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Wahre Verbrechen I Rasende Flucht mit tödlichem Ende T

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By sonds1
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Wahre Verbrechen I Rasende Flucht mit tödlichem Ende

Innerhalb dieser wenigen Minuten haben dann die beiden Täter Geld eingesammelt, so viel wie sie konnten. Da war der rechtliche Schluss zu ziehen, dass wer als Geisterfahrer auf der Autobahn mit solchen Geschwindigkeiten unterwegs ist, hier zumindestbilligen in Kauf nimmt, dass es zu einer Kollision mit tödlichem Ausgang kommen kann.

Wir haben immer wieder Situationen, wo Täter flüchten, wo Täter auch verunglügeln, aber bei Unbeteiligten haben wir so eine Konstellation noch nie gehabt. Ja. Wirheim, eine kleine Gemeinde östlich von Pforzheim. In der Nacht zum 11. November 2023 bekommt die dortige Sparekasse ungebetenen Besuch. Um 2:4 Uhr betritt ein maskierter Täter die Filiale, gefolgt von einem Komplizen.

Die beiden Männer machen sich an den Geldautomaten zu schaffen. Nach nur wenigen Minuten sind sie am Ziel. Kriminalhauptkommissar Martin Graf vom LKA Badenwürtemberg arbeitet im Bereich organisierte Kriminalität. Er möchte nicht erkannt werden. Sein Name wurde für diesen Beitrag geändert. Der erfahrene Ermittler hat es immer wieder mit Geldautomatensprengern zu tun.

 Doch in diesem Fall geht es außerdem um Mord. eine Fallkonstellation wie hier mit so einer Katastrophe. Es war für mich schon auch besonders und hat e natürlich auch irgendwo im Rahmen der Ermittlungen bewegt und ich würde schon behaupten, dass man dann noch mal akribischer hingeschaut hat, wie man diesen Fall lückenlos aufbereitet.

Die Explosion reißt Anwohner in der Umgebung aus dem Schlaf. Bilder von morgen danach zeigen die Verwüstung, die die Täter angerichtet haben. Also die ganze Tat lief ja maximal wenige Minuten und innerhalb dieser wenigen Minuten haben dann die beiden Täter Geld eingesammelt, so viel wie sie konnten.

 Sie haben insgesamt ungefähr 42 000 € erbeutet, eingesammelt und mitgenommen und am Tat dort selber blieb noch 98 000 € verstreut liegen, was man dann im Nachgang oder was die Ermittler im Nachgang dann einsammeln konnten, ne? Ja, also durch die Detonation sind natürlich sehr viele Nachbarn oder Anwohner aufgeschreckt, ginge dann zum Fenster und konnten dann auch noch die Täter, die Flüchtenden Täter erkennen.

 Wir hatten dann eine konkrete Beschreibung auf minimum drei Personen im Fahrzeug. Wir konnten dann relativ schnell auch ähm erfahren, dass die Täter immer VW Golf hochmotorisiert wohl geflüchtet sind. Wir hatten nicht nur den Fahrzeugtyp, die Farbe, sondern auch das Kennzeichen. Dann konnte man in etwa 14 Minuten nach der Tat im ländlichen Bereich grob zwischen A8 und A6 kommt beiner kleinen Gemeinde konnt man erstmals dieses Fahrzeug erkennen.

Die Kollegen haben dann versucht dies Fahrzeug weiter zu verfolgen. Es war aber in der Nacht recht schwierig aufgrund von Witterungsverhältnisse mit starkem Regen, Sturm. Man konnte dieses Fahrzeug nicht länger länger verfolgen, direkt verfolgen, aber immer wieder. Die Täter fahren in Richtung Autobahn. An der Anschlussstelle Sinsheim Steinfurt versuchen mehrere Streifenwagen den VW Golf aufzuhalten.

Der ein Streifenfahrzeug hat sich dann beim Beschleunigungsstreifen quer gestellt. Es kam dann zu einer leichte Kollision mit dem Täterfahrzeug und mit diesem Streifenfahrzeug. Die Täter sind dann weiter den Beschleunigungsstreifen entlang fahren, also ganz normal auf die Autobahn 6 auffahrend und kurz bevor sie dann auf der Autobahn waren, haben sie dann gedreht und sind entgegen der Fahrtrichtung dann auf der Autobahn 6 unterwegs gewesen.

Nach wenigen Kilometern, etwa 4 km haben sie dann das erste Mal die Autobahn verlassen, sind auf den Autobahnparkplatz gefahren, Bauernwald Nord. Das Fluchtfahrzeug hat dort angehalten und zwei Täter sind ausgestiegen und sind dann zu Fuß flüchtig gegangen. Die beiden Täter, die ausgestiegen sind, 20 und 21 Jahre, konnten dann unmittelbar danach auf dem Autobahnparkplatz bzw.

 daneben dann vorläufig fisch genommen werden. Der Fahrer setzt die Flucht ohne seinen Komplizen fort, hat dann zurückgesetzt und es kam erneut mit einem Streifefahrzeug zu einer leichte Kollision. Er konnte sich aber mit dem VW Golf trotzdem dann entsprechend freisetzen. Hat dann immer so ein so eine Grünfläche die Flucht dann weiter fortgesetzt und ist erneut dann auf die Autobahn 6 in gegen der Fahrtrichtung aufgefahren.

Insgesamt konnte der Täter 18 km oder knapp 18 km entgegen der Fahrtrichtung flüchten. Man hat dann zwischenzeitlich versucht, den Verkehr zum Erliege zu bringen, um natürlich die Gefahr, die allen bewusst war, allen Verungskräften bewusst war, so gering wie möglich zu halten. Letztendlich konnte man aber dieses flüchtende Fahrzeug nicht stoppen.

 gelang erneut an einer Stelle, dass dieser VW Golf durchbrechen konnte und es kam dann wenige Kilometer weiter, also insgesamt eben 18 km kam es dann zum Frontalzusammenstoß mit einem entgegenkommenden Kleintransporter. Mit einer Geschwindigkeit von 140 km/h prallen die beiden Fahrzeuge aufeinander. Das Auto des Täters wirkt für die Rettungskräfte große Risiken.

Der Fahrzeugführer vom flüchtenden Fahrzeug war lebensgefährlich verletzt. Er musste aus dem Unfallfrack geborgen werden. Ja, man hat Fahrt dann schon festgestellt, dass man äh das wohl auch in diesem Fahrzeug Sprengpakete mitgeliefert wurden. Zum einen stand natürlich im Vordergrund dieses Retten vom Fahrzeugführer dieses Golfs, aber natürlich unter höchster Sorgfalt ähm im Bezug auf die Sprengpakete, die da auch neben dem Fahrzeug noch lagen.

Bei den Opfern war es so, der Fahrzeugführer von dem Kleintransporter, 47-jähriger tschechischer Fahrzeuglenker, hatte auch diverse Knochenbrüche, gebrochenes Brustbein unter anderem, entsprechende Kniebrellungen, war somit auch schwerst verletzt beim Beifahrer in diesem Kleinansporter. Der war zugleich auch der Halter dieses Kleintransporters.

Der wurde auch lebensgefährlich verletzt. Während der Täter und die beiden schwerverletzten Opfer in einem nahgelegenen Krankenhaus behandelt werden, beginnen am Unfallort die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft. In Forzheim übernimmt der erste Staatsanwalt Johannes Jungmann den Fall.

Ob das möglicherweise einen tödlichen Ausgang nehmen könnte, war noch nicht absehbar, aber es war auch nicht ausgeschlossen. Aber auf jeden Fall war bekannt, dass alle Beteiligten schwer verletzt wurden. Die beiden Insassen des Fahrzeugs, mit dem das Täterfahrzeug kollidiert ist, wurden ebenfalls schwer verletzt.

 Der Fahrer hat beidseitig Rippenbrüche erlitten und ein Sternumbruch und eine Knieprellung hat den Unfall allerdings überlebt. Für den Beifahrer gilt das leider nicht. Der er auch mehrere Brüche, unter anderem Rippenbrüche und ein Bruch der Lendenbürbelsäule und kam dann mit diesen schweren und lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus.

 Das hat dann bei ihm letztlich Krampfanfälle ausgelöst und er ist aufgrund eines hypoxischen Hirnschadens dann am 21. November 2023, also 10 Tage nach dem Unfall verstorben. Am Unfallort wird im Täterfahrzeug das Brecheisen gefunden, das in der Sparkasse Wirheim zum Einsatz gekommen ist. Außerdem liegen im Auto rund 42 000 € aus dem Geldautomaten.

Der Täter, der das Fahrzeug geführt hat, ist bei dem Unfall selbst schwer und teilweise lebensgefährlich verletzt worden. Er wurde dann zunächst auch in ein örtliches Krankenhaus eingeliefert, bevor dann ins Justizvollzugskrankenhaus verlegt werden konnte und dort weiter behandelt wurde. Das Täterfahrzeug gehört einer Autovermietung, die an dem VW Golf einen GPS-Tracker angebracht hat.

 Über diesen Tracker können die LKA Ermittler gefahrene Geschwindigkeiten von bis zu 200 Stunden Kilometern in der Tatnacht auslesen. Wenn die Täterschaft sich mit ihrem Fahrzeug bewegt, in diesem Fahrzeug befinden sich mehrere, auch Ersatzsprengpakete. Es befinden sich dann eben Beziehinkkanister in diesem Fahrzeug.

Wenn es dann zu einer Kollision kommt, kann man nicht ausschließen, sollte es zum Feuer kommen, dass natürlich dann diese Pakete auch ähm detonieren können. Ja, in einem Video zeigen Experten des LKA Badenwürtemberg die Wucht von Sprengsitzen, mit denen organisierte Täterbanden Geldautomaten angreifen. Zi ein.

Zum Einsatz kommen die Sprengpakete oft in Banken, über denen sich Wohnungen befinden, wie auch bei der Sparkasse in Wirtsheim. Ja, also auch hier mussten die Anwohner das Gebäude verlassen. In der Nacht konnte man natürlich nicht mehr feststellen, ob das Gebäude als Hülle oder an der Substanz beschädigt war.

 Die Wohnungen als solches waren dann, wie man später herausgefunden hat, nicht weiter beschädigt, aber die Anwohner durften in der Nacht nicht mehr zurück. Der Sachschaden wird später von Gutachtern auf rund 250 000 € beziffert. Also der Tatablauf als solches in der Bank oder auch vor der Bank mit dem Täter, der im Fahrzeug und dem Fluchtfahrzeug wartet, entspricht eiglich der Vielzahl der Taten, die wir bearbeiten.

Die Fälle laufen meistens gleich ab, dass minimum zwei oder drei Täter im Tatobjekt agieren, wie hier auch in diesem Fall dann die Tat begehen und dann im Anschluss sofort wieder flüchten. was nicht den Eindruck vermittelt, als ob sie das jetzt zum allerersten Mal machen oder jedenfalls, dass sie sehr gut darauf vorbereitet und dafür ausgebildet sind.

 Darüber hinaus hat man bei den Ermittlungen festgestellt, dass eben ständig Kontakt bestanden hat zu Rufnummern aus den Niederlanden, also vermutlich entsprechenden Hintermännern, die hier die Vorgaben gemacht haben, welche Automat anzugehen ist. Der 39 Jahre alte Geisterfahrer Jassir D und seine Komplizen, die auf dem Rastplatz festgenommen wurden, äußern sich nicht zu möglichen Auftraggebern.

Alle drei leben in den Niederlanden, wie die meisten Geldautomatensprenger, mit denen es das LKA zu tun hat. Sie haben häufig oder sehr oft magreibinische Wurzeln, die wachsen in den Niederlande auf oder kommen jungen Jahren kommen sie in die in Niederlande, wachsen dann dort auch so nach und nach in so eine in so ein Netzwerk rein.

 Sie werden dann angeheuert für solche Taten, werden entsprechend dann ausgebildet, wie man vorgeht, wie man diese Automaten zur Sprengung bringt und bekommen dann einen kleinen Teil der Beutesumme. Der Hauptteil geht natürlich zurück in die Niederlande und dort wird es letztendlich dann an die Verantwortlichen verteilt.

 Man geht davon aus, dass zu diesem Netzwerk auch mehrere hundert Personen gehören. Personen, die für die Logistik verantwortlich sind, Personen, die natürlich vor Ort dann fahren und diese Taten begehen. Aber uns ist durchaus auch bewusst, dass wir natürlich nur einen kleinen Anteil dieses Netzwerks dadurch auch ähm fisch nehmen konnten.

Die Staatsanwaltschaft Forzheim klagt alle drei Tatverdächtigen wegen des herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und schweren Bandendiebstahls an. Im Fall des Fahrers Jasi lautet die Anklage außerdem auf Mord. Da lag dann der Schluss nahe oder war der rechtliche Schluss zu ziehen, dass wir bei diesen Umständen, bei diesem Wetter als Geisterfahrer auf der Autobahn mit solchen Geschwindigkeiten unterwegs ist, hier zumindest billigend in Kauf nimmt, dass es zu einer Kollision mit tödlichem Ausgang kommen kann. Im vorliegenden Fall wurden

seitens der Staatsanwaltschaft bei Anklageerhebung und später auch vom zuständigen Landgericht sogar drei Mordmerkmale bejaht. Das erste war die Heimtücke. Heimtücke liegt vor, wenn der Träer die Arklosigkeit des Opfers und die darauf beruhende Wehrlosigkeit des Opfers ausnutzt. Das wurde hier deshalb angenommen, weil die Insassen des Fahrzeugs, die hier geschädigt wurden, nicht damit rechneten, dass hier auf der Autobahn jemand als Geisterfahrer entgegenkommt und sie dadurch in diesen Unfall verwickelt werden könnten mit

möglicherweise tödlichen Folgen. Als Weiteres kam dann die Begehung mit gemeährlichen Mitteln hinzu. Das dritte Mordmerkmal ist die Verdeckungsabsicht. Diese liegt vor, wenn der Täter handelt, um seine Beteiligung an einer vorherigen Straftat zu verdecken. Diese vorherige Straftat war hier die Geldautomatensprengung in Wirtsheim.

Im Verfahren am Landgericht Karlsruhe geben alle drei Angeklagten ihre Beteiligung an der Geldautomatensprengung zu. Allerdings sei es jeweils das einzige Mal gewesen. Man hat es letztlich nicht widerlegen können und insbesondere keine weitere Tat den Tätern zuordnen können, die dann dazu geführt hätte, dass man anhand dessen belegen kann, dass sie das eben wiederholt und als Bandenmitglied solche Taten verüben.

 Was den späteren Unfall angeht, war die wesentliche Frage natürlich der Tötungsvorsatz, der von dem entsprechenden angeklagten Täter in Abrede gestellt wurde, der sich darauf berufen hat, dass er hier habe flüchten wollen, aber nicht damit gerechnet hätte, dass es hier zu einem tödlichen Unfall kommen konnte.

 Das war insofern ähm in rechtlicher Hinsicht die wesentliche Frage, an der natürlich auch viel hing, weil es in dem einen Fall eben der Tatbestand des Totschlags oder gar des Mordes erfüllt wäre, im anderen Fall lediglich eine fahrlässige Tötung vorlege. Die Richter sehen den Tatbestand des schweren Bandiebstahls nicht erfüllt und verurteilen die drei Männer lediglich wegen des herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und wegen Diebstahls in einem besonders schweren Fall.

  Die beiden Komplizen erhalten jeweils 5 Jahre und 11 Monate Haft. Hinsichtlich des weiteren Komplexes mit der Fluchtfahrt und dem tödlichen Unfall ist das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft gefolgt, dass hier eine Verurteilung wegen Mordes und damit zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe zu erfolgen hat.

 Also ich selber war bei der Urteilsverkündung mit Fort, ja, der Richter hat es sehr gut noch mal zusammengefasst, hat auch sehr gut begründet, weshalb es zu einer Mordverurteilung kam. Ich war allerdings etwas überrascht so über diese Reaktion von diesem Fahrzeugführer, von dem verurteilten Mörder, sage ich jetzt mal. Ja, also eine Reue konnte ich da nicht erkennen und es war für mich dann schon etwas schockierend.

Es kommt ein Unbeteilter ums Leben und für das bin ich eiglich verantwortlich und da erwarte ich schon etwas mehr Reue dann auch. Ja, auf der Jagd nach dem schnellen Geld wurde ein Unbeteiligter in den Tod gerissen. Ein weiterer wurde schwer verletzt. Für Staatsanwalt Johannes Jungmann und Hauptkommissar Martin Graf geht der Kampf gegen die Geldautomatensprenger weiter.

Bestattet werden. Eine Frau, die zu Gast in dem Haus gewesen ist, hat sich dort gemeldet und hat gesagt, sie hat einen schwer verletzten, stark blutenden Mann gefunden. Das gesamte Treppenhaus war vollkommen Blutvschmiert, sowohl Boden als auch die Wände voller Blut und um die Ecke war die Küche und dort fanden sie tatsächlich die Frau von Ulrich es.

Er war der einzige, der bei der Tat anwesend war und der überhaupt hätte befragt werden können. Er hätte Hinweise geben können auf den Schützen, auf den Tatablauf und das konnten wir alles nicht jetzt in Erfahrung bringen. Bis dahin sind wir davon ausgegangen bzw. Weise konnten es nicht ausschließen, dass ein unbekannter Dritter eingedrungen ist, um die Ehleute zu überfallen und zu töten.

 Ähm diese mögliche Version war damal damit etwas unwahrscheinlicher, da jetzt ja festand, die Tatwaffe befand sich bereits vor Ort und wurde von Ulrich es besorgt. Videoaufnahmen dokumentieren, wie ein mutmaßlicher Mörder am Tatort versucht, seine Unschuld zu beweisen. Der Mann soll einen anderen Menschen erschossen haben.

 Der Koburger Kriminalhauptkommissar Ralf Fenderl leitet die Ermittlungen in diesem Fall. Auch mehr als 5 Jahre später erinnert er sich noch gut an die damaligen Geschehnisse. Das ist halt ja außergewöhnlich deswegen gewesen, weil eine Schusswaffer verwendet wurde. Kommt jetzt in Koburg nicht so oft vor. Normalerweise schlangen da die Leute im Beiler oder mit Mama.

Die Tatwaffe hier eine doppelläufige Jagdschrotflinte. Der Notruf am Abend des 6. Oktober 2012 kommt aus dem alten Schützenhaus in Koburg, einer bekannten Gaststätte am Ort. Eine Frau, die zu Gast in dem Haus gewesen ist, hat sich dort gemeldet und hat gesagt, dass sie einen stark blutenden Mann gefunden hat.

 Sie wissen nicht, was er hat. Ähm, er hat nur drum gebeten, dass es BRK verständigt wird. Als die Rettungskräfte eintreffen, finden sie einen Mann mit einer großen Schussverletzung vor. Bei dem Schwerverletzten handelt es sich um den 55-jährigen Pächter des Hauses Ulrich S. Kurz bevor der Mann das Bewusstsein verliert, teilt er noch etwas beunruhigendes mit.

Hat zu den eintreffenden Sanitätern gesagt, es sei überfallen worden. Nicht nur er sei schwer verletzt, sondern seine Frau lege oben in der Wohnung. Sofort wird die Polizei dazu gerufen. Die Mitteilung versetzt die Beamten in höchster Alarmbereitschaft. Nachdem diese Information vorlag, dass möglicherweise ein Überfall bzw.

 ein Schusswechsel stattgefunden hat, sind alle Streifen des Bereiches dahingefahren ähm und haben zunächst das Haus umstellt. Nachdem feststand, dass sich noch Personen im Haus befanden, haben zunächst die Bewohner des Hauses evakuiert und anschließend das komplette Anwesen von der Dachspitze bis zum Keller durchsucht, ob möglicherweise der Täter noch im Haus ist.

 Einen Täter können die Beamten im Haus nicht finden, aber tatsächlich machen die Polizisten in der Wohnung des Verletzten eine schreckliche Entdeckung. Das gesamte Treppenhaus war vollkommen blutvschmiert, sowohl Boden als auch die Wände voller Blut und um die Ecke war die Küche und dort fanden sie tatsächlich die Frau von Ulrich es, die auf dem Rücken tot lag.

Bei der Toten handelt es sich um die Ehefrau von Ulrich El Marie. Die Leiche der 44-jährigen kommt in die Rechtsmedizin. Die Situation vor Ort ist für die Polizei völlig unklar. Was ist hier passiert? Der einzige Zeuge, der diese Frage vermutlich beantworten kann, ist Ulrich S.

 Doch er schwebt in Lebensgefahr, liegt in einer Klinik im künstlichen Koma. Ermittler Ralf Fendall steht vorerst in einer Sackgasse. Er war der einzige, der bei der Tat anwesend war und der überhaupt hätte befragt werden können. Er hätte Hinweise geben können auf den Schützen, auf den Tatablauf und das konnten wir alles nicht jetzt in Erfahrung bringen.

Natürlich Ralf Fendall hofft jetzt auf Ergebnisse der Spurensicherung. Blutspuren werden gesichert und diese Schrotflinte. Falls mit ihr auf die Opfer geschossen wurde, müssen die Ermittler zu einer besonderen Methode greifen. In diesem Fall war es so, dass wir die äh getötete zunächst im Klinikum Koburg hatten Rönd gehen lassen und aufgrund dessen konnte man dann später ähm den Schusskanalleichter äh feststellen, weil die Ladung einer Flinte sich im Körper natürlich gleich so verteilt, dass ein Schusskanal, wie jetzt bei einem festen

Geschoss beim Vollmantel z.B. Fall wäre nicht untersucht werden kann. Ähm bei einer normalen ähm Geschoss würde man dann einfach versuchen ein Stecken tatsächlich vielleicht reinzuschieben, aber das wäre jetzt dann eine Frage, die die Rechtsmedizin besser beantworten könnte. Das ist bei einer bei deiner Flinte, bei einer Schrotladung nicht möglich, weil die verteilt sich ja eben Körper dann sofort.

Offenbar handelt es sich bei der gefundenen Schrotflinte tatsächlich um die Tatwaffe. Bei der Polizei meldet sich zwischenzeitlich der Neffe des Verletzten Ulrich S. Er berichtet, dass er ihm die Flinte kurz vor der Tat gelien hat, um Ratten zu jagen. Bis dahin sind wir davon ausgegangen bzw.

 konnten es nicht ausschließen, dass ein unbekannter Dritter eingedrungen ist, um die Ehleute zu überfallen und zu töten. Ähm diese mögliche Version war d unwahrscheinlicher, da jetzt ja feststand, die Tatwaffe befand sich bereits vor Ort und wurde von Ulrich S besorgt. Plötzlich rückt Ulrich S selbst in den Fokus der Ermittlungen, doch er liegt im Koma.

 Hat er etwas mit dem Tod seiner Frau zu tun? Doch warum ist er dann selbst so schwer verletzt? Die Ermittlungen gehen voran. Die DNA Analyse an der Flinte hat dann eindeutig zutage gebracht, dass am Abzug ähm nur Spuren von Herrn Ulrich S sind, keine Fremdspuren. Somit war ein anderer Täter größtmöglich auszuschließen. Ähm an Lauf der Flinte fanden sich zudem außer den Spuren von Ulrich auch noch Spuren von seiner äh Frau.

Die Spuren legen also tatsächlich den Verdacht nah, dass Ulrich S. selbst der Täter ist. Hat er erst seine Frau erschossen und wollte sich anschließend selbst das Leben nehmen? Wochen später, Ulrich S ist endlich aus dem Koma erwacht und kann erstmals selbst befragt werden. Alle bis dahin gesammelten Indizien sprechen gegen ihn.

Nachdem er aus dem Koma erwacht war, ist der Ermittlungsrichter zu ihm gegangen und hat ihm eröffnet, dass er verhaftet ist. Er musste dann im Krankenhaus bewacht werden und wurde dann später, als er transportfähig war, in die JVA nach München, glaube ich, eingeliefert. Der Beschuldigte schweigt beharlich.

 Es dauert wieder einige Wochen. Da erreicht den Kriminalbeamten Fendel durch den Anwalt von Ulrich S. eine schriftliche Stellungnahme. In der Stellungnahme stand drin, ähm, dass es sich um ein Unfallgeschehen gehandelt hat. Herr Ulrich S wollte an dem Abend im Keller des Gebäudes Ratten schießen. Er hat seine Flinte, die er sich zuvorher ausgeliehen hatte oder bekommen hatte, ähm geladen.

 Ist mit der geladenen Flinte dann äh unterwegs zum Keller gewesen, wurde dann aber noch mal von seiner Frau Maria zurückgerufen. Er ist deswegen zurückgegangen in Richtung Küche, ist dort über seinen Hund gestolpert und dabei habe sich der Schuss gelöst, der dann letztlich zum Tod von Maria geführt hat. Gegen diese abstruse Version steht ein Gutachten der Rechtsmedizin Erlangen.

Der Obdozent rekonstruiert den Tathergang anhand der Blutspuren, nämlich ganz anders. Nach seiner Rekonstruktion musste Herr Ulrich S aus dem Nebenraum gekommen sein. Ähm noch in der im Wohnzimmer stehend oder der ähm Grenze zur Küche stehend ähm auf seine Frau gewartet haben. Die ist aus dem Bad gekommen.

 Vom Bad konnte man direkt in diese Küche gehen und da hat er sie äh erschossen. Anschließend ähm hat er sich dann zum Sofa begeben. handelt sich um eine Dachgeschswohnung, hat die Tatwaffe gegen äh die Decke abgeschützt und den Lauf gegen seinen Bauch gerichtet und dann abgedrückt. Dort hat er dann einige Zeit zunächst gelegen, also so halb auf dem Sofa liegend.

 Ähm war aber nicht tot, ist dann zunächst zum Leichnamen seiner Frau, hat sich dort noch einige Zeit hingelegt, ist da auch nicht verstorben und ist deswegen ähm dann nach unten gegangen, um Hilfe zu holen. Und dennoch Ulrich S besteht auf seine Version. behauptet, alles sei ein tragischer Unfall gewesen. Das gilt es nun zu widerlegen.

Die Sachverständigen des LKH konnten eindeutig nachweisen, dass in diesem Keller entgegen seiner Aussage noch nie mit einer Flinte auf Ratten geschossen worden ist. Im Sommer 2013 kommt es am Landgericht Koburg zum Prozess gegen Ulrich S. Er wird wegen Totschlags angeklackt. Insgesamt sind 60 Zeugen vorgeladen.

 Bei einem Ortstermin am Tatort schildert der 55-jährige seine Version dessen, was in der Tatnacht passiert ist. Er beteuert weiterhin seine Unschuld und trotzdem am 15. August 2013 kommt es zum Urteil. Ulrich erst wurde vom Landgericht Koburg zu 12 Jahren Haft verurteilt. Er sitzt derzeit auch noch ein.

Welches Motiv Ulrich S tatsächlich hatte, kann nur vermutet werden. Klar ist, er hatte Angst, dass ich seine Frau Marie von ihm trennt. Es sind jetzt vier Jahre seit der Tat vergangen. Ähm im Nachhinein betrachtet, glaube ich, ob ähm er seine Frau nun aus Liebe oder Eifersucht getötet hat. Ähm, das Gewehr gegen sich selber hat er mit Sicherheit aus Liebe gerichtet, weil er tatsächlich ohne seine Frau nicht leben konnte oder nicht leben weiter.

 Auch wenn Ulrich S nach wie vor etwas anderes behauptet, die akribische Arbeit von Ralf Fend und seinen Kollegen haben das Gericht überzeugt und Ulrich S.

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