Mörder auf Kamera | Der Fall Jill Meagher T
Mörder auf Kamera | Der Fall Jill Meagher
700 m. So lang ist die Start und Landebahn eines kleinen bis mittleren Flugplatzes. So lang können einige Glüzzüge sein, die auf europäischen Schienennetzen unterwegs sind. Solange werden etwa sieben aneinander gereite Fußballplätze. Und solange ist der Heimweg von Jilmar. 700 m ist eine Distanz, die eigentlich kaum der Redewert ist oder sein sollte.
Denn obwohl der Heimweg von Jill so kurz ist, obwohl die Straßen von Laternen gesäumt und obwohl in dieser Nacht auf den Straßen einiges los ist, wird Jill nicht zu Hause ankommen. Sie wird auf ihrem Heimweg verschwinden und für die Polizei in Melbourne beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Wir sprechen hier bei Insolito eigentlich immer nur über Kapitaldelikte.
Tatsächlich ist das aber nur ein verschwinden geringer Anteil der Kriminalstatistik und die Aufklärungsquote ist gleichzeitig sehr hoch, auch wenn man das bei all dem True Cray Material gar nicht denken würde. Viel unmittelbarer ist tatsächlich das Risiko Online opfert zu werden. Im Internet sind wir schließlich alle unterwegs.
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Das schon seit ihrer frühen Kindheit so. Geboren wurde sie zwar am 30. Oktober 1982 in Irland. Zur Schule gegangen ist sie aber quasi am anderen Ende der Welt und zwar in Australien. Dort hat ihr Vater nämlich Ende der 80er einen Job in Perth bekommen. Also ist die ganze Familie umgezogen. In Australien macht Jill einige der prägendsten Erfahrungen in ihrem Leben.
Sie besucht erst die Grundschule, später die Highschool, knüpft Freundschaften und findet Hobbys. Sie begeistert sich vor allem fürs Theaterspiel. 1996, als sie 14 ist, zieht die Familie allerdings wieder zurück nach Irland. So kommt es auch, dass Jill als junge Frau letztlich hier studieren geht. An der Universität in Dublin macht sie ihren Bachelorabschluss und danach landet sie direkt einen Job, von dem viele Absolventen nur träumen können.
Sie kann beim irischen Rundfunksender RT anfangen. In etwa um diese Zeit herum lernt sie auch ihren Freund kennen, Thomas Ma. 2008 beschließen die beiden zu heiraten. Allerdings planen die beiden nicht in Irland zu bleiben. Sie möchten sich ihre gemeinsame Zukunft in Australien aufbauen. Auch wenn Julia selbstverbindung zu Australien hat, ist dieser Umzug trotzdem eine riesige Sache und will gut vorbereitet sein.
In beruflicher Hinsicht geht das aber recht problemlos. Durch ihre Erfahrung bei RTE kann Jillin Vorstellungsgesprächen punkten. Sie bekommt dadurch einen Job beim australischen Fernsehsender ABC, der in Melbourne ansässig ist. Und weil auch Jills Eltern inzwischen wieder nach Australien umgezogen sind, fällt ihr der Abschied aus Irland vielleicht nur halb so schwer.
2009 macht Jill also zum zweiten Mal in ihrem Leben den großen Umzug von Irland nach Australien. Dieses Mal mit ihrem Ehemann Thomas an ihrer Seite. Die beiden finden eine zentrale Mietwohnung in Brunswick am Stadtviertel von Melbourne. Sie können sich aber gut vorstellen, vielleicht irgendwann ein eigenes Haus zu kaufen und die beiden denken über Familienzuwachs nach.
Im Job läuft es für Jill richtig gut. Eigentlich arbeitet sie bei ABC eher hinter den Kulissen, aber ab und an darf sie mal für eines der ABC Radioprogramme live auf Sendung. Auch am 21. September steht für Jill ein Arbeitstag in den Melburnner Büros an. Um 7:50 Uhr verabschiedet sich zu Hause von ihrem Mann Thomas.
Er weiß schon, dass es für seine Frau heute Abend sicherlich spät wird, denn ihr Feierabendprogramm kann sich sehen lassen. Ihre Kollegin Courtney hat Geburtstag und feiert in einer nahgelegenen Kunstgalerie. Gemeinsam mit einer anderen Kollegin läutet Jill den Feierabend vorher mit einer Runde Cider ein. Die beiden spazieren währenddessen durch die Gegend und schauen sich in den Schaufenstern an, was es so Neues in den Läden gibt.
Von diesem Wummeln führt Jills Weg nach Chinatown zur Kunstgalerie Fett. Allerdings bleibt sie auf der Geburtstagsfeier von Courtney nicht allzu lang. Um 21 Uhr entscheiden sich Jill und drei andere Kollegen noch weiterzuziehen. Einer von ihnen, Tom Bride, hat nämlich auch etwas ganz besonderes zu feiern.
Er hat kürzlich erfahren, dass er zum zweiten Mal Vater wird. Also stoßen Jill, Tom Wright und zwei weitere befreundete Kollegen in einer Bar an. Jill schickt ihren Mann Thomas sogar noch eine SMS, ob er nicht auch dazu stoßen will. Er sieht die Nachricht aber nicht. Er selbst ist nach einem langen Arbeitstag nach Hause zurückgekommen und erschöpft auf der Couch eingeschlafen.
Jill schreibt auch einer Freundin, ob sie nicht dazu kommen wolle, aber auch die ist schon zu müde. Also bleibt es bei der Vierergruppe, die in einer Bar namens Brunswick Green ein paar Drinks einnimmt und einfach eine gute Zeit hat. Dort endet der Abend allerdings etwas abrupt. Um 1 Uhr schließt das Lokal und irgendwie sind die Freunde gar nicht dazu gekommen, einen richtigen Absacker zu trinken.
Jill und Tom Wright ziehen deshalb zu zweit noch weiter zur Bar Etikett auf der Sydney Road. Die Atmosphäre hier ist gemütlich, der Boden ist mit Perserepich bedeckt und die Gäste sitzen auf hohen Holzhocken. Und vor allem bekommt man hier anders als im Brunswick Green noch einen letzten Drink. Auf den beschränken sich Jill und ihre verbliebene Begleitung dann auch.
Immer haben sie ja vor der Barrunde auch den ganzen Tag gearbeitet und sind dementsprechend auch allmählich müde. Während Jill ganz in der Nähe wohnt, muss Tom sich auf jeden Fall ein Taxi rufen. Er bietet Jill an, dass sie doch einfach das kurze Stück mitfahren könne. Der Taxifahrer könnte sie einfach vor der Haustür absetzen.
Sie wohnen nämlich wirklich nicht weit weg. Jill und ihr Mann Thomas leben gerade mal 5 Minuten von der Bar Etikett entfernt im Luxway. Gerade deshalb besteht Jill aber darauf, dass sie diesen nur 700 m kurzen Heimweg locker alleine bestreiten kann, so wie sie es schon viele Male zuvor getan hat. Tom bietet ihr zweimal an, dass sie doch mit ins Taxi springen könnte, aber sie winkt ab.
Tom schaut die Straße runter, auf der sie sich befinden, die Sydney Road. Das beruhigt ihn ein wenig. Alles sieht gut beleuchtet aus und es sind immer noch viele Leute unterwegs. Also lässt er seine Kollegin losziehen. Gegen 1:30 Uhr verlässt Jill also die Bar Etiketts. Damit sind die letzten Minuten ihres Lebens angebrochen. Stills Ehemann Thomas Mart unterdessen eine rastlose Nacht vor sich.
Von seinem Nickerchen auf der Couch ist er inzwischen wieder aufgewacht. Er hatte damit gerechnet, dass seine Frau bestimmt schon da wäre, wenn er wieder die Augen öffnet, aber die Wohnung ist leer. Auf eine Nachricht, die er Jill darauf hineschickt hat, ein kurzes Bist du okay, hat er noch keine Antwort bekommen.
Es ist mit kurzfiz noch nicht super spät, aber Jill ist immerhin schon seit den Morgenstunden auf den Beinen. Da müsste sie doch bald zu Hause ankommen, findet Thomas. Zwischen 2 und 6 Uhr morgens versucht er dann so ziemlich am laufenden Band Jill auf ihrem Handy zu erreichen. Um 4 Uhr morgens hält er es zu Hause nicht mehr aus und sucht draußen auf eigene Faust nach seiner Frau.
Als das alles nichts bringen, kontaktiert Thomas direkt die Polizei. Schon am Samstag morgen gibt dieser eine Suchmeldung nach Jill Ma heraus. Das spurlose Verschwinden der jungen Frau wird sofort ernst genommen. Thomas hat in der Zwischenzeit auch alle Krankenhäuser in der Umgebung abtelefoniert, um zu schauen, ob Jill vielleicht einen Unfall hatte und dort eingeliefert wurde. Leider vergeblich.
Umso wichtiger ist es, dass die Nacht vom 21. auf den 22. September 2012 schnell rekonstruiert werden kann. Den Anfang macht Jills Bruder Michael. Jill hat ihren kurzen Heimweg nämlich für ein knappes Telefonat genutzt. Ihr Vater hatte kürzlich einen Schlaganfall. Erst Anfang des Monats hatte Jill daraum eine Woche bei ihren Eltern in Perth verbracht.
Also hat Jill sich gedacht, sie nutzt ihren Heimweg von der Baum, um bei ihrem Bruder Michael anzurufen und zu fragen, wie der aktuelle Stand bei ihrem Vater ist. Wie gesagt, das Gespräch war kurz. Als Jill auflegte, hat sie besorgt geklungen, findet ihr Bruder. Allerdings nicht, weil sie unmittelbare Gefahr gewittert hätte, sondern einfach, weil sie sich Sorgen um ihren Vater gemacht hat.
Jill hat das Gespräch von sich aus beendet. Das Telefonat grenzt den Zeitraum, in dem Jill verschwunden ist, noch weiter ein. Und genau das macht den Fall noch rätselhafter. Erst nach 48 Stunden Suche gibt es eine erste Spur. Man findet Jills Handtasche und zwar nur 20 m von der Sydney Road entfernt in einer Nebenstraße namens Hope Street.
Das Merkwürdige dabei ist, genau in dieser Gegend hat die Polizei eigentlich schon am Tag zuvor gesucht. Dementsprechend entsteht die Vermutung, die Tasche könne dort von einem Täter platziert worden sein, um eine falsche Spur zu legen. Und wenn von einem potenziellen Täter die Rede ist, dann bedeutet das für die Ermittlung auch ab hier übernimmt die Mordkommission.
Jills Kreditkarte und damit der offensichtlichste Wertgegenstand befindet sich noch in der Tasche. Ihr Handy fehlt aber auch. Das spricht dafür, dass hier jemand aktiv versucht Spuren zu verwischen. Und wenn das passiert, ist noch ein weiterer Schritt üblich. Man schaut sich im nächsten Umfeld des potenziellen Opfers um.
Also wird Jillsmann Thomas noch einmal ausführlich befragt. Am Dienstagmittag gibt es dazu noch eine Hausdurchsuchung bei den Mars. 5 Stunden lang halten sich die Polizisten in der gemeinsamen Wohnung von Jill und Thomas auf, wobei sie sechs Tüten mit möglichen Beweismaterialien erstehen. In der Wohnung wimmelt es im Laufe des Nachmittags so sehr von Polizisten, dass selbst Thomas in seinen eigenen vier Wänden keinen Fuß mehr vor den anderen setzen konnte.
Stattdessen harren er und sein Schwager Michael auf dem Balkon aus, während sie mit Ansehen, wie die Ermittler das Apartment auf den Kopf stellen. Und nachdem die Polizei eigentlich schon fertig ist, rückt sie am Abend desselben Tages gleich noch mal an, um noch mehr Zeug mitzunehmen. Dennoch nimmt die Polizei der Presse zügig den Wind aus den Seelen.
Thomas Ma sei kein Verdächtiger im vermissten Fall um seine Frau, denn es gibt verdächtiges Kameramaterial. Bilder von Überwachungskameras auf der Sydney Road zeigen Jill und wahrscheinlich den Täter in diesem Fall, aber alles der Reihe nach. Die ersten Aufnahmen wurden um 1:34 Uhr auf Höhe der Chemist Warehouse gemacht.
Jill hält kurz an, um sich mit einer Dreiergruppe zu unterhalten. Eine Person aus der Gruppe umarmt sie kurz. Sie scheint also auf eine Bekannte getroffen zu sein. Die Begegnung dauert nicht mal 2 Minuten. Um 1:36 Uhr läuft Jill schon wieder entlang der Pizzeria Crust Pizza weiter. Viel wichtiger sind die Aufnahmen, die kurz darauf gemacht werden.
Das Material kommt aus einem Brautmodeladen namens Dutches. Teilweise ist die Sicht durch Schaufensterpuppen und die Ladentür verdeckt, doch man kann trotzdem einiges erkennen. Die Aufnahme ist von 1:38 Uhr. Sie wurde also rund 10 Minuten nach ihrem Abgang aus der Bar gemacht. Hier vor dem Brautmodengeschäft hat sie schon fast die Hälfte ihres Heimweges geschafft.
Sie schaut auf ihr Handy und es sieht mit unter, als wäre sie etwas wackelig auf den Beiden. Allerdings hat sie ihr ja auch schon einen ganzen Abend auf Highils hinter sich. Vor allem aber ist Jill auf diesen Aufnahmen nicht allein. Es ist zu sehen, dass sie mit jemandem spricht, mit einem Mann, der einen blauen Hoodie trägt. Außerdem sieht man, dass mehrere Leute in diesem Zeitraum an dem Laden und damit auch an Jill und dem Hoodieträger vorbeigehen.
Zudem fahren Autos, Taxis und eine Bahn vorbei. Das macht der Polizei Hoffnung, dass sich Zeugenmelden, die nähere Angaben dazu machen können, wie die Begegnung zwischen Jill und diesem Mann abgelaufen ist. Daher entscheidet man sich dazu, das Material umgehend zu veröffentlichen. Der Fall ist einer der ersten, der quasi in Echtzeit im Internet verfolgt und kommentiert werden konnte.
Eine Facebookseite für die vermisste Jill hat schon nach ein paar Tagen mehrere 10 000 Likes. Auf diesem Wege melden sich mehrere Frauen, die berichten in der Vergangenheit auf der Sydney Road belästigt worden zu sein. Und das beschreibt ganz gut, was viele Leute im Fall Jill Ma am Anfang nicht verstehen. Die Sydney Road ist super belebt, aber das Ding ist eben, dass Übergriffe auf Frauen oft mitten im Geschehen stattfinden.
Und eine Userin hat sogar einen ganz konkreten Hinweis. Sie glaubt, dass sie sowohl Jill als auch den Mann mit dem blauen Hoodie auf der Sydney Road beobachtet hat. Genauer gesagt, dass sie beobachtet hat, wie Jill vor diesem Mann davon gerannt sei. Und nur wenige Stunden später findet die Polizei Jill und ihren Mörder. Am Nachmittag des 27.
September explodieren die Kommentarspalten auf der Seite für Jill und auf weiteren regionalen Newsportalen, denn es ist durchgesert, dass jemand im Zusammenhang mit dem Fall Jill Ma festgenommen wurde. Es soll sich um einen Mann handeln, der direkt an seiner Wohnadresse in Kobok verhaftet wurde. Die Polizei ist ihm dank einer Ermittlungsmethode auf die Spur gekommen, die für uns heute ganz normal ist und zwar mit Hilfe eines Abgleichs von Handy GPSdaten.
Die Polizei hat zuerst die GPS-Daten von Jills Handy getrackt. Dann wurde geschaut, ob es andere Telefone gibt, die sich parallel zu ihrem bewegt haben. Und genau hier hat es den entscheidenden Treffer gegeben. Das Handy von Jill und das eines Mannes namens Adrien Bailey haben sich quasi synchron durch Brunswick entlang eines Autobahnnetzwerks und des C Freeway bis nach Sunbury bewegt.

Das war genug, um Bailey mit einem Anfangsverdacht zu konfrontieren und tatsächlich ist er bei der Befragung schnell eingeknickt. Die Polizei hat den richtigen gefasst. Das bedeutet aber auch, dass es nun traurige Gewissheit gibt, denn wie Adrien Bailey der Polizei mitteilt, lebt Jill Mar. Er hat sie zuerst und ihr dann das Leben genommen.
Er erzählte der Polizei, dass er Jill nicht weh tun wollte, sondern nur verigen. So schreibt es ein australisches Newsportal später. Was Bailey wohl behaupten wollte, war, dass er nicht die Absicht hatte, Jill umzubringen, sondern sie nur verzigen wollte. Das habe er letztlich getan, weil sie sich gewährt und gedroht habe, die Polizei zu verständigen.
Damit habe sie ihn zum Austicken gebracht. So Bailey. In einem Transkript seiner Befragung ist zu lesen und ich habe mit ihr gesprochen. Ich habe mit ihr gesprochen, wissen Sie, und gesagt, hör mal, ich werde dir einfach helfen. Das habe ich zu ihr gesagt und sie hat sowas wie gesagt. Egal, das ist nicht wichtig. Sie hat mir den Mittelfinger gezeigt und das hat mich wütend gemacht, weil ich doch nur nett sein wollte.
Verstehen Sie das? Um 22 Uhr abends führt Bailey die Polizisten an eine ruhige Stelle auf der Blackhill Road in Gisborn South. Dieser Ort ist nicht weit entfernt von Sunberry, wo sein und Jills Handy zuletzt eingelogt gewesen sind. Hier etwa 50 km von Melbourne entfernt hat Bailey versucht, den Leicht der Ermordeten verschwinden zu lassen.
Jill liegt hier, verschart in einem flachen Grab am Straßenrand. Mitten in der Nacht um 1:45 Uhr am Morgen wird Adrien Ernest Bailey offiziell wegen der Vergigung des Mordes an Jilma verhaftet. Er ist der Mann im blauen Hoodie, mit dem Jill auf der Sydney Road gesprochen hat. Nachbarn beschreiben Adrien Bailey als den ganz normalen Typen von nebenan.
Er sei oft ins Gym gegangen und ist Vater von mehreren Kinder. Eines ist damals im Teenagealter, eines in seinen 20ern. Die Mutter der Kinder und Adrien hätten schon mit 18 direkt geheiratet, heißt es. Sich aber nach 6 Jahren eh wieder getrennt. Aus einer weiteren Beziehung mit der 90er sein zwei weitere Kinder entstanden.
Auch das hat jedoch nicht gehalten. Er ist sechs Monate vor der Ermordung von Gillis nach Kobok in eine Mietwohnung gezogen. Er stellt sich heraus, dass Adrien Belly am Tatabend mit seiner damaligen Freundin in Melbourne unterwegs war. Die beiden waren erst im Hotel Quiet Man und dort sind sie in einen Club namens Launch weitergezogen.
Allerdings war das alles andere als ein harmonischer Pärchenabend. Im Launch sind die beiden nämlich in einen Streit geraten. Es ging um Baileys besitzergreiftendes Verhalten und seine Eifersucht. Der Streit muss sich so hoch geschaukelt haben, dass seine Freundin sich in Richtung der Toiletten entschuldigt hat, was allerdings nur ein Vorwand war, um heimlich mit einem Taxi abzuhauen.
Bailey hat daraufhin ein paar mal vom Club aus versucht, seine Freundin anzurufen, die aber nicht rangegangen ist. Nach Mitternacht ist er deshalb zurück nach Hause nach Koberg gefahren. Allerdings nicht, um die Sache gut sein zu lassen und etwas runterzukommen. Stattdessen hat er sich zu Hause umgezogen, den blauen Hoodie übergeworfen, mit dem man ihn später auf den Kameraaufnahmen gesehen hat und ist zurück nach Melbourne gefahren.
Bailey hat sich auf den Weg zur Sydney Road gemacht. Dort ist er auf Jill Ma getroffen und hat sie in einen Hinterhof abseits der Straße gezerrt, wo er sie missbr hat. Jill habe sich lebhaft gewährt und gesagt, sie würde die Polizei rufen. Daraufhin hat Bailey sie letztendlich ermordet. Zunächst hat er Jills Leichtam sogar einfach in dem Hinterhof liegen lassen.
Erst um 204 Uhr morgen, als Jills Ehemann Thomas schon auf den Straßen nach seiner Frau gesucht hat, ist Bailey zum Tatort zurückgekehrt. Er ist vorher nach Hause gefahren, um eine Schaufel zu besorgen. Neben diese Schaufel hat der Jill dann um etwa 4:25 Uhr in den Kofferraum seines Autos verfrachtet, er sich auf den Weg nach Gisbon South gemacht hat.
Am Tag nach der Tat hat Bailey noch bei einer Autowerkstatt vorbeigeschaut. Er hat den Belag im Kofferraum und alle vier Reifen auswechseln lassen. Das Telefon von Jill hat er zerstört, wie er gegenüber der Polizei zugegeben hat. Die damalige Freundin von Bailey hat in ihrer Waschmaschine eine zerbrochene Simkarte entdeckt, die als die von Jill identifiziert werden konnte.
Die war während der Befragung übrigens absolut kooperativ gegenüber der Polizei. Dass Arian Bailey ausgerechnet Gilmar angegriffen hat, war nichts als Zufall. Es hätte wohl jede Frau treffen können, die an diesem Abend allein auf der Sydney Road unterwegs war. Die Anteilnahme und die Wut über den Mord an Jill ist riesig und diese Gefühle werden nur noch mehr verstärkt, als bekannt wird, was Bailey sich in der Vergangenheit hat zu Schulden kommen lassen.
Denn für viele Menschen ist unbegreiflich, wie überhaupt noch frei herumlaufen konnte. Die Strafakte von Adrien Bailey umspannt gleich zwei Jahrzehnte. Im Alter von 19 Jahren ist er erstmals straffällig geworden wegen der Vergeigung in zwei separaten Fällen. Beide Opfer waren erst 16 Jahre alt. Eigentlich wurde er deswegen zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren verurteilt.
Davon hatte er allerdings nur 22 Monate abgesessen, also nicht mal die Hälfte und nicht mal zwei Jahre. Offiziell durfte er früher raus, weil er in einem Täterprogramm teilgenommen hat. Allerdings gibt Bailey nun zu, dass er sich, wie er es ausdrückt, durch das Programm gefaked hat. Ab dem Jahr 2000 hatte weitere schwere Sexualstraftaten begangen, mindestens fünf.
Alle richteten sich gegen Sexarbeiterinnen Saint Kilder. Es folgte zwar abermals eine Freiheitsstrafe, allerdings nur 8 Jahre und das, obwohl es sich um fünf Taten handelte, bei denen er die Frauen mit unter sogar in seinem Auto einschloss, um sich an ihnen zu vergehen. Als er das Verbrechen an Jill Mar begeht, ist er seit vier Jahren wieder frei, eigentlich auf Bewährung.
Allerdings hat er erst im Februar 2012 gegen seine Auflagen verstoßen. Dieses Mal hat er einen Mann in einer Bar mit der Faust bewusstlos geschlagen. Bailey hat sich der Körperverletzung in diesem Fall schuldig bekannt. Der Vorsitzende Richter hat ihm zwar eine dreimonatige Haftstrafe auferlegt, dagegen hat Bailey aber Berufung eingelegt, der stadt gegeben wurde.
Größere Bedenken hat der Angriff bei der Bewährungskommission wohl nicht ausgelöst, weil es sich nicht um ein Sexualdelikt handelte. Im Endeffekt hatte die Körperverletzung also keine Konsequenzen für ihn und so konnte er am 22. September 2012 zur Sydney Road fahren und dort Jill Mar das Leben nehmen. Gegenüber einem Psychologen hat er während seiner Untersuchungshaft offenbart, dass er wohl versucht hat Jill anzufassen und zu küssen.
Sie hat sich aber mit einer Ohrfeige gewährt. BY sagte wohl, weil er sich so abgewiesen gefühlt habe, sei er ausgerastet und habe seinen Willen erst recht durchsetzen wollen. So sei es dann zur Vergigung gekommen. Nachdem Jill sich danach noch immer gewährt habe, habe er sie erwirkt. Laut diesem Psychologen soll Bailey angegeben haben, von seinem Vater seit seinem neunten Lebensjahr körperlich misshandelt worden zu sein.
Zudem habe er angegeben, von einer 6 Jahre älteren Verwandten im Alter von 9 bis 15 Jahren missbraucht worden zu sein. Der Psychologe sagt, seiner Einschätzung nach würde Bailey anhaltende Schuldgefühle, Reue und Selbsthas verspüren. In seinem Verhör hat Adrien Bailey wohl geweint und gesagt, er wünsche es gebe in Australien die Todesstrafe.
Das sei doch für Leute wie ihn das einzig angebrachte. Tatsächlich verurteilt wird er zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe mit einem Minimum von 35 Jahren, die in jedem Fall absitzen müssen wird. Wo hat er das Verbrechen noch einmal offiziell gestanden? Bailey versucht zwar Einspruch gegen das Strafmaß einzulegen, wird aber abgewiesen.
Stattdessen kommen noch drei weitere Verurteilung für andere Straftaten oben drauf. Die betroffenen Frauen hatten den Mut gefasst, sich zu melden, nachdem Jills Fallen der Presse so ausführlich besprochen wurde. An seine lebenslange Freiheitsstrafe werden noch mal 18 Jahre angehängt. Jills Witwer Thomas hat sich inzwischen weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.
In den Jahren nach der Ermordung seiner Frau hat er sich jedoch noch mehrfach dafür stark gemacht, Gewalt gegen Frauen als strukturelles Problem wahrzunehmen. to if you if you do this. I mean, I’m I’m aware that the his previous victims um in the previous case before Jill were were sex workers and I’ll never be convinced that um that had nothing to do with the leniency of his sentence.
Um, which as I said send a very disturbing message because if if we say what it says to women is, you know, be careful what you do because if if we don’t like what you do, you won’t get justice. And then what it says to people like Bailey is not be careful. Nach J Mars Ermordung hat es sowohl in Australien als auch in Irland Trauerveranstaltung für sie gegeben.
Einige waren nur für die Familie gedacht, um Abschied nehmen zu können, andere waren öffentlich und tausende Leute sind erschienen, um Jill zu gedenken. Zu den Veranstaltungen gehörten auch Trauermärscher. Bei einem davon, der über die Sydney Road führte, sind ganze 30.000 Personen erschienen. Jillser Ermordung war der Anlass dafür.
Gedacht war dieser Trauermarsch aber auch als Solidaritätsbekundung für alle Frauen, die auf ihren Heimwegen um ihr Leben fürchten, selbst wenn es nur 700 m sind. Der Femizid an J hätte nie passieren dürfen. Es kann nur ein schwacher Trost sein, dass sich durch den Fall allerdings Dinge geändert haben. Die Regierung des Bundesstaates Victoria hat eingeräumt, dass die bestehenden Gesetze versagt haben und strengere Maßnahmen erforderlich sind, um insbesondere Frauen zu schützen.
Es wurde ein Gesetz auf den Weg gebracht, das sicherstellt, dass Personen, die während ihrer Bewährungszeit straffällig werden, automatisch ihrer Bewährung entzogen oder alles umfangreich neu geprüft wird. Sexual und Gewaltstraftätern, die während ihrer Bewährungszeit wegen desselben Delikts verurteilt werden, soll die Bewährung zwingend entzogen werden.
Es ist traurig, dass Jill erst ermordet werden musste, damit solche Maßnahmen Kraft treten. Zeilt eure Gedanken gerne in den Kommentaren. Ich kann mir gut vorstellen, dass hier einiges an Redebedarf gibt. Nebenbei unterstützt ihr so auch den Kanal. Ihr wisst ja Bescheid. Jedes Like, jeder Kommentar und eure Abos helfen. Und solltet ihr den Kanal noch weiter unterstützen wollen, abonniert mich gerne bei Patron.
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