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Wahre Verbrechen I Der Killer vom Seeufer I True Crime Dokumentation T – Part 4

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By sonds1
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 Doch er verschanzt sich nicht etwa im Bunker, sondern lässt sich häufig in der Stadt blicken. Er geht zum Friseur, besucht Bars und Caffes. Auch Bürgermeister Patrice Langer fällt der dubiose Bunkerbesitzer immer wieder auf. Wenn er bei mir gegen vom vom meinem Büro geparkt hat, dann war dann sein X6 BNB dann da.

 Dann wusste man genau, der hat auch das Kennzeichen Boo, ne? Und dann hieß der Bobo ist wieder da und dann zog er mit seinem ja, wie soll man sagen, mit so einem Trench Code, der walte auch so mit seiner Mähne so parallel und seinem Atlatus liefer dann die Stadt und ja, war so ein bisschen komisches Gespannen an dem Moment, ne? Es gibt viele Gerüchte über Hermann X.

Langer sorgt sich, im Bunker könnte Cannabis angebaut werden. Er will Klarheit und nimmt Kontakt zum Bunkerbesitzer auf. Habe dann den guten Herrn angerufen und ich muss sagen, er war sehr bereitwillig. sagt: “Ja, kein Thema, kommen Sie gerne vorbei.” Eine Stunde später öffnet X dem Bürgermeister die Bunkertör und führt ihn durch die Stockwerke.

  Er darf jeden Raum betreten. Das war alles sehr offen. Wir haben auch dann über sein Geschäftsmodell gesprochen, dass er Datensicherung und ähnliches machen wollte und App Programmierung in Sicherheit sowieso. Ja, nur der Beigeschm war, was auf seinen Rechner lief, das konnte man natürlich nicht sehen, das wusste man nicht.

Zwar findet der Bürgermeister keine Hanfplantage, doch es bleibt das ungute Gefühl, dass sich in seiner Stadt Kriminelle angesiedelt haben könnten. Auch die Ermittler des Landes Kriminalamts Rheinlandpfalz wollen genauer wissen, was sich auf den Servern befindet. Observation Telekommunikationsüberwachung, da kommt man natürlich nicht an die Systeme ran, die ein eigentlich interessieren, die Server, die im Rechenzentrum stehen.

 Und deswegen hat man sich dann dazu entschlossen, eine Netzknotenüberwachung zu starten. Das LKA überwacht mit großem Aufwand den gesamten Datenverkehr, der in den Bunker reingeht und wieder rauskommt. Viele Daten sind verschlüsselt, doch die Ermittler stoßen auf etliche Straftaten. Es gab da Marktplätze für den Verkauf von Hacking Tools, von Drogen.

 Es gab dort ganz viel Fishingseiten. Es gab aber auch einfach Angriffe ähm, die dann ins Internet gefahren wurden auf potenzielle Unternehmen beispielsweise, wo man genau sehen konnte, diese Angriffe wurden von IP-Adressen oder Servern, die im Bunker gehostet waren, gestartet. Was die Ermittler nicht wissen, wer im Bunker hat welche Rolle, wer gibt wem Anweisungen? Um die internen Strukturen aufzuklären, wagt das LKA einen riskanten Schritt.

Sie hat auf ihrer Webseite tatsächlich so ein Voluntiersprogramm geschalten, dass jemanden suchen würden und das war natürlich dann die Gelegenheit, dort einen verdeckten Ermittler einzuschleusen. Harry, so der Deckname des Ermittlers, nimmt eine unbezahlte Stelle als Gärtner an.

 Er erlangt schnell das Vertrauen der Bunkerbande und erhält Einblick in ihre abstruse Welt. Die haben sich dann wahrscheinlich auch von anderen Mikronationen, die es jetzt so rauf gibt, inspiriert gesehen. Ähm und haben dann dort ihre eigene Republik äh gegründet mit ja verschiedenen Behauptungen, dass ihr NATOgelände sei, was verweist sei und deswegen können sie das jetzt beanspruchen, was auch immer und haben sich dann natürlich auch verschiedene Rollen gegeben, also verschiedene Ministerien zugewesen.

Problem. Als Gärtner hat Harry wenig Zugang zum Bunker selbst, doch das LKA hat noch ein Ass im Ärmel. Da eine Reinigungskraft gesucht wird, schlägt Harry seine vermeintliche Freundin Julia vor. Die Putzfrau wurde nicht größer kontrolliert und hatte dann natürlich Zugang zu allen Räumlichkeit und konnte sich dort frei bewegen.

Die verdeckte Ermittlerin macht Fotos von allen Räumen, von den Serverschränken, von Datenträgern und Passwortlisten. Etwa ein Jahr lang arbeiten Harry und Julia Undercover im Cyberbunker. Über 5 Jahre ermitteln LKA und Staatsanwaltschaft gemeinsam in dem Fall. Dr. Jörg Angerer leitet die Landeszentralstelle Cybercrime der Generalstaatsanwaltschaft Koplens.

 Für ihn war die große Frage, wie kann ein Zugriff gelingen? Uns war lange im Vorfeld schon klar, dass man eine Anlage wie den Bunker nicht stürmen kann. Man kommt nicht ohne weiteres rein. Ähm der ist dafür gemacht, dass man nicht reinkommt. Es war uns also klar, dass wir mit einer Liste dafür sorgen mussten, dass die Täter beim Zugriff nicht im Bunker sind.

Allein schon deshalb, weil sonst die Gefahr besteht, dass man die Server abschaltet und wenn sie verschlüsselt sind, kommen wir nicht mehr an die Inhalte. Dem verdeckten Ermittler Harry gelingt es durch einen Trick, die kriminelle Bande aus dem Bunker ins Stadtzentrum zu locken. Deswegen hat sich Harder eine kleine Legende einfallen lassen und hat gesagt, sein Schwiegervater wäre gestorben und dadurch hätte ein gutes Erbel langt und da die Gruppe so sehr schätzen würde, würde sie gern zum gemeinsamen Essen einladen. Im September 2019 findet in

diesem Gasthof in Trabentrabach das Abendessen statt, das im Fall des Cyberbunkers die entscheidende Wende bringt. Hier am Ende war es n eine lange Tafel, dann gab’s hier noch mehrere kleinere Tische, an denen die Polizeikräfte saßen. An der Tafel saß die Gruppe selbst. Ja, hat der Hari dann noch ein Gruß vor an die Gruppe gerichtet, noch mal gesagt, er freut sich, dass sie alle zusammenkommen konnten und wenig später folgt in der Zugriff durch die getanten Polizeibeamten.

Während Hermann X und sieben weitere Beschuldigte im Restaurant festgenommen werden, findet zeitgleich die Ratia im Bunker statt. Der Bunker war leer und er ist nicht dafür gemacht, dass man ihn verlässt und abschließt. Das normal immer jemand drin, wenn er militärisch genutzt wird. Deshalb war es dann kein großes Problem in die Anlage zu kommen.

 Was man auf dem Bild sieht, sind die Einsatzfahrzeuge an dem Abend. Sobald die Gruppe den Bunker verlassen hat, haben wir die Anlage gesichert, damit keiner mehr zurückkommen kann. 650 Polizeikräfte sind in den Einsatz involviert. Hier gegenüber haben wir tatsächlich dann gewartet, alle in den Autos.

 Es war auch alles dunkel, muss man sich vorstellen. Es war kaum wahrzunehmen, wie groß dieses Gelände eigentlich ist. Ja, und dann ging es am Ende diese Auffahrt da hoch, bis man dann vor dieser Metalltür stand und sich wunderte, was ich dahinter jetzt alles verbergen sollte. Zum ersten Mal betreten Haderdauer und seine Kollegen den fünfstöckigen Bunker.

 Auf 5000 m² haben Hermann X und seine Komplizen gearbeitet und teilweise auch gewohnt. In der ersten Ebene gab’s z.B. eine Küche, ein Aufenhaltsbereich. Es gab Fitnessräume, die sich die Leute da angelegen haben. Also die aufwächsten Räume waren natürlich die vom Herrn, also allein sein Büro mit den acht Bildschirmen, von denen ich nicht glaube, dass jeder einzelne nötig war, auch mit so einer Leiste, in den er verschiedene Smartphones mit Apps laufen hatte.

 Hatte schon viel von einem Jim Spond Bürsewicht. Auch sein Schlafzimmer ist natürlich rausgestochen, komplett in schwarz gefärbt. Im dritten Untergeschoss finden die Ermittler die Serverräume. Sie zeigen das gesamte Ausmaß des illegalen Rechenzentrums. Insgesamt waren in dem äh Bunker, in dem Serverraum etwas über 400 Server installiert.

 Wir haben insgesamt im Cyberbunker zwei Petabyte Daten äh gesichert. Das sind etwa 2 Millionen GB Daten. Ähm, das war eine enorme Menge. Wir waren auch überrascht über die Größe. Wir hatten nicht mit so viel gerechnet. Auf den Servern finden die Ermittler entscheidende Beweise. Mindestens 240.000 Straftaten sollen über die Seiten gelaufen sein, die im Cyberbunker gehostet wurden.

  Es waren Seiten über die Betrug begangen wurden. Es waren sehr viele Seiten über die Drogengeschäfte begangen wurden und es war auch Kinderpornografie dabei, obwohl die Betreiber des Bunkers ähm das eigentlich ausdrücklich ausgeschlossen haben. Ab Oktober 2020 findet am Landgericht Trier das Verfahren statt.

 Vor Gericht leugnet der Hauptangeklagte Hermann X von den kriminellen Inhalten der Websites gewusst zu haben. Es war weiterhin dieses wir wussten von nichts und auch ein bisschen dieses okay der Stadt will er mir irgendeine Art von Exempel statuieren. Ich sehe mich eigentlich eher so als Aktivist für Freiheit im Internet und werde jetzt hier zu Unrecht für ein Schauprozess geladen.

Der Hauptangeklagte Hermann X und sieben Komplizen erhalten Freiheitsstrafen. Doch sie fallen geringer aus als vom Staatsanwalt erhofft. Der Hauptangeklagte ist zu 5 Jahren und 9 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden wegen Mitgliedschaften der kriminellen Vereinigung. Der von uns auch erhobene Vorwurf der Beihilfe zu den Haupttaten seiner Kunden, also insbesondere dem Drogenhandel, ähm hat das Landgericht nicht gesehen, sondern freigesprochen.

Begründung des Gerichts. Zwar hätten die Angeklagten generell gewusst, dass ihre Server für Straftaten genutzt werden, es konnte jedoch nicht eindeutig bewiesen werden, dass sie vorsätzlich Beihilfe zu konkreten Delikten wie Drogenhandel geleistet haben. Für Martin Frost, einen der Kunden des Cyberbunkers, geht es anders aus.

 Er wird wegen bandenmäßigen Drogenhandels zu 7 Jahren und 9 Monaten haft verurteilt. Inzwischen sitzt er seine Strafe ab. Für Staatsanwalt Dr. Jörg Angerer ist das gesamte Verfahren ein großer Schlag gegen Cybercrime. Wir haben einen extrem hohen Personalaufwand gehabt. Wir haben einen hohen Sachaufwand gehabt.

 Allein die Netzkunonüberwachung hat ein sechsstelligen Betrag gekostet, um die überhaupt machen zu können. Es war also ein außergewöhnliches Verfahren mit sehr, sehr viel Aufwand und von daher war natürlich ähm das Ergebnis, das eine Verurteilung gegeben hat, ein Erfolgserlebnis für uns ist ganz klar. Hermann X und seine Komplizen sind inzwischen wieder auf freiem Fuß.

 Auf ihrer Website machen sie klar, das Projekt Cyberbunker ist für sie noch nicht beendet. Das war ja auch von dem Beteiligten oder Beschuldigten als Verurteilten äh so die Rede, wir machen das gleich wieder. Wir haben nichts falsch gemacht. Bleibt ja weiter den den ihr Standpunkt. Wir können hoffen, dass sie sich nie wieder so zusammenfinden, dass es keine Geldgeber, keine Geldquellen mehr gibt, die das finanzieren.

  Wer der künftige Besitzer des Bunkers sein wird, ist noch offen. Derzeit steht das Gelände erneut zum Verkauf. Ich denke, der Fall Emilie ist einer der aufsehen erregendsten Kriminalfälle, die es in Dänemark je gegeben hat. Wir sehen immer mehr Mordfälle, die so beginnen wie dieser.

 Ein junges Mädchen, sie war 17 Jahre alt, Emilie verschwindet. Sie ist ein ganz normaler dänischer Teenager. Ich denke, der Fall Emilie ist wichtig und er hat vielen Menschen Angst gemacht, weil junge Mädchen sehr sensibel und verletzlich sind. Wenn ich ihn mit einem der bekannteren Serienmörder vergleichen würde, dann wäre es Jeffrey Dam.

Der kleine dänische Ort Corseur. Rund 15 000 Menschen leben hier. Es ist der 10. Juli 2016, 4 Uhr morgens. Die 17-jährige Emilie hat mit ihren Freundinnen gefeiert und ist auf dem Heimweg. Sie und ihre Freunde kamen mit dem Zug. Sie waren die Nacht über ausgegangen. Es war früh Morgen und sie hatten etwas getrunken.

 Der Plan war vom Bahnhof aus mit dem Taxi nach Hause zu fahren, aber Emilie hatte sich über irgendetwas geärgert, also trennten sie sich am Bahnhof. Obwohl ihre Freunde sie noch gebeten haben, doch mit ihnen im Taxi zu fahren, wollte sie lieber nach Hause laufen, um frische Luft zu schnappen. Sie wollte den Kopf frei bekommen. Das war das letzte Mal, dass sie gesehen wurde, als sie hier vom Bahnhof weglief.

Dieses Foto einer Überwachungskamera zeigt Emilie am Morgen ihres Verschwindens. Anschließend ist sie wie vom Erdboden verschluckt. Bent Isaga Nielsen ist Dänemarks Topxperte für Kriminalfälle. 2016 ist er Mordermittler bei der Staatspolizei in Kopenhagen und verfolgt Emilies Verschwinden von Anfang an. Sie entdeckten ein Bild von Emilie auf einer Überwachungskamera.

 Sie ist von hinten zu sehen, wie sie den Bahnhof verlässt. Fotos von einem Mann oder einem Täter gab es allerdings nicht. Was ist Emilie passiert? Ist sie bewusst ausgerissen oder ist ihr etwas Schreckliches zugestoßen? Es begann zuerst wie ein normaler vermissten Fall. Es hätte ja sein können, dass sie einfach freiwillig verschwunden ist.

 Später gab es viel Kritik an der Polizei, weil viele Leute der Meinung waren, die Polizei habe zu langsam eine Mordermittlung in Gang gesetzt. Viele Tage waren bis dahin vergangen. Das war ein großes Thema in Dänemark. Ich war mir absolut sicher, das muss ein Verbrechen sein, eine Entführung. Natürlich gibt es eine kleine Chance, sie Leben zu finden, aber als Tag um Tag vergingen, wurde diese Chance, na ja, es wurde jedem schnell klar, dass hier etwas absolut nicht stimmte.

 Das muss ein Mordfall sein. Überall wird nach Emilie gesucht, unter anderem auch mit mehrsprachigen Plakaten auf dänisch, Englisch und Deutsch. Auch über die Grenze hinweg in Deutschland wird die junge Frau gesucht. Doch Emilie bleibt verschwunden. 6 Monate vergehen. Weihnachten 2016. In einem Teich rund 65 km entfernt vom Ort ihres Verschwindens wird Emilias Leiche entdeckt.

Der Täter legte Gewichte auf den Körper, aber er kam trotzdem an die Oberfläche. Der Körper war in einem schrecklichen Zustand, natürlich nach so vielen Monaten, aber man konnte auch einige Dinge finden. Sie hatte beispielsweise Klebeband um ihren Mund und ihr Gesicht, was später in dem Fall eine große Bedeutung hatte.

An einem Baum wurde eine Plastiktüte gefunden mit Dingen, die in Verbindung mit dem Täter stehen könnten. Auch Charlotte Kppel verfolgt den Fall. Sie ist forensische Psychologin und unterstützt die dänische Polizei bei komplizierten Mordfällen auf der Suche nach den Tätern. Ich dachte, es gibt zwei Möglichkeiten.

 Es kann jemand sein, der das wirklich absichtlich getan hat, der nach einem Opfer gesucht und ein Opfer gefunden hat. Aber es kann auch jemand sein, der zu weit gegangen ist und es nicht absichtlich getan hat. Beide Möglichkeiten sind natürlich nicht in Ordnung, aber es sind zwei sehr unterschiedlich motivierte Täter, die wir hier suchen.

Ein Detail vom Leichenfundort ist auch für den Kriminalexperten Bent Isaga Nilson besonders irritierend. Als sie die Leiche 6 Monate später fanden, befand sich in ihrem Haar eine Art Spielzeugbürste, eine kleine Haarbürste, eine Spielzeugbürste im Haar der Toten Emilie. Was hat das zu bedeuten? Der Fall wird immer rätselhafter.

 Charlotte Kppel beschäftigt sich mit Fällen wie diesem. Sie weiß, um die Fantasien der Täter und ihrem Drang immer wieder ein Opfer in ihre Gewalt zu bringen. Einige von ihnen brauchen immer schneller die Art von Kick, den sie während eines Mordes bekommen. Manche brauchen dieses Erlebnis später. Einige nehmen beispielsweise Souvenirs nach dem Mord mit, ein Mädchenb, eine Bluse oder was auch immer sie mitnehmen und sie behalten das, was es auch immer sein mag.

Es könnten auch Haare oder sowas sein. Sie nehmen es mit nach Hause und das kann sie dann für eine Weile erfüllen. Die dänische Polizei ist alarmiert. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann Emilies Mörder erneut zuschlägt. Monate später kann die Polizei ein Detail veröffentlichen, das Hoffnung macht, dass der Täter gefunden werden könnte.

Es gab einen Hinweis, dass es ein sehr schlechtes Foto vom Bahnhof gibt. Es wurde im Bahnhof aufgenommen, wo es ein Kiosk gibt, an dem man Dinge kaufen kann. Aber man kann auch durch eine Glastür sehen. Dort erkennt man, dass zu einem sehr relevanten Zeitpunkt ein Auto draußen vorbeifährt. Es wurde daraufhin enorm viel getan, um dieses Auto zu identifizieren, weil zu dieser Zeit fahren nicht so viele Autos in der Gegend herum.

 Nachts in einer dänischen Kleinstadt. Die Polizei veröffentlicht das Überwachungsvideo in der Hoffnung auf brauchbare Hinweise. Die Bildqualität ist extrem schlecht, das Auto kaum zu erkennen. Dennoch gelingt es einem Experten den Wagen als Been Hyundai zu identifizieren. Sie haben eine Menge unternommen, um den Fahrer dieses Hyundai zu finden.

[räuspern] War eine Art Experiment, weil sie nicht absolut sicher waren, ob das alles etwas mit der Tat zu tun hat. Es ist das, was man als Lücke bezeichnet, die man schließen muss. Man muss sich sicher sein, selbst wenn es nur ein unschuldiger Zeuge ist, wir müssen den Fahrer dieses Autos finden. Hunderte Fahrer, hunderte Halter dieses Autotyps wurden befragt.

Was die Polizei nicht ahnt, unter den befragten Autofahrern befindet sich tatsächlich Emilias Mörder. Doch er verhält sich unauffällig und bleibt deshalb zunächst unentdeckt. Zwei Jahre sind seit dem Mord vergangen und die Polizei kommt einfach nicht weiter. Bent Isailson ahnt und befürchtet aufgrund seiner kriminalistischen Erfahrung, dass der Mörder nach neuen Opfern sucht.

Er war immer auf der Jagd nach neuen Opfern. Ich glaube, er war viele Male unterwegs. Aus irgendeinem Grund hat er zunächst niemanden mehr angegriffen. Aber ich glaube, er hat darüber fantasiert, damit er von diesen Fantasien zähren konnte. Doch ab und zu musste er seinen Fantasien nachgeben und dann hat er ein Mädchen oder eine junge Frau angegriffen.

Im Jahr 2018 versucht der Unbekannte ein 15-jähriges Mädchen zu kidnappen. Sie ging spazieren und telefonierte mit ihrer Mutter, als sie plötzlich in der Dunkelheit angegriffen wurde. Ihre Mutter hörte das mit, hörte ihre Tochter um Hilfe schreien und dann war plötzlich alles still. Sie entkamreifer, sie entkam.

 Er versuchte noch sie mit sich zu ziehen, aber sie schrie und sie kämpfte bis aufs Äußerste. So entkam sie und er rannte davon. An der Kleidung der 15-jährigen kann eine unbekannte männliche DNA Spur gesichert werden. Doch es gibt keinen Treffer in der Datenbank. Die Kollegen von Bent Isager Nielson kommen in dem Fall einfach nicht weiter.

Ernt, der gefährliche Mörder wird sich ein neues Opfer suchen. Und tatsächlich 2023 schlägt er wieder zu. Ein 13-jähriges Mädchen war mit dem Fahrrad unterwegs, hat Zeitungen ausgetragen. Dabei verschwand sie plötzlich. Ihre Eltern sagten natürlich, das stimmt etwas nicht. Sie war erst 13 Jahre alt und so wurde eine Suche gestartet.

Dieses Mal reagiert die Polizei sofort. In der Nähe seines Zuhauses wird das Fahrrad des Mädchens gefunden und ihr Handy und die Zeitungen, die sie austrug. Die Polizei geht sofort an die Öffentlichkeit. Es melden sich Autofahrer, die in der Gegend unterwegs waren und mit ihren Dashcamps andere Autos gefilmt hatten.

 Eines der Autos gehört dem 33ährigen Manager Philip W. Jahre zuvor war er zu Mord an Emilie befragt worden, weil er damals einen Hyundai fuhr. Ist der Mann der gefährliche Unbekannte? Die Polizei stürmte das Haus und fand das 13-jährige Mädchen. Es war am Leben. In einem Zimmer in diesem Haus war sie gefesselt und hatte schlimme Verbrechen über sich ergehen lassen müssen.

Schreckliche, schreckliche Dinge. Er hatte sie mehr als 24 Stunden gefangen gehalten. Philip B wird festgenommen wegen Entführung und Vergewaltigung einer Minderjährigen. Jetzt kommt auch im Mordfall Emilie nicht ins Dunkel. Diese Haarbürste, die Sie in Emilias Haaren fanden, passt in vielerlei Hinsicht zu Dingen, die man auf Philips Computer gefunden hat.

 Er hatte nach diesen kleinen Bürsten gesucht. Er hatte Interesse an Kinderhaaren und Bürsten. Es gab viele, viele Dinge, die sich fügten, als sie ihn fanden und sein Haus durchsuchten. Unter anderem eine Rolle Klebeband, deren Abrisskante exakt zu dem Streifen passte, mit dem Emilies Mund verklebt war.

 Als bekannt wird, dass der gutaussehende Manager der Mörder von Emilie und der Kidnapper einerjährigen ist, beschäftigt sich auch die forensische Psychologin Charlotte Kappel mit ihm. Das beängstigendste für mich, als ich zum ersten Mal ein Foto von ihm sah, war, wie normal er aussah und gar nicht furchteinflößend. Er hatte eine Persönlichkeitsstörung, die ihn dazu brachte, in sich selbst in seiner eigenen Fantasiewelt zu leben.

 Er hatte Fantasien, von denen niemand in seinem Privatleben eine Ahnung hatte, egal wie nah er ihm [räuspern] stand, weil er es wirklich gut verbergen konnte. Philip W hat Emilie umgebracht. Das wird im Laufe der Ermittlungen bewiesen und seine DNA passt zu der Spur, die an der Kleidung der beinahe entführten 15-jährigen gefunden wurde.

 Dass er die 13-jährige gekidnappt hat, darüber gibt es keine Zweifel. Schließlich wird sie unter seinem Bett gefunden. Bentager Ganelsen ist sicher. Wäre er nicht geschnappt worden, er hätte wahrscheinlich weitere schwerwiegende Verbrechen begangen. Wäre das 15-jährige Mädchen nicht entkommen, wäre das 13-jährige Mädchen nicht von der Polizei befreit worden, hätten wir das gleiche Muster wie im Fall Emilie gesehen.

 Er hätte sie eine Weile festgehalten und dann hätte er sie getötet. Wir sehen das Profil eines sehr gefährlichen Mannes, der zum Serienmörder geworden wäre, wenn er nicht gestoppt worden wäre. Ich denke, Philip hätte niemals von sich aus aufgehört. Er hätte das getan, was die meisten von diesen Menschen getan haben.

Er hätte weitere Opfer auf dem Gewissen. Ich denke, er musste gestoppt werden. Von alleine hätte er niemals aufgehört. Philip W hat nie etwas zur Sache ausgesagt. Niemand weiß, wie lange er Emilie in seiner Gewalt hielt, bevor er sie tötete. Eine schreckliche Ungewissheit für ihre Familie. Am 28. Juni 2024 wurde Philip W zu lebenslanger Haft verurteilt.

Achtung, dieser Podcast behandelt Themen wie Mord, Folter, Sexualverbrechen und extreme Gewalt, auch gegen Minderjährige. Der Inhalt kann daher retraumatisierend wirken, insbesondere bei Personen mit posttraumatischen Belastungsstörungen. Dieser Podcast ist nicht für Kinder unter 14 Jahren geeignet.

 Jugendliche sollten von ihren Eltern begleitet werden. Am Morgen des 30. Juli 1982 drehte sich der 50-jährige Gilbert Paul Jordan auf seiner schmutzigen Matratze um und blickte direkt in das Gesicht einer toten Frau. Anstatt zusammenzuzucken oder um Hilfe zu rufen, stand Jordan auf, streckte sich und ließ einen Blick durch den Hinterraum seines Friseursalons schweifen.

 Er lächelte, als er die leeren Wodfaschen auf dem Boden sah. Nach einem kräftigen Schluck Wodka rieb er sich nervös die Hände und nahm eine betont ängstliche Haltung ein. Dann machte er mehrere kurze Atemzüge und versuchte wie jemand zu klingen, der durch den Fund einer Leiche traumatisiert ist. Als er sich bereit fühlte, griff Jordan zum Telefon und wählte die Nummer seines Anwalts, fest entschlossen, sich auch aus diesem Mord herauszulügen.

Hallo, ich bin Max Spallik und das hier ist Serienkiller, ein Podcast von Bose Park Productions nach einem Spotify Original. In jeder Episode tauchen wir in die Gedankenwelt und den Wahnsinn von Serienkillern ein. Und mein Name ist Diane Helscher. Willkommen zu einer neuen Episode von Serienkiller, einer neuen Doppelfolge.

 Diesmal werfen wir einen Blick auf Gilbert Paul Jordan. den Mörder, der auch als der trinkende Barbier bekannt wurde. Bei dieser Episode sprechen wir über Jordans frühere Alkoholabhängigkeit. Wir untersuchen auch, wie der Alkohol seinen unersättlichen Sexualtrieb, seine kriminelle Energie und sein Verlangen, Frauen zu töten, angeheizt hat.

In der nächsten Folge beleuchten wir Jordans tödliche Herrschaft als Vancouvers trinkfreudiger Barbier und untersuchen, wie seine einzigartige Vorgehensweise ihm half, mit Mord davon zu kommen. Abonniert Serienkiller am besten jetzt gleich, um keine Folge zu verpassen. Alkoholismus ist eine Krankheit, die die Menschheit seit Jahrhunderten plagt.

Heute leben weltweit schätzungsweise 107 Millionen Menschen mit einer alkoholbedingten Störung. Viele greifen zur Flasche, um durch den Tag zu kommen und können mit dem Trinken nicht aufhören, obwohl die Folgen verheerend sind. Bei manchen führt der Alkoholkonsum dazu, dass ganze Familien zerstört, Ehen beendet werden und er kann sogar lebensbedrohliche Krankheiten wie Leber versagen oder Krebs verursachen.

 Für viele ist das der absolute Tiefpunkt des Alkoholismus. Doch für Jordan kam es noch schlimmer. Jordan war kein gewöhnlicher Alkoholiker, denn der Alkohol machte ihn nicht nur zu einem Schurken und Betrüger. Er trug auch zu seiner mutemaßlichen Mordlust bei. Gilbert Paul Jordan wurde im Dezember 1931 als zweites Kind von Jack und Winniefse in Vancouver British Columbia geboren.

Um seine Familie und insbesondere seinen älteren Bruder But zu schützen, weigerte sich Jordan stets öffentlich über seine Kindheit zu sprechen. Daher ist nur sehr wenig über seine frühen Jahre bekannt. Wir wissen, dass seine Eltern sich trennten, als Jordan und But noch klein waren und dass die Jungen bei ihrem Vater lebten.

Die Scheidung von Jack und Winnie Freed schien einvernehmlich verlaufen zu sein. Beide Eltern heirateten später wieder und trotz der räumlichen Trennung blieb Jordan seiner Mutter eng verbunden. Wenn wir das Leben eines Serienmörders betrachten, werfen wir oft einen Blick auf seine Kindheit.

 Meistens können wir auf Momente von Missbrauch und Vernachlässigung hinweisen, die zur Entwicklung einer abnormalen und gewalttätigen Persönlichkeit beigetragen haben könnten. Im Fall von Jordan gibt es jedoch keine bekannten frühen Traumata. Sein Bruder Batt behauptete, er und Gilbert seien von ihren Eltern gleichermaßen geliebt und umsorgt worden.

 Während Bart zugab, dass Gilbert ein seltsames und oft missverstandenes Kind war, betonte er aber auch, dass Jack und Winnie Freed nicht die Schuld daran trugen. But bestand außerdem darauf, dass Gilbert sich selbst sein größter Feind war. Er gab immer anderen die Schuld an seinen Problemen. Und Gilbert Paul Jordan hatte wirklich Probleme.

 Um 1944 im Alter von 13 Jahren, brach er die Schule ab und kehrte nie wieder dorthin zurück. Kurz darauf begann er viel zu trinken, obwohl niemand weiß, was ihn dazu brachte. Sein Vater hatte keine Probleme mit Alkohol und seine Mutter war Zeitlebensabstinenz und duldete auch keinen Alkohol im Haus. Und doch betrachtete sich Jordan bereits mit sechn Jahren als vollwertigen Alkoholiker.

Auch wenn die Gründe für seinen frühen Alkoholismus schwer zu ergründen sind, so steht doch außer Frage, dass es sein Leben tiefgreifend beeinflusst hat. Es wäre jedoch zu kurz gegriffen, seine späteren Verhaltensaufälligkeiten nur auf seinen Alkoholismus zurückzuführen. Laut einer Studie von Dr.

 Gert Dom, die 2006 in der Fachzeitschrift Addictive Behaviors veröffentlicht wurde, zeigen frühe Alkoholiker ein höheres Maß an Impulsivität, Sensationslust und Aggressivität als Menschen, die erst später Alkoholabhängig werden. Untersuchungen des National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism zeigen jedoch, dass die Krankheit nicht die Ursache für enthemmtes Verhalten ist.

Tatsächlich zeigen fast alle Jugendlichen, die früh alkoholabhängig werden, schon lange vor dem ersten Glas, einen Mangel an Selbstkontrolle. Welche psychischen Probleme Gilbert auch immer gehabt haben mag, der Alkohol hat sie möglicherweise nicht verursacht, sondern nur verstärkt. Die Auswirkungen wurden auf jeden Fall immer deutlicher.

 Unfähig, sich aus dem Teufelskreis der Abhängigkeit zu befreien, zeigte Jordan seltsame Verhaltensweisen, die seine Fähigkeit zu sozialen Interaktionen beeinträchtigten. Die anderen Jugendlichen kannten ihn als jemand, der jeden unter den Tisch trinken konnte. Aber das war auch schon alles. Richtige Freunde schien er nicht zu haben, geschweige denn eine Freundin.

Dies war besonders problematisch, da der Alkohol auch seinen unersättlichen Sexualtrieb anstachelte. Um seine Bedürfnisse zu befriedigen, hielt er sich häufig im Rotlichtviertel von Vancouver auf, wo er Sexarbeiterinnen antraf. Da es ihm schwer fiel, selbst Kontakte zu knüpfen, bezahlte er diese Frauen häufig für Sex.

Neben Alkohol und Sex experimentierte Jordan auch mit Drogen und Kleinkriminalität. Als 18-Jähriger wurde er wegen Autodiebstahls zu 12 Monaten Gefängnis verurteilt. Bis 1960 hatte er eine lange Liste von Straftaten angehäuft, darunter Körperverletzung, Einbruch, Heroinbesitz und Trunkenheit am Steuer.

 Doch 1961 entwickelte er sich von einem Kleinkriminellen zu einer echten Bedrohung für die Gesellschaft. Im Frühjahr dieses Jahres entdeckten Polizeibeamte in Vancouver ein am Straßenrand geparktes Auto. Bei der Kontrolle fanden sie den 29-jährigen Jordan mit einem fünfjährigen indigenen Mädchen. Jordan wurde der Entführung beschuldigt, wobei in einigen Berichten auch von einer Vergewaltigung des Kindes die Rede war.

 Darüber hinaus sind die Einzelheiten der Entführung unklar. Und was genau an jenem Tag in dem Auto geschah, bleibt im Dunkeln. Nach seiner Verhaftung wurde das Verfahren gegen Jordan eingestellt und er wurde nie für seine Taten verurteilt. Zwar entging er einer strafrechtlichen Verfolgung, doch schien ihn das Erlebnis stark zu prägen.

 Im Dezember 1961 drohte er von der Alliance Gatebridge in Vancouver zu springen. Die Polizei wurde über den Stau informiert und machte sich auf den Weg. Vor Ort fanden sie einen betrunkenen Jordan, der am Geländer stand und drohte sich umzubringen. [räuspern] Die Polizei versuchte ihn zu überreden, herunterzukommen, aber er weigerte sich.

Schließlich riefen sie Gilberts langjährigen Anwalt zur Hilfe, dem es gelang, ihn in Sicherheit zu bringen. Nach dem Vorfall wurde er wegen Trunkenheit in der Öffentlichkeit angeklagt, doch sein rücksichtsloses Verhalten ging weiter. Bei der Gerichtsverhandlung einige Monate später begrüßte er den Richter mit dem Hitlergruß.

Jordan wurde der Missachtung des Gerichts für schuldig befunden und zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Nach seiner Freilassung geriet der 31-jährige Jordan erneut mit dem Gesetz in Konflikt. Im Januar 1963 stand erneut vor dem Richter. Dem Gericht wurde berichtet, dass er im März 1962 zwei Frauen aus dem Armenviertel angesprochen und mit dem Versprechen von Alkohol in sein Auto gelockt hatte.

 Sie fuhren eine kurze Strecke zum Cole Harbor, wo sie parkten und große Mengen Wodka aus Pappbechern tranken. Als der Frauen vom vielen Trinken übel wurde, stieg sie aus, um frische Luft zu schnappen. Zu ihrem Entsetzen schloss Jordan sofort die Tür, sperrte die andere Frau im Auto ein und fuhr mit Vollgas davon.

Er fuhr Richtung North Vancouver, wo er die Frau vergewaltigt haben soll. Anschließend stieß er sie auf die Straße und flüchtete mit den Handtaschen der beiden Frauen. Die Frauen erstatteten Anzeige und Jordan wurde wegen Diebstahls und Vergewaltigung angeklagt. Aus Mangel an Beweisen wurde er vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen.

 Da er jedoch immer noch im Besitz der Handtaschen war, wurde er wegen zweifachen Diebstahls zu zwe Jahren Gefängnis verurteilt. Jordan nutzte die Zeit hinter Gittern, weder zur Besserung noch zur Überwindung seiner Sucht. Nachdem er erfolgreich Berufung gegen das Urteil eingelegt hatte, verfiel er noch mehr dem Alkohol und entwickelte einen schier unstillbaren Hunger nach Sex.

Im Januar 1965 machte sich der inzwischen 33-jährige auf den Weg, um seine Laster zu befriedigen. Dabei lernte er die Telefonistin Ivy Rose Oswild kennen. Die 52-jährige Luke Jordan vermutlich in ihr Hotelzimmer in Vancouver ein, in der Annahme einen harmlosen Abend zu verbringen. Doch statt eines gemütlichen Absackers zwischen zwei Fremden nahm der Abend eine düstere Wendung.

Wahrscheinlich zwang Jordan sie dazu, immer weiter zu trinken. Vermutlich kam es zwischen ihnen auch zum Geschlechtsverkehr. Ob einvernämmlich oder nicht, werden wir nie erfahren, denn Ivy Rose Oswald wurde am nächsten Morgen tot und unbekleidet auf ihrem Hotelbett aufgefunden. Sie starb an einer Alkoholvergiftung.

Studien zeigen, daß Todesfälle durch Alkoholvergiftung meist ab einem Blutalkoholwert von über drei Promille auftreten. Oswells Wert lag bei erschreckenden 5,1 Promille. Jordan wusste, dass er sie zu viel hatte trinken lassen, aber er erkannte auch, dass es keine Beweise für ein Verbrechen gab.

 Vielleicht wollte er seine Trinkpartnerin in dieser Nacht gar nicht töten. Jedenfalls rief er selbst die Polizei und gab an, neben seiner Verabredung aufgewacht zu sein und sie tot aufgefunden zu haben. Angesichts der Beweislage glaubten die Behörden seine Geschichte und stuften Ivy Rose Oswells Tod als Unfall ein. Als Jordan als freier Mann aus dem Hotel wankte, wurde ihm eins klar.

Er hatte gerade entdeckt, wie man mit Mord davon kommt. Obwohl einige vermuten, er habe seinen ersten Mord genossen, war sich Jordan durchaus bewusst, dass seine Taten dem Ruf seiner Familie schaden könnten. Die Presseberichte über seine jüngsten Verhaftung waren für seine Eltern und seinen Bruder bereits zu viel.

 Also zügelte er sein Verhalten ein wenig. Eine Zeitlang befriedigte er sein Bedürfnis nach Chaos und Aufregung mit Verbrechen, die nicht so abscheulich waren wie Mord. Zwischen 1966 und 1971 wurde er wegen Trunkenheit am Steuer, Autodiebstahl, Einbruch, Exhibitionmus und Körperverletzung verhaftet. Die Strafen für seine Vergehen waren mile.

 Geringe Geldstrafen, Bewährung oder bestenfalls einige Wochen Gefängnis. Offenbar sahen die Gerichte in Jordan keine besondere Bedrohung. Auf sich allein gestellt, kehrte er ins Rotlichtviertel zurück, um seine sexuellen Gelüste zu befriedigen. Er nahm weiterhin die Dienste von Sexarbeiterinnen in Anspruch und missbrauchte wehrlose Frauen.

 Dabei schien er nicht völlig gefühllos zu sein. 1971 begann der 40-jährige Jordan eine Beziehung zu der 46-jährigen Renona. Im Gegensatz zu den meisten seiner früheren Sexualpartnerin war sie geschieden und hatte nie als Sexarbeiterin gearbeitet. Vielleicht war das ja der Grund, warum sich die Beziehung so gut entwickelte und er sich halsüberkopf in sie verliebte.

Leider konnte ihn seine Liebe zu Renona nicht vom Fremdgehen abhalten. Er schlief regelmäßig mit Sexarbeiterinnen und beging eine Reihe von Sexualdelikten. Vermutlich wusste Renona nichts von Jordans verwerflichem Verhalten, denn Anfang 1973 willigte sie ein, ihn zu heiraten. Doch die Ehe stand von Anfang an unter keinem guten Stern.

Bereits im ersten Ehejahr wurde Jordan dreier Sexualdelikte überführt. Der erste Fall ereignete sich, als der 41-jährige eine Gruppe von Kindern zum Fernsehen nach Hause einlut und sich vor ihnen entblöße. 7 Monate später bemerkte er eine junge Frau am Straßenrand und hielt an. Sie erzählte ihm, dass ihr das Benzin ausgegangen sei und er bot ihr an, sie nach Hause zu fahren.

Die Frau stieg ein und Jordan fuhr eine lange, einsame Straße entlang. Irgendwann hielt er an und lud sie ein, mit ihm zu trinken. Als sie die Gefahr spürte und versuchte auszusteigen, verriegelte er die Türen. Dann öffnete er seine Hose und verging sich an ihr. Glücklicherweise kam ein anderes Auto vorbei, das der Frau die Chance zur Flucht gab.

 Sie nutzte die Gelegenheit, entriegelte die Tür, rannte auf die Straße und schrie um Hilfe. Der andere Fahrer nahm sie sofort mit und brachte sie in Sicherheit. Jordans letzter Überfall im Jahr 1973 ereignete sich gegen Ende des Jahres. Nach dem Einkaufen entdeckte er eine junge Frau, die in der Eiseskälte auf ein Taxi wartete. Er bot der frierenden Frau an, sie mitzunehmen.

 Er müsse nur kurz seine Einkäufe zu Hause lassen. Sie nahm das Angebot an und stieg ein. Zu Hause angekommen, half sie ihm die Einkäufe nach oben zu tragen. Zum Dank bot Jordan ihr heißen Gewürz an. Sie trank ihn aus und trank noch mehr. Schließlich war die Frau so betrunken, dass sie das Bewusstsein verlor.

 Als sie Stunden später erwachte, stand er mit heruntergelassenen Hosen vor ihr. Jordan versuchte die junge Frau zum Sex zu überreden. Als sie sich weigerte, wurde er gewalttätig und verging sich an ihr. Als er damit fertig war, wartete sie, bis er eingeschlafen war, bevor sie aus seiner Wohnung floh. Was genau vor Gericht geschah, ist unklar, aber wir wissen, dass Jordan keine nennenswerte Strafe für seine Verbrechen erhielt.

 Dies ermutigte ihn wahrscheinlich, sein gewalttätiges Verhalten fortzusetzen, ohne ernsthafte Konsequenzen befürchten zu müssen. Jordans impulsive und aggressive Persönlichkeit beschränkte sich nicht auf wahllose Angriffe auf Fremde. Er soll auch Rinona während ihrer Ehe misshandelt haben. Sie wurde Ende 1973 einmal und 1974 zweimal ins Krankenhaus eingeliefert.

Nach einem Krankenhausaufenthalt Anfang 1974 stellten die Ärzte fest, dass ihr Ehemann im Krankenhaus Drohanrufe tätigte und die Entlassung seiner Frau verlangte. Glücklicherweise wurden seine Forderungen abgelehnt. Seine Frustration schlug schnell in Wut um. Da seine Frau außer Reichweite war, ließ Jordan seine Aggressionen wahrscheinlich an den Frauen der Umgebung aus.

Zu dieser Zeit verbüste er auch eine sechsmonatige Haftstrafe wegen früherer Gewalttdelikte. Ende September 1974 wurde er entlassen. Nur einen Monat später war Renona wieder im Krankenhaus. Aufgrund seines früheren Verhaltens gegenüber dem Krankenhauspersonal durfte Jordan seine Frau nicht besuchen. Also verkleidete er sich und schlich sich ins Krankenhaus, um sie herauszuholen.

Der Plan scheiterte klärlich. Das Krankenhauspersonal erkannte Jordan sofort und verhaftete ihn. Renona konnte ihre Genesung in Ruhe beenden. Vielleicht genau die Zeit, die sie brauchte, um neue Kraft zu schöpfen. Im Oktober 1975 fand Renona endlich den Mut, Jordan für immer zu verlassen.

 In Polizeibegleitung ließ sie sich zum Flughafen bringen. Von dort aus wollte sie nach Kalifornien fliegen, in der Hoffnung, nie wieder ein Wort mit ihrem Mann wechseln zu müssen. In einem verzweifelten Versuch, sie in Kanada zu halten, meldete Jordan eine Bombendrohung gegen Rinonas Flugzeug. Die Behörden nahmen ihn sofort fest und klagten ihn wegen Gefährdung der Flugsicherheit an und Jordan legte erfolgreich Berufung gegen die Anklage ein.

Dies war ein weiterer juristischer Erfolg für ihn. Auch wenn er zeitweise hinter Gittern saß, seine Erfolgsbilanz bei Berufung war beachtlich. Immer wieder schien er harten Strafen zu entgehen, was ihn unbesiegbar machte. Doch 1976 musste Jordan feststellen, dass die Behörden ihn genauer im Auge hatten, als er dachte.

Hier bei Serienkiller geht’s gleich weiter. Die Staatsanwaltschaft beantragte ihn als gefährlichen Sexualstraftäter, im Englischen kurz DSO einzustufen. Nach kanadischem Strafrecht ist ein DSO, eine Person, die nicht in der Lage ist, ihre sexuellen Impulse zu kontrollieren und die mit hoher Wahrscheinlichkeit anderen Menschen Schmerzen, Verletzung oder andere Schäden zufügen könnte.

 Mit diesem Status hätte Jordan auf unbestimmte Zeit inhaftiert werden können. Jordans Anwalt beauftragte Dr. Tibor Besser als Gutachter. M. Zeit Codirektor der psychiatrischen Notaufnahme des Vancouver General Hospital. Nach mehreren Gesprächen und psychologischen Tests kam er zu dem Schluss, dass Jordan zwar Anzeichen einer Psychopathie aufweise, aber nicht das Profil eines DSO erfülle.

Die Staatsanwaltschaft bestellte ihrerseits den Psychiater Robert Lad Whitman als Sachverständigen. Dr. Whman hatte Jordan bereits 1962 im Gefängnis untersucht und bei ihm eine antisoziale Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Das DSM5 Klassifikationssystem für psychische Störungen, das von der American Psychiatric Association herausgegeben wird, definiert die antisoziale Persönlichkeitsstörung als eine Störung des Denkprozesses, die durch soziale Verantwortungslosigkeit und abweichendes oder kriminelles Verhalten gekennzeichnet ist.

Typische Merkmale sind Unaufrichtigkeit, Impulsivität, Aggressivität, Verantwortungslosigkeit und die Verletzung der Rechte anderer. All diese Verhaltensweisen gehen mit einem Mangel an Schuldbewusstsein einher, was auf einen Mangel an Empathie hindeutet. Menschen mit dieser Störung neigen zwar zu Gewaltverbrechen, sind aber durchaus therapierbar.

 Nur wenn zusätzlich eine Psychopathie vorliegt, sind die Chancen auf ein normales Leben deutlich geringer. Da Jordan ein diagnostizierter Psychopath war, sah Dr. Whitman eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass er in Freiheit anderen Menschen Leid und Schaden zufügen würde. Da sein Gutachten jedoch auf einer 14 Jahre alten Untersuchung beruhte, zögerte der Richter Jordan lebenslang einzusperren.

 Die Staatsanwaltschaft protestierte mit der Begründung, er habe bei der Untersuchung nicht kooperiert und sich geweigert, mit ihrem psychiatrischen Team zu sprechen. Dr. Whmmans Einschätzung gab dem Richter zwar zu denken, doch obwohl er Jordan in der Vergangenheit als gefährlichen Sexualstraftäter einstufte, bezweifelte er, dass dies auch für die Zukunft gelte.

 So konnte derjährige im November 1976 als freier Mann gehen. Er hätte hinter Gittern bleiben sollen, denn nur zwei Monate später wurde er in Cold Lake, Alberta wegen exhibitionistischer Handlung verhaftet. Ein Monat später beginn er ein weiteres schockierendes Verbrechen. Am 21. Februar 1977 besuchte Jordan das Alberta Hospital und nahm eine Patientin mit.

 Laut Aussage eines nicht zugelassenen Psychiaters im Vorverfahren war die Frau, nennen wir sie Nora, 47 Jahre alt, hatte aber den Verstand eines Kindes. Jordan gab sich als Arzt aus und lockte Nora in sein Auto. Dann fuhr er zu einem Hotel in Edmonton, wo er sie vergewaltigte, schlug und ihren Schmuckstahl. Nach drei Tagen exzessiv Wodkonsum zwang Jordan Nora wieder ins Auto und fuhr Richtung Westen.

 Irgendwann hielt er in einem Straßengraben an und versuchte erneut sie zu vergewaltigen. Bevor die Situation eskalieren konnte, bemerkten vorbeifahrende Polizisten das geparkte Auto und kontrollierten es. Als die Beamten in Jordans Auto leuchteten, fielen ihnen sofort die leeren Schnapsflaschen auf, die auf dem Boden lagen.

 Außerdem sahen sie Prellungen und Kratze am Körper der Frau. Jordan behauptete, sie sei gestürzt, doch Nora widersprach. Jordan wurde verhaftet. Die Anklage lautete auf Entführung, Freiheitsberaubung mit sexueller Absicht, Vergewaltigung, Geschlechtsverkehr mit einer geistig Behinderten Diebstahl und Körperverletzung. Da ihm keine Kaution gewährt wurde, blieb er mehr als zwei Jahre in Haft, bis der Prozess im April 1979 begann.

Aufgrund ihrer Entwicklungsstörung durfte Nora nicht als Zeugin aussagen. Ohne ihre Aussage und mit nur wenigen physischen Beweisen war der Fall gegen Jordan deutlich schwächer. Am Ende wurde er von allen Anklagepunkten freigesprochen mit Ausnahme der Körperverletzung. Er wurde zu den 26 Monaten verurteilt, die er bereits in der Justizvollzugsanstalt Forz Sketchwin in Untersuchungshaft verbracht hatte.

 Nach Abschluss des Verfahrens wurde Jordan freigelassen, ein fataler Justizirrtum. Im April 1979 wurde der 47-jährige Gilbert Paul Jordan nach über zweijähriger Haft entlassen. Nach seiner Freilassung erfuhr er zu seiner großen Freude, dass er genügend Kapital angespart hatte, um ein völlig neues Leben zu beginnen. Während seiner Haft hatte er von einem Verwandten eine kleine Erbschaft erhalten.

 Mit Hilfe [räuspern] eines Börsenmarklers investierte Jordan das Geld in Aktien. Doch das zusätzliche Geld förderte nur seine Sucht. Nach der erzwungenen Abstinenz im Gefängnis griff er sofort wieder zur Flasche und trank täglich etwa anderthalb Liter Wodka. Außerdem machte er wieder Jagd auf Frauen in Vancouvers Problemviertel Skid Row.

Irgendwann im Jahr 1980 lernte Jordan diejährige Mary Johnson kennen. Die genaue Art der Beziehung ist nicht bekannt, aber sie endete nicht gut für Mary. In der letzten Novemberwoche tätigte Mary einen beunruhigenden Anruf. Sie erzählte ihrer Schwergerin Lavana Gentrey, daß sie befürchte, jemand wolle sie umbringen.

 Als Lavana nach Einzelheiten fragte, weigerte sich Mary mehr zu sagen. Lavana hielt Mary für etwas paranoid, denn auch ri sich wieder zu melden, falls sie sich wirklich in Gefahr fühlen sollte. Eine Woche später war Mary tot. Ihr lebloser Körper wurde im Hotel in Quebec mit einem alarmierenden Blutalkoholgehalt von 3,4 Promille aufgefunden.

Die Ermittler kamen schnell zu dem Schluss, dass sie an einer Alkoholvergiftung gestorben war, möglicherweise Selbstmord oder ein Unfall. Nur der Anruf bei ihrer Schwägerin sprach dagegen. Die Behörden hörten sich Levanas Geschichte an, wiesen ihre Bedenken aber schließlich zurück. Weder im Hotelzimmer noch an Marys Leiche gab es Hinweise auf ein Verbrechen.

 Sie vermuteten, dass Levana durch den Tod ihrer Schwägerin verstört war und weigerte sich zu akzeptieren, dass Mary Selbstmord begangen hatte. Vielleicht um Lavanas Bedenken zu zerstreuen, erklärten die Behörden Marys Tod für unnatürlich und unfallbedingt. Leider mussten die Behörden weniger als 12 Monate später die gleiche Formulierung für einen weiteren Todesfall verwenden.

 Im September 1981 wurde die 27-jährige Barbara Ann Paul tot im Glenard Hotel aufgefunden. Ihr Blutalkoholgehalt betrug 4,1 pro Mille. Einigen Berichten zufolge arbeitete Barbara zeitweise als Sexarbeiterin und war als Alkoholikerin bekannt. Die Polizei hatte daher keine Bedenken, ihren Tod als unnatürlich und unfallbedingt durch Alkoholvergiftung einzustufen.

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