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Wahre Verbrechen I Der Fluch der Familie I True Crime Dokumentation T – Part 2

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By sonds1
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 Mit seinem Leben, seiner Psyche und seinen Taten. Serienkiller Mörder und ihre Geschichten. Ein Spotify original von Podcast. Heute sprechen wir über John Reginald Christie, einen englischen Serienkiller, der London in den 1940er und 50er Jahren terrorisierte. In dieser Folge befassen wir uns mit Christ normalen und doch sehr traurigen Kindheit und mit seiner Entwicklung vom Kleinminellen zum Mörder.

Im zweiten Teil geht es dann um Christ’s brutale Mordserie, die ihm den Namen The Monster of Rillington Place einbrachte. John Christie wurde 1899 als sechstes von sieben Kindern in Halifex geboren. Im Vergleich zu seinen Geschwistern soll er besonders unscheinbar gewesen sein, aber das machte nichts, denn er bekam genauso viel Liebe und Zuneigung wie die anderen, zumindest von seiner Mutter.

Mary Christie war zärtlich, sensibel und rücksichtsvoll. und alle in der Nachbarschaft liebten sie. Mary war so beliebt, dass häufig Freunde und Freundinnen und Bekannte vorbeikamen, wenn sie Rat oder einfach nur ein liebes Wort brauchten. Ihr Ehemann war jedoch das genaue Gegenteil. Ernest Christie war besessen von Ordnung und Disziplin und er war sehr reizbar.

Seine Kinder hatten schreckliche Angst vor ihm und er bestrafte sie oft mit Schlägen. Auch Christie sagte rückblickend, dass er in permanente Angst vor seinem Vater gelebt habe. Ansonsten war Ernest ein viel beschäftigter Mann. Er war Mitglied der Ambulance Brigade von Halifax, Gründungsmitglied der Conservative Association und ehrenamtlicher Schatzmeister der örtlichen Social League.

Obwohl es keine offenen Zuneigung zwischen den beiden gab, verehrte Christie seinen Vater mindestens genauso sehr, wie er ihn fürchtete. Für den kleinen Jungen verkörperte Ernest Erbarkeit und Erfolg und Christie hoffte immer, dass der strenge Patriarch mit seinem Benehmen zufrieden sein würde. Dann im März 1911 passierte etwas, das als früher Hinweis auf Christ anmales Verhältnis zum Tod gewertet werden könnte.

  Sein Großvater starb und wurde vor der Beerdigung aufgebart. Auch der elfjährige Christie sah den Toten und die Erfahrung hatte eine enorme Wirkung auf ihn. Er war jedoch nicht traurig oder verstört. Stattdessen soll ihn der Anblick mit einer tiefen Ruhe erfüllt haben. Es soll fast wie eine Art Erleuchtung gewesen sein. Man glaubt, dass dieses Erlebnis eine Faszination für Leichen in Christi ausgelöst haben könnte.

 Ein ehemaliger Schulkamerad sagte später, daß Christie oft auf den Friedhof gegangen sei. Dort habe er besonders gern durch die Spalten in der Kinderkruft gespielt, durch die man die Kleinen Serge sehen konnte. Christys Kindheit war aber nicht nur von morbiden Vorlieben und einem schwierigen Vatersohnverhältnis geprägt.

 Seine Familie engagierte sich stark in der Kirchengemeinde. Christie ging in die Sonntagsschule, sang im Chor und machte beim Kirchentheater mit. Er war auch bei den Pfadfindern und bekam ein Abzeichen für erste Hilfe. Aber trotz dieser Aktivitäten schien Christie eine relativ einsame Kindheit gehabt zu haben.

 Er machte Sport und verstand sich gut mit anderen Kindern in der Schule. Echte Freundinnen oder Freunde hatte er aber nicht. Seine Klassenkameraden sagten später, daß er ein durchschnittlicher Junge gewesen sei, der sich von anderen ferhalten habe. Das könnte einer der Gründe dafür gewesen sein, warum Christie die Schule nicht abschloss.

1913 brach Christie mit 14 die Schule ab, um arbeiten zu gehen. Er war sowieso nie ein besonders guter Schüler gewesen und er wollte endlich Geld verdienen. Wahrscheinlich hoffte er auch, dass er bei der Arbeit endlich Freunde finden würde. Am Ende fing er jedoch ausgerechnet als Filmvorführer in einem Kino an, was bedeutete, dass er viele Stunden allein im Projektraum verbrachte.

Obwohl es einsamer Job war, arbeitete Christie mehrere Jahre im Kino. Während dieser Zeit machte er auch seine ersten sexuellen Erfahrungen. In Halifex gab es eine sogenannte Lovers Lane, in der sich viele Jugendliche Knutschen und manchmal auch zum Sex trafen. Man hatte dort auf jeden Fall seine Ruhe. Als Christie ein Date mit einem Mädchen in seinem Alter hatte, wußte er also sofort, wo er mit ihr hingehen musste.

Der Abend soll für beide aber nicht besonders gut gelaufen sein. Christie war unerfahren und obwohl nicht bekannt ist, was genau das Problem war, scheint es so gravierend gewesen zu sein, dass das Mädchen sich über ihn lustig machte. Zum Sex kam es jedenfalls nicht. Christ Date erzählte all ihren Freundinnen und Freunden von dem verpatzten Abend und es dauerte nicht lange, bis Christie von den anderen Teenagern ausgelacht und aufgezogen wurde.

 Sie gaben ihm auch peinliche Spitznamen wie Can’t do it Christie. Der H und die Bloßstellung machten Christi schwer zu schaffen. Es war ein Tiefschlag für sein sowieso schon fragiles Ego und in den Jahren danach entwickelt er eine starke Abneigung gegen Frauen. Eine Abneigung, die ihn nie wieder losließ. Auch sein Verhältnis zu Sex verschlechterte sich rapide.

 Er hatte das Gefühl, dass etwas bei ihm nicht stimmte und ihm fehlten die Erfahrung und das Selbstvertrauen, die ihm wahrscheinlich erlaubt hätten, all den Spott nicht so ernst zu nehmen. Christie war so verunsichert, dass er verzweifelt nach etwas suchte, das für Männlichkeit und Stärke stand. Er meldete sich schließlich zum Militärdienst, was er vielleicht auch tat, um aus Halifax herauszukommen.

Die Flucht vor seinen Problemen führte Christie jedoch direkt an die Front. Der erste Weltkrieg war in vollem Gange und schon kurze Zeit später fand sich John Reginald Christi in der blutigen Hölle der Schitzengräben wieder. Im Militär änderte sich Christen schlagartig. Er hatte mehr Verantwortung und natürlich waren seine Aufgaben auch mit hoher Lebensgefahr verbunden.

Es war aber nicht die einzige bedeutende Veränderung. Man weiß nicht genau, wann es passierte, aber 1916 oder 17 hatte Christie zum ersten Mal Sex. Dabei ist aber nicht so entscheidend, dass er seine Jungfreulichkeit verlor, sondern wie. Christie hatte sein erstes Mal mit einer Sexarbeiterin.

 Die Frau arbeitete wahrscheinlich in der Nähe des Ausbildungslagers, in dem Christi stationiert war. Dazu muß gesagt werden, dassß es damals nicht so ungewöhnlich war, daß junge Männer ihren ersten Sex mit Sexarbeiterinnen hatten. Aber die Erfahrung veränderte Christie. Er war danach wie besessen von Sexarbeiterinnen.

Und wie seine generelle Verachtung für Frauen ließ ihn diese Besessenheit auch nie wieder los. Es ist wahrscheinlich, daß Christie sich besonders zu Sexarbeiterinnen hingezogen fühlte, weil sie keine Ansprüche stellten. Im Gegensatz zu dem ersten Mädchen, mit dem er intim wurde, lachten sie nicht über ihn und seine vermeintlichen Unzulänglichkeiten.

Bei ihnen fühlte sich Christie wahrscheinlich zum ersten Mal als starker und potenter Mann. Und selbst wenn etwas schiefging, wussten sie es immer in ein positives Licht zu rücken. Im Ausbildungslager ging es der Wald schlag auf Schlag, bis Christie bereit für die Front war. Im April 1918 kam Christi nach Frankreich, um gegen die Deutschen zu kämpfen.

Sein Einsatz war aber nur von kurzer Dauer. Nach knapp zwei Monaten wurde Christiem Giftgasangriff verletzt. Man weiß nicht, wie schwer seine Verletzung waren, aber es muss so schlimm gewesen sein, dass ein weiterer Einsatz unmöglich war. Er verbrachte einige Zeit in Lazaretten, bevor er Ende August zur Genesung nach England zurückkehrte.

Während seiner Genesung konnte Christie nicht sprechen. Seine Stummheit hatte entweder unmittelbar mit der Verletzung zu tun oder mit seinem Trauma. Er behauptete auch, daß er eine Zeit lang blind gewesen sei, was Krankenberichte aus der Zeit aber widerlegen. So oder so, Christzung und der frühe Abzug von der Front machten seine Hoffnungen zu nichte, als Kriegsheld zurückzukehren und seinen alten Ruf vergessen zu machen.

 Hinzu kamen die Spätfolgen des Einsatzes, die seinen Alltag massiv beeinträchtigten. Als er nach England in die Kaserne zurückkehrte, benahm er sich seltsam, sogar für seine Verhältnisse. Er war immer ein Einzelgänger gewesen, aber jetzt kam auch noch hinzu, dass er nicht sprechen konnte. Er konnte sich nur noch mit Block und Bleistift verständigen.

 Sein Trauma zeigte sich aber auch in anderen Bereichen. Am 31. August 1919 verpasste der 20-jährige Christie eine obligatorische Parade. Es war kein schlimmes Vergehen, er musste aber trotzdem für eine Weile in Hausarrest. Er durfte die Kaserne nicht verlassen, aber schon kurz darauf brach er aus und blieb zwei Tage lang verschwunden.

[räuspern] Als Folge des Verstoßes wurden ihm 18 Tage Sold gestrichen. Die Schwere der Strafe ist hier aber nicht der Knackpunkt. Viel bemerkenswerter ist der Regelbruch an sich. Es war absolut untypisch für Christie. Er hatte so hart daran gearbeitet, sich neu zu erfinden. Abgesehen davon stand es im Widerspruch zu seinem Ziel zu beweisen, dass er ein mutiger und achtbarer Mann war.

Am Ende war der Vorfall aber kaum der Rede wert und im Oktober 1919 wurde Christi voller Pension aus dem Dienst entlassen. Doch anstatt die Gelegenheit für einen Neustartat zu nutzen, machte Christi weiter, wo er aufgehört hatte. Er ging zurück nach Halifeifex und zog wieder bei seinen Eltern ein.

 Er nahm sogar seine alte Arbeit als Filmvorführer im Kino wieder auf. Es sah so aus, als würde Christ’s Leben rückwärts laufen, bis er 1920 eine Frau namens Ethal Simpson kennenlernte. Wie Christie hatte die 22-jährige Efe keine herausstechenden Eigenschaften. Sie stammte aus bürgerlichen Verhältnissen und arbeitete in einem Einstiegsjob.

Im Gegensatz zu Christie, der nicht besonders gut aussehend war und schlecht sitzende Anzüge trug, war sie aber ziemlich attraktiv. Ihre Verbindung war daher nicht gerade selbstverständlich. In Großbritannien war die Auswahl an jungen Männern zu dieser Zeit jedoch begrenzt. Viele waren im Krieg gefallen und von denen, die zurückgekommen waren, litt ein Teil unter posttraumatischem Stress.

 Es ist daher möglich, daß Christie für Ether die beste Option war, die sie finden konnte, selbst wenn er nicht sprach. Christie sagte später, daß er sie mit Schreibblock und Stift umworben habe und dass sie schnell gelernt habe, Lippen zu lesen. Christie und Efe heirateten nur wenige Monate, nachdem sie sich kennenlernten. Bei der standesamtlichen Hochzeit waren aber keine Familienmitglieder dabei, was ein Zeichen dafür sein könnte, dass ihre Eltern gegen die Verbindung waren.

Und anders als bei seinen Geschwistern wurde Christys Hochzeit nicht in der Lokalzeitung erwähnt. Trotz der schwachen Reaktion auf ihre Verbindung zog das Paar zusammen und für Christie ging es langsam Berg auf. Er schien zum ersten Mal in seinem Leben jemandem zu haben, der ihn auf positive und stabilisierende Weise beeinflusste.

Etel liebte ihn bedingungslos, ohne ihn zu verurteilen oder ihm die Zuneigung zu entziehen. Leider schien sich diese Zuneigung nie körperlich zu manifestieren. Seiner eigenen Aussage zufolge hatten sie vor der Heirat gar keinen Sex und danach nur sehr selten. Woran das lag, es ist nicht genau bekannt. Es könnte mit Christ alten Versagensängsten zu tun gehabt haben.

Wenn das so war, beschränkten sie sich aber nur auf seine Ehe. Wenn er Affären hatte oder zu Sexarbeiterinnen ging, was er nach wie vor oft tat, hatte er keine Probleme. Seine mutmaßliche Impotenz zeigte sich anscheinend nur, wenn er in Beziehungen war und wenn Gefühle im Spiel waren, die über reinen Geschlechtsverkehr hinausgingen.

Oder mit anderen Worten, wenn er mit Frauen zusammen war, die er respektierte. Christie konnte also ohne Probleme Sex haben, wenn er fremd ging oder wenn der Sex eine Manifestation von Verachtung und Wut war. In einem 2012 in Scientific American veröffentlichten Artikel untersuchte der Autor Nicholas Westerhof die Beweggründe von Männern für Sex zu bezahlen.

Laut Westerhof glauben einige Psychologen, dass die Praxis als Linderung für häufige psychische Leiden dient, wie z.B. einem unstillbaren Appetit auf Sex, Liebe und Romantik. Andere glauben, dass Kunden von Sexarbeiterinnen typischerweise von schaovistischen Motiven getrieben werden, wie etwa dem Wunsch, Frauen zu dominieren und zu kontrollieren.

In Christ Fall schien es eine Mischung aus beidem gewesen zu sein. Er und seine Frau hatten ein unerfülltes Sexualleben, was ihn sehr frustrierte. Dieser Umstand, gepart mit dem Spott, dem er als Jugendliche ausgesetzt war, sorgte dafür, daß er einen starken Groll gegenüber Frauen entwickelte. Infolg dessen könnte er Sex benutzt haben, um sowohl den Sexarbeiterinnen als auch sich selbst zu zeigen, dass es am Ende immer noch er war, der die Kontrolle über seine Sexualität hatte, über die Frau und über die Situation.

Obwohl er anscheinend nicht in der Lage war, seine Frau im Schlafzimmer zufriedenzustellen, schaffte es Christie einen festen Job zu behalten, von dem beide leben konnten, zumindest für eine Weile. Er bekam immer noch seine Militärrente und 1921 hing er seinen Kino an den Nagel und arbeitete als Postbote. Das ruhige Leben hielt aber nicht lange an.

 Christ [räuspern] unberechenbares und überraschend extremes Verhalten, das beim Militär seinen Anfang hatte, führte bald zu neuen Problemen. Im Frühling 1921 stahl Christiere Überweisungsbriefe und sogar einige Briefmarken von den Briefen und Paketen, die er austragen sollte. Die Summe aus den Geldbriefen belief sich auf 700 Pfund, was damals gut dem dreifachen eines durchschnittlichen Jahreseinkommens ansprach.

So gesehen lohnte sich der Diebstahl, also. Aber Christie wurde erwischt. Die vermißen Briefe wurden gemeldet und es war schnell klar, daß sie durch Christ’s Hände gegangen waren. Allen Berichten zufolge hatte er sich die Summe aber noch nicht auszahlen lassen. Bis auf ein einziges Fund soll alles noch da gewesen sein.

Es ist unklar, was Christie sich von Diebstehlen wie diesem versprach, vor allem, weil er das Geld nicht anrührte. Vielleicht suchte er einfach nach einem Kick, nach etwas Nervenkitzel in seinem sehr gleichförmigen Nachkriegsalltag. Christe wurde zu einer dreimonatigen Gefängnisstrafe verurteilt. Die kurze Haft konnte gegen seine aufkeimenden kriminellen Tendenzen aber nichts ausrichten.

Knapp zwei Jahre später geriet Christi erneut mit dem Gesetz in Konflikt. Diesmal wurde er beschuldigt, die Rechnung in einer Pension nicht bezahlt zu haben. Er kam vor Gericht. Aber am Ende übernahm seine Mutter die Rechnung und das Verfahren wurde eingestellt. Christes rechtliche Probleme belasteten die Ehe zusätzlich.

Es war aber nicht Ethal, die zuerst die Geduld verlor, sondern Christie. 1923 trennte sich der 24-jährige von seiner Frau und verließ Halifax. Christie zog nach London. Wahrscheinlich reizte ihn die Vielseitigkeit und Größe der Stadt, ebenso wie die damit verbundene Anonymität. Hier kannte ihn niemand als den Jungen ohne Freunde, der seinen Vater nie stolz machen konnte.

 Wenn die Leute ihn anschauten, sahen sie nicht automatisch den Kriegsversehrten, den halbpotenten, der im Bett versagte, sobald eine Frau auch nur etwas näher an sich heranließ. Es gibt nur wenige Informationen darüber, was Christie während seiner Zeit machte. Man weiß aber aus Polizeiberichten, dass er in London von kleinen Diebstellen zu ernsten Straftaten wechselte.

Im August 1924 brach Christi in ein Kino ein, in dem er eine Weile gearbeitet hatte. Seine Beute: 5 Pfund. Einen Monat später stahl er ein Kinderfahrrad und wurde erwischt, als er versuchte es zu verfenden. Für beide Delikte wurde er zu 6 Monaten haft verurteilt. Nach seiner Entlassung sprang er die nächsten Jahre von einem Gelegenheitsjob nächsten.

 Zufälligerweise tat seine noch Ehefrau das gleiche, nachdem sie zu ihrem Bruder nach Sheffield gezogen war. Als Evil 1928 als Schreibkraft in einem Stahlwerk arbeitete, lernte sie einen jungen Mann namens Warn Brindley kennen. Die beiden fingen an zu daten und gingen oft tanzen oder ins Theater. Sie unternahmen sogar Wochenendausflüge. Es sah aus wie der Beginn einer wunderbaren Romanze.

Die Beziehung ging jedoch auseinander, als Brindley herausfand, dass Etel keine Kinder bekommen konnte. Er wollte eine Familie gründen und verließ sie schließlich, um es mit einer anderen Frau zu versuchen. In dieser Zeit lernte auch Christie eine neue Frau kennen. Im Gegensatz zu den idyllischen Anfangstagen bei Etel und Brindley entwickelte sich diese Beziehung aber schnell zur absoluten Katastrophe.

Derjährige Christie lernte Mort Cole 1928 kennen. Am Anfang verstanden sie sich ganz gut, aber das Verhältnis wurde schnell sauer. Vor allem, weil Christi kein geregeltes Einkommen hatte und sich auch keine Mühe gab, einen Job zu finden. Es dauerte kein Jahr, bis Mord die Nase voll hatte und Christie sagte, dass er verschwinden solle.

 Doch anstatt seine Sachen zu packen, reagierte Christie aggressiv. Er sagte, wenn er Mord nicht haben könne, soll er sie auch niemand anderes bekommen. Aber weder er noch Mord ließen ihren Worten irgendwelche Taten folgen, noch nicht. Ein paar Tage später aßen die beiden zu Mittag, als wäre nichts gewesen. Doch dann stand Christie plötzlich auf und holte einen Cricketschläger.

Er ging zum Tisch zurück. holte aus und schlug Mord mit voller Wucht auf den Kopf. Der Angriff traf Mord völlig unvorbereitet. Es fühlte sich an, als wäre etwas in ihrem Kopf explodiert. Blut schoss aus der Wunde und sie verlor für ein paar Sekunden das Bewusstsein. Als sie wieder zu sich kam, war sie glücklicherweise so klar, dass sie sich gegen Christie wehren konnte, wenn auch nur mit Mühe.

 Er drückte ihr seine Finger in den Mund, um ihre Schreie zu erstecken, doch es funktionierte nicht. Der Nachbar von oben hörte Mord rufen und reagierte sofort. Sekunden später stand er in der Wohnung. Als Christi Mann sah, ließ er Mord los und floh. Der Nachbar ließ ihn gehen. Er machte sich viel mehr Sorgen um Mord, die blut überströmt am Boden lag.

Der freundliche Nachbar brachte die verängstigte Frau in seine Wohnung und rief die Polizei. Sie spürten Christie auf und verhafteten ihn. Vor Gericht versuchte Christie den Angriff als Unfall abzutun. Er sagte, daß er den Schläger ein paar Mal geschwungen habe, um ihn zu testen. Dabei sei er unvorsichtig gewesen und habe Mord am Kopf getroffen, aber nur aus Versehen.

 Aber der Richter kaufte ihm die Geschichte nicht ab und verurteilte ihn zu weiteren sechs Monaten Gefängnis. Christe wurde 1930 entlassen und kehrte nach London zurück. Er fand einen Job als LKW-Fahrer. Doch anstatt sich von Verbrechen fernzuhalten, legte er sogar noch eine Schippe drauf. Er stahl ein Auto aus einer Garage in der Nähe seines Arbeitsplatzes, aber wie immer wurde Christie auch diesmal geschnappt.

 Er war an dem geklauten Wagen eingeschlafen, nachdem er eine Weile herumgefahren war. Der Diebstahl und die Spritztour brachten ihm weitere drei Monate Haft ein. Aber gerade als Christen komplett aus dem Ruder zu laufen schien, meldete sich eine alte Bekannte. Ether kam ihn im Gefängnis besuchen. Es ist unklar, was dazu brachte, sich wieder bei Christie zu melden, aber sie schlug vor, die Vergangenheit zu vergessen und es noch einmal zu versuchen. Christi war einverstanden.

[räuspern] Dass er wegen des Angriffs auf Mord im Gefängnis gesessen hatte, verschwieg er Ifel. Aber als Christine 1934 entlassen wurde, zog Ethel zu ihm nach London. Sie wollten noch einmal von vorne anfangen und vor allem Ethel hoffte auf eine lange gemeinsame Zukunft. Sie zogen in eine gemeinsame Wohnung und begannen ihren zweiten Lebensabschnitt zusammen.

 Mindestens drei Jahre lang war alles ruhig und friedlich, fast schon normal. Und dann 1937 packten sie ihre Sachen und zogen in eine neue und größere Wohnung. Das Paar wohnte am Rillington Place im Londoner Stadtteil Kansington. Damals gehörte der Bezirk noch zu den ärmsten, schmutzigsten und tristesten der Stadt. Die Christies bezogen die Erdgeschosswohnung in einem kleinen heruntergekommenen Meerparteienhaus.

 Und obwohl die Gegend vielleicht nicht ideal war, lebten die beiden in Ruhe und Eintracht zusammen. Sie schienen sich gut zu verstehen. Christie fand einen festen, wenn auch nicht so gut bezahlten Job im Kino und sie schafften sich sogar einen Hund an. Es schien ihnen gut zu gehen, doch dann brach der zweite Weltkrieg aus und von einem Tag auf den nächsten war auch das Leben der Christies nicht mehr dasselbe.

Trotz seiner traumatischen Erlebnisse im ersten Weltkrieg bewarb sich Christi sofort als Luftschutzwart in London. Doch er wurde abgelehnt. Die Zurückweisung ließ Christ alte Komplexe auflammen. Im vorigen Krieg hatte er sich freiwillig gemeldet, um seine alte Persönlichkeit abzuschütteln. Er wollte ein Kriegsheld werden, doch es hatte nicht geklappt.

 Und jetzt wurde ihm die zweite Chance auf Ruhm und Ehre verwehrt. Er konnte sich aber zumindest eine Stelle als Constable der Reserve sichern. Das war zwar nicht ganz so bedeutend, aber besser als nichts. Er war damit praktisch ein Hilfspolizist. Es war nicht, was er gewollt hatte, aber die Position gab ihm das Gefühl überlegen zu sein.

 Sein Wort hatte plötzlich Gewicht. Er war eine Autorität. So mächtig hatte er sich noch nie gefühlt. Mehr als alles andere erlaubte ihm der Job, aber besonders eine Gruppe von Menschen zu manipulieren, zu nötigen [räuspern] und einzuschüchtern. Sexarbeiterinnen. Christie gestattete den Sexarbeiterinnen aus der Gegend, ihrem Gewerbe in Ruhe nachzugehen, solange sie ihm Rabatt gaben oder er sogar gratisstunden bei ihnen bekam.

Christie ging immer noch zu Sexarbeiterinnen, obwohl er wieder mit Etel zusammen war. Nach wie vor konnte er nur mit ihnen Sex haben. Außerdem reizte ihn das Tabu und die Anrüchigkeit. Sie gaben ihm das Gefühl der Genugtu, etwas, das er in seinem restlichen Alltag schmerzlich vermisste. Christi hatte immer wieder versucht zu einem ganz normalen Bürger zu werden, aber seit seiner Kindheit kam es ihm so vor, als ob Normalität, Respekt und Akzeptanz für ihn unerreichbar wären.

Und jetzt, obwohl er verheiratet war und einen guten Job hatte, war er den Dingen, die ihm das Gefühl von Unzulänglichkeit gaben, nie auf den Grund gegangen. Er hatte nie mit jemandem darüber gesprochen und nie daran gearbeitet. Es gelang ihm nicht, seiner Frau treu zu bleiben. Er wurde immer wieder straffällig und er scheiterte daran, ein respektabler und ehrlicher Polizist zu sein.

 Doch anstatt sich mehr anzustrengen, ließ er sich immer wieder gehen und folgte dem immer gleichen Muster, bis es schließlich zur Katastrophe kam. Sogar Christ Affären waren ein einziges Disaster, denn er betrog seine Frauen nicht nur mit Sexarbeiterinnen. Er fing auch eine Affäre mit einer Kollegin an, die zu dieser Zeit allein zu Hause war.

Ihr Mann kämpfte im Krieg. Es lief aber nicht besonders gut und die Affäre endete angeblich, als der Ehemann seiner Kollegin plötzlich in der Tür stand und Christi ins Gesicht schlug. Das hielt Christi aber nicht von weiteren Seitensprüngen ab. Ruth Fürstammte aus Österreich. Als die Deutsche 1938 in Österreich einmarschierten, musste die Jugendliche fliehen.

 Im Juni 1993 lebte sie in London. Als jedoch die Gefahr einer deutschen Invasion in Großbritannien drohte, wurde Routen ein Internierungslager für deutsche und österreichische Staatsangehörige geschickt. Dann, als sie 1941 entlassen wurde, zog die 19-jährige zurück nach London, wo sie eine Anstellung in einem Hotel fand.

Kurz darauf wurde sie schwanger. Rut konnte das Baby nicht behalten. Als ihre Tochter zur Welt kam, gab sie das Kind also sofort zur Adoption frei. Bald darauf wandte sie sich der Sexarbeit zu, um über die Runden zu kommen. So lernte sie John Christi kennen. Christie war im Dienst, als er Rut kennenlernte.

 Er nutzte wahrscheinlich auch seine Position als Polizist aus, um mit ihr zu schlafen. Laut seiner Aussage war Rut vor August 1943 schon mindestens zweimal bei ihm zu Hause gewesen. Deswegen war er wahrscheinlich auch nicht besonders überrascht, als er an einem Augustabend von der Arbeit nach Hause kam und sie vor seiner Tür fand. Christie nahm Rut mit in die Wohnung.

Dort unterhielten sie sich ein bisschen bei einer Tasse Tee. Dann gingen sie ins Schlafzimmer. einem Bericht zufolge soll es an der Tür geklopft haben, während sie Sex hatten. Es war ein Botenjunge mit einem Telegramm von Ethal. Sie war bei ihrem Bruder in Sheffield, aber schrieb, dass sie bald nach Hause kommen werde.

Was dann passierte, ist nicht zu 100% geklärt. Vielleicht war Christie einfach wütend, von einer Nachricht seiner Frau unterbrochen zu werden. Vielleicht hatte er auch Angst vor Evil Reaktion, wenn sie herausfand, dass er mit einer Sexarbeiterin in ihrem Bett geschlafen hatte. Irgendetwas an dem Telegramm sorgte jedenfalls dafür, dass Christie durchdrete.

Er wurde extrem wütend und ging ohne Vorwarnung auf Rut los. Er nahm ein Stück Seil, legte es rut um den Hals und zog. Er strangulierte die Frau so lange, bis sie nicht mehr atmete und leblos vor ihm auf dem Bett lag. Als Rut tot war, fühlte sich Christi erleichtert. Er war ganz ruhig. befriedigt geradezu.

 Doch dann wurde ihm klar, dass er sofort die Leiche beseitigen mußte. Ifel würde bald zurück sein. Er wickelte die nackte Leiche in einen Mantel und versteckte sie unter den Bodendielen im Wohnzimmer. Einen Tag später vergrub er die Tote im Garten und verbrannte ihre Kleidung. Niemand merkte etwas. Es war John Christys erster bekannter Mord und noch lange nicht sein letzter.

Nach dieser Tat kehrte er dem normalen Leben endgültig den Rücken. Er ging ins Dunkle und kam nie wieder zurück. Vielen Dank fürs Zuhören. Mein Name ist Diane Hilcher und ich bin Mark Augestat. Du kannst jetzt eine Bewertung für den Podcast daassen und die Glocke aktivieren, um keine Folge zu verpassen. Serienkiller ist ein Spotify Original von Parcast.

 Produziert in Zusammenarbeit mit Bose Park Productions. Adaptiert von dem amerikanischen von Max Cutler kreierten Original Serial Killers. Deutsche Produktion Wiebge Geachter Winter Chris Guse, Suholder Carli Köhler, Fabio Lautenschläger, Simon Uta Kirschei und Daniel Nicolao. Das Originalskript wurde ins Deutsche übersetzt von Klaus Schwartau.

 Vielen Dank an Julian Buirot. Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt. Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken. Am 14. Dezember 1952 war die Stimmung am Rillington Place 10 so schlecht und unangenehm wie lange nicht mehr.

 John und Ethal Christie hatten einen neuen Vermieter und mehrere neue Nachbarinnen und Nachbarn und sie alle machten ihnen das Leben zur Hölle. Es war rund um die Uhr laut und die neuen Mieterinnen und Mieterfeierten bis tief in die Nacht. Schlimmer war aber, daß es den Neuen scheinbar Spaß machte, die Christies gegen sich aufzubringen.

Etel wusste nicht mehr weiter. Sie war kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Sie war deprimiert und verängstigt und ging überhaupt nicht mehr vor die Tür. Sie weinte viel und hatte Angst, dass die Nachbarn und Nachbarinnen ihr weh tun könnten oder schlimmeres. John Christie hasste die neuen Nachbarn und Nachbarinnen auch.

 Sie hatten keinen Respekt vor ihm. Stattdessen machten sie sich über ihn lustig und ften ihn nach, wie die Kinder damals in der Schule. Was ihn aber wirklich nervte, war, dass seine depressive Frau die ganze Zeit zu Hause war und sie brauchte ständig Aufmerksamkeit. Jedes Mal, wenn Christie es sich mit einer Tasse Tee oder einem Buch gemütlich machen wollte, fing Ethil an zu schluchzen.

Christie fühlte sich eingesperrt. Auch er hatte Bedürfnisse, die erfüllt werden wollten. Bedürfnisse, die wesentlich dunkler und niederträchtiger waren als Etels Angstzustände. Aber weil sie ihn die ganze Zeit in Beschlag nahm, war es für Christie unmöglich, eine ruhige Minute für sich zu finden.

 Und bald würde der Druck zu groß werden. John Christie war ein Mörder. Er wußte also schon, wie er das Problem hätte lösen können. Er wußte aber auch, daß seine Möglichkeiten begrenzt waren. Er konnte die Nachbarn und Nachbarinnen nicht einfach umbringen. Das wäre viel zu schwierig und auffällig gewesen. Aber wenn er nicht die töten konnte, die für das Leid seiner Frau verantwortlich waren, dann würde er eben seine Frau loswerden müssen. Ein für alle mal.

Hi, ich bin Diane Hilcher und ich bin Mark Augustat. In jeder Folge dieses Podcasts beschäftigen wir uns mit einem berühmten Serienkiller, mit seinem Leben, seiner Psyche und seinen Taten. Serienkiller, Mörder und ihre Geschichten. Ein Spotify Original von Parcast. Das ist der zweite Teil zu John Rinald Christie, einem englischen Serienkiller, der London in den 1940ern und 50er Jahren terrorisierte.

In Teil 1 haben wir uns mit Christheit und Jugend und mit seinem Einsatz im Ersten Weltkrieg befasst und mit seiner Verwandlung vom unfähigen Kleinkriminellen zum kaltblütigen Killer. Heute geht es vor allem um Christ Mordserie, die ihm den Namen The Monster of Rillington Place einbrachte. Nach 44 Jahren voller Niederlagen, Halbgaren Versuchen und Haftstrafen hatte John Reginald Christi endlich seine wahre Berufung gefunden. Mord.

Christ erstes Opfer war die 21-jährige Rut Fürst. Man weiß jedoch nicht, ob der Mord geplant war oder ob Christie sie im Affekt tötete. Was auch immer der Fall war, die Tat erweckte etwas in ihm. Sie stillte ein Bedürfnis, das so stark war, dass Betrug und Diebstahl nie gereicht hatten, um es zu befriedigen.

Christie hatte sich die meiste Zeit seines Lebens schwach und machtlos gefühlt. Jetzt hatte er zum ersten Mal Kontrolle über etwas und es gab keinen zurück mehr. Doch während er sich noch an seine neuen Machtfantasien berauschte, ging sein Leben weiter wie immer. Fast wie immer. Denn aus unbekannten Gründen kündigte Christie 1943 seinen Job als Polizist.

 Er fand aber schon bald eine [räuspern] neue Stelle als Arbeiter und Fahrer in einem Werk für Elektroteile. Eines Nachmittags lernte er die 32-jährige Miriel E in der Kantine kennen. Die beiden freundeten sich an. Mirel erzählte Christie von ihrer schwierigen Kindheit. Ihre Mutter starb, als sie sechs war und ihr Vater war nur selten zu Hause gewesen.

 Die meisten Leute hätten empathisch auf so eine Geschichte reagiert, aber Christi anders. Er merkte sofort, wie verwundbar und beeinflussbar Miriel war. Beide Eigenschaften machten sie zu einem leichten Opfer für einen Kriminellen wie ihn. Aber Christie ließ sich Zeit. Er wollte Miriel besser kennenlernen. [japst] Er lut sie sogar zum Tee bei sich und ein.

Irgendwann vertratte Miriel Christi an, dass sie gesundheitliche Probleme habe. Als Christi hörte, wusste er genau, wie er weitermachen wollte. Christie hatte selbst viel Zeit in Krankenhäusern verbracht. Er war im Krieg verwundet worden. Außerdem, und darüber haben wir im ersten Teil noch nicht gesprochen, hatte er schon als Kind eine chronische Hypochondrie entwickelt, wahrscheinlich um mehr Aufmerksamkeit von seinen Eltern und anderen Erwachsenen zu bekommen.

Er kannte sich also ziemlich gut mit verschiedenen Krankheiten und ihrer Behandlung aus. Das erzählte er Miriel jedenfalls. Er redete Miriel ein, daß er ein Heilmittel für ihr Leiden finden könne. Alles, was sie tun musste, war zu ihm nach Hause kommen. Am besten irgendwann, wenn Ethan nicht da war, damit sie ihre Ruhe hatten.

Miriel nahm das Angebot an. Sie hatte keinen Grund, Christie nicht zu vertrauen. Er hatte sie schließlich schon seiner Frau vorgestellt und ihr gute Tipps zu Medikamenten gegeben. Er schien gute Absichten zu haben. Außerdem war er immer ausgesprochen höflich gewesen, ein echter Gentleman. Doch all das sollte sich bald ändern.

Am 7. Oktober 1944 werkelte Christie in seiner Küche herum und rührte ein seltsames Gebräu zusammen. Er befestigte zwei Gummischläuche an einem Glaskrug. Einer führte zu einer Fiole mit parfümiertem Wasser, der andere zu einer Gasleitung. Er beobachtete das Gefäß aufmerksam, als es plötzlich an der Tür klopfte.

Es war Mirel. Sie war gekommen, um sich von Christie helfen zu lassen, wie er es versprochen hatte. Christie führte sie in die Küche und wies sie an, sich mit dem Gesicht über den Glaskrug zu beugen und zu inhalieren. Mirel tat, was er sagte und wurde schnell ohnmächtig. Darauf hatte Christie gewartet.

 Er trug sie ins Schlafzimmer. Er legte Mirel aufs Bett und vergewaltigte sie. Dann, als sie immer noch bewusstlos war, legte er einen Strick um den Hals und zog ihn so lange zusammen, bis sie aufhörte zu atmen. Nach dem Mord fühlte Christie sich ruhig, befriedigt und mächtig. Es war ein berauschendes und einmaliges Gefühl, dass er nur vom Mord an Rut Fürst kannte.

Nachdem er sie getötet hatte, vergrub Christie Mirel im Garten seiner Wohnung am Rillington Place. Tragischerweise stellte niemand Nachforschungen zu ihrem Verschwinden an, weil ihre Familie annahm, dass sie im Krieg gestorben war. Christi war der Wahl voller Euphorie. Für ihn war es der perfekte Mord gewesen, von der Planung bis zur Ausführung und er konnte es kaum erwarten, es wiederzutun.

Derjährige wußte aber, daß es riskant war, die Dinge zu überstürzen. Er wartete also ab und begnügte sich mit den Gedanken an seine ersten beiden Morde. Aber nur weil er niemandem nachstellte, bedeutete das nicht, dass er gar nichts tat. Christie begann eine Affäre mit einer Frau namens Gladdis Jones, deren Mann im Zweiten Weltkrieg kämpfte.

Es scheint, dass Christi nicht vorhatte, der 33-jährigen Gladis etwas anzutun. Vielleicht hielt er sie für zu clever für seine Manipulationsversuche. Vielleicht hatte es aber auch einen völlig anderen Grund. Fest steht aber, dass die Affäre für Christieller Natur war. Der Spaß hielt aber nicht lange an. Im Winter 1945 kehrte Gladers Mann nach England zurück.

Und irgendwie fand er heraus, dass seine Frau eine Affäre hatte. [japst] Und auch mit wem? Wütend beschloss er Christi zur Rede zu stellen. Eines Abends, bevor seine Frau überhaupt wusste, daß er zurück war, überraschte er Gladis und Christie, als sie die Wohnung der Jones betraten. Nachbarn zufolge schlug Gladesmann Christiam, bis jemand die Polizei rief.

Die Jones reichten kurz darauf die Scheidung ein und machten Christy für das Scheitern ihrer Ehe verantwortlich. Christie mußte die Kosten des Scheidungsverfahrens tragen. [räuspern] Er ließ es sich aber nicht nehmen, im Gerichtssaal eine Szene zu machen und Gledes Mann anzuschreien. Sein Wutanfall war so heftig, dass er aus dem Saal gebracht wurde.

Es ist unklar, ob jemals von der Affäre erfuhr. Sie und Christie blieben jedenfalls zusammen und eine Zeit lang ging alles seinen gewunden Gang. Aber es braute sich ein Sturm zu sammeln über der Wohnung am Rillington Place und zu den zwei leichen im Garten sollten sich bald mehr gesellen. Das Töten gab ihm das Gefühl, lebendig zu sein, sowie nichts anderes in seinem Leben.

So ein letzter Mord lag aber schon vier Jahre zurück und Christie brannte darauf, es wieder zu tun. Er wollte aber nicht einfach irgendwen töten. Er wußte, daß er ein passendes Opfer finden mußte, jemand, der jung und beeinflussbar war. Als die frisch vermählten Timothy und Barrel Evans in die Wohnung im Obergeschoss zogen, glaubte Christie den Jackpot geknackt zu haben.

Bar schwanger, als sie einzogen. Sie war jung und attraktiv und sehr zu Christ Freude schien die Ehe schon jetzt auf wackeligen Beinen zu stehen. Timothy Evans trank viel und das Paar stritt ununterbrochen. Christie dachte wahrscheinlich, dass Barrel empfänglich dafür war, sich von einem älteren verheirateten Mann wie ihm trösten und unterstützen zu lassen.

 Aber Christie musste vorsichtig sein, um keinen Verdacht zu erregen. Alles musste ganz natürlich wirken. Er freundete sich also nach und nach mit dem jungen Paar an und versuchte ihr Vertrauen zu gewinnen. Als Barell im Oktober 1948 ihre Tochter Gerald Dean zur Welt brachte, erlaubten die Christies ihr den Kinderwagen im Hausflur stehen zu lassen, damit sie ihn nicht jedes Mal nach oben schleppen musste.

 Und sie hatten immer ein offenes Ohr für Barrels Eheprobleme. Aber selbst mit der Hilfe der Christies hatten Timothy und Barrel Mühe, ihre Ehe zum Laufen zu bringen. Hinzukam, dass sie beide nicht viel verdienten und nur schwer über die Runden kamen. reichte gerade so für die Lebenshaltungskosten und als das Baby da war, wurde es noch schwieriger.

Timothy und Barrels Streitsucht verschlimmerte die Situation weiter. Sie schienen auch große Freude daran zu haben, sich gegenseitig eifersüchtig zu machen. Bei der Arbeit flirtete Barrel offen mit ihren Kollegen. Wenn sie abends nach Hause kam, ärgerte sie ihren Mann mit den Flirts und freute sich, wenn er wütend wurde.

 Timothy reagierte, indem er kurz darauf bei Barrells Arbeitsstelle auftauchte und ihr ins Gesicht schlug. Barrel wurde daraufhin entlassen. Vielleicht, um sich noch weiter an seiner Frau zu rchen, fing Timothy eine Affäre an mit einer von Barrels Freundinnen. Trotz des Streits, der Gewalt und der Untreue, die die Beziehung beherrschten, wurde Barrel im Sommer 1949 erneut schwanger.

 Dieses Mal hatte sie aber nicht vor, das Kind zu behalten. Irgendwann im Oktober vertraute Barrel Evil an, dass sie Tabletten nehme, um eine Fehlgeburt herbeizuführen. Man weiß nicht, ob Christi Gespräch dabei war oder ob Evil ihm später davon erzählte. Er war jedenfalls überzeugt, Barrel mit seinem Lehenwissen über Medizin dazu bringen zu können, seine Ratschläge zu befolgen, aber natürlich nicht zu ihrem, sondern zu seinem Vorteil.

 Man glaubt, dass Christie dem jungen Paar anbot, eine Abtreibung durchzuführen und tatsächlich entschieden sie sich wohl, das Angebot anzunehmen. Es klingt nach einem sehr riskanten und gefährlichen Vorhaben, aber Abtreibung war in England damals illegal. Timothy und Barrel hatten also praktisch keine Optionen [räuspern] und selbst wenn es ein richtige Arzt oder eine Ärztin trotzdem gemacht hätte, hätten sie nicht das Geld gehabt, um den Eingriff zu bezahlen.

  Außerdem vertrauten sie Christie. Er schien über gute medizinische Kenntnisse zu verfügen und er war immer freundlich und hilfsbereit gewesen. Sie verabredeten also ein Datum und nachdem Timothy zur Arbeit gegangen war, ging Christie zu Barrel in die Wohnung. In der Wohnung baute er seine Glaskonstruktion aus parfümiertem Wasser und Gas auf.

 Er sagte Barrel wahrscheinlich, dass es ein Betäubungsmittel gegen die Schmerzen sei. Dann sollte sie sich über das Glas beugen und inhaleren. Die junge Frau wurde schnell ohnmächtig, so dass Christie mit ihr machen konnte, was er wollte und er hatte etwas ganz bestimmtes im Sinn. Christie holte das Seil heraus, mit dem er schon seine anderen Opfer getötet hatte.

Er legte es Barrel um den Hals und strangulierte sie mehrere Minuten lang. Als sie tot war, ließ Chrisy sie in der Wohnung liegen und ging einfach nach Hause. Als Timothy von der Arbeit kam, erzählte Christie ihm, dass Barrel während des Eingriffs gestorben sei. Er wisse aber, was nun zu tun sei. Christie sagte, dass es das Beste sei, die kleine Geraldine zu einer netten Familie zu geben und Barrels Tod zu vertuschen.

 Timothy müsse nur so schnell wie möglich aus London verschwinden. Christie würde sich dann um alles kümmern. Timothy kündigte panisch seinen Job und verkaufte den spärrlichen Besitz der Familie. Dann floh [räuspern] er zu einem Cousin nach Wales. Seine Tochter Geraldine ließ er bei den Christies. Christie hatte aber nicht vor, Geraldine in eine Familie zu geben.

 Stattdessen tötete das Baby und versteckte es zusammen mit Barrels Leiche. Obwohl Timothy Evans sicher davon gekommen war, wurde er bald darauf von Schuldgefühlen überwältigt. Am 30. November ging er in Wales zur Polizei und gestand, seine Frau ermordet zu haben. Timothy wurde verhaftet. Das Wichtigste für die Polizei war aber, die Leiche zu finden.

 [räuspern] Noch am selben Tag durchsuchten Beamte die Wohnung am Rillington Place. Doch von Barrel fehlte jede Spur. Die Beamten waren verdutzt und befragten als erstes die Christies. John und Ethel behaupteten, daß Timothy und Barrel zusammen ausgezogen sein. Es ist unklar, was Christie seiner Frau erzählt hat, aber es scheint, dass Ethal nicht wusste, was er getan hatte.

Timothy wusste dagegen schon mehr und änderte später am Abend seine Aussage. Gegen 21 Uhr erklärte der schluchzende Ehemann und Vater, dass er bei seinem früheren Geständnis gelogen hatte. Dann erzählte er den Beamten, was er für die Wahrheit hielt. John Christie habe Barrel getötet, während er eine Abtreibung durchgeführt habe.

 Er erzählte ihnen auch, daß er Gerald Deine bei Christie gelassen habe. Er sei sich sicher gewesen, dass Christi das Baby zu einer guten Familie geben würde. Die Polizei befragte die Christies noch einmal nach allen Einzelheiten, aber das Paar beteute seine Unschuld und versicherte dem Beamten, dass sie keine Ahnung hätten, was mit Barrel oder dem Baby passiert sei.

 Spätestens jetzt war klar, dass jemand log. Am 2. Dezember durchsuchte die Polizei das Grundstück am Rillington Place, also noch einmal. Dieses Mal schauten sie auch im Schuppen nach, wo sie die Leichen von Barrel und Geraldine fanden und entgegen Timothys Aussage ergaben die Obduktionen, dass beide Opfer erwirkt wurden. Als die Officer Timothy mit den Ergebnissen konfrontierten, änderte er seine Geschichte erneut.

Dieses Mal behauptete er, daß er seine Familie erdrosselt habe. Man weiß nicht, warum Timothy dauernd seine Aussagen änderte. Es ist aber möglich, dass er unter dem Druck des Verhörs falsche Geständnisse ablete. Hinzu kam Schlafmangel, Alkoholentzug und erheblicher emotionaler Stress. Darüber hinaus soll Timothy einen sehr niedrigen IQ gehabt haben.

 Man geht daher davon aus, daß ihm die Schwere dessen, was er dazu gab, gar nicht bewusst war. Unglücklicherweise war seine Aussage alles, was die Polizei brauchte, und kurz darauf wurde er wegen Mordes an seiner Familie angeklagt. Timothys Prozess begann im Januar 1950. In einer bizarren Wendung trat John als Hauptzeuge der Anklage auf.

Natürlich leugnete Christie von den Morden in irgendeiner Form gewußt zu haben. Er bestritt auch Timothys Vorwurf, eine Abtreibung bei Barrel durchgeführt zu haben, was ja auch wirklich nicht stimmte. Es hatte nie eine Abtreibung gegeben und Barrel war durch Strangulation gestorben. Christie sagte aus, dass er in der Nacht des Mordes einen dumpfen Knall aus der Wohnung der Evans gehört habe.

 Dann habe jemand mehrere schwere Dinge durch die Wohnung geschoben. Es gab keinen Grund, Christi nicht zu glauben und schließlich war er ein Kriegsveteran und ein ehemaliger Polizeibeamter. Wenn man jemandem glauben konnte, dann ja wohl ihm. Als Timothy den Zeugenstand betrat, konzentrierte sich die Anklage auf seine vielen widersprüchlichen Aussagen und Geständnisse.

Er beharte aber darauf, dass Christi ihm gesagt habe, dass er lügen solle. Auch während des Prozesses war der Druck für Timothy wahrscheinlich viel zu groß, um klar denken zu können. Es fiel dem Staatsanwalt leicht, seine Aussagen zu torpedieren. Und als er Timothy fragte, was denn Christys Motiv gewesen sei, Barrel und das Baby zu töten, hatte er keine Antwort.

Nach den Schlusspledyers zog sich die Jury zur Beratung zurück. Es dauerte nur 40 Minuten, bis ihre Entscheidung feststand, schuldig. Nach der Verkündung hörte man das Schluchzen eines Mannes im Gerichtssaal. Es kam aber nicht vom Angeklagten, sondern von John Reginald Christie. Ob Christi Erleichterung weinte oder weil ihn sein Gewissen plagte, es konnte Timothy Evans nicht retten.

  Zwei Monate später, im März 1950 wurde er durch den Strang hingerichtet. In den Monaten danach schien sich Christheitszustand zu verschlechtern. Es ist möglich, dass der Prozess und die Schuld extremen Stress in ihm auslösten. In den nächsten zwei Jahren war er mindestens 8 Monate krank geschrieben. Seine Beschwerden reichten von Schlaflosigkeit bis Gedächtnisverlust.

Es war aber nicht nur die Sache mit den Avans, die Christie zusetzte. Ein neuer Vermieter hatte das Haus am Rillington Place 10 gekauft. und erhebliche Änderungen am Gebäude vorgenommen. Das Haus bestand aus mehreren Stockwerken und jede Wohnung war mit Schlafzimmern, Wohnzimmer, eigener Küche und eigenem Bad ausgestattet.

Aber der neue Eigentümer wollte seinen Profit maximieren. Er fing also an jedes Zimmer einzeln zu vermieten. Die Flure, Küchen und Badezimmer machte er zu Gemeinschaftsräumen. Danach klic das ehemalige Meerfamilienhaus eher einer Pension. Christie beschwerte sich, daß die neuen Mieterinnen und Mieter laut und unhöflich sein.

 Er und seine Frau würden nachts kein Auge mehr zu bekommen. Das Paar stellte die neuen Nachbarn und Nachbarinnen schließlich zur Rede, was laut Christi darin mündete, dass sie bedroht und beschimpft wurden. Schon bald verbrachten die Christies die meiste Zeit in ihren Zweizimmern und beschwerten sich vor allem beieinander. Sie konnten nicht schlafen und littten unter stressbedingten Gesundheitsproblemen.

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