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Wahre Verbrechen I Das Rätsel um den Rentnermord von 1975 T

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By sonds1
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Wahre Verbrechen I Das Rätsel um den Rentnermord von 1975 

Franz war ein Rentner, vital, nicht kränklich, 65 Jahre alt. Franz war alleinstehend, er war nie verheiratet. Das dürfte wahrscheinlich an seiner sexuellen Ausrichtung gelegen haben. Franz Demann war homosexuell orientiert mit der gesamten Auffindessituation und   diese Blutverschmiererei in dem Auto.

 War jedem klar, hier haben wir es mit einem Verbrechen zu tun. Also Franz geht dann nicht mehr als vermisst, sondern als tatsächlich potenzielles Mord. Tatsächlich ist es so gewesen, dass Franz Demann   tot aufgefunden wurde. Mehr als drei Wochen nach seinem Verschwinden hat ein Revierfster dort eine   skelettierte Leiche gefunden.

Braunschweig 1975. Franz Demann  sucht im Museumspark nach Kontakten und verschwindet. Zunächst wird das Auto des Rentners gefunden.  Einige Wochen später dann die Leiche des Mannes. Wer hat den 65-jährigen  umgebracht? Kommissar Holger Kunkel von der Krifo Braunschweig hat in dem Fall ermittelt.

Franz Demand war ein Rentner, vital, nicht kränklich, 65 Jahre alt, mit einer guten Rente. Er war im eigenen Haus wohnhaft, konnte sich eine Haushälterin leisten und hatte wohl allgemein gutes finanzielles Auskommen. Der ganze Stolz des pensionierten Schlossers ist sein Auto. In der Freizeit hat Franz Demann sich um sein Opel Comodore gekümmert.

 Der war absolut autoaffin und dieser Wagen, der wurde jedes Wochenende geputzt und gewienert und glänzte wie am ersten Tag, wenn man das Fahrzeug sah. Franz war alleinstehend, er war nie verheiratet. Das dürfte wahrscheinlich an seiner sexuellen Ausrichtung gelegen haben. Franz Demann war homosexuell orientiert und hat dann halt junge Männer zu einer Autofahrt in seinen Opel eingeladen.

Am 23. Im Juni 1975 verabschiedet sich Franz Demand gegen 18 Uhr von seiner Haushälterin. Er würde noch mal zwei Stunden in die Stadt fahren wollen. Er wohnt im Osten vom Braunschweig in der Straße im Holzmoor in einem eigenen Haus und fuhr dann also mit seinem Opel auch davon. Die Haushälterin hatte wie verabredet ihm Schnittchen bereitet, damit er abends, wenn er nach Hause kam, noch etwas essen konnte.

 Und das war halt der Abschied. Die Polizei vermutet, dass Franz Demmant an diesem Abend zum Braunschweigermuseumspark gefahren ist. Als die Haushälterin am nächsten Morgen das Haus von Franz Demann betritt, ist er nicht da. Sein Bett unbenutzt. Das kam mir sehr suspekt vor. Das kannte sie nicht. Er war absolut verlässlich.

Wenn er gesagt hat, dann bin ich da, dann ist er da gewesen. Und für sie war klar, es ist was passiert. Irgendwas wahrscheinlich auch wusste sie äh ob seiner sexuellen Orientierung hat das natürlich in der Zeit 1955 nicht so ausgesprochen wird sie ihre Gedanken gemacht haben und auf jeden Fall hatte sie dolle Angst um ihn und ist sofort zur Polizei gegangen, hat eine vermissten Anzeiger die Braunschweiger Polizei sieht zunächst noch keinen Anlass ein Verbrechen zu vermuten.

Die Kollegen 1975er sind genauso verfahren wie wir in den 2000ern, nämlich ein Erwachsener kommt nicht nach Hause. Ja, sowas gibt’s. Der ist nicht sofort vermisst, ne? Da muss man immer gucken, was kann denn passiert sein? Ist überhaupt was passiert? Jeder Erwachsene kann sich frei bewegen und wenn man nicht dem Verdacht hat, er könnte Opfer einer Straftat werden oder wohl er selber Straftaten begehen oder ist vielleicht verunfallt, dann sagt man den Leuten kommen Sie mal morgen oder übermorgen wieder und dann besprechen

wir das im Detail noch mal. Drei Tage später ändert sich die Lage. Auf dem Hof einer Braunschweiger Reifenfirma wird der Opel Kommodore von Franz Demand gefunden. Es ist zunächst niemand aufgefallen. Man hat gemeint, er hat ein Kunden Wagen abbestellt und irgendwann holt ihn jemand rein in die Werkstatt und repariert oder macht neue Reifen und dann ist wohl so gewesen, dann hat zi d Tagen dann irgendwann im Geselle sagte Meister, was ist denn eigentlich mit dem Opel da? Ja, weiß ich auch nicht.

 den hat woh ein Kunde gebracht und hat man halt geschaut in den Reparaturaufträgen und da war der Opel Commodoro von Franz Demand nicht drin. Dann hat man mal reingeschaut, Auto war verschlossen, aber man konnte wohl beim hineinschauen durch die Scheiben schon sehen, dass der Wagen in Blut verschmiert war und da hat man die Polizei informiert.

Kriminaltechniker analysieren die zahlreichen Blutspuren. Sie deuten auf ein Verbrechen hin. Franz Demans Haushälterin wird gebeten, sich die Gegenstände im Auto näher anzusehen. Eine Decke, die sonst immer auf dem Rücksitz liegt, fehlt. Außerdem bemerkt die Haushälterin einen Handschuh, der nicht Franz Dem gehört.

Gehört er vielleicht demjenigen, der etwas mit dem Verschwinden ihres Chefs zu tun hat? mit der gesamten Auffindesituation und diese Blutverschmiererei in dem Auto war jedem klar, hier haben wir es mit einem Verbrechen zu tun, nichts anderes. Also Franz geht dann nicht mehr als vermisst, sondern als tatsächlich potenzielles Mordopfer.

Wo ist Franz Demann? Der Weg führt die Polizei zunächst in den Braunschweiger Museumspark. Franz Demann seine sexuelle Ausrichtung war ja hinter vorgehaltener Hand bekannt und äh es ist im Zuge der Mittlung auch bekannt geworden, dass er oft hier im Museumspark war zwischen Staatstheater und dem Herzog Anton Ulrichmuseum.

 Das war der schwulen Treffs Braunschweig zur Nachtzeit. Die Szene war 1975 noch sehr anonym. Es gab zwei Gaststätten, wo man sich auch schon nachmittags oder am frühen Abend traf. Da war man aber unter sich. Es gab hier auch im Museumspark eine Stricherszene, die hier ihr Taschengeldbessert haben. Das gab es definitiv.

 Und hier ist er auch gesehen worden, nicht an dem Abend, aber er ist hier oft gesehen worden. Von der Szene aus dem Museumspark ist nicht viel zu erfahren. Niemand hat eine Vermutung, wo Franz Demmond ist. Der Mann bleibt verschwunden. Bis zum 14. Juli 1975, als etwa 30 km von Braunschweig entfernt im Waldgebiet Elm zwischen Wolfen Büttel und Helmsteht eine Leiche auftaucht.

Tatsächlich ist es so gewesen, dass Franz Demann tot aufgefunden wurde. Das war mehr als drei Wochen nach seinem Verschwinden hat ein Revierfürster, der im Elm auf der Pirsch war, Höhenzug bei Braunschwei, kennt man aus dem Kreuzrätsel, äh dort eine skelettierte Leiche gefunden. war recht schnell ermittelt worden.

 Zunächst die Annahme natürlich, das ist Franz und dann Zahnstatusabgleich gab’s dann auch ein Treffer, dass es da ein Zahnstatus war. Man hatte dann die Leiche identifiziert. Das Besondere war halt die der Aufhinde Ort war hergerichtet wie ja ein ein Treffpunkt von zwei Liebenden oder ähnlichen ausgebreitete Decke auf der er lag.

Es ist genau die Dicke, die aus Franz Demanns Auto verschwunden ist. Es sollte wahrscheinlich zu sexuellen Handlung kommen. Letztendlich führte es zu Franz dem seinen Tod. Man hat festgestellt, dass er zahlreiche Messerstiche erlitten hatte. Der Fundort wird der Tatort gewesen sein. Ja, in der Nähe des Tatorts wird ein japanisches Messer gefunden.

 Das ist das Tatwerkzeug. Franz Demand wurde vermutlich direkt am Abend seines Verschwindens dem 23. Juni 1975 getötet. Anschließend hat vermutlich der Täter den Opel Kommodore des Opfers zurück nach Braunschweig gefahren und den Wagen bei dem Reifenhändler abgestellt. Schon gut. Eine erste Spur nach dem Leichenfund führt die Polizei in das Braunschweiger Obdachlosen Asyl Herberge zur Heimat.

Sie befindet sich in der Nähe des Reifenhändlers, bei dem das Auto entdeckt worden ist. In der Nacht nach Franzin Verschwinden ist dort früh morgens ein junger Mann aufgelaufen, der hatte blutverschmierte Kleidung. Als der zuständige Betreuer ihn dort anraf, der morgens kam, äh hatte dieser Mann noch gesagt, ja, in der Innenstadt eine Schlägerei gehabt und ist wohl dabei verletzt worden und hat andere verletzt und deshalb sei er e Blut bespritzt.

 Er durfte dann ins Gebäude und hat neue Kleidung zur Verfügung gestellt bekommen und durfte sich auch reinigen. Und Usus war seiner Zeit, wenn sich jemand bei der Polizei oder in der Herberge zur Heimat obdachlos meldete, dann wurde der überprüft im Fahnungssystem der Polizei und wenn die halt direkt zur Herberge gingen, dann haben die Betreuer dort die Polizei informiert und dann ist in aller Regel auch eine Funkstreife hingefragt.

 Zeig mal ein Ausweis, ne? Als das aber soweit war, als man das veranlassen wte, war der Spurlos verschwunden. Die Braunschweiger Polizei hält die Geschichte von der Schlägerei für frei erfunden. Von dem Mann wird ein Phantombild angefertigt. Es gibt einige Hinweise, doch die Identität des Tatverdächtigen bleibt weiter unklar.

Die Kripo glaubt nach wie vor, dass Franz Demann sein Besuch im Museumspark zum Verhängnis geworden ist. Er kann hier durchaus seinen Mörder kennengelernt haben, ne? Er wird also zielgerichtet mit dem Wagen hierhergefahren sein. Hatte sich ja ohnehin nur ein Zeitfenster von 2 Stunden bei seiner Haushälterin genommen.

 5 km hierher, sich hier ein bisschen rumtreiben und wieder nach Hause fahren. Das war so das, was er vorhatte. Könnt mir vorstellen, dass er hier im Park sein Mörder getroffen hat. Zwei Monate später erhält die Polizei eine Postkarte aus Luxemburg. Der Verfasser beschimpft darin die Ermittler, aber er kennt sich auch auffallend gut aus im Mordfall Franz Demand.

Die Postkarte haben wir, als wir die Codecase im Braunsch bearbeitet haben, natürlich untersuchen lassen. Insbesondere die Briefmarke interessierte uns ja, weil ja üblicherweise Briefmarken mit dem Speichel benetzt werden. Allerdings war es in diesem Fall so, dass eine Frau die Postmarke benetzt haben musste.

 Das war also keine männliche DNA auf der Postkarte. Aufgrund des Inhalts der Postkarte halten es die Ermittler dennoch für möglich, dass der Verfasser der Karte auch der Mörder von Franz Demann ist. Im Januar 1976 wird der Fall in der ZFSendung Aktenzeichen XY ungelöst vorgestellt. Und nun der letzte unserer stummen Zeugen.

 Mit diesem Messer wurde ein 65-jähriger Mann aus Braunschweig ermordet. Es weist einige ganz markante Besonderheiten auf, die den Täter heute Abend vielleicht überführen können. Auf das gezeigte Tatmesser und auf das Phantombild des Unbekannten aus dem Obdachlosen Asyl gibt es einige Zuschauerhinweise. Der Durchbruch bleibt aber aus.

 Die Polizei vermutet weiterhin Raub als Tatmotiv. Dem Toten sind sämtliche Dokumente gestohlen worden. Wie viel Geld Franz Demmant bei sich hatte, bleibt offen. Gut 25 Jahre nach dem Mord übernimmt Holger Kunkel den Cold Case. Ich könnte mir vorstellen, dass Franz Demand vielleicht auch ein großzügiges Angebot gemacht hat, sodass ich dann ein möglicher Stricher auch bereit erklärte mit ihm in den Elm zu fahren.

 auch ein bisschen weiter weg ist von Braunschweig und auch länger in Anspruch nehmen würde, aber ich bin mir sicher, äh diese Person, die mit Franz Demand in den Elbefahren ist, hatte von vorne rein vor ihn zu brauben. Wahrscheinlich ist auf Gegenwer gestoßen und dann kam das Messer zum Einsatz. Ich glaube nicht, dass die Person tatsächlich vorhatte dort mit Franz Dann geschlechtlich zu werden, sondern der wollte ihn von Anfang an berauben.

 Davon bin ich überzeugt. Auf der Suche nach dem Mörder von Franz Demann gibt es immer wieder Fortschritte. Wir haben äh im Jahr 2002 eine Ermittlungsgruppe eingerichtet mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei und haben äh versucht in erster Linie Speichelproben beizubringen von namhaft gewordenen Personen, die wir in den Akten fanden, um diese Speichelproben auf DNA überprüfen zu lassen mit Spuren, die wir in den Akten hatten.

 haben dort auch eine männliche DNA gefunden, die auswertbar ist. Wenn die Person, die diese Tat begangen hat, irgendwann mal abgespeichelt wird, dann kriegen wir sofort ein Treffer. Holger Kunkel ist zuversichtlich, dass der Mord auch so lange nach der Tat doch noch aufgeklärt werden kann. Die Kinder haben gesagt, unsere Eltern sind nicht einfach so verschwunden.

 Unseren Eltern ist irgendetwas zugestoßen. Die Leichenspürhunde haben ja eine sehr feine Nase, aber hier war wohl die Situation die, dass eine Barriere geschaffen wurde. 17 Messerstecher, das ist eine Übertötung gewesen. Und trotz deinem Freispruch, es hat kein Mensch verstanden. Kein Mensch hat’s verstanden. Am 6.

 Juni 2014 verschwindet das Ehepaar Harry und Seglindek spurlos. Zuletzt sollen sie auf einem ihrer Grundstücke gewesen sein. In der Nähe von Harnau auf einem Ponyhof direkt am Mai. Als die beiden abends nicht nach Hause kommen, alarmieren ihre erwachsenen Kinder die Polizei. Aus der vermissten Sache wird sich ein spektakulärer Kriminalfall entwickeln.

 Der Frankfurter Rechtsmediziner Professor Marcel Ferhof und die Krimiautorin Franziska Franz haben ihn für ihren gemeinsamen Podcast aufgearbeitet. Der Ponyhofall ging eigentlich schon los aus unserer Sicht, als dieses Ehepaar vermisst war. Ja, also die waren ja einfach nicht mehr da. Rechtsanwalt Michael Bauer hat vor Gericht die Kinder der Vermissten als Nebenkläger vertreten.

Die Kinder haben gesagt, unsere Eltern sind nicht einfach so verschwunden. Unseren Eltern ist irgendetwas zugestoßen und wir hegen den Verdacht, dass die Untermieter unserer Eltern möglicherweise hinter der Sache stecken und unsere Eltern eben beseitigt haben, also umgebracht. Der Ponyhof in dem Vorort von Harnau ist kein Ort, der zum Verweilen einlädt.

Das war ein ziemlich runtergewirtschafteter Ponyhof, der aus Baracken bestand. Und sie ließen in auf diesem Ponyhof zwei Helfer wohnen. Einen Vater mit seinem Sohn. Äh, der Vater war 59, der Sohn 29 Jahre alt. Die haben da als Tierpfleger arbeiten dürfen. Die beiden wohnen als Untermieter in einer der Baracken direkt auf dem Hof.

In erster Linie kümmern sie sich um die Ponys und die Ziegen. Mit ihren Mietzahlungen an das Ehepaar geraten sie immer wieder in Rückstand. Zuletzt geht es um etwa 900 €. Nach der Alarmierung durch die beiden Kinder findet die Polizei an jenem Abend im Juni 2014 tatsächlich Blutspritzer an einer Wand.

 Der jüngere der beiden Untermieter ist verletzt und hat eine seltsame Erklärung dafür. Die Ziegen sollen diese Verletzungen bei ihm verursacht haben. Marcel Ferhoff wird mit einer rechtsmedizinischen Begutachtung der Wunden beauftragt. Auch für ihn eine eher ungewöhnliche Untersuchung. So viele Ziegenhornstichletzungen habe ich bisher noch nicht gesehen und deswegen musste man natürlich sich erstmal solche Ziegenhörner anschauen und musste erstmal Versuche machen.

 Wie ist denn das so? wie spitz sind die eigentlich und was können die so durchstechen. Aber im Endeffekt kam wir dann dahin, das konnte eigentlich so nicht sein. Die Kinder haben nicht locker gelassen und äh haben immer wieder bei der entsprechenden Polizei und Staatsanwaltschaft äh versucht äh zu motivieren, dass nach den Eltern gesucht wird und es wurde ja auch gesucht.

 Der Verdacht stand natürlich im Raum auch bei der Staatsanwaltschaft. Keine Frage, dass die Untermieter äh von den von den beseitigten Eltern äh damit in Zusammenhang stehen könnten. Das Blut vor Ort stammt nicht vom Untermieter, sondern tatsächlich von den Vermissten. Nach den beiden wird jetzt aufwendig gesucht.

 Die Polizei setzt Taucher und Leichenspürhunde ein. Trotzdem fehlt von den vermeintlichen Opfern weiterhin jede Spur. Allerdings wird aus dem Main ein Beil geborgen. Die haben dann letztenendes dieses Beil gefunden, haben dann die beiden Männer verhaftet. Der Verdacht der Kinder, dass die Untermieter etwas mit dem Verschwinden ihrer Eltern zu tun haben könnten, die Blutspritzer mit der DNA der Vermissten und eine potenzielle Tatwaffe, die in den Main geworfen worden war.

All das reicht den Ermittlungsbehörden für einen dringenden Tatverdacht. Die beiden mutmaßlichen Täter werden festgenommen und kommen in Untersuchungshaft. Doch es gibt keine Leichen und die Verdächtigen schweigen beharlich. Den beiden werden Pflichtverteidiger zur Seite gestellt. Karl Kühne Geiling vertritt den Sohn.

sein Kollege Scherzberg, den Vater. Mein Mandant hat mit mir überhaupt nicht geredet über die Sache. Irgendwann kam Scherzberg zu mir und sagte, das wird unangenehm. Es stand fest, dass zwei Menschen verschwunden sind und es keine weitere Erklärung, außer sie müssen irgendwie gewalttätig von dem Platz entfernt worden sein.

 Dann habe ich das mit meinem Mandanten besprochen, habe gesagt, das äh gibt eine Verurteilung einfach wegen Mord, wenn ihr nicht sagt, wo die Leichen sind. Nach vier Monaten erst hat äh der Sohn gesagt, die Leichen lägen auf dem Hof, weil er behauptet hat oder die beiden haben behauptet, ihnen hätte man sowieso nicht geglaubt, deswegen hätten sie die Polizei nicht alarmiert.

 Und äh dann war sofort die äh die die Argumentation, wir haben in Notwerk gehandelt und wir haben äh wir haben wir sind davon ausgegangen, uns wird natürlich nicht geglaubt und deshalb haben wir haben wir die Leichen, äh, die auf uns losgingen, die wir notwehr umgebracht haben, beseitigt, vergraben. Ja, unter dem Misthaufen. Die Polizei findet die Leichen direkt auf dem Hof, notdürftig verschart vor einer Baracke unter besagtem Misthaufen.

Aber warum hatten die Leichenspürhunde bei der Absuche nichts bemerkt? Ja, die Leichenspürhunde haben ja eine sehr feine Nase und das ist also sehr beeindruckend, wenn man sieht, was für kleine Anteile von menschlichen Überresten die finden können. Aber hier war wohl die Situation die, dass eine Barriere geschaffen wurde.

 Es wurde über die vergrabenen Leichen wurde Mist gelegt und in diesem Mist sind sehr starke Ruchgereitstoffe äh drin und deswegen konnten die Hunde da offensichtlich nicht, wie soll ich sagen, hindurchriechen. Die Leichen waren nebeneinander in Bauchlage begraben, also praktisch mit dem Gesicht und dem Bauch nach unten.

 Und interessanterweise war also bei beiden Leichen die vordere Körperhälfte zumindest äußerlich sehr gut erhalten. Die waren nämlich beide in Fettwachs umgewandelt. Und da bleibt der Zugang zu Sauerstoff bilden sich die Hautfette zu Fettwachs um. Diese weiße krümelige Substanz lagert sich auf der Haut ab und härtet schließlich aus.

 Deshalb können die Einstiche des Messers und ihre Anzahl sehr gut rekonstruiert werden. Bei dem Mann war die gesamte Körpervorderseite oberflächlich wirklich gut erhalten. Die Haut sah fast frisch aus und man hat eben die gesamten Stichverletzungen an der Haut erkennen können, nummerieren können.

 Ja, also wie bei einem frischen Leichnah. 17 Messerstiche zählt der Rechtsmediziner während der Obduktion des männlichen Leichtnahms. Und bei der Ehefrau war eben dann wirklich das entscheidende, eine Zerstörung der Wirbelsäule. Also ein Wirbelkörper war richtig gesprengt und das sind Verletzungen, die man nur dann vorfindet, wenn wirklich ja etwas exklusives damit in Kontakt kommt.

 Also sprich, wenn es eine Schussverletzung gibt. Die Frau ist also erschossen worden von der Seite. Die Anklage hat auf Mord pläiert. Äh und auch die Nebenkläger, also die Familie, ja, die waren natürlich fest davon überzeugt, dass die beiden Männer die einzig schuldigen sind und dass die beiden Männer natürlich wegen Mordes angeklagt werden müssen.

17 Messerstiche, das deutet auf eine Übertötung hin. Auch nach dem Tod des Opfers wurde noch weiter zugestochen. Eine für Notwehr ungewöhnliche Verhaltensweise. Doch der Angeklagte hat eine Erklärung dafür. 17 Messerstiche, das ist eine Übertötung gewesen aus Angst. Und da war mir klar, wenn das so war, wie er es geschildert hat, dann war es eine Notwehrhandlung und eine Nothilfe.

Für mich war klar, wenn da jemand erschossen wurde mit zwei Schuss und wenn jemand mit 14 Messerstichen umgebracht wurde, da war für mich klar, das kann nicht notwehr gewesen sein. Die beiden Beschuldigten lassen den Herem Verteidiger folgendermaßen schildern. Herr K sei mit seiner Frau auf den Hof gekommen. An besagten Tag soll Herr K Miete eingetrieben haben oder versucht haben Miete einzutreiben.

Er habe bei den beiden geklopft. Der Sohn, der hat die Tür aufgemacht und da hätte Herr K mit gezogenem Klappmesser vor dem jungen Mann gestanden und gesagt, dass er nun die Mzeahlung haben wollte. Und ähm der junge Mann sieht nur dieses gezogene Messer, entwendet das Herrn K. Äh dabei stürzt Herr K auf dem Boden und der Sohn sticht mindestens 17 mal auf Herrn K. ein.

 Also, das war ein Overkill. Ähm, dann soll die Frau hinzugekommen sein, die habe einen Beil in der Hand gehabt. Und als das der Vater, also Klaus Dieter sah, hat er aus einem Eimer eine Pistole gezogen und äh zweimal auf die Frau geschossen im Kopf äh Nackenbereich und die Frau damit getötet. Mord oder Notwehr? Um diese Frage besser einordnen zu können, wird versucht, sowohl die Persönlichkeiten der Angeklagten wie auch die der Opfer besser greifen zu können.

Herr K hatte etliche Verfahren wegen Gewaltdelikten. Andererseits habe ich mich kürzlich mit einer Zeitzeugin unterhalten, die als Kind auf einem seiner Reiterhöfe geritten ist. Er war auch der Reitlehrer und die gesagt hat, das war ein ausgesprochen netter Mensch, der sehr gut mit den Tieren und mit den Kindern umgegangen sei.

 Andererseits habe ich natürlich auch gelesen, dass ein Tierarzt, der regelmäßig diesen Hof besucht hat, gesagt hat, das Ehepaar war nicht ohne und die haben immer ganz ganz schlecht von den beiden Männern gesprochen. Es hat sich so dargestellt, dass die ähm sehr rabiat waren, ähm auch gewalttätig waren gegenüber meinem Mandant und ähm dass es kein schönes Zusammenleben war.

Da wollte die die Miete haben und dann hat er sie bedroht, also mein Mandant mit dem Tode bedroht, wenn er nicht das Geld kriegt, wird er ihn ähm ich habe’s hal genau im Kopf, also er wird ihn irgendwie töten. Aber auch gegen die Verdächtigen Untermieter spricht einiges. Es war auch so, dass ähm die beiden Männer sich 2013 eine Waffe angeschafft haben.

 Und es gibt auch eine Aussage, dass der Sohn ähm 2013, glaube ich, oder es war Anfang 2014, hat der Sohn ähm einen Freund gefragt, ob er einen Bekannten hat, der sein Vermieter Problem beseitigen könnte. diese Behauptung, dass sie transaliert wurden und äh und äh mit dem Tode bedroht worden seien, weil sie Miete nicht gezahlt hätten.

 Das hat sich im Grunde genommen als äh als Schutzbehauptung herausgestellt. Und da ging er dann arglos hin, unbewaffnet logischerweise. Und dann kam der Junior, der der Täter, das war der Vater und Sohn, die Täter, der Sohn, der kam dann raus und hat gleich zugestochen. Der Vermieter wäre demnach vom jungen Untermieter erstochen worden.

 Kurz darauf sei die Vermieterin vom älteren Angeklagten, dem Vater, erschossen worden, nachdem sie selbst mit einem Beil auf der Szene erschienen sein soll, um ihren Mann zu verteidigen. Die Strategie war die, der Mann wird lautlos umgebracht mit Messerstichen, während bei der Frau brauchte man ja nicht mehr drauf zu achten, dass es kein kein Krach gibt und da konnte man sie erschießen, weil wenn man den Mann erschossen hätte, dann hätte die Frau das gehört, die mit mehreren Hunden Gassi war und hätte sich gewundert und

wäre vielleicht nicht aglos zurückgekommen. Und so kam sie agglos zurück und dann peng zwei Schüsse von hinten schräg hinten in die in in den Hals. Ja. Und dann war für mich klar, es ist weder Notwehr noch Nothilfe. Sowas gibt es nicht. Ganz anders hat sich der Verteidiger die Szene von seinem Mandanten schildern lassen.

Der kommt, bedroht ihn mit einem großen Messer. Ja. Hält es auf seine Brust. Und in Panik hat er es echt geschafft, dem ähm Angreifer das Messe zu entwenden und konnte es selbst in seine Gewalt bringen und hat jetzt selbst das Messer und vor Verzweiflung sticht er ihm, damit er überhaupt das war wegkommt in die Seite, in den Körperseite.

 Dass er was er dabei trifft, ist ihm eigentlich völlig egal. Ja. Äh nur weg. Ja. Jetzt kommt die Ehefrau dazu, die will ihm helfen und hat das Beil. Der Vater soll dem Sohn also vermeintlich das Leben gerettet haben, indem er die Frau mit dem Beil erschossen haben soll. Die Schilderung der von Panik getriebenen Angeklagten wird von einem Psychiater gestützt.

Ein Gutachten, dass die Kammer überzeugt. Es kommt zum Freispruch in Hanau, zur großen Überraschung der Familie und ihres Anwalts. Das war für mich völlig unbegreiflich. Hat mir schlaflose Nächte gemacht. Im Gerichtsgebäude gibt es Tumult. Auch die Kinder der Opfer sind fassungslos. Das hat die völlig aus dem Häuschen gebracht und völlig aus der Bahn geworfen.

 Ja, im Grunde genommen auch äh in Bezug auf den Glauben an Gerechtigkeit und an unsere Justiz. Ja, und bei mir war das genauso. Ich war mittlerweile 40 Jahre Anwalt und dachte eben bricht die Welt zusammen. Ja, so kann es doch nicht sein. Das kann doch nicht kann es doch nicht geben. Wenn es wirklich Notwehr gewesen wäre, so wie Sie behaupten, ja, dann würde man doch wenigstens etwas empfinden.

 Das hat er nicht getan. Michael Bauer legt sofort Revision ein, die der Bundesgerichtshof sofort unter Hinweis auf durchgehend rechtsfehlerhafte Beweisführung auch zulässt. Der Fall muss neu verhandelt werden gegen den Wunschbauers, aber wieder in Harnau. In Hanau war dann äh dasselbe Spielchen von vorne losgegangen mit ca. 15 Verhandlungstagen.

Es verlief genauso schrecklich wie beim ersten Mal. Ja, also es war genauso unerträglich, denn auch nach der zweiten Verhandlung werden die Angeklagten freigesprochen. Also, da war ich total entsetzt, dass da schon wieder so ein Urteil und dann sind sie wieder freigesprochen worden. Es hat kein Mensch verstanden.

 Kein Mensch hat’s verstanden. Michael Bauer legt zum zweiten Mal Revision ein. Wieder erfolgreich. Der Bundesgerichtshof verweist nun mit derselben Begründung an ein anderes Gericht nach Frankfurt am Main. Die Frankfurter Richter bewerten die Beweis und Motivlage schließlich anders. Im Berufungsverfahren in im Landesgericht Frankfurt wurden sie wegen Totschlags zu äh zehinhalb Jahren Gefängnisstrafe verurteilt.

Als wir dann beim nach dem dritten Anlauf nach langwierigen Verhandlungstagen endlich das Urteil dann zur Kenntnis nahmen und die Verurteilung dann verabfolgte, da waren wir einigermaßen beruhigt und auch die Nebenkläger waren erleichtert. Sie waren natürlich waren sie nicht zufrieden gestellt, weil die Eltern waren ja tot, aber ähm sie waren erleichtert.

 Ich finde es falsch. Ich finde es falsch, weil ähm die ersten Richter hatten ähm das genaue mitgekriegt. Die haben die die Lage meines Mandanten viel besser einschätzen können. Es war ja immer klar, ähm dass diese Mandanten eigentlich arme Schluger waren. Ja, das konnte im zweiten im dritten Verfang gar nicht mehr rübergebracht werden.

Das Besondere an dem Fall ist natürlich, dass sich nicht klären ließ, ob es sich tatsächlich um Notwehr handelte oder war es ein brutales Verbrechen, war es Mord und man wird das mit Sicherheit nicht raushinden. Und das macht die Sache sehr unbefriedigend. Beide werden zu je zehneinhalb Jahren Haft verurteilt.

 Der ältere der Angeklagten der Vater, stirbt vor Haftantritt. Sein Sohn sitzt bis heute im Gefängnis. Wir haben es hier mit einem Fall zu tun, der im Jahre 2014 spielte und der seine Besonderheit ähm darin findet, dass ein Vermieter einer Wohnung in Hamburg Eppendorf ähm seinen Mieter in sehr außergewöhnlicher Weise zu Tode gebracht hat.

und die Staatsanwaltschaft und auch ähm die Nebenklage ging davon aus, dass das ein im Wesentlichen geplanter Mord gewesen ist. Es kam dann zu äh einem mindestens 13fachen massiven Einwirkung auf den Gesichts- und Hirnschädel äh mit schwerwiegenden äh knöchernden Verletzungen und äh inneren Blutungen. Spannend war die Frage, warum das passiert ist.

Hamburg Eppendorf. Hier leben Ärzte, Unternehmer, einige Prominente. Doch Kapitalverbrechen gibt es auch in Noblenstadtvierteln. Hinter Mahagoni Fenstern und Kassettentüren spielt sich in einer Villa mit Alster Zugang des Grauen ab. Am Morgen des 12. Februar 2014 werden Mieter von Schreien im Treppenhaus geweckt. Sie alarmieren die Polizei.

Die Beamten werden von einem verstört wirkenden Mann, dem Vermieter des Objekts, empfangen. Und dann gab es eine recht skurile Situation. Die Polizei klingelte, er öffnete die Tür und ähm die Polizei sagte, ähm ist denn bei Ihnen irgendwas vorgefallen? Und die Polizei sah jedenfalls die Beine der Leiche in diesem Flur liegen und er drehte sich um, guckte auf die Beine und sagte: “Nein, es war nichts.

” und wollte die Tür wieder schließen. Und dann ging die Polizei eben in dieses Haus rein und hat das dann eben gesehen. Weitere Mieter bestätigen. Bei dem Toten handelt es sich um den 71-jährigen Jürgen Weh. Die Leiche aus der Villa wird in die Gerichtsmedizin gebracht und dort näher untersucht. Die gerichtsmedizinische Untersuchung äh des Tatopfers hatte ergeben, dass ähm nach einem zunächst erfolgten Faustschlag, der dazu führte, dass der ähm geschädigte benommen zu Boden ging, er danach mit einem sogenannten Latthammer, das ist ein Zimmermannshammer, der so

zwei Spitzen hat, eine stumpfe Spitze, eine längere Spitze und noch eine flache Rückseite. Also mit einem solchen Latthammer wurde 13 mal auf den Gesichts und Hirnsschädel eingewirkt. Es ist dieser Angriff, der laut Rechtsmedizin zum Tod des Opfers führt. Doch die Geschichte geht noch weiter. Darüber hinaus wurde dann noch mit einem Brotmesser, das eine Klingenlänge von etwas über 17 cm hatte, ähm mindestens viermal in den Kopf, in den Hals und in den Oberkörper gestochen, wobei unter anderem auch der Herzbereich verletzt

wurde. Vermieter Fritz Haar, 64 Jahre alt, wird festgenommen. Er gesteht die Tat sofort und wirkt in der Befragung fast schon erleichtert. Bei einem solchen Tatbild stellt sich eigentlich ähm einem Gericht sofort die Frage ähm in welchem psychischen Zustand sich äh der Angeklagte befand. Ähm wir Juristen äh bezeichnen ein solches Tatbild als Übertötung.

 Das heißt, äh es ist weitaus mehr an Gewaltausübung erfolgt, als eigentlich äh zum Todeseintritt ähm notwendig gewesen wäre. Und das ist zumindest ein Anzeichen dafür, dass äh der Täter sich in einem äh hochaffektiven äh psychischen Zustand befunden hat. Die Ermittler befragen weitere Mieter in dem Haus, in dem auch der Vermieter selbst lebte.

 Sie wollen mehr über die Vorgeschichte von Täter und Opfer herausfinden. Jürgen Weh und Fritz H leben lange Zeit gemeinsam in dem Haus. Das gibt Spannungen. Aus dem Weg gehen können sie sich in dem Objekt aber kaum. Doch warum hat Fritz Haar Jürgendwie getötet und warum auf diese brutale Art und Weise? Das Gericht bestellt Dr.

 Christoph Lenk als Sachverständigen ein. Er soll klären, inwi weit Fritz Haar zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig gewesen ist. Eine Frage, die sich in dieser Verhandlung stellte, war, ob er diese Tat begangen hat, weil er sich einfach aus niedrigen Beweggründen an seinem Mieter rächen wollte, weil der tatsächlich mal ähm mit einer Erhöhung der Miete nicht einverstanden gewesen ist.

 Es gab auch schon mal einen Übergriff von ihm auf den äh Mieter und die Staatsanwaltschaft und auch ähm die Nebenklage ging davon aus, dass das ein im Wesentlichen geplanter Mord gewesen ist, äh dass er sich das Messer und auch den Hammer bereitgelegt hat und den Nieter ganz bewusst umgebracht hat. Der äh Angeklagte war bereits äh einmal von einer anderen Spurgerichtskammer des Landgerichts Hamburg ähm wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von 8 Jahren verurteilt worden ähm unter Berücksichtigung einer erheblich verminderten Schuldfähigkeit und äh auf

die Revision der Staatsanwaltschaft und der Nebenklage ist das Urteil vom Bundesgerichtshof aufgehoben worden. Es gab in diesem Verfahren eine Vorgeschichte mit einem sachverständigen Gutachten, das von Seiten der Nebenklage angegriffen worden war, wo sich das Gericht entschied, wir brauchen ein neues Gutachten der Nebenklage ist vor allem die Unterscheidung zwischen Mord und Totschlag wichtig.

 Die Klassifizierung des Delikts wirkt sich auf die Höhe der Strafe aus. Ja, der Vermieter äh war äh auch eine besondere Persönlichkeit. Er hatte eine schwierige Kindheit und Jugend. Ähm zum Zeitpunkt seiner Geburt befand sich seine Mutter bereits in einer psychiatrischen Einrichtung aufgrund einer schizophrenen Erkrankung. Sie ist dann auch in sehr jungen Jahren verstorben.

 Sein Vater hatte er gar nicht kennengelernt. Er wuchs bei den Großeltern auf. Tatsächlich war das so, dass der Angeklagte ähm familiär durch eine psychische Erkrankung vorbelastet war. Ähm er selbst ähm hatte diese Erkrankung allerdings gar nicht und man würde jetzt im Endeffekt das bei der Bewertung auch gar nicht zwangsläufig mit einbeziehen wollen.

Der Gutachter stellt allerdings fest, Fritz Haar hatte ein sehr besonderes Verhältnis zu dem Haus, das er hier vermietet. Im Kern geht es um den Adoptivvater des Vermieters. Der Mann war Künstler. Zahlreiche Gemälde von ihm hingen im Tathaus an den Wänden. Er hatte sich von seinem Adoptivsohn auf dem Sterbebett versprechen lassen, dass er sich weiter um das Haus kümmert.

 Im Kopf des Beschuldigten lebte der Adoptivvater laut psychologischem Gutachten nach seinem Tod weiter im Haus. Und der Vermieter machte es sich zur Aufgabe, geradezu zu seinem Lebensinhalt, äh diese Kunstwerke und das Haus als Ganzes mit seiner besonderen Atmosphäre äh ja zu bewahren. Also, es gab eine extrem enge emotionale Bindung an dieses Haus und ähm diese Bindung führte im Endeffekt dazu, dass der Täter tatsächlich alles, was negativ über dieses Haus gesagt wurde, in dem Haus getan wurde als Angriff auf das Haus, aber im Ergebnis als Angriff auf

den Vater sah. Das spätere Opfer hatte die Dachgeschosswohnung in dem Haus in Hamburg Eppendorf im Jahr 2007 angemietet. Das Opfer äh war ein pensionierter Ingenieur, der später eine kleine Konzertagentur betrieb äh und ähm schon seit geraumer Zeit auch über mehrere Jahre in äh ja recht beengten finanziellen Verhältnissen lebte.

2010 erhöht Fritz Har die Miete für die Dachgeschosswohnung. Das führt zum Bruch mit seinem Mieter. Der äh Angeklagte äh sah im Laufe der Jahre ähm in diesem sich immer weiter zuspitzenden und immer weiter problematisierenden Mietverhältnis ähm den Mieter als eine Art Störenfried als seinen Feind, sein Gegner an.

 Äh er meinte auch von ihm beobachtet, verfolgt zu werden. Ähm er ging davon aus, von ihm abgehört zu werden. Er glaubte, sein Festnetztelefon sei manipuliert worden. Und interessanterweise wurde der Täter über diese Streitigkeiten war. Also er ging davon aus, dass das was Mieter tat bzw.

 getan haben soll, Teil einer Verschwörung gewesen ist und hat das im Ergebnis vollständig paranoid fehl verarbeitet. Fritar macht Jürgen Weh für Schäden im Haus verantwortlich. Er glaubt auch, dass sein Mieter ihm Post stehlen würde und ihm sogar nach dem Leben trachtet. Die Vorgeschichte nimmt am Tattag ihren Höhepunkt. Die Tat hat sich ähm in mehreren Akten zugetragen.

 Äh Ausgangspunkt war, dass der Vermieter, also der Angeklagte, äh sich vorgenommen hatte, den Mieter ähm ein weiteres Mal zur Rede zu stellen, weil wenige Tage zuvor ein Anwaltsschreiben des Mieters eingegangen war, ähm mit dem wieder eine Mietminderung geltend gemacht wurde. Das hat er den Fernmieter geärgert und er wusste, dass der Mieter in der Regel morgens zum Briefkasten ging, um sich seine Tageszeitung dort abzuholen.

 Und dann hatte er ihn abgepasst. Und dann gab es eine Situation, bei dem der Vermieter gehört haben möchte, dass er ihn in einer gewissen Weise beleidigt hat. Ich meine, es war von einem kleinen Wurzelzwerg die Rede und es konnte nie aufgeklärt werden, ob der Mieter das tatsächlich gesagt hat oder ob der Vermieter das nur wahrgenommen hat.

 Und daraufhin äh versetzte Vermieter, dem späteren Geschädigten einen überraschenden, heftigen Faustschlag äh worauf der ähm Mieter in keiner Weise eingestellt und vorbereitet war, was für die spätere Qualifikation des gesamten Tatgeschehens als Heimtürkemord eine gewisse Rolle spielt. Der äh Mieter äh ging zu Boden äh war benommen und äh aus einem äh benachbarten Werkstattraum nahm der ähm Vermieter dann äh den bereits von mir erwähnten Ladthammer, diesen Zimmermannshammer äh und äh fasste nun äh den spontanen Tatchluss, den Mieter zu töten. Es kam dann, wie gesagt, zu äh

einem mindestens 13fachen massiven Einwirkung auf den Gesichts- und Hirnschädel äh mit schwerwiegenden äh knöchernden Verletzungen und äh inneren Blutungen. Und als der schon tot am Boden lag, ging er dann in ein anderen Raum, holte ein Messer und brachte ihm eben dann diese Verletzung mit dem Messer bei. Und es wurden Leute aufmerksam.

 Darauf riefen die Polizei. Dr. Lenk schaut sich Akten über den Täter an, spricht intensiv mit dem Mann und mit seinem Umfeld. Also, dass der Angeklagte unter einer wahrnhaften Störung L, das stand außer Frage. Und die nächste Frage ist, ob zwischen der Tat und der festgestellten Erkrankung eine kausale Beziehung besteht.

 Also, das heißt, erklärt sich die Tat aus der vorliegenden Störung. Wenn man praktisch die Störung wegdenken würde, wäre es zu der Tat auch so gekommen. Und hier war es tatsächlich so, dass die vorliegende Störung der Auslöser für die Tat gewesen ist. Und ähm das aber nicht allein, sondern das aufgrund dieses besonderen Tatbildes, der besonderen Tatsituation, der hohen affektiven Erregung des äh Angeklagten auch äh von äh einem sogenannten Impulsdurchbruch, also einer Impulstat ähm auszugehen war.

 Und diese beiden Komponenten zusammen, nicht jedes alleine für sich, sondern diese beiden Komponenten zusammen haben dazu geführt, dass auch in unserem Verfahren äh der psychiatrische Sachverständige zu dem Ergebnis gekommen ist und zwar in einer sehr überzeugend dargelegten Art und Weise, das beim Angeklagten zum Tatzeitpunkt von einem ähm von einer erheblich verminderten Schuldfähigkeit auszugehen ist.

 Die Kammer verurteilt den Angeklagten wegen heimtürkischen Mordes im Zustand erheblich verminderter Schuldfähigkeit zu einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren und 3 Monaten. Fritz H ist in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Ja.

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