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By sonds1
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Staatsanwaltschaft: Fall Jens Salaw wird nicht neu aufgerollt

Jens Salaw: Er kam nach einer Karnevalsparty am 21. Februar 2020 ums Leben.

Nach fast sechs Jahren prüfte die Staatsanwaltschaft ein neues Gutachten zum Tod des damals 21-Jährigen. Jetzt steht fest: Das Verfahren wird nicht wieder aufgenommen.

Das Todesermittlungsverfahren im Fall Jens Salaw wird nicht wieder aufgenommen. Wie die Staatsanwaltschaft Aachen am Freitag mitteilte, hätten sich nach der Prüfung eines neuen Gutachtens keine belastbaren Hinweise auf eine Straftat ergeben. Ein Fremdverschulden sei den Ermittlungsergebnissen zufolge somit klar auszuschließen.

Der damals 21-jährige Salaw war in der Nacht vom 20. auf den 21. Februar 2020 ums Leben gekommen. Er hatte zuvor mit seinen Freunden im Festzelt in Lammersdorf und später in der Eicherscheider Tenne Karneval gefeiert. Kurz nach Mitternacht am Freitag, dem 21. Februar, fuhr er mit dem Bus bis zur Blumgasse in Konzen. Nach Hause kam er allerdings nicht, ebenso wenig erreichte ihn eine Nachricht seiner Mutter.

Familie und Freunde machten sich auf die Suche nach Salaw, später unterstützt von der Polizei und einem Hubschrauber. Am Samstagmorgen wurde er dann auf einer Wiese im Hoscheiter Venn tot aufgefunden. Salaw sei betrunken gewesen, habe sich verlaufen und sei dann erfroren, erklärte die Aachener Staatsanwaltschaft. Ein Gewaltverbrechen schloss sie aus, die Ermittlungen wurden eingestellt.

Familie zweifelt an Geschichte: Institut legt Gutachten vor

Doch Salaws Familie zweifelte an der Geschichte. Laut ihr wurden Spuren übersehen, wichtige Zeugen nicht gehört und mögliche Tatmotive nicht geprüft. Sie beauftragte deswegen das private Institut für angewandte Kriminalistik und Forensik aus Duisburg, um den Fall neu aufzurollen.

Laut deren Ermittler Marius Richter soll Salaw nicht eigenverschuldet ums Leben gekommen sein. Aus Recherchen und zahlreichen Zeugenaussagen in seinem näheren Umfeld habe sich ergeben, dass andere Personen an seinem Tod mitwirkten, so der Ermittler.

Dafür spreche auch, dass Salaw bis auf Socken und Hemd komplett nackt gefunden wurde. An Salaws Körper seien zudem zahlreiche Kratzspuren entdeckt worden. Im Obduktionsbericht stehe auch, dass sein Gehirn stark angeschwollen war – ein sogenanntes Hirnödem. Das Institut übergab das hunderte Seiten lange Gutachten Anfang 2026 der Staatsanwaltschaft zur Überprüfung.

Staatsanwaltschaft: Gutachten widerlegt

Diese erklärte jetzt dazu, dass ein rechtsmedizinisches Gutachten der Uniklinik Köln den Befunden widerspreche. Die Spuren an Salaws Körper erklärten sich durch Dornen, Gebüsche und Stacheldrahtzäune, das Hirnödem passe zur Unterkühlung bei starker Alkoholisierung. Kampf-, Abwehr- oder Fesselspuren würden gänzlich fehlen. Zudem hätten Zeugen ausgesagt, dass Salaw den Bus freiwillig verlassen habe und später allein zu Fuß unterwegs gewesen sei.

Dazu, warum die Kleidungsstücke und Wertgegenstände Salaws bislang nicht aufgefunden wurden, erklärte die Staatsanwaltschaft, dass das Fehlen juristisch keinen Verdacht auf ein Verbrechen begründe. Vermutungen würden für die Annahme einer Straftat nicht ausreichen, so die Behörde.

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