Wahre Verbrechen I Die Spur des Verrats T
Wahre Verbrechen I Die Spur des Verrats

Er fand, dass äh dieser Gestank jetzt nicht mehr auszuhalten war. Drinnen im Kofferraum fand man männliche Leiche. Nach Entfernung der Kopfhaut konnte man sehen, dass mehrere Stanzmarken am knöchernen Schädel sich befanden. Solche, die typisch sind für einen sogenannten Schlachtschussapparat. ein Werkzeug, das Schlachter benutzen.
Na, das ist doch nicht irgendein ein Küchengerät oder so etwas, was äh weit verbreitet ist. Das ist beschränkt auf Schlachthöfe. Wien, 1983. Ein ungewöhnliches Verbrechen beschäftigt die Menschen in der österreichischen Hauptstadt. Vor allem das Mordwerkzeug fällt dabei auf, ein Bolzenschussgerät. Wer hat damit den 41-jährigen Günther Kreinik umgebracht? Hofrat Dr.
Josef Siska war viele Jahre Leiter der Wiedermordkommission. Er hat in dem Fall ermittelt, der ihn in ein ungewöhnliches Milieu führte. Alles beginnt am 15. September 1983 im zweiten Wienerbezirk in der Nähe des weltbekannten Praters mit seinem Riesenrad. In der Wolfgang Schmelzelgasse fühlen sich Anwohner und vor allem ein Geschäftsmann von dem Geruch aus einem abgestellten Auto belästigt.
Er fand, dass äh dieser Gestank jetzt nicht mehr auszuhalten war. Das war ein silbergrauer Fiat mit einem niederösterreichischen Kennzeichen und äh das Auto ist schon einige Tage dort gestanden. Als Polizeibeamte den Wagen genauer unter die Lupe nehmen, fällt Ihnen schnell auf, dass hier etwas sehr dramatisches geschehen ist.
Drinnen im Kofferraum fand man eine männliche Leiche zugedeckt mit einer Decke. Nach Entfernung der Decke äh konnte man sehen, dass der ganze Körper bedeckt war von weißen Maden. Ein Arbeiten auf der Straße war für die Mordkommission undenkbar. Hofziska entscheidet sich daher für eine eher ungewöhnliche Maßnahme.
Ich habe einerseits aus einem naheliegenden Kaffeehaus einen großen Sonnenschirm, der für einen äh Garten vor dem äh Kaffeehaus bestimmt war, holen lassen, um einmal die neugierigen Blicke aus den Fenstern der umgebenden Häusern abzuschirmen. und dann den Entschluss gefasst, nicht wie üblich die Leiche abtransportieren zu lassen, sondern das gesamte Auto.
Zu dem Zweck habe ich einen Abschleppwagen geordert und den Auftrag erteilt, dass der gesamte Wagen mit dem Toten in die Gerichtsmedizin verbracht wird. Als der Abschleppwagen in den Hof der Gerichtsmedizin fährt, herrscht dort zunächst einige Irritation über Siskas Maßnahme. Doch dann beginnt die Begutachtung des Toten.
Der Gerichtsmediziner kann den Zeitpunkt des Todes eingrenzen. Die Obduktion hat zunächst einmal ergeben, dass der Tote, auch, wenn man einkalkuliert hat, die sommerliche Hitze doch schon über eine Woche äh dort in diesem Auto gelegen sein musste. aufgrund von Ausweisen, die der Tote bei sich hatte, aber nicht zuletzt auch aufgrund auffähliger Tätowierungen und des Kennzeichens des Autos, in dem er sich befunden hatte, konnte man unschwer äh feststellen, wer er war.
Es handelt sich um Günther Kreinik, 41 Jahre alt aus Schwäch in der Nähe von Wien. Die Frau des Toten sagt aus, sie habe ihren Mann am 3. September, also rund zwei Wochen vor der Entdeckung der Leiche, zum letzten Mal gesehen. Er hat sich damals von ihr verabschiedet mit den Worten, ich gehe jetzt in eine Wirtschaft, ich möchte was trinken.
Das war für ihm, wie wir später festgestellt haben, nichts außergewöhnliches, denn obwohl er vom Beruf Kraftfahrer war, war er doch dem Alkohol sehr zugetan. Zeugen sagen aus, dass Günther Kreinik in einigen Gasthäusern unter dem Einfluss von Alkohol häufiger streitsüchtig geworden sei. Sehr oft wurde er aus dem Lokal hinausgewiesen oder sogar auchanft hinaus befördert.
Äh in etlichen Lokalen seiner Heimatgemeinde schwächert hatte er deshalb, weil schon bekannt als unguter Gast äh Lokalverbot. Äh, es war für uns daher durchaus denkbar, äh, dass sich äh Günther Kreinig in sein Auto setzte, um wohinzufahren, wo man vielleicht nicht so sehr bekannt gewesen ist. Die ersten Ergebnisse der Obduktion des Toten liegen vor und sie sind sehr ungewöhnlich.
Nach Entfernung äh der Kopfhaut konnte man sehen, dass äh mehrere Standsmarken am knöchernen Schädel sich befanden und solche, die typisch sind für einen sogenannten Schlachtschussapparat. Ein Schlachtschussapparat ist ein Werkzeug, das Schlachter benutzen, um schwere Tiere, z.B. will eben ein Rind, einen großen Stier mit einem einzigen Schuss zu töten.
Der Metzgermeister Ulrich Reichenbach erklärt, wie ein Bolzenschussgerät funktioniert. Das Bolzenschussgerät, das funktioniert so. Das ist das untere Teil. Dann steckt man hier einen 9 mm Patrone rein und schraubt es zu. Und diese Patrone, die treibt einen Bolzen hier raus. Also es entsteht kein Schuss, sondern der Bolze wird rausgetrieben.
Also blitz schnell raus, rein und fertig. Also man kann mit dem Ding nicht schießen mit dem Quer, sondern diese Patrone explodiert und treibt den Bolze raus. Ein Schlachtschussapparat oder Bolzenschussgerät, mit dem ein Mensch getötet wird. Da staunen selbst die Beamten vom Wiener Sicherheitsbüro und der Obdozent findet noch weitere interessante Einzelheiten zum Tod von Günther Kreinik heraus.
Man konnte dank der großen Leistung der Gerichtsmedizin erkennen, dass zunächst einmal drei äh solche Schüsse äh mit dem äh Schlachtschussapparat seitlich gestreift haben. Das heißt, der das Opfer äh hat sich gewährt. Nach dem vierten Schuss ist klarerweise der Tod eingetreten, aber jetzt kommt das Absonderliche.
Es sind dann noch weitere Schüsse auf den Schädel abgegeben worden, obwohl es überhaupt nicht notwendig gewesen wäre. Dazu kommt, die Schüsse aus dem Gerät können nicht direkt hintereinander abgegeben werden. Es sind ja mindestens, ich sag jetzt mal bis der wieder glade, ich sag jetzt mal 10 Sekunden einmal, dann muss der Schuss ja noch raus frische wieder rein und allein mal das Gewinde dann ist ja kein Schnellverschluss, das Gewinde dann wieder zusammenschrauben und dann wieder zu spannen.
Erstens, ähm wie kommt ein Schlachtschussapparat zum Einsatz? Ähm das ist doch nicht irgendein ein Küchengerät oder so etwas, was äh weit verbreitet ist. Das ist beschränkt auf Schlachthöfe. Und das zweite äh warum so viele Schüsse? Also insgesamt waren es sieben. Die Kriminalisten suchen nach dem Tatort und stoßen auf den damaligen Wiener Zentralschlachthof St.
Marx, nur einige Minuten entfernt von der Straße, in der der Tote 9 Tage nach seinem Verschwinden gefunden worden ist. Interessant war zu hören, obwohl eine äh wie soll mal sagen, deutliche Ablehnung der Schlachter gegenüber der Polizei feststellbar war, dass sie also nach Arbeitsschluss äh oft noch gesellig beieinander sitzen, äh etwas trinken, Karten spielen und äh wobei auch ganz beträchtliche Beträge der Einsatz für das Kartenspiel sind.
gehörte Günther Kreinig zu dieser Runde im Zentralschlachthof. Die Männer dort geben sich einselbig. Wir wussten als Erzählungen aus Schwächert, dass ja äh Günther Kreinig nicht nur äh gerne getrunken hat, sondern auch abends Karten gespielt hat. Es war für uns daher die Möglichkeit äh gegeben, dass er auf der Suche nach irgendwelchen Kpanern, die bereit sind mit ihm äh zu trinken und Karten zu spielen, äh auch in den Zentralschlachthof gekommen ist und sich dort mit äh dort Beschäftigten angefreundet hat, vielleicht auch Zugang
gefunden hat zu diesen Kartenspielrunden. Hofrad Siska und seine Kollegen vom Wiener Sicherheitsbüro stellen eine Hypothese auf. Der Unteralkohleinfluss als streitsüchtig bekannt Günther Kreinig könnte während einer der abendlichen Kartenrunden im Zentralschlachthof eine Auseinandersetzung gehabt haben und getötet worden sein.
Von einem der Schlachter oder vielleicht sogar von mehreren. Jetzt könnte man natürlich davon ausgehen, dass äh diese Runde als sieben Personen bestanden hat, die äh Streit mit Kreinig hatten. Einer vielleicht auf die Idee gekommen ist, äh einen solchen Schuss abzugeben, der nur gestreift hat. dann aber äh aus Angst, dass äh Anzeige erstattet äh wird, seine Kumpels ähm veranlasst hat, es ihm gleich zu tun und ebenfalls äh auf den Kreinig zu schießen.
Damit wäre nämlich folgendes bewirkt gewesen: Niemand kann den anderen verraten, weil er sich selbst auch schuldlich gemacht hat. Die Mörder von Günther Kreinig als verschworene Gemeinschaft, geeint in der Angst vor Entdeckung. Die Mauer des Schweigens im Großschlachthof St. Marx ist für die Wiener Kriminalisten nicht zu durchbrechen.
Erst 2008 gibt es eine neue Spur. 25 Jahre nach der Tat hat sich dann ein 49-jähriger Metzger gemeldet und hat vor Gästen in einem Lokal äh damit gebralt, dass er Kreinig ermordet hätte. Ähm es ist so, dass wir äh keinerlei Dat äh Werkzeug, keinerlei Sachbeweise gefunden haben und die Staatsanwaltschaft hat gegen diesen Metzger Anklage erhoben, weil es sich ohne weiters auch um bloße Prallerei anderen Gästen gegenüber gehandelt haben kann.
Vieles spricht dafür, dass der Mordfall Günther Kreinig nur noch durch den oder die Mörder selbst aufgeklärt werden kann. Wir geben die Hoffnung natürlich nie auf und widmen auch unsere äh ganze Tatkraft den äh sogenannten Cold Cases. In diesem Fall ist es natürlich sehr schwer nach so vielen Jahren noch Hoffnung zu haben.
Immerhin ist es möglich. Es hat auch schon Fälle gegeben, wo Täter am Sterbebett eine Tat zugegeben haben, dass äh einer der Beteiligten äh an diesem Mord sein Schweigen noch bricht und der Fall doch noch einer Lösung zugeführt werden kann. Nicht nur, dass uns der Vater geraubt wurde, die ganze Familie ist auseinander gerissen worden.
Es wäre halt speziell für meine Mama ganz wichtig, dass die Täter noch gefunden werden, sofern sie noch leben. Polizei und Rettungskräfte waren in der Nacht schnell am Tag dort und fanden Herrn Kiel vor auf dem Boden liegen, nicht ansprechbar. Abends verließ das Ehepaar Kiel die von ihnen geführte Tankstelle. In diesem Moment kam ein unbekannter, maskierter Mann aus einem Gebüsch und rief: “Hände hoch oder ich schieße.
” Was sich aus den Ermittlungen ergeben hat, war ein entscheidender Hinweis auf das Flugfahrzeug, ein knallegelber Fiat, den die Täter vorher in einem Autohaus entwindelt hatten. Die Spuren aus dem PKW äh können natürlich vom Täter sein und von seinem Beifahrer. Meine Mutter kam dann und Trennung überströmt.
Dann hat meine Oma geweint und bin dann raus und dann hat man halt gehört, was vorgefallen ist und dann haben wir alle geweint und das war richtiger Schock für die ganze Familie und das kann man sich nicht vorstellen. verändert sich das ganze Leben vor einer Sekunde hab als Kind, dass mein Vater sehr liebevoll war zu uns. Wenn man Tankstelle übernimmt, ist natürlich viel Arbeit und aber ich kann mich erinnern, dass er trotzdem trotzdem auch wenn es stressig war und er kam nach Hause immer noch Zeit hatte für uns und mit uns bevor ins Bett ging, immer noch ein
bisschen rumgetobt hat. Über 50 Jahre ist der Tod von Friedrich Wilhelm Kiel jetzt her. Er ist immer noch ungeklärt. Seit 2023 liegt der Coldase in der Hand von Kommissar Ulrich Kaiser von der Polizei Dortmund. Er ist einer von zwei sogenannten Rentnerkops im Residium, die in ihrem Ruhestand weiter an alten Kriminalfällen ermitteln.
Polizei und Rettungskräfte waren in der Nacht schnell am Tat dort und fanden Herrn Kiel vor auf dem Boden liegend nicht ansprechbar. äh hatte, wie man später feststellte, zwei Treffer bekommen. Einer in den Arm und einer letztlich der Tödliche in den Kopf. Zwei Tage später stirbt Friedrich Wilhelm Kiel im Krankenhaus.
Seine Ehefrau Margarete ist Augenzeugin bei Mord an ihrem eigenen Mann. Mit Hilfe von ihren Erzählungen rekonstruiert die Polizei 1971, was in den Momenten vor der Tat passiert ist. So gegen Uhr abends verließ das Ehepaarkiel die von ihnen geführte Tankstelle, schloss ab, nahm die Tageseinnahme in Höhe von 14 000 Dmark mit und wollte zum in der Nähe befindlich dort abgestellten Fahrzeug.
In diesem Moment kam ein unbekannter, maskierter Mann aus einem Gebüsch und rief: “Hände hoch oder ich schieße.” Der Täter stürzt sich auf Margarete Kiel, die die Tasche mit dem Geld im Arm hält. Ihr Mann geht dazwischen, um sie zu schützen. Der Täter schießt. Er lässt Friedrich Wilhelm Karl am Boden liegen und flüchtet mit dem gesamten Geld.
Die Frau Kiel konnte den den Täter Waage beschreiben. Man muss sich die Situation vorstellen. Ähm, die wird ein furchtbaren Schreck gehabt haben. Dann ist geschossen worden. Sie konnte sagen, dass das ein maskierter Mann war, der eine altmodische Jacke hatte und das war’s auch. Ein Phantombild kann die Polizei mit den Angaben nicht erstellen.
Das Aussehen des Täters ist unklar. Umso eindeutiger das Motiv für die Tat. Der Täter war scharf auf das Bargeld, auf die Tageseinnahme, die er letzten Endes mitgenommen hat und das war ihm so wichtig, dass es ihm auch egal war, ob er dabei den Kiel erschießt. Also da haben wir natürlich das Mordmerkmal habg, das ist ein Raubmord und der verhrt nicht.
Was den Ermittlern verdächtig erscheint, offenbar wusste der Mörder genau, wann der Tankstelleninhaber die Tageseinnahmen zur Bank bringen wollte. Wir gehen angesichts der Tatusführung davon aus, dass der spätere Täter aus dem Umfeld des Herrn Kiel Hinweise bekommen hat. Wann wird die Tankstelle geschlossen? Wer nimmt das Geld mit? Wo landet das Geld? Gibt es einen Komplizen oder könnte sogar der Täter selbst aus dem direkten Umfeld des Tankstelleninhabers kommen? Die Polizisten befragen unzählige Personen, zunächst ohne Erfolg.
Doch dann erinnern sich Zeugen an ein auffälliges Fahrzeug, das sie in Tatortnähe gesehen haben. Offenbar sind die Täter mit diesem Auto geflüchtet. Was sich aus den Ermittlungen ergeben hat, war ein entscheidender Hinweis auf das Fluchtfahrzeug. Das war ein knallegelber Fiat 124 Sportcoupé, den die Täter einige Tage vorher in einem Autohaus entwendet hatten.
Hinweise darauf, wer das Auto gestohlen hat, gibt es nicht. Kurz darauf findet die Mordkommission einen Wagen, der zu der Beschreibung passt, auf einem Parkplatz rund 40 km entfernt in Werl. Alles deutet darauf hin, dass es sich um das Fluchtfahrzeug handelt. Das weckt in den Ermittlern damals einen Verdacht.
Die Mordkommission damals ist zu dem Ergebnis gekommen, dass mehrere Täter aktiv gewesen sind an der direkten Tatusführung einer und aber einer, der das Fluchtfahrzeug gesteuert hat. Also schon mal zwei Mann. Um mehr über die Identität der Autoinsen herauszufinden, nimmt die Spurensicherung Proben von den Sitzen.
Sie hoffen Textilfasern zu finden, die Aufschluss über die Kleidung der Tatbeteiligten geben. Das hat aber alles nicht zum Erfolg geführt. Man hat keine passenden dazu passenden Fasern gefunden und von daher waren die Ermittlungen da spurentechnisch am Ende. Fingerspuren fanden sich nicht. Doch dann meldet sich überraschend ein 19-jähriger Mann aus dem entfernten Bekanntenkreis des Tankstellenpächters.
Er behauptet, bei dem Mord mit dabei gewesen zu sein. War er auch derjenige, der geschossen hat? Problem bei der Vernehmung: Die Aussagen des Mannes sind widersprüchlich. Man hatte Zweifel, ob das ein richtiges Geständnis ist oder ob da einer Unsinn erzählt. Dann hat er noch mal ein Geständnis an wiederum anderes abgelegt und am Ende alles wiederrufen, was er ausgesagt hat.
Aber der Mann nennt weitere Personen, die ebenfalls mit dem Mord in Verbindung stehen sollen. Die Polizei nimmt diese vier Verdächtigen ebenfalls fest, doch sie streiten alles ab. Weil niemandem etwas konkretes nachgewiesen werden kann, kommen schließlich alle wieder aus der Untersuchungshaft frei.
Sämtliche Möglichkeiten sind damals ausgeschöpft. Der Fall wird zu einem Coldcase. 52 Jahre nach dem Tod von Friedrich Wilhelm Kiel nimmt Kommissar Ulrich Kaiser die Ermittlungen noch einmal neu auf. Der Mord an Frederich Kiel liegt mehr als 50 Jahre zurück. Die Kollegen damals hatten längst nicht die Möglichkeiten, die wir jetzt haben.
Die Wissenschaft hat sich weiterentwickelt, ist auch gerade in den letzten Jahren noch exakter geworden, was die Suche und Auswertung von DNA Spuren angeht. Die Ermittler schicken die alten Folien mit den Faserspuren aus dem vermeintlichen Fluchtfahrzeug 2023 erneut zur Untersuchung ans Landeskriminalamt und tatsächlich wird eine DNA gefunden.
Stammt sie vielleicht vom Mörder. Die Spuren aus dem PKW äh können natürlich vom Täter sein und von seinem Beifahrer müssen aber nicht. Dieses Fahrzeug stand bei einem Händler als Gebrauchtwagen. Ich weiß nicht, wer sich alles in dieser Zeit da reingesetzt hat, aber wir haben natürlich die Hoffnung, dass das tatrelevante Spuren sein können.
Bisher konnte die DNA niemandem zugeordnet werden. Der Mörder ist und bleibt unbekannt. Ulrich Kaiser verfolgt deshalb noch einen anderen Ansatz. 2025 befragte er einen der fünf Männer, die früher bereits in Untersuchungshaft saßen, erneut. Er hat uns Gerüchte benannt, äh die damals da in der Stadt gewabert haben.
Und da hatte man den Tatverdacht auf einen bestimmten Menschen, den hat er uns benannt, mittlerweile auch mit Vornamen. Handelt es sich um den Mörder? Kommissar Kaiser weiß inzwischen den vollen Namen des Mannes, kennt jedoch seinen aktuellen Aufenthaltsort nicht. Die Ermittlungen hierzu laufen. Diese Person, die uns da benannt worden ist, ist der wirklich letzte Strohhalm.
in der Mordsache Kiel. Vielleicht führt sie zum Erfolg. Man darf die Hoffnung nicht aufgeben. Findet die Polizei nach so langer Zeit doch noch den Mörder? Darauf hofft auch Petra Koholbeck, die den Tod ihres Vaters bis heute nicht akzeptieren kann. Es wäre halt für speziell für meine Mama ganz wichtig, dass da der Täter oder die Täter noch gefunden werden, sofern sie noch leben.
Und für uns als Familie sowieso, dass man da irgendwie einen gewissen Abschluss finden würde mit der ganzen Sache, weil mein Mama, die hat über die ganzen Jahre, die findet da einfach keine Ruhe und das ist schwierig. Für Petra und ihre Familie ist das ein kleiner Lichtblick, dass die wage Hoffnung besteht, den Fall nach 54 Jahren doch noch aufzuklären.
ist vielleicht die letzte Chance, dass der Tod ihres Vaters nicht ungesühnt bleibt. I don’t know. I don’t take shit. I got no love for the fake if you w to play tough and w to hate this always show up and make a everything I do so [singen] instinctive and so passionate.
Every word I move so descriptive like an adjective. I got a people who being negative when you should be getting after it. I got facts over facts over tracks and last slow spitting fast a roast a gast. I’m okay but I don’t know if that can all the pettiness. 10. November 2003. Der 29-jährige Tino Werner wird bei der Polizei als vermisst gemeldet.
Freunde erreichen ihn weder auf dem Handy noch zu Hause in Batrieburg. Sie sind sicher, irgendetwas stimmt hier nicht. Knapp 36 Stunden später ist es traurige Gewissheit. Der junge Mann ist tot. Er wurde ertrosselt. Über 22 Jahre vergehen. Bis 2025 der erste Kriminalhauptkommissar Markus Mertens von der Coldase Einheit der Bielefelder Polizei den Fall noch einmal aufrollt.
Der damals 29-Jährige war am Vorabend bereits nicht an seiner Arbeitsstelle erschienen. Im Rahmen der Bearbeitung der vermissten Sache haben Polizeibeamte letztendlich diese Wohnung betreten. In den frühen Abendstunden haben sie dort den Leichnahmen des 29-jährigen jungen Mannes aufgefunden. In der Wohnung finden die Ermittler Hinweise, die auf einen Raubmord hindeuten.
Im Rahmen der Tatortufnahme ist damals festgestellt worden, dass äh die Kellnergeldbörse des Opfers verschwunden war. Darin sollen sich ca. 150 € Bargeld in kleinen Scheinen befunden haben. Auffällig war ferner, dass sich am gesamten Objekt keinerlei Einbruch oder Aufbruchspuren befunden haben. So gehen wir heute davon aus, dass das Opfer seinen Mörder hereingelassen hat und ihn deshalb auch gekannt haben muss.
Tino Werner arbeitet im damaligen Hotel am Kaiserbrunnen in Brakel an der Hausbar. Bei Kollegen und Gästen ist er äußerst beliebt. Seine Kellnergeldbörse nimmt er jeden Abend mit in seine Wohnung nach Batrieburg. Doch nicht nur sie fehlt, auch das Auto des jungen Mannes steht nicht wie sonst auf dem Parkplatz vor dem Haus.
Im Rahmen der Fahrnungsmaßnahmen konnte das Fahrzeug aber noch in der Nacht wenige Stunden später in der Nähe der Batrieburger Innenstadt aufgefunden werden. Der Wagen steht verschlossen auf diesem Parkplatz. Vermutlich hat ihn der Täter hier abgestellt. Der Schlüssel wird nie gefunden. Für die Angehörigen desjährigen ist die Nachricht vom Tod des jungen Mannes ein großer Schock.
Marcel Reammann ist Tinos Neffe. Er erinnert sich noch genau an die Geschehnisse im November 2003. Als Familie, ich sag mal, war absoluter Zusammenhalb. Das waren Höhen und Tiefen, das waren nie gewesen oder nie da gewesene Gefühle und Situationen, die in den Wochen drauf da waren und äh also wir waren sehr sehr eng verbunden. Brigitte Rehermann ist die ältere Schwester des Opfers.
Zum Tatzeitpunkt war sie 44 Jahre alt. Die beiden Geschwister hatten ein enges Verhältnis. Tino war von klein auf lebenslustig, fand’s auf allen Gassen, hat alles mitgemacht. war immer fröhlich, immer nett, sehr zuvorkommend, ist eigentlich in seinem ganzen Umfeld immer gut angekommen. Dementsprechend groß ist auch Tinos Freundes und Bekanntenkreis.
Seine Familie sagt, er hat immer nur das Gute im Menschen gesehen. Ist ihm seine Offenheit zum Verhängnis geworden? Was man sagen muss, er war damals schon offenlebend homosexuell und er machte da überhaupt kein Heel daraus. Er hatte aber sehr wohl heterosexuelle Freunde als auch Gleichgesinnte, mit denen er seine Freizeit verbracht hat.
Zur Tatzeit war er auf Partnersuche und hat den unterschiedlichen ja Internetforen oder äh anderen Kontakt Möglichkeiten äh nach Gleichgesinnten gesucht. Ermittlungen der Polizei in der Schwulenzene führen zu keinem konkreten Ergebnis. Allerdings machen die Kriminaltechniker in der Wohnung von Tino Werner einen wichtigen Fund.
Ja, bei der Auswertung der Spuren vom Tatort und vom Leichnahmen ist ja damals bereits beim Landeskriminalamt eine Fragment DNA entdeckt worden. Das hat die Ermittler seiner Zeit dazu veranlasst, ebenfalls in eine reih DNA-Analyse zu gehen, um diese Fragmentspur zuordnen zu können. Im Umfeld des Opfers finden zahlreiche Befragungen statt.
Chats werden ausgewertet. Am Ende sind es rund 100 Personen, die zu einem sogenannten Speicheltest eingeladen werden. Doch das Ergebnis ist ernüchternd. Es gibt keine Übereinstimmung mit der Spur vom Tatort. Nachdem dies alles abgeschlossen war, war natürlich nicht mehr viel Munition vorhanden.
Äh wenn der letzte Zeuge vernommen ist und die letzte DNA Spur nicht zur Täter oder zu Tatort DNA passt, dann ist man dann am Ende der Fahnenstange angekommen und muss letztendlich die Akten vorübergehend schließen. 2023 gründet die Polizei Bielefeld eine Coldase Einheit. Mittlerweile sind die forensischen Untersuchungsmethoden fortschrittlicher als zum Tatzeitpunkt vor 20 Jahren.
Es gelingt tatsächlich die Täter DNA zu entschlüsseln. Einer Person lässt sich die Spur zunächst aber nicht zuordnen. Ja, natürlich haben wir diesen Sachverhalt auf Herz und Nieren geprüft und äh ja, in Verbindung mit den zwischenzeitlich detektierten neuen DNA Spuren eröffnete sich für uns die Möglichkeit, hier noch einmal anzugreifen.
Die Polizei plant eine erneute Reihenanalyse. Der Nerfe des Opfers steht zu diesem Zeitpunkt in engem Austausch mit den Ermittlern der Codecase Einheit. Hat die quälende Ungewissheit bald ein Ende? Wir haben uns das ganze Vorgehen noch mal erklärt und das war natürlich auch wieder ein Zeitpunkt, wo unsere Hoffnung einfach auch wieder ähm ja völlig neu aufgerollt worden sind.
Nach so vielen Jahren gibt es eine realistische Chance auf einen Durchbruch. Das sieht auch der zuständige Richter so. erordnet einen weiteren Speicheltest bei den Kontaktpersonen des Getöteten an. Wir waren dann bei einer Größenordnung von etwas über 120 Personen angelangt, deren Abarbeitung wir dann aber in verschiedene Schritte unterteilt haben.
Wir sind da im Prinzip nach dem nach der Maßgabe vorgegangen, je näher am Opfer dran, desto eher wird ausgewertet und gespeichelt. Bereits unter den ersten zehn Proben gibt es einen Treffer. Die DNA eines ehemaligen Nachbarn von Tino Werner stimmt zweifelsfrei mit der Spur überein, die an der Leiche gesichert wurde.
Mitte Mai stand dann für uns fest, dass äh äh eine heute 57-jährige Person äh, die aktuell im Bereich Kürten, im bergischen Land lebte, äh der Spurenverursacher gewesen ist. Wir haben dann entsprechend äh die ganzen Ermittlungsergebnisse zusammengeschrieben und uns vorab bereits beim Amtsgericht in Paderaborn einen Haftbefehl besorgt.
Der Mann wird an seinem Arbeitsplatz festgenommen. Zum Tatzeitpunkt war er 35 Jahre alt. Aktuell sitzt er wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Zu den Vorwürfen schweigt er. was das Motiv der Tat angeht. So gehen wir davon aus, dass auf jeden Fall Habgier eine Rolle gespielt hat. Letztendlich können wir natürlich nicht ausschließen, äh dass auch Schwolenhas bei dieser Sache eine Rolle gespielt haben könnte.
Durch ihre akribische Arbeit haben die Bielefelderermittler den Grundstein für ein ordentliches Gerichtsverfahren gelegt. Aus Ermittlersicht ist das natürlich eine Genugtugung und dies gibt uns natürlich auch Hoffnung für die Zukunft, da ja noch etliche weitere unbearbeitete Fälle bei uns schlummern, dass hier vielleicht auch noch etwas geht.
Für Brigitte und Marcel Reamann ist die Festnahme nach über 20 Jahren eine große Erleichterung. Es war zwar schön, aber im Moment unrealistisch, weil ich gedacht habe, du hast so viel Junge lange Jahre drauf gewartet und jetzt auf einmal von jetzt auf gleich, ich konn es einfach nicht fassen.
Jeden Tag waren wir hier drüben und jetzt können wir Tino sagen, sie haben Wann der Prozess gegen den 57-jährigen Tatverdichtigen startet, ist noch ungewiss. Die Angehörigen von Tino Werner werden auf alle Fälle als Nebenkläger mit dabei sein. Diese Frau hat in einem Häuschen gewohnt, das sehr wohl ausgebaut war, aber es war jetzt sicher nicht luxuriös.
Die Frau wurde im Schlaf von ihrem Peiniger überrascht. schwerste Kopfverletzungen. Also mir ist von Beginnen davon ausgegangen, also dass es sich um einen vermutlich gestörten Täter handelt, dass es gerade in diesem äußerst brutalen Fall wirklich ausschließlich um Macht und Dominanz ging, um dieses Beherrschen zu wollen und einem Bedürfnis, einem Drang nachzugehen.
Es war dann eben so, dass man diese DNA Spuren und Fingerabdrücke von ihm gefunden hat. Eine Schräbergartensiedlung am Stadtrand von Wien. Im September 2024 wird hier die 91-jährige Grete K. brutal umgebracht. Journalistin Martina Prewein hat über den Mord berichtet. Die Kriminalexpertin kennt sich in der Umgebung des Tatorts gut aus.
Diese Schräbergartensiedlungen können aber, obwohl die alle auf Bachtgründen sind, vererbt werden. Es ist auch so, dass die mittlerweile ausgebaut werden können zu ganz Jahreswohnsitzen. Diese Frau hat in einem Häuschen gewohnt, das sehr wohl ausgebaut war, aber es war jetzt sicher nicht luxuriös. Die 91-jährige Grete K lebt bereits seit vielen Jahrzehnten hier.
Trotz ihres hohen Alters ist sie noch sehr selbstständig. Die war immer in ihrer ganzen Nachbarschaft sehr beliebt. Sie war bis zum Schluss sehr rüstig. Sie ist sogar teilweise noch selbst einkaufen gegangen. Also sie hat in vielem Garten gearbeitet. Sie hat es genossen dort in dieser wunderschönen Gegend zu leben. Also, weil es ist ja dort eigentlich sehr idyllisch und sehr ruhig.
Also, wenn man auch von 91 spricht, aber sie hat ein ein gutes Leben geführt. Doch in der Nacht auf den 4. September 2024 endet das Leben von Gret K. Außerordentlich brutal. Eine Verwandte findet die Frau am nächsten Tag. Die Frau, das war relativ rasch klar, wurde im Schlaf äh von ihrem Peiniger überrascht.
Ähm, sie ist in ihr Bett gelegen. Äh, sie hatte äh schwerste Kopfverletzungen, also es wurde auf sie eingeschlagen. Also, da der Schädel war wirklich schwerst verletzt und ähm was dann auch relativ klar war aufgrund der Offitfindungssituation, ja, äh dieser Leiche äh, dass diese Frau noch missbraucht wurde. Das Wiener Sicherheitsbüro richtet eine Sonderkommission ein auf der Suche nach dem unbekannten Täter.
Also mir ist von Beginnern davon ausgegangen, also dass es sich um einen vermutlich gestörten Täter handelt. Ja, also aufgrund also das war also das war auch ein gewisses Übertöten, ja, weil er ja sehr auf sie eingeschlagen hat äh mit einem stumpfen Gegenstand. Also, man hat dann nachher gewusst, das war eine Zange.
Ähm und also diese ganzen Tathandlungen an ihr selbst waren ja völlig absurd. Ja. Und man hat dann auch noch äh schon relativ früh gewusst, ja, aufgrund äh diverser Spuren am Tatort, also in diesem Häuschen, dass er sich vermutlich dort noch längere Zeit aufgehalten hat. Sandra Krempelsberg ist Profeilerin. Insbesondere die Übertötung des wehrlosen Opfers hat sie sehr beschäftigt.
dass es gerade in diesem äußerst brutalen Fall wirklich ausschließlich um Macht und Dominanz ging, um dieses Beherrschen zu wollen und einem Bedürfnis, einem Drang nachzugehen. Was man natürlich auch sehen kann, ist, dass hier einfach auch Angestrute Wut ein Thema sein kann, dass hier ganz klar ähm zum Ausdruck kommt und auch nicht mehr ähm m haltbar oder stoppbar für die Person gewesen ist.
Deshalb kam es ja auch zu dieser Vielzahl an Verletzungen. Fest steht, Grete K. Brutalen Gewalttäter umgebracht worden. Ging es ihm wirklich nur um die Kontrolle über sein wehrloses Opfer? Aus ihrer Geldbörse haben ungefähr 150 € gefehlt. Ähm, es wurde Handy mitgenommen, hat ja dann von der Leiche sogar auch noch die Goldkette genommen und den Ring.
Vielleicht hat er sie in Wahrheit verkauft, vielleicht hat er sie aber auch irgendwo deponiert, um aufzuheben, also, dass vielleicht so Trophäen für die Suche nach Zeugen in der Schräbergartensiedlung bringt die Polizei zunächst nicht weiter. Erfolgreicher ist die Kriminaltechnik, denn der Täter hat DNA Spuren und Fingerabdrücke in dem Häuschen hinterlassen, unter anderem an einer Limonadendose.
Es war dann eben so, dass man diese DNA Spuren und Fingerabdrücke von ihm gefunden hat. Ja, und natürlich wurde das eingespeist in die DNA Datenbank und dadurch, dass dieser Mann schon wirklich kriminell auffällig geworden ist, war das relativ rasch ein Treffer. Bei dem Spurenleger handelt es sich um den 52-jährigen Robert O.
Der Mann aus der Slowakei war zuletzt obdachlos, lebte auf der Wiener Donauinsel. Doch jetzt ist der einschlägig vorbestrafte Gewalttäter spurlos verschwunden. Also er hat 1992 ähm da war er gerade 20 Jahre alt, hat er in der Slowakei einen Bekannten, mit dem hat er viel Alkohol getrunken. Ähm, da ist es dann zu irgendeinem Streit gekommen zwischen den zwei Männern und er hat diesen Mann äh dann niedergeschlagen, der hat aber noch gelebt, ja, also der war nicht so schwer verletzt, dass er sonst sterben hätte müssen und hätte den hat dann den Mann
in einen Brunnen geworfen, wo der qualvoll ertrunken ist. Robert O hat dafür in der Slowakei eine zölfjährige Haftstrafe abgesessen und kommt anschließend Mitte der 2000er Jahre nach Wien. Auch dort ist er als Schwerkrimineller aktiv. Immer waren seine Zielpersonen ältere Frauen, die er beraubt hat. Also entweder auf der Straße oder teilweise ist auch eingedrungen in Wohnungen von Frauen. Ja.
Und hat sie beraubt und hat sie aber ähm das war damals eben schon das Auffällige äh hat sie nachherlich nachher noch fürchterlich zugerichtet. Für die Taten in Wien und Graz erhält Robert eine Haftstrafe von 13 Jahren. Insgesamt drei Raubüberfälle werden ihm nachgewiesen. Die Opfer dieser Überfälle wurden teilweise lebensgefährlich verletzt.
Nach Absitzen der Haftstrafe wird Robert O ein Aufenthaltsverbot für Österreich ausgesprochen. Doch er kehrt illegal nach Wien zurück. Seit dem Mord an Greta K hat ihn allerdings niemand mehr gesehen. Wo ist Robert? Die Polizei fandet mit Hilfe der Medien und bittet auch die slowakischen Behörden um Unterstützung. Mit Erfolg: Am 21.
September, zweieinhalb Wochen nach dem Tod von Grete K. Robert O in einem Dorf in der Slowakei festgenommen. Er wird an die Wienerbehörden ausgeliefert und vernommen. Robert Obe streitet die Tat nicht und hat offenbar auch keinerlei Schuldgefühle. Zuerst hat er mal gesagt, er wollte eine Frau vergewaltigen und sie bestellen.
Äh, dann hat er schon immer mehr gesagt, er wollte wirklich Böses tun und äh morden. Doch was genau könnte hinter dem grausamen Verbrechen stecken? Gerade in diesem Fall geht’s um zwei wichtige Komponenten. Das eine ist das Ausleben von Macht und Dominanz und hier tatsächlich auch die Zeit auszudehnen, um das zu genießen.
Ja, wo es hier einfach um Selbstbestimmung geht, um hier ganz klar einfach ähm jemand anderes zu dominieren. Das zweite, was man nicht vergessen darf, ist die Komponente, dass der Angelagte ja sehr lange auch in Haft war und dass s sichlich hier eine Reintegration nicht funktioniert hat. Mit Hilfe der Aussagen von Robert kann nun auch rekonstruiert werden, was vor dem Mord an Grete K passiert ist.
Der Obdachlose hatte von der nahe gelegenen Donauinsel aus schon in den Tagen zuvor immer wieder Ausflüge in die Siedlung unternommen. Er hat dann angefangen schon mit dem Ziel ein Opfer zu finden, äh die in dieser Schräbergartensiedlung so Spionagetouren zu machen und da ist ihm zunächst eine etwa 40-jährige Frau ins Auge gefallen.
Ähm, die hat ihm auch sehr gut gefallen, also die hat er sehr hübsch gefunden und die hat er sich auf die hat er sich fixiert gehabt. Er ist aber dann drauf gekommen, dass diese 40-jährige Frau, die eigentlich sein Opfer hätte werden sollen, offensichtlich einen Freund hat. Aus Angst vor dem Freund der 40-jährigen, der öfters vor Ort übernachtet, fasst Robert O einen anderen Plan.
Jetzt will er die Nachbarin der 40-jährigen überfallen, die 91-jährige Grete K. Und dann eben in dieser Nacht hat er sich dann endgültig, sagt er, auf diese Frau konzentriert. Äh und er hat gewusst schon, also, dass er sie, dass er ihr fürchterliches antun wird und hat dann dort noch ein paar Zigaretten geraucht, hat er gesagt und hat sich sozusagen gefreut auf das, was jetzt kommen mag und hat ähm die Türe, eine Holztüre angebrannt, damit er leichter zum Schloss kommt und hat das dann mit einer Zange manipuliert, dass er eben eindringen konnte in dieses Haus
und hat genau mit dieser Zange dann auch sofort auf die Frau eingeschlagen, also auf ihren Kopf. Also es lässt sich beim Vorgehen auf jeden Fall Vorsatz nachweisen, da hier eine ganz lange Zeit der Planung dahinter war. Er hat ja sehr viele Beobachtungen gemacht und die 91-jährige Dame war halt im Radius dieser Beobachtungen und wahrscheinlich konnte er auch sein Bedürfnis dieser Macht oder Dominanzusliebung nicht mehr ähm das nicht weiter zurückhalten.
Der Gerichtspsychiater diagnostiziert bei Robert O absolute Empathielosigkeit, dass er zurechnungsfähig ist, dass er voll für seine Tat verantwortlich ist, aber gleichzeitig schon noch an einer schweren Persönlichkeitsstörung leidet. Ja, und dass er dass er brandgefährlich ist, also dass er dass er jederzeit wieder zum Töten bereit wäre.
Im Frühjahr 2025 findet vor dem Landesgericht Wien der Prozess gegen Robert Ostatt. Dabei geht es auch um seine Jugend. Also, dieser Mann ist ja fast Analphabet. Der ist in sehr schlechten sozialen Verhältnissen in einem kleinen Dorf in der Slowakei aufgewachsen. Ähm ist so gut wie nie zur Schule gegangen ab seinem 14.
Lebensjahr hat er dann dort in einem Steinbruch gearbeitet. Mit 20 begeht Robert dann sein erstes schweres Verbrechen. Die Gewalt hat an dem Mann, den er in den Brunnen geworfen hatte. Nachdem er diese 12 Jahre im im Gefängnis war, hat er dann versucht, weil er so eine große ähm Sehnsucht angeblich danach gehabt hat, als eine Partnerin zu finden, eine Familie zu gründen, hat er sich dann mit verschiedenen Frauen eingelassen.
Ob das jetzt wirklich so stimmt, wie er sagt, weiß man auch nicht. Ja. Ähm, angeblich sind viele dieser Beziehungen gescheitert, weil diese Frauen in angeblich alle ausgenützt haben. Also, ich weiß nicht, was bei dem so viel auszunützen gegeben hätte. Ja, es kann aber auch sein, dass ich da schon möglicherweise irgendwie eine Art Frauenhas in ihm gebildet hat.
War es nur der Hass auf Frauen, der sich im Fall von Grete K. bei Robert O entladen hat? Der Täter hat ja an der Frau mehrere Straftaten begangen und das kann auch darauf hinweisen, dass er einfach das maximale Strafusmaß, das in Österreich gibt, erreichen wollte, um wieder ins Gefängnis zurückzukommen, da er doch sein halbes Leben hinter Gittern verbracht hat und ihm das auch eine gewisse Sicherheit und Routine gibt.
Eine, die es draußen nicht gibt. Tatsächlich wird Robert Bo vom Landesgericht Wien im Mai 2025 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Der 2-jährige Slowake wird in eine psychiatrische Einrichtung eingeliefert. Die 91-jährige Grete K. aus Wien Floritzdorf. Sie musste sterben, weil es ein brutaler Gewalttäter auf sie abgesehen hatte.
Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt. Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken. Es ist der 14. April 1992 und der Gerichtssal Nummer 5 in Rostdorf ist voll.
Reporterfilm. Zivilisten knabbern an kostenlosen Brötchen. Ein riesiger Metallkäfig, speziell für diesen Prozess gebaut, ragt neben dem Richtertisch auf. Dann eine Frau in der Menge beginnt zu schreien. Schuft, Kannibale. Dreckiges Schwein. Andrej Romanovic Chicato, betritt den Raum.
Sein Kopf ist rasiert, sein auftreten ruhig, als zwei Wachen ihn in den Käfig einschließen. Er setzt sich auf seine Bank. Gant blickt auf die Familien seiner zahlreichen Opfer. Was glaubst du, wie es für unsere Kinder war? Chicatilo wurd angeklagt, 53 Frauen und Kinder zwischen 1978 und 1990 vergewaltigt, ermordet und in einigen Fällen kannibalisiert zu haben.
Er traf sie oft an einem Bus oder Bahnhof, begann ein Gespräch und führte sie in den nahe gelegenen Wald. Vor seiner Verhaftung erschien Chicatilo als ein schüchter, aptischer, älterer Mann. Ein typischer sowjetischer Angestellter, charmant, harmlos. Aber er war alles andere als das. Als Teil des Gerichtsverfahrens muss der Richter detaillierte Polizeiberichte zu jedem Mord vorlesen.
Mehrere Mitglieder der Menge fallen in Ohnmacht, als sie diese hören. Ich werde deine Frau, deine Kinder töten. Alle. Alle. Niemand bewegt sich, um die schreiende Frau zu stoppen. Ein paar andere schließen sich an. Und als ihr Hass hervorbricht, wird der Zweck von Chicatilos Käfig klar. Er ist nicht dazu da, ihn einzusperren.
Er ist dazu da, sie draußen zu halten. Hallo, ich bin Diane Helscher. Und ich bin Max Spalleck. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Serienkiller. Ab jetzt jeden Donnerstag überall dort, wo ihr Podcasts hört. Bei Spotify, bei Apple oder in eurer Podcast App. Abonniert jetzt den Podcast, um keine Episode zu verpassen.
In jeder Folge beschäftigen wir uns in diesem Podcast mit einem berühmten Serienkiller, mit seinem Leben, seiner Psyche und seinen Taten. Serienkiller, Mörder und ihre Geschichten. Ein Bosepark Podcast basierend auf einem Spotify Original. Heute tauchen wir ein in das Leben von Andrej Chicatilo, auch bekannt als die Bestie von Rostoff.
Aus psychologischer Sicht ist Chicatilo eine faszinierende Studie, nicht nur wegen seiner Verbrechen, sondern auch, weil er geboren, aufgewachsen und in gewisser Weise von der Sowjetunion erschaffen wurde. Das ist richtig. Chicatilo kam ein Jahrzehnt nach der Gründung der UDSSR auf die Welt und wurde nur ein Jahr nach deren Zusammenbruch verhaftet.
Deshalb nannten ihn die Medien den Schlechter von Rost oder den roten Ripper. Aber einige Psychologen haben Chicatilo einen anderen Namen gegeben. Das pathetische Monster. Während seines Lebens hatte Chicatilo mit psychosexuellen Trieben zu kämpfen, den er anscheinend nicht widerstehen konnte. Nach einigen Berichten war sein Jahrzehnt und mehr des Schlachtens keine Wahl, sondern eine Sucht.
Trotzdem fällt es schwer, ihn nicht als Monster zu sehen. Die Berichte über seine Morde sind grafisch. Aber es bleiben viele unbeantwortete Fragen. War er das Produkt einer toxischen Erziehung? Hätte man seinen Amocklauf stoppen können und am Ende war er überhaupt fähig für seine Verbrechen vor Gericht zu stehen? Um das zu verstehen, müssen wir zurück an den Ort seiner Geburt, ein kleines Bauerndorf in der heutigen Ukraine.
[singen] Die Ukraine war die Kornkammer Russlands. Ihr fruchtbarer Boden ernährte den Großteil des Reiches und die Bauern, die ihn bewirtschafteten, wurden durch Jahrhunderte der Monarchie reich und mächtig. Aber Josef Stalin würde allern. Getrieben von der Welle des Kommunismus glaubte Stalin, dass städtische Fabrikarbeiter, das Herz Russlands bildeten, was bedeutete, dass südliche Bauern den Feind darstellten.
Ihr Reichtum, ihre Tradition und ihr lokaler Einfluss waren in seinen Augen sehr unkommunistisch. Also richtete Stalin in den 1930er Jahren Programme ein, um Nahrung aus der Ukraine umzuleiten. Als die Bauern Widerstand leisteten, förderte Stalin Hungersnöte im ganzen Land. Millionen starben.
Der Boden wurde unfruchtbar und der Geist der Ukrainer brach. Kurz gesagt, Stalin gewann. Das war die Welt, in die Andrei Chicatilo um 1936 geboren wurde. Seine Familie lebte kärklich auf den kommunistischen Kollektivfarmen, aber Geschichten von Hunger und Schlimmerem waren verbreitet. Tatsächlich erinnerte sich Chicatilus später an eine Warnung, die ihm seine Mutter gab. Ich war aus der Ukraine.
Die Sowjets organisierten den Hunger in diesen Jahren. 20 Millionen Menschen tot. Mein älterer Bruder Steppan wurde von Kannibalen gefangen und während der Massenhungersnot gegessen. Meine Mutter sagte mir immer: “Verlass nicht unseren Hof. Steppan wurde gegessen und sie werden dich auch essen. Während bekanntest, das Kannibalismus in der ganzen Ukraine stattfand, ist es unmöglich zu bestätigen, ob Andrej wirklich einen kannibalisierten Bruder hatte.
Es könnte eine Schreckgeschichte gewesen sein, um ihn davon abzuhalten, den Hof zu verlassen. Aber ein fünfjähriges Kind vergisst solche Details nicht. Tatsächlich erinnerte sich Chicatilo fünf Jahrzehnte später noch. an die Worte seiner Mutter gegenüber den Staatsanwälten und war immer noch überzeugt, dass sein Bruder gegessen wurde. Dann kam der Krieg.
1941 brachte Hitler und seine deutschen Truppen in die Ukraine und zog Andrejs Vater in die Armee. Hier taucht eine Geschichte auf, die, wenn sie wahr ist, viel von Chicatilos späterem Verhalten erklären würde. 1943 brachte Andrejs Mutter ein Mädchen namens Tatjana zur Welt, während sein Vater in einem deutschen Kriegsgefangenenlager eingesperrt war.
In diesen Jahren war Vergewaltigung durch deutsche Soldaten für ukrainische Frauen üblich und einige Historiker vermuten, dass Tadjana das Produkt eines solchen Übergriffs gewesen sein könnte. Da ihr Haus nur ein Zimmer hatte, ist es möglich, dass der sechsjährige Andrej die Vergewaltigung seiner Mutter miterlebte.
Wenn es um Serienmörder geht, suchen die Leute nach diesen klaren Traumata, die und sagen, was genau schiefgelaufen ist. Es ist schwierig, den Einfluss einer Kindheit zu verstehen, in der Vergewaltigung und Mord Normalität waren. Teil des täglichen Lebens. Für sich entwickelnde Gehirne normalisierte es die Vorstellung von Gewalt und Tod.
Andrej sah auf seinem Schulweg oft Leichenteile auf der Straße liegen. Und die Schule war schlimm genug, wie sie war. Obwohl Chicatilo klug war, litt er unter lebender Schüchternheit. Er war paranoid wegen seines chronischen Bettnässens und glaubte, seine Mitschüler würden sich über ihn lustig machen.
Das Bettnessen war ein Problem zu Hause, da Andrej, Tatjana und ihre Mutter eine einzige Matratze teilten. Seine Verlegenheit und die Bestrafungen seiner Mutter verursachten mehr Stress, was zu mehr Bettnessen führte. Als er dann in die Pubertät kam, machte all dieser Stress Andrej unglaublich unsozial, besonders gegenüber Mädchen.
Er konnte einfach nicht mit Frauen interagieren. In einigen Fällen konnte er kaum seinen eigenen Namen sagen, wenn er mit ihnen sprach. Dahinter steckt etwas Tieferes. Der Autor Peter Conradi schreibt, dass das Aufwachsen in Kriegszeiten zwei Auswirkungen auf Chicatilo hatte. Einerseits natürlich seine Nähe zu Tod und Blut, aber andererseits war es sein Konzept von Männlichkeit.
Chicatilo nahm Geschichten der roten Armee auf wie Comicbücher und stellte sich selbst in dramatischen Kämpfen oder bei Verhören von deutschen Soldaten vor. Und diese Verhöre waren ziemlich brutal, zumindest in Andrejs Vorstellung. Aber der Schlüssel hier ist Andreys Liebe zur Fantasie. Seine Visionen dieser Kriegshelden pasßten nicht zu seiner Realität.
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