Wahre Verbrechen I Das tote Baby vom Waller See T
Wahre Verbrechen I Das tote Baby vom Waller See

Ich habe eine erste Mitteilung von unseren Kollegen der Schutzpolizei bekommen, dass man hier am Wallase eine Babyleiche gefunden hatte und vermutlich ein Tötungsdelikt vorliege. Das ist schon eine besondere Situation immer wieder, wenn es um Kindesleichen geht. Ich bin sicherlich so einiges gewöhnt, aber das ist einfach schrecklich.
Es gab insbesondere an dem Handtuch, aber auch an den Tüten Blutspuren und zwar auch zwei unterschiedliche Blutspuren. Eine Blutspur stammte eindeutig von der Kindsmutter. Wir haben gehofft, dass vielleicht auch die Kindsmutter zu dieser Beerdigung kommt und haben diese Beerdigung auch entsprechend überwacht.
Wir wussten, dass die Gefahr, dass eine Mutter, die einmal auf dieser Art und Weise ihr Kind äh getötet hatte, das durchaus wieder tun konnte. Und insofern war es für uns natürlich erheblicher Antrieb, das zu verhindern. Der Wallase in der Nähe von Braunschweig, 26. Juni 2005. Kinder spielen am Ufer mit ihren Hunden.
Plötzlich schnüffeln die Tiere aufgeregt an zwei Plastiktüten, die halb im Sand vergraben sind. Darin ein totes Baby. Der erste Kriminalhauptkommissar Jürgen Schmidt ist damals Leiter der Kripo und übernimmt den Fall. Er wird ihn über Jahre begleiten und nie wieder loslassen. Wenn man hier an diesem Ort ist, kommen immer Erinnerungen hoch.
Ich bin sicherlich so einiges gewöhnt, aber das ist schon etwas, was in in diesem Moment mitnimmt. Das ist einfach schrecklich. Kriminaltechniker suchen den Leichenfundort akribisch nach Spuren und Beweismitteln ab. Es wurden jede Menge Gegenstände gefunden, äh die deren Bedeutung zu Anfang nicht klar war, aber insbesondere war es ein verbogener Suppenlöffel, der auch Sandspuren aufwieß.
Wir vermuteten, dass mit diesem Löffel versucht worden war, ein Grab auszuheben. Ist natürlich ein ziemlich untaugliches Mittel, aber nichtsdestotrotz gingen wir davon aus, das könnte das Werkzeug zum Graben gewesen sein. Die Obduktion ergibt: Das kleine Mädchen hat nach der Geburt gelebt. Todesursache war ein tiefer Schnitt in den Hals.
In den Tüten befand sich ein Handtuch, in das Kind eingewickelt war. Die Gerichtsmediziner finden daran nicht nur die DNA des Deuglings. Es gab insbesondere an dem Handtuch, aber auch an den Tüten Blutspuren und zwar auch zwei unterschiedliche Blutspuren. Eine Blutspur stammte eindeutig von der Kindsmutter.
Dieses DNA Muster hat uns aber leider nicht weitergebracht. Weder in der deutschen Datei noch in europaweiten Dateien war dieses DNA Muster registriert. Auch Nachforschungen zum Handtuch und den Einkaufstüten bringen die Polizei nicht weiter. Parallel befragen die Ermittler Zeugen am See, darunter auch zwei Angler.
Sie schilderten uns eine recht seltsame Begegnung und zwar war eine junge Frau auf dem Mittelsteg zwischen den beiden Teichen äh langgegangen und an ihnen vorbei, ohne dass sie die Angler offensichtlich bemerkte. Schon der Weg, den diese Frau genommen hatte, war sehr ungewöhnlich, weil sie muss Stacheldraht überstiegen haben.
Und diese Frau ist den beiden Männern äh doch aufgefallen, weil sie besonders blass wirkte. Sie trug einen prallgefüllten Rucksack bei sich und das war schon eine Beobachtung, die wir mit der Tat durchaus in Zusammenhang brachten. Ist diese junge Frau vielleicht die Mutter des toten Mädchens oder zumindest eine mögliche Zeugin? Aufgrund der Aussage der beiden Männer wurde eine Phantomzeichnung angefertigt, mit der wir zum einen in die Öffentlichkeit gegangen sind.
das heißt über Printmedien, übers Fernsehen auch, aber natürlich auch äh durchaus durch Lokale gezogen sind, beispielsweise in Braunschweig, aber auch zu Arbeitsämtern, zu sonstigen auch Hilfsstellen, wo vielleicht diese Frau hätte aufgetaucht sein können, aber auch das hat uns letztlich nicht zur Feststellung einer Verdächtigen geführt.
Am 5. Juli wird das Kind auf dem Friedhof in Lagesbüttel unweit des Leichenfundorts beerdigt. Ort und Zeit waren zuvor in der Zeitung veröffentlicht worden. Wir haben gehofft, dass vielleicht auch die Kindsmutter zu dieser Beerdigung kommt und eben durch die Öffentlichkeit davon Kenntnis erhält und haben diese Beerdigung auch entsprechend überwacht.
Auch nach der Beisetzung wird das Grab noch einige Tage verdeckt gefilmt. Doch keine der überprüften Frauen ist die Mutter. Die Mordkommission bezieht eine Expertin der Uni Hannover in die Ermittlungen mit ein. Professorin Christine Swintech untersucht seit Jahren Kindstötungen unter kriminologischen Gesichtspunkten.
Der Täterinnenkreis lässt sich kaum eingrenzen. Nur eines haben die meisten Fälle gemeinsam. Eine große Rolle spielt die Abhängigkeit. Es geht immer drum, der Mann will kein Kind oder er will dieses Kind nicht. Also sie sorgt dafür, dass er wieder bequem leben kann, dass er kein Unterhalt zahlen muss, dass er seine Ruhe hat.
Ähm das sind eben die Frauen, die artig sind. War es in diesem Fall genauso? Das Institut für Rechtsmedizin der Uni München macht für die Ermittler eine sogenannte Isotopenanalyse. Durch chemische Spuren im Körper kann man hiermit auf mögliche Aufenthaltsorte von Toten zu Lebzeiten schließen. Unsere Überlegung war jetzt, kann man vielleicht auch beim Säugling bedingt durch die Ernährung über äh die Nabelschnur feststellen und Rückschlüsse ziehen auf den möglichen Aufenthaltsort der Mutter.
Meines Wissens war es auch dann das erste Mal in Europa, dass wir diesen Versuch angestellt haben. Das Ergebnis war letztlich, dass die Kinsmutter in den ersten Monaten der Schwangerschaft in Karelien, einer russischen Republik, gelebt haben dürfte und später in der norddeutschen Tiefebene. Obwohl nicht alle von diesem Ergebnis überzeugt sind, gehen die Ermittler nun auch mit russischsprachigen Verhandlungsplakaten an die Öffentlichkeit.
Über das Ausländerzentralregister selektieren sie außerdem, welche Frauen im fraglichen Zeitraum legal aus Russland nach Deutschland eingereist sind. Wir haben dann diese Frauen, soweit sie ins Altersraster so zwischen 25 und 45 fielen, äh aufgesucht und haben sie dann um freiwillige Speicheltests gebeten, die sie auch in aller Regel abgegeben haben, haben diese untersuchen lassen, um festzustellen, ob es sich dabei vielleicht um die Kindsmutter handelt.
Doch wieder kein Treffer. War die Frau vielleicht nur auf der Durchreise von oder nach Russland? Dann wäre es sehr schwer, sie zu ermitteln. Der Wallase liegt in der Nähe der A2, einer vielbefahrenen Ostwestroute. An diesem Punkt sind zunächst alle Ansätze abgearbeitet. Ein Umstand, den der inzwischen pensionierte Kommissar nur schwer ertragen kann.
Wir wussten, dass die Gefahr, dass eine Mutter, die einmal auf dieser Art und Weise ihr Kind getötet hatte, das durchaus wiedertun konnte. Und insofern war es für uns natürlich erheblicher Antrieb, das zu verhindern. Das heißt, wir wollten keinerlei Fehler machen. Wir wollten so schnell wie möglich diese Kindsmutter äh ermitteln, um zu verhindern, dass es zu einer weiteren Tat kam.
Dass das Risiko, dass es zu einer Wiederholungstat kommt, hoch ist, zeigen auch wissenschaftliche Studien. Wir nennen das in Lernen am Erfolg. Die Frau hat Erfolg damit, dass sie das Kind beseitigt. Sie spart sich den ganzen Stress, sie spart sich die Strafe, sie spart sich Gerichtsurteil und sie hat gelernt, das ist eine Möglichkeit, wie ich mit diesem Problem klarkomme.
2009 erfährt Mokoleiter Schmidt schließlich davon, dass sogenannte Mantrailerhunde auch noch Jahre nach einer Tat die individuelle Geruchsspur eines Menschen aufnehmen und verfolgen können. Bei der Polizei gab es zu diesem Zeitpunkt derartige Hunde nicht und wir sind auf eine private Hundeführerin gestoßen, die schon häufiger in Nordrhein-Westfalen mit der Polizei zusammengearbeitet hatte.
Unsere Hypothese war auch, dass äh die Kindsmutter eventuell noch mal an den Leichenfundort zurückgekehrt, aber insbesondere, dass sie vielleicht auch an das Grab zurückgekehrt war und wir deshalb auch auf durchaus frischere Spuren hofften. Geruchsträger ist das Blut der Mutter. Eine Spur führt bis ins 300 km entfernte Kiel.
Doch die Aktion muss erfolglos abgebrochen werden. Eben eine Negativabgrenzung stattgefunden. Der Hund hat hier keine Spur aufgenommen. Das heißt, die Kindsmutter ist in diesem Bereich nicht gewesen. Trotz aller Anstrengungen bleibt der Fall ungelöst. Doch dann meldet sich im April 2011 das LKA Hannover. Auf dem Parkplatz einer Kleingartenkolonie in Braunschweig steht ein gestohlener VW Bus.
Im Aschenbecher eine gerauchte Zigarette. An dieser Zigarette findet sich tatsächlich die DNA der Mutter des Toten Säuglings. Hat der gestohlene VW Bus etwas mit dem Fall zu tun? Es war zunächst einmal nur ein Spur Spurtreffer. Das heißt, es gab zwei gleiche DNA bei zwei Straftaten. Damit hatten wir natürlich noch keine Person und auch der PKW Diebstahl als solches war nicht aufgeklärt.
Allerdings gab es dann immer noch die Möglichkeit, dass die Zigarettenkippe legal im Fahrzeug zurückgelassen wurde, also einer der Benutzer als Verursacher unseres DNA Treffers in Frage kam und da haben wir dann angesetzt. Der gestohlene Bus gehört dem Besitzer eines griechischen Restaurants. Der Bus war im Oktober 2009 entdeckt worden.
Da es sich bei Diebstahl nicht um ein Kapitaldelikt handelt, wurde die Zigarette erst über ein Jahr später auf DNA Spuren untersucht. Nun überprüfen die Ermittler alle Mitarbeiterinnen des Lokals. Wir haben eine der Bediensteten nicht erreicht. Mit dieser Frau haben wir telefonisch Kontakt gekriegt. Sie hat dann zugesagt, am nächsten Tag zu einer Speichelprobe zu erscheinen.
Sie kam nicht und das hat für uns natürlich schon einen gewissen Verdachtsmoment ausgemacht. Die 35-Jährige hat zum fraglichen Zeitpunkt gelegentlich als Bedienung in der Gaststätte gearbeitet. Sie ist Raucherin und wohnt imselben Haus, in dem sich auch das griechische Restaurant befindet.
Am darauffolgenden Tag geht bei der Polizei ein Notruf ein. Es ist die Frau, die direkt erklärt, sie habe das Baby am Wallersee umgebracht. Kommissar Schmidt vernimmt die Tatverdächtige. Es laufen zwei Kameras mit. Sie brauchen hier keine Aussage zu machen. Sie haben auch das Recht, sich mit einem Anwalt zu beraten. Das können Sie auch schon vorher machen.
Wollen Sie weiter zur Sache aussagen? Das würde ich gerne. Ja. Okay. Die Frau erzählt, dass sie aus einer kurdischstämmigen Familie kommt und im jesidischen Glauben erzogen wurde. Anfang der 1990er Jahre hat sie ihr Elternhaus in Zelle ohne Papiere verlassen, weil sie zwangsverheiratet werden sollte. Seitdem lebe sie mehr oder weniger illegal in Braunschweig.
In Russland, wie es die vorangegangene Isotropenuntersuchung hatte vermuten lassen, ist sie nie gewesen. Sie hatte in Braunschweig einen Mann kennengelernt. Dieser Mann war verheiratet und hatte zwei Kinder und wollte auch keine weiteren Kinder mehr. Und in dieser Beziehung ist sie schwanger geworden. Sie hat diese Schwangerschaft völlig geheim gehalten durch entsprechende Kleidung und ihm selbst ist angeblich auch überhaupt nichts aufgefallen.
Zwischen dem 18. und 20. Juni 2005 erklärt sie, hat sie das Kind allein im Badezimmer ihrer damaligen Wohnung zur Welt gebracht. Ich habe es nicht mal angeschaut. Alles kam mir so vor wie durch einen Nebel. Ich sehe zwar dieses Kind, ich höre es ja auch. Ich höre es ja auch akustisch. Ich sehe nicht nur dieses Kind, ich höre es auch.
Es ist da. Es ist existent. Ja, was mache ich? Ich gehe in die Küche und hole ein Messer. Was wollten Sie mit dem Wasser? Ich musste dieses Kind irgendwie zur Ruhe bringen. Nach der Tat habe sie die Leiche einige Tage in einem Schrank in ihrer Wohnung versteckt. Dann habe sie sich von ihrem Freund zum Wallerase zum Baden bringen lassen.
Das Baby hat sie dabei in einer Tasche mitgenommen. Während der Vater des Kindes zur Arbeit gefahren sei, habe sie den Säugling vor Ort mit einem Löffel im Ufersand vergraben. Doch das ist noch nicht alles. Während der Vernehmung kommt eine weitere Tat ans Licht. Sie sind ja nur ein paar Tage zu spät gekommen. Was heißt das? Das heißt, am 26.
April ist die Fruchtblase geplatzt. Also, ich habe die Schwangerschaft fortgeführt, wie sagt man? Fortgesetzt. Ich wollte es so sehr. Es war so mein Herzenswunsch. Das können Sie mir ruhig glauben, auch wenn ich so ein grausamer Mensch bin. Aber das wollte ich. Mein Herzenswunsch. Es gibt noch ein weiteres Baby, das wenige Tage zuvor zur Welt gekommen war.
Dieses Mal angeblich ein Wunschkind. Und dann habe ich ein Handtuch genommen und habe es über das Kleine gelegt. Und dann jetzt verfluchen sie mich, wurde mir schwarz vor Augen und ich war weg. Sie habe das zweite Kind in ihrer Badewanne zur Welt gebracht und unmittelbar danach das Bewusstsein verloren.
Als sie wieder aufwachte, sei das Baby tot gewesen. Das war wieder ein Mädchen. Wieder hatte sie die Schwangerschaft geheim gehalten. Der Vater war ihr damaliger Arbeitgeber, der Restaurantbesitzer. Nach der Geburt wickelte sie die Leiche in Seitenpapier und versteckte sie in ihrer Wohnung. Als die Polizei sie zur Abgabe einer Speichelprobe wegen des ersten toten Säuglings aufforderte, packte sie das zweite Mädchen in eine Papiertüte und entsorgte es in einem Müllcontainer.
Es ist im Grunde genommen genau das passiert, was wir durch jahrelange Ermittlung insbesondere verhindern wollten. Und jetzt kriegt man dann quasi ja den Schuss vor dem Bug, dass man auch nur wenige Tage, wahrscheinlich waren es nur zwei Tage, die wir zu spät gekommen sind.
Das ist schon sehr, sehr tragisch gewesen. Äh, das hat einen auch mitgenommen, gar keine Frage. Das hat mich auch nachher beschäftigt, beschäftigt mich auch heute teilweise noch, weil man sich natürlich die Frage stellt, wo hätten wir schneller sein können. Das ist etwas, was einen, ich glaube, das m was mich mein Leben lang nicht loslässt. Das Landgericht Braunschweig verurteilt die Frau zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 6 Jahren und 6 Monaten wegen Totschlags.
Im zweiten Fall durch unterlassen. Das Kind ist im Wasser der Badewanne ertrunken. Es gab so ganz leichte Strangulationsspuren um den Hals, die aber durchaus von der Nabelschnur herstammen konnten. Aber letztlich gab es keinen Hinweis auf irgendeine Gewalthandlung. Wenn gleich äh bei mir ist nach wie vor eine gewisse Skeptis da. Eine Frau mit einer normalen Schwangerschaft, mit einer normalen Einstellung, die wird spätestens nach äh 6 Monaten anfangen, mal ein bisschen zu gucken, was brauche ich.
Das ist ein Ansatzpunkt. Äh darauf habe ich Kriminalbeamt immer hingewiesen. Gucken Sie auf die Vorbereitung. Gab es eine, die macht den eigentlichen Plan aus. Wenn ich plane, das Kind umzubringen, da kaufe ich keine Strampelhose. Geburtsvorbereitungen hatte die Täterin nicht getroffen. Mittlerweile ist sie aus dem Gefängnis entlassen.
Die Resozialisierung scheint geglückt. Ich habe nach der Haftentlassung Kontakt zur Täterin gehabt. Äh, sie führt mittlerweile ein sehr geregeltes Leben. Sie hat schon während der Haftzeit begonnen, eine Ausbildung zu machen. hat die auch erfolgreich abgeschlossen und ist heute regelmäßig beruflich tätig.
Sie ist liiert und lebt ein unauffälliges, aber durchaus sozial integriertes Leben. Es hat fast 6 Jahre gedauert, bis der Fall endlich gelöst werden konnte. Bei neuen Anhaltspunkten, Methoden und Erkenntnissen hat Kommissar Schmidt die Ermittlungen immer wieder aufgenommen, bis ihn die DNA auf die richtige Spur gebracht hat.
Das Resummeier ist zwei geteilt. Auf der einen Seite ist es die Genugtu über den nach langer, harter, kriminalistisch auch sehr akribischer Arbeit aufgeklärten Fall. Zum zweiten liegt in diesem Fall natürlich eine ganz besondere Tragik, weil wir nur wenige Tage zu spät gekommen sind, um die zweite Tötung zu verhindern.
Ihrem zweiten Kind hat die Mutter im Nachhinein einen Namen gegeben, Sophia. Sie wurde neben ihrer großen Schwester beerdigt, dem unbekannten Baby vom Wallasee. Wenn man das Opfer sieht, das macht schon was mit einem, ne? Wir haben einen relativ langen Zeitraum und dem Auffinden. Es war eine alte Dame um dies ging, die nicht so massiv gefesselt und geknebelt hätte werden müssen, um sie aus sie nicht das Opfer der Tötung geworden wäre.
die hat gerne gelebt und deswegen ist es ja so erschreckend, dass dass sie für trotzdem nur wenige tausend € sterben musste. Im Juni 2013 wird in der Nürnberger Südstadt eine Frau in ihrer Wohnung überfallen. Sie rufen die Polizei. Die Nachbarn haben die Polizei alarmiert zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt aus meiner Sicht, nämlich um kurz nach 23 Uhr, 23:45 Uhr sogar und haben gesagt, ja, sie haben die Frau Annelise M.
mehrere Tage nicht gesehen. Sie haben durchs und man wusste von den Nachbarn und auch vom Sohn, der sich sehr mit den täglichen Gewohnheiten seiner Mutter auskannte, dass sie immer am Sonntagmorgen ihren Kaffee getrunken hat und dabei den Sonntagsblitz gelesen hat. Der Sonntagsblitz ist eine kostenlose Einwurfzeitung, die am Sonntag aber erst verteilt wird und damit war klar, das muss eigentlich Todeskampf.
Was genau der oder die Täter aus der Wohnung mitnehmen, ist schwer zu sagen. Durch die Vernehmung des Sohnes und einer Bekannten von Annalise M. wird klar, dass zumindest eine teure Uhr des Opfers fehlt. Es war also so, dass Schmuck entwendet wurde und es ist natürlich schwierig, weil ja keiner äh regelmäßige Inventur macht und die Angehörige schon gar nicht gar nicht wissen.
Imzat mussten wir uns auf die Gegenstände beschränken, von denen wir auch tatsächlich wussten, dass sie offenkundig im Rahmen der Tathandlung entwendet wurden und da für sachdienliche Hinweise ausgelobt. Außerdem wird der Mord an Annalise M in der Fernsehsendung Aktenzeichen XY ungelöst vorgestellt. Liebe Zuschauer, wer von ihnen jetzt etwas weiß, dass der Polizei weiterhelfen könnte, der sollte sich bitte melden hier im Studio oder doch.
Auch die Öffentlichkeitsverhandlung bringt keine brauchbaren Hinweise. Außerdem fordern Sie Meldeadressen beim Einwohnermeldeamt an. Es wurde dann entschieden, eine Rasterverhandlung zu machen. Bedeutet, dass man Datenbanken durchsucht nach Kriterium, um danach eine Anzahl von Personen, also von Namen eigentlich herauszufinden.
Da war es die Einwohner Meldeämter. Wir schütten die Töpfe zusammen, also die aus Georgien, die offenkundig ihres Bewegungsbildes unterwegs waren und zwar letztendlich europaweit und Straftan in wesentlichen Eigentumsdelikte beigegangen haben und sich mit Sicherheit hieraus äh ihren Lebensunterhalt erstritten haben, um Geld und Schmuck zu stehlen.
Als sie von Annelise M überrascht werden, töten sie die 85-jährige. Den er mit kriminalistischen Handwerker immer noch äh ein Paradebeispiel dafür, dass wenn man den entsprechend langen Atem hat, eine hohe Chance hat zum Ziel zu kommen. Da war kein Streit, keine Auseinandersetzung, keine Die Gartka war für Alter noch recht agil.
Sie wurde als sehr sparsam, teilweise auch als geizig beschrieben. Karl M gab sie als Hausverwalter aus. Er gab dann an, dass die Vermisste sich nach Badöhenhausen zu einem Kurauftrag begeben hätte. Wir haben ähm im Treppenhaus feinste rotbräuniche Spritzer gefunden, die für uns darauf hindeuteten, dass es Blut sein könnte. Er kannte die Frau seit seiner Kindheit.
Er wusste auch, dass sie recht vermögend war. Er war der Meinung, dass die Frau, die recht streitbar war, sich mit allen möglichen Leuten zerstritten hatte. Das Mittel. Ja, Lokomalachit Grün ist eine Substanz, die das Hämoglobin im Blut einfärbt und zwar türkisgrün und macht halt diese Blutspurenlage für das menschliche Auge sogar bei Tageslicht sichtbar.
Weil das Ganze hochgiftig ist, arbeiten die Kriminal. Eine DNA Analyse bestätigt. Das Blut stammt von Gertrudkar. Sascha L. Und Karl M werden mit den neuen Erkenntnissen konfrontiert. Überraschenderweise behaupten sie jetzt, dass ein dritter Mann für den Tod der Dame verantwortlich sei. Defour. Die Tote wollen sie im Keller verstecken.
Der Plan der Täter war, den Leichnam in einer Regentonne zu entsorgen. Man hat die Frau dann in diese Tonne gepackt mit Kalk, den man extra da gekauft hatte, überschüttet, um die Verwesung zu beschleunigen und mit einem Deckel verschlossen. Deutschen Ermittlern ist ein Schlag gegen eine international agierende Bande von Cyberkriminellen gelungen.
Ein großes illegales Rechenzentrum in einem alten NATObunker an der Mosel. Es geht um Drogen, Waffen und Kinderpornografie. Dramhentrabach an der Mosel. Der idyllische Ort wird zum Schauplatz eines der bislang größten Cybercrime Verbrechens in Deutschland. Wir fahren zum Cyberbunker, ein illegales Rechenzentrum, was Straftaten im Internet in aller Welt ermöglichte.
Philip Haderdauer war an dem außergewöhnlichen Ermittlungsverfahren beteiligt. Der IT-Analyst arbeitet für das Dezenat Cybercrime beim Landeskriminalamt Rheinlandfalz. Ich war zu dem Zeitpunkt des Zugriffs 6 Monate bei der Polizei. Also meine Probezeit hatte gerade geendete und plötzlich war ich in so ein riesen Fall verwickelt.
Das äh konnte man sich natürlich erstmal gar nicht vorstellen, nachdem man dort erste Details gehört hat. Also eine Truppe von Leuten, die sich ein Bunker geholt hat, sich dort verschanzt und von dort aus Server für Cyberkriminelle bereitstellt. Tief unter der Erde stehen hunderte Server, auf denen illegale Websites gehostet werden.
Philipader Dauer hat die Daten auf den Servern analysiert und hier viel Zeit verbracht. Wenn man hier eine Anfahrt links den Hügel hochfährt, dann findet man dort den Zugang zum Bunker. Man sieht natürlich so nur die Spitze des Eisbergs. Sind insgesamt fünf Stockwerke, die sich dann Untergrund bewegen. Der ehemalige NATObunker wurde früher von der Bundeswehr zur Erhebung von Wetterdaten genutzt.
2012 steht das Gelände zum Verkauf. Einer der Interessenten ist der damals 54-jährige Hermann X. Der Niederländer beschreibt sich im Internet als Computerexperte mit großen Visionen. Ich habe mehr Ideen, als ich vermutlich in diesem Leben realisieren kann. Ich bin ein Schöpfer und kein Konsument. Er sieht sich selbst ähm einerseits so als Visionär, auch als Internetaktivist vielleicht ein bisschen.
Ist auf jeden Fall eine Person, die Leute anzuziehen scheint. Der Bunkerliebhaber hat bereits in den Niederlanden zusammen mit Hackerfreunden ein unterirdisches Datenzentrum betrieben. Ich bin in einem atomwaffensicheren Bunker ansässig, der Cyberbunker. Ich erwarte nicht, dass bald der Dritte Weltkrieg kommt, aber es ist immer schön etwas Privatsphäre zu haben.
Dieses Rechenzentrum ist dann 2002 abgebrannt und da wurde dann auch ein Extasilabor im Nachhinein gefunden, von dem aber jede Kenntnis von sich wies. In Trabentrabach versucht Hermann X einen Neustart. 8 Tage vor dem Verkauf des Bunkers warnt das LKA Rheinlandfalz die zuständige Bundesbehörde. Der künftige Besitzer könnte von dort aus Computerstraftaten begehen.
Das war aber tatsächlich für die Behörde, die das dann verkauft hat, nicht eindeutig genug. Zudem hat wohl der das deutlich bessere Angebot gemacht, weil es gab auch andere Kaufteressenten. Für 450 000 € kauft Hermann X 2013 das 13 Hektar große Gelände mit Bunker und Verwaltungsgebäuden und zieht mit seinem dubiosen Team ein.
Was die Behörden zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, die Kunden des Cyberbunkers sind Kriminelle, die illegale Websites betreiben. Darunter auch Wall Street Market, damals der zweitgrößte Marktplatz im Darknet, auf dem tausende Händler Drogen, Schadoftware und gestohlene Daten zum Kauf anbieten.
Er war einer der Betreiber der illegalen Plattform, Martin Frost. Mit Cybercrime hat er mehrere Millionen verdient. Scrupel hatte er damals nicht. Das Schlimme an dieser Szene ist Cybercrime, das fühlt sich nicht an wie ein Verbrechen. Das ist viel abstrakter vorm PC zu sitzen und irgendwie Cybercrime Straftaten zu begehen, als irgendwie in Park zu gehen und jemanden umzuhauen.
Zum Zeitpunkt unserer Aufnahmen ist Frost noch auf freiem Fuß und wartet auf sein Revisionsverfahren. Vier Jahre lang war er Kunde des Cyberbunkers. Legale Hoster, die sperren dann die Webseiten, melden das natürlich auch und das passiert eben bei so Hostern wie dem Cyberbunker nicht. Da wird es komplett ignoriert.
Ja, und die haben das Ganze genannt der No matter what Service. Also egal was ist, die Server bleiben online. Auf seiner Internetseite wirbt der Cyberbunker mit einem besonderen Service. Das Rechenzentrum sei Bulletproof, also sicher vor dem Zugriff von Ermittlungsbehörden. Gehostet werde alles bis auf Kinderpornografie und Terrorismus.
Rund 5000 € Mietkosten zahlt Martin Frost pro Monat für knapp 30 Server. Der Kontakt war eigentlich sehr professionell aufgebaut, wie du es erwarten würdest von einem legalen Hoster, von einer legalen Firma auch. Das heißt, ähm man schreibt, wenn man z.B. Probleme hat, dann hast du einen Kundenberater, der dann z.B.
eine Festplatte austauscht, wenn irgendwie Probleme gibt. Dass eine Server in Deutschland stehen, ahnt Frost zu dem Zeitpunkt nicht. Beim Landeskriminallamt Rheinlandpfalz werden 2015 verdeckte Ermittlungen gegen den Betreiber des Cyberbunkers eingeleitet. Mit Helikoptern und Drohnen wird das Gelände observiert.
Doch von außen lassen sich nur wenige Informationen erlangen. Man hatte natürlich gar keinen Einblick und dann wurde eben natürlich als nächstes an TK Maßnahmen gedacht, also Telefonanschlüsse ganz klassisch zu überwachen. Es ging ja auch vor allem darum zu beweisen, dass diese Infrastruktur bewusst für Straftaten zur Verfügung gestellt wird und das mit diesen klassischen Polizeimaßnahmen war einfach sehr schwierig, weil natürlich am Telefon wahrscheinlich wenig darüber geredet wird.
In den überwachten Telefonaten verwenden die tatverdächtigen Codewörter. Hallo, ich habe die Orangen gefunden. Erzähl mir mehr. Er hat 700 Orangenkisten bekommen und sie sind am richtigen Ort. Jetzt braucht er weitere 350 für eine volle Ladung. Immer wieder taucht bei den Gesprächen ein Name auf. Da gab es diesen Mr.
Green, der wohl auch zu großen Teilen Anweisung auch erteilt hat, bei dem sich dann im Verlauf des Verfahrens rausstellt, dass der George Schmitsche ist. Und George Schmitche ist in Irland eine OK Größe, also ist dort bekannt für Drogenschmucke, auch viel Gewalt in dem Zusammenhang. Hermann X scheint in kriminelle Geschäfte verwickelt zu sein.
Doch er verschanzt sich nicht etwa im Bunker, sondern lässt sich häufig in der Stadt blicken. Er geht zum Friseur, besucht Bars und Caffes. Auch Bürgermeister Patrice Langer fällt der dubiose Bunkerbesitzer immer wieder auf. Wenn er bei mir gegen vom vom meinem Büro geparkt hat, dann war dann sein X6 BNB dann da.
Dann wusste man genau, der hat auch das Kennzeichen Boo Boo, ne? Und dann hieß der Bobo ist wieder da und dann zog er mit seinem ja wie soll mal sagen, mit so einem Trench Code, der walte auch so mit seiner Mähne so parallel und seinem Atlatus liefer dann für die Stadt und ja war so ein bisschen komisches Gespannen an dem Moment, ne? Es gibt viele Gerüchte über Hermann X.
Langer sorgt sich, im Bunker könnte Cannabis angebaut werden. Er will Klarheit und nimmt Kontakt zum Bunkerbesitzer auf. Habe dann den guten Herrn angerufen und ich muss sagen, er war sehr bereitwillig. sagt: “Ja, kein Thema, kommen Sie gerne vorbei.” Eine Stunde später öffnet X dem Bürgermeister die Bunkertör und führt ihn durch die Stockwerke.
Er darf jeden Raum betreten. Das war alles sehr offen. Wir haben auch dann über sein Geschäftsmodell gesprochen, dass er Datensicherung und ähnliches machen wollte und App Programmierung in Sicherheit sowieso. Ja, nur der Beigeschm war, was auf seinen Rechner lief, das konnte man natürlich nicht sehen, das wusste man nicht.
Zwar findet der Bürgermeister keine Hanfplantage, doch es bleibt das ungute Gefühl, dass sich in seiner Stadt Kriminelle angesiedelt haben könnten. Auch die Ermittler des Landes Kriminalamts Rheinlandpfalz wollen genauer wissen, was sich auf den Servern befindet. Observation Telekommunikationsüberwachung, da kommt man natürlich nicht an die Systeme ran, die ein eigentlich interessieren, die Server, die im Rechenzentrum stehen.
Und deswegen hat man sich dann dazu entschlossen, eine Netzknotenüberwachung zu starten. Das LKA überwacht mit großem Aufwand den gesamten Datenverkehr, der in den Bunker reingeht und wieder rauskommt. Viele Daten sind verschlüsselt, doch die Ermittler stoßen auf etliche Straftaten. Es gab da Marktplätze für den Verkauf von Hacking Tools, von Drogen.
Es gab dort ganz viel Fishingseiten. Es gab aber auch einfach Angriffe ähm, die dann ins Internet gefahren wurden auf potenzielle Unternehmen beispielsweise, wo man genau sehen konnte, diese Angriffe wurden von IP-Adressen oder Servern, die im Bunker gehostet waren, gestartet. Was die Ermittler nicht wissen, wer im Bunker hat welche Rolle, wer gibt wem Anweisungen? Um die internen Strukturen aufzuklären, wagt das LKA einen riskanten Schritt.
Sie hat auf ihrer Webseite tatsächlich so ein Voluntiersprogramm geschalten, dass jemanden suchen würden und das war natürlich dann die Gelegenheit, dort einen verdeckten Ermittler einzuschleusen. Harry, so der Deckname des Ermittlers, nimmt eine unbezahlte Stelle als Gärtner an.
Er erlangt schnell das Vertrauen der Bunkerbande und erhält Einblick in ihre abstruse Welt. Die haben sich dann wahrscheinlich auch von anderen Mikronationen, die es ja zu Hauf gibt, inspiriert gesehen. Ähm und haben dann dort ihre eigene Republik äh gegründet mit ja verschiedenen Behauptungen, dass ihr NATOgelände sei, was verweist sei und deswegen können sie das jetzt beanspruchen, was auch immer und haben sich dann natürlich auch verschiedene Rollen gegeben, also verschiedene Ministerien zugewesen.
Das Problem als Gärtner hat Harry wenig Zugang zum Bunker selbst, doch das LKA hat noch ein Ass im Ärmel. Da eine Reinigungskraft gesucht wird, schlägt Harry seine vermeintliche Freundin Julia vor. Die Putzfrau wurde nicht größer kontrolliert und hatte dann natürlich Zugang zu allen Räumlichkeit und konnte sich dort frei bewegen.
Die verdeckte Ermittlerin macht Fotos von allen Räumen, von den Serverschränken, von Datenträgern und Passwortlisten. Etwa ein Jahr lang arbeiten Harry und Julia Undercover im Cyberbunker. Über 5 Jahre ermitteln LKA und Staatsanwaltschaft gemeinsam in dem Fall. Dr. Jörg Angerer leitet die Landeszentralstelle Cybercrime der Generalstaatsanwaltschaft Koplens.
Für ihn war die große Frage, wie kann ein Zugriff gelingen? Uns war lange im Vorfeld schon klar, dass man eine Anlage wie den Bunker nicht stürmen kann. Man kommt nicht ohne weiteres rein. Ähm der ist dafür gemacht, dass man nicht reinkommt. Es war uns also klar, dass wir mit einer Liste dafür sorgen mussten, dass die Täter beim Zugriff nicht im Bunker sind.
Allein schon deshalb, weil sonst die Gefahr besteht, dass man die Server abschaltet und wenn sie verschlüsselt sind, kommen wir nicht mehr an die Inhalte. Dem verdeckten Ermittler Hari gelingt es durch einen Trick, die kriminelle Bande aus dem Bunker ins Stadtzentrum zu locken. Deswegen hat sich Harder eine kleine Legende einfallen lassen und hat gesagt, sein Schwiegervater wäre gestorben und dadurch hätte ein gutes Erbel langt und da die Gruppe so sehr schätzen würde, würde sie gern zum gemeinsamen Essen einladen. Im September 2019 findet in
diesem Gasthof in Trabentrabach das Abendessen statt, das im Fall des Cyberbunkers die entscheidende Wende bringt. Hier am Ende war es n eine lange Tafel, dann gab’s hier noch mehrere kleinere Tische, an denen die Polizeikräfte saßen. An der Tafel saß die Gruppe selbst. Ja, hat der Hari dann noch ein Gruß vor an die Gruppe gerichtet, noch mal gesagt, er freut sich, dass sie alle zusammenkommen konnten und wenig später folgt in der Zugriff durch die getanten Polizeibeamten.
Während Hermann X und sieben weitere Beschuldigte im Restaurant festgenommen werden, findet zeitgleich die Ratia im Bunker statt. Der Bunker war leer und er ist nicht dafür gemacht, dass man ihn verlässt und abschließt. Das normal immer jemand drin, wenn er militärisch genutzt wird. Deshalb war es dann kein großes Problem in die Anlage zu kommen.
Was man auf dem Bild sieht, sind die Einsatzfahrzeuge an dem Abend. Sobald die Gruppe den Bunker verlassen hat, ähm haben wir die Anlage gesichert, damit keiner mehr zurückkommen kann. 650 Polizeikräfte sind in den Einsatz involviert. Hier gegenüber haben wir tatsächlich dann gewartet, alle in den Autos.
Es war auch alles dunkel, muss man sich vorstellen. Es war kaum wahrzunehmen, wie groß dieses Gelände eigentlich ist. Ja, und dann ging es am Ende diese Auffahrt da hoch, bis man dann vor dieser Metalltür stand und sich wunderte, was ich dahinter jetzt alles verbergen sollte. Zum ersten Mal betreten Haderdauer und seine Kollegen den fünfstöckigen Bunker.
Auf 5000 m² haben Hermann X und seine Komplizen gearbeitet und teilweise auch gewohnt. In der ersten Ebene gab’s z.B. eine Küche, ein Aufenhaltsbereich. Es gab Fitnessräume, die sich die Leute da angelegen haben. Also die aufwächsten Räume waren natürlich die vom H, also allein sein Büro mit den acht Bildschirmen, von denen ich nicht glaube, dass jeder einzelne nötig war, auch mit seiner Leiste, in den er verschiedene Smartphones mit Apps laufen hatte.
Hatte schon viel von einem Jim Spond Bürsewicht. Auch sein Schlafzimmer ist natürlich rausgestochen, komplett in schwarz gefärbt. Im dritten Untergeschoss finden die Ermittler die Serverräume. Sie zeigen das gesamte Ausmaß des illegalen Rechenzentrums. Insgesamt waren in dem Bunker, in dem Serverraum etwas über 400 Server installiert.
Wir haben insgesamt im Cyberbunker zwei Petabyte Daten äh gesichert. Das sind etwa 2 Millionen GB Daten. Ähm, das war eine enorme Menge. Wir waren auch überrascht über die Größe. Wir hatten nicht mit so viel gerechnet. Auf den Servern finden die Ermittler entscheidende Beweise. Mindestens 240.000 Straftaten sollen über die Seiten gelaufen sein, die im Cyberbunker gehostet wurden.
Es waren Seiten über die Betrug begangen wurden. Es waren sehr viele Seiten über die Drogengeschäfte begangen wurden und es war auch Kinderpornografie dabei, obwohl die Betreiber des Bunkers ähm das eigentlich ausdrücklich ausgeschlossen haben. Ab Oktober 2020 findet am Landgericht Trier das Verfahren statt.
Vor Gericht leugnet der Hauptangeklagte Hermann X von den kriminellen Inhalten der Websites gewusst zu haben. Es war weiterhin dieses wir wussten von nichts und auch ein bisschen dieses okay und der Stadt will er mir irgendeine Art von Exempel statuieren. Ich sehe mich eigentlich eher so als Aktivist für Freiheit im Internet und werde jetzt hier zu unrecht für ein Schauprozess geladen.
Der Hauptangeklagte Hermann X und sieben Komplizen erhalten Freiheitsstrafen. Doch sie fallen geringer aus als vom Staatsanwalt erhofft. Der Hauptangeklagte ist zu 5 Jahren und 9 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden wegen Mitgliedschaften kriminellen Vereinigung. Der von uns auch erhobene Vorwurf der Beihilfe zu den Haupttaten seiner Kunden, also insbesondere dem Drogenhandel, ähm hat das Landgericht nicht gesehen, sondern freigesprochen.
Begründung des Gerichts. Zwar hätten die Angeklagten generell gewusst, dass ihre Server für Straftaten genutzt werden, es konnte jedoch nicht eindeutig bewiesen werden, dass sie vorsätzlich Beihilfe zu konkreten Delikten wie Drogenhandel geleistet haben. Für Martin Frost, einen der Kunden des Cyberbunkers, geht es anders aus.
Er wird wegen bandenmäßigen Drogenhandels zu 7 Jahren und 9 Monaten haft verurteilt. Inzwischen sitzt er seine Strafe ab. Für Staatsanwalt Dr. Jörg Angerer ist das gesamte Verfahren ein großer Schlag gegen Cybercrime. Wir haben einen extrem hohen Personalaufwand gehabt. Wir haben einen hohen Sachauffand gehabt.
Allein die Netzkunonüberwachung hat ein sechsstelligen Betrag gekostet, um die überhaupt machen zu können. Es war also ein außergewöhnliches Verfahren mit sehr, sehr viel Aufwand und von daher war natürlich ähm das Ergebnis, das eine Verurteilung gegeben hat, ein Erfolgserlebnis für uns ist ganz klar. Hermann X und seine Komplizen sind inzwischen wieder auf freiem Fuß.
Auf ihrer Website machen sie klar, das Projekt Cyberbunker ist für sie noch nicht beendet. Das war ja auch von dem Beteiligten oder Beschuldigten als Verurteilten äh so die Rede, wir machen das gleich wieder. Wir haben nichts falsch gemacht. Bleibt ja weiter den den ihr Standpunkt. Wir können hoffen, dass sie sich nie wieder so zusammenfinden, dass es keine Geldgeber, keine Geldquellen mehr gibt, die das finanzieren.
Wer der künftige Besitzer des Bunkers sein wird, ist noch offen. Derzeit steht das Gelände erneut zum Verkauf