Wahre Verbrechen I Die Tote vom Feldweg T
Wahre Verbrechen I Die Tote vom Feldweg
Der ganze Fall hängt ja steht und fällt mit der Identifizierung des Opfers und da hat sich schon abgezeichnet, dass die Identifizierung nicht einfach werden wird. Wir waren uns immer sicher, wenn wir das Opfer haben, dann finden wir auch den Täter. Es war viel Geld im Spiel, es war viel Geld da, womöglich auch aus dunklen Kanälen.
Ja, plötzlich hat die Situation hat sich plötzlich vollkommen geändert. Es war nichts mehr so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Ich kriege heute noch Gänsehaut, wenn ich an das Gefühl denke. Jetzt sind wir wieder richtig im Spiel. Padbay Sorien in Oberbayern. Es ist der frühe Morgen des 6. November 2001, als ein Notruf bei der Polizei eingeht.
Auf einem Feldweg wurde eine Frauenleiche gefunden. Kriminalkommissar Werner Burger wird als einer der ersten an den Tatort gerufen. Der Anblick dort ist ihm im Gedächtnis geblieben. Unser Opfer lag nackt auf dem Rücken auf der Straße. Man konnte durch die Rückenlage sofort die schweren Gesichtsverletzungen erkennen.
Selbst den erfahrenen Ermittler lässt dieser Anblick nicht kalt. Man äh muss dann emotional eigentlich gleich wegschalten ohne den Arbeitsmodus übergehen, weil die Fehler, die man am Torb macht, die kann man nie mehr korrigieren. Man hat nach diesen Absperrmaßnahmen die Umgebung abgesucht und fand dann hier in diesem Bereich in unmittelbarer Umgebung den Flip des Opfers.
Man fand die Ohrringe des Opferst. Man hat auch in diesem Bereich äh verschiedene Knöpfe gefunden. Keine Spur von der übrigen Kleidung. Was ist mit der Frau passiert? Ja, der erste Anblick hat dann schon darauf hingedeutet, dass jemand mit irgendetwas überfahren worden ist. Ja, äh dann diese Schwere der Verletzungen und was natürlich auffallen war, dass die Leiche nackt war.
Die Leiche wird in die Gerichtsmedizin gebracht. Am Hals des Opfers gibt es Würgemale. Offenbar wollte hier jemand sichergehen, dass die Frau tatsächlich stirbt. Handelt es sich um eine Beziehungstat? Eine Zahnärztin schätzt das Alter der Toten auf 25 bis 30 Jahre. Ein wichtiger Hinweis von der Rechtsmedizin war noch, dass äh die Frau äh mindestens einmal Mutter war.
Also, es muss die Angehörige äh geben. Am Tatort wird eine zerbrochene Flasche gefunden. Sie stammt aus Italien. Auch die Ohrringe wurden in Norditalien gefertigt. Kommt die Frau gar nicht aus Deutschland? Die Sokosorien wird ins Leben gerufen, benannt nach dem Leichenfundort. Am nächsten Tag wird eine Tüte mit Kleidungsstücken gefunden.
Etwa 50 km vom Tatort entfernt in der Nähe einer Straße, die auch Richtung Italien führt. In der Tüte eine blutverschmierte Hose, eine Bluse, ein paar Schuhe und eine Lederjacke. Vieles davon italienische Marken. Wir vermuten, dass der Täter einfach nervös wurde. Er hatte ja die blutverschmierte Kleidung in dieser Plastiktüte und hatte äh vielleicht doch etwas Sorge, dass möglicherweise an der Grenze eine Kontrolle stattfinden könnte.
Ein Parkplatz kurz vor der Grenze. Für den Täter wohl die letzte Chance, die Kleidung unbemerkt loszuwerden. Da ist er dann stehen geblieben, ähm hat wohl die Isa Rauschen gehört, ist in der dunklen Nacht äh da an die Böschung gegangen, hat die Plastiktüte weggeworfen. War wohl der Meinung, sie ist im Fluss gelandet.
Der Fehlwurf des Täters ein Glücksfall für die Ermittler. 13 Beamte der Kriminalpolizei Garmischpatenkirchen sind mittlerweile Teil des Teams. Die Rechtsmediziner können an den Fundstücken zwei DNA-Spuren sichern, darunter eine, die nicht vom Opfer stammt. Dazu wurden natürlich die Datenbestände in Deutschland und im europäischen Ausland abgeglichen, aber da fand sich keine entsprechende Vergleichsdiene.
Die Ermittler suchen nun nach einem unbekannten Täter, der eine unbekannte Frau getötet hat. Keine einfache Ausgangslage. Der ganze Fall hängt ja steht und fällt mit der Identifizierung des Opfers und da hat sich schon abgezeichnet, dass die Identifizierung nicht einfach werden wird. Mehrere Wochen investiert die Soko in vermissten Meldungen in Deutschland und Italien.
Rekonstruiert ein Bild des Gesichts der Toten. Verbreitet Pfahndungsplakate ohne Erfolg. Zweieinhalb Monate vergehen. Die Ermittler treten auf der Stelle. Dann stellt sich heraus, das Alter des Opfers wurde falsch geschätzt. Die Tote ist wohl nicht Ende 20, sondern schon Mitte 40. Nun heißt es von vorne anfangen.
Ich fand sehr sehr deprimierend und frustrierend, aber der Kollege hat es einfach zur Kenntnis genommen und hat wieder von vorne angefangen. Allen Spuren gehen Sie jetzt ein weiteres Mal nach. Wieder ohne Erfolg. Monate vergehen. Kann der Fall überhaupt noch aufgeklärt werden? Am 6. August 2002 wird die Sokosoien verkleinert.
Der Fall lässt Werner Burger und Edwin Schub nicht los. In einer kleinen Gruppe arbeiten sie weiter daran. Die möglicherweise letzte Chance ist die Jacke des Opfers. Noch einmal versuchen die Ermittler ihr Glück bei der Lederwarenfirma, die sie hergestellt hat. Neun Stück davon sind äh in einem bestimmten Geschäft verkauft worden und da konnte man dann nachermitteln und hat festgestellt, dass nur von zwei dieser neuen Lederjacken per Kreditkarte bezahlt wurden.
Ist das Mordopfer unter den beiden? Ein Mann und eine Frau haben mit Karte gezahlt. Die weibliche Kundin passt außerdem ins Profil des Opfers. 45 Jahre alt, wohnsitz in Italien. Die Ermittler bekommen von den italienischen Kollegen das Passbild der Frau zugeschickt. Dieses Bild hat sich da ganz langsam über den Bildschirm aufgebaut.
Immer mehr kam von diesem Gesicht. Bis das Bild äh zur Hälfte auf dem Bildschirm war, konnten wir schon sehen, dass die Frau bei der Aufnahme dieses Fotos die gleichen Ohrringe getragen hat, wie wir sie am Tatort gefunden haben. Ich kriege heute noch Gänsehaut, wenn ich an das Gefühl denke.
Also, das war schon uns klar. Jetzt sind wir wieder richtig im Spiel. Nach zwei Jahren war das eines Gefühl, weil man gesagt, jetzt kommen wir tatsächlich weiter und wir waren uns immer sicher, wenn wir das Opfer haben, dann finden wir auch den Täter. Endlich ist klar, wer die Tote ist. Elisabeth Lanzmann, eine Niederländerin, die seit Jahren in Süditalien wohnt, verheiratet ist und eine Tochter hat.
Wir mussten Opfer eindeutig identifizieren und es war eigentlich nur über die DNA der Tochter möglich. Gemeinsam mit den italienischen Beamten können die Ermittler den Ehemann ausfindig machen. Er wird in Genoa zu einer Vernehmung geladen. Auch Werner Burger und Edwin Schup sind dabei. Haben Sie hier den Mörder vor sich sitzen? Der Ehemann war eigentlich unser Hauptverdächtiger.
Grund war, weil wir von Anfang an von einer stark beziehungsgepreckten Tat ausgegangen sind und als er dann bei uns in der Vernehmung saß, dann hat er uns auch nicht überzeugt davon, dass er als Verdächtiger ausscheidet. Er war zwar sehr emotional, aber dass er einfach sich jahrelang nicht um den Verbleib seiner Frau gekümmert hat, das hat ihn einfach von Haus aus verdächtig erscheinen lassen.
In der Vernehmung behauptet der Mann, er habe versucht, seine Frau als vermisst zu melden, doch die italienische Polizei habe ihn nicht ernst genommen. Die deutschen Ermittler sind skeptisch. Unbemerkt können sie eine DNA-Pe des Ehemanns nehmen. Sie wird mit der DNA vom Tatort verglichen, doch es gibt keine Übereinstimmung.
Jetzt wird die Tochter der Familie befragt. Weiß sie mehr als ihr Vater? Wir wollten diese Tochter dann auch sogleich nach der Vernehmung äh des Vaters äh vernehmen. Äh dem hat der Vater nicht zugestimmt. Er hat wollte erst mit seiner Tochter drüber sprechen. Das hätten wir jetzt aus unserer Sicht völlig abgelehnt, weil da vergeht zu viel Zeit und da kann auch zu viel Beeinflussung passieren.
Aber die italienischen Behörden stimmten dem zu. Die deutschen Ermittler müssen diese Entscheidung hinnehmen. Am Sonntag darauf soll das gemeinsame Treffen dann stattfinden. Doch dazu kommt es nicht mehr. Wernerburger und Edwin Schub machen sich auf den Weg nach Süditalien, um mit der Tochter von Elisabeth Landsmann zu sprechen.
Sie erhalten eine schlimme Nachricht. Die Tochter habe sich selbst getötet und einen Abschiedsbrief hinterlassen. Das wurde jetzt sehr schnell bestätigt und äh dass man in diesem Zusammenhang auch einen Mann festgenommen habe, äh der äh diesen angeblichen Suizid beobachtet hätte und das sei der Verlobte der jungen Frau gewesen.
Die Situation hat sich plötzlich vollkommen geändert. Es war nichts mehr so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Der Verlobte wird jetzt vernommen. Der Mann verstrickt sich immer mehr in Widersprüche. Wir hatten von Anfang an äh an dem Suizid erhebliche Zweifel äh an der Art und Weise, wie der Suizid ausgeführt wurde.
Wir waren ja damals auch unten, haben uns auch mit der italienischen Rechtsmedizin besprochen, die auch erhebliche Zweifel hatten äh an den äh Suizid. Der Verlobte sagt auch etwas zum Tod von Elisabeth Lanzmann. Dabei tischte er den Beamten eine unglaubliche Geschichte auf. Er sei bei ihrem Tod dabei gewesen, aber seine Verlobte hätte ihre eigene Mutter mit dem Auto überrollt.
Die beiden hätten immer wieder Streit gehabt und dann sei die Situation eskaliert. Das war jetzt für uns insoweit überhaupt nicht glaubhaft, weil wir ja die Spurenlage kannten und wir hatten ja nur männliches DNA. Also es sprach überhaupt nichts dafür, dass dann noch irgendeine weitere Person am Tatort gewesen ist.
Die Ermittler finden heraus, dass Elisabeth Landzmann sehr vermögend war und sie hatte eine Affäre. Ausgerechnet mit dem Verlobten ihrer Tochter. Was passierte wirklich in der Nacht, als Elisabeth Landzmann sterben musste? Die Ermittler vermuten, dass die Frau und der Verlobte während einer Autofahrt in Streit geraten sind.
Das dürfte tatsächlich so gewesen sein, dass die Situation so eskaliert ist, dass die für den Fahrer nicht mehr händelbar war, er dann rausgefahren ist und dann seine Beifahrerin, die Frau Lamsmann draußen vorm Auto brutal niedergeschlagen hat, sie dann vollkommen entkleidet, vermeintlich alle Gegenstände vom Tatort eingepackt hat und dann das sterbende Opfer überrollt hat mit dem Auto, um sie endgültig zu töten.
Die Ergebnisse der Gutachter treffen ein. Die DNA Spuren vom Tatort stimmen mit denen des Verlobten überein. Endlich ist der Täter überführt. Er behart auf seiner Unschuld, auch vor Gericht. Im März 2009 wird er in Italien dennoch wegen zweifachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Motiv Habgier. Warum seine Verlobte, die Tochter von Elisabeth Lansmann ebenfalls sterben mußte, konnte nie vollständig geklärt werden.
Das Motiv da kann man nach wie vor Mutmaßen. Wir hatten ja zum einen Dreieckspilzierung. Es war viel Geld im Spiel, es war viel Geld da, womöglich auch aus dunklen Kanälen. Äh und so war natürlich auch äh Streitigkeiten übers Geld ein durchaus denkbares Motiv. Nach 8 Jahren ist der Fall für die Ermittler endlich abgeschlossen. Natürlich war es dann der Richterspruch ähm für uns schon noch mal große große Genugtung einmal für unsere Arbeit, aber auch natürlich hinsichtlich äh der Opfer.
Ja, sind zwei Menschen ums Leben gekommen und da ist schon gut so, wenn eine entsprechende Verurteilung erfolgt. Am Tatort in Badbeier Sojen erinnert heute ein Gedenkstein an Elisabeth Landsmann. Es war eine sehr interessante Konstellation, ein Ehepaar mit zwei Kindern, der Ehemann fleißig im Handwerk tätig und die Ehefrau ähm eher regelmäßig kiffend und wenig arbeitend, auch wenig Haushaltsaffin zu Hause.
führte ähm regelhaft zu Konflikten, die allerdings aufgrund der ja persönlichen Konstellation beider nicht reif gelöst werden konnten. Und schließlich kam es dann äh zu einem Tötungsdielikt, er hat seine Ehefrau mit einem Hammer erschlagen. Tatsächlich ist das so, dass man sich die Frage stellen muss, ähm war es eine Affektat, war es keine Affektat.
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Mai 2015 in der Nähe von Hamburg. Ein Spaziergänger fällt am Elkufer ein blauer Müllsack auf. Der Mann alarmiert die Polizei. In dem Sack eingewickelt finden die Beamten eine Frauenleiche. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe, zeigt gefundene Schmuckstücke und ein auffälliges Tattoo am Arm der Toten.
Kurz darauf ist klar, um wen es sich bei der Frau handelt. Es ist Anna A, 36 Jahre alt aus Hamburg. Mutter zweier Kinder. Einen Monat zuvor war sie als vermisst gemeldet worden. Konfrontiert mit dem Tod seiner Frau gesteht Axel A, der 35-jährige Ehemann, seine Frau mit einem Hammer erschlagen zu haben. Der psychiatrische Sachverständige Dr.
Christoph Lenk wird hinzugezogen. Wer soll die Frage der Schuldfähigkeit des Males klären? Mir steht ja für die gutachterliche Bewertung recht viel zur Verfügung. Ähm, einerseits die Gerichtsakte, andererseits das Gespräch mit dem Betroffenen, der sich auch frei hat explorieren lassen. Dann die Teilnahme an der Hauptverhandlung, das Anhören der Zeugen und die Möglichkeit auch ähm den Zeugen Fragen zu stellen.
Um erste Eindrücke und Informationen zu erhalten, spricht Dr. Lenk jetzt mit dem Verdächtigen. Es war eben eine ganz interessante Situation, weil es ein freundlich zugewandter, normaler, ruhiger, durchaus nicht unsympathischer Mensch gewesen ist, der auch merklich unter dem Eindruck dessen stand, was ihm damals vorgeworfen wurde.
Es ist bei so einer Affektkonstellation eben sehr wichtig, sich anzusehen. ähm war es tatsächlich ein absolut aufgeladenes Geschehen, bei dem derjenige die Kontrolle über sich verloren hat und äh gab es möglicherweise auch Hinweise, dass diese Tat geplant worden ist, dass man das Tatwerkzeug bereitgelegt hat, dass es eben keine Zufälle gewesen sind.
Es geht im wahrsten Sinne des Wortes darum, dass jemand von seinen Gefühlen übermannt wird und diesem Gefühl nichts mehr entgegensetzen kann. Der Gutachter schaut sich jetzt die Vorgeschichte ganz genau an. In diesem Fall war es so, dass wir eine äh Familiensituation hatten, die sich primär gar nicht von typischen Familiensituationen unterscheidet.
ein Ehemann, eine Ehefrau und zwei Kinder. Der Ehemann tatsächlich sehr, sehr fleißig, die Ehefrau eher weniger, auch äh eher cannabisrauchend, zu Hause sitzend, ähm die Kinder und den Haushalt eher vernachlässigend und äh er hat tatsächlich auch ähm was Kinder angeht, was Haushalt angeht, sehr sehr viel getan, um diese Defizite seiner Frau zu kompensieren.
Und irgendwann war dann der Zeitpunkt erreicht, wo ihm tatsächlich dafür auch die Kraft gefehlt hat. Die Beziehungsdynamik zwischen Anne und Axel wird vor Gericht von weiteren Zeugen bestätigt. Vorliegend war es so, dass es zwei ganz interessante Zeugen gegeben hat. die Schwester der Getöteten, die erschüttert war, dass ihre Schwester gestorben ist, die allerdings ähm ein gewisses Verständnis geäußert hat, weil sie sagte, ich kann verstehen, wie schwierig das mit meiner Schwester gewesen sein muss. Der zweite spannende
Zeuge war der Arbeitgeber des Täters, der tatsächlich auf der einen Seite berichten konnte, wie schwierig diese Frau war und zum anderen, wie fleißig integer eben der Angeklagte äh gewesen ist und der sich im übrigen auch bereit erklärt hat, ähm ihn sobald er seine Haftstrafe abgesessen hat wieder zu beschäftigen.
Trotz der Konflikte in der Ehe wurde es laut Zeugen und dem Ehemann selbst nie handgreiflich. Doch was ist an diesem 4. April 2015 dann passiert? Es gab eben die Situation, dass der äh Täter ähm sein Auto repariert hat, weil er das dringend für die Fahrten zur Arbeit benötigt hat. Und er dachte, in der Zeit, in der ähm er sich um diesen Wagen kümmert, in einer angemieteten Garage, kümmert sie sich um den Haushalt und um die Kinder und irgendwann erschien sie mit den Kindern ähm in dieser Garage und ähm sagte zu ihm, er
müsse dringend nach Hause kommen, es wäre noch zu kochen, ähm es wäre noch mit den Kindern zu spielen und ähnlichem und sie hatte eben den Tag über zu Hause gekifft und gar nichts gemacht. Der Konflikt schaukelt sich auf. Immer wieder kommt es im Laufe des Abends zum Streit. Schließlich gipfelt er im Schlafzimmer.
Und das war ganz spannend. Äh er hat in dem gemeinsamen Haushalt ganz viel Geheimwerk hat und hat dann ähm einen Hammer äh im Schlafzimmer auf dem Boden liegen gehabt, indem er eine Fußbodenleiste äh befestigt hat und ist dann während dieses Streits mit seiner Frau von ihr auch geschlagen worden und fiel nach hinten und die Hand landete neben dem Hammer.
Und er ergriff dann den Hammer und hat dann ähm seine Frau mit diesem Hammer erschlagen. Weil der Hammer zufällig dort lag, spricht das für eine Affektat. Doch was im Anschluss passiert, spricht für etwas anderes. Klassischerweise wachen Menschen nach einem Affektgeschehen in der Realität auf, sind in der Situation schwer erschüttert und rufen oft selbst die Polizei und bezichtigen sich selbst ähm diese Tat begangen zu haben.
Vorliegend war es etwas anders. Ähm, er hat nämlich seine Frau in einen Teppich eingerollt, ähm den Teppich mit der Ehefrau ähm in der Elbe oder nahe der Elbe entsorgt und auf der Fahrt dorthin waren die Kinder im Auto gewesen. Also, sie haben einen Familienausflug mit der getöteten Mutter unternommen. Der Gutachter muss Abläufe und die Persönlichkeit von Axel A jetzt zusammenbringen und Rückschlüsse daraus ziehen.
Der juristische Begriff, der zugeordnet werden muss, ist die tiefgreifende Bewusstseinsstörung. Also, das heißt, man billigt einer Person, die ansonsten vollkommen unauffällig ist, einen Zustand zu, indem sie der Art in Rage geraten ist, dass es zu einem Affektsturm kommt und im Rahmen dieses Affektsturmes dann eben die vorgeworfene Tat begangen wird.
Hätte der Hammer dort nicht gelegen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass nichts passiert wäre. Und das gibt dem Fall eine gewisse Tragik, dass er eben vorher dort handwerklich tätig war und äh deshalb der Hammer dort noch lag, dieses Entsorgen. Und ähm anschließend auch die Ehefrau als vermisst zu melden, ähm spricht per se erstmal gegen ein von einem affekt getragenes Geschehen.
Es wirkt im ersten Blick unheimlich rational, nämlich eben diese Leiche zu entsorgen und Vorbereitung gegen Entdeckung zu treffen. Tatsächlich war diese Handlung allerdings von ihm so erklärt worden, dass er gesagt hat, er möchte unter keinen Umständen, dass die Kinder die tote Mutter wahrnehmen und hat sich deshalb entschieden, das zu tun, nachdem er aus dieser affektiv aufgeladenen Situation aufgewacht ist.
und hat dann eben gesagt, ich mache das so. Axel A wird wegen Totschlags im Affekt vom Gericht zu vier Jahren Haft verurteilt. Also die Frage, die sich in dem vorliegenden Fall gestellt hat, warum ging er denn einfach nicht? Also, warum ist er in dieser invalidisierenden Beziehung hängen geblieben und hat nicht einfach gesagt, ich verlasse diese Frau.
Ähm, diese Beziehung ist so anstrengend, belastend, unschön für mich, dass ich einfach gehe. Nun muss man wissen, dass die Persönlichkeitsstruktur von ihm so gewesen ist, dass er pflichtbewusst, fleißig, treu, den Kindern sich verbunden gefühlt hat und gesagt hat, ich habe dieses Versprechen liebt bei dieser Frau zu bleiben in guten wie in schlechten Tagen und er einfach nicht gehen konnte.
Das in Kombination mit der fehlenden Fähigkeit, Konflikte zu lösen. In diesem Fall hat es ein Menschenleben gekostet.
