, die Routine und die Disziplin in seinem neuen Leben gefielen ihm.

 Besonders gefiel ihm, daß ich niemand für seine Vergangenheit, seine zerrüttete Familie oder seine berechnende Mutter interessierte. Obwohl er Freder einst vergöttert hatte, war sein Verhältnis zu ihr in den letzten Jahren abgekühlt. Vielleicht störte es ihnen, dass sie ihren zweiten Mann betrog, oder er war verbittert, weil sie seine jüngeren Kinder bevorzugte.

 Jedenfalls verschwendete er kaum Tinte, um ihr zu schreiben. Aber er hatte seine Vergangenheit nicht hinter sich gelassen. Im Mai 1952 musste er 4 Pfund Strafe zahlen, weil er einen Mantel aus einem Soldatenclub gestohlen hatte. Im Dezember wurde er mit einigen Kameraden bei einer Spritztour in einem fremden Auto erwischt. Mit diesen beiden Flecken in seiner ansonsten markellosen Akte beendete er seinen Dienst und kehrte nach Willenhall zurück. bereit für einen neuen Anfang.

Zu dieser Zeit war Freders zweiter Mann verstorben und sie verdiente ihren Lebensunterhalt mit einem Weingeschäft. Das machte es ihr leicht, für ihren Sohn eine Stelle als Weinverkäufer zu finden. Die Zeit in der Armee hatte ihn gestärkt und er machte eine stattliche, etwas einschüchternde Figur.

 Das Auffälligste an ihm waren jedoch seine Stimmungsschwankungen. In einem Moment war er düster, im nächsten strahlend und lachend. Außerdem hatte er eine gewisse Eitelkeit entwickelt, die wahrscheinlich durch die Jahre mit seiner Mutter geprägt worden waren. Zu seinem 21. Geburtstag im November 1953 schenkte Freder ihm 21 Pfund.

 Das entspricht heute etwas mehr als einem durchschnittlichen Wochenlohn in Großbritannien. Ein großzügiges Geschenk, mit dem er sich ein finanzielles Polster hätte schaffen können. Stattdessen fuhr er am nächsten Tag nach London. Dort gab er den größten Teil seines Geburtstagsgeschenks für Kleidung aus.

 Er kaufte sich einen Wollmantel, der zwischen den weniger modisch gekleideten in Willenhall auffiel. Elegant gekleidet, besuchte er gerne die örtlichen Tanzsäle, allerdings nicht, um Frauen seines Alters kennenzulernen. Warum auch, wenn er seine Mutter als Tanzpartnerin hatte. Niemand in der Stadt war so gut gekleidet wie die beiden und sie zogen alle Blicke auf sich, wenn sie gemeinsam das Tanzbein schwangen.

 Ob es an ihrem guten Aussehen lag oder daran, dass der Muttersoohn Jittebuck etwas seltsam war, darüber lässt sich streiten. Doch trotz eines anständigen Jobs und einer willigen Tanzpartnerin wurde er unruhig. Er holte sich seinen Kick durch Diebstehle, wann immer ihm danach war, aber das reichte nicht aus, um sein Verlangen nach Meer zu stillen.

Als er in der Zeitung eine Anzeige für Busfahrer in Australien sah, war sein Interesse geweckt. Für 10 Pfund kaufte er sich ein Schiffsticket und stag am Weihnachtstag 1956 in See. Als er in Melbourne ankam, wurde er der Linie 69 zugeteilt, was ihn amüsierte. Vielleicht inspiriert durch die Liniennummer, begann er damit zu pralen, was für ein ausgezeichneter Liebhaber er doch sei.

 So außergewöhnlich er im Bett offenbar auch war, beruflich beeindruckte er niemanden. Er meldete sich häufig krank. Seine Abrechnung stimmten oft nicht und nicht selten erschien er betrunken zur Arbeit. Daraufhin entließ ihn das Melbourne Metropolitan Tramways Board nach dreieinhalb Monaten. Eigentlich war es ein zwei Jahresvertrag.

 Eine so schnelle Kündigung war also alles andere als optimal. Doch der imager ließ sich von der harten Realität nicht beirren und hielt an der Fassade seines wunderbaren Neuanfangs fest. Später im Jahr schickte er zwei Fotos nach England. Auf einem posierte er wie ein Westernfilmstar. Seiner filmischen Inspiration folgend legte er seinen zweiten Vornamen Walter ab und ersetzte ihn durch Wayne.

Was auf den ersten Blick wie eine unbedeutende Entscheidung aussieht, könnte tiefere Überzeugungen widerspiegeln. Wer seinen Namen ändert, verrätt seine Persönlichkeit und seine Wünsche. Soziologen haben in einer Studie darauf hingewiesen, dass unsere Namen anderen und uns selbst signalisieren, wer wir sind.

 Wir können also davon ausgehen, dass er den Namen seines Vaters Walter ablegen wollte, den er als schwach empfand. Stattdessen wählt er einen Namen, der mit der Stärke und Männlichkeit von John Wayne, dem Star unzähliger Western assoziiert wird. Die Namensänderung war für ihn definitiv eine Art Neuanfang, wenn auch nicht so ausgeprägt wie für andere, eine Art Wiedergeburt in seiner neuen Heimat.

Mit seinem neuen Namen und seinem selbstgeschaffenen Ruf als Verführer gelang es ihm, eine junge Frau als Freundin zu gewinnen. Seine damaligen Mitbewohner bemerkten jedoch sein besitzergreifendes Verhalten ihr gegenüber und vermuteten, dass er gewalttätig werden könnte. Beweise dafür gibt es jedoch nicht. Natürlich konnte auch eine Freundin Glavers Angebereinig zügeln.

 Er erzählte den Leuten, dass er nebenbei noch zwei andere Frauen habe. Ob [räuspern] man ihm das glaubte, steht auf einem anderen Blatt. Aber zumindest in seiner Fantasie war er ein Frauenheld, der seinen Hollywood Namen alle Ehre machte. Zusätzlich dazu, daß seine Mitbewohner ihn für Gewalt tätig hielten, beobachteten sie ihn eines Nachts, wie er durch die Nachbarschaft schlich, über Zäune kletterte und durch Fenster späte.

Als sie ihn zur Rede stellten, stritt er alles ab, obwohl sie ihn mit eigenen Augen gesehen hatten. Sein einziger Blick erstickte weitere Fragen im Keim. Obwohl die Menschen in seiner unmittelbaren Umgebung einige Warensignale bemerkten, gelang es Glover in seinen ersten Jahren in Melbourne unauffällig zu bleiben.

 Schließlich [räuspern] machte er seinen LKW-Führerschein und fand eine Anstellung bei der Australian Broadcasting Corporation, wo er Geräte transportierte und aufbaute. Der öffentliche Dienst in Australien war im Allgemeinen gut bezahlt, so dass er ein ordentliches Gehalt erhalten haben muss.

 hielt ihn aber nicht davon ab, bei jeder Gelegenheit Fernsehgeräte zu stehlen. Er konnte einfach nicht anders. Dieser Mangel an Impulskontrolle schlug 1962 in Gewaldum. Im September hatte der 29-jährige Glover einen heftigen Streit mit seiner Freundin. Frustriert ging er spazieren. Seit seiner Kindheit hatte er seine Gefühle unterdrückt.

 Doch in dieser Nacht brach alles auf erschreckende Weise aus ihm heraus. Irgendwann während seines Spaziergangs bemerkte Glaub die 73undz-jährige Myts, die von ihrem Auto zu ihrer Haustür ging. Etwas regte sich in ihm und er beschloss, dass sie ihre Haustür nicht erreichen sollte. Er warf sie zu Boden und wirkte sie, bis sie das Bewusstsein verlor.

 Als sie bewusstlos war, schob er ihren Rock hoch, zog ihr die Unterwäsche aus und warf sie in die Dunkelheit. Was er als nächstes vorhatte, können wir nur vermuten, denn als Glaub Stimmen hörte, rannte er davon und ließ Mytel mit dem Gesicht nach unten auf dem Bürgersteig liegen. Nach seinen Aussagen gegenüber den Autorinnen Lindsei Simpson und Sandra Harvey fühlte er sich danach seltsamerweise besser.

 Der Angriff auf Mytel hatte ihn beruhigt, doch die Ruhe war nur von kurzer Dauer. Er war entkommen, bevor ihn jemand gesehen hatte, aber Mytal war noch am Leben. Wenn sie ihn identifizieren könnte, würde ihm eine schwere Anklage drohen. Mt brauchte einen Monat, um sich von dem Angriff zu erholen, der Verletzungen an Hals, Kehle und Rippen hinterlassen hatte.

 Da sie den Täter nicht beschreiben konnte, war es den Ermittler nicht möglich, ihn zu verhaften. Das bedeutet auch, dass Glaver ungestraft davon kam, mit einem gefährlichen neuen Ventil für seine aufgestauten Gefühle. Knapp einen Monat später ließ er seiner Wut erneut freien Lauf. Am 4. Oktober führte ein erneuter Streit mit seiner Freundin zu einer nächtlichen Fahrt durch die Stadt.

Es ist unklar, ob er in dieser Nacht gezielt nach einem Opfer suchte, aber als er eine junge Frau allein gehen sah, fasste er einen Plan. Glaub parkte und folgte Valbert zu Fuß. Sie war viel jünger als Mörtle und hatte wahrscheinlich ein besseres Gehör. Als sie den seltsamen Verfolger hinter sich bemerkte, rannte sie los.

 Er wollte sie nicht entkommen lassen und stürzte sich auf sie. Doch er hatte nicht mit ihrer Gegenwehr gerechnet. Obwohl er deutlich stärker war, drehte sich Well und schrie. Er hatte nur wenige Sekunden Zeit, um sie zu Boden zu bringen und ihr die Kleider vom Leib zu reißen. Doch ihr lauter Schrei machte ihm klar, dass er verschwinden musste.

 Er sprang auf und brachte sich in Sicherheit in der Hoffnung, sein Auto zu erreichen, bevor Hilfe eintraf. Glava hatte Wall und offensichtlich auch die Hilfsbereitschaft der Nachbarn unterschätzt. Sie eilten herbei und riefen die Polizei. Sie durchsuchten die Gassen, bis sie Glaub fanden und auf die Wache brachten. Der zuständige Ermittler war von Glavers Gelassenheit irritiert.

 Der 29-jährige gestand den Angriff und erklärte, er habe Well angegriffen, weil er schlechte Laune gehabt habe. Der Ermittler sagte später, sei überzeugt, dass Glaub Val getötet hätte, wenn sie nicht geschrienen hätte. Aufgrund der Art des Angriffs und Glavers merkwürdiger Gemütsverfassung waren sich die Ermittler sicher, dass Well nicht sein erstes Opfer war.

 Dieser Verdacht führte schnell zu einer Verbindung mit dem Überfall auf Mytalle Insige Wochen zuvor. Bei der Durchsuchung seines Zimmers im Wohnheim fanden die Beamten ein Sammelsurium gestohlener Gegenstände, die größtenteils bei Arbeitseinsätzen entwendet worden waren. Daraufhin wurde er wegen vier Fällen von Körperverletzung und vier Fällen von Diebstahl angeklagt.

Er verbrachte die nächsten zwei Monate im Gefängnis. Im Dezember bekannte er sich in allen Anklagepunkten schuldig und der Richter verhängte ein mildes Urteil. 5 Jahre auf Bewährung. die Auflage, sich in psychiatrische Behandlung zu begeben und strenge monatliche Bewährungsgespräche. Danach musste er sich eine neue Wohnung und einen neuen Job suchen.

 Aber glücklicherweise war er an Neuanfänge gewöhnt. Er fand schnell ein Zimmer in einer Pension im Stadtteil Turck und begann Fernseher in der Stadt zu installieren. Doch die Eingewöhnung in den neuen Alltag war vielleicht nicht das einzige, was ihn in dieser Zeit beschäftigte. Bis heute gibt es offene Fragen zu Glovers Aktivitäten während seiner ersten Jahre in Melbourne.

 Es gibt mehrere Morde, die ihm zugeschrieben werden, obwohl er nie offiziell damit in Verbindung gebracht wurde. Der erste Fall ereignete sich im März 1963. Die 62-jährige Irene Kittle war eine erfolgreiche Bridge Spielerin, die von ihren Freunden als sanfte Frau beschrieben wurde. Als sie erstochen in einer Gasse in der Nähe ihrer Wohnung in Winster aufgefunden wurde, war die Öffentlichkeit schockiert.

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