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Wahre Verbrechen I Streit mit tödlichem Ende – der Fall Tuğçe T – Part 2

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By sonds1
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 Und natürlich ging es auch darum, den Tatort insgesamt zu sichten und dann auch die Öffentlichkeit mit einzubeziehen und zu fragen, hat irgendjemand irgendetwas bemerkt? Also sei es eben eine männliche Person, die flüchtet, die sich irgendwie aufferfällig verhält oder im Vorhinein der Tat jemand, der da schon irgendwie suchend äh durch das Waldgrundstück streift und da dadurch irgendwie einen auffälligen Eindruck macht.

Die Beamten befragen Badegäste und sprechen mit Anwohnern, doch entscheidende Hinweise bleiben aus. Niemand hat etwas beobachtet. Was die Ermittler zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, der Überfall auf die 14-jährige wird kein Einzelfall bleiben. In der Zeit vom 12. Juni bis zum 14. Juli äh 2020 kam es insgesamt zu sieben Vergewaltigungen da im Umfeld rund um den Wannsee.

 Nach zwei, drei Taten war relativ klar, dass es sich um denselben Täter handeln mussten, dass wir es hier also mit einem Serientäter zu tun hatten und damit wurden natürlich die polizeilichen Ermittlungen noch mal mit sehr viel mehr Nachdruck geführt, weil eben auch ähm aufgrund der Frequenz der ersten drei Taten, die man zu diesem Zeitpunkt hatte, auch damit zu rechnen war.

dass sich das so fortsetzt, dass also quasi alle 4 f Tage es erneut zu einem Vergewaltigungsvorfall kommt. Innerhalb weniger Tage schlägt der Serienvergewaltiger mehrfach zu. Seine Opfer sind meist zielliche junge Frauen, die rund um den Wsee spazieren, gehen oder joggen. Jedes Mal geht der Täter ähnlich vor.

Es waren alles junge Frauen um die 20, der sich da ausgesucht hat und er war quasi rund um die Sehen im Berliner Südwesten unterwegs. hat dann seine Opfer da ausgeguckt und entweder sozusagen irgendwie angesprochen ähm scheinheilig nach dem Weg gefragt, wie komme ich hier eigentlich zum Wannsee und das hat er dann meistens genutzt, um dann relativ schnell Gewalt anzuwenden, die Opfer auch zu würgen, vom Fahrrad zu holen und dann eben in das Waldgebiet zu ziehen und dann dort auf unterschiedliche Arten und Weisen zu

vergewaltigen. Besonders auffällig erscheint den Ermittlern das Verhalten des Mannes nach seinen Taten. Die Opfer berichten von einem fast liebevollen Umgang. Also der Täter ist nicht irgendwie einfach nach der Vergewaltigung äh abgehauen, sondern hat sich um die Opfer dann noch ein bisschen gekümmert, fast fürsorglich irgendwie Haare gereinigt, ähm äh Schmutz von der Kleidung irgendwie abgezupft hat, die zeitweise auch noch wieder bis zu den Waldwegen, wo er sie ursprünglich überfallen hatte, dann zurückbegleitet, hat sein Fahrrad

einer Geschädigten zur Verfügung gestellt, hat auch tatsächlich äh in zwei Fällen noch versucht, Telefonnummern auszutauschen äh auf dass man sich irgendwie am nächsten Tag wieder treffe. Ähm das sind alles schon wirklich ungewöhnliche Verhaltensweisen. Um wen es sich bei dem Unbekannten handelt, ist für die Beamten weiterhin völlig unklar.

 Doch sein Verhalten und die Häufigkeit seiner Taten versetzen die Berliner Polizei in absolute Alarmbereitschaft. Die Ermittler gehen mit dem Fall an die Öffentlichkeit. Es gab wirklich Unmengen von Hinweisen aus der Bevölkerung, was auch zeigt wie sehr dieser Fall insgesamt aufgewühlt hat. Also mehr als 600 ähm äh Einzelhinweise einfach auf Auffälligkeiten.

 Da habe ich etwas bemerkt, das könnte damit im Zusammenhang stehen. Da habe ich jemanden gesehen, der hat sich auffällig verhalten und natürlich äh setzt das die Mittler dann äh noch mal besonders unter Druck, weil natürlich zum einen äh wir die öffentliche Aufmerksamkeit haben, wir zum anderen aber natürlich eben auch die weiteren Taten verhindern wollen und gerade wenn das eben in einer solchen Frequenz geschieht, ähm zählt dann ja nicht nur jeder Tag, sondern im Endeffekt jede Stunde und jede Minute.

ähm, die man da verstreichen lässt, weil man nicht weiß, wann er wieder zuschlägt, aber letztlich davon ausgehen muss, dass es nicht lange auf sich warten lassen wird. Die Ermittler prüfen Hunderte von Hinweisen. Polizeibeamte laufen Streife durch die Wälder rund um den Wannsee, doch ohne Erfolg. Die Ermittlungen nehmen erst Fahrt auf, als es einem der Opfer gelingt, den Täter genauer zu beschreiben.

Nach der dritten Tat war es dann auch möglich, ein Phantombild zu erstellen. Damit wurde auch wieder die Bevölkerung mit einbezogen. Dann gab es den nächsten Schritt, dass ähm quasi auch anhand des Phantombilds dann Videoaufnahmen aufgefunden werden konnten, auf denen der Täter dann auch zu sehen war bei Geschäften im Umfeld.

 ähm sass dann auch man relativ bald von dem Phantombild wegkam und dann sagen konnte, okay, das ist die Person, nach der wir fahren und da haben wir jetzt auch ein tatsächliches Bild von ihm. Für die Beamten ein erster Erfolg. Endlich haben sie ein Bild, mit dem Sie nach dem Täter fahnen können. Und dann passiert etwas Unerwartetes.

Während die Ermittlungen laufen, begeht der Täter eine weitere Straftat in der Nähe des Wannsees. Im Sommer 2020 kam es neben den Vergewaltigungen auch dazu, dass sich in einer Laube ähm unbefugt einquartiert hatte, da also quasi eingebrochen war, entdeckt wurde und dann da geflohen ist und bei dieser Flucht hat er seinen Rucksack zurückgelassen.

An diesem Rucksack. Zum einen war der relativ auffällig als orangener Rucksack, der dann auch schon so ein bisschen mit den Vergewaltigungen und den Schilderungen der Geschädigten irgendwie in Verbindung gebracht werden konnte. Ähm zum anderen aber fand sie an dem Rucksack Fingerabdruckspuren als auch DNA Spuren, denn in dem Rucksack selbst waren eben auch Rasierzeug und entsprechend über die Bartstoppeln und so weiter konnte man das dann zuordnen.

Die Fingerabdrücke an dem Rucksack aus der Laube ergeben tatsächlich einen Treffer in der polizeilichen Datenbank. Sie gehören zu einem Mann, der schon einmal wegen eines Ladendiebstahls festgenommen worden war. Sinisa K. Der Täter war damals 30 Jahre alt, war wohl 2019 aus Serbien nach Deutschland gekommen.

 In Serbien war bereits durchaus mit zunächst kleineren Taten strafrechtlich auffällig, hat mittleren Schulabschluss gemacht, hat eine Lehrer als Elektromechaniker gemacht. ähm wollte sich dann allerdings in Deutschland ähm als Hilfsarbeiter auf Baustellen verdienen. Hatte da auch ab und zu so ein paar Gelegenheitsjobs dass er nach Deutschland gewechselt ist.

Bhte wohl auch darauf, dass er in Serbien noch 2012 wegen einer Vergewaltigung auch verurteilt worden ist und da erst 2018 aus der Haft entlassen wurde. Dann also ein Jahr später kam er nach Deutschland und 2020 kam es dann zu den Taten hier. Die Ermittler wissen ab diesem Zeitpunkt, mit wem sie es zu tun haben.

 Doch festnehmen können sie Sinisaka erst einmal nicht. Der Serbe hat keinen festen Wohnsitz und es gibt keine Anhaltspunkte, wo er sich aufhält. Doch dann schlägt sie Nisa K ein weiteres Mal zu. Am 14. Juli war es dann die letzte Tat, bis er festgenommen werden konnte. Ähm da war es auf einem in einem Waldstück zwischen Potzdam und der A115.

wo er einer Joggerin aufgelauert hat und diese dann quasi äh ins Gebüsch gezogen hat und vergewaltigt hat. Äh die Frau ist dann von zwei Spaziergängerinnen kurze Zeit danach äh angetroffen worden, die auch sofort die Polizei verständigt haben. Die war ohnehin schon grundsätzlich ähm natürlich mit verstärkter Präsenz vor Ort und ähm das führte dann noch dazu, dass er tatsächlich kurze Zeit danach, 45 Minuten nach der Tat erstmal von zwei Polizeibeamten festgestellt werden konnte auf die Entfernung hinweg mit seinem

blauen Fahrrad. Er hat das Fahrrad dann weggeworfen und hat die Flucht angetreten ähm mit einem wohl irrsinnigen Tempo. Also selbst die beiden äh sportlich trainierten Polizeibeamten konnten die dann nicht einholen. Er hat sich auch durch zwei Warnschüsse ähm die die Polizeibeamten abgegeben haben, nicht von seiner Flucht äh abhalten lassen und ist dann quasi wirklich äh kreuz und quer dadurch.

 Aber es hatte man war man zumindest schon mal so ungefähr in seiner Nähe. Es waren Hubschrauber im Einsatz, die das ganze Gebiet von oben überwacht haben und versucht haben, ihn auf die Art und Weise zu finden. Es waren Mentrailerhunde, also Polizeihunde im Einsatz. Die Beamten sehen endlich eine Chance, Sinisak festzunehmen.

Schließlich erhalten sie von zwei Anwohnern den entscheidenden Hinweis. Letztlich war es dann am Abend desselben Tages allerdings doch der Hinweis von zwei Joggern, die gesagt haben, wir haben da eine Person gesehen, die sich irgendwie auffällig im Gebüsch versteckt, dass er dann festgenommen werden konnte.

 ist und hat dann auch da noch mal versucht sich der Festnahme zu entziehen, konnte dann aber eingeholt werden und dann äh mittels eines sogenannten Blendschlags äh gestoppt werden. Das ist also ein so massiver Schlag, der also normalerweise gegen den Kopf gegen die zwischen die beiden Augen oder ähnliches durchgeführt wird, dass man einen äh sofortigen Moment der Konfusion und des Schocks hat und damit irgendwie erstmal nicht mehr werrfähig ist und das führte dann eben dann auch zu seiner Festnahme.

 Nach 4er Wochen wird sie naka. Juli 2020 von den Polizeibeamten festgenommen. Er kommt in Untersuchungshaft. Zu den Vorwürfen schweigt der 30-jährige. Der Safferständige in der Hauptverhandlung hat ihm dem Machttypus des Vergewaltigers zugeordnet. Es hat sich also quasi herausgestellt, er hat eine bestimmte sexuelle Fantasie äh die er versucht hat ähm zunächst irgendwie mit durch den Konsum von Pornos und so weiter ähm anzufüttern und die er dann jetzt quasi irgendwie im realen Leben ausleben wollte durch diese Vergewaltigung. Und diese Fantasie des

Machttypus sieht eben vor, dass er zwar eine Frau vergewaltigt, aber dann quasi während der Vergewaltigung die Frau so von äh seinem Auftritt äh seinem sexuellen Gebaren und so weiter überzeugt ist, äh dass sie sich dann quasi ähm umentscheidet und dann quasi ihm hingibt. Das Gericht stuft den 30-jährigen aufgrund dieser Fantasien als äußerst gefährlich ein und ordnet eine Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung an.

Das Gericht muss erstmal für jede einzelne Tat entscheiden. Was hält es für Tat und Schuld angemessen? Da spielt dann hier auch unterschiedliche Aspekte eine Rolle. eben, wenn noch eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug wie etwa der Schraubentreher mit dabei waren, ähm dann natürlich die Tatfolgen und äh ähnliches, das dann damit ähm zu berücksichtigen ist und daraus hat man dann eine Freiheitsstrafe von 14 Jahren gebildet, die sitzt da auch nach wie vor noch ab und weil eben der Sachverständige auch zu dem Schluss

gekommen ist, dass er dann, sobald er wieder auf freiem Fuß ist, weitere Sexualdelikte begehen wird, hat das Gerät auch die Sicherungsverbahrung angeordnet. Die Opfer haben nach wie vor ähm äh psychologische Erkrankungen, Panikstörungen, posttraumatische Belastungsstörungen mussten sich in intensive Behandlungen geben.

 Nicht nur eben wegen der körperlichen Verletzung, die sie erlitten haben, sondern auch wegen der psychischen Verletzungen. Es sind ähm Umstände dabei, dass einfach das Leben sich von einer Sekunde auf die andere ändert. Also ähm die überfallende Joggerin beispielsweise ähm war leidenschaftliche Sportlerin, seitdem geht sie nicht mehr joggen.

 Andere trauen sich über Monate mindestens hinweg nicht mehr irgendwie alleine vor die Tür. Es gibt ähm ganz viele kleine Impulse, die einfach quasi wieder die Erinnerung wach werden lassen können. Also insofern ist das eine Belastung, die mit einer solchen Straft einhergeht, die immens ist und die schlechtestenfalls ähm das gesamte weitere Leben äh dann bestimmen kann.

Die Betroffenen werden nach wie vor intensiv therapeutisch betreut. Sinisak wurde als voll schuldfähig eingestuft. Einsicht zeigt er bis heute nicht.

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