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Wahre Verbrechen I Blutnacht in Berlin I True Crime Dokumentation T

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By sonds1
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Wahre Verbrechen I Blutnacht in Berlin I True Crime Dokumentation 

An diesem späten Abend traf sie offensichtlich auf den Täter, der sie dann dort überfallen hat und wirklich grausam und bestialisch mit 63 Messerstichen äh getötet hat. War S wurde im Wassergraben aufgefunden, getötet, ermordet, hatte auch nur noch ihre Kniestrümpfe am Körper. Der Rest war offensichtlich vom Täter ausgezogen worden.

Es ist keine Variante denkbar, dass sie mit ihm einvernehmlich abseits dieses Feldwegs gegangen ist, um dort z.B. Bein vernämlich Geschlechtsverkehrsrat und in dem Moment, als ich das Bild dann so rüber geschoben habe, ähm ja, musste der äh der Ferdinand fast in meinem Büro erbrechen. Da habe ich ja Brenner den ermittelnden Polizeibamen angeschaut und er schaute mich an und uns beiden war in dem Moment klar, er lügt.

Am 23. August 1981 wird in neuen Kirchen im Landkreis Kuckshafen die damals 21-jährige Swan s, Opfer eines brutalen Verbrechens. Ihre Leiche wird in einem Wassergraben nahe einer Landstraße entdeckt. Die junge Frau wurde erstochen. Damals laufen die Ermittlungen der Polizei ins Leere. Das Verbrechen wird zu einem sogenannten Coldase.

 Doch Mord verhrt nicht. Und so kommt es, dass sich Reiner Brenner von der Mordkommission Kuckshafen und Arne Wieben von der Staatsanwaltschaft den Fall 27 Jahre später der vornehmen. Ich war auch selber noch ein junger Ermittler in Anführungsstrichen. Also das war eigentlich so mein erster größerer Fall, der mit einer Tötung eines Menschens zu tun hat.

 Also beim Aktenstudium ist mir schon aufgefallen, wie grausam eigent diese Tat abgelaufen ist. Also, eine junge Frau mit 21 Jahren ist in neuen Kirchen ähm ganz normal morgens zur Arbeit gegangen, hat dort in einem Blumenladen bis 17 Uhr gearbeitet. Er kommt dann irgendwann wieder nach Hause, hat damals noch bei der Mutter gelebt, duscht noch, trifft sich mit einem Freund, geht auch mit dem noch zusammen spazieren ähm und entscheidet sich aber gegen 23:15 Uhr an dem 23.8.

181 1981 noch mal alleine loszugehen. Das war üblich und an diesem Abend, an diesem späten Abend traf sie offensichtlich auf den Täter. Am nächsten Morgen äh stellte die Mutter fest, äh Sahnheld ist nicht in ihrem Zimmer. Das war für sie sehr ungewöhnlich, weil äh sie das ihrer Mutter sonst auch mitgeteilt hätte. Und ähm es begann dann eine fast dreitägige Suchaktion äh bei der auch ein Hubschrauber zum Einsatz kam. Und am Morgen des 26.

August 1981 gegen 6:30 Uhr hat ein Zeuge die Leiche gefunden. Das Warnhalt S komplett entkleidet mit Ausnahme von transparenten Kniestümpfen. Sie lag ca. 18 m von einer Kreisstraße in einem Wassergraben und sie wies massive Stichverletzungen auf. Später stellte sich heraus, es waren 63 Messerstiche, 44 davon in den Rücken, die übrigen frontal.

Eine Blutspur im Graben lässt darauf schließen, dass Swanhild noch zu einem nahe gelegenen Bauernhof flüchten wollte. Offenbar ist es ihr gelungen, selbstständig aus dem Graben zu kriechen. Sie muss dann aber aufgrund ihrer schweren Verletzungen zurück ins Wasser gerutscht sein. Am Tatort werden damals neben der Kleidung des Opfers auch ein Kelberstrick und ein weißer Kinderschal gefunden.

Gegenstände, mit denen der Täter sein Opfer gewirkt hat und die von ihm offenbar zurückgelassen wurden. Die Tatwaffe, aber das Messer fehlt. Die Polizei startet eine Öffentlichkeitsverhandlung. erfolglos: Niemand kann etwas zur Klärung des Verbrechens beitragen und auch die Ermittlungen im Umfeld der Toten bringen die Ermittler nicht weiter.

 Zahlreiche Männer werden überprüft, doch einen tatverdächtigen gibt es 1981 nicht. 27 Jahre später starten Brenner und Wieben einen neuen Versuch, den Mörder mit moderner Technik zu fassen. Sie setzen ihre Hoffnung in die DNA-Analyse und wollen wissen, welche Gegenstände von damals noch in den Kellern der Staatsanwaltschaft schlummern.

Wir haben ganz schnell festgestellt, dass viele Aerwate noch vorhanden sind oder waren insbesondere die Opferbekleidung. Ähm, die haben wir dann dem Landeskriminalamt Niedersachsens zugesandt, um diese noch mal nach DNA ähm Spuren oder anderen Spuren zu untersuchen. Äh, das haben wir dann auch getan und später haben wir dann auch die Mitteilung bekommen, dass am T-Shirt der ermordeten 200S eine vollständige DNA festgestellt worden ist.

Endlich gibt es eine erste Spur. Wieben und Brenner bitten alle Männer, die 1981 in den Fokus der Ermittler geraten waren, zur Speichelprobe. Doch einen Treffer gibt es nicht. Doch dann stößt Brenner in den Akten auf eine alte Tonbandkassette. Sie hält für die Ermittler eine Überraschung bereit. In diesen Aerwaten, die ja noch vorhanden war, bin ich dann auf eine Tonbandkassette gestoßen, so eine TDK90, wie wir früher kennen, wo wir Musik aufnehmen konnten vom Radio oder so ähnliches. Ähm musste erstmal Gerät

finden, um diese Kassette abzuspielen. Hatten wir zu der damaligen Zeit auch auch nicht bei der Polizei. Und letztendlich habe ich dann festgestellt, dass auf dieser Kassette ein Notruf verzeichnet ist, der bei der Polizei eingegangen war. Eine anonyme Hinweisgeberin äh teilte der Polizei mit, dass sie glaubt, wer für die Tat verantwortlich ist.

 Die Frau bringt einen gewissen Ferdinand H ins Spiel. Ein damals 21-jähriger Straßenarbeiter, der genau wie das Opfer Swanild S in neuen Kirchen lebte. Bei den Ermittlungen hatte er bis dahin keine Rolle gespielt. Die Ermittler wollen mit ihm reden. Ich glaube, wir sind ehrlich. Wir haben uns nicht besonders viel von dieser Vernehmung versprochen, aber wir mussten ja irgendwo anfangen.

Und dann passierte was ganz Interessantes. Die Polizei legte ihm ein Lichtbild von Zwarnheld S vor. Ein ganz normales Passfoto. Kein Leichenbild, kein Tartbild, ein ganz äh unverbindliches unverfängliches Foto. Und das führte bei Ferdinand H zu einer ganz starken körperlichen Reaktion. Er musste wirgen und ähm ich weiß noch, wie es in den Akten stand.

 Man hielt ihm den Papierkorb hin, damit er sich dahin erbricht. Dazu kam es nicht, aber er zeigte eine unglaubliche körperliche Reaktion und das war natürlich Suspekt. Wenn sowas passiert, ähm ist das für mich schon ein Indiz, da stimmt irgendwas nicht. Ähm daraufhin, ich meine, das hätten wir jetzt auch ohne diese Reaktion gemacht, haben wir ihn gefragt, ob er freiwillig eine Speichelprobe abgibt.

 Das hat er dann gemacht. Ähm und die haben wir natürlich dann ganz schnell zum LKA geschickt. In seiner Vernehmung behauptet Ferdinand wand hier gar nicht zu kennen. Auch am Tatort sei er nie gewesen. Doch das Ergebnis der DNA-Analyse, dass die Ermittler nur wenige Tage später erreicht, spricht eine andere Sprache. Die DNA, die am T-Shirt von Swanter gefunden worden war, stammt tatsächlich von dem Straßenarbeiter.

Er muss also, da sind sich die Ermittler sicher, am Tatort gewesen sein. Jetzt ist Ferdinand kein Zeuge mehr, sondern Beschuldigter. Die Ermittler nehmen ihn fest. Er hat kaum mit uns gesprochen, hat immer den Kopf gesenkt, nach unten auf den Boden geschaut und das über eine lange Zeit ähm schon ein ungewöhnliches Verhalten für jemanden, dem man einen Morddelikt vorwirft mit einem Haftbefehl.

 Also es war sehr sicher, es war klar, er war am Tatort. Und dann kamen diese beschuldigten Vernehmung, wo Ferdinand Har uns in kürztmöglichster Weise versuchte zu erklären, wie seine DNA jetzt an den Tatort kam. Er berichtete uns dann, dass er an einer dieser Tatnächte, 200S lag ja insgesamt drei Nächte ähm mit seinem Auto dort vorbeigefahren sei.

 Er habe einen Mantel über einem Leitpfosten hängen sehen, das hätte seine Neugier geweckt. Er hätte angehalten, hätte einen Feldweg gesehen, sei dann neugierig in diesen Feldweg reingegangen und hätte dann ähm diesen Tatort entdeckt und letztlich das Opfer im Wassergraben liegen sehen. Und da könnte es sein, dass er da was angefasst hat.

 Wir haben uns jetzt überlegt, die Polizei und ich, was machen wir jetzt? In diesem Stadium reichte es vorne und hinten noch nicht für eine Anklage. Ja, wir haben uns dann überlegt, okay, ähm jetzt gehen wir einfach mal davon aus, dass was er uns erzählt, stimmt. Hat Ferdinand H die Leiche tatsächlich zufällig entdeckt? wurde die DNA, wie vom Bauarbeiter behauptet bei einer beiläufigen Berührung übertragen.

Wieben und Brenner fassen den Entschluss, die Nacht, in der Ferdinand die Leiche gefunden haben will, zu rekonstruieren. Der Staatsanwalt will wissen, welche Wetterverhältnisse damals geherrscht haben und kontaktiert den deutschen Wetterdienst. Gemeinsam suchen die Ermittler nach einer Nacht, die der damaligen ähnelt.

Und jetzt muss man wissen, dieser ganze Tatort ähm ist nicht unmittelbar oder mittelbar beleuchtet. Da gibt’s keine Straßenlampen, da gibt es auch kein kein urbanes Gelände drumrum, was passives Licht abstrahlt. Also, das ist wirklich sehr einsam dort und wenn man kein Mondlicht oder Sternenlicht oder sonst irgendwas hat, dann ist es da sehr dunkel.

 Dann habe ich die Polizei gebeten, den Tatort genauso herzurichten, wie er damals anhand der Bilder für uns sich darstellte. Mit einer Schaufensterpuppe als Leiche, die ähm genauso dort in den Wassergraben gelegt wurde, wie Swan S damals zum liegen kam. Alles soll so aussehen wie damals. Anhand der alten Tatortfotos werden Kleidungsstücke verteilt, die denen von Swanheld ähneln.

Über einen Leitposten hängen sie einen Mantel. Genau wie 1981, als Ferdinand hier vorbeigefahren sein will. Und dann warten die Ermittler auf die Nacht. Wir sind mit unseren hochmodernen Autos, also die viel moderner waren als das Auto von Ferdinand 1981 mit Xenonlicht, sind wir also lang gefahren, diesen Mantel überhaupt nicht gesehen.

 Wir sind da drüber rausgefahren und irgendwann sagte einer Mensch, wir müssen noch schon längst drüber sein. Hat jemand ein Mantel gesehen? Nein, dan hab wir das Auto abgestellt haben und gesagt, gut, jetzt besetzen wir uns wieder zurück in Ferdinand H. Der hat also den Mantel gesehen, hat Auto abgestellt, ist ausgestiegen.

 Jetzt standen wir da im Dunkeln, komplett dunkeln und dann sagte er uns, dann ist er in diesen Feldweg reingegangen. Es war bei Nacht überhaupt nicht zu erkennen, dass da ein Weg ist. Haben wir gesagt, gut, nehmen wir jetzt auch mal als gegeben an. Wir sind dann also in diesen in diesen Trampelpfad reingegangen. Wir wussten, ungefähr nach 18 m kommt der Tatort.

Wir haben bewusst jetzt nicht Schritte gezählt, sondern wir wussten ungefähr, gut, jetzt muss es demnächst kommen. Wir haben nichts gesehen. Es war es war äh es war unheimlich, auch weil man nicht wusste, wo laufe ich gerade rein. Es war wie das Laufen in einem komplett dunklen Raum.

 Und irgendwann sagte ich dann so, jetzt ist gut, mach machen Sie Licht bitte an. Äh, die Polizei hatte das mit Scheinwerfern alles vorbereitet. Wir haben den Tatort vorher auch nicht gesehen. Bei Helligkeit, ganz bewusst nicht, weil wir wollten uns ja ein eigenes Bild machen. Und dann ging diese Flutlichter an, wir standen mitten in einem Tatort.

Ähm und das weiß ich noch wie heute. Da habe ich Herrn Brenner den ermittelnden Polizeibamen angeschaut und er schaute mich an und uns beiden war in dem Moment klar, der lügt. Wieben und Brenner sind sicher. Ferdinand H ist der Mörder von Swanhild S. Immer wieder verstrickt sich der Mann in Lügen und Widersprüche.

Und dann berichtet seine Lebensgefährtin, dass ich das Verhalten von Ferdinand seit den Ermittlungen im Fall Swanheld s stark verändert habe. Ja, im Laufe der Ermittlung haben wir festgestellt, dass Ferdinand H. eine intime Beziehung zu einer Prostudierten aus Bremerhafen geführt hatte. Bemerkenswert war die Aussage dieser Frau, dass wir nachdem wir Ferdinand Haar vorgeladen hatten und die Speichelprobe entnommen haben, dass er gegenüber der Frustruierten, also seiner Freundin angegeben hatte, ähm dass er eventuell jetzt länger eingesperrt

werden muss. Ähm er hat ja noch gefragt, wie lange das wohl dauern würde, bis so eine DNA Untersuchung ähm abgelaufen ist. Ähm, das war schon bemerkenswert. Letztendlich hat er wohl offensichtlich seiner Freundin signalisieren wollen. Ähm, die Frau habe ich umgebracht. 63 Messerstiche, viele davon in den Rücken.

 Eine Frage, die die Ermittler von Anfang an umtreibt, weshalb gibt es keine Abwehrverletzungen? Warum hat sich die junge Frau nicht gewährt, als der Mörder auf sie einst? Eine Antwort erhalten Brenner und Bienen, als sie einen Brief in den alten Akten finden. Einen Brief verfasst von SWS, 3 Jahre vor dem Mord. Ein Brief von Swaneld S von 1978, den sie aus Amerika, einer Freundin, hier zu Hause schrieb.

 Und das möchte ich vorlesen, weil es einfach so so wichtig ist. Als wir in Kanada auf Urlaub waren, ging ich eines Abends harmlos und vertrauensvoll, wie ich bin, allein an einem See spazieren und wurde vergewaltigt. Er hat mich nicht verletzt. Ich wete mich nicht, weil ich weiß, dass viele Mädchen, die sich wehren und schreien, getötet werden.

 Und das war auch wieder so ein Aha Moment in den Ermittlungen, weil plötzlich konnte ich mir das Warnheld es in dieser Situation sehr gut vorstellen als eine ganz ruhige, bedachte, kluge [räuspern] Frau, die sich überlegt, wie komme ich jetzt heil aus dieser Situation heraus? Und plötzlich wurde mir klar, warum diese Frau keine Abwehrverletzungen auf.

Sie hat es geschehen lassen, was da geschah und wurde dann doch getötet. Wieben und Brenner sind überzeugt davon, dass Ferdinand H der Mörder von Swanild S ist. Neben den Widersprüchen und Lügen des Verdächtigen gibt es aus ihrer Sicht auch handfeste Beweise. Seine DNA am T-Shirt des Opfers. An einem Kelberstrick und einem Kinderschal, zwei Gegenständen, die der Täter zurückgelassen haben muss, wird ein Haar des Bauarbeiters entdeckt und ein DNA Fragment, das ihm mit hoher Wahrscheinlichkeit zugeordnet werden

kann. Und dann ist da noch die Aussage der Lebensgefährtin, der er offenbar den Mord gestehen wollte. Wieben will den Mann anklagen, doch dann passiert etwas vollkommen unerwartetes. Dann lief es erstmal gar nicht gut für uns. Gar nicht gut bedeutet. Ähm, die Kammer, in dem Fall die zweite große Draufkammer des Landgerichts Stade als Schwurgericht hat äh meine Anklage also geprüft und hat den Haftbefehl aufgehoben, hat gesagt, okay, wenn das alles ist, was die Staatsanwaltschaft hat, dann reicht das äh nicht mal für den

Haftbefehl. Und im nächsten Schritt konsequent ähm haben sie das haben sie einen sogenannten Niteröffnungsbeschluss erlassen. Sie haben also das Hauptverfahren abgelehnt ähm äh zuzulassen und meine Anklage letztlich nicht zugelassen. Also man könnte sagen, Klatsche für die Staatsanwaltschaft war es auch ein Stück weit.

 Also, wir wurden beide so von dieser Lawine überrollt. Ähm, aber ich habe bei Herrn Wien sofort festgestellt, dass er dass es dagegen Wind geben wird und das beruhigte mich wieder ein bisschen, weil man muss dazu sagen, dass ähm da eine Menge Arbeit dran gehangen hat, was wir da durchgeführt haben, was wir da gemacht haben und letztendlich waren wir auch ein bisschen stolz und und auch sicher, dass wir den richtigen haben.

 Und auf einmal entscheidet ein Gericht äh wie aus der Pistole geschossen äh in eine ganz andere Richtung. Das Gericht muss natürlich auch immer prüfen, ähm kann man einem Angeklagten dieses Verfahren zumuten? Staatsanwaltschaft könnte ja auch hingehen und xbeliebig jemanden anklagen und das Gericht muss dann prüfen, reicht das überhaupt? Ja, ich kann ja nicht einfach jemanden vor Gerichtszerren.

 Ja, also auch die Aufgabe des Gerichts zu prüfen, ist die Verdachtslage ausreichen und das Landgerichtstaat hat gesagt, nein, es reicht nicht. Es reicht noch nicht mal fürs Verfahren. Und das Oberlandesgericht Zelle hat das dann äh korrigiert, hat den Beschluss des Landgerichts aufgehoben und das äh Verfahren eröffnet.

 Vor der gleichen Kammer übrigens, es kommt zur Hauptverhandlung. Arne Wieben und Reiner Brenner legen alle Indizien auf den Tisch und schaffen es sogar, eine weitere Tatortbegehung gemeinsam mit den Richtern und dem Angeklagten zu organisieren. Und dann haben wir das Prozedere mit dem Ortstermin noch mal in vergleichbarer Weise durchgeführt.

 Diesmal hatten wir VW Busse von der Polizei dabei. Die Kammer Staatsanwaltschaft vertreten durch mich äh Verteidigung Angeklagter. Alle saßen da in ihren VW-Bossen und fuhren jetzt also diese Straße lang und machten sich jetzt einen eigenen Eindruck davon, äh ob man diesen Mantel jetzt hätte sehen können oder nicht, ob man aufgrund des Mantels angehalten hätte, ob man dann in diesen Feldweg reingegangen wäre und ob man dann im Feldweg irgendwas gesehen hätte.

Für mich war es ein ähnlicher Aha Moment und offensichtlich für die Kammer ja auch, weil wenige Wochen später wurde er zu lebenslangehaft verurteilt, wobei dieser Ortstermin natürlich nur ein Teil dieser ganzen Indizienkette war. Am Ende ist auch die Kammer von der Schuld des Angeklagten überzeugt. Ferdinand H trifft in der Tatnacht zufällig aufs Vanche S.

Er zwingt sie in den Feldweg und bedrängt sie sexuell. Als er es mit der Angst zu tun bekommt, wieder erkannt zu werden, wirkt er sie und sticht 63 mal auf die 21-jährige ein. Er will sich ganz sicher sein, dass Wanheld es tatsächlich tot ist. Deshalb wird er von den Richtern wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Letztendlich kann man behaupten, dass dieser Mordfall tatsächlich äh italienische Kriminalgeschichte geschrieben hat. Die Todesursache, so viel ich mich erinnern kann, war, dass die Frau eben zu Tode getreten worden ist. Also schon ein brutaler Mord. Ich glaube, dieser Mord war für Toblach, für die Dorfgemeinschaft ein Sakrileg.

 Das heißt, eine Entweihung. Man man ist plötzlich vom idyllischen Dorf im Hochbustertal ist man plötzlich zu einem Ort geworden, wo die Reporter von allen Seiten auf das Dorf hereinstürzen. Na ja, in dem Moment haben wir eigentlich keine große Ahnung gehabt, was da passiert sein kann oder wer das hätte sein können.

 Der kleine Ort Top Tlach in Südtirol, Ostermontag 2002. Die Polizei wird zu diesem kleinen Häuschen gerufen und hat mich dann ein Karabiniere angerufen und hat mir gesagt: “Ja, sie haben hier eine Tote gefunden und sie gehen doch eher von einem Tötungsdelikt aus und dann habe ich gesagt, ja gut, dann fahren wir los.

 Ich wohne auch dort nicht weit weg, 30 km weit entfernt und bin dann eben nach Doblach gefahren und habe dann dort eben die die Mietlingen übernommen. Bei der Toten handelt es sich um die 74-jährige Maria F. Die Rentnerin lebt allein. Offensichtlich wurde bei ihr eingebrochen. Der Täter muss durchs Fenster gekommen sein.

 Also hinter dem Fenster war ein Stein, mit dem er das Fenster mit dem der Täter das Fenster aufgebrochen hat. Der lag auf einer Couch so ein kleines Häuschen mit einem ein eine zwei Zimmer ein ein Haus mit zwei Zimmern, eine Wohnküche und ein Schlafzimmer und der ist in diese Wohnküche eingedrungen mehr oder weniger.

 Und das war das erste, so viel ich mich erinnern kann, dass man mir da gezeigt hat. Und dann sind wir in das andere Zimmer gegangen, wo dann die die tote Frau lag. Die Leiche ist nur halb bekleidet. Sie liegt auf dem Rücken auf dem Fußboden. Es war natürlich eine geschundene Leiche, das hat man schon gesehen. Vor allen Dingen im Gesicht hat man die Verletzungen gesehen.

 Am am Körper nicht so sehr. Arthur Oberhofer ist Journalist bei der neuen Südtiroler Tageszeitung. Auch ihn beschäftigt dieser Mordfall von Beginn an. Damals, als dieser Mord passiert ist, natürlich gleich nach Doblach gefahren. Wir haben uns im Dorf umgehört. Die beste Quelle für Journalisten in so kleinen Gegenden ist immer die Dorfkneipe.

 Und man hat damals gespürt, die Menschen waren erstens entsetzt, aber sie waren auch davon überzeugt, dass das Böse von auswärts kommt. Das heißt, die Leute waren sicher, dass keiner im Ort für diesen brutalen Mord verantwortlich ist, sondern dass es sich um eine importierte Geschichte handelt. In Toblauch verschaffen sich die Ermittler erste Erkenntnisse über den Täter.

Wenn man sich so das Fenster hier anschaut, das ist ungefähr 1,70 m und äh da muss man schon ziemlich sportlich sein, um um da reingehen zu können. Welche Motivation hatte der Unbekannte hier einzubrechen und die alte Dame zu töten? Also einerseits war da die Hypothese, dass jemand von auswärts gekommen ist, irgendwelche so spezialisierte Diebe, die eben in Häusern einbrechen.

Aber da war eben dagegen vor allen Dingen die Tatsache, dass das Haus ja eben wie gesagt kein kein Haus war, wo man irgendetwas irgendwelche Wertgegenstände hätte finden können. So gesehen haben wir da in dem Moment eben versucht irgendwie das ganze weitestgehend zu rekonstruieren, um eine Ahnung zu bekommen, was da was da geschehen sein konnte, ob es jemand vom Umfeld war oder nicht.

Doch bevor Staatsanwalt Bisigiano und die Karabinieri das Umfeld der Toten befragen, werden zunächst Spuren an der Leiche gesichert. Und die Karabiniere haben dann bei der Frau gesehen bei ihrem bei den Schamhararen, so haben sie gesehen, dass da eine das so geglänzt hat irgendwie und sind dann zu dem Schluss gekommen, dass da eben äh Samen männlicher Samenspuren sein könnten und haben diese Spuren dann gesichert.

Warum musste Maria sterben? Ihre Leiche wird nun in Bozen obduziert. Der Staatsanwalt ist persönlich dabei und das Ergebnis ist auch für ihn überraschend. Das Opfer wurde vergewaltigt. Da hat mir dann der Pathologe auch die Spuren gezeigt im im ähm Genitalorgan der Frau, die Verletzungen, die da der Vergewaltiger hinterlassen hatte.

Und er hat mir eben gesagt, diese diese Verletzungen s sind e praktisch durch die Vergewaltigung entstanden. Hat er mir genau gezeigt da während der Obduktion, weil ich da auch teilgenommen habe. Natürlich ist es schon eher sag mal irgendwie unerwartet, dass man eine eher ältere Frau vergewaltigt. Journalist Arthur Oberhofer berichtet nun fast täglich über den mysteriösen Mordfall.

 Die Umstände und auch das Opfer selbst geben viele Rätsel auf. Umso größer war dann die Angst im Dorf, weil ja niemand wusste, was steckt hinter dieser Tat. Die Dorfgemeinschaft wusste nicht äh kommt äh ist der Täter von auswärts. Gibt es jemanden im Dorf, der alten Menschen auflauert und sie umbringt? Das heißt, es war ein kollektives Gefühl der Verunsicherung.

Das war greifbar, als man in Doblach herumging damals. Das Dorf war gelähmt, Doblach war in einer Schockstarre. Das habe ich so empfunden. Staatsanwalt Axel Bisikiano schließt aus, dass die engere Familie des Opfers etwas mit der Tat zu tun hat. Er hat die DNA des Spermers und mittlerweile auch einen Fingerabdruck.

Das waren die zwei Spuren, die wir hatten in dem Moment, also eben der Fingerabdruck und und die DNA Spuren. Natürlich sind das schon sehr zwingende Spuren in dem Moment, wo man wo man die Person herausfindet oder die eben die pre entsprechenden Fingerabdruck bzw. den Aspuren hinterlassen hat.

 Diese Spuren sind viel und gleichzeitig sind sie auch wenig. Viel in dem Moment, wo ich sie zuordnen kann zu einer Person, dann haben wir ja die Straftat eindeutig nachgewiesen, dann ist es eine sind es hundertprozentige Spuren. Aber in dem Moment, wo ich die Spuren nicht zuordnen kann, sind sie eigentlich wertlos. So gesehen. Bei der Beerdigung von Maria F.

 zeigt sich eindrücklich, was die Tat mit den Dorfbewohnern gemacht hat. Beeindruckend war vor allen Dingen die Stimmung auf der Beerdigung. Dort hat man gemerkt, man hat die vielen Sicherheitsbeamten in Zivil gemerkt, die die Bärdung auch gefilmt haben. Nächsten Tag hat es natürlich in den Medien geheißen.

 Oder wurde die Frage gestellt, ist der Mörder vielleicht zurückgekehrt an dem an den Ort des Geschehens? Man hat äh auf der Berdigung gemerkt, dass dies dass dieser Fall die Dorfgemeinschaft nicht nur schockiert, sondern auch in zwei Lager spalten würde. Man hat damals schon gemerkt, es gab die eben, die sagen, da Böse ist von auswärts gekommen.

 Andere, die meinten, na, da gibt’s sicher der Mordfall hat sich hier abgespielt. Da wird es auch der Täter wird auch von hierher kommen oder von aus der Dorfgemitte. Es war ein Klima der Angst, ein Klima, wo jeder jeden verdächtigt hat und wo eigentlich die Menschen, man hat gespürt, die haben die Hoffnung, bitte klärt diesen Fall endlich auf, damit wir wieder in Ruhe leben können.

Doch Bisigiano und die Polizei haben keine heiße Spur. Um einen Tatverdächtigen zu ermitteln, ziehen sie jetzt alle kriminalistischen Register. Wir haben natürlich auch andere Ermittlungen durchgeführt. Wir haben auf diesen mit diesem Profiler gesprochen. Wir haben äh auch äh die ganzen Telefone ausgewertet.

 Also ähm wer wer war mit wem in Kontakt, die die Telefonauszüge herangezogen und auch das zu überprüfen. Es es wurden auch Observierungen gemacht. Ähm, also das war scheinend schon ziemlich umfassende und umfangreiche Ermittel. Doch nichts davon führt zum erhofften Erfolg. Der Staatsanwalt und seine Leute wollen jetzt neue Wege beschreiten.

 Wege, die es bis 2002 in Italien so noch nicht gegeben hat. Wir wussten, dass es möglich war aufgrund von diesem Genmaterial, dass wir hatten als Spur, dass es möglich war, das entsprechende Gen DNS Profil herauszufiltern des Datas. Das ist ja natürlich schon einmal das erste und dann ergibt sich dann fast zwangsläufig oder ganz automatisch die Entscheidung, dass man sagt, wir nehmen die ganze männliche Bevölkerung in dem Dorf und machen da eine flächendeckende Rasterverhandlung.

 Zwar sicherlich Neuland, das war von niemandem bisher so gemacht worden. Man wusste damals, dass DNA Proben genommen werden. Das hat sich natürlich in einem kleinen in einer kleinen Realität wie Doblak sofort herumgesprochen, wer da zum Test muss. Dann war nur mal eine Frage der Zeit so, wann kommt der erste Treffer? Und man hat förmlich gespürt diese Spannung, die die die Medien haben Doblach belagert.

Man hat das Gefühl gehabt, so der jetzt wird die Schlinge, die zieht sich langsam zu und tatsächlich, es wird ein DNA Profil gefunden. Es passt allerdings nicht zu 100% zu den Spuren, die der Täter hinterlassen hat. die Karabinieri. Mich hat eben der Leiter dieser Einheit da in Barma angerufen und mir eben mitgeteilt, dass da sie auf dem auf einer guten Spur sind und der hat mir damals von einem Vater, glaube ich, gesagt, nicht dass da irgendwie das ein Sohn oder ein zumindest ein Verwandter sein muss und äh ist eigentlich dabei verblieben. So,

es waren in dem Moment noch keine ganz klaren Angaben darüber, dass man wirklich ganz nahe am Treffer waren. Die Polizei sucht jetzt die engsten Verwandten dieses Mannes, unter anderem seinen Sohn. Ein paar Tage später ruft mich ein ein Karabiniere an und sagt und sagt mir, wir haben ihn.

 Und ich habe mir gedacht, ja, was heißt es, wir haben ihn? kann mich erinnern es, ich war hier in diesem Büro. Ähm da lief gerade ein Fußballspiel, weil es die Weltmeisterschaft war und äh hier saß der Chef und äh da bekamen wir diesen Anruf und äh es hieß halt ja, wir haben ihn. Wer wen wen habt ihr? Was was soll ihr wir haben den Mörder? Es handelt sich um den 19-jährigen Andreas K.

 Noch am selben Tag legt er ein Geständnis ab. Also den Karabiniere hat er erzählt, dass er die Nacht vom Ostersonntag zum Ostermontag so durchgezeigt hat und dass eben ziemlich viel getrunken hat und dass er sich von seinen Freunden dann in dieser Nacht verabschiedet hat und sich dann gedacht hat ähm mach jetzt gehe ich noch was stehlen und äh sich dieses Haus gesehen hat und sich gedacht hat, Ich hole mir da jetzt noch was.

Hat mit dem Stein das Fenster eben aufgebrochen. Die Frau hat dieses Geräusch gehört, ist aufgewacht, kommt aus ihrem Schlafzimmer. Er sieht sie, streckt sie mit einem Fausthieb nieder, merkt, dass die Frau eben äh halb nackt ist, weil sie nur ein Nachthemd anhatte und äh und beschließt in dem Moment wirklich dann die Frau auch zu vergewaltigen.

Und der nächste Entschluss war, dass er gesagt hat, die Frau weiß jetzt genau, wer das getan hat und das bin ich. Und äh er dann daraufhin eben auch sich entscheidet, die Frau zu töten und das obendrin auf diese brutale Art und Weise, indem man sie praktisch zu Tode getreten hat. Die Nachricht vom gefasßten Mörder verbreitet sich wie ein Lauffeuer.

 Für den Journalisten Arthur Oberhofer ist dieser Fall einzigartig. Dieser Mordfall, das war ein Kresendo an Emotionen. Zuerst die Tatsache, niemand konnte sich einen Reim darauf machen, warum diese Frau hat sterben müssen. Dann schock Nummer 2, als man erfahren hat, dass der Täter aus dem Ort stammt, ein junger Mann noch dazu, dann die dritte Ebene als herausgekommen ist, ja, dieser dieser Bub, der war völlig normal.

 der war integriert in die Dorfgemeinschaft, der hatte keine Vorstrafen, der Balausbogenstreicher, aber ab war völlig normaler Junge. Natürlich haben sich dann alle gefragt, wie kommt ein junger, gesunder, eigentlich äh allseits geschätzter, fleißiger junger Mann, wie kommt der dazu, eine alte Frau zu vergewaltigen und dann noch umzubringen? Das heiß diesen Schock kann kein Dorf verlauen und deswegen zieht sich dieser Riss, den die Tat damals in die Dorfgemeinschaft geschlagen hat.

 Ich glaube, dieser diese Spaltung des Dorfes in zwei Lager, ich glaube, die spürt man in Toblach bis heute. Andreas K wird 2003 wegen Mordes zu 18 Jahren Haft verurteilt. Mittlerweile ist er wieder auf freiem Fuß. Wir hatten hier einen Fall, wo wir den Verdacht haben. Es ist mehr wie ein vermissten Fall. Es war klar, hier ist sehr viel Arbeit die Anfall, es werden sehr viele Informationen anfallen, die abgearbeitet werden müssten und das ist der Klassiker eigentlich, wo man eine Sonderkommission mit einer Anzahl X Personen aufstellt,

um diese Arbeit bewältigen zu können. Wir hatten spurentechnisch nichts, nur halt den Verdacht, dass es sich hier um ein Tötungsdelikt handelt. Die größte Problematik, die Nasoko hat, ist, wo ist denn die Leiche? Wo ist denn der Tatort? Wie ist er zu Tode gekommen? Es gibt hier im Umkreis so viele Möglichkeiten, eine Leiche unbemerkt und unaufindbar verschwinden zu lassen.

Ob das hier ist, ob das in dem 2 km entfernten Belgien ist oder auch in dem relativ nahen Luxemburg. Trier 5. September 2007. Ermittler Harald Richter von der Mordkommission bekommt einen Anruf. Walter K. Alleinstehender Rentner aus dem 90 km entfernten Ratscheid ist verschwunden. Weil der Walter K an diesem Morgen einen wichtigen Arzttermin gehabt hätte und anschließend mit seiner Bekannten zum gemeinsamen Mittagessen fahren wollte.

Da er weder bei dem Arzttermin noch bei seiner Bekannten erschienen ist, kam diese vermissten Meldungs Walter K ist für die Polizei kein Unbekannter. 19 Jahre vor seinem Verschwinden war der Mann Opfer eines versuchten Totschlags geworden. Der Grund? Im Jahr 1987 hat der 69-Jährige seinen Gutshof an das Ehepaar Bernt und Karla S.

 verkauft, verbunden mit dem Recht, dort weiterhin in einer Wohnung leben zu dürfen. Deshalb kommt es ab diesem Zeitpunkt zu einem erbitterten Streit zwischen den Nachbarn. Dieser Bauernhof war sein Elternhaus und er hatte ein ständiges Wohnrecht in diesem Haus, was natürlich der Familie es missfiel. Sie versuchten deshalb alles ihn aus dem Haus zu jagen, indem sie nachts an sein Fenster klopften, indem sie auf seiner Zimmerdecke rum trampelten bzw.

 Weise mit Stöcken darauf schlugen. Sie bedrohten und beschimpften ihn sass es also zu etlichen Strafanzeigen kam. 1988 findet der Nachbarschaftsstreit seinen vorläufigen Höhepunkt. Walter Kam abends nach Hause, ging dann zu seiner Wohnung und wurde von Bernt S. mit einer Pistole zweimal in die Brust geschossen.

 Bernt S gab an, aus Notwehr gehandelt zu haben, Wald der K war entsprechend diesen beiden Schüssen schwer verletzt und konnte sich nur noch mühsam zur Nachbarin retten, weshalb er letztendlich auch im Krankenhaus gerettet werden konnte. Bern wird festgenommen und wegen versuchten Totschlags zu einer Haftstrafe von 3 Jahren und 8 Monaten verurteilt.

 Während einer Gerichtsverhandlung gelingt ihm die Flucht. Er war dann mit seiner Ehefrau für etliche Jahre verschollen, sage ich mal. Beide haben Abitur und hatten nach der Abitur ein Studium der Jura Wissenschaft angefangen. Sie haben das allerdings abgebrochen, aber gewisse Grundkenntnisse in Jura waren halt vorhanden und war wahrscheinlich auch hilfreich.

10 Jahre lang ist das Ehepaar auf der Flucht. Wo sie in dieser Zeit gelebt haben, kann nie ermittelt werden. Direkt nach der Verjährung der Haftstrafe von Bernt S kehren sie wieder auf das Landgut zurück und werden wieder Nachbarn von Waltaka. Unmittelbar nach Eintreffen auf dem Hof ging der Streit mit Walterkar von vorne los.

 Im Prinzip war die gleichen Streitereien wie zuvor schon in den 80er Jahren. Es wurde wieder bedroht mit Mistgabeln auf ihn gegangen. Äh er wurde nachts in der Ruhe gestört. Im Prinzip wieder die gleichen Schikanen, die wir schon aus den 80er Jahren kannten. Die Vorgeschichte sorgt dafür, dass 2007 sofort mit einem Großaufgebot nach dem Vermissten gesucht wird.

 Ermittler Harald Richter hat einen schlimmen Verdacht. Mir war mehr oder weniger von Anfang an klar, dass wir nach einer Leiche suchen. Durch die gesamte Vorgeschichte war klar, das handelt sich hier nicht um einen vom normalen Formistenfallen. Richter befragt das Ehepaares zum Verschwinden von Waltaka. Bernt S wurde befragt.

 Er gab an, dass er am Vorabend gegen 22 Uhr gesehen habe, wie der Walter K mit seinem Auto nach Hause gekommen sei. Am nächsten Morgen habe er dann festgestellt, dass das Auto von Walter K nicht mehr dort sei. Diese Aussage hat uns sehr stutzig gemacht aus dem Grunde, warum sollte Walter K noch mal das Haus verlassen? Befragungen im Umfeld ergeben, der Rentner hat einen festen Rhythmus.

Mitten in der Nacht würde er normalerweise nicht noch mal vom Gut gehen. Und dann erreicht Harald Richter einen Anruf von den Kollegen aus Luxemburg, dass das Auto von Walter K in Clervu in einer dortigen Nebenstraße aufgefunden wurde, weil es zuvor durch einen Unfall beschädigt wurde. Walterkarswagen steht in der Nähe eines Campingplatzes, knapp 70 km entfernt.

Zwei Jugendliche hatten mit dem geparkten Wagen einen schweren Unfall verursacht. Von Walter K fehlt jede Spur. Was ist hier genau passiert? Wir wussten, dass Walter K nie nach Luxemburg gefahren ist und auch von sich aus wohl nie nach Luxemburg fahren würde, erst recht nicht in der Nacht. Deswegen war klar, dass Walter K selbst nicht das Auto dorthin gefahren hat.

Kann mit Hilfe des Wagens das Verschwinden des 69-jährigen aufgeklärt werden? Der Renault wird für eine genaue Spurensuche nach Tri gebracht. Der Sokoleiter will wegen des neuen Ermittlungsstands das Ehepaar S erneut befragen. Doch von dem Paar fehlt plötzlich jede Spur. Man kann sagen, dass sie alles zurückgelassen haben.

 Ihre gesamte Ernte, die Ihnen wichtig war, das Obst und insbesondere ihre Katzen, die sie ja wie Babys behandelten. Das war das deutliche Zeichen für uns, dass sie nicht normal den Bauernhof verlassen haben, sondern geflüchtet sind. Das macht das Ehepaars jetzt zur Hauptverdächtigen. Selbstverständlich ermitteln wir bei solchen Delikten auch in andere Richtungen.

 Hier war es aber von Anfang an so, dass doch schon ein ziemlicher Tatverdacht gegen Bernt S bestand, sodass die Hauptermittlungen konzentriert auf ihn waren. Der Ermittler leitet sofort die Fahndung nach dem Ehepaar ein. Christian Solier ist Leiter der Trierer Mordkommission. Als die Sonderkommission gegründet wurde, stand er beratend zur Seite.

Wenn wir eine Leiche finden und einen Tatort haben, können wir aufgrund der dort festgestellten Situation durchaus Rückschlüsse ziehen. Das hatten wir alles nicht. Also, die Herausforderung war mal zu schauen, erstmal haben wir im Bereich des Wohnortes, auch ein Tatort, ist die Leiche möglicherweise in der Nähe irgendwo abgelegt worden.

 Das sind alles so Gedanken, die man sich macht. Diesen Gedanken geht Ermittler Harald Richter jetzt systematisch nach. um gewisse macht wir sind dann in der Form weiter vorgegangen, dass wir natürlich das Anwesen der Familie Estsucht haben, den gesamten Bauernhof. Wir haben Absuchen auf dem Gelände gemacht, sowohl mit Bereitschaftspolizei wie auch mit Diensthunden und hatten auch versucht über die amerikanischen Streitkräfte in Erfahrung zu bringen, ob eben wel zur fraglichen Zeit ein Satellit über dem Ort war. Dies war leider nicht der Fall,

sodass wir auch hieraus keine Erkenntnisse ziehen konnten. Die gesamten Durchsuchungs und Suchmaßnahmen erbrachten keinerlei Ergebnisse. Auch in Luxemburg wird weiterhin intensiv nach Walter K gesucht. Es haben dann auch im auf um den Auffindeort von dem PKW des Walter K zahlreiche Suchmaßnahmen der luxemburgischen Kollegen stattgefunden.

Man hat das gesamte Gelände abgesucht, ebenfalls mit Hunden und auch mit dem luxemburgischen Hubschrauber. Die Zusammenarbeit mit den Luxemburger Kollegen ist in aller Regel sehr, sehr gut. Wir müssen halt bedingt durch die Grenznähe öfters mit ihnen zusammenarbeiten. Trotzdem bleibt auch diese Suche ohne Erfolg.

 Mittlerweile ist Walter Kars PKW nach Trier gebracht worden. Die Ermittler hoffen hier Hinweise auf das Schicksal des Rentners zu finden. Problematik war, das Auto war so stark zertrümmert, dass eine Spurensuche im Auto ausgesprochen schwierig war. Man musste dieses Auto quasi entzerren, also in der Werkstatt bringen. Die mussten es mechanisch auseinanderziehen, damit man eine ordnungsgemäße Spurensuche dort machen konnte.

Doch auch die bleibt ohne Erfolg. Nach 14 Tagen sind die Ermittlungen noch keinen Schritt weiter. Plötzlich taucht das Ehepaar S wieder auf. angeblich aus einem von langer Hand geplanten Frankreichurlaub. Für die Ermittler ist diese Aussage nicht glaubwürdig. Harald Richter befragt den Vorbestraften Bern S. Sie sagten, dass sie mit dem Verschwinden von Walter K nichts zu tun hätten.

 Ansonsten gaben sie zu Walter Kine Angaben an, sondern sagten auch noch zusätzlich auf Befragung, dass sie nie in Glavauot bzw. nie in Luxemburg zu diesem Zeitpunkt gewesen wären. Wird diese Aussage Bärt S zum Verhängnis? In der Zwischenzeit konnten die Kollegen aus Luxemburg Zeugen ausfindig machen, die Bernt und Karla S zweifelsfrei mit Clavau in Verbindung bringen können.

Bei der einen handelte es sich um eine jugendliche Zeugin, die aber als Hobby Malen hat und ein sehr gutes fotografisches Gedächtnis hatte. Die Zeugin hat sogar noch eine kleine Skizze angefertigt von dieser Frau und diese Frau nachher auch bei einer Wahichtbild Vorlage einmannfrei als Karla S identifiziert.

Auch Bernt S kann von einem Zeugen zum Tatzeitpunkt in der Nähe von Clervau verortet werden. Während der Vernehmung kommt es zu einer Art Showdown zwischen Richter und S. Interessant war immer dann, wenn er in die Engel getrieben worden ist, weil es gab ja Situationen, die er nicht wusste, dass wir sie kennen. Z.B.

 dass wir die Zeugen aus Luxemburg haben, die ihn oder seine Frau gesehen haben. Das heiß, die Vernehmungstechnik war ganz interessant zu lesen. Ähm wie Harald Richtung im Vorfeld gefragt hat, ob er schon mal Luxemburg war zu dem Zeitraum mit seiner Frau und dort war, dort war, ist alles verneint worden und dann werden diese diese Zeugenaussagen vorgehalten und dann diese Reaktion ist ganz ganz interessant zu lesen bis zu dem Punkt, wo er dann nichts mehr sagt, wo man merkt, aha, es ist auch selber bisschen sprachlos oder ratlos und kommt

hier nicht weiter. Die Vernehmungen mit Bernt S waren spannend, sage ich mal. weil er durch sein Jurast Studium und auch seinen relativ hohen EQ äh entsprechende Angaben auf meine Fragen in den Vernehmungen gemacht hat und es deswegen halt ein Reiz darstellte auch für mich, ihn zu gewissen Aussagen zu führen, die man ihm gegebenenfalls entgegenhalten könnte und die eventuell auch eine gewisse Beweis oder Indizienrelevanz hätten.

Doch bei den entscheidenden Fragen schweigt Bern. Die Ermittler hoffen nun, durch eine richterlich angeordnete Telefonüberwachung ein Gespräch zwischen dem Ehepaar mithören zu können und so Hinweise zum Schicksal von Walter K zu bekommen. Die beiden haben nie über einen Sachverhalt bezüglich Walter K gesprochen.

 Es war schon sehr merkwürdig, dass ich z.B. zwei Stunden lang Bernt S vernommen habe und seine Frau da in derer Zeit im Auto wartete. Als die beiden dann zusammen waren, wurde kein Wort über die Vernehmung gesprochen. Es ist ja schon höchst seltsam, dass eine Ehefrau ihren Mann nicht mal fragt, was war denn in der Vernehmung, was wurdest du denn gefragt oder was ist da vorgefallen? Es gab darüber nie ein Wort zwischen den beiden.

Die Suche nach dem Vermissten dauert inzwischen über ein Jahr. Immer noch ist das Gelände einer der größten Herausforderungen für die Soko. Befinden uns, was die Örtlichkeit angeht, in der Nähe vom Grenzgebiet Belgien. Dort haben wir enorm viel Land, enorm viel Wald. In Belgien beginnen die Adennen oben.

 Also es ist ein riesiges Gebiet, das können sie unmöglich in irgendeiner Form durchsuchen. Es ist natürlich auch hier sehr schwierig, weil gerade hier in den Wellen noch etliche alte Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg sind, die teilweise gesprengt, teilweise vollgelaufen sind, sodass da Möglichkeiten bestehen, die man gar nicht so ohne weiters absuchen kann.

Zwei Jahre ist Walter K nun spurlos verschwunden. Mittlerweile ist eine Belohnung von 10.000 € für Hinweise ausgesetzt, aber auch das bringt keinen Erfolg. Einziger Anhaltspunkt, die Zeugenaussagen aus Glauvau. Doch reicht das für einen Haftbefehl? Also, wir haben ja eine enge Zusammenarbeit mit der Staatsanwschaft in diesen Dingen.

 Also, die sind auch regelmäßig bei den Besprechungen dabei. Die kennen auch die Dynamik des Falles, die kennen auch die Sachstände des Falles und die müssen natürlich auch bewerten, wie es rechtlich aussieht. Es wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ausreichen, hier Herrn S oder das Ehepaars anzuklagen. Wir haben zwar eine Indizienlage, da haben wir ein Verdacht für und der ist auch relativ deutlich, aber wahrscheinlich nicht hinreichend genug.

Deshalb wird im September 2009 eine letzte große Ermittlung gestartet und die Öffentlichkeit mit einbezogen. Wir hatten dann noch mal die Idee an Aktenzeichen XY heranzutreten. Ziel der gesamten äh Sendung war für uns, dass wir doch gegebenenfalls nochmals Zeugen erreichen könnten. Ja, die große Frage ist jetzt natürlich, was ist mit Walter passiert? Deshalb ist Kriminal Hauptkommissär Harald Richter von der Krepotrie bei uns, um dazu eine Antwort zu finden.

 Sie kennen den Fall aus dem F. Was vermuten Sie? Was denken Sie? Ja, ohne Beweise sind alle Überlegungen hypothetisch. Aufgrund der kriminalistischen Erfahrung gehen wir jedoch mittlerweile davon aus, dass Walter nicht mehr am Leben ist. Nach unserer Einschätzung hatte er auch keinen Unfall. Er wurde getötet. Tatsächlich ruft noch während der Ausstrahlung eine Frau F im Studio an und teilte mit, dass ihr Lebensgefährte, von dem Bernt S.

 Angebot bekommen hätte über 10.000 € den Walterkar umzubringen. Mehr wollte sie dann am Telefon nicht sagen. Ermittlerrichter besucht Frau F, die eine unglaubliche Geschichte erzählt. 1990 vermieten Bernt und Karla S. während sie selbst auf der Flucht sind, den Gutshof an Sie und ihren Lebensgefährten unter. Nachdem das Ehepaar S dann nach Ramscheid zurückkehrt, bewohnen Frau F.

 Und ihr Partner Familie S sowie Walter K den Gutshof eine Zeit lang gemeinsam. Im Laufe der Zeit hätte dann der Bernt S. Ihrem Lebenspartner das Angebot gemacht, er solle den Walder K umbringen. Er bekäme dafür 10.000 €. Er müssen ihn nur umbringen. Die Entsorgung der Leiche würde Bernt S selbst vornehmen. Frau F. Und ihr Partner lehnen ab.

 Das Ehepaar Szt Paar daraufhin so sehr unter Druck, dass sie 2003 beschließen, nach Bayern zu ziehen. Mittlerweile verwitt sieht Frau F. 2009 das Bild von Walter K. im Fernsehen und greift zum Hörer. Die Frau F konnte sich konnte sich klar vorstellen, dass Herr Sitat begangen hat.

 Sie war sich sicher, sie sagt, sie haben uns damals dieses Geld angeboten, die wollten unbedingt Walterkar auf auf Seite bringen, dass der aus diesem Haus rauskommt. Damit hat sich für uns die Indizienkette geschlossen und es hat dann auch seitens der Staatsanwaltschaft einen Haftbefehlsbeantragung gegeben. Am 21. April 2009 wird Band S festgenommen, seine Frau bleibt unbehelligt.

 Er hat sich von seiner Ehefrau verabschiedet mit den Worten, äh er würde ja spätestens in zwei Tagen wieder zurück sein. Sollte Bern recht behalten. Immerhin gibt es auch nach 3 Jahren intensiven Ermittlungen keine Leiche und keinen Tatort. Ich war in keiner Weise nervös oder habe da dran gezweifelt, dass es sich bei Bernt um den Täter handelt.

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