Der schreckliche aufgeklärte Fall Gabriele O. aus Halle (Westfalen) T
Der schreckliche aufgeklärte Fall Gabriele O. aus Halle (Westfalen)
Crime, dein True Crime Podcast mit Lia. Hier hörst du wahre Verbrechen und vermissten Fälle aus deiner Region. Ja, damit herzlich willkommen, ihr Lieben, auch zu dieser neuen Folge auf meinem Kanal Lias Crime Time. Ich freue mich, dass ihr auch alle wieder reinschaut oder auch reinhört. Ja, ich sag’s immer wieder gerne.
Hinterlasst bei YouTube gerne einen Kommentar für den Algorithmus. Ich freue mich über jeden neuen Abonnent oder Abonnentin auch auf den Podcast Portalen und ähm ja, auch immer fleißig Kommentare zum Fall schreiben. Ich diskutiere liebend gerne immer mit euch in den Kommentaren über die Fälle. Ähm jeder hat ja auch so seine eigene Meinung dazu und das finde ich immer sehr sehr interessant.
Also freue ich mich da immer über Regenaustausch. Ja, wir haben jetzt noch 13 Tage bis Heiligabend. Ich hoffe, euch geht’s allen gut und ihr habt nicht zu viel Vorweihnachtsstress. Ich ähm habe jetzt heute mal für euch wieder einen geklärten Fall. Ich weiß, viele warten immer auf aufgeklärte Fälle von mir, weil ich ja auch viel über ungeklärte Fälle berichte, die ich aber genauso wichtig und richtig finde.
Ähm ja, aber heute gibt’s einen geklärten Fall mal wieder aus Ostwestfalen aus meiner Heimat. Und zwar geht es heute um den aufgeklärten Fall, den Mordfall Gabriele Obst. Gabriele Obst wurde nur 49 Jahre alt. Sie lebte zusammen mit ihrem Ehemann und ihrem Sohn in Hallewestfalen. Das liegt unweit von Bielefeld entfernt in Nordreheinwestfalen.
Der Sohn war schon erwachsen, lebte aber, wie ich ja gerade sagte, noch zu Hause. Da gab es aber auch noch eine erwachsene Tochter, die damals erst gerade ausgezogen war. Und Gabriele war, wie ich ja gerade schon sagte, 49 Jahre alt, 2013. Ihr Ehemann war aber deutlich älter. Er war schon 74 Jahre alt.
Geheiratet haben die beiden, als Gabriele 19 gewesen ist. Und das Paar galt als Natur verbunden. Sie wanderten gerne und ja, haben sich eben an der Natur erfreut. Gabrielismann Paul, den Namen habe ich geändert, war bereits beret. Früher hat er als Maurer und LKW-Fahrer gearbeitet. Sie selbst arbeitete als Zeitungszustellerin für das Hala Kreisblatt, hatte aber auch noch mehrere Putzstellen und ihre Tochter beschreibt sie als eine herzensgute Frau immer mit einem offenen Ohr für andere.
Und die Ehe von Gabriele und Paul soll ohne dass etwas anderes bekannt gemacht wurde von außen eine nicht von Gewalt geprägte Ehe gewesen sein. Gegenteiliges haben die Kinder jedenfalls nicht berichtet. Amen. April 2013 trug Gabriele auch wieder Zeitungen aus und für gewöhnlich machte sie das immer mit dem Fahrrad, an dem sich auch zwei Gepäcktaschen befanden, in denen dann eben die Zeitungen verstaut waren.
Recht früh stand sie auch am damaligen Morgen dafür auf, ca. um 3 Uhr in der Nacht. Ein Paar Stunden später um 6 Uhr am damaligen Dienstagmgen findet ein Mitarbeiter des Bauhofs in Halle im Steinhusener Weg nur 300 m von Gabrieles zu Hause entfernt, das Fahrrad von ihr, ähm wenige Meter eben von der üblichen Zustellrute entfernt und sieben Zeitungen waren noch in den Fahrradtaschen.
Also, die Tour muss fast beendet worden sein und der Mitarbeiter des Bauhofs macht sich auch erstmal wenig Gedanken um das Rad, stellt das aber sicher irgendwo ab und informiert dann auch seine Kollegen. Und um 8 Uhr erscheint Gabriele auch nicht in der Arztpraxis, wo sie geputzt hat, wo sie für gewöhnlich auch immer pünktlich erschien.
Erreichen konnte ihr Chef sie aber auch nicht. Und im späteren fällt zu Hause dann auch auf, dass Gabriele ja gar nicht zurückgekommen ist und ihre Tochter ruft dann beim Halla Kreisblatt an, ob sie vielleicht eine extra Schicht einlegen muss, aber dem war nicht so. Wer Gabriele Obst letztendlich bei der Polizei wirklich als vermisst meldete, ob es jetzt ihre Tochter war oder ihr Arbeitgeber, das ist mir leider nicht bekannt.
Aber da man das Fahrrad ja alleine auffand und Gabriele weder zu erreichen noch zu finden gewesen ist, starteten dann auch sehr rasch Suchmaßnahmen. Und der Fall erinnerte in Halle zudem viele auch an den heute noch ungeklärten Mord an Nelly Graf auch auf meinem Kanal übrigens zu hören. Auch bei Nelly spielte ein Fahrrad eine sehr große Rolle bzw.
ja, es wurde eben auch mit ihr gefunden bzw. ein wenig abseits von ihr gefunden, spielte aber für den Fall eine Rolle auch ein sehr schrecklicher Fall. hört da sonst gern noch mal rein. Und im Fall Gabriele Obst konzentrierte man sich dann seitens der Polizei erstmal auf den Bereich Steinhausener Weg, wo man ja auch das Fahrrad aufand und eine Rettungsstaffel, die war aber auch aktiv.
Hubschrauber haben das Gebiet überflogen und es wurden auch zusätzlich noch Kräfte aus dem Rohrgebiet rangezogen und durch die Suche wurde dann auch das Handy von Gabriele gefunden, nicht so weit vom Fahrrad entfernt und die Polizei machte den Fall sehr rasch der Öffentlichkeit bekannt und sie haben natürlich um Zeugenhinweise gebeten und es meldeten sich dann tatsächlich Zeugen, die am 16.
April 2013 auf der Route von Gabriele einen Streit am frühen Morgen gehört haben wollen. Zwei Personen sollen sich lautstark gestritten haben. Eine Autotür knallte und es soll sich angehört haben, wie wenn eine andere Person sich schnell entfernt hat. Es passte also zumindest im Fall Obst, dass es auf der Zuschallrote der Zeitungen lag, wo man diesen Streit eben dann gehört haben wollte.
Jedoch kann das natürlich auch einen harmlosen ganz anderen Hintergrund gehabt haben. Das wusste man damals eben nicht so genau. Man suchte also weiter die 49-jährige 165 große Frau mit kurzen Haaren, Brille und einer dunkelgrünen Jacke, Jeans und Arbeitsschuhen. Und an Verbrechen wurde im ersten Moment auch gar nicht gedacht. Man hielt auch durchaus einen Unfall für möglich.
Zehn Tage nach dem Verschwinden von Gabriele geht eine Joggerin mit ihrem Hund im Kammweg in Halle im Wald spazieren, der hinter dem Golfclub äh liegt. Es ist ca. war 9:30 Uhr und ihren Hund lässt die Frau auch ohne Leine dort herumlaufen und auf ihren Ruf kommt der Hund aber nicht zurück und irgendwann folgt sie ihm dann und in einer großen Erdmulde erkennt die Frau dann die Leiche einer Frau und verständigt sofort die Polizei.
Und diese finden dann einen Leichnah auf, der eine große Kopfverletzung aufwieß. Und auf dem Körper der toten Frau liegt ein altes Gewehr. Ja, jetzt könnte man zuerst vielleicht denken, ist das vielleicht ein Suizid gewesen? Die Tote liegt aber auch auf einem alten Kartoffelsack und einem bedruckten Leinenbeutel. Und schnell ist klar, dass es sich bei dem aufgefundenen Leichnahen eben um den von Gabriele Obst gehandelt hat.
F Kilometer von ihrem Zuhause nur wurde sie tot aufgefunden. An der Stelle, wo man sie aufhand, wurde aber vorab auch nicht von der Polizei gesucht und es wurde vor Ort ein weißes Zelt aufgebaut. Und nicht nur die Kriminalpolizei ist nun vor Ort, sondern auch die Staatsanwaltschaft und die Gerichtsmedizin.
Und diese stellt am Fundort, den man auch für den Tatort gehalten hat, fest, dass der Leichnahen für einen möglichen Suizid aber sehr komisch positioniert gewesen ist. Arme und Beine parallel zum Körper und bei einem Kopfschuss sieht sowas in der Regel anders aus. Und ob das Gewehr dann so auf dem Leichnahmen liegen würde, ist auch fraglich.
Ausgeschlossen aber hat man ein Suizid auch erstmal nicht komplett, denn wie man im späteren weiter feststellte, gab es auf dem Körper von Gabriele keine Gewalteinwirkung, also nichts, was auf einen vorherigen Kampf hingedeutet hätte. Eine Suizidabsicht sei aber nicht bekannt gewesen. Und wieso hat sie dann das Fahrrad auch weit ab vom Fundort stehen lassen und ist nicht mit diesem dann gleich zum Leichenfundort gefahren? Und wieso beendete sie ihre Auslieferungsroute fast und hat sich dann erst in den Wald begeben? Das waren halt auch so Fragen, die man sich damals
stellte. Und in Halle hatte man es dann noch erstmal so ein bisschen mit der Angst zu tun. Ähm ist vielleicht ein Serentäter aktiv. Immerhin wurde Nelly Graf erst vor zwei Jahren zuvor ermordet und auch eben, wie ich gerade schon sagte, ja, in Verbindung mit einem Fahrrad getötet. Und die Soko Stein hat sich dann gegründet und in dieser Soko sind teils dieselben Ermittler wie im Fall von Nelli Graf und der Mordkommission Ahhorn gewesen, benannt nach dem Ahhornweg, in dem Nelly Graf damals gelebt hat. Und am Fundort von
Gabriele sicher sicherte man ähm unter anderem eine Autospur. Ärgerlich ist aber gewesen, dass das Fahrrad zuvor schon angefasst worden ist und etliche Fingerabdrücke von Bauhofmitarbeitern darauf gehabt haben soll und somit mögliche wichtige Spuren eben verwischt worden sind. Dasselbe auch mit dem aufgefundenen Handy von Gabriele im Laub.
Und fest stand dann für die Ermittler auch schnell, dass der Täter Ortskenntnisse gehabt haben muss. Und im Hause Obst fragte man natürlich auch, ob das aufgefundene Gewehr, das auf dem Leichnam lag, ähm bekannt sei, ob das irgendjemand aus der Familie vielleicht ähm gehören könnte. Und ähm Paul Obst äußerte dann, dass ihm diese Waffe nicht bekannt sei.
Auch sein Sohn konnte sich dazu nicht äußern, gab seinem Vater aber für den fraglichen Zeitraum, der Tat am 16. April 2013 ein Alibi. Aber die Ermittler haben jetzt natürlich nicht aufgehört zu ermitteln, nur weil der Sohn seinem Vater jetzt einen Alibi gegeben hat. Sie untersuchten das Gewehr auf DNA-spuren und Fingerabdrücke. Fingerabdrücke von Gabriele fanden sich übrigens auf der Waffe nicht.
Somit rückte der Verdacht eines Selbstmords so ziemlich in den Hintergrund. Anderweitige Fingerabdrücke aber fanden sich auch nicht. Der Täter muß wohl Handschuhe getragen haben, denn abgewischt wurde an dem Gewehr auch nichts. DNA Spuren, die fanden sich aber dann schon von Gabriele an diesem Gewehr und von Paul und sogar von dem gemeinsamen Sohn.
Diese Spuren fanden sich am Schaft und die von Gabriele am Abzug nicht zu verwechseln, aber natürlich mit Fingerabdrücken. DNA Spuren sind, denke ich, noch sehr viel leichter auf dieses Gewehr zu bringen, wie jetzt Fingerabdrücke, denn die hätten ja viel mehr ausgesagt noch. Im Auto der Familie wurden auch keinerlei Faserspuren gefunden, die darauf hingedeutet hätten, dass Gabriele mit diesem Auto zum Leichenfundort transportiert worden sein könnte.
Die Aussage von Paul, was er am Morgen des Verschwindens von Gabriele getan hat, war folgende: Er sei aufgestanden, habe dann festgestellt, dass seine Frau nicht zu Hause ist, obwohl sie längst mit dem Austeilen der Zeitung fertig gewesen sein musste. Und dann ähm ja, habe eben nach ihr gesucht, einmal mit dem Hund und einmal sei Paul dann auch aufs Rad gestiegen und hätte nach ihr gesucht ohne Erfolg.
Erst behauptete Paul ja auch, daß er das Gewehr gar nicht kennen würde. In weiteren Befragungen aber, wo man ihm das Gewehr immer wieder demonstrativ vor die Nase legte, auch so vermutig nach den DNA Ergebnissen, gab er dann zu, dass er dieses Gewehr schon Jahrzehnte besäße und Angst um seinen Waffenschein gehabt habe, denn dieses Gewehr soll er illegal seit 1966 besessen haben.
1978 machte er aber erst seinen Jagdschein. Er äußerte, dass Gabriele sicherlich Suizid begangen habe, denn sie sei in letzter Zeit depressiv gewesen und ihr machten sehr starke Kopfschmerzen das Leben schwer. Die DNA Spuren von Paul Obst an der Waffe reichten aus, um ihn Mitte Mai 2013 festzunehmen. Er kam in Untersuchungshaft und der Vorwurf: Paul Obst soll seine Frau aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen durch einen Schuss in den Kopf getötet haben.
In der Stadt Gütersl folgte durch die Festnahme von ihm eine gewisse Erleichterung. Man habe schon befürchtet, dass in Halle einen Serientäter herumlaufen könnte, der erst Nellig Graf und dann Gabriele Obst getötet hat. Eine Verbindung wurde aber ohnehin schon ausgeschlossen, bevor ähm die Anklage erhoben wurde.
Und der Pflichtverteidiger des Mannes von Gabriele Siegfried Kammel aus Bielefeld gibt Presseevertretern an, dass sein Mandant in Uhaft in der JVA Ummeln die Tat hartnäckig abstreite. Er sei zutiefst erschüttert, was ihm zu Last gelegt wird. Deshalb habe er ihm geraten, keine weiteren Angaben mehr dazu zu machen.
Und die Mordkommission Stein ermittelte aber in voller Stärke weiter. Im September 2013 startete dann der Prozess am Landgericht in Bielefeld gegen Paul Obst. Hieraus werde ich euch nun auch berichten, damit die Prozesstage aber jetzt nicht alle immer so terminiert hier vorgelegen haben, werde ich euch von allem, was mir wichtig erscheint aus den Presseberichten, ja, euch jetzt mal eine Zusammenfassung geben.
Die Anklage ging davon aus, dass Paul Obst seine Frau verdächtigte, eine Affäre zu haben, und daraus habe er sie dann an dem Morgen eben abgefangen und gezwungen, mit ihm zu einem Waldstück zu fahren. er soll sie getötet haben, indem er den Waffenlauf ihr in den Mund einführte und abdrückte. Also allein diese Vorstellung ist für mich wirklich unheimlich und absolut schrecklich.
Ob da jetzt wirklich überhaupt eine Affäre vorgelegen hat, wurde übrigens nie bewiesen. Und indem er eben die Waffe auf Gabriele liegen ließ, wollte er so eben vortäuschen, dass sie sich selbst umgebracht habe. Auch soll er seine Frau in der Nacht des 16. April 2013 mit dem PKW verfolgt haben. So war der Vorwurf und am frühen Morgen, als diese eben gerade das Hala Kreisblatt ausgetragen hat an der Margarete Windhorstraße dann eben ja abgefangen haben, dann kam es zu einem Streit und auf dem Steinhausener Weg habe dann Gabriele ins Auto gezogen,
sei mit ihr nach Halle Eggeberg gefahren und habe sie unterhalb des Bergkampfs in eine Erdmulde gezwungen und da sollte sie sich dann eben auf diesen Kartoffelsack legen. Paul hatte zum Anfang des Prozesses erstmal natürlich die Chance, sich zu äußern, aber erst einmal wollte er nichts sagen.
Das änderte sich aber wenig später, als er Aussagen bestätigte oder auch korrigierte. Er erzählte z.B. dann, wann seine Frau schlafen ging, in der Regel um 20 Uhr. Er hingegen erst um 22 Uhr. Da sei er in die Hai gekrochen. So hat er das vor Gericht formuliert. Und auf die Frage, ob seine Frau Probleme gehabt hätte mit der Familie oder Freunden, antwortete er: “Nein, sie war eine lustige Gurke.
” Ja, komische Aussagen vor Gericht, finde ich. Ähm ja. Andererseits berichtete er dann aber darüber, dass sie Depressionen gehabt habe und drei Wochen vor ihrem Tod gesagt haben soll: “An besten nehme ich mir einen Strick. Gabriele so Paul habe eigentlich eine Abneigung gegen Waffen gehabt, hätte aber öfter zugeschaut, wenn er und der gemeinsame Sohn die Schrotflinte auseinander gebaut hätten.
Die genutzte Schrotflinte habe er vor dem Tod seiner Frau schon drei oder vier Jahre nicht mehr benutzt. Diese soll unter dem Ehebett gelegen haben. Erst nach dem Leichenfund habe er nachgeschaut und gesehen, dass die Waffe nicht mehr da sei. Oder mit seinen Worten, da habe er heiße Ohren gekriegt. Also solche merkwürdigen, unpassenden Aussagen meiner Meinung nach kam mir im Prozess schon sehr sehr komisch vor.
Also ich glaube, ich würde mich nicht so äußern, wenn mein Partner oder meine Partnerin verstorben wäre. Aber gut, ähm hingegen der Vermutung der Staatsanwaltschaft, Paul könnte eifersüchtig gewesen sein oder gedacht haben, seine Frau habe eine Affäre gehabt, äußerte er, dass er nicht glaube, dass Gabriele Affäre gehabt habe und er ebenso wenig.
Es gab keine Trennungsabsichten. Später fügte er noch bei, wenn ich meine Frau umgebracht hätte, dann hätte ich die Flinte doch verschwinden lassen und sie nicht als Visitenkarte zurückgelassen. Auch Gabriele Obst Tochter kam übrigens im Prozess zu Wort. Ihrem Vater sagte sie: “Traue sie eine solche Tat nicht zu.
” Sie war damals übrigens ähm 26 Jahre alt, als sie ja dann noch ihre Mutter verlor. Und ihre Mutter habe vor allem wegen starker Kopfschmerzen zunehmend den Lebensmut verloren. 7 Jahre vor ihrem Tod habe die Familie aus dem von der Mutter so geliebten Haus ausziehen müssen und sie habe die Natur sehr vermisst und die jetzige Miete bezahlen zu können.
Habe die Mutter sehr viel Kraft gekostet. Sie musste sehr viele Jobs annehmen, um das stemmen zu können, sagte die Tochter. Und diese hohe Arbeitsbelastung sei sehr schwierig für sie gewesen und zwischen den Eltern habe sie aber keinen häufigen Streit mitbekommen. An einem Punkt aber blieb sie bei dem Gericht ja schon sehr wort bzw.
da war sie dem Gericht eigentlich eine Antwort schuldig. Als ihre Mutter verschwand, hörte sie ein Gespräch zwischen ihrem Vater und Bruder an. wonach eine illegale Waffe verschwunden sei. Und der Vater soll damals schon befürchtet haben, dass ich seine Frau wohl damit erschossen habe. Der Polizei aber hat sie davon nichts gesagt, als sie befragt wurde.
Und das war eben so ein bisschen ja der Knackpunkt, denn ihr Vater hatte sie wohl darum gebeten, nichts zu sagen. Warum sie mit viel Energie dann ihre Mutter suchte, andererseits aber der Polizei diese wichtige Tatsache damals verschwieg, das wollte sie eben nicht äußern. Auch der Rechtsmediziner der Uni Münster berichtete im Prozess von massiven Verletzungen Gabrieles und erklärte dann dem verdutzten Publikum, dass nicht mal die Todesursache sicher sei.
Angesichts des Zustands der Leiche, die 10 Tage im Wald lag, können er nicht mal sicher sagen, ob Gabriele Obst noch lebte, als auf sie geschossen wurde oder ob sie dort bereits schon tot war. Ein Suizid schlossß er nicht gänzlich aus, auch wenn vieles dagegen sprechen würde, auch die Position der Leiche. Auch die Gutachten von Sachverständigen des LKA ließen mehrere Deutungen zu, z.B. viel Schmauchspuren.
Es sei nicht ungewöhnlich, dass man bei Selbstmördern davon nur wenig finden würde, immer wenn sich ein Mensch mit einer Langwaffe erschieße. Gutachter hatten keine Schmauchpartikel an dem Jutesack auf dem Gabriele Obstlack gefunden. Diese hätte er aber finden müssen, wenn die Flinte in dem Sack transportiert worden wäre beispielsweise.
Die Gewebe und Blutspuren lassen keine klaren Schlüsse zu. So der Gutachter, die eine Schuld des Ehemanns nahlegen würden. Und wie ich ja eben schon kurz berichtete, es fanden sich keine Fasersporen im PKW vom Ehemann. Ehrlich gesagt, hat mich das alles so ein bisschen stutzig gemacht, als ich das für euch aufgearbeitet habe, denn da spricht ja wirklich einiges gar nicht so für den Ehemann.
Aber wir gehen mal weiter. Der Verteidiger von Paul entgegnete, selbst wenn es kein Selbstmord gewesen sei, müsste ja nicht zwangsläufig der Ehemann dafür verantwortlich sein, dass Gabriele Obst gestorben ist. und der Sohn habe kein Alibi und möglicherweise komme doch auch noch ein Liebhaber in Frage. Also der Verteidiger hat im Gegensatz zu seinen Mandanten dann schon eine mögliche Liebschaft von äh Gabriele schon in den Raum gestellt.
Ja, der 28-jährige Sohn sagte vor Gericht unter Berufung auf sein Zeugnisverweigerungsrecht nicht aus, gestand aber zu, dass seine bisher bei der Polizei gemachten Angaben im Prozess verwendet werden dürfen. Einer von mehreren Polizeibeamten sagte natürlich auch vorgericht aus. Er äußerte, dass es so arrangiert gewirkt habe.
Er habe schon viele Personen gesehen, die sich selber getötet haben. Aber das Gewehr mitten auf dem Körper und die parallel liegenden Arme und ausgestreckten Beine, das habe er so noch nie gesehen und eigentlich würden die Gliedmaßen sogar weggerissen werden. Und diese neutrale Nullstellung der Leiche war auch dem Gerichtsmediziner der Uni Münster aufgefallen.
Er äußerte dazu dann noch, dass für ein Suizid mit einer Flinte es eine sehr außergewöhnliche Endlage sei, ein auffälliger Befund gegen Selbsttötungsspräche. Ein Molekularbiologe des Landeskriminalamts Düsseldorf erläuterte dann noch die DNA Untersuchungen und räumte gleich ein, dass die DNA von Paul und seinem Sohn eine große Ähnlichkeit aufweisen würden und die Spuren so sehr schwer einzuordnen gewesen waren.
Fakt ist aber, am Abzug der Tatwaffe wurden DNA-Spuren von Gabriele Obst gefunden, aber eben nur DNA-Spuren, keine Fingerspuren. Auch die Lebensversicherung von Gabriele Obst spielte im Prozess eine Rolle in Höhe von 150.000 €. Denn als seine Frau noch vermisst wurde, rief Paul Obst schon bei der Versicherung an und erkundigte sich nach dem Geld.
Und ich finde, das ist immer so ein Anzeichen, wo bei mir alle Alarmglocken angehen würden. Ja, und das sah wohl auch dann der Staatsanwalt so. Im Oktober 2013 kam der Prozess nämlich dann langsam zum Ende und Staatsanwalt Christoph Mackel forderte am Ende 11 Jahre Haft für den Angeklagten. Er warf Paul Obst nach wie vor, seine Frau mit dem Schrotgewehr erschossen zu haben.
Und nach sieben Verhandlungstagen hielt er dann ein 70minütiges Pletoyer, in das er alle Ermittlungsergebnisse einfließen ließ. Er äußerte z.B. Am Morgen des Verschwindens ihrer Frau war die Polizei schnell vor Ort. Sie haben mit keinem Wort erwähnt, dass sie ihr Fahrrad schon nach Hause geholt hatten.
Niemand aus ihrer Familie hat der Polizei gesagt, dass das Schrotgewehr unter ihrem Bett verschwunden war. Auch habe man ihm das Gewehr anfänglicher unter die Nase gehalten, und er habe geäußert, das noch nie zuvor gesehen zu haben. Während der Hauptverhandlung habe er seine Frau als ulkige Gurke beschrieben, andererseits aber ein Suizid für möglich gehalten.
Dann zählte er eben auch auf, was alles gegen Selbstmordt sprach. das Fahrrad auf dem Weg vier Kilometer Fußmarsch bis zum Leichenfundort, den sie ohne Taschenlampe hätte bewältigen müssen, die auffüllende Situation der Leiche. Und er sagte dann, der einzige, der immer noch steif und fest behauptet, dass Gabriele Obst Suizid begangen haben könnte, sind Sie, Herr Obst.
Weil der Staatsanwalt sich am Ende nicht auf ein Mordmerkmal festlegen wollte, plädierte Mackel schließlich auf 11 Jahre wegen Totschlags. Paul’s Verteidiger Siegfried Kammel wiederum wollte einen Suizid keinesfalls ausschließen und verwies auf das Gutachten, dem zufolge die Tatwaffe nach dem Schuss nicht abgewischt worden sei.
Ebenso zog er in Betracht, dass Gabriele in den Packtaschern an ihrem Fahrrad das Gewehr ja wohl hätte mitführen können oder sich nicht gleich, sondern erst ein oder zwei Tage später erschossen haben könnte. Auch fragte er das Gericht, der Angeklagte der Täter ist, wie hat er sie transportiert? In dem Auto der Familie fanden sich ja keine Anhaftungen von Faserspuren.
Ja, das war eine von vielen offenen Fragen in diesem Fall, die auch mich etwas Ja. mit vielen Fragezeichen zurückgelassen haben. Ehrlich gesagt, das habe ich selten bei geklärten Fällen. Ja, nach neun Verhandlungstagen hatte sich das Gericht in Ausführungen von Staatsanwalt Christoph Mackel dann angeschlossen. Paul Obst wird zu 7 Jahren und 6 Monaten wegen Totschlags verurteilt und diesmal zeigte er sich dann nach dem Urteilspruch ziemlich offen den Fotografen und Kameraleuten.
Sonst hatte er sich immer hinter einer Mappe versteckt und er hatte wohl mit einem Freispruch gerechnet. Ja, und das relativ geringe Urteil, das hingens damit zusammen, da Paul Obst bei seiner Urteilsverkündung schon 74 Jahre alt gewesen ist. Sein Rechtsanwalt Siegfried Kammel kündigte an, daß sein Mandant selbstverständlich in Revision gehen werde, aber der Bundesgerichtshof hat diese Revision im späteren damals dann abgelehnt.
Ja, und bei der Urteilsverkündung hat die gemeinsame Tochter dann in einem Raum bei Gericht gegen eine Scheibe getreten und geschrien. Also, sie scheint in dem Moment vermutlich ja erstmal richtig mitbekommen zu haben. So nehme ich das jetzt einfach mal an, dass ihr Vater da gerade wirklich für den Mord, für den Tod der eigenen Mutter zur Verantwortung gezogen wurde.
Und sie hat wahrscheinlich auch mit einem Freispruch gerechnet, gehe ich jetzt mal von aus. Es ist ja auch einfach eine schreckliche Vorstellung. Der Vater, den man vielleicht sogar sehr lieb gehabt hat, wird da für den Tod der eigenen Mutter verantwortlich gemacht. Und ja, es waren ja durchaus einige Punkte, die auch gegen den Vater gesprochen haben, aber das Gericht hat eben letztendlich dann so entschieden.
Und einige Jahre später, im Mai 2019 stellte Paul Obst einen Antrag auf vorzeitige Entlassung. Die wurde dann erstmal abgelehnt, da er seine Tat weiter leugnete. Er soll sogar auch mal geäußert haben. Selbst auf dem Sterbebett würde er die Tat immer noch leugnen. Und daraufhin wechselte er dann, weil es eben abgelehnt worden ist, seinen Verteidiger und hatte dann eine Verteidigerin und diese legte dann Beschwerde ein.
Und im Juli 2019, nach 6 Jahren und 2 Monaten haft wurde Paul Obst dann mit 80 Jahren aus der JVA in Bielefeld Braakwede entlassen und der Rest der Strafe wurde dann zur Bewährung ausgesetzt und Gabriele wäre zu diesem Zeitpunkt erst 65 Jahre alt geworden oder wäre dann 65 Jahre alt gewesen. Also sie war ja deutlich jünger.
Ja mit 80 Jahren 2019 entlassen. Das heißt, er müsste jetzt 86 sein. ob er noch lebt, das ist mir nicht bekannt. Aber ich muss euch ganz ehrlich sagen, das ist ja ein aufgeklärter Fall und es ist mit Sicherheit auch alles richtig, was der Richter da entschieden hat. Das wurde ja wirklich entschieden, nachdem man alles sich noch mal angeschaut hat, geguckt hat und ähm letztendlich dann ja geurteilt hat.
Aber ich muss sagen, der Fall lässt mich trotz allem mit ein paar Fragezeichen zurück. Allerdings habe ich mir noch immer so gesagt, wer hätte denn sonst gewusst, außer die Familie, dass eben unter dem Ehebett eine Waffe oder ein Gewehr gelegen hat und hätte dann das genutzt, um Gabriele zu töten. Das hat ja kein anderer gewusst, nehme ich jetzt einfach mal an.
Und mit Sicherheit nicht irgendjemand, den Gabriele von sonst wo gekannt hat. Ähm, das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Der hätte dann ja auch ins Schlafzimmer gemusst, wo der Ehemann ja aber zu Hause gewesen wä und hätte dann die Waffe dort ähm wegnehmen müssen. Und das ist alles in meiner Vorstellung vielleicht jetzt auch für euch, könnte ich mir vorstellen, einfach keine vernünftige Erklärung, sondern da geht man in diesem Fall dann schon stark eben davon aus, dass es der Ehemann gewesen ist und der wurde ja auch dafür verurteilt und jetzt
ist er ja wieder in Freiheit, aber das hängt eben auch mit dem Alter zusammen. Aber ja, auch in meiner Vorstellung kann es eigentlich niemand anders außer der Ehemann gewesen sein, aber das gewisse Spuren eben nicht gefunden wurden in diesem Fall, wo man sonst durchaus Spuren findet.
Das finde ich an dem Fall halt so ein bisschen komisch. Also das hinterlässt sehr viele Fragezeichen bei mir. Anfangs wurde übrigens auch der Sohn noch mit verdächtigt. Das wurde dann aber irgendwann fallen gelassen. Das wollte ich noch dazu gesagt haben. Aber der Sohn wurde nie für irgendetwas in dieser Sache belangt.
Das möchte ich ja auch noch mal ganz deutlich sagen. Es ist ja der Vater, der verurteilt worden ist. Und ähm ja, man geht jetzt also auch wirklich davon aus, dass er auch der Mörder gewesen ist. Nur schon allein diese Vorstellung. Ähm Gabriele liegt dann dort. Er hat sich scheinbar dann irgendwie da gezwungen, sich hinzulegen, hat dann eben die Waffe in ihrem Mund.
ähm dann eben abgefeuert bzw. das Gewehr, dass es da überhaupt keine Abwehrspuren gegeben hat oder keine Kampfspuren. Das finde ich schon sehr sehr merkwürdig. Man hat ja aber auch keine Betäubungsmittel oder sowas bei Gabriele ähm im Blut gefunden. Sonst hätte ich gesagt, sie wurde vielleicht vorher mit irgendwelchen Medikamenten betäubt oder sowas.
Ja, das ist auch so ein bisschen komisch in dem Fall irgendwie. Also, dass es da so keine Spuren gibt, wo eigentlich meiner Meinung nach Spuren hätten da sein müssen, weil wer legt sich sonst freiwillig ähm auf den Kartoffelsack im Wald und lässt sich dann die Flinte in den Mund ähm legen und lässt sich dann da erschießen.
Also allein die Vorstellung, wie das abgelaufen sein muss, ist für mich ganz ganz komisch. Das heißt ja aber auch nicht, dass sie wirklich dabei gelegen haben muss. Er kann sie ja auch durchaus im Stehen noch festgehalten haben. Aber eine Waffe dann in den Mund zu bekommen, schon allein der Vorstellung ähm nach, ist für mich auch eine ganz komische Vorstellung, muss ich euch ganz ehrlich sagen.
Also, da hätte man ja vielleicht eher erwartet, dass es einen Kopfschuss gegeben hätte und nicht einen Schuss eben, wo die Waffe in den Mund geführt wird. Also, das übersteigt so ein bisschen meine Vorstellungskraft, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass Gabriele sich dann nicht richtig stark gewährt haben muss.
Aber ja, wie gesagt, der Fall lässt mich eben mit einigen Fragezeichen zurück, euch vielleicht auch. schreibt es mir gerne mal in die Kommentare, was ihr zu diesem Fall letztendlich sagt und dem Urteil, was da gesprochen wurde. Ja, das war jetzt der Fall Gabriele Obst ähm ja, aus Ostwestfalen. Ich meine, dass der Fall auch ein Zuschauervorschlag gewesen ist, aber ich habe so eine lange Liste, dass ich mir das manchmal nicht alles im Detail notiert habe.
Aber wie gesagt, hinterlasst mir gerne einen Kommentar zu dem Fall. Ich fand ihn sehr, sehr interessant und ja, verabschiede mich jetzt. Kommt gut in die Nacht oder habt einen schönen Tag und genießt noch die schöne Vorweihnachtszeit und bleibt gesund, bleibt sicher. Bis zum nächsten Mal, eure Lia. Das war wieder eine Folge von Crimetime mit Lia, deinem True Crime Podcast.
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