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Wahre Verbrechen I Streit mit tödlichem Ende – der Fall Tuğçe T

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By sonds1
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Wahre Verbrechen I Streit mit tödlichem Ende – der Fall Tuğçe  

 Sie war ein sehr mutiger Mensch, ein sehr offener Mensch. Sie muss den mal zeigen, so stopp, hier ist die Grenze, jetzt ist mal gut. Er war in einer Gruppe. In einer Gruppe ist man immer star. Alltägliche Gewalt kann eben solche fatalen Folgen haben und genau das  zeigt dieser Fall.

 Die Version, die sich bis heute durchsetzt, ist die Version des Monsters auf der einen Seite und der Heldin auf der anderen Seite. Offenbacher Amin November 2014, 3 Uhr nachts. Ein handfester Streit eskaliert auf dem Parkplatz eines Schnellrestaurants. Es kommt zu Handgreiflichkeiten. Für die junge Studentin Tutscher Albeirak wird dieser Streit tödlich enden.

Ja, das war ähm eine junge Frau mit die mit 22 Jahren nachts mit Freundinnen unterwegs war am Kaiserlei Kreisel. Wollte sie etwas essen gehen. Der Fall Tutsche Albeirak. Die Podcasterin Franziska Franz und die Gerichtsreporterin Heike Boruffka haben sich beide intensiv mit dem Fall beschäftigt.  In diesem Schnellraurant sind in dieser Nacht zwei Gruppen aufeinander geprallt.

Einmal die Gruppe von jungen Männern und einmal die Gruppe von jungen Frauen um Tutsche Albeirak. und die haben sich sehr schnell sehr hochgeschaukelt gegenseitig.   Und ich glaube, was da passiert ist, ist, dass niemand deeskaliert hat. Als sie da reingekommen ist, hörte sie aus dem Toilettenbereich Schreie oder irgendwie eine Auseinandersetzung.

 So kam es ihr vor und deswegen ist sie hat sie gesagt, sie möchte gerne nachsehen und ist mit ihren Freundinnen dann in diesen Toilettenbereich gegangen und dort waren zwei sehr junge Mädchen, die von einer Gruppe junger Männer belästigt wurde. Und ähm ich glaube, dass Tutsche und es kann ich gut nachvollziehen, das Gefühl hatte, sie muss den mal zeigen, so stopp, hier ist die Grenze, jetzt ist mal gut.

Und das war halt offensichtlich nicht so. Diese Mädchen saßen da kichernd auf der Toilette und sind ja von den Jungs angemacht worden. Haben später aber gesagt, bedroht hätten sie sich nicht gefühlt. Und ähm Tutsche ist dazwischen gegangen und ähm hat sich verbal mit diesen Männern gestritten, also weil sie die Mädchen schützen wollte.

Die jungen Männer verlassen das Schnellrestaurant. Hier hätte die Geschichte beendet sein können. Doch auf dem Parkplatz trifft Tutsche wenig später ihren Haupt Widersacher erneut. Es ist der 18-jährige Sanel M. Und äh dann kam Tutsche und ihre Freundinnen raus und offensichtlich war es so, dass sie über den Parkplatz hinweg ihn eben noch mal beleidigt hat mit dem üblichen Wort, mit dem man offensichtlich junge Männer treffen kann.

SanL M steigt aus dem Auto und stürmt auf Tutsche zu. Der hat ausgeholt und hat ähm Tutsche hart ins Gesicht geschlagen. Tutsche fiel auf den Boden, wurde bewusstlos. Das haben die Männer aber nicht mitbekommen. Die sind nämlich ins Auto gegangen und weggefahren. Allerdings wenig später von der Polizei aufgegriffen worden.

 Tutsche wurde dann sofort äh ins Sanh Klinikum verbracht in in ähm Offenbach. Äh dort ähm musste sie notoperiert werden. Man musste ihren Schädel öffnen, weil ähm der der die das Gehirn anschwoll. Die Ärzte tun ihr möglichstes. Dennoch wird Tutsche wenig später für Hirntot erklärt und nur durch Maschinen noch am Leben gehalten.

 In einem solchen Fall ruft die Polizei Rechtsmediziner hinzu. Wir haben eben dort ähm eigentlich nicht viel gesehen bei dieser ersten Untersuchung und äh mussten uns dann auf die zunächst mal medizinischen Unterlagen verlassen, was eben dort dokumentiert war. der Schädelbruch und die Hirnschwellung und von außen hat man aber erstmal nicht viel gesehen.

Nach einigen weiteren Tagen stirbt Tutsche an ihrem 23. Geburtstag. Sie ist letztlich an der Hirnschwellung gestorben. Das heißt, man hat das medizinisch nicht in den Entriff gekriegt. Tutsche war sehr ähm vielseitig. Sie ähm spielte ähm Klavier. Sie tanzte im Ballett, sie interessierte sich für kreatives Schreiben, sie war ein sehr mutiger Mensch, ein sehr offener Mensch und ähm sie war mit 22 Jahren äh Lehramtsstudentin.

Ähm ihre Fächer waren Ethik und Deutsch. Der Täter San M ist bei der Offenbacher Polizei bekannt, saß dreimal im Jugendarrest. Sanel M hat keine deutsche Staatsangehörigkeit gehabt, sondern nur die serbische. Der konnte überhaupt kein Serbisch. Der ist in Offenbach groß geworden und kannte nicht mal die Sprache seiner Eltern und Großeltern.

In den Medien wird Tutsche zur Heldin. Eine gut integrierte Türkin wehrt sich gegen einen Ausländer, der Frauen verachtet. Die Öffentlichkeit war äh total auf Tutsches Seite. Die waren aufgebracht und ähm haben Anteil genommen zu Tausenden an der Beerdigung von Tutsche. Das ging durch die Politik.

 Es ging sogar so weit. Also am Ende hieß es sogar, dass man Tutsche vielleicht Postmortem sogar ähm ein Bundesverdienstkreuz verleih. Wir hatten relativ schnell, nachdem das passiert ist, eine Stimmung, die sich in Schwarz und weiß aufgeteilt hat, aber ähm es entspricht nicht ganz dem, was da wirklich passiert ist, weil wir auf der anderen Seite natürlich auch äh sehr schnell Sannel M als den Intensivtäter, der faktisch war, kennengelernt haben, als den Komläger erlebt haben, der keinerlei Respekt vor Leben und anderen hat, schon

gar nicht vor dem von Frauen. Und auch das stimmt nicht. Das stimmt so nicht. Ein Überwachungsvideo vom Parkplatz, das den Tathergang zeigt, gelangt an die Öffentlichkeit und das noch vor dem Prozess. Diese Aufnahme wurde veröffentlicht und hat ähm den Prozess natürlich unter Umständen sehr negativ beeinflusst.

 Das Problem an diesem Video ist, dass das so viele vorher gesehen haben und am Ende, als der Fall vor Gericht aufgeklärt werden sollte, konnte niemand mehr so richtig unterscheiden, was hat er eigentlich gesehen, als er dort war und was hat er in dem Video gesehen und das vermischt sich dann. Das ist ein Problem vorgericht, wo ich äh auf Zeugenaussagen ja angewiesen bin.

Also, die ähm Staatsanwaltschaft hat mit Sicherheit ein Problem gehabt. Das war ja nicht nur deutschlandweit spektakulär, sondern weltweit. Also es ging einfach um Jugendkriminalität im Grunde genommen. Das wurde dadurch immer wieder praktisch thematisiert. Vor Gericht muss geklärt werden, was waren die genauen Umstände, die zu Tutsches Tod führten.

Diese extreme Verletzung ist nicht durch den Schlag entstanden, sondern durch den Sturz. Und jetzt ist natürlich die Frage, warum stürzt jemand einfach so? ein junger Mensch und da kommt natürlich dann schon wieder dieser Schlag ins Spiel und ähm das ist eben das Fatale, man eigentlich denken würde, eine einfache Ohrfeige wird schon nicht schaden und das eben dann Tutsche durch diesen offensichtlich mit der flachen Hand geführten Schlag das Bewusstsein verloren hat und auf den Kopf gefallen ist. Und das ist natürlich von der

rechtlichen Bewertung her ähm eine interessante Frage, weil letztlich man klar sagen kann, ohne diesen Schlag wäre es nicht zum Sturz gekommen und damit hat dieser Schlag letztlich eine todesächliche Bedeutung gehabt. Aber es gibt dann eben die seltenen Fälle, wo sehr viel Unglückliches zusammenkommt und es muss ja z.B.

 auch gar nicht so sein, dass das Opfer dann direkt auf den Kopf fällt. Es kann ja auch anders umfallen. Vielleicht dann auf mehr auf die Schulter aufkommen oder auf dem Gesäß oder auf dem Rücken, dass also mehr Energie vorher absorbiert wird vom Sturz durch den Körper, durch den Rumpf und beim Kopf weniger übrig bleibt. Ja, es war ein harter Schlag, aber es war eine Ohrfeige.

 Und ich finde schon, es ist ein Unterschied, ob ich jemanden mit der Faust ins Gesicht schlage oder mit der flachen Hand. Das ist nicht zu rechtfertigen, das auch nicht zu entschuldigen. Das muss man auch nicht entschuldigen. Das macht man nicht, gar keine Frage. Dafür wird man bestraft zurecht. Aber es ist eben was anderes. Ich denke, dass der Täter ähm wahrscheinlich, ich meine, es war ein 18-jähriger junger Mann, keine Tötungsabsicht hatte.

 Er war natürlich erzürnt. Es war mit Sicherheit auch, das ist bekannt, Alkohol im Spiel. Das hat natürlich diese Emotionen noch mal hochgetrieben. Ähm, er war in einer Gruppe, in einer Gruppe ist man immer stark und vielleicht war es auch tatsächlich so dies was Mädchen beschimpft mich, das kann ich nicht zulassen, ich bin ein Kerl.

Die Strafkammer steht vor einer großen Herausforderung. öffentliche Vorverurteilung, immenses weltweites Interesse, die Familie als Nebenkläger. Und in dieser Atmosphäre muss die zentrale Frage beantwortet werden. Wie viel Schuld trägt jemand am Tod eines Menschen, der ihn mit der flachen Hand ins Gesicht schlägt? Sanel M war ein Angeklagter, den ich als durchaus reflektiert erlebt habe.

 Sanel M hat über sich geredet, über sein Leben geredet und hat sehr früh sich bei der Familie entschuldigt. Er hat sofort die Verantwortung übernommen für das, was er getan hat und er hat nur an einer einzigen Stelle geweint und das war, als er sich bei der Familie entschuldigt hat und als er gesagt hat, ich kann es halt nicht mehr rückgängig machen, was passiert ist.

 Und das ist ungewöhnlich, das passiert nicht so häufig vor Gericht. Es entsteht das Bild eines jungen Mannes, den spontan fehlende Selbstbeherrschung ins Verderben geführt hat. Grundsätzlich ist Gewalt gegen den menschlichen Körper immer Gefahren behaftet und äh auch vermeintlich alltägliche Gewalt, die nicht alltäglich sein sollte wie eine wie eine Ohrfeige kann eben solche fatalen Folgen haben.

Und genau das zeigt dieser Fall. Und da hat der Bundesgerichtshof schon vor sehr langer Zeit gesagt, ein Täter hat kein Anrecht auf ein gesundes Opfer. Ja, also man kann nicht hinterher sagen, ja, normalerweise vertragen doch Menschen diesen Schlag oder diesen Tritt oder was auch immer, dass jetzt gerade dieser nicht vertragen.

 Er kann ich doch nichts dafür. Aber das sind alles keine Argumente. Also es muss eben jeder wissen, wenn er Gewalt gegen einen anderen Menschen ausübt, dann kann diese Gewalt fatale, schlimmstenfalls tödliche Folgen haben. Und dieser Fall ist das beste Beispiel dafür. Hätte Tutsche vermieden hinterher rauszugehen auf den Parkplatz.

wäre sie in dieser Filiale geblieben und hätte gewartet, bis die jungen Männer weggefahren wären, wäre unter Umständen nichts weiter passiert. Da sieht man aber auch diesen offensichtlichen Wunsch unserer Gesellschaft, die Dinge doch mal in schwarz und weiß aufzuteilen. Ich habe mir von Anfang an immer die Frage gestellt, warum ist es so wichtig, dass wir hier ein Monster auf der einen Seite und eine Heldin auf der anderen Seite haben? Gleich mehrere unglückliche Umstände sind in diesem Fall aufeinander

getroffen. Eine brenzliche Situation hat sich ungewöhnlich stark aufgeheizt. Eine unüberlegte Reaktion hat fatale Folgen und die Gesellschaft hat daraus eine Geschichte gut gegen Böse gemacht. Das Urteil war Körperverletzung Methodesfolge und er hat 3 Jahre äh Gefängnisstrafe bekommen. Nach 3 Jahren, das war 2019, ist er in sein Herkunftsland abgeschoben worden und das war Serbien.

Sanel M. lebt dort auch heute noch. Er arbeitet in der Jeansfabrik seines Cousins, hat eine Familie gegründet. Der Bruder des Opfers, Tutsche Albeirak bietet in Schulen Antiaggressionstrainings an. in der Hoffnung, dass ich eine eskalierende Situation wie die, die zum Tod seiner Schwester geführt hat, nie mehr wiederholt.

Stich und Abwehrverletzungen. Es war ja so, dass wir annehmen mussten, dass sie den Täter ins Haus gelassen hat. Wir haben aber durch Ermittlung herausbekommen, dass sie kurz vor der Tat von einer Lebensversicherung ungefähr 10.000 € ausbezahlt bekommen hat. Das Geld lag nicht auf ihrem Konto, es ist abgeholt worden.

 Also, es hätte in der Wohnung Geld sein müssen. Wir haben durch Befragung und Ermittlung herausbekommen, dass der Mann Heiko hieß, dass er als Kraftfahrer tätig war. Er hat sie am 6. Januar umgebracht. Am 17. Januar ist er fest festgenommen worden. Also hat er in 11 Tagen über 10.000 € auf dem Kopf. Braunschweig Janu Heiko N wird vom Landgericht Braunschweig wegen Totschlags zu 8 Jahren Haft verurteilt.

Holger Kunkel ist mit dem Richterspruch aber nicht ganz zufrieden. Für mich war das den typischen Besitzer von Kinderpornografie, den gibt es nicht. Also, es ist wirklich ein Querschnitt durch die Gesellschaft. Es sind Familienväter, es sind alleinlebende Personen, es sind überwiegend männliche Personen.

 Das kann man statistisch schon sagen. Deshalb besonders, weil natürlich viele Fälle des sexuellen Missbrauchs sich im familiären Umfeld oder im Freundesumfeld abspielen, aber das quasi hier bewusst mit Geld in die Hand nehmen, überhaupt erstmal diese familiäre Beziehung geschaffen wurde und auch direkt mit dem Fokus möglicherweise einen sexuellen Missbrauch später begehen zu können, das hat schon noch mal eine andere Qualität.

Irgendwann haben wir bislang jeden gekriegt, ne? Auch wenn es schwierig ist und wenn es eine Süßfossarbeit ist, aber irgendwann macht jeder mal einen Fehler und davon profitieren am Ende dann auch Ermittlungsbehörden. Im Herbst 2019 nehmen Ermittler auch den Philippinen einen deutschen Staatsbürger ins Visier.

 Der Verdacht: Der Mann hat Kinderpornografie verbreitet und selbst Kinder missbraucht. Auch die Staatsanwaltschaft Berlin muss ich mit diesem Fall befassen. Oberstaatsanwalt Sebastian Büchner ist damals im Bereich Sexualdelikte tätig. Wir haben damals einen Hinweis aus den Philippinen bekommen. Da ist ein deutscher Staatsangehörige, der dort wohnte, festgenommen worden.

 Bei dem gab es eine Hausturchsuchung und die philippinischen Behörden haben kinderpornografisches Material bei ihm beschlagn. Man hat in dem Zusammenhang auch die Kommunikation ausgewertet, also die Chats. Und stieß dann dabei darauf, dass er auch mit jemandem aus Berlin in Kontakt stand und sich über sexuellen Missbrauch und Kinderpornografie ausgetauscht hat und so kamen wir eben auf Dennis S.

Bei den Ermittlungsbehörden ist Dennis S kein Unbekannter. Auch das LKA Berlin hatte bereits mit ihm zu tun. Kriminalhauptkommissarin Emily Becker leitet das LKA 133. Ihr Kommissariat ermittelt im Bereich Verbreitung, Erwerb und Besitz von Kinder und Jugendpornografie. Sie erinnert sich noch gut an Dennis S.

Das war noch in der Zeit, als ich nicht Kommissariatsleiterin, sondern Ermittlungsbeamtin war und habe seinerzeit äh einen Durchsuchungsbeschluss bei Herrn S vollstreckt. Ähm war der Tatvorwurf der Besitzverschaffung von Kinderpornographie. In dem Bereich arbeite ich ja nur auch schon seit 15 Jahren und er war ein alleinlebender Mann, recht still, recht ähm unauffällig.

 Ähm es ist nicht so, dass die Menschen, wenn wir bei Ihnen morgens zur Durchsuchung sind, uns Kuchen und äh Kaffee anbieten. Von daher jetzt nicht unbedingt auffällig. Ähm, er war einfach ja in sich gekehrt und von der Maßnahme wenig beeindruckt. Dennis S wurde 2013 wegen des Besitzes von Kinderpornografie zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

 Inzwischen lebt er in einer kleinen Wohnung in Mazan Hellersdorf. Allein lebt er dort allerdings nicht. Man hat natürlich sich auch mit der Person beschäftigt und bei dieser Gelegenheit festgestellt, dass ein dreijähriger Sohn bei ihm im Haushalt wohnt. Eine Mutter war jedenfalls aber auch nicht ersichtlich.

 Und damit hatten wir natürlich auch die Sorge, dass wenn sich bewahrheiten sollte, dass er pädophile Neigungen hat, dann auch möglicherweise der Dreijährige eben Opfer sexuellen Missbrauch für sein eigenen Vater werden könnte. Die Ermittlungsbehörden sind alarmiert. Das PKA Wiesbaden, wo der Hinweis aus den Philippinen eingetroffen ist, die Berliner Staatsanwaltschaft und das Jugendamt arbeiten jetzt Hand in Hand, um schlimmeres zu verhindern.

Wir haben dann erstmal seine Kommunikation überwacht, eben auch festgestellt, dass er da in diversen Foren unterwegs ist, dass er auch offensichtlich äh ins Darknet Daten hochlädt und auch aus dem Darknet Daten herunterlädt, was schon mal an sich dafür sprechen könnte, dass auch hier wieder inkriminierte Dateien gewesen sein könnten.

Diese Darknet Ermittlungsverfahren sind unfassbar aufwendig und personalintensiv. Und tatsächlich ist es schwierig in diese Boards reinzukommen. Häufig ist so eine eine sogenannte Käuschheitsprüfung notwendig, dass Ermittler eben beweisen, dass sie dazu gehören, um überhaupt sich in der Struktur eines solchen Boards nach oben durcharbeiten zu können.

Im Fall von Dennis S müssen die Ermittler auf den richtigen Moment für den Zugriff warten. Die Festnahme soll genau dann erfolgen, wenn der Mann im Darknet aktiv ist und seine Speichermedien geöffnet sind. zu dem Zeitpunkt, wo auch der Rechner noch offen ist, dass er gar keine Chance hat noch irgendwelche Verschlüsselungsmechanismen und so weiter zu aktivieren, sondern dass das alles offen ist.

 Und parallel dazu natürlich die Situation, dass irgendetwas mit dem Kind passieren muss. Es war, wenn sie das bewahrheit sollte schon absehbar, dass er jedenfalls vorläufig festgenommen wird. Das heißt, wir mussten die in ob die Inputnahme des Dreijährigen ähm organisieren. Daher eben das Jugendamt relativ früh mit dabei, dass dann auch schon Pflegefamilie Obhut Namestellen ähm Vormundschaftsvorbereitungen und so weiter getroffen hat, damit das alles quasi in einem Moment auf einen Schlag dann würde funktionieren können.

Zwei Tage lang observiert die Bundespolizei die Wohnung von Dennis S. Beamte der GSG9, der Spezialeinheit der Bundespolizei stehen für die Festnahme bereit. Am Morgen des 10. Oktober 2019 dann der entscheidende Moment. Der Verdächtige hat sich ins Darknet eingelogt und nutzt seine Speichermedien. Man ist so leise in die Wohnung reingegangen, dass er gar nicht gemerkt hat, dass er schon Polizei bei ihm in der Wohnung ist und hat es dann geschafft, ihn schnell vom Rechner wegzuziehen, bevor da irgendetwas an Daten vernichtet werden konnte. Und

tatsächlich hatten wir dann auf die Art und Weise auch Zugang und konnten sehen, ähm in welche Cloud er Sachen hochlädt, wo er Sachen herunterlädt und dann weitere Kontakte, die wir dann in der Folgezeit dann eben auch noch verfolgen konnten. Dennis S wird festgenommen, sein Sohn kommt sofort in die Obhut des Jugendamts.

die hatten schon einen Platz in einer speziellen Einrichtung für traumatisierte Kinder für den Sohn organisiert und was die Kollegin, die bei der Durchsuchung mit vor Ort war, wirklich sehr eindrücklich geschildert hat, war dass äh der Dreijährige quasi ihr als einziger Frau, da am Tatort sofort entgegengelaufen ist und sich von ihr hat auf den Arm nehmen lassen, sodass man da auch schon gemerkt hat, irgendwas ist da passiert an Traumatisierung was bewältigt werden muss.

Die bei Dennis Sichergestellten Aerwate müssen jetzt ausgewertet werden. Eine mühsame und kleinteilige Aufgabe, die auch Kommissarin Emily Becker und ihr Team beim LKA Berlin täglich zu bewältigen haben. Wir sind hier im Aerwatenkeller der beiden Kinderpornografiekommissariate 132 und 133.

 Und was Sie hier sehen in den vollen Regalen, das sind fertige Aerwate, die bereits ausgewertet worden sind und somit Beweismittel für die Staatsanwaltschaft sind. Der eine hat ein Notebook und ein Handy und der andere hat eine große Festplattensammlung. Wir versuchen uns tatsächlich auf die häufig genutzten Aerwate dann immer zu beschränken, aber mancher hat halt einfach sehr viel und leider werden wir auch auf vielen Geräten fündig. Das sieht man hier.

Also, das sind tatsächlich alles schon ausgewertete Dinge und ähm von der Floppy war das Smartphone bis zum Gamer PC ist alles dabei. Mehrmals in der Woche machen sich Beamte des LKA 133 auf den Weg, um Durchsuchungsbeschlüsse der Berliner Staatsanwaltschaft zu vollstrecken. Dabei werden Speichermedien der unterschiedlichsten Art sichergestellt.

Durch den rapiden Zuwachs von Kinderpornografiedelikten in den letzten Jahren kann die Auswertung dieser Reservate nicht mehr durch das LKA selbst bewältigt werden. Also die Datenträger gehen in Berlin komplett in externe externes Outsourcing. Wir hatten früher immer die Kriminaltechnik damit bemüht.

 Die Verfahrensmengen haben aber dazu geführt, dass die Bearbeitungszeiten einfach zu lang wurden, sodass wir jetzt externe vereidigte und überprüfte IT-Firmen damit beauftragen, von diesen Datenträgern ein Gutachten zu erstellen. Dieses Gutachten wird dann, wenn es von den Firmen fertiggestellt ist, von den Kollegen hier noch mal überprüft.

Wird Kinder oder Jugendpornografie auf den Datenträgern gefunden, werden diese zunächst in einem automatisierten Prozess abgeglichen. Neue Bilder, die sich noch nicht in der Datenbank der Ermittler befinden, werden beim LKA ausgewertet. Die Beamten treffen eine Einordnung der Schwere des gezeigten Missbrauchs gemeinsam.

Beim Sichten blättert sich vor den Ermittlern oft ein ganzes Leben auf. Belastende Dateien finden sich zwischen harmlosen Urlaubsvideos oder in Chatverläufen. Es ist tatsächlich mühselig, es ist zeitraumend und ich sage immer so ganz platt, ein Smartphone kann auch manchmal einen Mitarbeitenden ein halbes Jahr lang beschäftigen, ne? Wenn wir uns selber angucken, wie da die Speicherkapazitäten gestiegen sind in den letzten Jahren, das braucht Zeit und das kann man auch nicht durchgehend und nur am Stück und hintereinander weg.

Also, da braucht man auch mal eine Pause. Ähm, erfreulicherweise ist unser Aufgabenfeld hier abwechslungsreich, ne? Man kann mal durchsuchen gehen, man fährt mal raus, man hat auch Vernehmungsvorgänge, sass man nicht ainhalb Stunden durchgehend äh an einer Auswertung sitzt. Neue Dateien enthalten oft auch Bilder von Missbrauchsopfern, die noch nicht identifiziert sind.

 Um sie und auch die Täter zu finden, schicken die Ermittler die betreffenden Bilder und Videos ans BKA nach Wiesbaden. Da wird regelrecht in diese Videos hineingekrochen, also gehorcht, was hat man an Tonspuren, ist da ein Akzent zu hören? Was ist im Hintergrund zu sehen? Gibt’s diese, weil beispielsweise Kosmetik in einem bestimmten Bereich nur zu kaufen? Ist das Aldi Süd oder Aldi Nord? Also wirklich so ganz kleinteilig.

Und manchmal kann man dann dadurch auch den ähm den Bereich, wo dieses Video entstanden sein könnte, regional einschränken. Wenn das nicht fruchtet, dann geht es tatsächlich in Richtung ähm Schulverhandlung, weil wir davon ausgehen, dass jedes Kind in Deutschland ja in irgendeiner Form der Schulpflicht unterliegt.

 Irgendein Lehrer, irgendeine Lehrerin kennt dieses Kind möglicherweise. Manchmal sehen sich Kommissarin Bäcker und ihr Team auch gezwungen, gegen Schülerinnen und Schüler selbst zu ermitteln. wegen der Verbreitung Kinder pornografischer Inhalte. Das sind ja alles nicht unbedingt jetzt päosexuelle Täter.

 Also, wir reden von teilweise Kindern vom Klassenchat der sechsten Klasse. Es ist einfach Ausdruck fehlender Medienkompetenz. Diese Kinder und Jugendlichen, die laden wir uns dann vor, den ziehen wir mal so die Ohren lang und sagen ihn: “Hey, ho, wenn du ein bisschen älter wärst, wird’s jetzt richtig Ärger geben und denk doch mal bitte über nach.

” Um Eltern und Kinder über Gefahren im Internet aufzuklären, sind Kommissarin Becker und ihr Team oft zu Gast in Schulen. Vor allem ein Phänomen bereitet den Ermittlern zunehmend Sorge. Täter, die sich online das Vertrauen von Kindern erschleichen, das sogenannte Cybergrooming beginnt eigentlich klassisch immer in irgendwelchen Plattformen, wo Kinder und Jugendliche sich tummeln.

 sind häufig Onlinpiele, die haben dann halt auch so eine entsprechende Chatfunktion dabei und es beginnt mit Komplimenten, vielleicht über bestimmte Spiel Züge, die da gemacht worden sind und im im klassischen Fall verlagert sich dann diese Konversation von diesem ersten netten Komplimente austauscht und tralala dann auf einen Messengerdienst und die Kinder und Jugendlichen sind da in der Regel dann auch wirklich ganz aufgeschlossen, ihre Handynummer rauszugeben, auch was von sich zu erzählen und so weiter und so

fort. Und das kann ganz schnell gehen, dass dann äh das gleich in eine sexualisierte Richtung geht. Das kann sich aber auch über Wochen und Monate ziehen. Der Täter erhält so immer mehr Kenntnisse über das persönliche Leben seines Opfers. Die Kinder und Jugendlichen glauben dagegen, einen Freund gefunden zu haben, der ihnen zuhört und der sie versteht.

Man hat Probleme in der Schule oder hat sich mit der besten Freundin gestritten und man hat dort einfach eine ganz feste Ansprechperson, der ist irgendwie immer da für jedes Problem zu haben. Der Hund ist gestorben, ach wie traurig und hat für alles immer ein Ohr. Und Mathe ist doof und Fan er auch immer doof.

 Spricht in der gleichen Sprache wie das Kind, verwendet Jugendsprache, verwendet Begrifflichkeiten, kennt sich auch aus mit allem und ähm es entwickelt sich etwas, was dann so in die Richtung geht. Hast du eigentlich schon mal einen Freund gehabt? oder eine Freundin gehabt. Ähm, es kommen intime Fragen und irgendwann kommt so der Knackpunkt, wo es dann ums Übersenden von Bildern geht oder oder eben auch in den extremen Fällen dann zu einem persönlichen Treffen.

  In dem Moment, in dem klar wird, dass das Kind oder der Jugendliche nur für sexuelle Zwecke ausgenutzt worden ist, bricht für die Betroffenen eine Welt zusammen. Erstens habe ich mich blenden lassen. Ich habe jemanden ganz intime Sachen von mir geschickt. Was passiert denn jetzt mit diesen Bildern? Und was häufig in diesem Kontext äh so ein bisschen in den Hintergrund drückt, aber auch nicht aus dem Auge verloren werden sollte, ähm ist da ist halt einfach auch eine Vertrauensperson weggebrochen. Man wurde von vorne bis

hinten einfach nur betrogen. Und mit diesem Gefühl muss man dann als Kind auch einfach leben, während die Eltern in dieser Situation einfach nur häufig zu zu Vorwürfen neigen. Mensch, habe ich dir doch gesagt, sollst du nicht machen und keine Bilder verschicken und nichts von dir erzählen. Er hätte hätte Fahrradkette.

 Am Ende ist man dann immer schlauer, aber dieses Kind steht einfach vor einem großen Dilemma. Also einmal die Scham und die Freizügigkeit, die da bestraft wird und zum anderen eben aber auch dieses Gefühl von vorne bis hinten belogen und betrogen worden zu sein. Auf solche Gefahren hinzuweisen ist eine der wichtigsten Aufgaben des LKA 133.

Von generellen Verboten hält Emily Becker in diesem Zusammenhang aber nichts. Mein Tipp ist immer dieses wirklich begleiten Sie Ihr Kind auf dem Weg ins Internet. Lassen Sie sich doch mal Sachen zeigen. Lassen Sie sich die Plattform, die Sie nutzen, zeigen. TikTok, Instagram. Die meisten Eltern haben da bestenfalls schon mal was von gehört, haben es aber selber nicht.

 Wenn sie es richtig gut machen, dann dürfen sie ihrem Kind auf diesen Plattformen folgen und äh sind gehören da ein bisschen mit zur Truppe. Aber das äh entscheidende ist wirklich ähm eine gute Gespräch zu Kindern und Jugendlichen zu haben. Reden, miteinander reden, was erlebt man da? auf Gefahren hinweisen und nicht immer nur mit Angst machen.

Und auch wenn es schwierig ist, das immer mal in den Alltag zu integrieren zwischen arbeiten, Haushalt und vielleicht noch den Garten und mit dem Hund gehen, das ist die Lebensrealität von Kindern und Jugendlichen und da müss können wir uns nicht vor versträuben und nicht verstecken. Also da müssen wir mit rein, da müssen wir dran teilhaben.

Im Herbst 2019 ermittelt Staatsanwalt Sebastian Büchner im Fall Dennis S. Bei dem Vater eines kleinen Sohnes wurden dutzende Datenträger sichergestellt. Sie werden nun ausgewertet, automatisiert und manuell. sehen und im Augenblick gibt’s diverse Projekte ähm auch zu versuchen mit künstlicher Intelligenz und entsprechenden Programmen auch äh die weitere Auswertung von unbekanntem Bildmaterial äh zu ermöglichen.

 Im Augenblick ist es aber noch tatsächlich so, dass das irgendwie alles noch mal einzeln durchgesehen werden muss und hier bei DNSS sind wir dann irgendwie auf 12 Datenträger insgesamt gestoßen, auf denen sich inkriminiertes Material befunden hat und insgesamt 175 000 Bilder mit dokumentiertem sexuellen Missbrauch. Auch die Chats von Dennis AS werden in aufwendiger Kleinarbeit ausgewertet.

Dabei stellt sich heraus, er hatte Regenkontakt mit seinem Freund auf den Philippinen. Die Männer tauschen kinderpornografische Dateien und sie sprechen immer wieder über ein Thema, das es ja möglicherweise ganz praktisch wäre, selber Kinder zu haben, auch mit der Idee, äh die sexuell missbrauchen zu können und hatten auch schon dann durchaus Gedanken, wie nett es dann sein könnte, wenn man sich dann mit den eigenen Kindern äh trifft und ähm die zusammen spielen und äh man da eine gemeinsame Zeit verbringt. waren aber

auch dann von vorne rein auch so vorsichtig, dass man auch schon überlegt hat, also in irgendwelche Kitas wird man die Kinder nicht geben, weil dann die Gefahr, dass da irgendetwas herauskommt von sexuellem Missbrauch im väterlichen Haushalt dann zu groß ist. Dennis Szt Plan in die Tat um. Er bezahlt rund 60.

000 an eine Leimutter aus Russland, die im Sommer 2016 in Zypern einen Sohn zur Welt bringt. Dennis S ist zwei Wochen vorher dann auch in Zypern angereist, hat sich schon mal um die ganzen behördlichen Fragen gekümmert und hat dann tatsächlich von einem dortigen Gericht das Kind zugesprochen bekommen, das Sorgerecht und konnte dann also mit seinem Sohn nach Deutschland zurückreisen.

 In Berlin Hellersdorf lebt Dennis S dann 3 Jahre lang recht isoliert mit seinem Kind in einer kleinen Wohnung. Die Behauptung von Dennis S sei zu keinem eigenen Missbrauch durch ihn gekommen, hat sich dann im Laufe der Ermittlungen als unzutreffend herausgestellt. Wir sind auf jedenfalls 16 Dateien gestoßen, auf denen sie dann sexueller Missbrauch dokumentiert war.

Mit ihrem Eingreifen im Herbst 2019 konnten die Behörden höchstwahrscheinlich weiteren noch schwereren Missbrauch des Kindes verhindern. Dennis S wird im Juli 2020 wegen sexuellen Missbrauchs und Anfertigung von Kinderpornographie zu 5 Jahren Haft verurteilt. Ein Täter von vielen in Zeiten der Digitalisierung und der einfacheren Verfügbarkeit von Kinderpornografie im Internet.

Für Emily Becker und das LKA 133 wird die Arbeit in Zukunft er noch zunehmen. Eine Arbeit, die belastend ist, für die sich aber alle Mitglieder ihres Teams freiwillig gemeldet haben. Aber es hat auf der anderen Seite auch immer etwas tröstliches, weil wir beenden etwas. Wir können nichts ungeschehen machen.

 Das was war, aber wir ziehen einen Schlussstrich. Wir können sagen, okay, das was da war, das war schlimm, aber wir können es jetzt beenden. Es ist vorbei und jetzt beginnt die Zeit der Aufarbeitung und diese Sinnhaftigkeit der Tätigkeit, ne, eben, dass man sagt, das ist etwas, wofür es sich auch lohnt, mal die eine oder andere Überstunde mehr zu machen oder morgens um 5:30 Uhr zu einer Durchsuchung zu fahren.

Das Bauchgefühl, was man bekommt, wenn man so eine Akte liest, ist, dass da irgendetwas nicht stimmen kann. Wenn eine Mutter verschwindet, ja, und ihre Kinder zurücklässt, dann sollten alle Alarmglocken klingeln und die klingelten dann auch. Da eskaliert der verbale Streit immer weiter und plötzlich dreht er durch.

Das Besondere war nicht so sehr die eigentliche Tathandlung, das eigentliche Delikt, sondern viel mehr die Art und Weise des Versteckens. Februar 2008, ein kleines Dorf bei Bonn. Nach einem Streit mit ihrem Mann verlässt sie P überstürzt das Haus, ohne sich von ihren Kindern zu verabschieden. So schildert es zumindest ihr Ehemann.

Die Familie, das sind Vater, Mutter, die damals 15-jährige Tochter Christina und ihr 18-jähriger Bruder. Sie führt nach außen ein unauffälliges Leben. Doch die Eltern haben über Jahre einen Berg Schulden angehäuft. Hat das Verschwinden von Mutter Sigrid damit etwas zu tun? Der Vater versucht die Kinder erst einmal zu beruhigen.

Ja, die Kinder sind natürlich erstmal überrascht. Die werden an der Schule abgeholt von ihrem Vater, fahren in ein Schnellrestaurant und in dieser Situation bringt der den Kindern dann bei, dass die Mama jetzt weg ist. Die sind erstaunt. Er sagt aber im gleichen Atemzug auch, die braucht eine Auszeit, die kommt schon wieder und dann nehmen die das erst einfach mal so hin.

Dass Muttersret einfach so verschwindet, ist unüblich. Als sie am Abend immer noch nicht wieder aufgetaucht ist, geht die Familie zur Polizei, aber die Beamten schicken sie wieder nach Hause. Die Ermittler glauben, dass die Mutter den Druck nicht mehr ausgehalten hat, denken, sie brauche eine Pause.

Zwei Wochen später taucht die Mutter angeblich noch einmal auf, als ihre Kinder gerade in der Schule sind. Nur der Vater ist zu Hause. Er berichtet dem ZDF damals von der merkwürdigen Begegnung. drehte sich in der Tür rum, winkte, dann kamen zwei junge Männer hinter hoch, die gingen alle drei vorbei, halt nach oben.

Dann haben sie oben rumrort, die Sachen zusammengepackt. Bisschen später kamen sie alle drei wieder runter und waren weg. Was war das jetzt? Bin hinterher, dann halt geguckt, hab ich d vorne den weißen Bus stehen sehen und dann fuhren sie halt den Berg hoch und waren weg. Die Familie erhält ab diesem Zeitpunkt kein Lebenszeichen mehr von der Mutter, kein Anruf, kein Brief, keine Karte zum Geburtstag.

 Warum meldet sie sich nicht? Zunächst sah das für die Kinder so aus, als hätte die Mutter tatsächlich die Familie freiwillig verlassen. Vor allem die Tochter kann sich mit der Situation nur schwer abfinden. Ihre Mutter war eine wichtige Stütze für sie. Die beiden hatten ein enges Verhältnis. Christina glaubt fest daran, dass ihre Mutter noch lebt.

 Sie will sie finden und endlich fragen können, warum hast du uns verlassen? Das junge Mädel wird reifer und nachdenklicher und skeptischer und kommt dann irgendwann noch auf die Idee und sucht seine Mutter. Christina bewegt ihre Familie 2010 dazu, noch einmal zur Polizei zu gehen für eine erneute vermissten Anzeige. Dabei kommt heraus, vor knapp einem Jahr geriet eine Secret P in Düsseldorf in eine Polizeikontrolle.

Endlich ein Lebenszeichen. Doch weitere Daten darf die Polizei nicht herausgeben. Datenschutz. Die neue Spur lässt der Tochter keine Ruhe. Sie will unbedingt ihre Mutter finden. Christina wendet sich an die Öffentlichkeit. Ich fand über die ganze Zeit, die sie jetzt versucht hat, ihre Mutter zu finden, ähm schon beeindruckend, wie äh beharlich und konsequent sie da immer wieder nachgehakt hat und sich nicht zufrieden gegeben hat mit der Situation.

Auf Druck der Medien ermittelt die Polizei jetzt doch. Kommissar Franz Wirges mit dem Fall betraut und findet heraus, die Kontrolle im Düsseldorf war keine heiße Spur. Für ihn ist sofort klar, das hier ist kein üblicher Vermisstenfall. Wenn denn irgendwann die vermissten Stelle feststellt, äh es gibt kein Lebenszeichen und dann muss man irgendwann zu der Erkenntnis kommen und auch die Staatsanwaltschaft, dass hier ein Kapitaldelikt, sprich ein Tötungsdelikt nicht mehr auszuschließen sind.

Das Bauchgefühl, was man bekommt, wenn man so eine Akte liest, ist, dass da irgendetwas nicht stimmen kann. Ein Gefühl, dass auch Kommissarges nicht abschütteln kann. Was ist mit Sigret Psiert? Gemeinsam mit seinem Team vernimmtes die Familienmitglieder. Es gibt nicht nur eine Vernehmung, es gibt mehrere.

 Dann gibt’s Widersprüche zwischen der ersten, der zweiten. Erstmal war es noch nicht so ganz klar. Man hatte so das Gefühl, die die ist eben die Geschichte, die der Vater erzählt hat, stimmt nicht. Der Vater rückt immer mehr in den Fokus der Ermittlungen. Er verstrickt sich in Ungereimtheiten. Aber was fehlt sind Beweise. Ich habe mit der Tochter und meinem Kollegen gesprochen und äh glauben Sie es mir, das war nicht einfach.

 Da kommt ein 17-jähriges Mädel zur Polizei. Endlich findet sie jemand oder eine Behörde, die sich um ihre Mutter kümmert. Die ist voller Hoffnung. Und ich sitze hier gegenüber und sag: “Deine Mutter ist tot. Da gehen wir von aus.” Und dann ist der Kreis der Tatverdächtigen ganz nahe auch bei deinem Vater zu sehen. Für das Mädchen unvorstellbar.

Und weil die Kommissare keine Beweise für die Schuld des Vaters haben, stecken sie in einer Sackgasse. Sie müssen einen neuen Weg suchen. Am 16. Oktober 2013 bittet Franz Virges im ZF bei Aktenzeichen XY ungelöst um Zeugenhinweise. Ein Anhaltspunkt, die Polizeikontrolle der Mutter in Düsseldorf.

 Doch die Daten dazu sind inzwischen gelöscht worden und Kommissar Virges ist ohnehin überzeugt. Die kontrollierte Frau war nicht Christinas Mutter. Es ist auch nicht auszuschließen, dass eine namentliche Verwechslung oder eine Person gleichen Namens kontrolliert worden ist. Für uns ist das auf jeden Fall Fakt, dass das kein Lebenszeichen sein kann.

 Eine weitere wichtige Spur ist die angebliche Rückkehr der Mutter zwei Wochen nach ihrem Verschwinden. Da die Kinder in der Schule waren, ist der Vater der einzige Zeuge. Er kann der Polizei die damaligen Begleiter seiner Frau nur grob beschreiben. Die Beschreibung ist recht dürftig. Er beschreibt sie als jung, schlank, groß, durchaus sympathisch und möglicherweise Deutsch.

 Sie sollen einen Transporter, einen weißen Transporter geführt haben mit vermutlich küller Kennzeichen, eventuell ein VW Bus oder ein Mercedes Sprinter. Während und nach der Sendung gehen ca. 25 Hinweise ein. Die Informationen sind spärlich und trotzdem dieser TVAritt wird wesentlich dazu beitragen, den Fall aufzuklären. Die Tochter quält nach der Ausstrahlung ein Gedanke.

 Ihr selbst hatte der Vater nach der Begegnung, zwei Wochen nach dem Verschwinden der Mutter gesagt, er könne die Männer, die sie begleitet haben, nicht beschreiben. Der Polizei hat er aber dann doch das Aussehen geschildert. Christina kommen Zweifel. Und dann kamen letztlich auch die ja entscheidenden Hinweise, dass sie dann berichtet hatte, dass der Hund der Familie im Garten äh geschart hatte und dass der Vater den Garten umgestaltet hatte, obwohl das eigentlich gar nicht sein sein Ding war.

Und der Vater wurde so zusehnst nervöser, wenn der Hund an dieser Böschung gegraben hat. Und das war dann Anlass für uns bei der Staatsanwaltschaft hier in Bonn einen Durchsuchungsbeschluss anzuregen. Die Beamten sind jetzt überzeugt. Der Vater hat die Mutter getötet und ihre Leiche im Garten vergraben.

 Franz Würgers erinnert sich gut an den Tag der Hausdurchsuchung an diesem Morgen. Wir haben dann hier aufgebaut, die Kollegen waren alle da. Leichenspi drei, vier, ich weiß gar nicht wie viele äh waren hier und äh äh der Vater, den haben wir erstmal zur Arbeit fahren lassen, damit wir dieses, ich sag’s einfach mal, große Orchester hier auffahren konnten in aller Ruhe.

Als sie fertig mit dem Aufbau sind, holen Beamte den Vater von der Arbeit ab. Kommissar Franz Würges konfrontiert ihn direkt mit seinem Verdacht und habe ihm ganz forsch angesprochen und habe gesagt, ich bin der festen Überzeugung, dass sie ihre Frau umgebracht haben und jetzt und hier und hier auf der Stelle sagen sie mir, wo sie ihre Frau versteckt haben.

 Der hat mich nur noch angeguckt, der wurde weiß, der war am zittern. Er hat aber dann gar nichts gesagt. Ist ins Haus reingegangen, äh hat seine Tochter in der Küche umarmt und hat geweint. Die haben noch keinen Ton gesprochen. Die Tochter ist dann raus und ich habe ihn dann in der Küche erneut frch angesprochen und sagte: “Zeigen Sie uns jetzt, wo Ihre Frau ist, ne?” Und dann ist er irgendwann die Kellertreppe runter, sprungartig.

 Ich bin hinterher mit meinem Kollegen und dann sind wir in einem Kellerraum und dann zeigt er links auf einen Weinregal und sag, was ist mit dem Weinregal? Ist da ihre Frau drin? Kein Ton. Ich kann ihn eins sagen, ich hatte die bessere Aufgabe an diesem Tag. Ich habe den Vater mit meinem Kollegen vernommen, während die anderen Kollegen äh über Stunden äh den Leichtnamen der Mutter aus dem Beton gemeißelt haben.

Während die Leiche der Mutter geborgen wird, gesteht der Vater die Tat. Er schildert, was an jenem 14. Februar 2008 passiert ist. Man war an dem Morgen im Badezimmer. Äh, die Frau war in der Dusche, er war am Waschbecken, Zähne putzen, irgendwas und sie kommt aus der Dusche raus und so wie er erzählt, äh beginnt das, was in der letzten Zeit immer wieder da war, irgendein Streitgespräch.

 Es geht wieder ums Geld. Äh sie hält ihm vor, dass er nicht genug arbeitet oder nicht genug Geld nach Hause bringt. Er konnte dieses Schreien nicht mehr hören und da hat er sie genommen. Sie sind beide zu Boden gefallen und hat so lange zugedrückt, bis sich nichts mehr, aber auch gar nichts mehr in ihrem Körper regt.

Der Mann sagt aus, dass er anschließend das Bad putzt und seine tote Frau in den Keller bringt. Am nächsten Tag beschließt er, ihre Leiche im Fundament des Weinregals einzubetonieren. Im März 2014 beginnt der Prozess vor dem Landgericht Bonn. Dabei gilt es auch, die Frage nach dem Motiv zu klären.

 Warum hat der Mann seine Frau getötet? Er selbst beschreibt seine Tat als Blackout. Ein Moment, das Kontrollverlustes der zwei Kindern auf grausame Weise ihre Mutter nimmt. Das Gericht wertet die Tat als Totschlag und verurteilt ihn zu einer 8 Jahre langen Freiheitsstrafe. Jahrelang sieht er zu, wie seine Kinder leiden und trotzdem verschweigt der Vater die Wahrheit, dass die Mutter niemals wiederkommen wird.

Die Tochter, die war die war verzweifelt. Ja, alle alle Illusionen, alle Hoffnungen werden zerschlagen, aber ich kann Ihnen eins sagen, macht uns der Polizei überhaupt keine Vorwürfe, sondern ist eher dankbar, dass wir ihr irgendwann diese Gewissheit begeben haben. Ein Fall, der am Ende nur durch die Beharlichkeit der Tochter und den Spürsinn der Ermittler aufgeklärt werden konnte.

Er war vollschuldfähig, er war ohne Substanzbeeinflussung und hat vorsätzlich bewusst und sehenden Auges hier diese sieben Vergewaltigungen begangen. Für die 14-jährige war es tatsächlich die erste sexuelle Erfahrung im Leben. Entsprechend traumatisierend war das Ganze. Nach zwei, drei Taten war relativ klar, dass es sich um denselben Täter handeln muss.

 Er hat das Fahrrad dann weggeworfen und hat die Flucht angetreten ähm mit einem wohl irrsinnigen Tempo. Also selbst die beiden ähm sportlich trainierten Polizeibeamten konnten ihn dann nicht einholen. Die Besonderheit hier, was jetzt diese Serienvergewaltigung dann tatsächlich betraf, war, dass es eben in wirklich extrem enger Frequenz war.

Am 12. Juni 2020 wird in Berlin Wannsee ein junges Mädchen vergewaltigt. Die 14-jährige ist gerade auf dem nach Hauseeweg, als sie plötzlich von einem Unbekannten angegriffen und überwältigt wird. Der Täter hat eine 14-jährige, die auf dem Rückweg vom Baden am Schlachtsee war, auf ihrem Fahrrad unterwegs war, mit dem Fahrrad überholt, abgedrängt, dann in das nahgelegene angrenzende Waldstück direkt hineingezogen, dort mit einem Schraubentreher bedroht und dann tatsächlich eben zweimal vergewaltigt.

Das Mädchen vertraut sich zu Hause seinen Eltern an. Die verständigen umgehend die Berliner Polizei. Die Beamten nehmen die Ermittlungen auf, stehen jedoch vor einer Herausforderung. Wir hatten eine schwerraumatisierte Zeugin, die auch noch nicht so ganz aussagefähig war zu diesem Zeitpunkt und letztlich sozusagen keine konkreten Anhaltspunkte auf einen Täter.

 Für die 14-jährige war es tatsächlich die erste sexuelle Erfahrung im Leben. Entsprechend traumatisierend war das Ganze ist eine junge Norwegerin gewesen, die mit ihren Eltern in Berlin war. und die dann auch innerhalb von einer Woche in Berlin die Zelte quasi wieder abgebrochen haben und nach Norwegen zurückgegangen sind, wo sie sich dann auch in psychologische Behandlung begeben musste.

Die Berliner Polizei hat nach der Tat keine brauchbaren Hinweise auf den Täter. Das 14-jährige Opfer ist schwer traumatisiert und kann den Unbekannten kaum beschreiben. Die Beamten hoffen auf die Ergebnisse der Spurensicherung. Das heißt, eben insbesondere DNA Spuren an der Kleidung ähm des Opfers, äh an der Haut des Opfers, im Körper äh des Opfers äh dann auch da gab’s eine ganze Reihe von Spuren, die man hatte, die dann auch zeitnah tatsächlich ausgewertet worden sind.

 Das dauert allerdings aber auch äh aufgrund entsprechender biochemischer Prozesse äh durchaus einige Zeit, bis so eine DNA dann ausgewertet ist. Das geht nicht irgendwie als Schnelltest innerhalb von ein paar Sekunden oder etwas in dieser Richtung. Ähm führte auch noch nicht zur Namenhaftmachung eines Täters, denn die DNA lag einfach in der DNA Datenbank noch nicht ein.

 Wir hatten also keine Vergleichsmöglichkeit. Dann zu der Spurensicherung gehört auch ähm, dass da eine Tartarbeit stattfindet einfach deshalb bei natürlich auch es immer sein kann dass der Täter irgendwie auch etwas am Tatort zurückgelassen hat. auch da können Spuren sein. Er kann etwas verloren haben. Es können irgendwie noch Kleidungsstücke übrig sein und ähnliches.

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