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Wahre Verbrechen I Tod im Feriencamp I True Crime Dokumentation T – Part 3

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By sonds1
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 DBD schlutzte und griff nach Stevens Arm, als ob er ihn nie wieder loslassen wollte. Als Carry das sah, fühlte er kalte Eifersucht in sich aufsteigen. Ein pädophiler Mann namens Kenneth Parnel hatte Steven entführt und großgezogen. Parel hatte Steven über die Jahre regelmäßig vergewaltigt. Carry hatte schreckliches Mitleid mit seinem Bruder.

 Seine Empathie ließ jedoch nach, als Steven von seinem Alltag bei Parnel erzählte. Steven sagte, dass er sich trotz seines furchtbaren Schicksals an sein neues Leben gewöhnt habe. Parel meldete ihn in der Schule an und er war ein beliebter Footballspieler. Er habe sogar eine Freundin gehabt. Als Carry das hörte, zog sich alles in ihm zusammen.

Natürlich war sein perfekter Bruder ein Supersportler, um den sich die hübschen Mädchen rissen. Und nicht nur, dass Steven der Inbegriff des All American Golden Boy war, er war anscheinend auch ein Held. Als Steven Parnell zu alt wurde, entführte er noch ein Kind, einen fünfjährigen Jungen. Steven sagte, dass er nicht habe mit ansehen können, wie der Junge durchmachte, was er hatte durchmachen müssen.

 Also riss er mit dem Jungen aus und fuhr per Anhalter zur nächsten Polizeistation. Carry stand ein paar Meter von der provisorischen Pressekonferenz im Vorgarten Stainers entfernt. Er fühlte sich wie betäubt. Von der Minute an, als Steven geboren wurde, hatte er die ganze Aufmerksamkeit bekommen. Nach seiner Entführung hatten seine Eltern ihn zum Mittelpunkt ihres Lebens gemacht und jetzt, wo er wieder da war, schien er sogar noch besser zu sein, als alle ihn in Erinnerung hatten.

Es war ein endloser, quälender Kreislauf, in den Carry nicht gewinnen konnte. Seine Eltern, seine verstörenden Fantasien und seine Unfähigkeit Emotionen zu äußern. Die ganze Welt schien sich gegen Carry verschworen zu haben. Aber Steven hatte schlimmeres durchgemacht und auf Carry wirkte es als würde es ihm gut gehen.

 Nicht nur gut, sondern geradezu fabelhaft. Carry merkte plötzlich, dass er im Vergleich zu seinem Bruder ein hoffnungslos gebrochener Mensch war. Vielleicht wä er sogar verflucht. Und während seine Familie Steven glücklich zurück in ihrem Leben willkommen hieß, fiel es Carry schwer mit seinem Bruder im selben Raum zu sein.

 Dabei half es nicht gerade, dass Steven wieder zu Carry ins Zimmer zog. Carry fand, daß Steven sich wie ein verwöhntes Gör benahm und die beiden gerieten ständig aneinander. Aber egal, was los war, ihre Eltern stellten sich jedes Mal auf Stevens Seite. Eigentlich hätte Carry ausziehen können. Er war 18 und mit der Highchool fertig.

Man hatte ihn sogar zum kreativsten Schüler des Jahrgangs gewählt wegen seiner Zeichnungen und Comics. Er hätte sich sofort an allen möglichen Kunsthochschulen bewerben können. Aber Stevens Rückkehr veränderte alles. Zuvor war es Carie gelungen, ein halbwegs normales Leben zu führen, trotzälterlicher Ablehnung, sexueller Frustration und seiner emotionalen Instabilität.

 Er war entschlossen gewesen, die Hürden zu überwinden und etwas aus sich zu machen. Aber jetzt schien er sich widerstandslos in die Rolle des ewigen Pechvogels zu fügen. Er entschied, dass er nicht gut genug fürs College oder eine Künstlerkarriere war. Er war für gar nichts mehr gut genug. Anstatt sich also auf einen Studienplatz zu bewerben, blieb Carie einfach zu Hause.

Die nächsten paar Jahre gab sich Carie mit der immer gleichen Fadenroutine zufrieden. Er machte Gelegenheitsjobs, rauchte Gras und verbrachte so viel Zeit wie möglich im Yosemity Park. Und während sein Leben in Stocken geriet, verschlimmerten sich Carry Gewaltfantasien. Er wollte sie immer noch nicht ausleben, aber ohne die Aussicht auf eine Liebesbeziehung oder Ausbildung fragte sich Carry, ob er vielleicht für etwas anderes bestimmt war.

 etwas schreckliches. Nach der Rückkehr seines Bruders Steven im Jahr 1980 begann die Grenze zwischen Realität und Fantasie für Carry Stainer langsam zu verschwimmen. Eines Abends fuhr er im Park einen schmalen Weg hinunter. Seine Frontscheinwerfer blieben einen Moment lang an einer alten Hütte kleben und da sah er sie, eine riesige Kreatur, die sich gebückt in den Schatten versteckte.

Das Ding starrte Carry mit rot leuchtenden Augen an. Dann sprang es auf und verschwand laut kreischend im Wald. Carry war sich sicher, dass er gerade Bigfoot gesehen hatte. Als Carry nach Hause kam, erzählte er allen, was er gesehen hatte. Seine Familie und Freunde waren nicht überrascht, dass Carry über die Kreatur sprach, als gäbe es sie wirklich.

 Es erschreckte sie aber, mit welcher Intensität er über die angebliche Begegnung sprach. Er war toterst und wurde wütend, wenn jemand auch nur einen Witz über die Kreatur machte. Carry bizarre Interessen gingen aber weit über Bigfoot hinaus. Er war fasziniert von den Prophezeiungen des französischen Astrologen Nostradamus vor allem von dessen Schriften zum Weltuntergang.

Es ist möglich, dass Carry nach irgendeiner außerweltlichen Erklärung für seine Gewaltfantasien gesucht hat. Inzwischen träumte er auch nachts nur noch von Mord und Totschlag. Seine Tag und Nachtträume waren voll von Leichen, Bergen und Kellern, die bis unter die Decke mit abgeschlagenen Köpfen gefüllt waren.

Es gab eine kurze Periode in den 1980ern, in der Carry das Gefühl hatte, mit dem ständigen Tumult in seinem Kopf nicht länger umgehen zu können. Er versuchte es also mit einer Therapie. Es ist nicht bekannt, worüber Carry mit seinem Therapeuten sprach. Er war aber einverstanden, sich etwas gegen seine Zwangsstörung verschreiben zu lassen.

Man geht daher davon aus, dass sein ständiges Haare ausreißen auf jeden Fall Thema war. Und ein paar Monate lang nahm Carie die Medikamente auch. Es gab nur ein Problem. Carry träumte nicht mehr, wenn er die Pillen nahm. Die nackten, vergewaltigten Frauen und die Leichen verschwanden genauso wie seine weniger brutalen Träume.

Für die meisten Menschen wäre das wahrscheinlich eine Wohltat gewesen, aber nicht für Carry. Er wollte seine Fantasie nicht verlieren. Er wollte sie kontrollieren. Also warf er die Pillen weg. Carry ging wieder dazu über, sich selbst zu therapieren, was vor allem bedeutete, mit seinem Onkel Marihuana zu rauchen.

Jessie hatte Carry sexuell missbraucht, als er noch klein war. Nach Stevens Entführung hatten sie sich aber sehr nahe gestanden und jetzt, wo Steven wieder da war, tat Jessie anscheinend sein Bestes, um Carry zu helfen. Er besorgte seinem Neffen einen Job bei einem Scheibenservice, was für ein bisschen Stabilität und ein regelmäßiges Einkommen sorgte.

 Und irgendwann in den 80er Jahren, als Carry es nicht mehr ertrug, mit Steven zusammenzuwohnen, zog er bei Jessie ein. Eine Zeit lang muss sich für Carry alles wieder einigermaßen normal angefühlt haben, aber dieser Zustand hielt nicht lange an. 1986 wurde Delbert Steiner beschuldigt, seine Töchter sexuell missbraucht zu haben.

 Es ist nicht bekannt, wer ihn anzeigte, aber die ganze Gemeinde war schockiert. Von außen wirkten die Stainers immer wie eine gesunde Familie. Die Eltern nahmen ihre Freundinnen und Freunde, Nachbarn und Nachbarinnen dauernd mit zum Campen und als Steven entführt wurde, trauerte die ganze Stadt mit ihnen.

 Aber jetzt kam die Wahrheit ans Licht. Carry suchte bei Jessie Zuflucht vor dem Chaos in der Familie. Doch nur drei Jahre nach der Missbrauchsklage brachte eine weitere Tragödie Familie wieder zusammen. Am 16. September 1989 fuhr der 24-jährige Steven ohne Helm und Führerscheinmotorrad. Ein Auto fuhr aus einer Einfahrt und Jessie hatte keine Chance mehr zu bremsen oder auszuweichen.

 Er kollidierte mit dem Auto und wurde über den Lenker auf die Straße geschleudert. Sein Tod war plötzlich und tragisch. Die Stainers hatten Stevens Tod kaum verarbeitet, als sie einen weiteren Verlust erlitten. Im Dezember 1990 wurde Carys Onkel Jessie tot aufgefunden. Er war durch einen Schuss aus einer Schrotflinte gestorben.

Die Stainers wussten nicht, wie sie mit einem weiteren plötzlichen Tod in der Familie umgehen sollten. Und auch wenn es vielen Leid tat, dass Carry seinen Ersatzvater verloren hatte, gab es auch skeptische Stimmen. Jessie hatte Carry damals missbraucht und vielleicht hatte Carry sich jetzt nach all den Jahren gerecht.

Carry hatte aber ein solides Alibi. Die Polizei kam daher zu dem Schluss, dass Jessie wahrscheinlich von einem Einbrecher erschossen wurde. Aber auch Monate nach dem mutmaßlichen Mord an Jessie gingen die Ermittlungen nur schleppend voran. Spätestens da fingen die Leute an zu tuscheln, dass die Stain Familie verflucht sei.

Und während die Leute redeten, verlor Carry immer mehr den Halt. Er zog sich noch stärker zurück, was es schwierig macht, die nächsten fünf Jahre seines Lebens genauer nachzuichnen. Man weiß aber, dass Carys Wesen und seine Gedanken noch düsterer und verwirrter wurden. Sein Onkel hatte ihn missbraucht.

 Später schien er aber wie kaum eine andere Person einen stabilisierenden Einfluss auf Carry gehabt zu haben. Als Jessie tot war, fehlte er Carry auch als Stütze. Im Frühling 1995 sagte der 33-jährige Carry zu einem Freund, dass er mit seinen Gedanken und Gefühlen nicht mehr umgehen könne. In der einen Sekunde war er glücklich, in der nächsten wütend und frustriert.

Ein paar Tage später hatte Carie einen Wutanfall bei der Arbeit, bei dem er so lange auf ein Stück Holz einschlug, bis seine Knöchel bluteten. Als seiner Kollegen ihn endlich beruhigt hatte, sagte Carie, dass er am liebsten ins Auto steigen und jeden in der Werkstatt tot fahren würde. Das war wahrscheinlich das erste Mal, dass Carry eine seiner Fantasien laut geäußert hat. Sein Kollege war entsetzt.

Er sagte, dass Carry sich beim Merced County Mental Health Center melden solle, um sich helfen zu lassen. Carry war einverstanden, auch wenn er von dieser Idee nicht sonderlich begeistert war. Und tatsächlich, als man ihm in der Klinik erklärte, dass er Gruppentherapie brauche, stand Carry auf und ging.

 Über Gefühle zu sprechen, war bei den Stainers seit Generationen tabu. Carry weigerte sich also eine Therapie zu machen. Obwohl er sich keine professionelle Hilfe suchte, löste der Vorfall in der Werkstatt eine Veränderung in Carry aus. Er hatte das Gefühl, ganz unten angekommen zu sein und nichts mehr zu verlieren zu haben.

Carry hatte sein Leben satt und er hatte Merced satt, wo ihm nie etwas Gutes passiert war. Im Frühling 1997 beschloss er daher, dass es Zeit war, die Stadt zu verlassen. Er brauchte einen Neuanfang und welcher Ort auf der Welt konnte dafür besser geeignet sein, als der ihn am glücklichsten machte. Carry packte also seine Sachen und machte sich auf den Weg in den Yosemity Nationalpark.

Carry fuhr zur Seder Lodge, einem riesigen Komplex aus Zimmern und Gebäuden gleich westlich des Parks. Er bewab sich als Hausmeister und brachte so viel handwerkliche Erfahrung mit, dass sie ihn gerne einstellten. Carry mietete ein Zimmer über dem Restaurant und der Lounge des Motels und es schien tatsächlich gut für ihn zu laufen.

 Die Belegschaft war freundlich und Carie war überrascht, dass sich so viele von ihnen genauso für das Leben in der Natur begeisterten. wie er. Er fühlte sich geborgen. Zum ersten Mal in seinem Leben nahm er wirklich am sozialen Leben teil. Er ging mit den anderen ins Kino zum Pizzaessen und raus in die Natur. Es war ein friedlicher Alltag, zu dem sich bald auch viel Marihuana und nackt Sonnen im Park geselten.

Es gab mehrere FKK Plätze im Usemity Park und seine Freunde begleiteten Carry häufig. Carry liebte es einfach nackt zu sein und bezeichnete sich gerne als Sonnenanbeter. Er konnte den ganzen Tag mit Schwimmen und Sonnenbaden verbringen. Das Nacktbaden und Sonnen im Freien beruhigte Carie und er hatte das Gefühl, seine gewalttätigen Impulse endlich besser kontrollieren zu können.

Seine Selbstkontrolle war aber nicht absolut. Wenn Carie vor dem Diner der Lodge saß, von woaus man einen guten Blick auf den Pol hatte, sah er den kleinen Töchtern der Gäste beim Baden zu. Er stellte sich vor, sie zu missbrauchen und sie zu verletzen. Er wusste, dass es falsch war, aber er konnte und wollte einfach nicht anders.

Der neue Job, die Natur, die guten Kolleginnen und Kollegen. Half ihm das alles wirklich? Das wird sich vielleicht auch Carry gefragt haben. Heute wissen wir, dass es nicht so war. Carry war eine tickende Zeitbombe und mit jedem neuen Tag kochten die Gewaltfantasien, die unausgesprochene Wut und der Jahrzehnte alte Schmerz weiter hoch.

Und es sollte nicht mehr lange dauern, bis Carry Stain explodierte. Vielen Dank fürs Zuhören. Mein Name ist Diane Helscher. Und ich bin Mark Augestat. Du kannst jetzt eine Bewertung für den Podcast daassen und die Glocke aktivieren, um keine Folge zu verpassen. Serienkiller ist ein Spotify Original von Parcast.

 Produziert in Zusammenarbeit mit Bose Park Productions. Adaptiert von dem amerikanischen von Max Cutler kreierten Original Serial Killers. Deutsche Produktion wiebachter Winter. Chris Guse, Suholder, Klii Köhler, Fabio Lautenschläger, Simon Uter Kirschei und Daniel Nicolao. Das Originalskript wurde ins Deutsche übersetzt von Klaus Schwartau.

 Vielen Dank an Julien Guarot. Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt. Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken. Im Sommer 1999 genoss der 37-jährige Carry Stainer den Frieden und die Ruhe in einem kleinen Waldstück im Josemity Nationalpark.

Nur dass er unter Genießen etwas anderes verstand als die anderen Leute im Park. Er versteckte sich im Schatten der Bäume und beobachtete eine Frau vor ihrer Hütte. Für Carry war Joey Armstrong das perfekte Opfer. Sie war jung und sie war allein. Er wollte sie aber nicht angreifen, ohne vorher sicherzugehen, dass niemand in der Nähe war.

 Er kam also aus seinem Versteck und sagte Joey hallo. Sie machten ein bisschen Small Talk und unterhielten sich über den Wald, während Carry seine nächsten Schritte plante. Er wartete auf den richtigen Moment, um nach der Waffe zu greifen, die er immer im Rucksack bei sich trug. Joey war ein aufgeschlossener und freundlicher Mensch.

 Es schien ihr also nichts auszumachen, sich ein paar Minuten mit dem Fremden zu unterhalten, auch wenn er ihr seltsame Fragen über Bigfoot stellte. Sie wusste natürlich nicht, dass Carry nur Zeit schinnete, um den richtigen Moment abzupassen. Und dann, als Joey ihm eine Sekunde lang den Rücken zudrehte, zog Carry seine Pistole und richtete sie auf die junge Frau.

 Joey erstarrte in ihrer Bewegung und als Carie ihr befahl, sich umzudrehen und in die Hütte zu gehen, war er sich sicher, dass es heute anders laufen würde als letztes Mal. Dafür würde er schon sorgen. Hi, ich bin Diane Hilcher und ich bin Mark Augustat. In jeder Folge dieses Podcasts beschäftigen wir uns mit einem berühmten Serienkiller, mit seinem Leben, seiner Psyche und seinen Taten.

 Serienkiller, Mörder und ihre Geschichten. Ein Spotify Original von Podcast. Heute sprechen wir noch einmal über Carry Stiner, alias theemity Killer. In der ersten Folge haben wir über Carry traumatische Kindheit und die brutalen Warnvorstellungen und Träume gesprochen, die ihn seit seinem siebten Lebensjahr verfolgten. Nachdem er über 30 Jahre mit seinen Gewaltfantasien gerungen hatte, verließ er seine Heimatstadt Merced und zog in denemity Nationalpark.

Er wollte die Vergangenheit hinter sich lassen und endlich ein eigenes Leben beginnen. Doch er scheiterte. Heute werden wir uns anschauen, wie Carry Stainers Fantasien zur schrecklichen Realität wurden. Bei seinen Morden orientierte er sich vor allem daran, was er in TV Krimis gesehen hatte und eine Zeit lang hatte er damit Erfolg.

 Doch dann machte er einen fatalen Fehler, der alles zum Einsturz brachte. 1997 schien es für Carry Stain zum ersten Mal wirklich gut zu laufen. Er war in den Newosemity Park gezogen und arbeitete als Hausmeister im Sedder Lodge Hotel. Er hatte genügend Freizeit, gute Freundinnen und Freunde und einen soliden Job. Alles auf einmal.

 Außerdem hatte er etwas, dass er sich schon immer gewünscht hatte, eine Freundin. Carry hatte ein paar kurzlebige Romanzen gehabt. Eine tiefergehende Beziehung ging er aber erst im Jahr 1998 ein. In diesem Jahr lernte er eine Kellnerin aus dem Hotelrestaurant kennen. Der Name der Frau ist nicht bekannt.

 Zum besseren Hörverständnis werden wir sie im folgenden Isabelle nennen. Isabelle hatte zwei kleine Töchter, die Carie vergötterten. Er zeichnete für sie, schenkte ihnen Kuscheltiere und spielte mit ihnen im Pool. Sie liebten es mit ihm durch den Park zu streifen und sich Geschichten über Bigford erzählen zu lassen. Aber obwohl es ihm oberflächlich gut ging, fühlte Carie etwas gefährliches in sich aufsteigen.

 Er hatte schon immer Gewaltfantasien über Frauen gehabt, die er normalerweise gut abschwächen konnte, indem er Marihuana rauchte und raus in die Natur ging. Aber jetzt waren Frauen und junge Mädchen plötzlich überall zum Greifen nahe, und die Versuchung war einfach zu groß. Im Februar 199 steckte der 37-jährige Carry eine Rolle Klebeband, ein Seil, ein Messer und eine Pistole in seinen Rucksack. Dann am 15.

 Februar war er bereit zuzuschlagen. Carry setzte sich in seinen Truck und fuhr zu Isabels Haus. Sie wohnte auf einem vier Hektar großen Grundstück. Ursprünglich hatte Carie vor, Isabelle und ihre Kinder zu vergewaltigen und zu töten. Aber als er zu ihrem Haus kam, sah er, dass ein Mann bei ihnen war. Es war der Grundstücksverwalter.

Carry zögerte. In seiner Fantasie war die kleine Familie allein. Er war nicht darauf vorbereitet, diesen anderen Mann auch noch zu töten. Er gab seinen Plan also auf und fuhr zur Sedder Lodge zurück. Trotz des Misserfolgs hatte es Carry einen Kick gegeben, so kurz davor gewesen zu sein, seine Fantasien auszuleben.

 Als Carry zur Lodge zurückkam, fuhr er ziellos über die leeren Parkplätze. Das Hotel bestand aus mehreren Gebäuden und Carry fiel auf, dass vor einem von ihnen nur ein einziges Auto geparkt war, ein roter Pontiac. Das Auto weckte sein Interesse, nicht wegen der Farbe, sondern weil es das einzige weit und breit war. Ein kurzer Blick ins Innere verriet ihm, in welchem Zimmer die Besitzerinnen waren.

 Nummer 509. Als er durchs Fenster schaute, sah er zwei Mädchen im Teenageralter und eine ältere Frau. Sie schauten Fernsehen. Es waren Carol Sunt, ihre Tochter Julie und Julies Freundin Sylvina Pelosso aus Argentinien. Im Gegensatz zu Isabelle und ihren Kindern waren diese Frauen allein. Carry legte sich schnell einen neuen Plan zurecht.

 Als erstes warf er die Sachen aus seinem Rucksack in seinen Werkzeugkasten. Laut Carries eigene Aussage klopfte er dann zuerst an die Türen neben Zimmer 509 und rief laut hörbar, dass er der Hausmeister sei und etwas überprüfen müsse. Er wollte die Frauen in Sicherheit wiegen, damit sie ihn sofort hinein ließen. Als er Zimmer 509 erreichte, öffnete Carol die Tür und Carry sagte, dass er wegen eines Leim ersten Stock gekommen sei.

 Zuerst wollte Carol nicht, dass Carry hereinkam, aber er bestand darauf. Er ging ins Badezimmer und tat ein paar Minuten so, als würde er an irgendetwas herumschrauben. Dann holte er die Pistole aus dem Werkzeugkasten. Carry kam aus dem Badezimmer und richtete die Waffe auf Carol. Er sagte, daß er gekommen sei, um sie auszurauben.

Dann fesselte und knebelte er die Frau und die beiden Mädchen mit dem Klebeband. Als sie sich nicht mehr wehren konnten, brachte Carry Julie und Sylvina ins Badezimmer und ging zu Carol zurück, die auf dem Bett saß. Dann holte er das Seil aus dem Werkzeugkasten und strangulierte die Frau. Es war schwieriger, als Carry erwartet hatte, aber nach einer Weile bewegte sich die 42-jährige nicht mehr.

Er trug Carols Leiche nach draußen und legte sie in den Kofferraum des Pontiacs. Dann ging er zu den Mädchen ins Zimmer zurück. Carry führte Julie und Svina ins Schlafzimmer, wo er sie vergewaltigte und folterte. Es erregte ihn, aber nach einigen Stunden entsprach die Tat nicht mehr dem, was er sich jahrzehntelang vorgestellt hatte.

Sylvina war zu verängstigt, um Carry Anweisungen zu folgen und ihr ständiges Weinen brachte ihn aus der Fassung. In seinen Fantasien taten die Frauen alles, was er wollte, und das hier war nicht, was er wollte. Als Sevina nicht aufhörte zu weinen, erwirkte Carie auch sie mit dem Seil. Dann ging er zurück zu Julie und brachte sie in ein anderes Zimmer, damit sie nicht sah, was er mit Sylvina gemacht hatte.

Irgendwann in der Nacht warf er auch Svenas Leiche in den Kofferraum des Pontiax. Julie war eher bereit, Carry zu gehorchen, was ihm gut gefiel, aber die Realität entsprach immer noch nicht den Bildern in seinem Kopf. Außerdem hatte er Probleme, eine Ereaktion zu bekommen. Eine Störung, die ihn seit seiner Jugend verfolgte.

Trotzdem nötigte und vergewaltigte er Julie noch stundenlang weiter, bis er irgendwann genug hatte. Gary räumte das Zimmer auf und legte das Handtücher im Badezimmer aus, damit es so aussah, als ob die Mädchen geduscht hätten. Er packte sogar ihre Sachen zusammen und warf sie in den Pontiac. Er wollte es so aussehen lassen, als ob sie geduscht und gepackt hätten und dann weggefahren wären, ohne auszuchecken.

Es war ein Trick, den Carry in einer True Crime Show auf dem Discovery Channel gesehen hatte. Carry glaubte, dass ihm seine Vorliebe für Crimes Shows helfen würde, leichter mit seinen Verbrechen davon zu kommen. Ein Trugschluss, wie unter anderem eine Studie im International Journal of Law, Crime and Justice aus dem Jahr 2018 belegt.

Natürlich wusste das Carry damals nicht. Nachdem er also alle Spuren beseitigt und den Tatort präpariert hatte, wickelte er die 15-jährige Julie Santon eine der pinken Hoteldecken ein und trug sie zum Pontiac. Er legte sie vorsichtig auf den Beifahrersitz und setzte sich ans Steuer. Zuerst fuhr Carry einfach nur umher und redete mit Julie.

 Angeblich fühlte er sich dem Teenager auf eine komische Art und Weise verbunden, was auch immer er damit meinte. Er wollte sie am Leben lassen, aber er wußte, wie gefährlich das sein würde. Wenn sie entkam, würde er auf jeden Fall ins Gefängnis gehen und das konnte er nicht zulassen. Nachdem er knapp zwei Stunden nach Norden gefahren war, beschloss Carry, dass es Zeit war, die Sache zu beenden.

Er parkte am Aussichtspunkt Don Petro Reservoir, stieg aus und öffnete die Beifahrertür. Julie weigerte sich in der Decke zu laufen, also hob Carry die Teenagerin aus dem Wagen und trug sie zum Aussichtspunkt. Auf dem Hügel nahm Carry Julie die Decke ab und legte sie auf den Boden. Er umarmte und küsste sie und sagte, dass er sie lieben würde.

 Dann vergewaltigte er sie ein weiteres Mal. Die Sonne ging schon auf und Carry merkte plötzlich, dass er kaum noch Zeit hatte. Er nahm also sein Messer und schnitt Julie die Kehle durch, aber es funktionierte nicht. Der Schnitt tötete Julie nicht sofort. Julis Todeskampf dauerte schrecklich lange.

 Carry sagte später, er habe es nicht ertragen können, das Mädchen sterben zu sehen. Er habe ich dah ja umgedreht und einfach nur hingehört. Irgendwann sei sie dann tot gewesen. Als Carry sich umdrehte, sah er, wie Julies Körper in sich zusammen, den Hügel hinunter rollte und unter einem Busch landete. Er beschloss, sie dort liegen zu lassen und fuhr davon.

 Die Leichen von Carol und Sylvina waren immer noch im Kofferraum. Carry versteckte das Auto an einer abgelegenen Stelle, wo die Einheimischen ihren Spermüll abbluten. Kühlschränke, Waschmaschinen und alte Autos. Oft verbrannten die Leute ihren Müll dort auch, so dass oft tagelang der Gestank von verbrannten Plastik und Metall in der Luft lag.

Carry hielt es daher für sicher, die Leichen ein paar Tage dort zu lassen und dann zurückzukommen, um die Beweise zu vernichten. Nachdem er das Auto abgestellt hatte, ging er zur nächsten Telefonzelle und rief ein Taxi, das ihn nach Hause brachte. Er war müde, aber seine Gedanken rasten.

 Durch das Töten hatte er endlich das Gefühl, die Kontrolle über sein Leben zu haben und er konnte es kaum erwarten, es wiederzutun. Zwei Tage später kehrte Carry zu der Stelle zurück, an der er das Auto mit den Leichen abgestellt hatte. Er hatte Benzin dabei. Carry übergoss den Pontc von allen Seiten und steckte ihn Brand. Während das Auto in Flammen aufging, führte Carry den nächsten Schritt seines Planes aus, um seine Spuren zu verwischen.

Carry fuhr in seinem blauen International Scout in das 80 km entfernte Modesto. Damals lebten in Modesto mehrere verurteilte Sexualstraftäter und es scheint als ob Carry diesen Umstand für sich nutzen wollte. Er warf Carol S Portemonnaie mitten auf einer Kreuzung, um die Polizei so weit wie möglich von seiner Wohnung in Yosemity fernzuhalten.

Während Carry falsche Pferden legte, merkte Carols Familie, dass etwas nicht stimmte. Sie hatte einen Termin verpasst, was eigentlich nicht ihre Art war. Und als Carols Mann Jens die Autovermietung anrief, sagte man ihm, dass der rote Pontiac noch nicht zurückgegeben worden sei. Voller Sorge rief Carols Familie in der Sed Lodge an, wo man ihnen sagte, dass sie vor ein paar Tagen ausgecheckt habe.

Danach hatte Jens eine eigene Theorie, was passiert sein könnte. Er glaubte, dass Carol und die Mädchen bei einem Autounfall ums Leben gekommen waren. Jens und Carols Vater machten sich auf den Weg nach Josemity, um nach der Frau und den Mädchen zu suchen. Sie informierten auch die Polizei von Josemiti, die eine groß angelegte Suchaktion in Gang setzte.

Aber wegen Carry Ablenkungsmanövern suchten sie tatsächlich an den völlig falschen Stellen. Irgendwann war den Josemity Rangers klar, dass sie Hilfe brauchten. Glücklicherweise unterliegen US-Nationalparks der Bundesgerichtsbarkeit, was es dem FBI ermöglichte, sich der Suche anzuschließen. Schon zu diesem Zeitpunkt glaubten die Polizei und das FBI nicht an Jens Unfalltheorie.

Sie vermuteten stattdessen, es mit einem Verbrechen zu tun zu haben und ermittelten dort weiter, wo die Vermissten zuletzt gesehen wurden, im Ster Lodge Hotel. Perfederweise war es Carry, der den Beamten bei den Ermittlungen zur Hand ging. Er schloss ihnen alle Zimmer auf und zeigte ihnen die Hotelanlage. Carry erweckte überhaupt keinen Verdacht, selbst als das FBI das gesamte Personal der Sed Lodge befragte.

 Er selbst fand es sehr aufregend, dass das FBI ihn genau vor der Nase hatte, ohne etwas zu ahnen. Alles schien genau nach Planen zu laufen. Am 19. Februar, vier Tage nach den Morden, fand jemand Carols Pope in Modesto und genau wie Carry gehofft hatte, hielt es die Polizei für ein Zeichen dafür, dass jemand die drei Frauen in Jusemity getötet hatte und dann in eine andere Stadt geflohen war.

Die Behörden gingen der Spur nach und durchforsteten die Akten aller bekannten Kriminellen aus Modesto, was Carry Zeit gab, sich zu entspannen. Die FBI Untersuchung im Hotel hatte Carry gestresst. Also fuhr er Anfang März zum Laguna Del Saul, einem FKK Resort, in der Nähe von Sacramento. Dort lag er den ganzen Tag in der Sonne, während er nebenbei die Nachrichten im Blick behielt.

 Und das war sein Glück, denn trotz seiner Vorsichtsmaßnahmen waren die Beamten kurz davor, ihre erste wichtige Spur zu finden. Am 19. März ging der Jäger Jim Powers zum Scheibenschießen, einen Abhang hinunter, der von einer alten Straße abging. Dabei stieß er auf ein ausgebranntes Auto. Jim schaute durch Seitenfenster. Die Rückbank war verbrannt, so dass er direkt in den Kofferraum sehen konnte.

Er taumelte entsetzt zurück, als ihm klar wurde, dass das, was er dort sah, Leichen waren. Er rief sofort die Polizei. Die Leichen waren so verbrannt, dass sie mit bloßem Auge nicht identifiziert werden konnten. Aber als DNA Tests bestätigten, dass es sich bei den Toten um Sylvina Peloso und Carol Sand handelte, war die Geschichte überall in den Medien.

Und Carry sogadezu auf. Beim Feierabend Bier in der Sedder Lodge fragte er sich immer wieder laut vor seinen Kolleginnen und Kollegen, wer so etwas Schreckliches getan haben könnte. Gleichzeitig fragten sich alle, wann und wo man Julies Leiche finden würde, vor allem Carry. Ungefähr einen Monat nach den Morden wurde Carry ungeduldig und beschloss die Sache zu beschleunigen.

 Er zeichnete eine Karte vom Legon Petro, auf der ein kleiner Pfad zu sehen war, der vom Highway 120 abging. Die Stelle, an der er Julis Leiche liegen gelassen hatte, markierte er mit einem X. Über der Karte notierte er: “We had fun with this one.” Mit der hatten wir Spaß. Er wollte es so aussehen lassen, als ob mehrere Leute Julie entführt und ermordet hatten.

Dann gab er einem Jugendlichen 5$, um für ihnen einen Becher zu spucken. Er benutzte den Speichel für den Briefumschlag und die Briefmarken. Dann schickte er den Brief ans FBI Büro in Modesto. Als Carryys Brief beim FBI ankam, löste er einen erneuten Medienansturm aus. Die FBI Agenten und Agentinnen folgten derweil Carry Wegbeschreibung und fanden Julies Leiche an der angegebenen Stelle.

Nach einem Monat in der Wildnis war sie aber so verwäs, dass man keine brauchbaren Spuren mehr finden konnte, bis auf eine. Julies Körper war mit rosafarbenen Fasern der Decke bedeckt, in die Carry sie eingewickelt hatte. Die Fasern hätten die Beamten eigentlich zur Lodge zurückführen sollen, womit sie Carry ein weiteres Mal gefährlich nahe gekommen wären.

 Aber dank Carry Täuschungsmanövern führten die Deckenfasern sie in eine völlig andere Richtung. Wochenlang hatte sich das FBI vor allem auf vorbestrafte Personen aus Modesto konzentriert. Ihre Suche förderte zwei Hauptverdächtige zutage, Michael Laurwick und sein Halbbruder Eugene Dikes. Michael war zuvorwegen verschiedener Gewaltverbrechen verurteilt worden, während Eugene wegen Sex mit Minderjährigen sowie Waffen und Drogendelikten vorbestraft war.

Die Polizei hatte die beiden Männer schon länger auf dem Schirm. In den engsten verdächtigen Kreis kamen sie aber vor allem aus zwei Gründen. Erstens hatten sie kein Alibi. Zweitens fanden die Agents heraus, dass Michael früher in der Nähe der Fundstelle des ausgebrannten Pontix gewohnt hatte. Als die Polizei die Männer wegen des Dreifachmordes verhörte, beteute Laarwick seine Unschuld.

 Laut einem Beamten der Strafverfolgungsbehörden gab Dikes jedoch aus irgendeinem Grund an, an allen drei Morden beteiligt gewesen zu sein. Dikes Aussagen waren aber nicht die einzige Verbindung zwischen den Männern aus Modesto und den Yosemity Morden. Die Deckenfasern an Julies Körper stimmten genau mit Faserproben aus Dikes und Lavic Autos überein.

Das FBI und die Medien waren überzeugt, dass die Brüder die Morde begangen hatten. Aber weil Lawick und Dikes zu diesem Zeitpunkt schon wegen anderer Delikte im Gefängnis saßen, schien die Behörden keine Eile zu haben, sie anzuklagen. Erst Anfang Juni wurde offiziell bekannt gegeben, dass beide Verdächtige bald vor Gericht kommen würden.

Als Carry in den Nachrichten sah, was passierte, war er völlig perplex. Er hatte das FBI nur auf eine falsche Pferte locken wollen, aber jetzt war da plötzlich jemand, der behauptete, seine Morde begangen zu haben. Es war zu perfekt. Niemand verdächtigte ihn und die Behörden waren komplett auf dem Holzweg. Das freute Carry, denn er war noch nicht fertig.

Einen Monat später, am 21. Juli 1999 fuhr Carry mit seinem Truck in die Kleine Gemeinde Foresta. Carry behauptete dort schon mal Bigfoot gesehen zu haben und er kam regelmäßig wieder in der Hoffnung der Kreatur noch einmal zu begegnen. Als Carry im Wald unterwegs war, entdeckte er eine Hütte, vor der die 26-jährige Joey Armstrong gerade ihre Sachen ins Auto packte.

 Carry versteckte sich und beobachtete die junge Frau. Und bald war klar, sie war allein. Laut Carry eigene Aussage kam er aus seinem Versteck und stellte sich Joey vor. Er fragte sie, ob sie schon einmal Bigfoot in der Gegend gesehen habe. Joey reagierte höflich und machte Small Talk mit dem Fremden, während Carry auf eine gute Gelegenheit wartete.

Die Gelegenheit kam, als Joey ihm kurz den Rücken zudrete. Carry holte seine Waffe aus dem Rucksack und richtete sie auf die junge Frau. Er führte sie in die Hütte und fesselte sie mit einem Klebeband. Dann brachte er sie zu seinem Auto und setzte sie auf den Beifahrersitz. Carry wollte Joey irgendwo hinbringen, wo er sie vergewaltigen und töten konnte, so wie er es mit Julie gemacht hatte. Aber sie wehrte sich.

 Es gelang ihr sogar während der Fahrt aus dem Fenster zu springen und in den Wald zu laufen. Carry bremste und brannte ihr hinterher. Aber Joey wehrte sich sogar noch, als Carry sie mit seinem Messer in der Hand einholte. Er hielt ihr die Klinge an den Hals, aber sie drückte ihr Kinn auf die Brust und versuchte ihre Kehle zu schützen.

Es machte Carie wütend, dass Joey sich so resolut zur Wehr setzte. Es zerstörte sein Fantasieszenario von der hilflosen und unterwürfigen Frau. Er tötete sie also an Ort und Stelle und kam kurz darauf wieder, um die Leiche zu enthaupten. Carry überlegte den Kopf zu behalten. Er träumte seit seiner Kindheit von schwebenden und abgeschlagenen Köpfen.

Aber er wusste, dass der Kopf ihm Probleme machen könnte. Wenn die Polizei ihn fand, würden ihm keine Ausreden und Erklärungen retten können. Also warf Carry den Kopf in einen Bach und ließ den Körper der Toten auf dem Waldboden zurück. Der Tatort war chaotischer, als ihm lieb war. Das ganze Waldstück war voller Spuren, die Carie dringend beseitigen musste.

Danach wollte er wahrscheinlich zu Joeys Hütte zurückfahren, um auch dort Beweise zu vernichten. Aber eine Autopanne zwang ihn seine Pläne zu ändern. Er putzte sich so gut es ging ab und hielt einen vorbeifahrenden Parkranger an, der ihn bei der Sedar Lodge absetzte. Wahrscheinlich wollte er einfach bei nächster Gelegenheit zu Joeys Hütte zurückfahren.

Was Carry als nächstes tat, ist nicht ganz klar, aber es scheint, als hätte er seinen Wagen wieder zum Laufen gebracht. Danach fuhr er jedoch nicht zurück in den Wald, um seine Spuren zu verwischen. Es war diese Entscheidung, die ihm die Freiheit kosten sollte. Vor ihrer Ermordung war die 26-jährige Joey Armstrong mit einem Freund im Sausalito verabredet gewesen.

 Als sie nicht kam, machte sich der Freund Sorgen und meldete sie als vermisst. Als Parkranger am 22. Juli zu ihrer Hütte fuhren, merkten sie sofort, dass etwas nicht stimmte. Die Vordertür stand offen und eine Nachbarin hatte gemeldet, dass jemand die Musik in der Hütte angelassen hatte. Auch Joeys Auto war noch da mit all ihrem Gepäck.

Stunden später fand man Joeys enthauptete Leiche in der Nähe eines Bachs. Ihr Kopf lag knapp 10 m entfernt im Wasser. Während die Polizei die Leiche abtransportierte, suchten FBI Agenten und Agentinnen die Gegend um den Fundort ab. Joeys Kampf mit Carry hatte viele Spuren hinterlassen. Eine kaputte Sonnenbrille, eine rote Mechanikermütze und deutliche Reifenspuren.

Jeder Reifen an Carry Truck war von einem anderen Hersteller, was die Spur sehr individuell machte. Die Agents erkannten sofort, dass die Reifenspuren der Schlüssel zur Identität des Mörders sein könnten. Sie fragten also die Leute in der Gegend, ob ihnen am Vortag unbekannte Fahrzeuge aufgefallen sein.

 Ein oder zwei Zeugen sagten, dass sie einen blauen International Scout gesehen hätten. Die Agents schickten eine Suchmeldung nach dem Truck raus und zwei Parkranger entdeckten ihn praktisch sofort. Er stand am Highway in einer Parkbucht und der Fahrzeughalter Carry Stainer war ganz in der Nähe. Er sonnte sich nackt am Ufer des Merced Rivers.

Als die Ranger ihn zur Rede stellten, sagte Carry, dass er noch nie in der Gegend gewesen sei, wo man die Leiche gefunden hatte. Doch das reichte den Rangers nicht. Sie durchsuchten also seinen Rucksack in der Hoffnung, etwas zu finden, das für eine Verhaftung reichte. Stattdessen fanden sie aber nur eine Kamera, eine Flasche Bier, Sonnenblumenkerne, Sonnencreme und eine Montharmonika.

Interessanterweise fanden sie auch ein Buch. Es war der Roman Black Lightning, in dem es um einen fiktiven Serienmörder geht. Am Ende war aber nichts wirklich belastendes dabei und sie mussten Carry gehen lassen. Die Ermittlerinnen und Ermittler befragten danach noch weitere Personen in der Nähe des Fundorts.

 Zwei davon sagten, dass sie einen Mann gesehen hätten, auf den Carys Beschreibung passte, was ihn erneut verdächtig machte. Am Tag darauf standen die Agents bei Carry vor der Tür. Er sagte noch einmal, dass er noch nie bei Joeys Hütte oder in der Nähe des Fundorts gewesen sei. Die Beamten fotografierten währenddessen seine Autoreifen.

Als die Beamten weg waren, packte Carry seine Sachen. Er wusste, dass sie ihm auf der Spur waren und er wollte Josemity so schnell wie möglich verlassen. Also fuhr er zum FKK Ressort Laguna del Sol. Carry Eile war berechtigt, denn schon kurz darauf vergab der Profilvergleich, dass die Reifenspuren in der Nähe von Joeys Hütte von seinem Truck stammten.

 Doch als die Beamten am nächsten Tag bei der Sedder Lodge eintrafen, war Carry schon weg. Die Polizei gab sofort eine Personenbeschreibung von Carry an die Presse heraus und begann mit der Fandung. Carry bekam davon nichts mit und schlug ohne Bedenken sein Zelt auf dem Campingplatz von Laguna del Zoll auf. Dann ging er zur Bar und unterhielt sich mit einer Stammgästin namens Janet.

 Sie erkannte Carie von einem früheren Besuch wieder und sie unterhielten sich eine Weile. Am nächsten Tag, dem 24. Juli, sah Janet im Fernsehen, dass das FBI nach Carry suchte. Sie rief sofort die Hotlinenummer an und sagte ihnen, wo er war. Etwa zur gleichen Zeit ging Carry zum Frühstück ins Restaurant des Resource, aber er kam nicht mehr dazu zu essen.

 Kurz nachdem er sich hingesetzt hatte, betraten FBI Agents das Restaurant. Als Carry sie sah, stand er auf und nahm die Hände hoch. Er wusste, dass es vorbei war. Auf der Fahrt zum Hauptquartier versuchte der FBI Agent Jeff Reinick Carry zum Reden zu bringen. Er fragte ihn, ob er mit Steven Steiner verwandt sei, dem berühmten Teenager, der entführt wurde und erst nach 7 Jahren entkam.

Normalerweise sprach Carry nicht gern über seinen Bruder, aber mit Rinck konnte man sich gut unterhalten und er stellte die richtigen Fragen. Carry hatte sogar Tränen in den Augen, als er über das traumatische Ereignis sprach. Damals hatte Rinek das Gefühl, dass Carry Emotionen echt waren, auch wenn es später immer wieder Expertinnen und Experten gab, die das Ganze für einen Trick hielten, um Mitleid bei den Agents zu bekommen.

Aber was auch immer Carry Intention war, die Unterhaltung brachte Rinc dazu, Mitgefühl zu zeigen. Er bestellte sogar Pizza für sich und Carry. Dabei ist wichtig zu wissen, dass Rinek kein naiver Anfänger war, der sich leicht um den Finger wickeln ließ. Er war ein altgedienter Agent und seine Freundlichkeit hatte rein strategische Gründe.

 Er wollte, dass Carry sich wohlfühlte, wenn er mit ihm sprach. Die Taktik schien aufzugehen, aber auch Carry hatte einen Plan. Während die Agents den Lügendetektor aufbauten, fragte Carie, ob er allein mit Rinek sprechen könne. Als Carry mit Rinek allein war, sagte er, dass er schlimme Dinge getan habe und dass er Licht in die Usemity Morde bringen könne.

 Er wollte aber noch keine Details preisgeben. Carry bot dem Agenten ein umfassendes Geständnis an unter drei Bedingungen. Er wollte in ein Bundesgefängnis in der Nähe seiner Familie gebracht werden und er wollte, dass seine Eltern alle Belohnungsgelder erhielten, weil er bereit war, seine Verbrechen zu gestehen.

 Wirklich verstörend, war aber seine dritte Bedingung. Es schien carry unangenehm zu sein und er sagte, dass er wisse, dass es krank sei, aber er wollle eine große Menge Kinderpornographie. Er wuße, dassß das FBI in solchen Fällen ermittelte und dass sie entsprechendes Material als Beweismittel in den Akten hatten.

 Trotz Carry schrecklicher Forderung sah Agent Rinik das Potenzial für einen Wunsch nach Wiedergutmachung in ihm. Also versuchte er sein Glück. Rinck fragte Carry, ob er auch ohne Bedingungen gestehen würde. Er sagte, dass es vielleicht leichter für Carry sei, Frieden zu finden, wenn er im Sinne der Gerechtigkeit handelte. Carry hörte sich an, was Rin zu sagen hatte, aber sagte, daß er wüßse, dass ihn die Todesstrafe erwarte, wenn er gestehen würde.

Die beiden Männer sprachen trotzdem weiter, bis Carry schließlich einlenkte. Agent Rinck glaubte, dass Carry mit seinem Gewissen nicht klar kam. Die Schuld wog einfach zu schwer auf seinen Schultern. Aber was auch immer der Grund war, Carry blieb bei seiner Entscheidung. Über mehrere Stunden beschrieb er detailliert jeden einzelnen Mord.

 Dabei weinte er manchmal und zeichnete am laufenden Band Karikaturen von den FBI Agentinnen und Agenten. Danach wurde Carie für alle vier Morde angeklagt. Einmal vor einem Bundesgericht wegen des Mordes an Joey Armstrong und dann in Kalifornien wegen der Morde an Carol und Julie Sand und Sylvina Peloso.

 Danach wartete er auf den Prozessbeginn. Carry ließ die Wartezeit aber nicht untätig verstreichen. Aus seiner Zelle im Gefängnis von Fresno County schrieb er einen Brief an eine Lokalzeitung. Darin bot er an, die Rechte an seiner Biografie für ein Buch oder einen Fernsehfilm zu verkaufen, so wie es sein Bruder Steven nach seiner Entführung getan hatte.

Er versprach alle Einnahmen an die Familien seiner Opfer zu spenden. Viele vermuteten jedoch, dass Carry nur auf Schlagzeilen aus war, nachdem er jahrelang im Schatten seines berühmten Bruders gestanden hatte. Aber selbst wenn das nicht der Fall war, war Joey Armstrongs Familie entschlossen, Carie das Rampenlicht zu verwehren.

 Joeys Familie wollte Carie keine Plattformen geben. Sie überzeugten die Staatsanwaltschaft also davon, Carry an Stelle eines Prozesses, eine lebenslange Haftstrafe ohne Möglichkeit auf Bewährung anzubieten. Um einer Hinrichtung zu entgehen, akzeptierte Carry den Deal und bekannte sich im September 2000 schuldig. Die Familien Sand und Peloso hielten diese Strafe aber nicht für ausreichend und sie wollten Carie vor Gericht sehen.

Zwei Jahre später, im Jahr 2002 stand Carry wegen der Morde an Carol, Julie und Sylvina vor Gericht. Er pläierte auf Unzurechnungsfähigkeit. Seine Verteidigung gab zu, dass Carry die drei Frauen getötet hatte. Sie stellte jedoch in Frage, ob er dabei wirklich Kontrolle über sein Handeln gehabt hatte.

 Carry wurde tagelang von Psychologinnen und Psychologen untersucht, die seine Zurechnungsfähigkeit beurteilen sollten. Am Ende stellten sie eine leichte autistische Störung und eine Zwangsstörung fest. Außerdem fanden sie Anzeichen von Schizophrenie und einer psychotischen Störung. Trotz dieser Diagnosen deuteten Carries kalkulierte Entscheidungen während und nach seinen Verbrechen daraufhin, daß er genau wußte, was er tat.

Aus diesem Grund erklärte ihn die Jury im Sinne der Anklage für schuldig. Er wurde zum Tode verurteilt und kam in die Todeszelle des Sanentin Gefängnisses. Das Urteil wurde jedoch nie vollstreckt. Kalifornien hat seit 2006 keine Gefangenen mehr hingerichtet und ein Todesstrafenmoratorium aus dem Jahr 2019 führte zur Demontage der Exekutionsräume.

Zum Zeitpunkt dieser Aufnahme befindet sich Carry Stainer, also immer noch in der Todeszelle von San Quentin, die er wohl nie wieder verlassen wird. Vielen Dank fürs Zuhören. Mein Name ist Diane Helscher. Und ich bin Mark Augestat. Du kannst jetzt eine Bewertung für den Podcast daassen und die Glocke aktivieren, um keine Folge zu verpassen.

Serienkiller ist ein Spotify Original von Parcast. Produziert in Zusammenarbeit mit Bose Park Productions. Adaptiert von dem amerikanischen von Max Cutler kreierten Original Serial Killers. Deutsche Produktion wiebachter Winter. Chris Guse, Suholder, Klii Köhler, Fabio Lautenschläger, Simon Uter Kirschei und Daniel Nicolao.

Das Originalskript wurde ins Deutsche übersetzt von Klaus Schwartau. Vielen Dank an Julien Guarot.

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