Wahre Verbrechen I Das Geheimnis der Mitbewohnerin T
Wahre Verbrechen I Das Geheimnis der Mitbewohnerin
Von dem Moment an, als die Frau verschwunden war, haben wir mit Hochdruck gearbeitet. Zunächst einmal mussten wir sie finden und als wir sie dann gefunden haben, haben wir mit der Staatsanwaltschaft eng zusammengearbeitet, um alle Spuren zu sichern, denn wir wollten verstehen, was genau passiert ist.
Es war ein sehr besonderer Fall. Er spielt in einer sehr ruhigen Gegend, wo so etwas nicht alle Tage passiert. Wir haben den Fall von Anfang an mit großem Interesse verfolgt und nicht nur wir, sondern auch die Menschen vor Ort, denn es stellte sich schnell heraus, dass es hier nicht nur um das Verschwinden der Frau geht.
Die Ermittlungen in diesem Fall gehören zu den umfangreichsten, die wir je hatten. Die Tat war geplant und mit einer gewissen Sorgfalt ausgefühlt. Nabolia, ein 1600 Einwohnerdorf im Herzen Sardiniens, nur wenige Kilometer von der Westküste entfernt. In diesem Haus wohnt die 76-jährige Brigitte P. mit ihrem zwe Jahre älteren Mann Gian, die Deutsche und der Italiener sind nach ihrem Arbeitsleben in Deutschland in Giuseppet Heimatort zurückgekehrt, um hier einen ruhigen Lebensabend zu verbringen. Doch es läuft
anders als geplant. Samuele Kabizu ist heute stellvertretender Leiter der Polizei in der Provinz Hauptstadt Oristano. Er kennt Brigitte P nur durch Beschreibungen von Verwandten und Nachbarn. Sie war eine freundliche Frau, lebte hier ziemlich zurückgezogen mit ihrem Mann.
Die beiden gingen selten aus, besuchten aber manchmal die Tochter, die nur wenige hundert Meter von hier entfernt wohnt. In einer Nacht, in der ein Sturm über den Ort hinwegfegt, verschwindet Brigitte P. In der Nacht vom 10. auf den 11. Oktober 2018 haben unsere Ermittlungen begonnen. Gegen Mitternacht ging ein Notruf ein. Eine Frau war dran und sagte, dass ihre Mutter verschwunden sei.
Sie mache sich große Sorgen, denn die Mutter habe in tiefster Dunkelheit ihr Haus verlassen. Sie würde dort mit ihrem Ehemann leben und die beiden hätten sich kurz vorher noch gestritten. Die Beamten machen sich sofort auf die Suche nach der Vermisten. Feuerwehr und Freunde unterstützen sie dabei. Die Ermittler gehen davon aus, dass die gehbehinderte Frau nicht weit gekommen sein kann.
Sie soll ohne Schuhe weggegangen sein im Nachthemd. Sie trug ihre Brille nicht und hatte auch das Hörgerät nicht dabei. Das Ganze kam uns von Anfang an sehr seltsam vor. Hauptkommissar Kizosu leitet die Squadramobile ein Ermittlungskommando der Polizei. Er vernimmt zunächst den Ehemann Gippe.
Der Mann behauptet, er habe mit Brigitte P. zu Abend gegessen. Anschließend hätten die beiden gemeinsam deutsches Fernsehen geschaut. Die Sendung Aktenzeichen XY ungelöst. Guten Abend, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer und herzlich willkommen zu Aktenzeichen XY ungelöst. Unsere erste Annahme war nach all dem, was der Mann erzählt hat, dass wir die arme Frau irgendwo in einem Graben finden wden.
Wir dachten, die normalerweise geistig fitte Rentnerin ist irgendwo in der Nähe des Wohnhauses möglicherweise in einem Zustand von geistiger Verwirrtheit. Brigitte Pchter wendet sich verzweifelt an die Medien. Gibt es jemanden, der ihre Mutter in der Nacht des Verschwindens gesehen hat? Valeria Pina, die Lokalredakteurin der Tageszeitung LU Sada verfasst einen ersten Artikel über das mysteriöse Verschwinden der deutschen Rentnerin.
Mit der Tochter haben wir in den Tagen nach dem Verschwinden immer wieder gesprochen. Sie fand es vollkommen absurd, dass ihre Mutter allein losgegangen sein soll und konnte sich das alles nicht erklären. Die Redakteurin ist von Anfang an überzeugt, hier geht es nicht nur um das Verschwinden einer möglicherweise verwirrten älteren Frau, sondern hier steckt mehr dahinter.
Wir haben immer geglaubt, dass es hier um einen besonderen Fall geht. Vieles kam uns komisch vor. Wenn jemand verschwunden ist, sucht man normalerweise in der Umgebung, im Ort, auf den Feldern, in den Kanälen, am Meer. Das wurde hier zwar auch gemacht, aber wir sahen, es gab darüber hinaus viele Ermittlungen im Haus der verschwundenen selbst.
Was ist mit Brigitte P geschehen? Ihr Verschwinden wird noch mysteriöser, als eine Nachbarin behauptet, sie habe den Ehemann späten Abend mit dem Auto wegfahren sehen. Sie kann sogar einen konkreten Zeitraum nennen. Eine Zeugin hat sich bei uns gemeldet. Die Nachbarin hat in der Nacht gesehen, wie das Auto von Brigites Ehemannal aus der Einfahrt herausgefahren ist.
Nach 40 Minuten kam es wieder zurück. Sie konnte das genau beschreiben, weil am diesen Abend die italienische Fußballnationalelf gespielt hat. Als der Mann wegfuhr, war das Spiel zu Ende und sie kümmerte sich um die Wäsche. Später brachte sie dann noch Altglas nach draußen. Doch Gi streitet alles ab. Für Hauptkommissar Kabizus steht fest, der Ehemann der Deutschen hat etwas zu verbergen.
Aber was? Wir machen normalerweise immer 360° Untersuchung, ermitteln in alle Richtungen. So war es hier auch. Wir haben versucht ein Motiv für das Verschwinden der deutschen Rentnerin zu finden. Das war die Herausforderung. Warum ist sie fortgegangen? Und zwar aber auch klar, dass die Aussagen des Ehemannes nicht immer schlüssig waren, dass nicht alle seine Schilderungen stimmen können, dass sie voller Unstimmigkeiten und Lügen stecken.
Warum sich Giitte P am Abend des Verschwindens genau gestritten haben, bleibt für die Ermittler zunächst ein Rätsel. Sie wissen nur, während dem Fernsehen soll der Streit angefangen haben. Der Ehemann sagte ja, sie hätten gemeinsam Aktenzeichen XY ungelöst im ZDF gesehen. Wir haben das kontrolliert und herausgefunden, dass da ein Fall lief, der interessanterweise viele Parallelen zu unserem Fall auf.
Es ging um eine vermisste Frau, die auch Brigitte hieß. Diese Frau hatte vier Kinder, genau wie unsere Brigitte und der Ehemann war ebenfalls Busfahrer. Diese verschwundene Frau aus dem Fernsehen hatte ihren Ehemann betrogen. Später wird sich herausstellen, auch im Fall Brigitte P hat ein anderer Mann eine wichtige Rolle gespielt.
Am 13. Oktober 2018, zwei Tage nach dem Verschwinden der deutschen Rentnerin gibt es eine Wende. Rund 15 km von Nabolia entfernt am Felsigen Strand von Zusen wird eine Leiche gefunden. Der tote Körper war rund 500 m Luftlinie von der Küste entfernt draußen im Meer. Eine Gruppe von Fischern hat uns angerufen und gesagt, da draußen im Wasser treibt eine Leiche.
Wir dachten natürlich sofort daran, dass es sich um unsere verschwundene Frau handelt. Ein Motorboot der Feuerwehr ist dann hingefahren und hat das uns bestätigt. Anschließend sind wir selbst rausgefahren und konnten die Tote auch identifizieren. Es stellt sich heraus, was der Ehemann ausgesagt hatte, stimmt nicht.
Die Tote trägt keinen Nachtrock, sondern Hose und T-Shirt. Sie ist auch nicht barfuß, sondern trägt Schuhe. Die Obduktion ergibt, Brigitte P ist ertrunken. An ihrem Körper finden sich keine Spuren von Gewalt, aber die 76Jährige hat Alkohol im Blut und das, obwohl sie nie getrunken hat. Was ist in der fraglichen Nacht wirklich passiert und wie kam die gebeinderte Rentnerin zum Strand? Es hat sich etwas Wichtiges geändert mit dem Auffinden der Leiche.
Ab jetzt ging es nicht mehr um einen Vermissten, sondern um einen Todesfall. Aber vor allem sind jetzt viele neue Fragen aufgetaucht und auf die mussten Antworten gefunden werden, auf all das, was uns vorher schon so eigenartig vorgekommen ist. Brigitte P galt als zeitweise labil. Auch ein Eigenverschulden kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden.
Wie kam sie ins Meer? Hat sie jemand gestoßen oder ging sie freiwillig? War sie in diesem Moment betäubt? War es Selbstmord? War es Mord? Das alles war wichtig zu klären, weil Gi P sich selbst ja für unschuldig erklärt hat und das auch immer wiederholt hat. Hauptkommissar Samuele Kabizoso ist inzwischen immer mehr davon überzeugt, dass der Ehemann etwas mit dem Tod seiner Frau zu tun hat.
Um ihm das allerdings beweisen zu können, muss er unter anderem wissen, wo genau die deutsche Rentnerin ins Wasser gegangen ist. Auf den Socken der Toten finden sich Sandkörner. Wir haben den Sand genau untersuchen lassen von Experten, denn an jedem Strand ist die Zusammensetzung ein bisschen anders. CNR und genau den Sand von hier haben wir sowohl in den Socken der Toten als auch im Auto ihres Mannes gefunden.
Damit steht fest, Brigitte P muss hier am Strand von Tor del Pozo gewesen sein. Das ist ein nächstgelegener Strand von Nolia. Er ist mit dem Auto von dort aus gut zu erreichen. Es sind nur rund 13 km von der Wohnung des Opfers bis zu der Stelle, an der wir uns jetzt befinden. Aber wie genau ist die G behbeinderte 76-jährige in der stürmischen Nacht auf den 11.
Oktober 2018 von Nabolia aus hierher gekommen. Für die Ermittler steht fest, sie muss mit einem Auto gefahren worden sein. Hat Gi P hierher gebracht? Hauptkommissar Kapizoso will das überprüfen. Der Ehemann von Brigitte P hatte in seinem Wagen eine Dashcam installiert, doch die war in der Schicksalsnacht offensichtlich ausgeschaltet. Wir haben die Aufnahmen der Dashcam genau analysiert.
Als wir uns die letzte Aufnahme angeschaut haben, haben wir festgestellt, die Position des Autos, so wie es abgestellt war, passt nicht zur Aufnahme davor. Das waren zwei verschiedene Positionen. Für uns war damit klar, Joseph P muss das Auto offensichtlich noch einmal bewegt haben. Außerdem stellen die Ermittler fest, Giuseppe Pürte ein Fahenbuch, doch ein Eintrag fehlt.
Wollte Gi P so eine nächtliche Fahrt zum Strand von Torre del Pozo vertuschen? Und noch ein weiteres Indiz spricht dafür, dass der 78-jährige dorthinefahren ist. Der Ehemann hatte den Wagen erst kurz vor dem Verschwinden seiner Frau voll getankt und behauptet, das Auto danach nicht mehr gefahren zu haben. Also haben wir den Tank ausgebaut und ausgelehrt.
Dabei haben wir festgestellt, dass Benzin verbraucht worden ist. Es fehlte genau die Menge Benzin, die man braucht, um die Strecke von Nabolia zum Strand von Tor del Pozo und wieder zurückzufahren. Hauptkommissar Kabizoso lässt noch ein weiteres Gutachten erstellen. Vom Sandstrand in Torre del Porzo bis zum Fundort der Leiche am felsigen Ufer in Supalosu sind es rund 20 km Luftlinie.
Hier in der Gegend gibt es eine sehr spezielle Strömung. Ein Kriminalwissenschaftler hat die meteorologischen Daten für die Tatnacht und die Tage darauf genau untersucht. Er kam zum Schluss, dass die Frau auf der anderen Seite ins Meer gegangen ist und dann auf diese Seite herübergetrieben wurde. Für die Ermittler reichen die Indizien aus.
Giuseppe P hat definitiv etwas mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun. Und dre Monate nach dem Tod von Brigitte P wird der 78-jährige festgenommen. Er wirkte sehr gelassen, fast so als ob er schon auf uns gewartet hätte. Wir haben ihm gesagt, dass er verhaftet ist und ihm seine Rechte erklärt. Dann ist er ohne Widerstand zu leisten mitgekommen.
Zuvor hatten die Ermittler Gi P abgehört und dabei hatte er sein Motiv verraten. Ausschlaggebend war die Aktenzeichen XY Sendung mit dem Fall über die vermisste Mutter, die eine Affäre hatte. Auch Brigitte P hatte in jungen Jahren ein außereiches Verhältnis. Giuseppe P hat ihr an diesem Abend zum wiederholten Male vorgeworfen, ihn betrogen zu haben, vor 50 Jahren mit seinem Bruder.
Dieser Bruder war damals von Sardinien nach Deutschland gekommen. Er hatte dort Arbeit gesucht. Genau zu dieser Zeit lag Giuseppe im Krankenhaus und seine Frau war allein zu Hause. Da hat sie dann ein Verhältnis mit dem Bruder angefangen. P P hat ihn nicht nur Ehebruch vorgeworfen, sondern auch, dass aus dieser Beziehung eine weitere Tochter hervorgegangen ist.
Chppe P. behauptet zwar nach wie vor unschuldig zu sein, doch aufgrund der vielen Indizien wird er wegen Mordes angeklagt. Der Staatsanwalt geht davon aus, dass er Brigitte P. zunächst gegen ihren Willen Alkohol eingeflößt hat. Anschließend habe er sie an den Strand gefahren, ohne Brille und ohne Hörgerät und die hilflose Frau ins Meer gestoßen.
Joseppe P war ein großer Schauspieler, weil er sich so gut verstellen konnte. Vor Gericht wirkte er ruhig und friedlich, aber ein Gutachten belegt. In den eigenen vier Wänden war er sehr autoritär. Seine Frau war ihm hörig. Er hat sich psychisch terrorisiert. Aufgrund der Fülle an Indizien sprechen die Richter in der Sadischen Hauptstadt Kalieri am 2. November 2020 das Urteil.
Chpp P wird wegen Mordes schuldig gesprochen. Er soll für 24 Jahre hinter Gitter. Doch ein Jahr später kommt es zu einer Überraschung. In einem zweiten Prozess wird das Urteil revidiert und Schuss RPP zu 8 Jahrenhaft verurteilt. Dieses Mal wegen Anstiftung zum Selbstmord. Ob der Ehemann in der stürmischen Nachtbrigete tatsächlich selbst ins Wasser gestoßen hat oder ob er sie unter Druck gesetzt hat, freiwillig ins Meer zu steigen, kann nicht mit letzter Sicherheit gesagt werden.
Dieses Urteil kam auch für uns völlig unerwartet. Es war eine Überraschung. Es war ein klarer Sieg der Verteidigung, vor allem, weil es die Rolle des Ehemannes dadurch viel kleiner machte. Anstiftung zum Selbstmord. Auch als Journalistin habe ich so etwas noch nie gehört. Der Tod von Brigitte P. gesühnt. Hauptkommissar Samuele Capizoso kann das Urteil nachvollziehen, auch wenn er bis heute nicht damit einverstanden ist.
un cihte uns zugegermaßen der letzte Beweis, der die allerletzte Frage beantwortet. Es kann sein, dass die Frau dem Mann hörig war und allein ins Wasser gegangen ist. Aber eine alte Frau, die nichts hört, nicht gut sieht, alleinelassen wird an einem Strand in einer Regennt im völligen Dunkeln.
Wie hätte die Frau überleben können? Wir halten auch das für Mord. Was genau in der Nacht am Strand geschehen ist, könnte nur der Ehemann von Brigitte P beantworten, doch der schweigt bis heute. Bei dem Opfer liegt natürlich zunächst der Verdacht nahe und dass dies der Beginn eines Anführung Bandenkrieges ist. Tatsächlich ein Gedanke, der allen sich aufgedrängt hat, war aber doch nicht in Kotbusten.
Das wie das kann eigentlich kann das nicht sein. Unser Opfer war relativos, muss ich mal sagen. Er hatte Kopfhörer auf, er hat auf sein Handydisplay geschaut. Ähm, ich gehe davon aus, dass er nie da im Leben damit gerechnet hat, dass ihn hier einer angreifen würde. Unsere Täter sind von vorn gekommen, haben ihn rechts und links an sich vorbeigehen lassen, haben sich umgedreht, ihre Masken hochgezogen, haben ihn angesprochen und haben sofort auf ihn geschossen.
Unser Opfer hat sich umgedreht und muss barbarisch geschrienen haben, muss die angeschrienen haben und ist dann weggelaufen. Szenen, die sich an einem kühlen Märzbabend im Jahr 2020 im Pushkinpark in Kotbus abgespielt haben. Der schwerverletzte Mann versucht zu fliehen, doch die Täter folgen. Hier gab es einen Zeugen, der auch mit seinem Hund Gassi war und der hat live gesehen, wie ein dunkel gekleideter, kräftiger, schweratmender Mann hier lang gelaufen ist.
Und gleichzeitig hat er wahrgenommen, dass dort vorn zwei Personen aus dieser Gasse aufgetaucht sind. Einer ging in Schießhaltung. Er beschrieb das als ziemlich professionell und hat noch mal auf unser Opfer geschossen. Ab hier ließ sich die Blutspur ganz gut verfolgen. Sie wurde immer kräftiger. Also, ich sag mal, diese sechs Schussverletzungen, die unser Opfer bekommen hat, haben hier ihren Tribut gefordert.
Hier haben ihn dann die Kräfte verlassen. Hier kam er zum liegen. Die Notärzte haben noch versucht, etwa eine halbe Stunde haben die noch um sein Leben gekämpft, aber letztenendes war der Blutverlust und die Verletzung zu schwer, sass er dann hier verstorben ist. Jetzt wird auch Staatsanwalt Martin Macher eingeschaltet.
Er hat schon viele schwere Verbrechen in seiner Laufbahn verhandelt, aber dieses hier berührt ihn besonders. Da ist mit absoluten Tötungswillen vorgegangen und so ist die Tat durchgeführt und letztendlich auch vollendet worden. Anfangs kennen die Mordermittler weder die Täter, noch wissen sie, wer da so brutal umgebracht worden ist.
Doch schon innerhalb der nächsten Stunden verdichten sich die Hinweise zum Opfer. Unser Opfer war polizeilich bekannt. Er war in verschiedenen Rockerclubs beeimatet. In der Türsteherszene, sagt man so leicht hin. Er war durchaus, wie man landläufig sagt, eine schüende Persönlichkeit hier in Kotbus. Es war bei ihm bekannt, dass er Forderungen mit körperlicher Gewalt, mit Drohung durchgesetzt hat.
Äh, Wort kann man sagen, er war durchaus äh berühmt und berüchtigt, wie man so schön sagt. Er hat Leute, die seiner Meinung nach einer Verfehlung begangen haben, äh aufgesucht, eingeschüchtert, äh oft auch verprügelt und hat denen dann erläutert, dass sie aus der Sache nur rauskommen, wenn sie sich er hat immer gesagt gerade machen.
Das heißt, für ihn bedeutete gerade machen in der Regel, dass die einen Vierstellenbetrag zu zahlen haben. Ähm und dann war zumindest diese eine Sache aus seiner Sicht erledigt. Bei dem Opfer handelt es sich um den 31 Jahre alten Martin M. Er inszenierte sich im Internet gerne als Kampfmaschine und er warb für sich als Fitnessrainer und verkaufte außerdem Nahrungsergänzungsmittel.
Jeder äh der aus dieser Szene oder zumindest kommt oder mit dieser Szene in Kontakt steht und stand, wusste ganz genau, um wen es sich da handelt, nämlich um jemand mit dem man sich besser nicht anlegt. Und doch, irgendjemand hat genau das getan, sich mit ihm angelegt. Das Opfer ist mehrfach vorbestraft wegen Körperverletzung, Nötigung und Erpressung.
stellte sich natürlich für uns die Frage, wer hat ihn umgebracht? Das musste schnellstmöglich geklärt werden, weil nicht klar war, ob mit Racheakten zu rechnen ist, ob es weitere Taten geben wird und so. Das war schon eine Frage, die schnell zu beantworten. Wow. Als Kommissar Thomas Britzer am nächsten Tag zusammen mit den Kriminaltechnikern am Tatort sorgfältig alle vorhandenen Spuren sichert und weitere Zeugen sucht, kommt es vor Ort zu gespenstischen Szenen.
Und noch während wir hier gesucht haben, tauchte plötzlich vor der äh an der Polizeiebsperrung äh eine Gruppe junger Männer auf, die alle so mit dem gleichen Magenlebel bekleidet waren. Äh große Kräfte, ich sag mal, Bodybuilder. Und die standen dann plötzlich an dieser Polizeiabsperrung einfach mit finsteren Gesichtern und haben uns beobachtet.
Das ist erstmal eine Sache, die kann man nicht einordnen. Da haben wir dann schon mitbekommen, okay, hier ist was ein bisschen anders in dem Fall. Bei dem Opfer liegt natürlich zunächst der Verdacht nahe, dass da möglicherweise konkurrierende Rocker, Huligen, Türsteher, ich sag mal im Weiden Sinne Banden äh hier konkurrieren, dass dies der Beginn eines Anführung Bandenkrieges ist.
Doch die Ermittler um Kommissar Britze lassen sich nicht einschüchtern. Sie machen ihre Arbeit und finden bald Zeugen, die zwei Täter gesehen haben. Sie können ihren Fluchtweg aus dem Park recht genau beschreiben. Und das hier ist in etwa ein Durchgang durch eine Hecke. Hier haben Zeugen beschrieben, dass sie zwei Personen hier durch diesen Weg haben durchrennen sehen und diese beiden Personen sind dann in ein Fahrzeug gestiegen.
Sie beschreiben den als blauen VW. Der blaue VW soll später durchaus eine Rolle spielen. Doch zu diesem Zeitpunkt fragen sich die Ermittler vor allem, warum musste Martin M sterben? Also zunächst mal hatten wir keine Idee, weil wir aktuell nichts hatten, wo man sagen konnte, na ja, wir wussten, dieses Opfer hat Ärger mit X oder Y oder dieses Opfer hat das und das getan, hatte bei denen und den verärgert.
Sowas hatten wir der Art zu diesem Zeitpunkt nicht. Zunächst war es mal jemand, den wir kennen, jemand der auch wie gesagt berüchtigt ist, aber der jetzt eben aufgrund von sechs Schüssen dort dort tot ist. Wir müssen also erstmal sehen, wo verbirgt sich ein Motiv, wo verbirgt sich möglicherweise ein Täter. Die Ermittler durchleuchten jetzt das Smartphone des Toten.
Sie werten alle seine Kontakte und Chats aus. Außerdem bekommen Sie noch einen anonymen Hinweis. Okay, sicherlich haben wir auch später noch einen Tipp bekommen, aber zunächst mal war es tatsächlich so, dass wir über die Mobilfunk Forenzik des Geschädigten des Toten und über seine sozialen Kontakte rausgefunden haben, dass es ca.
10 Tage vor der Tat Ärger gegeben hat. Ärger mit Robin K. Mann, der ebenfalls im Banden und Bodybuildingmieu zu Hause ist und der in Kotbus einen Laden für Nahrungsergänzungsmittel aufmachen will. auch der hatte Kontakte in ein anderes Rockermilieu, sage ich jetzt mal. Ähm und hat sich gern selbst sogar als Waffenboss dargestellt und als gefährlichen Typen.
Diesen Mann lockt das spätere Opfer abends an einen See bei Kotbus. Gemeinsam mit einem Kpanen erwartet er Robin K. Jetzt ist es allerdings so verlaufen, dass er dort von unserem Opfer massiv angegangen wurde und schwer gedemütigt wurde und ihm wurde klar gemacht, dass er dieses Geschäft nicht ohne unser Opfer in Kotbus aufziehen kann und das natürlich auch noch gerade machen, eine Zahlung für diese Verfehlung aussteht.
Das spätere Opfer macht seinem Konkurrenten mit Worten und mit Fäusten deutlich, wer in Kotbus im Bereich Fitness und Nahrungsergänzungsmittel das Sagen hat. Er hat sich als der alleinige Fitness und Ernährungscoach hieran Gottbus gesehen und ohne ihn durfte es keine Konkurrenz geben. Staatsanwalt Martin Mache weiß, es ist nicht das erste Mal, dass Martin M andere einschüchtert in Kotbus.
ist er bis zu seinem Tod ein gefürchteter Mann. Wer sich mit ihm einlässt als Feind, sage ich mal, der hat kein gutes Leben. Und dementsprechend war das in seiner Gedankenwelt eben so, wenn da so ein hergelaufener, ich sag das extra mal so in diesen Worten, daherkommt und ihn das Geschäft kaputt machen will, dann muss der halt bluten.
Ist die Auseinandersetzung am See? sind die Schläge und die Demütigung womöglich der Auslöser für den brutalen Mordanschlag. Rund 10 Tage später wollte Robin K. sich rächen. Zumindest haben die Ermittler jetzt eine heiße Spur. Er hatte ein Motiv und äh es war auch eine Person, die man durchaus auf die gegebenen, auf die vorliegenden Personenbeschreibung der Täter drauflegen konnte.
Er war auch Kraftsportler und von der Größe her stimmte das mit äh etlichen Zeugenaussagen auch überein und er hatte einen Mitbewohner, der auch Kraftsportler war, was ja dann wieder zu den zwei beschriebenen Tatverdächtigen durchaus auch gepasst hat und das waren für uns fast ein bisschen viel Zufälle. Doch ein Motiv allein macht noch keinen Täter.
Um den Verdächtigen einen Mord nachzuweisen, braucht es mehr. Wir haben uns mit der Staatsanwaltschaft zusammengesetzt und haben alles auf den Tisch gelegt und haben gesagt, wir können das, was wir haben, nicht mehr ignorieren. Wir haben hier definitiv zwei Beschuldigte, aber das reicht auf keinen Fall, um die Tat nachzuweisen und die vor Gericht zu bringen.
Die Mordermittler treten auf der Stelle und die Szene in Kotbus schweigt. Entweder traut sich keiner zu reden oder es weiß wirklich niemand, wer die Mörder sind. Deshalb holen die Ermittler jetzt größeres Besteck raus. Sie observieren die Verdächtigen Robin K und seinen Mitbewohner und hören sie ab rund um die Uhr.
haben wir den identifiziert. Wir sehen hier mal eine Aufnahme von unserem Verdächtigen, von dem Fitness und Ernährungscoach. Wie man sieht, nimmt er sein Hobby auch Kraftsport sehr ernst. Und hier steht er vor seinem blauen VW. Genauso ein Auto hatten Zeugen als Fluchtwagen nach dem Mord an Martin M. beschrieben.
Umso intensiver werden die beiden Männer jetzt weiter observiert und abgehört. Tausende Stunden. Für die Ermittler eine mühsame und kräftezährende Arbeit. eine Arbeit, die keineswegs sofort zum Durchbruch führt. Man sollte sich jetzt nicht vorstellen, dass dann, wenn wir solche intensiven Überwachungsmaßnahmen fahren, dann irgendwann tatsächlich das lupenreine Geständnis kommt.
Also, das ist in dem Fall tatsächlich, das sind Puzzelsteinchen, das sind kleine Nebensätze, Nuanc, die man hört. Später haben wir dann mitbekommen, die hatten sogar vereinbart, überhaupt nicht mehr über dieses Verbrechen zu reden, was ja in dem Fall dann für sie auch sinnvoll gewesen wäre. Aber so eine Tat belastet natürlich auch während dieser Observationsmaßnahmen haben wir natürlich auch Maßnahmen gefahren, um ein bisschen Äußerung zu provozieren.
Und da kommen dann doch mal kleine Halbsätze, kleine Nuancen, wo das dann doch mal diese Tat eine Rolle spielt oder wo der unser Opfer eine Rolle spielt, sodass wir dann äh ihr Verhältnis zum Opfer dann ein bisschen näher erklärt bekommen von ihnen. Mehr als drei Monate observieren die Ermittler die beiden Verdächtigen. Hören sie rund um die Uhr ab, versuchen die Puzzlteile zusammenzusetzen, um ein klares Gesamtbild zu bekommen.
Dafür kehren sie auch immer wieder an den Tatort zurück, um neue Informationen mit den Ereignissen in der Mordnacht abzugleichen. Woenbart sich Täterwissen zum Mordanschlag? Wo zur Verfolgung des Opfers? Wo zu seiner endgültigen Ermordung? Rund 6 Monate nach dem Mordanschlag treffen die Ermittler eine Entscheidung.
Und dann kam der Tag, wo wir zugeschlagen haben. Wir wussten, es sind scharfe Waffen im Spiel. Wir wussten nicht, wo sind die? Haben die Täter die noch? Wollen die die eventuell noch mal einsetzen? Wir sind verständlicherweise äh mit Spezialkräften dort reingegangen und entsprechend ähm gab es früh eine entsprechende Geräuschkulisse in diesem Wohnblock und ich denke schon, dass die eine oder andere Kaffeetasse in diesem Wohnblock zu Bruch gegangen ist.
Robin K wird festgenommen, doch er schweigt bei seiner Vernehmung. Sein Mitbewohner hat ein wasserdichtes Alibi für die Tatzeit, aber er scheint etwas über den Mord zu wissen. Als erfahrener Erminer sieht man das natürlich. Er wollte nicht so recht raus mit der Sprache, nennen wir das Kind mal beim Namen.
Äh offenkundig hatte er Angst, dass ihm selbst was passiert. Und insofern haben wir dann tatsächlich ihnen ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen. Am Ende des Tages hat er zumindestens den Namen des zweiten später festgestellen des zweiten Täters hat er uns genannt. Der Name des mutmaßlichen zweiten Schützen Steve M.
Unter dem Druck der Ermittlungen gestehen beide Verdächtige geschossen zu haben. Das Motiv kein Bandenkrieg, sondern tatsächlich Streit ums Geschäft. Das Opfer Martin M hatte seinen späteren Mörder massiv bedroht, weil der ebenfalls als Fitnesscoach in Kotbus arbeiten wollte. Für die späteren Schützen Robin K und seinen Freund Steve M scheint damit klar, Martin Ms sterben.
Und genau das setzen sie in die Tat um. Vor Gericht berufen sich die beiden Angeklagten allerdings auf Notwehr. Staatsanwalt Martin Mache dagegen plädiert auf Mord. Wenn man diese Selbstjustiz, die insbesondere Robin K, aber auch sein sein sein Mittäter CFM da an den Tag legt haben, wenn man das in irgendeiner Art und Weise respektieren oder tolerieren würde, dann könnten wir im Prinzip Rechtung gesetz abschaffen, dann Geld wie gesagt das Faustrerie, dann gewinnt der Stärkere und das glaube ich will niemand in dieser Gesellschaft. Und
wenn das in dieser Art und Weise ausgehebelt wird, dann kann das unmöglich richtig sein. Das Landgericht Kotbus folgt dem Pledoyer des Staatsanwalts. Robin K und Steve M werden wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Habe auch die Tonbandaufnahmen gehört von der jungen Frau, als man die Teufestaustreibung da gemacht hatte.
Das war für einen, der das erste Mal gehört hat, wirklich äh grausig. Man hat Gänsehaut bekommen. Das war so richtige teuflische dämonische Stimmungen, die da geherrscht hat. Die Eltern haben aus ihrer Sicht das Beste gewollt für die Tochter, weil sie fest davon überzeugt waren, dass sie besessen war, von den Teufeln besessen war und dass es nur durch einen Exorzismus geheilt werden könnte.
Vielleichten die Ärzte mehr machen können. Alles das entzieht sich meiner Kenntnis habe ich überhaupt nicht zu beurteilen. Aber die Behandlung, die sie dann bekam durch die Priester, das war das, was sie das Leben gekostet hat. Ohne die kirchliche Lehre, ohne den kirchlichen Exorzismus, der ja nach wie vor existiert, ohne alles das hätte es den Falklingenberg nicht gegeben.
Schaffenburg 30. Juni 1976. Bei der Staatsanwaltschaft meldet sich ein katholischer Priester aus dem naheenen Klingenberg. Die 23 Jahre alte Studentin Annelise M. sei bei einem Exorzismus verstorben. Die Polizei wird eingeschaltet. Der spätere Kripochef von Aschaffenburg Peter Her ist als junger Ermittler an der Untersuchung des mysteriösen Trodesfalls beteiligt.
Ich habe in diesem Fall mitgearbeitet. Der Lein der Mittler war mein Vorgänger als K1 Leider hier in der Schaffenburg und gut, ich war mit eingebunden, hab natürlich das gesehen und äh die junge Frau ist damals quasi verhungert. Es war nur noch ein Skelett, als sie tot war und obuziert worden ist. Annalise M. Tod kg.
Ihre Haut ist überselten mit Hämertomen und Kratzern. Einzelne Zähne sind abgebrochen, Verletzungen, die sie sich selbst beigebracht hat. Todesursache laut Obduktionsbericht Unter Ernährung. Man konnte das Ganze nicht verstehen und nicht nachvollziehen, dass die Eltern ihre eigene Tochter so verhungern lesen und verdursten lesen.
Dann später war man auch noch nicht einsichtig, als die junge Frau schon gestorben war aus Seiten der Eltern. Manfred Röllinghoff ist damals Gerichtsreporter beim Meine wenige Tage nach der Obduktion von Annelise M erhält er einen anonymen Hinweis. Wir haben erfahren durch einen Tipp, durch einen Hinweisgeber, der bei uns angerufen hat und uns mitgeteilt hat, dass es in Klingenberg einen Exorzismusfall gegeben hätte, dass da der Exorzismus an einer jungen Frau ausgeübt worden wäre und die junge Frau dadurch zu Tode gekommen sei.
Röllinghoff soll dem Hinweis nachgehen. Jetzt müssen sich eins überlegen. Damals war der Film, der Exorzist noch ganz groß in den Kinos. Insofern war das natürlich eine ganz besondere Sache, wenn das wirklich stimmen sollte. Der Film läuft um die Zeit in den Kinos und jetzt gibt’s dieses wirklich bei uns in der Wirklichkeit in einem Ort bei uns in der Bayer Schaffenburg.
[seufzt] Das ist die reine Theorie. In Wirklichkeit habe ich mir gedacht, das gibt’s überhaupt nicht. Das ist unmöglich, dass sowas passiert ist. Klingenberg am Main südlich von Aschaffenburg. Hier ist Annelise M aufgewachsen. Hier ist sie gestorben. Reporter Röllinghoff spürt ihren Exorzisten auf, den 65 Jahre alten Salvatorianer Pater Arnold R.
aus dem benachbarten Rückschippach. Ich bin da dahingefahren äh zu dem Pfarrer, der der Exorzist sein sollte, aber in der Annahme, dass ich da nichts erfahren werde und dass der Mann das auch nicht bestätigen würde. Der Fahrer hat mir das dann bestätigt und er hat mir das dann so bestätigt in einem Tonfall, als ob er mir von einem Kaffeeklatsch erzählen würde.
Ganz normal und ruhig, ohne jeden Zweifel hat er mir das bestätigt, dass das Mädchen bei einem Exorzismus zu Tode gekommen sei. Unbegreiflich, unverständlich, aber ich bin dann der Sache nachgegangen und es hat sich immer mehr herauskristallisiert, was da passiert ist und wir haben es dann auch veröffentlicht. Die Geschichte erregt weltweit Aufsehen.
Auch Helge Kramer erfährt davon aus der Zeitung. Er arbeitet damals als Reporter für den bayerischen Rundfunk. Das ist ja unglaublich, was da passiert ist, nicht? Da haben sie eine Studentin zu Tode exorziert. Das kann doch gar nicht sein. Wir leben doch im Jahre 76 des 20. Jahrhunderts und nicht im 18. oder 17. Jahrhundert.
Die Eltern von Annelise M sind angesehene Bürger in Klingenberg. Strebsam, fleißig und fest im Glauben an Gott. Die Familie ist streng katholisch. Natürlich ist Annelise geprägt gewesen durch ihr Elternhaus in die Richtung, dass sie am Ende dann genommen hat. Alles waren eigentlich der gläubige Katholiken und ich meinte gut, ihr habt das gelernt, so aber das Lernen kann ja nicht so weit gehen, dass ihr heute noch eine Praxis vollzieht, die man vielleicht aus dem Kino kennt.
Mit 16 Jahren hat Annelise M zum ersten Mal krampfartige Anfälle. In der Folge diagnostizieren die Ärzte Epilepsie. Medikamente bringen zunächst Linderung, aber die Krankheit kehrt immer wieder zurück. Mit den Anfällen einhergehen Visionen. Annelise M hört Geräusche, sieht Fratzen. Eine Wallfahrt ins italienische San Damiano soll Besserung bringen.
Also, sie war natürlich hier vom, sie war sehr gläubig, sie ist mit nach Sanano gepilgert. Davon war auch ihr Vater überzeugt, weil äh sie hatte ja ihre Krankheit, ab und zu ihre Anfälle und ähm sie war belastet und Heilung suchten die auch die Eltern in der Kirche. Und es war ihr Vater, der ihr empfohlen hat, fahr mal mit nach Sandamiano, da findest du vielleicht richtig zum Glauben und richtig äh auf den richtigen Pfad.
Doch die Pilgerfahrt bringt nicht den gewünschten Erfolg. Annelise M hat Wiedervisionen, benimmt sich auffällig, reißt einer Reisebegleiterin ein christliches Medaillon vom Hals. Die Reisebegleiterin ist überzeugt, Annelise M. muss vom Teufel besessen sein. Sie war diejenige, die ja als erste auch äh sozusagen die leibhaftigen Dämonen entdeckt hat, der Annel das mitgeteilt hat und damit ging der Teufelstreiben los.
Nach der Rückkehr wird ein Priester um Hilfe gebeten. Der 38 Jahre alte Pfarrer Ernst A untersucht den Fall und wird Zeuge mehrerer Anfälle von Annelise M. Schließlich ist auch er überzeugt, die junge Frau ist vom Teufel besessen. Die Analysen war in ärztlicher Behandlung und wie man im Nachhinein verstellen muss, war eigentlich nicht bei den besten Ärzten ist besondere Psychologen.
Das müssten äh die hat wohl nicht geschafft sie zu sie von dem Dampfer, auf dem sie sich zumindest am Ende kurz bevor die Exoismen losgegangen sind wirklich befunden hat. Sie war ja dann der Überzeugung, dass da übernatürliche Mächte am Werke sind und nicht ihre eigene Krankheit dafür ursächlich ist. Phara wendet sich an Bischof Josef Stangel in Würzburg mit der Bitte um Genehmigung den Teufel auszutreiben.
Der gibt mit Schreiben vom 16. September 1975 den Auftrag zum großen Exorzismus und überträgt die Durchführung dem erfahrenen Salvatorianer Arnold R. Die Eltern haben aus ihrer Sicht das Beste gewollt für die Tochter, weil sie fest davon überzeugt waren, dass sie besessen war, von den Teufeln besessen war und dass es nur durch einen Exorzismus geheilt werden könnte.
Ich habe nur nicht verstanden begriffen, dass jemand mit Menschenverstand sowas macht und daran glaubt, dass man durch Gebete eine psychisch kranke Frau heilen kann. A Tage später beginnen im Haus der Eltern Vater R und Phara genau festgelegten Ritus mit dem Exorzismus. Die beiden Exorzisten haben am Bett der Kranken gebetet.
Die Eltern waren ja auch teilweise dabei. Da ist ein Bett gebetet worden, dass die Teufel ausfahren mögen. In den stundenlangen Sitzungen kommt es immer wieder zu Dialogen zwischen den Priestern und Annelise M, die mit verstellter Stimme antwortet. Und das ist immer wieder gesagt worden, die Teufel sollen ausfahren und sind auch, glaube ich, von Seiten der Exorzisten Beschwörungen äh ausgesprochen worden.
Und die Annelise hat das dann aufgenommen und hat dann auch reagiert. So reagiert in einer Art und Weise, die von den von den Exorzisten und von den Eltern als Teufel ausgelegt wurden. Hier melden sich die Teufel, die in ihr Hausen und die sie besessen haben. Und dann hat die Anel immer mehr gesagt und immer mehr gesprochen, immer mehr geredet und hat auch entsprechend geschrien und Verwünschungen ausgestoßen, aber das kam von dem Mädchen, das kam nicht von dem Teufel.
Die beiden Priester lenken die Dialoge immer wieder auf ein Thema. Es geht um Kritik an der angeblich zu modernen Kirche. Annelise M. geht darauf ein, für die Priester ein Beweis ihrer eigenen Vorbehalte. Ein Tonband läuft immer mit. Ich habe auch die Tonbandaufnahmen gehört von der jungen Frau, als man die Teufustreibung da gemacht hatte.
Es war so für einen, der das erste Mal gehört hat, wirklich grausig. Man hat Gänsehaut bekommen. Das war so richtige teuflische dämonische Stimmungen, die da geherrscht hat. Insgesamt 67 Exorzismen beten Pater R und Pfar A. Ohne Erfolg. Anne Lise M geht es immer schlechter. Sie war ja selber sehr fromm und sie hat ja selber geglaubt, dass sie vom Teufel besessen ist und äh sie muss wohl auch am Anfang, sie hat ja dann die Nahrung verweigert und durch die Nahrungsverweigerung hat sie also abgenommen, bis zum Sklettfast
abgenommen. Das wäre schon ein Alarmzeichen gewesen für alle, die dabei waren, dass hier was nicht mit rechten Dingen zugeht. Im März 1976 stellt Anne Lise M die Nahrungsaufnahme ganz ein. Zusätzlich macht sie jetzt bis zu 600 Kniebeugen am Tag. Sie hat immer wieder sich selber verletzt, mit dem Kopf gegen die Wand gerammt, mit den Fingernägeln versucht den Putz abzukratzen.
Sie hat sich selber verletzt dabei. Am 30. Juni 1976 wird der letzte Exorzismus gebetet. Am nächsten Morgen stirbt Annelise M. gestorben ist sie an Unterernährung. Auf der einen Seite an ihren Unterernährung ist also wirklich ein beschönigendes Wort gegen das, was tatsächlich war. Sie wog ja keine 50 km weit drunter, 50 PF.
Äh, sie war also abgemagert bis wirklich auf die Knochen. Es muss ein Matyrium gewesen sein, nicht nur für sie selber, auch für die Familie. Und das ist das, was man dabei auch unbedingt im Auge behalten muss. Also die Familie ist ja nicht die böschen Leute, die jetzt ihre Tochter verniesßen, sondern die haben genauso geglaubt, dass was ihre Kirche sie gelehrt hat, dass es möglich ist, dass der Teufel in einen Menschen fahren kann und diesen Menschen dann nicht mehr loslässt und nur noch heftige Gebete
helfen und der Priesterheim zugerufen werden muss und nicht ein Arzt. Als Beweis lassen die Eltern den Leichnahen ihrer Tochter am 25. Februar 1978 exhonieren. Eine Nonne aus dem Algu hatte eine Vision. Der Körper von Annelise Mläge unversehrt im Sarg. Der Friedhof war gesperrt zum Zeitpunkt der Summierung.
Da konnte außer den Beteiligten und den amtlichen Leuten niemand hin, aber das Publikum äh stand dann hier am Rande der Friedhofsmauer teilweise glaube ich sogar drauf und versuchte zu Blicke zu erhaschen auf das, was dann passieren wird, auch in der Hoffnung, dass sie tatsächlich dann halbhaftig ihren halbfallenen Sag wieder entsteigen wird.
Der Sag wird in die Friedhofskapelle gebracht. Die Familie und die Exorzisten dürfen nicht mit rein. Ich war dabei, alles exumiert wurde und man hat festgestellt, dass jede Leiche die z Jahre irgendwo im Saat liegt. Also Leichenetzung, wie es eben nach dieser Zeit ist, wenn man zwei Jahre oder drei Jahre im Grab lag.
Für strenggläubige Katholiken bleibt es dabei. Annelise M war vom Teufel besessen. Mit ihrem Tod habe sie die Sünden der Jugend und die Verirrungen der Kirche gesühnt. Am 30. März 1978, gut einen Monat nach der Exumierung, beginnt der Prozess vor dem Landgericht Aschaffenburg. Die Exorzisten waren nach wie vor der Richtigkeit ihres Tuns überzeugt und haben dazu gestanden.
Die Eltern waren ebenfalls überzeugt von der Richtigkeit dieses Tuns. Sie sahen sich eigentlich selber mit als Opfer eines Sühneleidens, von dem ihre Tochter befallen worden ist und unter dem natürlich dann die ganze Familie nicht zerbrochen hat, aber unter der die ganze Familie zu leiden hatte. Die Anklage gegen die Eltern von Annelise M, Pater R.
und Pfahrer A lautet fahrlässige Tötung aus unterlassener Hilfeleistung. Nur einer fehlt. Ich äh hatte immer die Auffassung auch während des Prozesses. Es ist eigentlich der wichtigste Mann hier nicht auf der Anklagebank, nämlich der Bischof, der den unmittelbaren Auftrag gegeben hatte als auch Stellvertreter äh oder als Ranghöchster Vertreter seiner Kirche in diesem Bistum, in dem das passiert ist.
Der Bischof weist jede Schuld von sich. Er sei nicht vor Ort gewesen und habe nicht wissen können, in welchem Zustand Annelise M sich befunden habe. Der Vater ist bei einer bei einer Verhandlung, die die zu Beginn der Verhandlung mal aufgestanden und hat als sich ans Gericht gewandelt und hat gesagt, man möchte doch jetzt erstmal ein Gebet für die Analyse sprechen.
Und der vorsitzende Richter Elm Boländer hat das dann mit den Worten abgelehnt. Wir sind hier nicht im Gotteshaus, sondern wir sind hier nicht in der Kirche, sondern im Gericht. Da wird nicht gebetet. Die Eltern sowie die beiden Exorzisten werden wegen fahrlässiger Tötung aus unterlassener Hilfeleistung jeweils zu sech Monaten auf Bewährung verurteilt.
Ein Fall, der nachwirkt auch bei Ermittler Peter Her. Das nimmt man mit nach Hause. Über den Fall selber spricht man in Details nicht, aber es stand ja auch in der Presse und ich habe mir schon meine Gedanken gedacht, wie man so umgehen kann, so unmenschlich umgehen kann und das Opfer hat einem sehr gedauert. Das Urteil erscheint niedrig, ist aber tatsächlich ein Meilenstein.
Die katholische Kirche hat daraufhin das Exorzismusritual modernisiert. Die Hinzuziehung von Ärzten ist seitdem verpflichtend geregelt. Die Kirche, zumindest hier in Deutschland, hat zweifelsfrei gelernt aus diesem Fall und ich denke, alle, die Verantwortung tragen würden etwas derartiges nicht mehr zulassen, dass es damals passieren konnte und das ist jetzt eben erst 50 Jahre her, dass das trotzdem noch im 20.
Jahrhundert passieren konnte. Das ist ein Ausfluss sozusagen einer verknöcherten Haltung der Kirchenhierarchie gewesen, der hier sich manifestiert hat. Der tragische Tod der Annelise M hat zumindest dafür gesorgt, dass sich ihr Schicksal so nicht mehr wiederholen wird. Er ist dann niedergeschossen worden. Es gab zwei Schüsse, einen durch die linke Schläfe.
Offensichtlich war dieser Schuss, wie dann die Obuktion auch ergeben hat, nicht sofort tödlich. Eine Besonderheit in dem Mordfall ist auf alle Fälle die zeitliche Komponente, die Einbettung in die Zeitgeschichte. Man fand eine Wanze in der Sprechmuschel seines Festnetztelefons. Damit ging erstmal bei den Ermittlern sämtliche Alarmglocken an, denn wir waren im geteilten Berlin.
Äh, der ganze Tag begann damit, äh, dass man die Schwester hier am Grenzübergang Bornholerstraße damals abholte und dann sich nach Jahren überhaupt erstmal wieder getroffen hatte und einen Tag später war Peter Kreifeld dann tot. Berlin im Frühsommer 1982. Ein Geschäftsmann freut sich auf den Besuch seiner Schwester aus dem Osten der Stadt.
Seit Jahren sind die beiden durch die Mauer getrennt. Doch das lang erhoffte Wiedersehen endet in einer Katastrophe. Der Berliner Oberstaatsanwalt Sebastian Büchner begibt sich noch einmal zum Watzmannweg, wo damals der 40 Jahre alte Peter Greifeld umgebracht wurde. Der Todestack Peter Kreifeld war der Geburtstag seiner Mutter.
Er, es sollte eine gemeinsame Feier hier geben. Seine Schwester war extra dafür angereist. Zu dieser Feier ist er dann allerdings nicht aufgetaucht. Äh irgendwann gegen 18 Uhr machten sich die beiden dann Sorgen und informierten einen Nachbarn doch mal nachzugucken, ob da etwas vorgefallen ist. Derch stellte fest, dass ein Fenster zum Bungerlo aufgebrochen war, auch eine Leiter davor stand und durch dieses Fenster konnte er dann die Leiche von Peter Kreifeld auf dem Bett liegend entdecken.
In der Küche finden Kriminaltechniker der Berliner Kripo eine Patronenhülse. Peter Kreifeld wurde mutmaßlich von zwei Tätern attackiert, aber nicht in seinem Bett. Nach der Spurenlage erfolgt der Angriff auf Peter Kreifeld wohl direkt hinter der Wohnungstür, was auch für diesen Überraschungsmoment spricht.
Ähm, es gab auch keinerlei Abwehrverletzungen, was auch wiederum für das Überraschungsmoment spricht und äh ist dann niedergeschossen worden. Es gab zwei Schüsse, einen äh durch die linke Schläfe hindurch. Ähm offensichtlich war dieser Schuss, wie dann die Obuktion auch ergeben hat, nicht sofort tödlich, sondern er hatte dann noch die Möglichkeit, sich auf durch den Flur zu schleppen und bis zum Schlafzimmer auf das Bett.
Möglicherweise schleppt er auch deshalb durch den Flur, weil er noch Hilfe rufen wollte. Da stand auch das Festnetztelefon. Allerdings war das Kabel des Festnetztelefons herausgerissen. Die Leiter, mit der die Täter ins Haus gekommen sind, stammt aus Peter Kreifelds Garage. Sie war unverschlossen. Gegenstände vom Fensterbrett liegen vor dem Haus.
Außerdem wird eine Fußspur eines Täters gesichert. Mehrere Schränke im Haus sind durchwühlt. Peter Kreifeld war ein erfolgreicher Geschäftsmann. Aus seinem Besitz fehlen zahlreiche Wertgegenstände, darunter Schmuck und Pelzmäntel. Peter Kreifeld war Friseur Obermeister, auch in der Friseurinnung tätig, hatte drei Salons in Berliner Westen.
Die Friseursalons florierten. Er konnte sich den Bungalo leisten. Er konnte sich ein teures Auto leisten, Pelzes Schmuck für die Frau, alles was dann letztlich gestohlen wurde und ähm er konnte auch planen mit 50 schon in Ruhestand zu gehen, weil er bis dahin genügend angespart hatte. Der Aktenkoffer, in dem Peter Kreifeld immer seine Tageseinnahmen aufbewahrte, wurde ebenfalls gestohlen.
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