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Wahre Verbrechen I Tod im Feriencamp I True Crime Dokumentation T – Part 2

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By sonds1
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 Wir haben in der Hauptverhandlung natürlich, wenn auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit, die Bilder und Videos uns angesehen. Die Videos waren mit Tonspuren, auf denen man die Frauen, es waren ja fast nur Frauen, die ihre Opfer waren, auch reden und schreien hörte. Wir haben das in der Hauptverhandlung vorgespielt und in diesen Momenten haben die Angeklagten sich die Ohren zugehalten und die Augen geschlossen.

Ich kann darin keine Reue sehen. Am 26. Juni 2018 fällt das Urteil. Dreimal lebenslängig, dreimal mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Das macht eine vorzeitige Entlassung der Täter unmöglich. Ich habe ja ein großes Interesse daran, dass Leute, von denen ich denke, sie haben Straftaten begangen und ich kann sie ihnen nachweisen, auch zu überführen.

Und in speziell in diesem Fall, in diesem Fall hat es eine ganz ganz ganz große Rolle gespielt, die Gerechtigkeit für die Opfer. diese schlimmen Straftaten, diese zynische Einstellung, dieses menschenverachtende Vorgehen auch für die Opfer nicht ungeschraft zu lassen. Doris Bremy Metz, Sebastian Sessig, Natalie Reichel und die Beamten der Kriminalinspektion Neustadt haben alles gegeben, um die Täter eine gerechten Strafe zuzuführen.

Erst beim Entkleiden des Leichenarms hat man auch festgestellt, dass noch ein ein 60 oder 50 cm langer Bolzen quer durch den Körper steckte, der ähm Ende unter dem Arm festgesteckt hatte und deswegen erst nicht sichtbar war. Ansonsten hatte ich noch nie Berührungspunkte mit einer Armbrust, also weder privat noch dienstlich.

Wir haben 150 Spuren verfolgt, in alle Richtungen ermittelt. ob das andere Geschäftstrintakte waren, die die Ex-Freundin abgeklärt. Wir haben alles jeden Stein umgedreht. Man kann sich halt mit erklären. Man kann sich einfach nur mit seiner kriminalistischen Erfahrung erklären, dass es mal einfach akzeptieren muss, dass es so Menschen gibt, dass es so Motive gibt, dass es so Verletzungen gibt, ähm die einen so bewegen, so aufwühlen.

Ich glaube, ich habe einen gewissen Jagdtrieb. Ich möchte die Täter oder Täterinnen auch zur Strecke bringen. Wir können kein ähm freilau, also kein Mörder draußen frei rumlaufen lassen und riskieren, dass noch irgendetwas passiert. Dieses Video zeigt den Kfz Werkstattbesitzer Hans Günther H. Seine Leidenschaft: Oldtimer.

 Im Februar 2021 erscheint er nicht zu einer Verabredung mit seinen Mitarbeitern. Die haben sich gewundert, komisch, schläft der Chef noch und hat sich beschlossen zu suchen und irgendwann ist man halt entsprechend die die gängigen Ötlichkeiten in der Werkstatt abgegangen und irgendwann kam der polnische Mitarbeiter auf die Idee, die Holzbretter aus der Kfzgrübe abzudecken aufzudecken und ist dann auch aufgeschrocken und hat dort drunter den Leichnam liegen sehen.

 Nachdem erste Polizeibeamte vor Ort ein Tötungsdelikt feststellen, wird Oberstaatsanwältin Doris Bremier Metz informiert. Für ihre Arbeit ist es wichtig, einen Leichenfundort selbst in Augenschein zu nehmen. Der Leiter des Kommissariats hat mich gleich in alles eingewiesen und ich habe zunächst einmal dieses riesige Werkstattgelände gesehen, das sicherlich auch spurentechnisch eine große Herausforderung dargestellt hat und ich habe dann eben auch die Leiche in der Werkstattgrube noch gesehen.

Bei dem Toten handelt es sich um den 64-jährigen Hans Günther H. Auch Kriminalhauptkommissar Uwe Schüssler aus Ludwigshafen wird zum Leichenfundort gerufen. Als man von der über der Grube steht und reinschaut, ähm sieht man der Leichnam auf dem Rücken liegend begleitet. Ähm und bei einer Leichenschau gehen wir von außen nach innen.

 Das heißt, wir ähm nehmen erstmal ähm machen fotografische Sicherungen von äh dem Leichtnamen und dann wird er Stück für Stück entgleidet von außen nach innen, so dass wir für jede Schicht ähm, was derjenige anhat äh die Spuren, Spurenlage, ähm Schnittverletzungen bzw. diese Stichkanäle oder sonst was auch an der Kleidung nachvollziehen können.

Bei ihrer Arbeit entdecken die Kriminaltechniker zusammen mit den Rechtsmedizinern etwas, mit dem sie nicht gerechnet haben. Er hatte eine Plastiktüte über den Kopf gezogen, eine blaue Mülltüte, die war mit Kabelbinder verschlossen. Ähm, als man dann diese geöffnet hat, hat man ähm ein Strick am Hals gefunden, wo man spätestens dann sich bewusst war, das war was sehr wahrscheinlich Fremdeinwirkung.

 Aufgrund der Art und Weise, wie das Ganze verschlossen war, kann er das schwer noch selbst machen. Ähm und erst beim Entkleiden des Leichenarms hat man auch festgestellt, dass noch ein Bolzen quer durch den Körper steckte. Im begleiteten normalen liegenden Zustand hat man diesen Bolzen erstmal gar nicht gesehen, trotz seiner 50 cm Länge.

Während der anschließenden Obduktion finden die Ärzte einen weiteren Schusskanal im Kopf des Toten. Die haben dann ein CT gemacht, ähm haben dann festgestellt auch, dass und die Obduktion, die folgende haben dann festgestellt, dass es im äh weiteren Schusskanal gab von h links hinten rein ähm quer bis an die ähm linke Augenbraue.

 Ähm daher hat er auch ein einen Defekt da gehabt, der aber nicht von außen, sondern von innen rührte. Ähm, aber hier war kein Geschoss mehr drin, also kein Bolzen mehr drin, so dass der ähm ein mindestens ein zweiterer Schuss stattgefunden haben muss. Ähm, der aber auch gezogen wurde der Bolzen. Hansgünther H wurde mit einer Armbrust beschossen, stürzte daraufhin in die 2 m Tiefe Kfz-Grube und als er danach immer noch lebt, wird er ertrosselt.

 Warum wurde ihm das angetan und wer ist dafür verantwortlich? Uwe Schüssler und seine Kollegen müssen mehr über das Leben des Opfers in Erfahrung bringen. Der hat mehr oder weniger nur für seine Katzen und für sein für sein seine Arbeit gelebt hatte das Hobby Schrauben, hatte den Beruf schrauben. Er war ein ein Schrauber durch und durch.

hat alte Replikas ähm hergestellt ähm von einem alten Fahrzeug ähm und hat halt nebenbei auch seinen Gutachten ähm Dienst vollzogen. Ähm er wurde uns von den meisten Personen, die ihn kannten und das waren nicht viele ähm beschrieben als der Schaffer vom Herrn und wie auch ähm jetzt ähm am am Tatabend, was war ein Sonntag, hat er trotzdem in seiner Werkstatt gearbeitet ähm und sich nicht irgendwie erholt oder mit Kumpels irgendwas unternommen.

Das Opfer hat nicht viele private Kontakte. Mit auf dem Gelände lebt noch die ehemalige Lebensgefährtin. Allerdings können die Ermittler sie schnell als Tatverdächtige ausschließen. Die Ermittlungen macht das nicht einfacher. Wir haben uns darauf eingerichtet, dass wir ihn lange suchen werden, den Täter, weil wir einfach Hunderte von Geschäftskontakten äh durchgucken müssen, abklären müssen und und Verdachtslagen abprüfen müssen.

Wer hat wie ein Motiv? Wer war vielleicht mit der Reparatur seines Autos unzufrieden? Ähm, das Opfer wurde auch beschrieben als ähm willensstark ähm im Sinne von er kann sein Standpunkt auch gern gut und gern verteidigen und stellt sich manchmal auf stur und dann kann das natürlich ein unzufriedener Kunde gewesen sein, wo sich irgendwas hochgeschaubelt hat aus einer Nichtigkeit.

 Es kann ein Zuliefer ein Arbeiter, der irgendwie vom Lohn geprellt worden ist, äh alles mögliche haben wir in Betracht gezogen. Nicht nur das, auch der Tatort stellt die Ermittler vor eine schier unlösbare Aufgabe, was ich in dem Fall als sehr schwierig erwiesen hat, weil einfach äh sehr großes Areal ist ähm mit mit potenziell ähm viel Dreckanhaftung in der Werkstatt, so dass eine Blutspur viel schwerer sichtbar zu machen ist als in der Privatwohnung, wo in der Regelmäßigkeit geputzt gesaugt wird.

 an der weißen Tapete viel eher Verunreinigung auffallen. Deswegen war das da sehr ähm aufwendig und zeitraubend auch. Es vergehen mehrere Tage, bis die Ermittler eine äußerst wichtige Entdeckung machen. In einem abgedunkelten und mit schwarzen Gummimatten abgehangenen Raum, der diente zum Sandstrahlen äh in der Werkstatt.

 Dementsprechend war der ähm auch erstmal mit einem versteckten Lichtschalter ausgestattet. Ähm und dort im hintersten letzten Eck quasi der Werkstatt war äh war die Armbrust deponiert, auch bewusst hinter Gegenständen. Also sie wurde bewusst versteckt vom Täter, wenn man die Tatwaffe findet und dann noch am Tatort versteckt.

 Das ist äh ist schon ein Checkpot quasi. Ich wurde dann darüber informiert, dass man jetzt erstmal versuche festzustellen, wer möglicherweise so eine Armbrust bestellt haben könnte im Zeitraum zeitlicher Nähe zur Tat. Natürlich ist zunächst einmal das Auffinden des möglichen Tatwerkzeuges sehr, sehr wichtig, weil man ja annimmt, dass man an diesem Tatwerkzeug Spuren des Täters findet, die zu dessen Identifizierung führen können.

Wer ist der Besitzer dieser Armbrust? Wenn die Ermittler das herausfinden, sind sie dem Täter einen Schritt näher. Wir hatten ein bisschen Glück, das gehört ja manchmal auch dazu, dass diese Armbrust, das war eine Centerp 86 cm große ähm Compound Armbrust, weiß ich noch. Ähm, die war entsprechend erst ein Jahr, glaube ich, vor der Tat überhaupt erschienen.

 Das Modell sind amerikanische Hersteller und dann haben wir äh die größten äh deutschen Onlinehändler angeschrieben, die in diesem Bereich tätig sind und und dieses Modell auch verkaufen, importiert haben. Und da hatten wir dann Glück, dass 52 äh verkauft worden sind bisher nur von diesem jungen Modell ähm und davon 40 nur nach Deutschland geliefert worden sind.

Schüssler und sein Team weerten Überwachungsvideos aus der Nachbarschaft aus und stoßen dabei auf diese Aufnahmen vom Tatabend. Da kommt der rote Kastenwagen. Der fährt dann hier an, hat dann hier gleich auch die Bremslichter, die man sieht, und parkt ihren Bruder vorne ab und kurz darauf, 5 Minuten später kommt diese Person gelaufen.

 Deswegen wir davon ausgehen, dass diese Person und der Kastwagen zusammen gehören könnten. Er läuft hier vorbei, läuft hier entlang in Richtung Werkstatt, dreht sich auch gleich noch mal um über die Schulter. Das sieht man jetzt gleich hier und verlässt hier gleich den Erfassungsbereich. Uwe Schüssler hält Oberstaatsanwältin Doris Bremyer Metz über die neuesten Erkenntnisse auf dem Laufenden.

 Beide wissen jetzt, sie können es schaffen, diesen undurchsichtigen Fall aufzuklären. Nach wie vor ist die Armbrust die Tatwaffe, der wichtigste Anhaltspunkt für die Ermittler. Dann gab es genau eine Bestellung, die ähm im Umkreis von äh 80 km Luftlinie hier getätigt worden ist. Diese Bestellung wurde auf Nachname bestellt als einzige von allen.

 Diese Bestellung ähm hatte neben der Armbrust auch genau diese Bolzen in der Bestellung drin, was ich dann auch erst glücklich erwiesen hat, da diese Bolzen Eigenmarke von diesem großen ähm Sportartikelherstellern war. Äh insofern ähm gab es deutschlandweit nur eine Bestellung, wo diese Anbruss mit dieser Art von Bolzen äh geliefert worden sind.

Der 51-jährige Fliesenleger Michael G hat sie bestellt. Ermittler Schüssler bringt in Erfahrung, dass der Mann und das Opfer sich kannten und vor der Tat Kontakt hatten. Auf der Suche nach dem Motiv, nach dem Streit sind wir dann ja darauf gestoßen, haben wir gehört, gesagt bekommen, ach ja, der Flieslige Michael, der hat ja hier Hausverbot.

 Dann sind wir natürlich ganz hellhörig geworden. Wie ist es zu dem Hausverbot gekommen? Das Opfer, das spätere Opfer hat ihm Hausverbot ausgesprochen. Die Ex-Lebensgefährtin vom Opfer wollte ihren alten VW T3 Karavan verkaufen. Der steht schon länger vor der Werkstatt. Ähm und ähm er kam dann irgendwie also Fließen Michael kam dann auf die Idee, sie anzusprechen.

Hey, sag mal, willst du das Ding nicht eigentlich mal loswerden? Ich wäre interessiert. Dann muss es wohl zum Streit gekommen sein im Hinblick dahin, dass das Opfer gesagt hat, auf meinem Gelände mache nur ich hier Geschäfte und nicht der. Wenn du das Ding unbedingt loskriegen willst, dann kaufe ich das jetzt her.

 Was kriegt der 3000? Hier sind 3000 von mir. Du kannst an jeden verkaufen auf der Welt, aber nicht an den. Aber ist das ein Motiv, einen Menschen zu töten, ihn mit einer Armbrust zu beschießen und anschließend zu strangulieren? Fakt ist, einen Tag nach dem Streit hat Michael G die Armbrust bestellt und er fährt einen roten Kastenwagen, genauso ein Auto, wie es auf den Überwachungsvideos vom Tatabend zu sehen ist.

 Schüssler und seine Kollegen finden außerdem noch das Video von einer Tankstelle, auf dem Michael G kurz vor der Tat zu sehen ist. Er trägt Bejacke, schwarze Hose und schwarze Schuhe. Das ist wieder sein Fahrzeug, konnte auch das Kennzeichen entsprechend abgegleicht werden auf dem Daten. Ähm und dann sehen wir, wie er das Tankstellengelände verlässt um 17:50 Uhr und biegt links ab in nach Richtung äh Waldsee äh bzw.

 Ludwigshafen von Badheim aus. Die Fahrzeit beträgt ca. 28 Minuten laut Rudenplaner. Ähm das heißt, er müsste um 18:18 Uhr ankommen. Ähm und um 18:18 Uhr fährt auf der Videoanlage vom äh Nachbar entsprechend ein roter Kastenwagen an. Dieser rote Kastenwagen, wie vorhin schon gezeigt, ähm hält hinten und kurze Zeit später kommt eine Person auf die Videoaufnahme, die entsprechend exakt so gekleidet ist wie unser Fliesenleger Michael vor 28 Minuten im Badheim.

Damit ist der Ermittlungskreis geschlossen und Oberstaatsanwältin Doris Bremier Metz hat genug Gründe einen Haftbefehl zu beantragen. Ich habe den dringenden Tatverdacht bejaht. Für mich war klar, nicht zuletzt angesichts dieser Straferwartung, wir gingen von Mord aus und damit von einer lebenslangen Freiheitsstrafe, die im Raume stand.

 Ähm und dem sonstigen Verhalten des Beschuldigten war klar, wir haben Fluchtgefahr. Und damit war klar, Haftbefehl ist sachgerecht. Wenn man sich überlegt, dass das jemand war, der plötzlich für ihn plötzlich verhaftet wird unter dem Verdacht, einen Menschen ermordet zu haben, dann war das jemand, der von dieser ganzen Situation völlig unbeindruckt schien.

Michael G. Macht von seinem Aussage Verweigerungsrechtgebrauch. Imschließenden Prozess zeigt sich seine bizarre Persönlichkeit. Der Sachverständige kam zu dem Schluss, dass es sich bei dem Angeklagten um eine narzisstische Persönlichkeit handelt. Er hat sich als ausgesprochen überheblich gezeigt, sehr arrogant und zwar gegenüber allen Verfahrensbeteiligten.

Er hat von Anfang an und eigentlich bis zum Schluss jedem verfahrensbeteiligten gegenüber den Eindruck zu erwecken versucht, dass er alles viel besser weiß als die betreffende Person, dass er also auch viel besser weiß, wie das mit der Juristerei geht, als etwa der Vorsitzende oder die Staatsanwältin, dass er sehr viel mehr Fachkenntnisse hat als so eine kleine dumme Rechtsmedizinerin.

Michael G behauptet jetzt, er habe mit dem Mord nichts zu tun. Allerdings brt er vor einem Mithäftling mit der Tat und der wendet sich an die Staatsanwaltschaft. Das war ein recht entscheidender Punkt, der ein wesentliches Mosaiksteinchen war. Der Angeklagte hat dann nach den Angaben dieses Zeugen zunächst einmal sehr überrascht reagiert, dass der Zeuge ihn nicht kenne, wo er doch, das war so ein Schlagwort gewesen, der Armbrustmörder sei, man müsse ihn doch kennen.

und hat dann mal dem Zeugen mehr oder weniger ungefragt eine ganze Menge von Details über das Verfahren berichtet, die sich so nicht aus Presseberichten oder ähnlichem ergaben. Äh und er hat dabei in der ihm eigenen sehr überheblichen Art auch Dinge gesagt wie eher spiele in der Oberliga. Er sei ja vor der großen Strafkammer, dem Schwurgericht angeklagt und äh er habe aber den perfekt, das gehe um den perfekten Mord oder so ähnlich und niemand könne ihm was nachweisen und im Grunde genommen fehlen nur noch Kaffee und Kuchen in diesen

Verhandlungen. Doch nicht nur diese Aussagen werden ihm zum Verhängnis, sondern auch die wasserdichte Beweiskette. Michael G wird zu lebenslange Haft rechtskräftig verurteilt. Es wird die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Uwe Schüssler weiß aus Erfahrung, für manche Menschen reicht eine Lapalie, um zum Mörder zu werden.

 Hier war es offenbar ein Hausverbot und ein Streit um einen Fahrzeugverkauf und die daraus erfolgte Kränkung eines Narzissten. dass man sich daran so arg aufregt, um ihren Menschen umzubringen, aber es reichen manchmal nur so kleine Sachen aus und ähm wir haben kein anderes Motiv finden können. Ähm und von der Persönlichkeitsstruktur vom vom vom äh fließende Michael in dem Kontext gebracht stimmt das einfach, das ist einfach in seiner Welt stimmig, dass das ausreicht.

Uwe Schüssler ist Ermittler geworden, weil er die Wahrheit herausfinden will und den Opfern Gerechtigkeit zu Teil werden lassen möchte. Das ist für ihn jeden Tag aufs Neue, seine Motivation. Eine Frau, die zu Gast in dem Haus gewesen ist, hat sich dort gemeldet und hat gesagt, sie hat einen schwer verletzten, starkblutenden Mann gefunden.

Das gesamte Treppenhaus war vollkommen Blutvschmiert. Ähm, sowohl Boden als auch die Wände voller Blut. Und um die Ecke war die Küche und dort fanden sie tatsächlich die Frau von Ulrich es. Er war der einzige, der bei der Tat anwesend war und der überhaupt hätte befragt werden können. Er hätte Hinweise geben können auf den Schützen, auf den Tatablauf und das konnten wir alles nicht jetzt in Erfahrung bringt.

Bis dahin sind wir davon ausgegangen bzw. konnten es nicht ausschließen, dass ein unbekannter Dritter eingedrungen ist, um die Ehleute zu überfallen und zu töten. Ähm, diese mögliche Version war d unwahrscheinlicher, da jetzt ja feststand, die Tatwaffe befand sich bereits vor Ort und wurde von Ulrich es besorgt.

Videoaufnahmen dokumentieren, wie ein mutmaßlicher Mörder am Tatort versucht, seine Unschuld zu beweisen. Der Mann soll einen anderen Menschen erschossen haben. Der Koburger Kriminalhauptkommissar Ralf Fenderl leitet die Ermittlungen in diesem Fall. Auch mehr als 5 Jahre später erinnert er sich noch gut an die damaligen Geschehnisse.

Das ist halt ja außergewöhnlich deswegen gewesen, weil eine Schusswaffe verwendet wurde. Kommt jetzt in Koburg nicht so oft vor. Normalerweise schlangen da die Leute mit Beil mit Hammer. Die Tatwaffe hier, eine doppelläufige Jagdschrotflinte. Der Notruf am Abend des 6. Oktober 2012 kommt aus dem alten Schützenhaus in Koburg, einer bekannten Gaststätte am Ort.

Eine Frau, die zu Gast in dem Haus gewesen ist, hat sich dort gemeldet und gesagt, dass sie einen stark blutenden Mann gefunden hat. Sie wissen nicht, was er hat. Ähm, er hat nur drum gebeten, dass es BRK verständigt wird. Als die Rettungskräfte eintreffen, finden sie einen Mann mit einer großen Schussverletzung vor.

 Bei dem Schwerverletzten handelt es sich um den 55-jährigen Pächter des Hauses, Olrich S. Kurz bevor der Mann das Bewusstsein verliert, teilt er noch etwas beunruhigendes mit. Es hat zu den eintreffenden Sanitätern gesagt, es sei überfallen worden. Nicht nur er sei schwer verletzt, sondern seine Frau lege oben in der Wohnung.

Sofort wird die Polizei dazu gerufen. Die Mitteilung versetzt die Beamten in höchster Alarmbereitschaft. Nachdem diese Information vorlag, dass möglicherweise ein Überfall bzw. einen Schusswechsel stattgefunden hat, sind alle Streifen des Bereiches dahingefahren ähm und haben zunächst das Haus umstellt.

 Nachdem feststand, dass sich noch ähm Personen im Haus befanden, haben zunächst die Bewohner des Hauses evakuiert und ähm anschließend das komplette Anwesen von der Dachspitze bis zum Keller durchsucht, ob möglicherweise der Täter noch im Haus ist. Einen Täter können die Beamten im Haus nicht finden, aber tatsächlich machen die Polizisten in der Wohnung des Verletzten eine schreckliche Entdeckung.

Das gesamte Treppenhaus war vollkommen Blutvschmiert, sowohl Boden als auch die Wände voller Blut und um die Ecke war die Küche und dort fanden sie tatsächlich die Frau von Ulrich es, die auf dem Rücken tot lag. Bei der Toten handelt es sich um die Ehefrau von Ulrich El Marie. Die Leiche der 44-jährigen kommt in die Rechtsmedizin.

 Die Situation vor Ort ist für die Polizei völlig unklar. Was ist hier passiert? Der einzige Zeuge, der diese Frage vermutlich beantworten kann, ist Ulrich S. Doch er schwebt in Lebensgefahr, liegt in einer Klinik im künstlichen Koma. Ermittler Ralf Fend steht vorerst in einer Sackgasse. Er war der einzige, der bei der Tat anwesend war und der überhaupt hätte befragt werden können.

 Er hätte Hinweise geben können auf den Schützen, auf den Tatablauf und das konnten wir alles nicht jetzt in Erfahrung bringen. Natürlich Ralf Fendall hofft jetzt auf Ergebnisse der Spurensicherung. Blutspuren werden gesichert und diese Schrotflinte. Falls mit ihr auf die Opfer geschossen wurde, müssen die Ermittler zu einer besonderen Methode greifen.

In diesem Fall war es so, dass wir die äh getötete zunächst im Klinikum Koburg hatten Röngen lassen und aufgrund dessen konnte man dann später ähm den Schusskanal leichter ähm feststellen, weil die Ladung einer Flinte sich im Körper natürlich gleich so verteilt, dass ein Schusskanal, wie es jetzt bei einem festen Geschoss beim Vollmantel z.B.

 der Fall wäre nicht untersucht werden kann. Ähm bei einer normalen ähm Geschoss würde man dann einfach versuchen ein Stecken tatsächlich vielleicht reinzuschieben, aber das wäre jetzt eine Frage, die die Rechtsmedizin besser beantworten könnte. Das ist bei einer bei deiner Flinte bei einer Schrotladung nicht möglich, weil die verteilt sich ja eben Körper dann sofort.

Offenbar handelt es sich bei der gefundenen Schrotflinte tatsächlich um die Tatwaffe. Bei der Polizei meldet sich zwischenzeitlich der Neffe des Verletzten Ulrich S. Er berichtet, dass er ihm die Flinte kurz vor der Tat gelien hat, um Ratten zu jagen. Bis dahin sind wir davon ausgegangen bzw.

 konnten es nicht ausschließen, dass ein unbekannter Dritter eingedrungen ist, um die Ehleute zu überfallen und zu töten. Ähm, diese mögliche Version war d damit etwas unwahrscheinlicher, da jetzt ja feststand, die Tatwaffe befand sich bereits vor Ort und wurde von Ulrich S besorgt. Plötzlich rückt Ulrich S selbst in den Fokus der Ermittlungen, doch er liegt im Koma.

 Hat er etwas mit dem Tod seiner Frau zu tun? Doch warum ist er dann selbst so schwer verletzt? Die Ermittlungen gehen voran. Die derenanalyse an der Flinte hat dann eindeutig zu Tage gebracht, dass am Abzug nur Spuren von Herrn Ulrich S sind, keine Fremdspuren. Somit war ein anderer Täter größtmöglich auszuschließen.

 Ähm an Lauf der Flinte fanden sich zudem außer den Spuren von Ulrich auch noch Spuren von seiner äh Frau. Die Spuren legen also tatsächlich den Verdacht nah, dass Ulrich S. selbst der Täter ist. Hat er erst seine Frau erschossen und wollte sich anschließend selbst das Leben nehmen? Wochen später, Ulrich S ist endlich aus dem Koma erwacht und kann erstmals selbst befragt werden.

 Alle bis dahin gesammelten Indizien sprechen gegen ihn. Nachdem er aus dem Koma erwacht war, ist der Ermittlungsrichter zu ihm gegangen und hat ihm eröffnet, dass er verhaftet ist. Er musste dann im Krankenhaus bewacht werden und wurde dann später, als er transportfähig war, in die JVA nach München, glaube ich, eingeliefert.

Der Beschuldigte schweigt beharlich. Es dauert wieder einige Wochen. Da erreicht den Kriminalbeamten Fendel durch den Anwalt von Ulrich S. eine schriftliche Stellungnahme. In der Stellungnahme stand drin, ähm, dass es sich um ein Unfallgeschehen gehandelt hat. Herr Ulrich S wollte an dem Abend im Keller des Gebäudes Ratten schießen.

Er hat seine Flinte, die er sich zuvorher ausgeliehen hatte oder bekommen hatte, ähm geladen. Ist mit der geladenen Flinte dann äh unterwegs zum Keller gewesen, wurde dann aber noch mal von seiner Frau Maria zurückgerufen. Er ist deswegen zurückgegangen in Richtung Küche, ist dort über seinen Hund gestolpert und dabei habe sich der Schuss gelöst, der dann letztlich zum Tod von Maria geführt hat.

Gegen diese abstruse Version steht ein Gutachten der Rechtsmedizin Erlangen. Der Obdozent rekonstruiert den Tathergang anhand der Blutspuren, nämlich ganz anders. Nach seiner Rekonstruktion musste Herr Ulrich S aus dem Nebenraum gekommen sein. Ähm noch in der im Wohnzimmer stehend oder der ähm Grenze zur Küche stehend ähm auf seine Frau gewartet haben. Die ist aus dem Bad gekommen.

 Vom Bad konnte man direkt in diese Küche gehen und da hat er sie äh erschossen. Anschließend ähm hat er sich dann zum Sofa begeben. handelt sich um eine Dachgeschuchswohnung, hat die Tatwaffe gegen äh die Decke abgeschützt und den Lauf gegen seinen Bauch gerichtet und dann abgedrückt. Dort hat er dann einige Zeit zunächst gelegen, also so halb auf dem Sofa liegend.

 Ähm war aber nicht tot, ist dann zunächst zum Leichnamen seiner Frau, hat sich dort noch einige Zeit hingelegt, ist da auch nicht verstorben und ist deswegen ähm dann nach unten gegangen, um Hilfe zu holen. Und dennoch Ulrich S besteht auf seine Version. behauptet, alles sei ein tragischer Unfall gewesen. Das gilt es nun zu widerlegen.

Die Sachverständigen des LKH konnten eindeutig nachweisen, dass in diesem Keller entgegen seiner Aussage noch nie mit einer Flinte auf Ratten geschossen worden ist. Im Sommer 2013 kommt es am Landgericht Koburg zum Prozess gegen Ulrich S. Er wird wegen Totschlags angeklackt. Insgesamt sind 60 Zeugen vorgeladen.

 Bei einem Ortstermin am Tatort schildert der 55-jährige seine Version dessen, was in der Tatnacht passiert ist. Er beteuert weiterhin seine Unschuld und trotzdem am 15. August 2013 kommt es zum Urteil. Ulrich wurde vom Landgericht Koburg zu 12 Jahren haft verurteilt. Er sitzt derzeit auch noch ein. Welches Motiv Ulrich S tatsächlich hatte, kann nur vermutet werden.

 Klar ist, er hatte Angst, dass ich seine Frau Marie von ihm trennt. Es sind jetzt vier Jahre seit der Tat vergangen. Ähm im Nachhinein betrachtet, glaube ich, ob ähm er seine Frau nun aus Liebe oder Eifersucht getötet hat. Ähm, das Gewehr gegen sich selber hat er mit Sicherheit aus Liebe gerichtet, weil er tatsächlich ohne seine Frau nicht leben konnte oder nicht leben weiter.

 Auch wenn Ulrich S nach wie vor etwas anderes behauptet, die akribische Arbeit von Ralf Fendal und seinen Kollegen haben das Gericht überzeugt und Ulrich S als Täter überführt. Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt.

 Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken. Der 18-jährige Carry Stainer drängte sich durch die Menge der Reporterinnen und Reporter, die auf dem Rasen vor dem Haus standen. Als er sich seinen Weg nach vorne gebarnt hatte, sah er endlich seinen Bruder zum ersten Mal seit 7 Jahren.

 Carry umarmte Steven im Blitzlichtgewitter. All die Traurigkeit, Schuld und Wut der letzten Jahre fielen wie Blei ab. Carie konnte kaum glauben, dass er seinen Bruder endlich zurück hatte. Es war das Wunder, dass seine Familie brauchte. Als Carry die Umarmung löste und einen Schritt zurücktrat, sah er an Stevens Blick, dass er seinen großen Bruder kaum wieder erkannte.

Aber bevor er etwas sagen konnte, stürzten seine Mutter und sein Vater auf Steven zu und weinen. Vor Glück. Carry wurde sofort beiseite geschoben. Die Reporter und Reporterinnen bildeten eine Traube um seinen Bruder und seine Eltern, um die Wiedervereinigung einzufangen. Carry sah von der Seite aus zu. Das machte ihm zunächst nichts aus.

 Aber als er sah, wie liebevoll seine Eltern mit Steven waren, fühlte er plötzlich einen Stechen. Er kannte das Gefühl, es war der Frust, die Eifersucht. Und plötzlich wurde Carry klar, dass er einfach verschwinden könnte und es würde niemanden interessieren. Die Freude und Aufregung über die Rückkehr seines Bruders wich einer kalten stumpfen Wut.

 Carry drehte sich um und ging. Als die Kameras und Stimmen hinter ihm leiser wurden, stieg ein unstillbares Verlangen in Carry auf, jemandem weh zu tun. Sehr weh zu tun. Er blieb stehen und atmete durch. Er würde dem inneren Ruf nicht nachgeben, zumindest nicht heute. Hi, ich bin Diane Helscher. Und ich bin Mark Augustat.

 In jeder Folge dieses Podcasts beschäftigen wir uns mit einem berühmten Serienkiller, mit seinem Leben, seiner Psyche und seinen Taten. Serienkiller, Mörder und ihre Geschichten. Ein Spotify Original von Podcast. Heute sprechen wir über Carry Stainer, besser bekannt als der Josemity Killer. In dieser Folge befassen wir uns mit Carry dunkler Familiengeschichte.

Außerdem werden wir darüber sprechen, wie der Yosemity Nationalpark dem Jugendlichen immer wieder zu Flucht vor seinen brutalen Trieben und Gewaltfantasien bot. In Folge 2 gehen wir dann näher auf Carries brutale Mordserie und sein Katz- und Mausspiel mit der Polizei ein. Carry Stainer wurde am 12.

 August 1961 in Merced Kalifornien geboren. Oberflächlich boten seine Eltern ihrem Erstgeborenen ein gutes Zuhause, nur dass sie nie besonders liebevoll waren. Dieser Mangel an Zuneigung hatte aber nichts mit Carry selbst zu tun. Seine Eltern kannten es nicht anders. Carry Mutter, Kay hatte eine schlimme Kindheit.

 Sie wurde von ihrem Vater sexuell missbraucht und immer wenn sie weinte, wurde sie bestraft und mit Scharm überhäuft. Die Folge war, dass sie sich in eine ernste Frau entwickelte, die große Probleme mit körperlicher Nähe und Zärtlichkeit hatte. Daran konnte auch die Geburt ihres ersten Sohnes nichts ändern. Als Carry ein Baby war, konnte er natürlich nur schreien, wenn er Nähe und Aufmerksamkeit wollte.

 Das sorgte jedoch dafür, dass Kay sich noch weiter zurückzog und Carry Vater Delbert reagierte sogar noch schlimmer. Um Carry Geburt herum hatte Delbert eine Rückenop. Das bedeutete, dass er das Baby nicht auf den Arm nehmen konnte, wenn es weinte. Stattdessen brüllte er den Jungen an, dass er still sein solle, was Carie natürlich riesige Angst machte.

Carie passte sich der Situation an. Als er zwei war, weinte er kaum noch. Er fing stattdessen an, sich die Haare auszureißen. Ein Jahr später gingen seine Eltern schließlich mit Carry zum Arzt, der bei ihm eine sogenannte Trichotelomanie diagnostizierte. Eine Störung der Impulskontrolle. Das Hauptcheinungsbild der Störung besteht darin, dass sich Betroffene die Haare ausreißen.

 Trichotelomanie kann viele Gründe haben, aber häufig ist sie eine Reaktion auf Ängste und innere Konflikte. Kinder können Anzeichen dieser Störung schon im Alter von 12 Monaten zeigen und auch bei Carie diente das Haare Ausreißen der Anspannungsreduktion. Als Baby konnte er nicht begreifen, warum seine Mutter und sein Vater sich weigerten, ihn auf den Arm zu nehmen.

 Er konnte aber auch noch nicht artikulieren, was ihm fehlte. Und zu weinen führte nur dazu, dass sein Vater ihn anschrie. Das Haare Ausreißen war also eine physische Reaktion auf emotionalen Schmerz, die dazu diente, Carry innere Anspannung zu lindern. Carry’s Beziehung zu seinen Eltern wurde mit der Geburt seiner Geschwister wahrscheinlich noch schwieriger.

K und Delbert bekamen noch vier weitere Kinder, drei Mädchen und einen Jungen namens Steven. Mit jedem neuen Geschwisterkind musste Carie härter um die Aufmerksamkeit der Eltern kämpfen. Carry war fast vier, als sein Bruder Steven zur Welt kam. Er war schon zu diesem Zeitpunkt ein stilles und ängstliches Kind.

 Im Gegensatz dazu war Steven fröhlich und extrovertiert. Carry sehnte sich nach einer Bindung zu seinem Vater, was Steven allein durch seine Art viel leichter zu fallen schien. Es gab jedoch einen Ort, an dem auch Carry bei seinem Vater punkten konnte, im Yosemity Nationalpark. Die Heimatstadt der Stainers Mercedemity genannt und ist nur 100 km vom Eingang des atemberaubenden Nationalparks entfernt.

 Delbert liebte es in der Natur zu sein und die Familie verbrachte viele lange Wochenenden mit Campen, wandern angeln und schwimmen. Auch Carry blühte in der Wildnis auf. Er war geboren, um draußen zu sein, genau wie sein Vater und fühlte sich Pudel wohl, wenn sie im Wald oder am Fluss waren. Der Yemiti Park war auch immer ein guter Ort, um Spannungen in der Familie abzubauen.

 Die Kinder verstanden sich besser, Delbert war entspannter und sogar Kay wirkte fröhlicher, wenn sie im Park waren. Trotz der Mücken und Sonnenbrennende war Josemity ein Paradies für Carry. Der Park ermöglichte es ihm aber auch für ein paar Tage aus Merced herauszukommen, wo das Leben immer komplizierter wurde. Als Carry 7 war, nahm seine Mutter ihn mit zum Einkaufen in den Supermarkt.

Während sie durch die Reihen ging, stellte sich Carry plötzlich vor, alle Kassiererinnen mit einer Pistole zu erschießen. Der Tagtraum war so real, dass es den Jungen erschreckte. Carry wußte, daß es falsch war, Leuten weh zu tun, aber er wußte nicht, was er machen sollte. Mit seiner Mutter konnte er nicht darüber sprechen.

 Sie interessierte sich nicht für seine Gedanken oder Probleme. Und abgesehen davon interessierte Carie seine Vision mehr, als dass sie ihm Angst machte. Nach dem Erlebnis im Supermarkt hatte Carry immer wieder Gewaltfantasien und jedes Mal ging es darum, Frauen gefangen zu nehmen, sie zu schlagen oder zu töten.

 Carry sprach mit niemandem darüber, erst recht nicht mit seinen Eltern. Mit der Zeit entwickelten sich die einzelnen Fantasien in komplexere Szenarien. Als Carry 8 war, stellte er sich vor, ein Mädchen aus der Nachbarschaft in einen unterirdischen Bunker zu locken und dort gefangen zu halten. Er beobachtete sie, wenn sie auf dem Rasen spielte und fragte sich, was wohl wäre, sie wirklich zu entführen und was er mit ihr machen würde, sobald er sie in seiner Gewalt hatte.

Und die Fantasien blieben. Als Carry Zeh war, riss er sich immer noch bisüschelweise Haare aus, während sich vor seinem inneren Auge Gewalttexzesse abspulten. Es waren die ersten Schritte auf einem dunklen Pfad, den Carry nie wieder verlassen sollte. Aber niemand hätte damals den Albtraum vorhersehen können, indem Sie schon bald darauf die ganze Stainer Familie wiederfand.

Carry hatte einen guten Draht zu seinen Verwandten. Sein Onkel Jessie wohnte auch in Merced und Carry verbrachte viel Zeit bei ihm. Aber Carry Eltern hatten keine Ahnung, dass Jessie seine eigenen Söhne schon seit Jahren sexuell missbrauchte. Eines Abends, als Carry 11 war, übernachtete er mal wieder bei seinem Onkel.

 Am Anfang war es wie jeder andere Abend bei seinen Cousins, aber dann kam Jessie irgendwann rein und sagte, dass er den Jungen etwas zeigen wolle. Es waren Fotos von nackten jungen Mädchen. Carry hatte schon Mädchen und Frauen beim Nacktbaden in Yosimity gesehen, aber das hier war anders. Als es Zeit war ins Bett zu gehen, fragte Jessie seinen Neffen, ob er bei ihm schlafen wolle.

 Carry dachte sich nichts dabei und legte sich mit zu Jessie ins Bett. In dieser Nacht missbrauchte Jessie Carie und schlief danach ein, als ob nichts gewesen wäre. Am nächsten Morgen wusste Carie nicht genau, ob das, was passiert war, schlimm war und ob er mit jemandem darüber sprechen sollte. Carry liebte seinen Onkel.

 Im Gegensatz zu seinen Eltern hörte er ihm zu und war immer für ihn da. Er war wie ein zweiter Vater, aber jetzt war der Elfjährige plötzlich unsicher, was er tun sollte. In Missbrauchsfällen, bei denen sich das Kind und die missbrauchende Person nahstehen, kann es vorkommen, dass das Opfer die Tat normalisiert oder rechtfertigt, um die missbrauchende Person zu schützen.

 Was den Vorfall noch verschlimmerte, war, dass Carry aus einem Haushalt kam, wo kaum miteinander gesprochen wurde. Er hatte daher große Hämmungen, den einzigen Erwachsenen, der sich wirklich mit ihm auseinandersetzte, einfach aus seinem Leben zu verbannen. Abgesehen davon waren Carry’s Tage voll genug, um sich abzulenken.

 Er war gut in der Schule, spielte Baseball, fuhr Skateboard mit seinen Freunden und zeichnete gern. Nach der Nacht im Haus seines Onkels fiel Carry schnell wieder in seinen normalen Alltag zurück. Doch kurze Zeit später änderte sich alles. Es passierte im Winter. Am 4. Dezember 1972 ging Carry’s Bruder Steven wie immer alleine von der Schule nach Hause.

Aber der Siebenjährige kam nie zu Hause an. Panisch fragten Kay und Delbert sofort bei ihren anderen Kindern, ihren Nachbarn und Nachbarinnen und Stevens Freundinnen und Freunden nach. Niemand hatte ihn gesehen. Die Stainers riefen die Polizei. Als die Officer die Leute in der Gegend befragten, fanden sie heraus, dass Steven zuletzt gesehen wurde, als er von der Schule nach Hause ging.

 Danach wurde die Spur kalt. Es war der Albtraum aller Eltern. Stevens Verschwinden erschütterte die Stainer Familie in ihren Grundfesten. Kate zog sich völlig zurück und sprach nur noch mit den Kindern, wenn es absolut notwendig war. Delbert war das genaue Gegenteil. Er brach komplett zusammen und wenn er nicht weinte, schrie er die Kinder an.

 Carry war schockiert über die Veränderung. Sein Vater war immer so stoisch gewesen, aber ohne seinen Lieblingssohn fiel er in sich zusammen. Carries ohnehin schon niedriges Selbstwertgefühl rutschte jedes Mal ins Bodenlose, wenn er sah, wie sein Vater über Stevens Sachen saß und weinte. Carry glaubte, dass es seinen Eltern nicht annähernd so viel ausmachen würde, wenn er verschwunden wäre.

Die Suche nach Steven war alles, was die Familie beschäftigte. Anstatt am Wochenende in denemity Park zu fahren, fuhren Kay und Delbert den ganzen Tag in Kalifornien herum. Sie gingen allen Tipps nach, die letztlich aber alle ins nichts führten. Am Anfang fuhr Carie noch mit. Er vermisste seinen Bruder.

 Abends saß er auf der Veranda, schaute in die Sterne und wünschte sich Steven zurück. Als großer Bruder fühlte er sich schuldig, dass er Steven nicht hatte beschützen können. Doch als die Wochen zu Monaten wurden, verwandelte sich Carys Traurigkeit in Groll. Seine Eltern dachten nur noch an Steven.

 Eines Tages in der Garage sah er eine Stelle, wo Steven seinen Namen hingeschrieben hatte. Er nahm eine Bürste und wischte den Namen weg. Er wollte weiter sein Leben leben, aber es war unmöglich, dem Schatten seines perfekten Bruders zu entkommen. In der Schule kannten die Leute Carry nur als den Jungen, dessen Bruder gekidnappt wurde.

 Das Flüstern auf den Fluren setzte ihn zu und er wurde noch stiller als sonst. Und weil er immer noch zwanghaft seine Haare ausriss, drücke ein Baseball Cap, um die Karlen Stellen zu verbergen. Dazu muss aber gesagt werden, dass nicht alles schlecht lief. Carry kam in Klassen für Fortgeschrittene und war ein sehr guter Zeichner.

 Er wurde sogar zu einem kleinen Star unter den anderen Schülerinnen und Schülern, die vor allem seine Karikaturen liebten. Carry blieb zwar immer noch meistens für sich, aber er war beliebt. Auf die meisten Leute wird er wie ein typischer Teenager gewirkt haben. Und wie jeder Teenager fing Carry irgendwann an zu rebellieren und seine Grenzen auszutesten.

Als Carry 12 oder 13 war, zogen sich er und ein paar Freunde vor einer Gruppe Mädchen die Hosen runter. Die Mädchen lachten nur über den scheinbar harmlosen Streich und Carry lachte mit. Aber sich vor fremden Leuten auszuziehen, erregte ihn auf eine Weise, wie er es noch nie zuvor empfunden hatte. Exhibitionmus gab Carry ein Gefühl von Kontrolle über seine Sexualität.

Es war ein Gefühl, dass er dringend brauchte, auch weil seine Pubertät mit großem sexuellen Frust einherging. Carry l unter erektiler Dysfunktion, die möglicherweise durch seine psychischen Probleme verursacht wurde. Er wurde von Ängsten und geringem Selbstwertgefühl geplagt und er war sexuell missbraucht worden.

 Seine Erektionsstörungen verstärkten seine negativen Gefühle zusätzlich und er schämte sich so sehr dafür, dass er es für unmöglich hielt, eine normale Beziehung zu einem Mädchen zu haben, auch wenn sich einige für ihn interessierten. Drei Jahre nach dem Verschwinden seines Bruders kamie auf die Highchool und die Mädchen bemerkten den hübschen, stillen Jungen.

Er war viel draußen unterwegs und ein talentierter Künstler. Er zeichnete sogar Comics für die Schülerzeitung. Carry trug zwar immer eine Baseballkappe, um die kahen Stellen auf seinem Kopf zu verbergen, aber viele Mädchen fanden ihn trotzdem spannend. Er sah nicht nur gut aus, er hatte auch etwas mysteriöses an sich.

Aber selbst als seine Freunde versuchten ihn zu verkuppeln, sagte Carry die Dates ab. Er verbrachte die Zeit lieber allein und ließ das Mittagessen aus, um draußen zu rauchen. Am Wochenende ging er in den Nationalpark und anstatt etwas mit echten Mädchen zu unternehmen, zeichnete er lieber welche. Denn trotz seiner Unfähigkeit, sich auf Mädchen einzulassen, sehnte sich Carry nach ihrer Nähe.

 Irgendwann reichte es ihm aber nicht mehr, einfach nur nackte Frauenkörper zu zeichnen. Also wurde er aktiv. Es fing mit kleineren Sachen an. So platzte er z.B. wie aus Versehen ins Zimmer, wenn er wusste, dass seine Cousinen sich gerade umzogen. Als er merkte, dass er damit durchkam, fing er an, um die Badfenster herumzuschleichen, wenn sie unter der Dusche standen.

 Einige Male versuchte er sogar sie beim Duschen zu filmen. Wenn Carryys Cousinen ihn erwischten, schimpften sie mit ihm, ohne es jedoch allzu ernst zu nehmen. Sie hielten Carry für harmlos, ein bisschen komisch im Kopf vielleicht, aber harmlos. Sie achteten einfach darauf, die Türen abzuschließen und die Rollos runterzuziehen, wenn er da war.

Wie beim Haare ausreißen, um mit negativen Gefühlen fertig zu werden, begegnete Carry seinen Problemen mit Mädchen auf indirektem Wege. Eine echte Beziehung hätte dem Mädchen einen Hebel gegeben, ihm weh zu tun. Bei der Art und Weise, wie er es machte, behielt er die Kontrolle. Trotzdem wollte Carry mehr.

 Er wollte echte Mädchen sehen und sie auch berühren, aber ausschließlich zu seinen Bedingungen. Als Carry 16 war, übernachtete eine Freundin seiner jüngeren Schwester bei ihnen. Kurz bevor sie schlafen gingen, versteckte sich Carry im Bett der Freundin und versuchte ihre Brüste zu berühren. Sie sagte, dass er verschwinden solle, was Carry auch sofort tat.

 Er kam jedoch schnell wieder und stellte sich völlig nackt in die Tür. Das Mädchen schrie ihn ein weiteres Mal an, bis er schließlich ging. Carry störte die Reaktion des Mädchens nicht besonders. Er hatte nicht nach ihrer Zustimmung gefragt, also machte ihm auch die Zurückweisung nichts aus.

 Trotzdem wünschte er sich, daß sie mehr wie die Frauen in seinen Fantasien gewesen wäre. Gefangen, unterwürfig und hilflos. Carry’s Gewaltfantasien waren präsent und stark wie Eonier und sie entwickelten sich weiter. Er malte sich inzwischen auch Szenarien aus, in denen vergewaltigt und geschlagen wurde. Als sie in der Schule über den Holocaust sprachen, mischten sich Leichenberge und ähnlich grausame Bilder in seine Fantasien.

Bilder wie diese erregten Carie, aber sie verstörten ihn auch. Und obwohl er seinen Trieben nachgab, wenn es darum ging, Mädchen zu beobachten und zu berühren, machte erst zum persönlichen Tabu, seine Gewaltfantasien in die Tat umzusetzen. Um Ruhe vor seinen Zwängen und Problemen zu finden, ging Carry oft zu seinem Onkel Jessie und rauchte Mariuana.

 Das Rauchen ließ das Leben viel einfacher erscheinen. Außerdem redete Jessie nicht so viel über Steven wie Carry Eltern. Zu Hause musste Carie überall wie auf Eiern gehen. Bei seinem Onkel konnte er machen, was er wollte. Carry fand auch weiterhin Trost und Zuflucht im Usemity Park. Er ging oft kämpen und angeln, entweder mit Freunden, seinen Cousinen und Cousins oder allein.

 Für ihn endete der perfekte Tag damit, eine Runde ins Wasser zu springen und danach einen Joint zu rauchen. Und auch wenn er nicht im Park war, Lars Carry ständig über die Natur. Dabei faszinierten ihn aber mehr die Geheimnisse der Wildnis als die Fürsterei oder die Zoologie. Am liebsten las er über Bigfoot, das Fabelwesen aus den Wäldern, von dem sich die Leute schon seit über 100 Jahren erzählten.

Als Kinder taten Carry und seine Geschwister so, als würden sie in den Park fahren, um Bigfoot zu jagen. Wirklich ernst nahm Carry die Legende, aber erst als Teenager. Er fühlte sich dieser irgendwie ausgestoßenen Kreatur verbunden. Die beide konnten nur in der Wildnis wirklich existieren. Als Carry 18 war, fuhren er und seine Freunde nach einem Camping Wochenende müde, aber glücklich nach Hause.

 Carry machte das Radio an. Er wollte Musik hören, aber stattdessen kamen Nachrichten. Carry sagte zu den anderen, dass sie still sein sollten und machte lauter. Der Nachrichtensprecher sagte, dass Carry Bruder Steven in diesem Moment nach Hause kommen würde. Er war seinem Kidnapper nach sieben langen Jahren entkommen. Der Albtraum war vorbei.

Carry war so aufgeregt, dass er sofort nach Mercer zurückraste, um seinen Bruder zu sehen. Keine Sekunde rechnete er mit den vielen Veränderungen und Turbulenzen, die ihnen zu Hause erwarteten. Als der 14-jährige Steven ankam, warteten die Reporter und Reporterinnen schon in der Einfahrt. K nahm ihren jüngsten Sohn in die Arme.

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