Wahre Verbrechen I Der Mordfall Ana: Sieben Monate Schweigen T
Wahre Verbrechen I Der Mordfall Ana: Sieben Monate Schweigen
Es ist natürlich ein ganz außergewöhnlicher Fall, der einen ähm beschäftigt, weil er mit ganz vielen Bildern verbunden ist. Die Polizei hat weiter ähm unter Hochdruck wirklich nach diesem Leichnamen gesucht. Man wusste, sie war in der Wohnung gestorben, aber man wusste nicht wie.
Alle klebten fast wirklich an den Lippen von diesen Beschuldigten, weil man die ganze Zeit gewartet hat, wann sagt er jetzt, wo sie ist, weil hier ist sie ja offensichtlich nicht. Und er hat immer gesagt, ja, sie ist hier sie ist da oben. Dann hat man Rönkenaufnahmen gemacht und festgestellt, dass hinter dieser Wand sich eben ein äh Gegenstand ähm befindet, der menschliche Größe hat.
Am 30. Oktober 2022 wird die 27-jährige Anna G von ihrem Ehemann als vermisst gemeldet. Mit ihren gemeinsamen Zwillingen lebt sie in Offenbach, macht eine Ausbildung zur Pflegehelferin. Doch nach ihrem Verschwinden wird der Polizei klar. Anna führt ein gefährliches Doppelleben. Die angehende Pflegekraft arbeitet außerdem in einem offenbacher Bordell.
Der vermissten Fall geht an die Staatsanwaltschaft Frankfurt. Zuständig für die Ermittlungen Staatsanwältin Monik Mugrauer. Die Sache kam zu mir und zwar durch den Anruf des damaligen Leiters der Mordkommission und der teilt eigentlich erstmal nur mit, ja, wir haben hier ein neues Verfahren und das bewegt sich zwischen vermissten Sache und möglicherweise Tötungsdelikt.
Man wollte aber erstmal abklären, welche Rolle spielt möglicherweise der Ehemann. Ähm und deswegen hat man zunächst äh die Wohnung ähm durchsucht ähm in der die Anna zuletzt mit ihrem Ehemann gelebt hat in der Hoffnung, man findet dort möglicherweise ihr Mobiltelefon oder man findet dort überhaupt irgendwelche Hinweise auf ihr Verschwinden.
Dort hat man keine tatrelevanten ähm Hinweise gefunden, auch überhaupt keine Hinweise auf den Aufenthaltsort ähm der Anna. Ähm, man hat dort nur ihre Koffer festgestellt und ähm auch ihren aktuellen Reisepass ähm so dass man wusste, dass er eigentlich nicht verreist sein könnte und ähm ein Mobiltelefon von ihr hat man ähm an ihrer Wohnanschrift nicht gefunden.
Inzwischen geht die Staatsanwältin von einem möglichen Tötungsdelikt aus. Sie lässt die Daten von Annas verschwundenem Mobiltelefon auswerten. Es stellt sich heraus, die letzte Person, die mit Anna Kontakt hatte, ist ein Stammkunde aus dem Offenbacher Bordell, der 44-jährige Estrichleger ADMU.
In dem Club war es so, dass man ein Foto gefunden hat von dem späteren Beschuldigten und äh dieses Foto soll die Geschädigte von ihm geschenkt bekommen haben und äh in ihrem Spint aufbewahrt haben. Und ähm damit war zumindest verifiziert ähm, dass es ja diesen Freier, von dem ja alle auch nur den Vornamen kannten, dass es diesen Freier Adem wohl gegeben hat.
Zunächst ist Adem U nur ein Zeuge. Doch aufgrund der Indizien gerät der 44-jährige in den Fokus der Ermittlungen. Unter anderem sagt er zwei Vernehmungstermine ab, angeblich aus beruflichen Gründen. Doch er ist der letzte Mensch, der Kontakt zu Anna hatte. Und Zeugen im Club bestätigen, Adem U war stammfreier bei Anna.
Mitte Februar, vier Monate nach ihrem Verschwinden, entscheiden sich Ermittler und Staatsanwältinn die Wohnung des Verdächtigen in Offenbach zu untersuchen. Unterstützt von Leichenspürenden. Das war in dieser Wohnung relativ einfach, ähm weil die zum einen sehr klein war und ähm nur spartanisch eingerichtet.
Das heißt, ähm es gab eigentlich nur noch ähm eine Matratze, die in so einer Art ähm Bettgestell, aber direkt am Boden lag. Äh dann gab es noch eine Art ähm Hochbett ähm wo Bettzeug drin lag, äh eine Leiter, um dieses Hochbett zu erreichen. Die Hunde haben dann ähm angeschlagen im Bereich ähm der Matratze, die auf dem Boden lag.
Ähm und ähm dann haben die Polizeibeamten den ähm Bezug von der Matratze entfernt und äh da befanden sich dann rotbräunliche Anhaftungen. In diesem Zeitpunkt ähm, wo Blut dort gefunden wurde, war klar, der ähm Adem ist nicht mehr nur Zeuge, sondern wir haben gegen ihn ähm einen Anfangsverdacht, dass er ähm etwas mit dem Verschwinden von Anna zu tun hat und möglicherweise mit einer Gewalttat ähm gegen ähm Anna zu tun hat.
Auch das Mobiltelefon des Verdächtigen wird beschlagnahmt. Darauf finden die Ermittler verdächtige Chatnachrichten. Darauf waren ganz wenige SMS zwischen dem Adem und der Anna und zwar genau aus dem Zeitraum, der uns interessierte, nämlich wirklich die Tage vor ihrem Verschwinden. Und diesen wenigen Kurznachrichten, den konnte man entnehmen, dass ähm der Adem äh eifersüchtig war und dann ihr geschrieben hat, dass ja, wenn sie sich mit anderen Männern trifft und Spaß mit denen hat,
dann äh soll sie ihm das sagen und äh dass er sie nicht verarschen soll. Und das ähm war schon ein ja wesentlicher Hinweis darauf, dass da möglicherweise Eifersucht eine Rolle spielen könnte und ähm letztlich auch Grund dafür sein könnte oder ein Tatmotiv sein könnte, um äh die Anna äh zu töten.
ADMU wird festgenommen. Weil das Blut in seiner Wohnung aber noch niemandem zugeordnet werden kann, wird er wenig später wieder freigelassen. Kurz darauf verlässt er Deutschland und taucht im Ausland unter. Drei Tage später bestätigt die Analyse allerdings, das Blut in der Wohnung des Verdächtigen kann eindeutig ander zugeordnet werden.
ADMU wird zum Hauptverdächtigen. Während der Haftbefehl vorbereitet wird, ortet die Polizei seine Rufnummer im Großraum Paris. wirklich nach wenigen Tagen konnte dann äh der Adem ähm ja lokalisiert werden im Bereich ähm des Bahnhofs in Paris ähm und dort ähm ja ist dann der Zugriff erfolgt und der Adem festgenommen worden.
Für die Staatsanwältin erhärtet sich die Beweislage weiter, als die Vorstrafenakte des Tatverdächtigen bei ihr eintrifft. Darin findet sie eine Geschichte, die der rund um das Verschwinden von Anna sehr stark ähnelt. Das ist was eigentlich das Dramatische an diesem Fall auch, dass sich ähm in der Tat ähm aus Offenbach etwas wiederholt hat, was ich im Leben des Angeklagten schon 2005 mal ähm abgespielt hat.
Äh nämlich, dass auch damals Opfer einer Gewaltstraftat des Beschuldigten bereits eine Prostituierte gewesen ist. Der Beschuldigte konnte auch damals schon eine Trennung nicht ähm verkraften und ähm hat äh seine damals Bekanntin aus deren Wohnung aus dem Fenster geschmissen, die dann mit sehr schweren Verletzungen das nur überlebt hat.
Ademus auffälliges Verhalten nach dem Verschwinden von Anna, ihre Blutspuren in seiner Wohnung und seine kriminelle Vergangenheit belasten den 44-jährigen Estrichlegger. Was fehlt ist allerdings die Leiche der Vermissten. Die Polizei hat weiter ähm unter Hochdruck wirklich nach diesem Leichnamen gesucht.
Es gab zwischenzeitlich Erkenntnisse ähm dass äh ja der Beschuldigte sich mal einen Benzinkanister besorgt hat. Also hat man gedacht, vielleicht ist die Leiche irgendwo verbrannt ähm worden. Ähm es gab natürlich die Information zu seinem beruflichen Hintergrund. Ähm, man ist also bestimmte Baustellen, auf denen er als Estrichleger tätig war, ähm angefahren und hat da geschaut, könnte da irgendwo was sein.
Man hat sich ähm an dem Ufer des Mains ähm aufgehalten und getaucht ähm weil die Wohnung äh des ä beschuldigten in der Nähe des Mein Ufas war und ähm all diese ähm ja, Nachforschungen sind äh negativ verlaufen. Seit dem Verschwinden von Anna im Oktober 2022 sind mittlerweile 7 Monate vergangen und der Verdächtige schweigt immer noch.
Doch dann im Mai 2023 teilt Adem Us Verteidiger plötzlich mit, dass sein Mandant bereit sei, den Ablageort der Leiche mitzuteilen. Zusammen mit den Beamten und der Staatsanwältin fährt er nach Offenbach in seine Wohnung. Alle klebten fast wirklich an den Lippen von diesem Beschuldigten, weil man die ganze Zeit gewartet hat, wann sagt er jetzt, wo sie ist? Weil hier ist sie ja offensichtlich nicht.
Sie haben jetzt gesehen, dass sie nicht da ist, ne? Ja. Das heißt, die Frage stellt sich immer noch vor uns. Wo ist sie? Und auch der Vernehmungsbeamter hat mehrfach gesagt, ja, ähm, aber Anna ist hier doch nicht. Und er hat immer gesagt, ja, sie ist ähm hier ähm sie ist da oben. Und dann hat man da oben hingeguckt und da war ja dieses ähm ja, so wie so eine Art Stockbett.
Da war ja sie nicht. Es roch auch in dieser Wohnung überhaupt nicht nach äh Leichnahmen. Ähm und es gab überhaupt nichts, was darauf hinwies, dass ähm ja hier eine Leiche sein könnte. Okay, sie liegt da. dann diese Idee okay zumachen wie wie ein Grab, verstehen Sie? Erst nach zwei Stunden wurde dann immer klarer, dass sie da oben ähm in diesem Bettbereich sich in irgendeiner Form befindet.
Dann hat man Rönkenaufnahmen gemacht und festgestellt, dass hinter dieser Wand ähm sich eben ja ein äh Gegenstand ähm befindet, der menschliche Größe hat und aber man kann natürlich, also man konnte jetzt nicht eine Person erkennen, aber man wusste, da ist irgendetwas ähm eingewickelt. Man hat zunächst die mittigen Bretter äh geöffnet.
Ähm und dann sah man schon graue Verpackung, graue Mülltüte. Ähm und man sah, dass ähm ja innerhalb dieser Wand ähm etwas war wie eine Art ähm Grabstätte. Also ähm die Wand war verkleidet worden mit den Mülltüten. Ähm und in dieser ähm Verkleidung ähm vor die dann der Beschutte die Bretter montiert hatte, ähm lag ähm ja etwas, was aussah wie eine Mumie oder ein Kokon.
Und ähm das waren einfach ganz ganz viele Mülltüten ähm die ähm ja immer wieder ähm den Leichnamen umwickelt hatten und er hatte das äh mit ganz viel Klebeband ähm befestigt. Am Leichenfundort finden die Ermittler starke Duftmittel, darunter ein Glas mit Nelken. Ein hilfloser, aber am Ende erfolgreicher Versuch, den Leichengeruch zu verbergen.
Noch am selben Abend wird die Mumie der 27-jährigen obduziert. Da ist man ähm sehr ähmsam vorgegangen. Also zunächst äh wurden noch Spuren gesichert an diesen ähm Plastiktüten ähm und an diesem Klebeband. Und dann ähm hat man sich Schicht für Schicht ähm vorgearbeitet. Das ist dann ähm mit einem Messer ähm so ähm ja diese Verpackung ganz vorsichtig angeschnitten worden.
Dann man hat auch befürchtet, dass möglicherweise durch die äh Gase, die sich ähm entwickeln im Rahmen des ähm Verwesungsprozesses, dass das plötzlich ähm explodiert. Also jedenfalls hat man wirklich jede äh einzelne Schicht ähm aufgetrennt. ähm und konnte nachher erzählen, dass ähm der äh Leichnam von der Anna ähm mit 25 Schichten ähm verpackt worden war.
Die Rechtsmediziner stellen eine Stichverletzung im Bauch und massive Gewalteinwirkung gegen den Hals fest. Anna wurde erstickt. Zum Tatablauf schweigt ADMU bis heute. Das Tatwerkzeug, ihre Kleidung und das Handy des Opfers bleiben verschwunden. Im Prozess wird bei den Beschuldigten eine narzisstische Persönlichkeitsstörung mit psychopathischen Zügen festgestellt.
Als Motiv werden Eifersucht und Besitzdenken formuliert. In der Hauptverhandlung berichtet Adem U von tiefer Verzweiflung und von den Wochen nach dem Mord, bevor er Anna in seiner Wand versteckt hatte. Er hat dann den Leichnam angezogen mit dem, was die Anna anhatte, als sie zu ihm gekommen ist.
Also ähm sie hat ein Kapuzzen ähm Pullover an und äh eine Jogginghose. ist, hat er ihr wieder angezogen, weil er eben nicht wollte, dass sie ähm nackt ähm in der Wohnung äh liegt und zum Zeitpunkt der Tat ähm war sie noch nackt und ähm ja, hat sie dann ähm auf seinem Bett, was ähm unten in der Wohnung ähm war, äh liegen lassen und hat sich dann nach seinen Angaben neben sie gehockt und hat stundenlang mit ihr gesprochen.
Wochenlang sitzt Adem U neben der verwenden Leiche. Zeugen berichten, dass ich in dieser Zeit sogar der Geruch auf ihn übertragen hätte. Irgendwann entscheidet er sich dazu, Anna einzuwickeln und hinter einer Holzwand zu verstecken. Ich habe mir manchmal danach gedacht, wie was wäre eigentlich, wenn wir den Leichnam nicht gefunden hätten? Ähm, wie wäre das dann gelaufen? Und äh ich bin natürlich also sehr froh, dass der gefunden wurde und ähm äh dass der ähm Ehemann und die Kinder ähm und auch
die Tante äh Ort haben, wo sie dann trauern können und dass sie damit abschließen können und dass wir den Leichnam im Endeffekt gefunden haben. Mit den Hinweisen zum Leichenfundort beendet ADMU sein 7 Monate langes Schweigen. Durch die akribische Arbeit der Ermittler und der Staatsanwältin wird der Mord an Anna schließlich vollständig aufgeklärt.
Wegen Mordes aus niederen Beweggründen wird ADM im Juni 2024 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.
