Betrug mit gefälschten Ferienhäusern | Die Ratgeber T
Betrug mit gefälschten Ferienhäusern | Die Ratgeber

Gebucht, gezahlt, getäuscht. 1700 € weg und der Urlaub war natürlich auch im Eimer. Ich kenne nicht. Dann sind meine Tochter und ich dahinegangen und haben gedacht, jetzt erwisch wir den Betrüger. Seit 35 Jahren macht Familie Vollmer Urlaub in einem Ferienpark an der niederländischen Küste. Diesmal wollen sie etwas sparen und buchen privat über das Internet.
Die Homepage wirkt seriös. Impressum, Fotos, sogar ein passendes Facebookprofil gibt es. Und aus Ferienhaus haben sie schon oft im Park gesehen. Ich habe es auch meinem Sohn gezeigt. Der GPT lässt man ja auch schon mal über irgendwelche Sachen laufen und er sagt auch so nee, erstmal kein Fake. Ja, und dann bucht man halt.
Claudia Vollmer überweist 1700 € und ahnt noch nicht, dass sie auf Erzocker hereingefallen ist. Kein Wunder, sagt Corina Thoma, sie verwaltet eine Facebookgruppe, die vor Urlaubsbetrügern warnt. Die werden halt immer ausgefallter. Also diese Sachen, dass Homepages erstellt werden, die eigentlich täuschend echt sind. Ja, also wo man wirklich, wenn man nicht genau hinschaut, also ich werde selber wahrscheinlich auch nicht gemerkt.
Ja, fast täglich melden sich neue Opfer bei ihr. Auch Claudia Folmer wird sich bald an die Facebook-Gruppe wenden. Ihre vermeintliche Vermieterin stonniert am Abend vor der Anreise. Das Haus sei wegen Doppelbuchung nicht verfügbar. Und dann hat aber mein Vater gesagt, also dann guck mal bitte, ob es noch was gibt in dem Park.
Die Familie findet kurzfristig ein anderes Haus zufällig genau gegenüber von dem in das sie eigentlich wollten. Und da waren alle Vorräe zu, die Katinen zugezogen, das große Gartentor war geschlossen. Auf Nachfragen zum Geld reagiert die Vermieterin nicht mehr. Der Verdacht wächst. Die Stonnierung sollte offenbar nur verhindern, dass jemand anreist und der Betrug vor Ort aufliegt. Dann plötzlich Bewegung am Ferienhaus.
Wir sind dahingegangen und dachten so, oh Gott, jetzt ist ja jemand da. Müssen wir mal so frucht hinlaufen und gucken, ob wir den in Flagrant hier erwischen. Doch statt des Betrügers treffen sie Hann Gerritz den echten Eigentümer. Er sagt, vermietet habe er das Haus nie. Die Fotos auf der Homepage stammen aus einem alten Maklerexposé.
Erst durch die Familie erfährt er, dass Betrüger sein Haus für eine Fakebuchung missbrauchen. Beide erstatten Anzeige. Wir machen uns auf die Suche nach der angeblichen Vermieterin. Die angegebene Wohnadresse, eine Sackgasse. Dort kennt niemand die Frau. Die Polizei wird später bestätigen, mit diesem Namen ist niemand in den Niederlanden gemeldet.
Ich war nachher total traurig und habe mir furbare Vorwürfe gemacht, dass ich dieses Haus gefunden habe. Wie hätte sie sich schützen können? Verbraucherschützerin Carolina Weutal fällt auf, dass auf der Homepage keine Telefonnummer angegeben ist. Sie rät im Zweifel immer zum Telefonat mit dem Anbieter, um durch Detailfragen zum Objekt die Echtheit zu prüfen.
Außerdem empfiehlt sie bei Privatbuchungen über die Tourismusinformation vor Ort sich noch mal rückversichert, wem gehört das Objekt und über welche Kanäle wird dieses Objekt angeboten. Familie Vollmer hat ihren Urlaub doppelt bezahlt. Geld und Täter sind bis heute verschwunden.