Wahre Verbrechen I Tod im Feriencamp I True Crime Dokumentation T
Wahre Verbrechen I Tod im Feriencamp I True Crime Dokumentation

Ich sterbe jetzt. Ähm, das sollen die letzten Worte von Cheetin gewesen sein. Wir haben echt auf ihn eingedorschen und die haben ihn im Tod geprügelt. Die haben den Leichnam dann zunächst hier liegen lassen, haben ihn nur notdürftig mit einer dünnen Schichte Sand bedeckt. Ähm und sind einen Tag später dann noch einmal hierher gekehrt an diesen Ort und haben ihr den Leichnam dann mit einer Schaufel etwa 2 m tief vergraben.
Meine Aufgabe ist Straftaten aufzuklären und im besten Fall auch Straftaten, weitere Straftaten zu verhindern. Haukebahnsen ist Leiter der Mordkommission in Flensburg. Sein Einsatzgebiet umfasst auch den Kreis Nordfriesland. Dazu gehören die Nordseinseln Amrum und Fur. Beruflich kommt er auf die Urlaubsinseln allerdings eher selten.
Amum hat ungefähr 2300 Einwohner bei etwa 75 000 Tagesgästen über das Jahr gesehen und ist mit Sicherheit kein Schwerpunkt der Kriminalität. Es ist eigentlich ein sehr beschaulicher Ort mit sehr geringer Kriminalität. Hier ist noch heile Welt. Seit dem 27. April 2017 wird hier der 27 Jahre alte Iraker Cheetin K vermisst.
Zwei Jahre zuvor war er aus dem Irak geflohen. Auf Amrum kommt er in diesem ehemaligen Ferienhaus der Gemeinde unter. ist 2015 über die normale Flüchtlingsroute aus dem Irak nach Deutschland gekommen und ist dann hier dem Kreis Nordfriesland zugewiesen worden und ist dann hier in auf Amrum untergebracht worden und hat sich hier relativ schnell integriert.
Er hat die deutsche Sprache gelernt und er hat auch ein ist auch einer Tätigkeit nachgegangen in der Gastronomie. Chetin wohnt im Keller des Gebäudes und lernt hier Marvin, Maxim und Elina kennen, die auch vor Ort leben. Zwischen Marvin, Maxim und Cheetin gab es eine Freundschaft. Die hatten sich natürlich kennengelernt über diese enge Wohnbeziehung und haben hin und wieder auch ihre Freizeit miteinander verbracht und sind auch zusammen feiern gegangen.
Es gab auch Hinweise und Aussagen dazu, dass sie hin und wieder mal Drogen konsumieren würden. Zumindest von Marvin und Maxim wussten wir, dass die äh BTM konsumieren. Am 27. April 2017 wird Chetin K zum letzten Mal gesehen. Nachdem er ihn telefonisch nicht mehr erreichen kann, erstattet ein besorgter Angehöriger vermissten Anzeige.
Die Beamten der kleinen Polizeistation Niebel auf der Insel Amrum gehen der Sache nach. Es sind dann die normalen standardmäßigen äh Maßnahmen durchgeführt worden, wie es üblich ist bei einer vermissten Anzeige. Die Person ist zur Öffentlichkeitsfahnung ausgeschrieben worden nach einer gewissen Zeit und äh ist dann auch bundesweit zur Verfahnung ausgeschrieben worden.
Schnell stellt sich heraus, auch Maxim und Marvin sind verschwunden. Angeblich berichtet die Mutter von Marvin der Polizei, hätten die drei in Hamburg ein Drogengeschäft abwickeln wollen. Doch ist es für die Beamten ein vermissten Fall wie jeder andere. Anfang Juli, zwei Monate nach dem Verschwinden der drei Freunde, tauchen Maxim und Marvin in den frühen Morgenstunden wieder auf der Insel auf, unter ungewöhnlichen Umständen.
Am Morgen des 5. Juli ist der Einbruch in den Edikmarkt in WDN von dem Inhaber entdeckt worden und ist angezeigt worden. Die Kollegen äh der auf der Insel Amrum sind dorthinefahren, haben die Anzeige aufgenommen, haben Spuren gesichert und haben auch festgestellt, dass es dort Videoaufzeichnungen gibt. Beide Täter hatten Ortskenntnisse.
Marvin war in dem Markt beschäftigt gewesen. Er wusste, dass außen eine Kamera ist. Diese hatten hatten die beiden Täter schon äh zur Seite gedreht, sodass sie nicht aufgenommen werden konnten. Was sie aber nicht wussten und nicht im Kalkül hatten, war, dass im Markt auch noch eine Kamera äh installiert war und auf dieser Kameraufzeichnung könnten die beiden dann identifiziert werden.
Als Maxim und Marvin die Insel mit der ersten Färe wieder verlassen wollen, werden sie gesehen. Eine Zeugin hat der Polizei mitgeteilt, dass sie zwei dieser drei vermissten Personen auf der Fähre von äh Beddü auf Amrum nach Dagebü gesehen hat. Und zwischenzeitlich hatte sich auch schon ein Tatverdacht gegen zwei dieser Personen ergeben, dass sie für einen Einbruch bzw.
seinen versuchten Einbruch äh in Edik Märkte in auf Amrum verantwortlich sein könnten. Die beiden Personen sind dann ähm in Niebel äh festgenommen worden und ähm sind verhört worden. Äh sie haben den Einbruchdiebstahl ähm auch zugegeben. Maxim und Marvin leben mittlerweile in Chemnitz bei einem Onkel von Maxim. In der Vernehmung werden sie auch nach Tetin gefragt. Sie wollen ihn am 27.
April, dem Tag seines Verschwindens zum letzten Mal gesehen haben. Weil die nötigen Voraussetzungen für einen Haftbefehl nicht gegeben sind, lassen die Beamten der Polizei Niebel die zwei Einbrecher wieder laufen. Lediglich ihre Handys werden sichergestellt. Cheetin bleibt weiter spurlos verschwunden. Der Wendepunkt in diesem Fall war letztendlich eine Zeugenaussage einer Amrummerin am 18.7.2017.
Sie berichtete, dass sie von einer männlichen Person aus dem Umfeld von Marvin und Maxim erfahren hätte, dass diese sich mit Chetin am 27.04. getroffen haben sollen und dass es zu einer Auseinandersetzung gekommen ist, in deren Verlauf Getin von den beiden umgebracht worden ist. Das angebliche Motiv für den Mord Cetin soll Elina, die Freundin von Martin, vergewaltigt.
Von jetzt an übernimmt die Mordkommission aus Flensburg die Ermittlungen. Wir haben uns dann eingehen mit dem Fall beschäftigt, haben zunächst einmal den vermissten Fall analysiert und haben festgestellt, welche Erkenntnisse dort vorlagen. Wir haben die Aussagen von Marvin und Maxim studiert und haben uns dann an die Mobiltelefone der beiden Personen rangemacht.
Die Überprüfung des Handys von Chtetin ergibt, dass es am Abend des 27. April gegen 20 Uhr zum letzten Mal eingeloggt war. Auch auf den Handys von Maxim und Marvin werden die Ermittler fündig. Es gab auf diesen Geräten Kommunikation zwischen Marvin und Maxim, die äh diesen Tatverdacht genährt haben und diese Kommunikation ähm betraf den 27.04.
Es war dort erkennbar, dass man sich nachmittags verabredet hatte und äh diese Kommunikation wirkte konspirativ. Dort wurde nicht offen äh gesprochen, weshalb man sich treffen wollte, sondern nur, dass es um ein wichtiges Thema geht. Und Maxim hatte sinngemäß geschrieben, ich hoffe, du machst mit und du vertraust mir.
Auf dem Handy von Maxim machen die Ermittler einen weiteren ungewöhnlichen Fund. Ein Foto zeigt Cheetin, eng umschlungen mit Elina. Die weiteren Ermittlungen haben dann zu dem Verdacht geführt, dass zwischen Elina und Chetin eine amoröse Beziehung stattgefunden hat und dies schon im Jahr 2016.
Wir konnten aufgrund eines Fotos, das Cheat mit einem Verband zeigte, den Zeitraum eingrenzen und die Auswertung von Marvins Handy ergab dann weitere Anhaltspunkte dafür, dass es dort ein einvernehmliches Verhältnis zwischen Chetin und Elina gegeben haben könnte. Doch wann hatte Maxim das Foto von seiner Freundin mit Chetin entdeckt? Was wustte er über die Beziehung? Und hat Chetin Elina tatsächlich vergewaltigt? Während die Ermittler noch über das Motiv rätseln, gelingt es über die Handydaten von Maxim und Marvin den möglichen Tatort einzugrenzen.
Er liegt in den Dünen unweit des Wohnhauses von Chetim. Liegt hier seine Leiche. Am 4. Oktober rückt die Polizei mit schwerem Gerät an und es sind ähm Polizeikräfte von der Einsatzhundschaft in Eutin hierher ähm verlagert worden ähm und haben hiermit Sonden ähm und dergleichen in einigen unterschiedlichen Arealen gesucht.
Wir haben Leichenspürhende eingesetzt, ähm wir haben das THW zur Unterstützung gehabt. Ähm, also insofern ist hier schon ein ziemlich großer Einsatz gefahren worden, was auch äh bei den Angehörigen natürlich nicht unverborgen geblieben ist. Trotz des großen Aufwands, die Leiche von Chtetin bleibt verschwunden.
Die Suche ist dennoch ein Erfolg. Die Mutter von Marvin und Elina lebt noch auf Arm rum. Sie informiert ihren Sohn in Chemnitz über die Suchmaßnahmen der Polizei. Was sie nicht weiß, ihr Telefon wird abgehört. Die Mutter von Marvin wusste schon seit dem Tattag, was dort stattgefunden hat und hat dann durch ihr Verhalten auch die beiden Personen gedeckt.
Sie hatte ja berichtet, dass die beiden aufgrund von Drogengeschäften die Insel verlassen hätten. diese These, diese Theorie immer weiter gestützt und hat damit die Polizei in ihren Ermittlung auch in die falsche Richtung gelenkt. Am Tag der der Durchsuchungsmaßnahmen dort vor Ort am 4.10. Die Mutter von Marvin dann Kontakt aufgenommen mit Marvin und hat ihm berichtet von den umfangreichen Durchsuchungsmaßnahmen dort im Dünenbereich.
Marvin hat dann entsprechend reagiert und hat quasi am Telefon sinngemäß eingeräumt mit der Tat und Verbindung zu stehen. Mit dem abgehörten unfreiwilligen Geständnis gelingt es Haftbefehle für Maxim A und Marvin Hart zu erwirken. Sie werden in Kemnitz festgenommen und vernommen. Nach anfänglichem Leugnen gestehen sie die Tat.
Laut Maxim hatte er das eindeutige Foto von Chetin und seiner Freundin auf deren Handy entdeckt und sie anschließend zur Rede gestellt. Durch die späteren Aussagen der beiden Beschuldigten ist dann offenbar geworden, dass ähm Maxim von Elina erfahren haben will, dass sie vergewaltigt worden ist von Cheetin.
Das hatte sie ihm offenbart unter Tränen. Zu dieser Information ist Maxim dann an Marvin herangetreten und man hat dann vereinbart, dass Chetin für diese Tat bestraft werden müsste. Die erfundene Ausrede von Elina H wird zum Todesurteil für Chetka. Wie sich in den Vernehmungen herausstellt, hatte sie sogar zugestimmt, dass der junge Iraker getötet wird.
Elina musste tatsächlich davon ausgehen, dass ihr Freund Maxim und ihr Bruder Marvin zur Selbstjustiz greifen würden. Sie hat nämlich an dem Abend noch äh ihre Mutter gegenüber geäußert. Sie würde sich Sorgen machen und hier es würde etwas Schlimmes passieren. Sie hat sogar nachgefragt, ob noch alle Messer im in der Küchenschublade vorhanden wären.
Insofern äh war das für sie wohl schon absehbar, ähm dass die beiden ähm Cheetin zur Rechenschaft ziehen wollten. Marvin H führt die Beamten in den Dünen schließlich auch zur Leiche von Schetingka. Wir befinden uns hier am Ablageort des Leichnamens hier. An diesem Ort haben Maxim und Marvin Chitin am 27.04. unter einem Vorwand hergelockt.
Man wollte Alkohol konsumieren und äh Party machen. Jetchen ist dann arglos mitgegangen und ähm dann ist es hier an diesem Ort zur Auseinandersetzung gekommen. Marvin und Maxim haben Chetin angesprochen auf eine angebliche Vergewaltigung. Ähm und auf ein Zeichen hin hat Marvin dann den ersten Schlag gesetzt und hat Cheet ihn zu Boden gebracht und es ist dann zur Eskalationssituation gekommen, indem beide auf ihn eingeschlagen und auch eingestochen haben und im Verlauf der Auseinandersetzung ist es dann dazu gekommen, dass Chetin
verstorben ist. Die beiden haben den Leichnam dann zunächst hier liegen lassen, haben ihn nur notdürftig mit einer dünnen Schichte Sand bedeckt, ähm und sind einen Tag später dann noch einmal hierher gekehrt an diesen Ort und haben ihr den Leichtnam dann mit einer Schaufel etwa 2 m tief vergraben. 2018 kommt es vor dem Landgericht Flensburg zum Prozess.
Maxim A wird wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Marvin H. nach Jugendstrafrecht zu 7 Jahren und 3 Monaten. Elina muss wegen Beihilfe 3 Jahre ins Gefängnis. Endlich kehrt wieder Ruhe ein auf der Insel. Was für Amrum Ausnahmezustand war, ist für Hauke Bahnsen alltägliche Arbeit. Der Kampf um Gerechtigkeit für die Opfer und ihre Angehörigen.
Weißt du, ob es von Schwarzwald gibt’s ja eine gute Verbindung nach, weil dann würde ich wahrscheinlich mit dem Zug oder Bus zu dir kommen. Ihre Freundin aus Mainz, Vanessa, die rief an und hatte gefragt, ob wir wüssten, warum Scarlet nicht käme oder wann sie käme. Ich habe versucht Scarlet anzurufen, aber es kam kein Kontakt zustande.
Auf den Bildern der Überwachungskamera konnte man Skal sehen in voller Wandermontur, mit dem Rucksack, mit den Wanderschuhen. Aufgrund der Dinge kann man davon ausgehen, dass sie die Wanderung antreten wollte. Man kann nicht jeden Quadratmeter absuchen. Es sind steile Hänge, es sind Felswände dort, es ist gefährliches Gebiet.
Wir gehen an Stellen, an die sonst keiner hin möchte. In die Hänge durchs Unterholz. Sie muss irgendwo sein. Sie kann nicht einfach vom Erdboden verschlupt sein. Totmos im Schwarzwald. Im September 2020 verschwindet hier die damals 26-jährige Scaretzalize. Spurlos. Die junge Frau aus Patlipspringe in Nordreinwestfalen war damals auf einer Wanderung unterwegs.
Bis heute wird sie vermisst. Gab es einen Unfall? Wurde sie Opfer eines Verbrechens? Für Scarlits Vater Ralf Salze ist die Situation unerträglich. Es bedeutet, dass man mit den Gedanken permanent bei Scarlet ist. permanent. Also, man schläft eigentlich gar nicht mehr richtig durch. Scar Zalize ist eine abenteuerlustige junge Frau.
Die Studentin bereist zahlreiche Länder. Oft ist sie dabei allein unterwegs. Auch den Schluchtensteig, einen knapp 120 km langen Wanderweg von Stühlingen nach Wer, will sie ohne Begleitung gehen. Anschließend plant sie einen Besuch bei ihrer Freundin Vanessa in Maiz. Sie kündigt sich mit einer Sprachnachricht an. Also ähm ich kann noch nicht genau sagen, wann ich komme und wie ich komme.
Ich bin jetzt gerade noch am Plan. Weißt du, ob es von Schwarzwald gibt’s ja eine gute Verbindung nach Weißt du zufällig das? Äh ja, weil dann würde ich wahrscheinlich mit dem Zug oder Bus zu dir kommen, aber Scarlet kommt nie an. Im Juni 2022 berichtet Aktenzeichen XY vermisst über den Fall. In der Sendung werden die Tage vor ihrem Verschwinden rekonstruiert.
Am 9. September 2020 erreicht die junge Frau Totmos. Sie schreibt Vanessa, dass sie nach der letzten Wanderetappe am nächsten Tag wie geplant zu ihr kommen will. Als Scarlet in Mainz aber nicht auftaucht und ihr Handy keine Nachrichten mehr empfängt, erkundigt sich ihre Freundin bei Scarlets Eltern.
die rief an äh im bei meiner Frau und hatte gefragt, ob wir wüssten, warum Scarlet nicht käme oder wann sie käme. Ich habe versucht mit dem Handy was zu erfahren oder Scarlet anzurufen, aber es kam kein Kontakt zustande. Einen Tag später meldet Scarlets Familie sie als vermisst. Die Polizei beginnt sofort zu ermitteln.
Mehrere Tage lang wird das unwegsame Areal mit rund 200undert Einsatzkräften von Feuerwehr, Bergwacht und THW abgesucht. Drohnen und Hubschrauber sind im Einsatz, doch von der jungen Frau fehlt jede Spur. Tatsächlich wissen wir nicht, was ab Donnerstag passiert ist. Wir können also somit nichts ausschließen. Man kann nicht jeden Quadratmeter absuchen.
Es sind steile Hänge, es sind Felswände dort, es ist gefährliches Gebiet. Weil sich keine konkreten Anhaltspunkte ergeben, stellt die Polizei die Suche nach zwei Wochen vorerst ein. Aber die Familie gibt die Hoffnung nicht auf. In sozialen Medien bittet sie um Mithilfe. Menschen aus der Region gründen eine private Suchinitiative.
Auch Andreas Asal aus Schönau, etwa 30 Minuten von Totmos entfernt, ist von Beginn an mit dabei. Also, wenn du so nah dran bist und das Leid ähäh der Familie siehst, dann motiviert dich das weiterzumachen, bis du Scarlet gefunden hast oder dazu beitragen kannst, dass sie gefunden wird. Asal ist kein Kriminalist, er arbeitet in der Automobilbranche.
Trotzdem leisten er und seine Mitstreiter Detektivarbeit. Eine wichtige Frage. Wollte Scarlet die letzte Etappe des Schluchtensteigs vielleicht gar nicht gehen? Hat sie ihre Pläne spontan geändert? In diesem Supermarkt entstehen die letzten Bilder von Scarlet. Auf den Bildern der Überwachungskamera konnte man Scarlet sehen in voller Wandermontur mit dem Rucksack, mit den Wanderschuhen.
Also, sie hat hier ein paar Kleinigkeiten gekauft an Proviant für die Wanderung. Wasser, Kekse, das Übliche. Aufgrund der Dinge kann man davon ausgehen, dass sie die Wanderung antreten wollte. Um zum Einstieg des Wanderwegs zu gelangen, müsste Scarlet am Kurpark in Totmos vorbeigelaufen sein. Von ihrer Familie bekommt der Suchtrup die Zugangsdaten für ihr Google Konto.
Die Handydaten bestätigen. Scarlet war vor ihrem Verschwinden tatsächlich hier. Also wir haben das in der Google Zeitachse inem Google Konto konnt man das sehen, dass der EDK Schmidzmarkt da drin ist. Und dann danach hier das keltische Steinlabyrinth im Kurpark. Im Park chattet Scarlet noch mit ihrem Freund in China.
Es ist das letzte Mal, dass ich ihr Telefon ins Mobilfunknetz einwält. Joey gibt der Polizeigegenüber an, sie habe auf ihn bedrückt gewirkt. Könnte sich die lebensfrohe Studentin etwas angetan haben? Andreas Arsal wertet alle Text und Sprachnachrichten an Familie und Freunde aus und hat dazu eine klare Meinung.
Wir hatten immer den Eindruck, dass es gar soweit gut geht. Sie war happy auf der Tour. Auch mit den Gesprächen heim zur Familie. Da war nichts und von daher glauben wir nicht, dass sie auf einmal einen Suizid begehen könnte. Auch die Polizei hält diese Theorie für unwahrscheinlich. Zwei Monate nach ihrem Verschwinden wird die Suche offiziell wieder aufgenommen.
Der Wald ist nun nicht mehr so dicht wie im September. Im Fokus der letzte Streckenabschnitt. Auch der private Suchtrup konzentriert sich auf diese 20 km. Heute begleitet Reif Salze die Gruppe ins Gelände. Aber das ist noch mal weiter Richtung wer Richtung, dass die sich so engagieren über so einen langen Zeitraum und wirklich auch alles reinbringen an Ideen und auch auch persönlichen Einsatz, die die ähm tun alles, wo man schon wirklich sagen muss, äh Hochachtung.
Wir gehen an Stellen, an die sonst keiner hin möchte, ne? Also wirklich auch den Weg verlassen in die Hänge durchs Unterholz. Also die steilen Stellen, die es gibt, sind für uns auch schwierig zu erreichen. Da musst du selber auf deine Füße achten, dass du nicht verunfallst. Trotz allem bleibt die junge Frau spurlos verschwunden.
Im September 2021 leitet die Staatsanwaltschaft ein Todesermittlungsverfahren ein. Grundlage ist eine anonyme Anzeige, nach der Scarlet Opfer eines Verbrechens geworden sei. Während der ganzen Zeit suchen Andreas Arsal und seine Mitstreiter weiter nach Scarlet, chartern dafür sogar ein Flugzeug. Bereits abgesuchte Bereiche tracken sie per App.
Mittlerweile bleibt kaum ein Ort übrig, an dem sie noch nicht waren. Auch abseits des eigentlichen Wanderwegs. Also, wir haben dann Scarlet Social Media uns angeschaut, da sieht man dann, dass sie viel in der Natur ist. Man sieht auch mal einen Selfie, wo sie auf einem Felsvorsprung sitzt. Hat Scarlet ihr Leben für ein Foto riskiert? Ihr Vater Ralf sagt, das passe nicht zu seiner Tochter.
Sie sei eine erfahrene Wanderin und außerdem sehr besonnen. Man kann ja leider nichts ausschließen, aber sie war jetzt nicht so, dass sie jetzt um jeden Preis alles riskierte. Mehr als 100 mal war der Suchtrup schon unterwegs ohne Ergebnis. Mittlerweile bezweifelt auch Andreas Asal die Unfalltheorie. Also ich halte ein Unfall hier auf der letzten Etappe mittlerweile für sehr unwahrscheinlich, weil viele Absturzstellen gibt’s nicht.
Diese potenziellen Absturzstellen wurden abgesucht und da bin ich einfach der Meinung, da hätte man jetzt wirklich nach aller Zeit mal was finden müssen. Bei der Suche stößt die Gruppe zwar immer wieder auf unterschiedliche Gegenstände, aber nichts davon ist von Scarlet. Auch ihr markanter roter Rucksack bleibt verschwunden.
Dann gibt es eine neue Spur. Eine Zeugin will Scarlet am Tag ihres Verschwindens auf einem Parkplatz etwa auf der Hälfte der letzten Etappe gesehen haben. Die Zeugin hat ausgesagt, dass sie eine blonde jüngere Frau, da ist so ein Findling, so ein Stein gesehen hat, wie sie da Pause gemacht hat. Die Personenbeschreibung selbst war gut und Scarlet hatte auch so ein türkises Handtuch dabei.
Das hatte sie wohl ausgebreitet auf dem Stein. Auf eigene Faust organisiert das Suchteam eine private Hundestaffel und die Tiere nehmen auf dem Parkplatz tatsächlich Skal Witterung auf. Also, die Hunde haben sich hier am an diesem Stein auf dem Parkplatz auffällig verhalten, waren unruhig und man ist da noch ein Stück rüber auf die Straße, weil da der Schluchtensteig weitergeht, aber da wollten die Hunde nicht so richtig weitergehen und sind dann hier auf dem Parkplatz zurückgekommen.
Ist Scarlet hier in ein Auto gestiegen? War es freiwillig oder wurde sie entführt? Bis heute ist ungeklärt, was mit der jungen Frau im September 2020 passiert ist. Die Staatsanwaltschaft hat das Todesermittlungsverfahren mittlerweile eingestellt. Sollten sich neue Hinweise ergeben, wird die Polizei diesen aber nachgehen.
Auch für Andreas Asal ist aufgeben keine Option. Sie war ja in Totmos und es muss hier irgendwas von ihr geben. Sie muss irgendwo sein. Sie kann nicht einfach vom Erdboden verschlupt sein. Also, obwohl wir nichts gefunden haben über die lange Zeit, werden wir erstmal weitermachen, dass diese grausame Ungewissheit endlich mal ein Ende hat.
Rif Salze wünscht sich ins Geheim, daß Scarlet freiwillig untergetaucht ist und irgendwo ein neues Leben begonnen hat. Nur daran glauben kann er nicht. Solange er nicht weiß, was seiner Tochter zugestoßen ist, wird er weiter nach ihr suchen. Ich möchte einfach sie sie finden und ihr Schicksal klären.
Ich ich kann nicht akzeptieren, dass meine Tochter verschwunden ist und keiner irgendetwas von ihr hört. Ein Kind darf keine Erinnerung werden. Das ist falsch. Der Fall begann am 12. September 1992, als zwei Jäger uns anriefen und sagten: “Wir haben eine Leiche gefunden. Neben den sterblichen Überresten fanden wir einen Teddybären.
Es war ein kleiner Teddybär, schon alt, an den Armen und Beinen repariert. Vielleicht war es ein Maskottchen. Wenigstens haben wir etwas DNA und die zeigt uns, der Junge könnte aus Deutschland kommen oder in Deutschland gelebt haben. Deshalb hoffen wir, dass uns die Deutschen in diesem Fall vielleicht helfen können, den Jungen zu identifizieren.
Die kleine Polizeistation Hohl im Südwesten Norwegens. 1992 arbeitet Torstein Seim hier als Polizeibeamter. Heute ist er pensioniert, aber dieser Fall lässt ihn auch nach über 30 Jahren nicht los. Im 60 km entfernten Nationalpark Hadanga Wider ist eine Leiche gefunden worden. Es war schon Abend, als wir informiert wurden.
Wir haben entschieden, erst am nächsten Tag hinzufahren. Ein Kollege und ich fuhren in die Berge und fanden den Ort, an dem die Knochen lagen. Die Jäger zeigten ihn uns. Das waren tatsächlich die sterblichen Überreste eines Menschen. Der Leichenfundort ist ein beliebtes Trackinggebiet in Norwegen. Es liegt sehr abgelegen auf 1200 m Höhe auf einem Bergplateau.
Hier in dieser Richtung liegt das nächste Camp für Touristen. So etwa dreieinhalb Stunden Fußmarsch entfernt. Der Tote wurde auf halben Weg zum Camp gefunden, 1 Kilometer abseits des Pfades. Es lagen nur Knochen auf dem Boden. Wir sahen kein Zelt, keinen Schlafsack. Es gab eine Landkarte, aber keine richtige Ausrüstung, wie man sie hier in den Bergen benötigt.
Aber immerhin hatte er gute Schuhe. Neben den Knochen liegt dieser Teddybeär. Ein stummer Zeuge dessen, was hier passiert ist. Experten glauben, aufgrund seiner Verarbeitung kann er in Deutschland hergestellt worden sein. Er ist wahrscheinlich mit Stroh ausgestopft, hat Papier in den Beinen und in den Armen.
Er sieht sehr alt aus. Wir wissen es nicht genau, aber er könnte in Sonnenberg in Deutschland hergestellt worden sein, möglicherweise in den 1950er Jahren. Über den Toten wissen die Ermittler nicht viel mehr, als dass es sich um einen jungen Mann um die 20 handelt. Auch die Todesursache ist unklar. Die Knochen waren nicht gebrochen oder so etwas in der Art, aber weil nicht mehr viel davon übrig war, können wir das auch nicht mit absoluter Sicherheit sagen.
Tiere wie Füchse und Vögel waren da schon dran. Oberste Priorität hat für die Ermittler die Identität des unbekannten Toten. Sie hoffen, dass sie die Habseligkeiten des Mannes weiterbringen. Bis heute liegen sie in der Polizeistation. Unter anderem handelt es sich um Wanderschuhe des deutschen Herstellers Meephisto, Schuhgröße 40HB, ein olivgrünes Regenkape der deutschen Marke WFO.
Außerdem Winterlederhandschuhe des deutschen Herstellers Räusch. Dazu noch eine italienische Jeans, die 1990 ebenfalls in Deutschland verkauft wurde. Und diese Wasserflasche hier. Experten sagen, sie sei in Deutschland produziert worden oder es ist die Nachbildung einer Flasche aus Deutschland. Schließlich finden sie noch eine Brotverpackung.
Was man gefunden hat, war Vollkornbrot. Auch das wurde in Deutschland hergestellt. Im November oder Dezember 1991 wurde es nach Norwegen geliefert. Das Ablaufdatum ist Mai 1992. Alles Dinge, die darauf hinweisen, dass der Unbekannte Tote möglicherweise aus Deutschland stammt. Kommissar Seim und seine Kollegen versuchen nun Daten zu finden, um einen eventuellen Todeszeitpunkt schätzen zu können.
Dabei werden sie in der Nähe des Leichenfundortes auf etwas aufmerksam. Wir sind hier am Touristencamp in Tüva. Am 22. Juni 1992 kam der Besitzer der Hütte hierher, aber sie war verschlossen. Deshalb kehrte er am 25. Juni 1992 nochmals zurück. Dieses Mal war ein Fenster aufgebrochen. Man konnte sehen, dass eine Person im Bett geschlafen hatte.
Vielleicht war es unser junger Mann, der vom Bahnhof aus Ustaherkam nach Tü und die Hütte verschlossen vorfand. Vielleicht hat er dann ein Fenster eingeschlagen, denn es war sehr kalt draußen und am nächsten Tag könnte er weitergegangen sein. Torstein Seim glaubt, dass der junge Mann kurz danach gestorben ist.
Aufgrund der aufgefundenen Gegenstände ist er sicher, der Mann war kein Norweger. Deshalb durchsucht er jetzt Passagierlisten. Wir haben alles überprüft: Hotels, Flüge, Taxen, Busse, Züge und so weiter. Und man half uns, die Gästebücher in den Touristen zu checken. Wer war wann in den Hütten, aber wir hatten kein Glück.
Der Ermittler will nicht aufgeben, das Schicksal des jungen Mannes zu klären. Er wendet sich mehrmals an die Öffentlichkeit auch über das norwegische Fernsehen. Daraufhin meldet sich eine interessante Zeugin. Das war eine Frau aus Deutschland, die in Norwegen lebte. Sie rief uns 1998 an, nachdem sie in einer deutschen Talkshow etwas gesehen hatte.
Da war eine Frau unter den Gästen, die weinte und sie sagte, ihr 20-jähriger Sohn sei mit Interell zum Wandern in Norwegen unterwegs gewesen und er sei nicht zurückgekehrt. Wir haben versucht Näheres herauszufinden, hatten aber kein Glück. Torstein Seim ist sicher, irgendjemand muss den jungen Mann vermissen, der Anfang der 1990er Jahre verschwand.
Wir haben die zentrale Polizei in Oslo kontaktiert und weltweit in 146 Ländern nachgefragt, aber wir haben einfach keinen Hinweis bekommen, wer diese Person sein könnte. In Norwegen nennt man den unbekannten Toten den Teddybärmann. Vielleicht ist es tatsächlich der Teddy, der die Ermittler doch noch auf eine Spur bringen wird, wenn sich jemand an ihn erinnert.
Torstein Seim hofft auf Hinweise aus Deutschland. Es wäre eine große Erleichterung, wenn er dem toten jungen Mann endlich einen richtigen Namen geben könnte. Diese Bewohner wurden in den Scherz praktisch entmenschlich. Man hat nur noch von die [ __ ] die Sau, die Hexe, das Biest gesprochen und irgendwann ist es dann soweit. Sie konnten diese Straftaten begehen.
Ihre Hemmungen waren im Zuge dieser Gruppendynamik gefallen und es hat für sie auch was bedeutet, dass sie Macht ausüben konnten. Ja, man hat ihnen sogar das Menschsein abgesprochen in dem dann in dem einen Chat die Täterin schreibt ja ist schon ganz schöne Tierquäler, gell? Das das macht auch was, wo man dann denkt, nein, ihr habt da wehrlose Menschen verquält.
Sie haben das genannt wegspritzen. Allein der Begriff, den finde ich fürchterlich, aber es trifft halt zu, wenn ich jemanden mit Insulin versuche zu töten. Es waren teilweise Auszüge dabei, ähm sinngemäß so Dinge. Ähm man ist Herr überleben und Tod und wer uns nicht passt, wird entsorgt. gemeinschaftlich handelnd, heimtürkisch und aus sonstigen niedrigen Beweggründen einen Menschen getötet zu haben.
In einem Altenheim in einer Kleinstadt in Rheinlandfalz kommt im Jahr 2015 der Verdacht auf, dass insbesondere pflegebedürftige Bewohner systematisch bestohlen werden. Die Polizei wird eingeschaltet. Ein Täter kann nicht ermittelt werden. Im großen und ganzen war das ein gepflegtes Seniorenheim gewesen vom vom äußer Anschein her.
Hätte man da keinerlei Verdachtsmomente gehabt, dass es dort irgendwie zu solchen Delikten kommt oder dass da irgendetwas in der Schieflage ist. Im August 2016 wendet sich das Altenheim erneut an die Polizei in Neustadt. Hauptkommissar Sebastian Sessig von der Kripo Ludwigshafen wird mit den Ermittlungen betraut werden.
Ich habe erfahren, dass die Kollegen aus Neustadt vom Seniorenheim angerufen worden sind, wurden darüber in Kenntnis gesetzt, dass dort eine Bewohnerin verletzt worden ist. Z Mitarbeiter hätten das Ganze beanzeigt, hätten sich da der ähm Pflegedienstleiterin offenbart und hab mitgeteilt, dass sie auch ein Video von der Tat haben.
Die Frau hat sich damals dieses Video angeguckt und hat dann festgestellt, dass die eine Mitarbeiterin, die weibliche Beschuldigte auf dem Video zu sehen ist und äh dort mit Keksen auf eine Frau wirft. Gleichzeitig hat sie aber auch festgestellt, dass dort äh zumindest irgendeine Person das ganze filmen muss und anhand des charakteristischen Räusperns oder Lachen hat sie dann ähm den jüngeren männlichen Beschuldigten benannt, der bei dieser Aufzeichnung auf jeden Fall dabei gewesen sein muss.
Die Aufnahmen sprechen für sich. Das Opfer kann nicht mehr befragt werden. Die Frau ist im Februar 2016 verstorben. Wenn man dieses Video sieht, die Frau schreien hört, die hat das auf jeden Fall mitbekommen. Sie hat auch ähm auf diesen Bewurf reagiert. Sie hat geäußert, dass sie Schmerzen hat. Sie hat aufgefordert, dass die anderen damit aufhören sollen.
Das hat sie in diesem Moment auf jeden Fall mitbekommen. Ja, auf dem Video zu sehen ist die 27 Jahre alte Celina M. Staatlich examinierte Altenpflegerin. Hinter der Kamera, der 24 Jahre alte Danny L. Der als Pflegehelfer in dem Altenheim arbeitet. Ihre Handys werden beschlagnahmt. Bei der Auswertung stoßen die Beamten auf einen verstörenden Chat vom 29. Dezember 2015.
Danny L arbeitet zu dieser Zeit in der Spätschicht auf der Pflegestation. Selina M ist zu Hause. Sie zittert, ist schon im Unterzucker. Nachladen. Hast gemessen? Ich lade nach. Noch 150 nachgeladen. Die bekomme ich noch weg. Schreib mir den Todeszeitpunkt. Auch wenn ich penn. Unser erster Mord. Jetzt verbindet uns endlich alles, bis wir zusammen sterben.
Ich muss gucken, dass die Weg ist heute Nacht. Ao, weil am Tag nett weiß, was sie mit ihr machen. Zur Not Luft weg. Was? Kissen aufs Gesicht. Die Frage war natürlich in diesem Moment gewesen, ja, ist das Ganze noch Fiktion? Ist da wirklich irgendetwas passiert? Die nächsten Fragen, die man sich in diesem Moment auch als Ermittler stellt, wie ähm kann man eine solche Tat nachweisen? Ähm, wie kann ich rausbekommen, ob das Ganze reell ist, ob das Ganze Fiktion ist? Was habe ich da für Möglichkeiten? Wenn man diesen kurzen Ausschnitt, den
ich gesehen habe, gelesen hat, kann man ähm in die Richtung gehen. Ja, da könnte wirklich was passiert sein, aber es war in diesem Moment noch recht wage gewesen. Doch schnell ist klar, auf der Pflegestation von Danny L ist am 29. Dezember 2015 tatsächlich eine demenzkranke Frau gestorben. Die ehemalige Chefsekretärin Giesel Late 85 Jahre alt.
Ein Arzt bestätigt am nächsten Morgen einen natürlichen Tod. Der Leichnam wird eingeächert. Der Fall wird jetzt Obertaatsanwältin Doris Bremy Metz bei der Staatsanwaltschaft Frankental vorgelegt. Sie leitet die Abteilung für Tötungsverbrechen. Man liest es zunächst mal und denkt, das ist ja unglaublich. Sowas habe ich noch nie gelesen.
Wir sind es ja als Staatsanwälte durchaus gewöhnt, dass die Leute im Zorn in der Aufregung mal rufen, sagen, schreiben, ich bringe dich um oder ähnliches. Und ich hatte eigentlich erwartet, dass wir uns in einer solchen Situation befinden bei den Chats. Aber der Art konkret, das hat mich zunächst mal als Staatsanwältin überrascht.
Einen Tag nach der Tat tauschen sich Celina M und Danny L erneut über die vorangegangene Nachtschicht aus. 5 Minuten gedauert. Ja, hast einfach es Kissen auf. Sie hat die gezuckt und woher wusstest, dass sie dann wirklich tot ist? Ja, weil sie aufhörte zu atmen und Schleim aus dem Mund kam. Die war körperlich schon weg und geistig auch.
Also ist im Koma gewesen und du hast nur den letzten Ateming verkürzt. Das hat mit dem Kissen geklappt. Ja, war ein Kissen von ihr. Okay, cool, dass du das so konntest. Respekt. Muss ja, sonst wären wir am Arsch gewesen. Sind wir fies. Oberstaatsanwältin Bremer Metz reichen die Chats aus. Sie leitet ein Ermittlungsverfahren wegen Mordes.
Ging Selina M und Daniel L ein. Und dann haben wir uns sehr schnell zusammengesetzt, um zu entscheiden, wie wir weiter vorgehen. Es war auch ganz schnell klar, dass wir Haftbefehle erwirken wollen. Offenbar steckt ein dritter Pfleger mit den beiden unter einer Decke. Der 48 Jahre alte Michael K. Er kann erst später überführt werden.
Vorläufig bleibt er auf freiem Fuß. Jetzt kommt Hauptkommissar Sebastian Sessich ins Spiel. Er soll die Ermittlungen leiten. Er lässt Celina M. Daniel L noch am selben Tag festnehmen. Die beiden Tatverdächtigen verweigern zunächst die Aussage. Doch am Abend überlegt es sich Daniel L noch einmal anders. Und ich weiß, das war in diesem Raum still gewesen.
Er bewegt sich auf einmal, springt fast auf und sagt doch, ich mache Angaben. Und dann haben wir uns über den Fall unterhalten, der im Rahmen von diesem ersten Chat oder von diesem bekannten Chat ähm uns vorgelegen hat. Er hat in der Vernehmung die Tat eingeräumt, hat auch Vorhalt der Chatprotokolle auch diese Tat eingeräumt, hat das Ganze dann so bestätigt gehabt, hat auch mitgeteilt, dass seine Chatpartnerin, die ähm weibliche Beschuldigte war, dass sie ihn da unterstützt hat.
Und in diesem Moment war dann klar gewesen, dass diese Tat oder dieser Chat keine Fiktion war, dass es sich hier um eine reale Tat handelt. Zwei erfahrene Ermittlerinnen der Kriminalinspektion Neustadt sollen die Auswertung der beschlagnahmten Handys übernehmen. Säsig setzt jetzt alles daran, die Tatumstände zu rekonstruieren und herauszufinden, ob es in dem Altenheim möglicherweise zu weiteren Verbrechen gekommen ist.
So ein Mensch, der der lebt mit seinem Handy. Sie erfahren von diesem Menschen äh wie er lebt, wann er aufsteht, wann er frühstückt, was er frühstückt, was er für Vorlieben hat, ähm alles. Insofern haben sie ganz ganz viel in solchen Ermittlungen, was letztlich für das Verfahren eigentlich gar nicht relevant ist, aber sie lernen diesen Menschen kennen und sie wissen, wann dieser Mensch lügt und sie wissen, wann dieser Mensch äh schlecht gelaunt ist, wann er Stress hat. Das lesen sie.
Sie lesen das Zwischenmenschliche irgendwann raus. Rund 1700 Chats mit teilweise bis zu 36 000 Mitteilungen müssen Natalie Reichel und ihre Kollegin lesen. Insgesamt weit über 200.000 Dateien. 7 Monate dauert es, bis alle elektronischen Datenträger ausgewertet sind. Meine Kollegin und ich, wir hatten zu keinem Zeitpunkt dieser Handyauswertung, in keinem Chat das Gefühl, dass hier Rollenspiele gespielt werden, dass das witzig sei oder oder man einfach nur irgendwas schreibt, was man da gar nicht tut. Und zwar von Anfang an klar, hier
geht’s um ein reales Geschehen. Das ist wirklich passiert und ja, das macht natürlich was mit einem und ich war sehr sehr froh und dankbar meine Kollegin zu haben, mit der ich mich in diesen Sachen auch austauschen konnte. Das Resultat der gründlichen Auswertung wird der Oberstaatsanwält hinvorgelegt. Bremajam Metz will es jetzt ganz genau wissen.
Das ganz wesentliche bei diesen Ermittlungen war die Auswertung der Chats. Und ich habe tagelang in meinem Dienstzimmer gesetzen und die Chats gelesen und mit sonstigen Erkenntnissen zusammengebracht. Ich habe daraus gelernt, dass zum einen die Verrohung der Sprache etwas sehr gefährliches ist und zum anderen erneut, was man eigentlich, wenn man Tötungsdelikte bearbeitet, häufig sieht, erneut gesehen, wie dünn die Haut ist, die uns vom Tier trennt, wenn man so möchte.
Zunächst geht aus den Chats eindeutig hervor, dass die drei Pfleger für die Diebstelle in der Pflegestation des Altenheims verantwortlich sind. Es zeigte, was für Persönlichkeiten diese drei Angeklagten sind. Sie sind in ihren Nachtdiensten losgegangen und haben das Einkaufstouren genannt und sie haben den Bewohnern Kleinbeträge 10 15 € weggenommen und sie haben das für sich verbrädt mit die brauchen das Geld sowieso nicht mehr und wir können es viel besser gebrauchen.
Aus den Dateien lässt sich auch deutlich die fortschreitende Radikalisierung der Täter ab 2015 ablesen. Es gab eine ganze Menge Fotos, die aus Sicht der Angeklagten Scherze darstellten. Also man hat Bewohner offensichtlich gegen deren Willen oder zumindest nicht mit deren Einverständnis, dass sie im Zweifel auch nicht mehr erteilen konnten, mit fast nachtsütchen fotografiert und ähnliche Dinge gemacht.
Da hätte man noch sagen können, schlechte Scherze. Dann hat man eine Bewohnerin als Hitler zurecht gemacht, hat das fotografiert, hat ihr also mit dem Lippenstift so ein Hitlerbärtchen gemalt und die Haare entsprechend frisiert, hat das fotografiert und das hat man dann im Chat kommentiert mit Hitler lebt. Man hat diese Frau in einer anderen Situation nass gespritzt und hat ihr dann auf die nassen Haare eine Scheibe Kochschinken und eine Scheibe Käse gelegt, hat das fotografiert und das wurde dann kommentiert mit dem Namen dieser Frau
ähm und dem Hinweis belegt, also wie ein Brötchen. Die Pfleger fotografierten ihre Opfer nicht nur in demütigenden Positionen, sie filmen die Quellereihen auch und ergötzen sich in ihren Chats am Leid der ihnen anvertrauten Menschen. Dann hat man Videos gemacht von einer Bewohnerin, der hat man einen Krug mit einer Flüssigkeit gegeben, die auch Apfelsaft hätte sein können. hat ihr das zu trinken gegeben.
Sie hat gewirkt, hat’s ausgespuckt. Man hat noch mal darauf bestanden, dass sie das trinkt. Und als sie dann fertig war mit dem Trinken und noch ein bisschen was drin war in dem Krug, hat man den Rest auf ihrem Kopf ausgeschüttet und das war urin. Hauptkommissar Sessig und sein Team fördern immer neue Misshandlungen zutage.
Die Fantasie der Peiniger scheint keine Grenzen zu kennen. Man hat eine weitere Bewohnerin dabei gefilmt, wie sie am Esstisch sitzt und hat ihr ihre Frisur verwuschelt. Sie war sehr schön zurecht gemacht in dieser Situation. Man hat ihr die Frisur verwuschelt und sie ist zu hören, wie sie sagt. Sie versteht gar nicht, warum man das jetzt macht.
Sie hat doch jetzt die Haare schön und sie hat doch auch alles gemacht und sie hat ihr Essen gegessen. Warum man denn das jetzt mache? Und dann guckt sie in die Kamera und sagt, seid ihr arme Menschenkinder. Auch Kommissar Sessig kann die Bilder nicht vergessen. Ich muss sagen, wir wir starten beide vor diesem Bildschirm.
Es war still in diesem Zimmer gewesen. Wir haben diese Videos angeschaut und ich muss sagen, es hat auf einen gewirkt. Ja, man hat sich überlegt, was was ist denn da passiert? Warum macht in diesem Moment ein Mensch so etwas mit einem anderen Mensch? Was was ist der Hintergrund? Warum passiert das? Vieles spricht dafür, dass die Antwort in der Persönlichkeit der Täter zu finden ist.
Jeder für sich wäre möglicherweise unauffällig geblieben. Gemeinsam entwickelte sich in der Gruppe eine tödliche Dynamik. Wir haben es hier zu tun gehabt mit drei sehr selbstunicheren Personen, die mit ihrem Leben in vielerlei Hinsicht nicht zufrieden waren. Beruflich hatte es nicht geklappt, äh in Beziehungen hatte es nicht geklappt und alle drei hatten eigentlich andere berufliche Vorstellungen gehabt.
Ähm, keiner hatte ein erfülltes Privatleben. Diese drei fanden sich nun zueinander und waren in der Position über schwache Menschen, die ihnen mehr oder weniger ausgeliefert waren auf einer Art Vertrauensbasis. Denn das ist es ja, was man im Pflegeheimen hat. Man vertraut darauf, dass man gut behandelt wird. Und diese Personen waren diesen drei Angeklagten ausgeliefert.
Die konnten das machen. Von den Diebstellen über die Demütigungen und Messandlungen bis zu einem Mord ist das, wie es aussieht, nur noch ein kleiner Schritt. Anhand der Chats kann Obertaatsanwältin Bremer Metz die Entwicklung genau nachverfolgen. Wir fanden dann einen Chat ungefähr 7 Tage vor der ersten Tat, indem man sich gegenseitig darüber ausließ, wie furchtbar die Bewohner sein, wie viel Arbeit die machen würden.
Es wäre alles ganz schlimm, ganz furchtbar, diese Biester, diese Säue. Und dann kommt sehr plötzlich von der weiblichen Beschuldigten der Satz: “Ich würde mit euch auch morden.” Darauf springt zunächst der männliche jüngere Beschuldigte an und sagt: “Prima, machen wir im übertragenen Sinne, ich bin dabei.” Und sie besprechen dann auch, wie man das wohl machen könnte und wer dafür in Betracht käme, insbesondere vor dem Hintergrund, dass diese Bewohner altgebrechlich sind.
und ja möglicherweise sowieso bald sterben, dass man also nicht wirklich Verdacht erregt, wenn die Person dann stirbt. 7 Tage nach diesem Chat erstickt Danielle die 87 Jahre alte Gise Late mit einem Kissen, nachdem er zuvor versucht hatte, sie mit mehreren Überdosen Insulin umzubringen. Es wird nicht der einzige Mord des Trios bleiben.
Glaube es war Freitag, der 31. Dezember, bin mir nicht mehr ganz sicher, könnte auch der 30. gewesen sein. Meine Kollegin mit den Handy da saß, weil sie drauf gewartet hat, dass das System hochfährt und sagt zu mir: “Oh Gott, der andere hat auch gemordet und heiß wie, der andere hat auch gemordet.” Der Chat stammt vom 20. Februar 2016.
Lydia L ist 62 Jahre alt und pflegebedürftig. Sie gilt als fordernd und schwierig. Deswegen soll sie beseitigt werden. Der 48 Jahre alte Michael K. hat Nachtschicht auf der Pflegestation. Daniel L gibt von zu Hause aus Ratschläge, wie er vorgehen soll. Da stand äh dann jetzt ähm tatsächlich ei, dann musste ihr äh da noch was geben.
Geb ihr von dem und dem Insulin und ähm ja, das kriegst du schon hin. Ich meine, ich habe ja auch Vorarbeit geleistet, sagte dann der jüngere männliche Täter und der Ältere sagte dann ja. Ähm, aber da war jetzt schon zweimal der Notarzt da und äh ich versuche ja immer wieder und jetzt hat sie aber da kriegt sie wieder ähm wird sie wieder mit Zucker ernährt und so und das fällt ja auch irgendwann auf.
Im Chat heißt es schließlich Labida. Spritzt ihr noch zwei bis sechs mal einen aufgezogenen Penn, dass sie zur Übergabe tot ist? So, habe es gemacht. jetzt abwarten. Das dauerte auch. Das war also keine Sache von jetzt und sofort und innerhalb von dem Dienst, das hat funktioniert, sondern es dauerte dann auch tatsächlich ähm noch ein Tag länger.
Die Frau wurde nicht mehr mit äh ins Krankenhaus verbracht, weil man gesagt hat, also wir pflegen sie einfach, sie kriegt ja jetzt wieder Zucker, die Werte müssen ja jetzt irgendwann wieder hochgehen. Ähm das brauchen wir nicht. Ja, und dann ist sie dadurch tatsächlich verstorben. Jetzt wird auch Michael K festgenommen. Aus den Chats lässt sich später noch ein Mordversuch ableiten.
Oberstaatsanwältin Bremier Metz reicht der ermittelte Sachverhalt, um Anklage zu erheben. Wir hatten sicher zwei Tote. Wir hatten eine weitere Person, von der wir sicher wussten, dass ihr Stoffe beigebracht worden waren. Sie hatte das überlebt, weil sie rechtzeitig ins Krankenhaus gebracht worden war. Ich hatte das nachher in der Hauptverhandlung als versuchten Mord angeklagt.
Im Februar 2018 beginnt der Prozess gegen das Trio. Die Anklage lautet auf Diebstahl, Misshandlung Schutzbefohlener, Körperverletzung. und Mord. Mir war durch diese Ermittlungen eines ganz klar. Ich will Ihnen nichts schenken. Was ich ihnen nachweisen kann, werde ich auch anklagen. Und ich halte nur eine Strafe für sachgerecht für alle drei.
Und das ist lebenslange Freiheitsstrafe und besondere Schwere der Schulden. Oberstaatsanwältin Bremierz hat sich monatelang vorbereitet. Jetzt will sie dafür kämpfen, dass den Opfern Gerechtigkeit wiederfährt. Die drei Angeklagten zeigen keine Reuer. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt in der Hauptverhandlung den Eindruck, dass diese drei Personen verstanden hatten, was sie für grauenhafte Straftaten begangen hatten oder dass sie in irgendeiner Form bereuten, was sie gemacht haben.
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