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Wahre Verbrechen I Die Spur des Verrats T – Part 2

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By sonds1
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 Sein Vater war ein entehrter Kriegsgefangener. Seine Mutter bestrafte und erniedrigte ihn. Schon im präpubertären Alter hatte Chicatilo schwere Probleme mit seiner Männlichkeit. Er sah sich selbst nicht als Mann. Wie konnte er erwarten, dass Frauen ihn respektierten, geschweige denn mochten? Also bevorzugte er seine Traumwelt.

 Er masturbierte häufig, miet andere Kinder und machte sich Sorgen darüber, was seine Mitschüler von ihm dachten. Während seiner gesamten Kindheit war Andrej von seiner Unzulänglichkeit besessen. Die Zeitbombe hatte angefangen zu ticken und während andere Jungen flirteten, fand Andrej eine andere Leidenschaft, in die er sich stürzen konnte, den Kommunismus.

Andrej wurde ein vorbildlicher sowjetischer Schüler, gleichermaßen intelligent und der Regierungspropaganda ergeben. In seinem Kopf würde die kommunistische Partei ein würdiger Ersatz für die Anziehung von Mädchen sein. Also setzte er sich hohe Ziele. Das Moskauer Universitätsprogramm für Rechtswissenschaften, der Eingang zur Spitzenpolitik der UDSSR.

Das war der sowjetische Traum, daß man aus den bescheidensten Anfäng zur Größe aufsteigen konnte, da der Kommunismus weder Reichtum noch Herkunft priorisierte. Und dieser Traum war nicht völlig unrealistisch. Ein anderer armer ukrainischer Junge hatte sich 5 Jahre vor Andrej für das Moskauer Rechtsprogramm beworben und wurde angenommen.

Der zukünftige Präsident Michael Gorbatschow. Aber Andrej hatte nicht so viel Glück. Er machte die Aufnahmeprüfung und wurde abgelehnt. Andrej gab der unrühmlichen Kriegsbilanz seines Vaters die Schuld. Er war jetzt 19, fast ohne Freunde und sein ganzes Selbstwertgefühl hing an seiner Intelligenz.

 Er konnte nicht akzeptieren, dass auch diese unzureichend war. So oder so mußte Chicatilu sich mit einer zweijährigen Fachschulausbildung in Ingenieurwesen zufrieden geben. Die Arbeit war wenig anspruchsvoll, aber etwas Bedeutendes kam aus dieser Zeit. Andrej fand seine erste Freundin Tadjana Narishana. Tadjana ist auch der Name von Andreys Schwester.

 Tatsächlich waren die beiden Tadjanas Freundinnen, was erklärt, wie Andrej sie kennenlernte. Trotz seiner Schüchternheit fand sie ihn charmant und gut aussehend, groß und breitschultrig. Die Beziehung stockte jedoch, als es um Sex ging. Andrej und Tadiana versuchten zweimal miteinander zu schlafen, aber beide Male konnte Andrej keine Erektion aufrecht erhalten.

Die Frage von Chicatilos: Impotenz ist zentral für das Chaos in ihm. Einerseits könnte es sein, daß seine Leistungsprobleme physiologisch waren, also rein körperlich. Aber angesichts Schikatilos Nervosität gegenüber Frauen und seiner häufigen Masturbation ist es viel wahrscheinlicher, dass seine Probleme mental waren.

Andrees Probleme mit Tadjana bestätigten alles, wovor er Angst hatte. Er wollte Frauen gefallen und konnte es nicht. Seine Männlichkeit hatte ihn buchstäblich im Stich gelassen. Nach ahn Monaten beendete Tatjana die Beziehung. Dieser Zyklus, Interesse, Intimität, Sex und Verlegenheit würde sich durch Andre 20er wiederholen.

 Er wurde in die Armee eingezogen, wo seine Kameraden bemerkten, dass er nie Mädchen von Partys nach Hause brachte. Andrej wußte, daß er nicht performen konnte und die anderen Männer machten sich auch noch über seine Impotenz lustig und beschuldigten ihn zusätzlich der Homosexualität. Und wenn er doch in einem Bett mit einem Mädchen landete, machte sie sich oft über seine Unfähigkeit lustig oder verbreitete Gerüchte über ihn.

 1993 blickte er auf diese Zeit mit einem Interviewer zurück. Mädchen sprachen hinter meinem Rücken und flüsterten impotent sei. Ich schämte mich so sehr. Ich versuchte mich zu erhängen. Meine Mutter und einige Nachbarn zogen mich aus der Schlinge. Können wir seinem Zeugnis über den Selbstmordversuch trauen? Schließlich stand der Weg Mordes vor Gericht und versuchte möglicherweise Sympathie zu gewinnen.

Wir werden in der nächsten Episode tief in Andres Zeugenaussage eintauchen, aber es ist wahr. Die Familie Chicatilo dokumentierte keinen Selbstmordversuch. Nur wenige traditionelle ukrainische Familien hätten das getan. Aber so oder so sprechen wir hier über Jahrzehnte schwerer Depression und Selbsthass. Und es gibt umfangreiche Dokumentation über den Zusammenhang zwischen Impotenz und Depression.

 Hätte Chicatilo seine 20er in Amerika verbracht, hätte er vielleicht Alfred Kinsys Sexual Behavior in the Human Maale gelesen, den bahnbrechenden Text über die Sexualwissenschaft. Er zeigte, dass die Sexualität eines Mannes kein Persönlichkeitsdefekt war. Es war ein biologisches Phänomen und das Verständnis der Wissenschaftler darüber entwickelte sich von Monat zu Monat.

Aber die sowjetische Gesellschaft war konservativer, wenn es um Sex ging und diese Forschung war für jemanden wie Chicatilo nicht zugänglich. Für ihn war er einfach kaputt. Er hatte in dieser Zeit zwar einige Erfolgserlebnisse, also den Abschluss der Fachschule, die Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei, aber seine Impotenz wurde seine Obsession.

Nach der Armee kehrte er kurz nach Jablotschneue zurück, entschied aber, daß er dort keine berufliche Zukunft hatte. Er entschied sich ins eigentliche Russland zu ziehen, in die Stadt Rodionovo Nesvite, nördlich der Großstadt Rostolf am Donn. Der Schlechter von Rostoff war nach Hause gekommen. Andrees Schwester machte sich Sorgen um ihn.

 Mit seiner Schüchternheit und seiner Depression lief er Gefahr, nie eine Frau zu finden. Also Lutadiana ihren Bruder zum Mittagessen ein und stellte ihn zufällig Faina Otna Cheva vor. Kurz Fenja. Fenja war auch Ende 20 und brauchte schnell einen Ehemann. Sie übersah Andrejs Schüchternheit und hielt ihn für eine gute Partie.

 Schließlich war er kein Alkoholiker und häuslicher Missbraucher. In Russland stellte ihn das vor die meisten heiratsfähigen Männer. Wir waren nie wirklich verliebt, nicht einmal, als wir geheiratet haben. Ich habe ihn nur geheiratet, weil er schüchtern und bescheiden war und nicht trank oder rauchte. Die beiden heirateten 1963.

Natürlich blieben Andrej sexuelle Probleme bestehen, aber er und Fenja fanden Wege damit umzugehen. Ihre Ehe war auf beiden Seiten eine Zweckgemeinschaft, sodass sie bereit waren, alternative Wege zu versuchen, insbesondere sexuell. Um Fenja zu schwängern, masturbierte Andrej z.B.

 auf ihren Bauch und benutzte seine Finger, um das Sperma in ihre Vagina zu schieben. Viele würden später fragen, wie Fenja sein bizarres sexuelles Verhalten übersehen konnte, aber es schien, dass die Dinge von Anfang an bizarr waren und Fenja akzeptierte es. Sie wusste, dass sie ihren Mann sexuell nicht erregte. Sie wusste auch, dass Andrej einen stabilen Job und mäßigen sozialen Einfluss hatte.

 Um das zu behalten, war sie bereit, einige ungewöhnliche Dinge im Schlafzimmer hinzunehmen. Auf diese unorthodoxe Weise brachte Fenja zwei Kinder zur Welt. Lis Miller 1967 und Juri 1969. Andrej Chicatilo war nun Vater. Zu diesem Zeitpunkt hatte er noch keine Verbrechen begangen. Er war ein stiller, sexuell frustrierter, chronisch depressiver Mann.

 Äußerlich führte er ein typisch sowjetisches Leben. All dies würde sich ändern, als er beschloss, Lehrer zu werden. In den 1970er Jahren befand sich der kalte Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion in einer Phase der Entspannung und die sowjetische Wirtschaft trat in ihre berüchtigte Era der Stagnation ein. Der sowjetische Einfluß lockerte sich und die USA konnten freiere Kritik üben.

Aber gerade als sein Land begann zu zerfallen, tat es auch Andrej Chicatilo. Es ist unklar, warum Chicatilo Lehrer werden wollte. Als er jünger war, mochte er keine Kinder und auch jetzt nicht. Er war intelligent, aber uninspirierend, ein distanzierter Intellektueller. Wie zu erwarten war, lief der Job schlecht.

 Chicatilos Schüler verspotteten ihn oft im Unterricht. Sie nannten ihn ganz, ein gängiges russisches Schimpfwort, und rauchten offen im Klassenzimmer. Jede Nacht kam er erschöpft und gedemütigt nach Hause. Er hatte gehofft, ein sowjetischer Führer zu werden, Teil des innersten Kreises des Kommunismus. Und jetzt verweigerten ihm sogar Kinder den Respekt.

 Es war der Tiefpunkt in Chicatilos Leben. Also beschloss er, sich Respekt mit Gewalt zu verschaffen. Die Vorfälle begannen langsam. Chicatilo platzte in die Zimmer der Mädchen im Wohnheim, während sie sich umzogen. Er fasste sich während des Unterrichts an. Er lehnte sich zu nah heran, um Hausaufgaben zu kritisieren. Dann wurde es schlimmer. viel schlimmer.

Einmal sollte eine Schülerin, nachdem sie den Unterricht gestört hatte, noch im Klassenzimmer bleiben. Als sie allein war, hielt sie fest und schlug sie mit einem Lineal, bis er plötzlich ejakulierte. Der Vorfall schockierte ihn. Er schloos sie im Klassenzimmer ein und floh. Sie mußte aus dem Fenster klettern, um nach Hause zu kommen.

Ein anderes Mal schwamm er auf ein Mädchen zu, das in einem Fluss in der Nähe der Schule badete, und packte sie, fasste ihre Brüste und Genitalien an. Ihr Schreien und Zappeln bereitete ihm immense Freude, aber sobald er zum Orgasmus kam, ließ er los. Nach dreßig Jahren Frustration hatte Chicatilo ein Ventil gefunden.

 Er wollte dominieren, wie in seinen frühen Fantasien, in denen er deutsche Soldaten fesselte. Für Chicatilo ging es aber nicht um patriotischen Stolz, es ging um Kontrolle. Sein ganzes Leben lang hatte er sich darüber gequält, ob er würdig war, Sex zu haben. Aber würde spielte keine Rolle, wenn sein Opfer keine Wahl hatte.

Und Kinder waren perfekte Ziele. Sie waren kleiner und schwächer und ihre Aussagen wurden oft ignoriert oder nie geteilt. Angst vor Fremden existierte im sowjetischen Leben nicht. Tatsächlich wurden Kinder angewiesen, unbekannte Erwachsene mit Tante oder Onkel anzusprechen. Sie sollten allen Erwachsenen vertrauen, nicht gegen sie sprechen.

 Durch dieses System befand sich Chicatilo in der perfekten Position, um zu missbrauchen. Die Missbräuche gingen bis 1974 weiter, bis die Gerüchte in der Schule zu zahlreich wurden, um sie zu ignorieren. Um keinen Skandal zu riskieren, bat der Schuldirektor Chicatelo leise zu kündigen. würde keinen Eintrag in seine Ärgte kommen. Das ermöglichte ihm, eine weitere Lehrerstelle in der nahelegenen Stadt Schacht zu bekommen.

 Dort nahmen die Missbräuche wieder zu. Das Leben in der Sowjetunion basierte auf Geheimhaltung. Vergewaltigung und Mord galten als Verbrechen des Kapitalismus und sollten daher in der UDSSR nicht vorkommen. Es war gefährlich für Zivilisten etwas anderes zu behaupten. Trotzdem brauchte Chicatilo mehr Privatsphäre, um seine Neigungen zu erforschen.

Er kaufte eine Hütte in einer Straße namens Meevoy Per Ulock für seine Experimente. Hier würde er betrunkene Sexarbeiterinnen und Teenager Mädchen herbringen. Rostolf war eine Stadt der Durchreisenden. Es war nicht schwer, ein Mädchen zu finden, das für eine warme Mahlzeit oder ein Wodgas Sex haben würde.

 Aber ihre Bereitschaft bedeutete Chicatilo nichts. Er konnte wieder nicht performen. Seine Lösung kam am 22. Dezember 1978, die Nacht, in der er seinen ersten Mord beging. Ihr Name war Lena Zagodova und sie war erst 9 Jahre alt. Tikatilo fand sie auf dem Heimweg von der Schule und bot ihr an, die Toilette seiner Hütte zu benutzen.

 Sobald sie drin war, ging alles schief. Chicatilo versuchte sie zu vergewaltigen, konnte aber keine Erektion halten. Wütend und verzweifelt zog er ein Taschenmesser und begann Lena in den Bauch zu stechen. Die Bewegung erregte ihn. Er stach weiter und ejakulierte schließlich auf sie. Und als er das Spermer in die Vagina des Mädchens drückte, sagte Lena etwas.

 Sie lebte noch. Also erwirkte Chicatilo sie, bis sie vollständig tot war. Dies könnte der wichtigste Moment in Chicatilos Leben gewesen sein. Er ersetzte Jahrzehnte des Selbsthases durch Ektase. Seine nutzlose Männlichkeit wurde durch ein neues Werkzeug ersetzt, sein Messer, dass er so oft in seine Opfer einführen konnte, wie er wollte.

Aber das Hochgefühl hielt nicht lange. Sobald er realisierte, was er getan hatte, geriet Shikatilo in Panik und versuchte die Beweise zu verstecken. Nachbarn berichteten, dass die ganze Nacht über Licht in der Hütte brannte. Zwei Tage später dann wurde Lenas Leiche in einem nahegelegenen Fluss gefunden. Als die Polizei die Nachbarn befragte, deuteten viele auf Chicilos Hütte.

 Sie hatten gesehen, wie ein älterer Mann junge Mädchen hinein und wieder herausbrachte und einige hatten in der Nacht Schreie gehört. Chicatilo hatte die Hütte gereinigt, aber nicht gründlich. Selbst eine oberflächliche forensische Untersuchung hätte den roten Ripper gestoppt. Diesmal rettete Fenja ihn, indem sie ein falsches Alibi gab.

 Sie bestätigte, was die Polizei ohnehin schon glaubte, daß ein verheiratetes, beschäftigtes Mitglied der Kommunistischen Partei unmöglich ein so blutiges Verbrechen begehen konnte. Stattdessen schnappte sich die Polizei einen örtlichen Perversen namens Alexander Kraftchenko. Kraftchenkoeswegs unschuldig, ein 25-Jähriger, der mehrere Vergewaltigungen und Morde begangen hatte, als er 17 war.

 Aber noch wichtiger war, daß er dem sowjetischen Bild eines gefährlichen Kriminellen entsprach. Wiederholungstäter, arm, offensichtlich geistig gestört. Die Untersuchung von Chicatilo hätte die Aufmerksamkeit der Vorgesetzten erregt. Die Untersuchung von Kraftchenko schnell erledigt. Kraftchenko verurteilt und für den Mord an Lena Zagodnova hingerichtet.

Chicatilo war hin und her gerissen. Ein Teil von ihm hatte Angst vor der Polizei und Angst vor dem, was er getan hatte. Aber ein anderer Teil von ihm wusste, dass er nicht widerstehen konnte. Zweieinhalb Jahre kämpfte er gegen den Drang zu töten, überwältigt von Gedanken an Lena. Aber das hielt nur bis September 1981.

Es begann damit, daß Chicatilo seinen Job verlor. Die Gerüchte über seine Übergriffe tauchten wieder auf. Die Schulleiter schlugen erneut eine stille Kündigung vor. Wieder kein Eintrag in seine Akte, aber Chicatiluo brauchte schnell einen neuen Job. Nach einer kurzen Suche nahm er ein ungewöhnliches Angebot an als Lagerverwalter.

Damals war die Arbeit eines Lagerverwalters eine einzigartige Tätigkeit in der sowjetischen Wirtschaft. Die Regierung lieferte Rohstoffe an eine Fabrik und setzte eine Quote fest. Die Fabriken sollten dann fertige Produkte herstellen und sie ohne Entschädigung an die Regierung zurückgeben. Dies sollte alles auf dem Stolz des Kommunismus basieren.

Was bedeutete, dass es häufig nicht funktionierte? Jemand mußte von Fabrik zu Fabrik gehen und bestätigen, dass die Arbeit tatsächlich erledigt wurde. Der Job erforderte soziale Fähigkeiten, die Chicatilo nicht hatte, aber seine Ausbildung und sein sozialer Status bedeuteten, dass er auf dem Papier überqualifiziert war.

 Außerdem hatte der Job einen Vorteil für Chicatilo. Er erforderte ständiges Reisen. Er wäre wochenlang unterwegs, weg von seiner Familie, anonym für alle. Es war die perfekte Tarnung für seine Jagd auf Opfer. Hinweis: Die folgende Geschichte enthält grafische Beschreibung von Vergewaltigung und Gewalt. Sein nächstes Opfer war Larissa Kchenko, eine siebzejährige Internatschülerin, bekannt für ihre abenteuerliche Persönlichkeit.

Sie traf Chicatilo an einer Bushaltestelle und stimmte zu, ihn in den Wald zu begleiten. Larissa war nicht naiv. Im Wald entspannen war ein russischer Euphemismus für Sex, wahrscheinlich im Austausch für Alkohol. Aber es waren über zwei Jahre seit Lenas Tod vergangen. Chicatilo hatte Pläne für dieses neue Mädchen.

Im nahgelegenen Wald fiel Chicatilo über Larissa her. Für einen charmanten älteren Mann war er rauer, als sie erwartet hatte. Sie wehrte sich, was Chicatilo erregte, aber wie immer reagierten seine unteren Regionen nicht. Laut Chicatilo begann Larissa ihn zu verhöhnen und zu verspotten. Wut ergriff ihn erneut, aber diesmal war sie vertraut.

 Lena war ein reiner Instinktakt gewesen, völlig ungeplant. Bei Larissa wusste er, was er wollte. Er begann Larissa brutal zu schlagen und stopfte ihr Erde in den Mund, um ihre Schreie zu ersticken. Er hatte kein Messer dabei. Vielleicht hatte er es vergessen oder absichtlich zurückgelassen. Es spielte keine Rolle. Die Erde erstickte Larissa, die Schläge brachen ihren Schädel.

 Sie starb langsam, schmerzhaft, genauso wie Chicatilo es wollte. Dann in einem Zustand verrückter Inspiration lehnte er sich über ihre Leiche und bis ihre Brustwarze ab. Ich verstehe, dass ich zerstört werden muss. Ich bin ein Fehler der Natur. Ich bin ein verrücktes Tier. Nach Lenas Tod war Chicatilo in einen Schock oder Panikzustand geraten.

 Jetzt feierte er, tanzte nackt und ekstatisch auf der Lichtung. Zum ersten Mal in seinem Leben wusste er, wie er sich glücklich machen konnte. Er musste es nur wieder tun. Neun Monate später fand sich Chicatile auf dem Heimweg vom Supermarkt neben der 13-jährigen Louisov Birjuk wieder. Sobald sie die Hauptstraße verlassen hatten, griff Chicatilo an, diesmal mit einem Küchenmesser.

 Der Gerichtsmediziner stellte 22 Stichwunden an Lubows Körper fest, die bemerkenswertesten an ihren Augenhöhlen. Chicatilo hatte ihre Augen ausgestochen. Nach Lubow versuchte Chicatilo nicht mehr seinen Drang zu unterdrücken. Im Jahr 1982 würde er innerhalb der nächsten sechs Monate sechs weitere Male töten und junge Mädchen mit dem Versprechen auf Essen oder Alkohol in den Wald locken.

Chicatilo versuchte normalerweise seine Opfer zu vergewaltigen oder in einigen Fällen einvernehmlichen Sex zu haben, bevor er es nicht schaffte, seine Erektion zu bekommen. versetzte ihn in seine animalische Wut, für die er Seil und ein Messer mitbrachte. Seine bevorzugte Methode blieb das Stechen, aber er entdeckte neue Perversionen bei jedem Opfer.

Wie Olga Stalmok, 10 Jahre alt. Chicatilos starch nicht nur 50 mal auf sie ein, er schnitt auch in ihre Genitalien und riss ihre Gebärmutter heraus. Das wird er auch bei den meisten seiner nächsten Opfer tun. Manchmal Stücke der Gebärmutter essen, bevor er sie wegwarf, sowie ihre Lippen, Zunge oder Brustwarzen abbeißen.

All dies geschah, während seine Opfer noch lebten und bei jedem von ihnen stellte er sicher, ihre Augen auszustechen. [räuspern] Die Gebärmutteroperation passt zu Andre Sex. Das Beißen geht mit seinem verrückten Tierverhalten einher. Das Detail der Augen verdient jedoch eine genauere Betrachtung. Zunächst erklärte Chicatilo: “Ich hatte gehört, dass das Bild des Mörders in den Augen seines Opfers bleibt.

 Aus diesem Grund versuchte ich meine anderen Opfer mit dem Messer die Augen zu verwunden.” Das stammt aus einem alten russischen Märchen, eines, das verwendet wurde, um Kinder mit Horrorgeschichten zu unterhalten. Aber später in derselben Aussage kehrte er zu dem Detail über die Augen zurück und beschrieb seinen ersten Mord.

 Ich bedeckte ihre Augen mit ihrem Schal, weil es schrecklich war, ihren Blick zu sehen. [räuspern] Chicatilo scheint gleichermaßen von der Qual seiner Opfer begeistert und verängstigt gewesen zu sein. Ihm war bewusst, was er tat. Aber ähnlich wie ein Süchtiger hatte er keinen Weg, sich selbst zu stoppen. Dies würde später der Kern seiner Verteidigung sein, und er würde auf seine zweijährige Pause nach Lena als Beweis für seinen Widerstand hinweisen.

 Aber in der Stadt Rostolf war es allzu einfach, rückfällig zu werden. Rostolf Amdon ist eine Stadt an der Grenze zwischen Europa und Asien. Sie diente als Zwischenstopp für Millionen von Menschen, von denen viele keine Papiere hatten. Als die Leichen in den Wäldern auftauchten, hatten die Ermittler oft Schwierigkeiten, die Opfer zu identifizieren, geschweige denn ihren Mörder.

Und bei all ihrem Gerede über den Sozialismus tat die Sowjetunion wenig, um ihrer verarmten Bevölkerung zu helfen. Diejenigen ohne Papiere verschwanden regelmäßig, besonders in Rost. Es war nicht ungewöhnlich, daß solche Frauen vom Tatort zur Leichenhalle kamen, ohne dass viel ermittelt wurde.

 Aber natürlich fielen diese Morde auf. Nach Lubov Biriuk bezeichnete die örtliche Polizei die Leichen als die Lesepolosa Morord russisch für Waldwegmorde. Aber bis Ende 1982 konnten sie die Morde nicht formell zu einem einzigen Fall zusammenführen. Der Mann an der Spitze war Major Michael Fettisov. Ein fähiger Polizist frustriert über seine mangelnden Beweise.

 Im Verdacht, dass ein einzelner Mörder am Werk war, entschied er sich Hilfe hinzuziehen, den Moskauer Forensiker Viktor Budakov. Anfang 1983 war Budakov der führende Experte seiner Abteilung für Fingerabdrücke, Ballistik, Fußabdrücke und andere Forensik. Aber er war der Wiederholungsarbeit müde geworden. Er wollte aus dem Labor herauskommen.

Fetisov lud ihn nach Rostoff ein, um beim Lesopolosamörder zu helfen. In jenem Sommer lieferte Chikatilu Burakov eine neue Reihe von Leichen. Zwischen [räuspern] Juni und August 1983 gab es sechs weitere Opfer. Und die Forensik war ein Albtraum. Die heißen Sommermonate beschleunigten die Zersetzung und hinterließen Skelettreste an Stelle von Körpern für die Polizei zur Identifikation, aber Budakow konzentrierte sich auf die Augenhöhlen.

 Wer sonst würde einem Kind die Augen ausstechen? Für ihn war dies der einzige Faktor, der bewies, welche Leichen zu den Lesopoloserorden gehörten. Es würde ausreichen. Am 6. September konnten Burakov und andere Moskauer Beamte sechs der Morde zu einem einzigen Fall zusammenführen. Trotzdem sind das Verknüpfen der Morde und das Lösen zwei verschiedene Dinge.

1983 ging in 1984 über, ohne dass Fortschritte erzielt wurden. Währenddessen erhöhte Chicatilo das Tempo. Im nächsten Jahr tötete er 15 Menschen, darunter den siebenjährigen Igor Dudwck, den ersten Jungen, der mit der Untersuchung in Verbindung gebracht wurde. Zu dieser Zeit dachten die Ermittler, dass Serienmörder nur entweder Männer oder Frauen angriffen, nicht beides.

 Chicatilo schien da keine Präferenzen zu haben, was die Ermittler verwirrte und spaltete. War dies wirklich der Mörder? War es ein Kult? Niemand schien in der Lage zu sein, mit einem Mörder wie Chicatilo umzugehen. Trotzdem hatten seine Impulse ihre Schwächen. Im Frühjahr 1984 stellte Chicatilo den Kontakt zu Tatjana Petrosan, einer alten Flamme, aus seinen Lehrertagen wiederher.

 Chicatilo schlug vor, daß sie ein Picknick machten, um ihre alte Flamme neu zu entfachen. Sie konnte sogar ihre zehnjährige Tochter Svetlana mitbringen. Zwei Opfer auf einmal zu nehmen wären neu für Chicatilo. Trotzdem hatte er lange darauf gewartet, Tatjana zu töten und konnte sich nicht beherrschen. Er musste das Risiko eingehen.

Während er und Tadiana entspannten, ging Lana in den Wald, um zu spielen. Als sie zurückkam, fand sie den höflichen, älteren Mann in ein blutgetränktes Monster verwandelt. Sie rannte um ihr Leben und Chicatilo folgte ihr. Als die Beamten die beiden Leichen fanden, warlane enthauptet, ihr Körper mit Wunden übersätt, aber das Mädchen war fast entkommen.

 Chicatilo müsste vorsichtiger sein, wenn er eine Festnahme vermeiden wollte. Aber das schien jeden Tag weniger wahrscheinlich. Die Zahl der Leichen stieg. Die Stadtbewohner stellten Fragen. Bis zum Sommer 1984 gab Mjoor Fetisov zu, dass die Ermittlungen völlig ins Stocken geraten waren. Selbst Ermittler Burakov schien ratlos.

Dann kam es zu einem glücklichen Zufall. Am 13. September 1984 beobachtete Inspektor Alexander de Zandokowski, wie ein älterer Mann auf mehrere Frauen an einem Bahnhof zuging und versuchte sie anzusprechen. Seine Taktik war unerbittlich. Bei jeder Ablehnung ging er direkt zur nächsten Frau und versuchte es erneut.

Zanowskowski folgte dem Mann volle neun Stunden lang und wurde immer misßrauischer. Um 5 Uhr morgens sah er, wie Chicatilu von einer prostituierten Oral befriedigt wurde und hielt ihn an. Chicatilo hatte einen kleinen Aktenkoffer. Zanowskowski forderte ihn auf, den Inhalt zu zeigen. Er enthielt ein Messer, ein Stück Seil und eine Dose Vaseline.

Zanoskowskis Verdacht war richtig. Dies war der Lesopoloser Mörder. Er verhaftete den Mann und fragte nach seinem Namen. Andrej Romanovic Chicatilo. Nach sechs Jahren und 32 Morden war Chicatilo gefasst. Aber die Geschichte sagt uns, dass Chicatilos endgültige Opferzahl über 50 lag. Wie konnte ein Mann, der auf frischer Tat ertappt wurde, noch 20 weitere Menschen töten, bevor er vor Gericht stand? Den zweiten Teil mit Andre Chicatilo hört ihr in der nächsten Folge von Serienkiller.

 Jeden Donnerstag gibt es eine neue Folge. Abonniert jetzt am besten den Podcast und gebt uns gerne eine positive Bewertung, wenn euch diese Folge gefallen hat. Uns würde das freuen. Serienkiller Mörder und ihre Geschichten ist ein Podcast von Bosopark Productions basierend auf einem Spotify original. Diese Folge wurde im amerikanischen Original geschrieben von Michael Pind.

Deutsche Produktion und Redaktion Mickey Sitch, Fabio Lautenschläger, Julia Ilan, Suholder und Chris Guse. Bis zur nächsten Folge hier bei Serienkiller. Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt. Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken.

Es ist der 11. Dezember 1982 in der Stadt Novo Schachtinsk und die zehnjährige Olga Stahlmach Cenok wird vermisst. Sie war auf dem Heimweg von ihrem Klavierunterricht, dem Weg, den sie seit ihrem sechsten Lebensjahr zweimal wöchentlich gegangen war, doch sie kam nie zu Hause an. Wie alle Eltern hofften, Herr und Frau Stalmacht Jenok, daß ihre Tochter lebend und wohlbehalten auftauchen würde.

 Sie wussten nicht, was die Polizei wusste. Die Polizei hatte bereits die verstümmelten Leichen von vier anderen vermissten Mädchen gefunden. Einige Wochen später kam eine Postkarte an, geschrieben in einer wackeligen kindlichen Handschrift, voller grammatikalischer und orthographischer Fehler. Diese Nachricht würde das Leben von Olgas Eltern für immer verändern.

Eltern des vermissten Kindes, Grüße Eltern, regt euch nicht auf, sie ist nicht die erste und nicht die letzte. Vor Neujahr brauchen wir noch zehn weitere. Wenn ihr sie finden wollt, sucht unter den Blättern in der Darowski Posatki. Und unter der Nachricht eine Unterschrift von jemandem, der sich Sadist, schwarze Katze nannte.

Natürlich war die Nachricht Unsinn. Zuerst wissen wir von letzter Woche, dass Andrej Chicatilo Olgas wahrer Mörder nicht der Typ war, der vor der Polizei pralte und sicherlich nicht schwarze Katze nannte. Zweitens spricht das Schreiben von wir, was darauf hindeutet, dass mehrere Personen hinter den Morden stecken würden, was ebenfalls nicht stimmte.

 Und drittens, es gab keine Leiche unter den Blättern der genannten Stelle, bekannt auch als Dariwski Wälder. Olga würde vier Monate später von einem ahnungslosen Traktorfahrer auf einem Kollektivbauernhof ausgegraben werden. Ihre Brust war aufgerissen, das [räuspern] Herz entfernt, Darm und Gebärmutter herausgeschnitten, die Augen aus den Höhlen gekratzt.

Aber es stellt sich die Frage, wer würde versuchen, sich die Aufmerksamkeit dafür zu stehlen, so etwas einem zehnjährigen Mädchen anzutun? Wie sich herausstellt, viele Leute. Viktor Burakov, der leitende Ermittler des Falls, zweifelte sofort an der Nachricht der schwarzen Katze. Jemand, der kaum einen Satz konstruieren konnte, war nicht in der Lage, fünf Kinder zu ermorden.

Aber während seiner 8 Jahre an dem Fall stieß Burakov auf tausende von falschen Verdächtigen weit überzeugender als die schwarze Katze. Und jemand wie die schwarze Katze, instabil, wagemutig und provokativ, passte sicherlich zum populären Bild eines Serienmörders. In dieser Episode werden wir unsere Untersuchung von Chicatilo aus der Sicht der Kriminalbeamten, die ihn Festnahmen, fortsetzen.

 Wie sie ihn erwischten und warum es so lange gedauert hat, gibt uns eine weitere Perspektive auf diesen schrecklichen Mörder und führt uns zu der wichtigsten Frage von allem. war Chicatilo psychisch in der Lage, für seine Verbrechen vor Gericht zu stehen. Hallo, ich bin Diane Helcher und ich bin Max Spalleck. Herzlich willkommen zur siebten Staffel von Serienkiller.

Ab jetzt jeden Donnerstag überall dort, wo ihr Podcasts hört, also bei Spotify, bei Apple oder in eurer Podcast App. Eine kleine Sache noch. Wir wollten uns bedanken. Vielen Dank für all die Nachrichten, die ihr uns zum Start der neuen Staffel geschrieben habt. Wir freuen uns über jede einzelne und wir freuen uns natürlich sehr, dass ihr so viele seid, die jede Woche die neue Serienkiller Folge hören.

 Eine kleine Bitte, gebt uns, wenn ihr uns bei Spotify hört, jetzt eine fünf Sterne Bewertung. Hier in dieser App ist nur ein ganz kleiner Klick für euch. hilft uns allen aber sehr. Vielen, vielen Dank. Und jetzt geht’s los mit der Folge. Heute setzen wir unseren Einblick in das Leben von Andrej Chicatilo, dem Schlechter von Rostoff, Ford.

Andrej Chicatilus Probleme begannen in jungen Jahren. Geboren in der kriegsgebeutelten Ukraine wuchs er mit tiefen Problemen der Männlichkeit auf, die sich als sexuelle Impotenz manifestierten. Dies verursachte jahrzehntelange schwere Depression, bis er in seinen 40ern eine Lehrertätigkeit aufnahm und begann seine jüngeren Schüler zu belästigen.

Die Belästigung seiner Schüler gab Chicatilo seine erste echte Befriedigung im Leben. Er erkannte, dass Dominanz und Missbrauch seine Reizmittel waren und dass er ihnen nicht widerstehen konnte. Seine Annäherungen waren zufällig und schlecht geplant. Er war noch kein geübter Jäger. Die Schule erfuhr von seinen Übergriffen und feuerte ihn stillschweigend, aber das war nur der Anfang. Am 22.

 Dezember 1978 logte Chicatilo die neunjährige Jelena Zakodnova in eine Hütte. Als es ihm nicht gelang, eine Erektion zu bekommen, überkam ihn der Impuls Jellen zu erstechen. Der Akt gab Chicatilo eine Erleichterung, die seine wildesten Träume übertraf. Es war die ultimative Form der sexuellen Befriedigung, nach der er seit der Pubertät gesucht hatte.

Drei Jahre lang widerstand er dem Drang, wieder zu töten, aber er kämpfte gegen seine tiefsten, intimsten Instinkte. Es war nur eine Frage der Zeit. Am. September 1981 schlug Chicatilo erneut zu und ermordete die 17-jährige Larissa Kchenko. Es war der Beginn einer Mordserie und bei seinen nächsten Morden etablierte er ein Ritual.

Er fand Kinder und junge Erwachsene, lockte sie mit Essensversprechen in den Wald und griff sie dann an. Er benutzte ein Messer und ein Seil, um sie zu foltern. Manchmal schlug oder erstickte er seine Opfer. Er genoss es, ihre Geschlechtsorgane zu entfernen, entweder die Jungen zu kastrieren oder den Mädchen die Gebärmutter herauszuschneiden.

 Vieles davon geschah, während die Opfer noch lebten. Tatsächlich entstellte Chicatilo die Leichen so schrecklich, dass die Polizei oft Schwierigkeiten hatte, sie zu identifizieren. Aber wer waren diese Beamten und wie kamen sie zu diesem Fall? Bevor wir zu unserem Schlechter von Rostoff zurückkehren, wollen wir etwas mehr über einen der prominenesten Figuren der Ermittlung erfahren.

Ermittler Viktor Budakov. Budakow wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in eine Bauernfamilie auf einem armen Kollektivbauernhof namens Bolchewik geboren. Hungersnöte ließen seine Familie leiten. [räuspern] Die Winter brachten Krankheiten, die zwei seiner Schwestern durch Schalach und Keuchhusten töteten.

 Burakow erkrankte auch an beiden Krankheiten, überlebte aber irgendwie. Während Chicatilo unter seinen Kindheitstraumat zusammenbrach, schien Burakov dadurch gestärkt zu werden. Seine Pflichten gaben ihm Disziplin. Sein Verstand erwies sich als schärfer als der seiner Mitbauern und er war groß und stolz genug, um sich zu wehren, wenn er bedroht wurde.

 In vielerlei Hinsicht wuchs Burakov zum idealen sowjetischen Mann heran, indem er Durchhaltevermögen verkörperte. Wie alle sowjetische Männer diente Burakov zwei Jahre in der Armee. Danach arbeitete er sich nach Rostdorf hoch, wo er einen begehrten Job als Fabrikvorarbeiter bekam. Er wollte nie Polizist werden. Die Bezahlung war schlechter als in der Fabrik und der Job erforderte längere Arbeitszeiten.

 Aber 1972 erließ die Regierung eine Direktive zur Rekrutierung junger Männer für die Miliz, die sowjetische Polizei. Und Burakows Name landete auf einer Liste. Hätte Burakov abgelehnt, wusste er, dass seine Beförderungen schnell versiegen würden. In der Sowjetunion ging man dorthin, wo das System einen hinschickte.

 Also wechselte er widerwillig den Job und wurde Streifenpolizist. Ein guter Aspekt am sowjetischen System war, dass es viel Raum für Beförderung gab. Burakows Intelligenz brachte ihn von den Straßen in die Kriminalakademie in Wolgograd. Seine Vorgesetzten mochten seine bäuerliche Standhaftigkeit. Bekam er eine Aufgabe, hörte Burakov nicht auf, bis sie erledigt war.

 Die Miliz war Jahre von ihrem ersten Computersystem entfernt, sodass die meisten Arbeiten durch lange, mühsame, manuelle Recherchen durchgeführt wurden. Mit anderen Worten, Disziplin löst Fälle. Er wurde nach Rost versetzt, eine Stadt, die für ihre extrem hohe Kriminalitätsrate bekannt war und nahm sein Platz in der forensischen Bibliothek ein.

 [räuspern] Dort wäre er geblieben. Wäre nicht Major Michael Fetisow im Dezember 1982 mit einem besonders grausamen Fall zu ihm gekommen? Der Mörder war unter den Polizisten als Lesopoloser Killer bekannt, russisch für Waldwegkiller. Sie hatten bereits vier Opfer gefunden und die junge Olga Marchenok wurde als vermisst gemeldet.

Aber mit so wenig Beweisen war der Lesopolosa Killer, den wir jetzt als Andrej Chicatilo kennen, mehr eine Vermutung als ein tatsächlicher Fall. Warum gab es so wenig Beweise? sprechen wir ein wenig über Polizeverfahren. Eine typische sowjetische Polizeiuntersuchung beginnt weit entfernt vom Tatort selbst.

 Die Beamten sperren den Tatort ab und gehen dann in immer engeren Kreisen auf die Leiche zu. Dies geschieht in der Hoffnung, auf dem Boden zurückgelassene Beweise zu finden. Leider ließ Chicatilu seine Opfer oft in Feldern zurück, die absolut mit Müll übersätt waren. Beweise zu finden war wie die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen zu suchen.

Und der durchschnittliche Polizist war nicht gerade Sherlock Holmes. Ein Fall bestand aus zwei Teams. den Milizpolizisten, die Ermittlungsarbeit vor Ort erledigten und den Staatsanwälten, die den Fall für den Prozess vorbereiteten. Zwischen den beiden Gruppen herrschte wenig Liebe. Die Staatsanwälte beschwerten sich ständig über faule oder dumme Milizpolizisten, die Beweise verdarben, was die Miliz wiederum verärgerte.

Burakow sammelte also fragwürdige Beweise von unfähigen Ermittlern, die Teil einer Befehskette waren, die sich gegenseitig misstraute. Und natürlich konnten sie nichts Neues erfahren, solange es keine neuen Opfer gab. Am 27. Dezember 1983 entdeckte die Polizei die Leiche des 14-jährigen Sergei Markov mit 70 Stichwunden, einem kastrierten Penis und getrockneten Spermaspuren um sein Rktum.

Die sowjetische Technologie konnte dies nicht auf einen DNA-Fingerabdruck eingrenzen, aber sie konnte bestimmen, dass das Sperma des Mörders Blutgruppe AB hatte. Zwei Wochen später fand die Polizei die Leiche der siebzehn-jährigen Natalia Schalapinia, deren Brüste, Nase und Lippen abgebissen waren.

 Außerdem fanden sie einen Schuabdruck der Größe 43 im Schlamm neben der Leiche. Und im ersten Jahr des Falls fiel Burakov noch ein weiteres Detail auf. Viele der Opfer schienen eine geistige Behinderung zu haben. Das war nicht überraschend, da ein behindertes Kind leichter wegzulocken war. Aber war es möglich, dass auch der Mördergeistig behindert war? Dies war eine häufige Annahme bei der Polizei.

 Jedes Verbrechen mit perversen oder bizarren Details wurde sofort den psychisch kranken zugeschrieben. Leider wusste die Sowjetunion nicht, wie man mit geistigen Behinderungen umging. Eltern eines Kindes mit irgendeiner mentalen Anomalie schickten es oft in ein Internat für behinderte Kinder und es ist schwer zu beschreiben, wie schrecklich diese Schulen sein konnten.

Die meisten waren unhygienisch, die Betreuung war miserabel und die Schulen waren nicht geeignet für menschliches Leben. Mit dieser Erziehung kamen viele schlecht angepasst aus der Schule. Einige wandten sich dem Trinken, der Prostitution oder extremer Gewalt zu. Natürlich führten viele andere ein ganz normales Leben, aber ein unfaires Vorurteil hielt sich.

 Für viele konnte ein Internatschüler gleich bedeutend mit Verbrecher sein. Niemand in der Abteilung hatte viel Erfahrung mit Serienmördern. Für sie sah das Ganze nach Wahnsinn aus, der auf eine bestimmte Art und Weise funktionierte. Sie suchten nicht nach einem ruhigen alten Lagerverwalter wie Chicatilo. Sie suchten nach jemandem wie Juri Kalenik.

Juri war ein junger Absolvent. einer Internatschule, der häufig mit seinen Internatsfreunden auf den Schienen unterwegs war. Eines Nachts im September 1983 fanden zwei von ihnen einen verlassenen Trollibus und begannen darin zu spielen. Die Polizei verhaftete sie wegen des Versuchs, den Trolly zu stehlen und als sie sahen, dass sie Internatschüler waren, begannen sie, sie über die Lesopoloser Morde zu verhören.

 Innerhalb weniger Tage gestand Kalenik. Verdächtige gaben oft falsche Geständnisse unter Verhör ab, besonders wenn Folter im Spiel war. Misshandlungen konnten von Schlafentzug bis hin zu körperlichen Angriffen reichen. Später erinnerte sich Kalenik daran, wie die Wachen ihn behandelten. Sie hinterlassen keine Spuren. [räuspern] Sie wissen, wo sie dich schlagen müssen, z.B.

 um die Nieren herum. Sie bedecken ihre Hände mit Handtüchern, damit es kein Blut gibt. Und später sie zeigt mir drei Fotos, von denen eines das Opfer war. Zuerst könnte ich auf eine völlig andere Person zeigen und dann sagten sie: “Überleg es dir gut, verstehst du? Sie halfen mir.” Also zeigte ich auf ein anderes. Burakov zweifelte sofort an Kaleniks Geständnis.

 Als Teenager war er selbst einmal fälschlicherweise verhaftet und drei Tage lang in seiner Zelle wach gehalten worden. Er wusste, dass ein Verdächtiger alles sagen würde, um ein paar Stunden Schlaf zu bekommen. Aber die in der Chefetage waren mit einem geschlossenen Fall glücklicher als mit einem Offenen. Um ihn zu widersprechen, müsste Budakov eindeutig beweisen, dass Kalenik nicht der Mörder sein konnte.

Das würde natürlich nur Zeit kosten und Chicatilo war immer noch da draußen. Am 8. Oktober 1983 tauchte eine unbekannte Leiche einer Frau in den Wäldern nahe der Stadt Novusinsk auf. Ihr Brustkorb war aufgespalten, ihr linkes Auge fehlte. Einige Wochen später tauchte die Leiche der 19-jährigen Verer Chefkun auf.

Jemand hatte ihren Schädel eingeschlagen, sie erwirkt und ihre Geschlechtsorgane entfernt. Juri Kalenik war immer noch in seiner Zelle gewesen. Die Polizei brachte einen weiteren Internatschüler herein, der bald gestand und als eine weitere Leiche auftauchte, brachten sie jemanden anderen herein. Sie entschieden, dass all diese Verdächtigen Teil einer Bande von Internatsschülern waren, die Mädchen vergewaltigten und töteten.

Aus seinem begrenzten Verständnis von Serienmördern wusste Burakov, dass das lächerlich war. Die intime Natur der Morde deutete auf einen Mörder hin. Mehrere Mörder hätten von Tat zu Tat unterschiedliche Methoden, Techniken oder Improvisationen angewandt. Diese Morde hatten die Konsistenz eines Rituals.

 Außerdem, wenn die Bandenmitglieder gefasst wurden, hätten die Morde weniger werden müssen. Stattdessen wurden es mehr. Im Jahr 1982, dem Jahr in dem der Fall begann, nahm Chicatelo sieben Opfer. Im Jahr 1983 nahm er acht, jetzt war es 1984 und der Lesopolosa Killer würde bis September 15 Opfer nehmen. Zu einem Zeitpunkt tötete alle zwei Wochen einmal.

Warum der plötzliche Anstieg? Nun, Chicatilos Leben lief nicht gut. Seine Frau Fenja wurde zunehmend passiv aggressiv wegen ihrer Aktivitäten im Schlafzimmer oder eher deren Mangel. Sein Sohn Juri begann sich aufzulehnen und ihn zu respektlos zu behandeln und Anfang 1984 nahm die Arbeit eine Wendung zum Schlechteren.

Es begann mit einem fehlenden Motor bei einer von Chicatilos Bestellung. Als sein Chef ihn beschuldigte, ihn bestohlen zu haben, bestritt Chicatilo die Anschuldigung wehement. Für einen Mann, der Kinder im Wald ermordete, hatte er eine starke Abneigung gegen Diebstahl. Fast jeder in der sowjetischen Wirtschaft schöpfte ab.

 Normalerweise hätte das nur eine Verwarnung gegeben, aber Chicatilo war in seinem Büro unbeliebt. Er war verschlossen und ungesellig. Seine Quittungen von seinen Reisen waren seltsam und er blieb viel länger aus der Stadt als er musste. Sein Chef versuchte schon seit einer Weile ihn loszuwerden. Am 22. Februar 1984.

 Dann feuerte Chicatilos Chef ihn und erstattete Strafanzeige. Chicatilo wusste, dass das örtliche Gericht zu überlastet war, um den Fall tatsächlich zu verhandeln, aber es bestätigte sein persönliches Motto. Die Welt war unfair, speziell zu ihm. All dieser Groll trieb ihn mit zunehmender Häufigkeit zu den Waldwegen. Chicatilo wurde auch immer besser im Töten.

 Er besuchte spezielle Tötungsplätze erneut, die der Öffentlichkeit verborgen waren. Er lernte, wo er stechen musste, um den Blutfluss zu begrenzen und das Leiden zu verlängern. Und abgesehen von der Befragung nach seinem ersten Mord schien die Polizei völlig ahnungslos von seiner Existenz zu sein. Bis zum 13. September 1984. Es war nur eine Woche her, seit Chicatilo sein letztes Opfer getötet hatte.

 Die 24-jährige Bibliothekarin Irina Lukinskaya. Er storkte, prostituierte an einer Bushaltestelle in Rostorf, als ein Polizist ihn aufforderte, seinen Aktenkoffer zu öffnen. Darin hatte Chicatilo ein Seil, ein Messer und eine Tube Gleitmittel. Der Polizist war sich sicher, den Mörder gefunden zu haben, aber wir wissen aus der Geschichte, dass dies nicht das Ende für den Schlechter von Rostoff war.

  Wie konnte Burakov einen so offensichtlichen Fang verpassen? Mit einem Wort Blut. Wenn eine neue Leiche auftauchte, hatte Burakov einen Prozess, um Zeugen zu finden. Überprüfe die Umgebung, überprüfe die Züge, überprüfe die Pornoläden, überprüfe die Syphilis Kliniken, überprüfe die Internate, überprüfe die lokalen schwulen Männer und vor allem überprüfe die Kinder.

 Das Ziel war es, eine Liste von Verdächtigen zu erstellen, die so lang wie möglich war. Danach würden die Polizisten die Verdächtigen auf diejenigen mit Blutgruppe AB eingrenzen. [räuspern] Jeder auf dieser Liste würde verhört. Es war eine sehr russische Strategie, einfach, methodisch und arbeitsintensiv, aber bei Chicatilo funktionierte sie nicht, weil Andrej Romanovic Chicatilo Blutgruppe A hatte.

Die AB-PR, die Miliz am Tatort gefunden hatte, waren Sperma, nicht Blut. Aber nach dem Wissen der Polizei waren Blut und Spermatypen immer identisch. Es stellte sich jedoch heraus, dass ein kleiner Prozentsatz der Menschen, also wir sprechen von astronomisch klein, unterschiedliche Blut und Spermatypen hat.

 Niemand auf der Welt, weder der KGB noch das FBI, wusste das zu dieser Zeit. Aber Chicatilo war einer dieser Fälle. Burakov hatte nur ein echtes Beweisstück gegen den Mörder, den AB Spermer Typ. Es war der Filter, durch den jeder Verdächtige ging. Und die Verdächtigen Liste war inzwischen wahnsinnig lang. Sie umfasste tausende von Namen. Als Burakov hörte, dass Chicilos Blutgruppe nicht passte, schaltete er geistig ab.

Normalerweise kann die sowjetische Polizei an Verdächtigen nur zehn Tage ohne Anklage festhalten. Chicatilo würde ungeschoren davon kommen. [räuspern] Dann fand jemand den Motorendiebstahl. Das war kein schweres Verbrechen, aber es gab den Staatsanwälten einen Grund, Chicatilo festzuhalten, falls neue Informationen auftauchten.

 Er wurde für schuldig befunden und bis Dezember des Jahres im Gefängnis gehalten. Mit Chikatilo im Gefängnis fand sich Budakov in einer Sackgasse wieder. Die Zahl der Leichen war gestiegen und dann plötzlich abgeflacht. Er hatte eine Liste offener Morde und keine neuen Beweise. Und Burakov muss gespürt haben, dass eine Vorstellung vom Mörder nicht stimmte, denn wie konnte ein Internatschschüler Kinder weglocken oder Mittle am Tatort überlisten? Er wollte mehr darüber erfahren, wer dieser Mann war und wie er dachte. Er musste Zugang

zum Verstand des Mörders bekommen. Also wandte er sich an zwei der unwahrscheinlichsten Verbündeten, die ein sowjetischer Polizist finden konnte. Ein Psychiater und einen schwulen Mann. Fangen wir mit dem Psychiater an. Stalin mochte Psychiatrie nicht. Schließlich würde ein Diktator, der besessen von Kontrolle ist, nicht die Idee einer selbstbewussten Öffentlichkeit lieben.

Deshalb ist Alexander Bukanowski, ein russischer Psychiater des 20. Jahrhunderts, irgendwie der Badass des Falls. Er studierte schwule und transgeschlechtliche Sexualität, ein kontroverses Thema im homophoben sowjetischen Russland. Für die damalige Zeit und den Ort war Bukanowski unglaublich fortschrittlich.

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