Wahre Verbrechen I Mord in der Winternacht I True ...

Wahre Verbrechen I Mord in der Winternacht I True Crime Dokumentation T – Part 2

Am selben Tag schenkt Stefan seine Geliebten ein Schmuckstück. Das goldene Herz gehörte seiner Frau. Wenige Tage vor ihrem Tod schmückte es noch ihren Hals. Der Mann leugnet die Tat, doch die Ermittler rekonstruieren anhand eines Zeitstrahls alle IT-Daten und Indizien, dass Stefan U. Irina getötet haben muss.

Außerdem hatte er auch kurz vor ihrem Verschwinden im Internet danach gesucht, wie man einen Menschen erstickt. Stefan U wird wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Tierquellerei, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt.

 Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken. Neugeborene, Babys, Säuglinge, wie auch immer wir sie nennen, sie gehören zu den wertvollsten Schöpfungen auf Erden. Jeden Tag erleben frisch gebackene Eltern, wie ihr Kind die Welt um sich herum entdeckt und Stück für Stück besser begreift.

Es macht uns froh, ein Baby lachen zu hören und wir sind automatisch besorgt oder ängstlich, wenn ein Baby weint. Es beruhigt uns, ein Baby friedlich schlafen zu sehen und allgemein geht es uns gut, wenn wir Kinder sehen, denen es gut geht. Als Eltern wissen wir, dass es unsere größte Pflicht ist, unser Baby zu beschützen.

 Wir lernen es ab der Geburt und wir tun es praktisch instinktiv, weil Babys uns brauchen, weil Babys ohne uns schutzlos sind. Umso herzzerreißender war es, als im März 1896 die Leiche eines Babys in der Temse gefunden wurde. Als bekannt wurde, wer die Kindsmörderin war, ging eine Welle des Entsetzens durch London. Ihr Name war Emilia deer und sie wurde dafür bezahlt, Adoptiveltern für ungewollte Kinder zu finden.

 Nur dass sie in Wirklichkeit nicht für die Kinder sorgte, die sie bei sich aufnahm. Im Gegenteil, sie tötete aus Habgar. Hi, ich bin Diane Hilcher und ich bin Mark Augustat. In jeder Folge dieses Podcasts beschäftigen wir uns mit einem berühmten Serienkiller, mit seinem Leben, seiner Psyche und seinen Taten.

 Serienkiller, Mörder und ihre Geschichten. Ein Spotify Original von Podcast. Heute befassen wir uns mit Emilia, alias The Agress of Reading. Emilia Der gehört zu den bekanntesten und grausamsten Serienmörderinnen in der Geschichte Großbritanniens. In einem Zeitraum von fast 30 Jahren soll sie im viktorianischen England zwischen 300 und 400 Neugeborene getötet haben.

Babymorde schockieren die Öffentlichkeit immer besonders, vor allem, wenn sie von Frauen begangen werden. Bei diesen Taten tun sich Abgründe auf, die für den gesunden Verstand nur schwer zu begreifen sind. Man kann sich schlicht nicht vorstellen, dass jemand zu so einer Tat fähig ist. Eine der bekanntesten Serienkillerinnen Englands hat jedoch genau solche Morde begangen.

Zwischen 1869 und 1896 tötete Emilia Dyer zwischen 300 und 400 Neugeborene, während sie als Kinderpflegerin im viktorianischen England arbeitete. Aber warum sollte eine ausgebildete Krankenschwester, die sich der Kinderbetreuung verschrieben hat, ihre Schützlinge töten, anstatt sich um sie zu kümmern? Nun, in Emilia Dias Fall war das Morden profitabel.

Emilia war ihr ganzes Erwachsenenleben über eine sogenannte Babyfarmerin, eine Kinderpflegerin. Der Beruf ermöglichte es Frauen gutes Geld zu verdienen, anders als bei einer Anstellung im Armenhaus, die oft eine von wenigen Alternativen war. Gegen eine Gebühr von mindestens fünf Pfund nahmen Emilia ungewollte Babys in ihre Abhut und versprach eine liebevolle Adoptivfamilie für sie zu finden.

Anstatt sich jedoch um sie zu kümmern, ermordete sie die Babys, was es ihr ermöglichte, jedes Jahr dutzende Neugeborene zu sich nach Hause zu holen und ein beträchtliches Vermögen anzuhäufen. Emilia Derer kam 1837 als Emilia Hley in Pil Mars nahe Bristol zur Welt. Sie war das jüngste von fünf Kindern. Ihre Eltern waren Samuel und Sarah Hoppley.

Die Familie war recht wohlhabend. Ihr Vater Samuel war Schumachermeister, ein Handwerk, das später auch Emilias ältere Bruder Thomas erlernte. Über Emilias Kindheit und Jugend ist nicht viel bekannt. Man weiß aber, daß sie eine gebildete Frau war. Ihre Eltern nahmen Bildung sehr ernst und schickten Amelia bis zu ihrem 14.

 Lebensjahr auf eine von der Kirche betriebene staatliche Schule für Arbeiterkinder. Im Gegensatz zu den meisten Kindern ihrer Zeit konnte Emilia gut lesen und schreiben und sie entwickelte früh eine Liebe zu Belletristik und Poesie. Trotz ihrer relativ angenehmen Kindheit blieben Schicksalsschläge nicht aus. Zu Emilias prägendsten Momenten als junges Mädchen gehörte mit ansehen zu müssen, wie sich der Gesundheitszustand ihrer Mutter rapide verschlechterte.

Sarah Hley erkrankte mit 45 Jahren an Tyfus. Die Krankheit wirkte sich stark auf ihre Psyche aus. Sarah litt unter Warnvorstellungen, Halluzinationen und manischen Schüben. Immer wenn Emilia eingeteilt wurde, ihre Mutter zu pflegen, sah sie aus nächster Nähe, wie sie langsam den Verstand verlor. Tyfus war in überfüllten und ärmeren Gebieten wie Pile Marsh weit verbreitet.

Die Wahrscheinlichkeit an der Krankheit zu sterben lag damals bei 60%. Sarah Hley starb 1848 und es gab nichts, was Emilia dagegen hätte tun können. Das einzige, was sie aus dieser Erfahrung mitnahm, war, dass sie nun wusste, wie Symptome von Geisteskrankheit aussahen. Nach dem Tod ihrer Mutter kam Emilia zu ihrer Tante nach Bristol, wo sie bei einem Corsettmacher in die Lehre ging.

Man weiß nicht genau warum, aber aus irgendeinem Grund entfremdete sie sich während dieser Zeit von ihrer Familie. Sie kommunizierte nur noch selten mit ihrem Vater und ihren Geschwistern. 1859 starb Amilias Vater an Bronchites, woraufhin ihr älterer Bruder den Schuhmacherbetrieb übernahm. Mit 24 zog Emilia in eine Pension in der Trinity Street Number Two.

 Dort lernte sie einen Mann namens George Thomas kennen. Der 57-jährige wohnte ebenfalls in der Pension. Thomas war ein Schnitzermeister und Vergolder, der vor kurzem seine Frau verloren hatte. Er und Dier begannen eine Beziehung und nur 5 Monate nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete das Paar.

 Seltsamerweise gaben sowohl Emilia als auch George ein falsches Alter für die Eheurkunde an. Emilia, die bei Eheschließung 24 war, sagte, dass sie 30 sei und George behauptete erst 48 zu sein. Die Hochzeit selbst war einfach und unzeremoniell. Die Trau fand im Register Office von Bristol statt und weder Emilia noch George hatten Verwandte dabei.

 Emilia sagte später, dass sie sich zu diesem Zeitpunkt schon von ihrer Familie distanziert habe, ohne jedoch den Grund dafür zu nennen. Ein paar Jahre nach ihrer Hochzeit ließ sich Emilia am Bristol Royal Infirmary Krankenhaus zur Krankenschwester ausbilden. Dieser Schritt lag recht nah. hatte ihre Mutter gepflegt und war mit den Grundlagen der Arbeit vertraut.

Abgesehen davon gewann der Beruf der Krankenschwester damals gerade stark an Ansehen, vor allem dank der Bemühungen der Krankenschwester und Pflegereformerin Florence Nightingale. Das victorianische England befand sich zu dieser Zeit schon im Endstadium der Industrialisierung. Eine der drastischsten Auswirkungen der industriellen Revolution war eine enorme soziale Diskrepanz zwischen der Oberschicht, der Arbeiterklasse und den armen Menschen im Land.

 Die Mehrheit der Bevölkerung war arm. Viele Menschen lebten auf der Straße in überfüllten Gasthäusern oder in Armenhäusern. Männer aus der Arbeiterklasse teilten sich normalerweise in drei Kategorien auf. Arbeiter, Handwerker und Facharbeiter. Es gab viele Möglichkeiten auf ehrliche Weise Geld zu verdienen. Man konnte z.B. Lebensmittel und andere Waren auf dem Markt verkaufen.

 Man konnte aber auch Klavierbauer, Seidenweber oder Brauer werden. Das Angebot war relativ weit gefächert. Für Frauen wie Emilia war es dagegen nicht so leicht, in großen Städten wie London über die Runden zu kommen, vor allem, wenn man arm war oder zur Arbeiterklasse gehörte. Frauen verkauften Blumen, trugen Milch aus oder arbeiteten als Dienstmädchen.

 Viele waren aber auch in Fabriken beschäftigt oder gezwungen in die Sexarbeit zu gehen. Die Schichten in den Fabriken waren lang und anstrengend. Die Frauen mussten an großen Maschinen arbeiten und atmeten den ganzen Tag giftige Dämpfe ein. Die Arbeitsbedingungen waren schrecklich, genauso schrecklich wie der rapide Anstieg der Sexarbeit.

Es gab Jahre, in denen jede zwölfte Frau im viktorianischen England als Sexarbeiterin gearbeitet haben soll. Als Florence Nightingale aus dem Krimkrieg zurückkehrte und 1860 ihre School of Nursing im St. Thomas Hospital gründete, eröffnete sich ein ganz neuer Berufszweig für Frauen. Die Schule veränderte die Wahrnehmung von Krankenpflege grundlegend und Emilia tauchte begeistert in die junge Profession ein.

 Es mag zwar keine besonders glamuröse Arbeit gewesen sein, aber sie ermöglichte es Emilia auf geregelte Weise ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Das Leben als Krankenschwester war hart. Emilia arbeitete meistens 16 Stunden Schichten von morgens bis spät abends. Sie lernte, dass es zu den wichtigsten Aspekten der Pflegearbeit gehörte, sich emotional von den Patienten und Patientinnen zu distanzieren.

Sie legte sich ein hartes Äußeres zu und wurde ziemlich robust und unabhängig. Und auch wenn Emilia nie allgemein medizinisch ausgebildet wurde, machte sie sich mit Anastiker und der Behandlung von Schmerzen und Infektionen vertraut. Als Krankenschwester lernte sie außerdem die Grundlagen der Hebarmentätigkeit.

Mit 26 wurde Emilia zum ersten Mal schwanger. Als sie ihre Schwangerschaft nicht mehr verstecken konnte, war sie gezwungen, ihre Arbeit als Krankenschwester aufzugeben. Danach war sie auf das Einkommen ihres Mannes George angewiesen. 1864 brachte Emilia schließlich ein kleines Mädchen zur Welt, Alan Thomas. Das Baby war aber nicht die einzige große Veränderung in Emilias Leben.

Ungefähr zur gleichen Zeit lernte sie eine Hebamme namens Allen Dane kennen. Dieses Zusammentreffen lenkte Emilias Leben in eine völlig neue Richtung. Allen war Hebammer und wohnte eine Zeit lang bei Emilia und George in Bristol. Natürlich wusste Emilia, was ein Hebarme tat.

 Die Grundlagen der Arbeit hatte sie ja selbst in der Ausbildung gelernt, aber Miss Dane tat mehr, als schwangere Frauen zu betreuen und sich um ihre Babys zu kümmern. Die meisten der Frauen, die auf sie zukamen, taten das, weil sie auf Diskretion hofften, denn viele der Schwangerschaften waren uneherlich. Emilia erfuhr, dass Allen Dane noch weitere Leistungen für Frauen mit unehrlichen Babys anbot.

 Eine Leistung, die ziemlich lukrativ war, das sogenannte Baby Farming. 1834, 3 Jahre vor Emilias Geburt, verabschiedete das Parlament den Poor Law Amendment Act, auch bekannt als New Poor Law. Ein Teil des Gesetzes besagte, daß Väter von uneherlichen Kindern nicht länger verpflichtet sind, Unterhalt für sie und ihre Mütter zu zahlen.

 Im Klartext bedeutet das also, dass ein Mann jede Frau schwängern konnte, mit der er nicht verheiratet war, ohne dass es irgendwelche finanziellen Konsequenzen für ihn hatte. Das offizielle Ziel war natürlich vor und außereiche Beziehungen und moralischen Verfall einzudämmen und die Ehe als Institution hochzuhalten.

Amut war zu dieser Zeit in England weit verbreitet und eine der größten Gruppen, die darunter litten, waren Kinder. Viele Mütter konnten es sich nicht leisten, einen Kind zu haben, weshalb viele Kinder einfach auf der Straße zurückgelassen wurden. Wenn Emilia in Bristol oder London unterwegs war, lief ständig eine Schar Kinder hinter ihr her, die sie um Geld für Essen anbettelte.

 Schlimmer waren nur tote Kinder in den Gassen zu sehen. Gegen uneherliche Schwangerschaften konnte das New Poor Law absolut gar nichts ausrichten. Als Emilia Mitte der 1860er Jahre Allan Dane kennenlernte, nahmen uneherliche Schwangerschaften und Geburten sogar gerade wieder zu. Als das Problem zur Krise wurde, etablierten engagierte Frauen einen neuen Berufszweig, der als Baby Farming bekannt wurde.

 Bei diesem Modell konnten Mütter ihre unehrlichen Kinder diskret in die Obhut von Frauen wie Allen Day geben, die sich dann nach Adoptiveltern umsahen. Natürlich war dieser Service nicht kostenlos. Wer sein Kind abgeben wollte, musste die Pflegemutter für ihre Dienste bezahlen. Für die Pflegemütter war es eine einfache Möglichkeit, Geld zu verdienen und den leiblichen Müttern spendete das Baby Farming Modell zumindest ein klein bisschen Trost.

 Emilia war interessiert und En erklärte ihr bereitwillig, wie das Ganze in der Praxis funktionierte. Sie pralte auch damit, wie viel Geld man für die Arbeit bekam. Das war aber nicht das einzige Geheimnis, das Allen über das neue Gewerbe Preis gab. Schon bald sollte Emilia erfahren, dass das Baby Farming weit von der humanen Lösung entfernt war, die es eigentlich darstellen sollte.

Es war etwas ganz und geheimtükisches und niederträchtiges und Emilia war nur allzu bereit, sich ein großes Stück vom Kuchen zu holen. Die englische Gesellschaft schaute damals auf uneherliche Kinder herab. Sie wurden sogar von Weisenhäusern abgelehnt, wenn bekannt war, daß ihre Eltern unverheiratet waren.

 Die Weisenhäuser nahmen in der Regel nur Kinder von alleinerziehenden Müttern auf, deren Ehemänner verstorben waren. Es waren harte Zeiten und viele Mütter ließen ihre Kinder einfach allein auf der Straße zurück, wo viele von ihnen starben. 1856 schrieb der Clifton Chronicle: “Am Samstagmorgen wurde die Leiche eines Säuglings gefunden.

 Eingewickelt in eine alte Zeitung, die auf dem Weg vom Observatorium nach Clifton Down lag. Meldungen wie diese waren keine Seltenheit. Es kam auch vor, dass Mütter ihre Kinder selbst töteten, indem sie sie erstickten. Das Aufkommen des Babyfarmings war ein kleiner Lichtblick bei all den gnadenlosen und unmenschlichen Lebensrealitäten im viktorianischen England.

Allen Dane stammte aus der englischen Stadt Southport. Kurz nachdem sie bei Emilia und George eingezogen war, zeigte sie Emilia, wie sie ihre Wohnung zur Babyfarm umfunktionieren konnte. Emilia merkte schnell, dass ihre Freundin alles andere als ein rechtschaffende Retterin für Frauen in Not war.

 Es gab natürlich Pflegemütter, die ehrlich und human waren. Wie viele andere gehörte Alen Dane aber nicht dazu. Dan vernachlässigte die Babys und behielt das Geld, das eigentlich für die Versorgung der Kinder bestimmt war, für sich. Sie ließ sie verhungern, flößte ihnen Alkohol ein oder erstickte sie. Wenn ein Baby starb, stand auf der Sterbeurkunde nur, dass es zu schwach gewesen sei und nicht überlebt habe.

 Und weil die leibliche Mutter das Kind ja schon abgegeben hatte, gab es niemanden, der das Kind vermisste oder nach ihm suchte. Die Babys verschwanden einfach. Es war eine so einfache wie grausame Methode, ein bisschen Geld zu verdienen, wenn man dringend mal etwas brauchte. Und Emilia geriet früher als erwartet in dieser Situation. Am 18.

 Oktober 1869 starb ihr Mann George im Alter von 67 Jahren. Emilia war jetzt eine junge Witfe und alleine Mutter. Den meisten Quellen zufolge hätte Emilia einfach wieder als Krankenschwester arbeiten oder ihre Familie um Hilfe bitten können, auch wenn sie sich von ihnen distanziert hatte. Stattdessen fing Emilia fast unmittelbar nach dem Tod ihres Mannes an, als Pflegemutter zu arbeiten.

 Die schnelle Bezahlung schien einfach zu verlockend gewesen zu sein. Bevor sie jedoch ihre Wohnung zum Babyheim umfunktionierte, beschloss Emilia, dass es das Beste wäre, ihre Tochter Allen loszuwerden. 1869 gab sie sie also kurze Hand in eine Pflegefamilie. Daß Emilia ihre Tochter weggab, hatte aber nichts damit zu tun, daß sie irgendwie beschützen wollte.

 Es ging ihr nicht darum, das Kind von ihren Verbrechen fernzuhalten. Ohne En gab es einfach ein Kind weniger, um dass sie sich kümmern musste und damit mehr Geld für sie selbst. Man weiß nicht genau, an wen Emilia ihre Tochter abgab. In einer Volkszählung von 1871 wird Allan Thomas jedoch als Weise mit Wohnsitz in Stoke Bishop bei Bristol aufgeführt.

Ende 1869, kurz nach Georges Tod, schaltete Emilia ihre erste Annce. In ihren Anzeigen nannte sich Emilia entweder Miss Harding oder Mes Smith. In einer dieser Ann hieß es: “Verheiratetes und kinderloses Paar ist bereit, gesundes Kind zu adoptieren. Schönes Landhaus, Konditionen 10 Pfund, Harding bei Chipsletter Exchange, Stokes Croft Bristol.

Emilion am meistens zwischen 10 und 80 Pfund pro Baby 1300 bzw. 10.000 € nach heutigem Wert. Mordmethoden blieb sie bei dem, was Allan Dane ihr beigebracht hatte. Ersticken, Nahrungsentzug und Gift. Manchmal tötete sie ein Baby schon, während sie der Mutter bei der Geburt half.

 Sobald der Kopf des Babys draußen war, erstickte sie es noch vor dem ersten Atemzug. Auf diese Weise sah es wie eine Todgeburt aus. Dank ihrer Krankenschwester und Hebammen Ausbildung wußte Emilia genau, wie sie die Mutter und den Arzt, der die Sterbeurkunde ausstellte, glauben machen konnte, dass das Baby tot zur Welt gekommen war. Die Babys, die als Neugeborene zu ihr kamen, ließ sie manchmal einfach verhungern.

Das Schreien im Haus wurde lauter und lauter, aber Emilia starrte die Babys nur gleichgültig an und ignorierte ihr Leid. Nach einer Weile hörte das Schreien auf und es dauerte nie lange, bis Emilia das tote Baby durch einen Neuankömmling ersetzte. Im Gegensatz zu anderen Serienkillern, bei denen jeder Mord ein persönliches Großereignis ist, waren die Morde bei Emilia etwas ganz alltägliches.

Sie war rund um die Uhr von Babys umgeben, die sie eines nach dem anderen langsam und qualvoll sterben ließ. Für sie waren die Kinder nichts als Kapital. Wenn Emilia die Babys vergiftete, benutzte sie oft ein auf Opium Tinktur basierendes Beruhigungsmittel namens Godfreid Cordial. Das Medikament wurde im 19.

 Jahrhundert häufig verwendet, um Neugeborene und Kinder ruhig zu stellen. Emilia gab den Babys so viel von dem Mittel, dass sie einschliefen und nie wieder aufwachten. Aus heutiger Sicht ist es schwer zu begreifen, wie es sein kann, dass eine Frau, vor allem eine Krankenschwester, so leichtfertig unschuldige Babys töten konnte.

 Emilias Einstellung zu Kindermord spiegelte aber die damaligen Verhältnisse wieder. Gleichzeitig war es schwierig zu beweisen, dass es sich bei einem Kindstod um Mord handelte, was es den Babyfarmerinnen leicht machte, mit ihren Taten davon zu kommen. Der Tod war etwas Alltägliches im viktorianischen England, genau wie eine hohe Säuglingssterblichkeit.

Als Krankenschwester hatte Emilia gelernt, sich von ihren Patientinnen und Patienten emotional zu distanzieren, auch von Babys und Kleinkindern. Ihre Ausbildung und ihr Arbeitsalltag in Kombination mit den damaligen Zuständen könnten eine Erklärung dafür sein, warum sie weniger Skropel hatte, ein Neugeborenes zu töten.

Und sie verdiente viel Geld mit ihren Verbrechen. Damals musste die typische Arbeiterfrau mit ca. einem Pfund pro Woche auskommen. Emilia bekam mindestens fünf oder 10 Pfund pro Baby. Auch Emilias Drogenkonsum könnte zu ihrer Skrupellosigkeit beigetragen haben. Als sie ihr erstes Babyheim eröffnete, fing sie selbst an regelmäßig Opium Tinktur zu konsumieren.

 In England wurde das Mittel damals unter dem Namen Laudanum verschrieben. Laudanum war billig und beliebt. Es wurde aus Schlafmohn und Alkohol hergestellt und enthielt Wirkstoffe wie Kodein und Morphin. Bei Überdosierung und Missbrauch konnte es sehr schnell süchtig machen. Laudanum wurde gegen alle möglichen Schmerzen und Beschwerden verschrieben.

Zahnschmerzen, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit. Laudanum half gegen alles und es gab viele Menschen, die davon abhängig wurden, vor allem Frauen. Depressionen, Nervenleiden, Menstruationsbeschwerden. Wenn eine Frau krank wurde oder sich schlecht fühlte, musste sie nur ein bisschen Laudanum nehmen. Das Parlament verabschiedete schließlich den Pharmacy Act, der die Verfügbarkeit von Medikamenten wie Laudanum stärker regulieren sollte.

 Als ehemalige Krankenschwester war es für Emilia aber nie besonders schwierig, an Nachschub zu kommen. Es wird angenommen, dass ihr Drogenkonsum ihr dabei half, die Säuglingsmorde emotional zu überstehen. Nach Emilias erstem Jahr als Pflegemutter floh ihre Mentorin Allen Dane in die USA. Es hatte sich herumgesprochen, was Dane mit den Kindern machte und sie wollte auf keinen Fall eine Verhaftung riskieren.

 Man hörte nie wieder von ihr. Die mögliche Verhaftung und Verurteilung ihrer Freundin hätte Emilia dazu bringen können, ihre eigenen Handlungen zu hinterfragen. Doch das tat sie nicht. Sie wusste, dass ihre Decknamen jede Verbindung zu Dane verschleiern würden. Es war aber die Festnahme und der Prozess einer anderen Babyfarmerin, die den ersten Hinweis auf Emilias Aktivitäten gaben und die sie zwangen, das Baby Farming für eine Weile ruhen zu lassen.

Margaret Waters war eine Babyfarmerin aus dem Londoner Stadtteil Brixton. Wie Emilia Deer hatte auch sie nach dem Tod ihres Mannes angefangen als Pflegemutter zu arbeiten, um besser über die Runden zu kommen. Als Emilia Ende der 1860er Jahre ihr eigenes Babyheim auf den Weg brachte, pflegten die beiden Frauen eine Art Geschäftsbeziehung und nahmen noch mal zu zweit ein neues Baby an.

 Wie ließ Margaret die Kinder verhungern oder tötete sie mit Gift. Im Gegensatz zu Emilia hatte Marg aber noch eine Helferin, ihre Schwester Sarah Alice. Eines Tages nahmen Margaret und Sarah ein Baby auf, bei dem der Kunde ständig kontrollieren wollte, wie es dem Neugeborenen ging. Eine absolute Seltenheit im Baby Farming Alltag. Es waren diese Kontrollen, die Margaret Waters zum Verhängnis wurden.

Im Mai 1870 erfuhrt Con, dass eine 17-jährige Tochter schwanger war und machte sich auf die Suche nach jemanden, der ihm helfen konnte, ihren Fehltritt unter den Teppich zu kehren. Was erfand für eine Anne. Darin stand: Adoption. Ein respektables Ehepaar will es in Gänze auf sich nehmen, ein Kind wie sein eigenes großzuziehen.

Sie sind in der Position, jede notwendige Annehmlichkeit zu bieten. Nur dass Mses Willis, die die Ann aufgegeben hatte, in Wirklichkeit Emilias Freundin Margaret Waters war. Margaret erklärte sich bereit, den kleinen John Water Cohen bei sich aufzunehmen. Kurz nachdem er das Kind bei der Pflegemutter abgegeben hatte, bot Robert Cohen Margaret an, ihr mehr Geld zu zahlen, wenn sie ihm erlaubte, John Water regelmäßig besuchen zu kommen, um nach ihm zu sehen.

Margaret gefiel der Vorschlag überhaupt nicht, denn sie war schon dabei, den kleinen John in ihrem Haus verhungern zu lassen. Und zu ihrem großen Unglück erwies sich Robert Cohen als extrem hartnäckiger Kunde. Er wollte sich einfach nicht abwimmeln lassen. Robert Con merkte schnell, dass etwas nicht stimmte und alarmierte die Polizei.

Am 11. Juni 1870 betraten die Beamten Margaret Waters Wohnung in der Frederick Terrace Number Four und machten eine schreckliche Entdeckung. Zehn Babys waren kurz davor an Vernachlässigung und Hunger zu sterben. Unter ihnen auch John Water Cohen. Fast alle Babys waren mit Laudanum ruhig gestellt worden.

 Die Polizei rief sofort einen Arzt, der John zu einer erfahrenen Hebarme brachte. Sie wusch und fütterte ihn, aber es war zu spät. Das Baby überlebte nicht. Emilia, die zu diesem Zeitpunkt in ihren frühen 30ern war, erfuhr aus der Zeitung von Margaret und Saras Verhaftung. Als der Prozess im September begann, war er ein riesiges Medienevent.

Es war das erste Mal, dass die Öffentlichkeit einen Einblick in die triste und in diesem Fall grausame Welt des Baby Farmings bekam. Einer der entlafensten Momente des Prozesses war die Aussage von Dr. George Puckle. Dr. Packel war der Arzt, den die Polizei zum Tatort gerufen hatte. In Bezug auf den kleinen John Cohen sagte er: “Der Körper war extrem abgemagert.

 Die Knochen ragten fast durch die Haut. Das Baby war in einem jämerlichen Zustand und nur noch Haut und Knochen. Ich war fast eine halbe Stunde bei den Kindern im Haus und nicht eines von ihnen hat sich bewegt oder geschrien. Emilia erfuhr, dass es Enthüllungen gab, die Margaret Waters direkt mit ihrer Person in Verbindung brachten, auch wenn die Polizei zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, wer sie war.

 Emilia wurde nervös. Die Polizei ermittelte gegen einen gemeinsamen Partner von ihr und Watters. Sein Name war Dr. William Harding. Er wurde verdächtigt, für den Tod einer Schauspielerin verantwortlich zu sein, die kurz nach einer Abtreibung gestorben war. Im Rahmen dieser Ermittlung gab Harding zu Protokoll, daß er im Jahr zuvor die Geburt eines uneherlichen Kindes betreut habe.

 Die Schwester, die bei der Geburt geholfen habe, sei eine gewisse Miss Harding gewesen. Es war einer von Emilias Decknamen. Er sagte, dass Mes Harding das Baby zu sich genommen und kurz darauf an Margaret Waters weitergegeben habe. Es ist nicht bekannt, ob das Baby in Margaret Owood starb, aber die Kriminalpolizei machte sich sowieso nicht die Mühe, diesem Teil von Dr.

Hardings Aussage weiter nachzugehen. Zu Emilias Erleichterung blieb die Hebaramme Misses Harding eine unbedeutende Randnotiz. Margaret Schwester Sarah Alice wurde schließlich vom Vorwurf des Mordes freigesprochen. Was ihre Rolle im Babyheim ihrer Schwester anging, bekannte sie sich aber des Betrugs schuldig.

 Sie wurde zu 18 Monaten Zwangsarbeit verurteilt. Margaret Waters hingegen wurde wegen Mordes zum Tod durch Erhängen verurteilt. Als Emilia am 11. Oktober 1870 die Zeitung aufschlug, erfuhr sie, dass ihre Geschäftspartnerin Margaret Waters im Horse Mongolane Goal Gefängnis hingerichtet worden war. Man hatte der mörderischen Babyfarmerin aus Brixton das Handwerk gelegt und obwohl sie nur wegen eines Mordes verurteilt wurde, wird angenommen, dass Margaret für den Tod von 19 Babys verantwortlich war.

Eine Zahl, die im Vergleich zu Emilias Verbrechen schon bald darauf verblassen sollte. Kurz nach Waters Hinrichtung fingen die Zeitungen an, ausführlich über ihr Baby Farming Netzwerk zu berichten. So fand man z.B. Briefe, die immer an dieselben zwei Personen adressiert waren. Miss Harding und M. Smith aus Bristol.

Doch trotz der Briefe und Dr. Hardings Aussage stand die Polizei nie bei Emilia vor der Tür. Sie wurde nicht einmal verdächtigt, irgendetwas mit den schrecklichen Verbrechen zu tun zu haben. Der Medienrummel um Margaret Prozess ließ bei Emilia aber Zweifel aufkommen, ob es immer noch eine gute Idee war, mit dem Baby Farming weiterzumachen.

Man verdiente viel Geld und die Arbeit war einfach, aber wollte sie wirklich ihr Leben dafür riskieren? Sie beschloss also ihr Babyheim auf Eis zu legen und sich wieder ehrliche Arbeit zuzuwenden. Für Amilia bedeutete das ein Vorstellungsgespräch in einer Nervenheilanstalt. 1871 trat die 34-jährige Emilia eine Stelle als Pflegekraft im Bristol Lunatic Asylum an.

 Für sie war der Job nicht großartig anders als ihre vorherige Arbeit als Krankenschwester. Mit anderen Worten, die Arbeit war hart und mühsam mit endlos langen Schichten und einem Lohn, der kaum zum Leben reichte. Auf der anderen Seite war es eine sichere Stelle und dank ihrer Schwesternusbildung fiel ihr die Arbeit recht leicht und sie lernte sogar noch dazu.

 Nach ein paar Wochen kannte sie sich mit allen möglichen Methoden zur Fesselung und Fixierung aus, die vor allem bei gewalttätigen Patienten und Patientinnen zum Einsatz kamen. Zwangsjacken, spezielle Handschuhe, Metallfesseln, das ganze grausige Besteck. Die meiste Zeit verbrachte Emilia aber damit, die Patientinnen zu waschen und zu füttern.

 Sie beaufsichtigte auch die Außenaktivitäten. Emilia verdiente nur ein Pfund pro Monat und damit erheblich weniger als die 5 bis 10 Pfund, die sie als Pflegemutter für jedes neue Baby bekam. Sie betreute ausschließlich Frauen, von denen die meisten unter psychischen Störungen litt und Suizid gefährdet waren. Einige Patientinnen hatten ähnliche Symptome wie Emilias Mutter kurz vor ihrem Tod.

Es dauerte nicht lange, bis Emilia die Arbeit satt hatte und anfing sich anderweitig umzusehen. Gleichzeitig erkannte Emilia, dass sie in der Nervenklinik noch einiges lernen konnte. Und je länger sie sich ein Bild vom Klinikalltag machte, desto klarer wurde ihr, dass das Leben als Patientin gar nicht mal so schlimm war.

 Es war zwar ziemlich eintönig, aber man hatte ein Dach über dem Kopf, bekam immer eine warme Mahlzeit und sogar ein bisschen Freizeitunterhaltung. Von da an behielt Emelia die Klinik immer als Option für sich selbst im Hinterkopf. Es war nicht der schlechteste Ort, an dem man landen konnte.

 Zumindest war es besser als im Gefängnis. Anfang des Jahres 1872 arbeitete Emilia dann schon nicht mehr am Bristolle Lunatic Asylum. Man weiß nicht genau, ob sie entlassen wurde oder ob sie gekündigt hat, aber Akten belegen, dass sie dort nicht mehr beschäftigt war. 1872 war aber kein ganz schlechtes Jahr für Emilia.

 Sie holte ihre Tochter Allen zurück nach Hause und im Herbst heiratete sie ihren zweiten Ehemann William. William Der war 27 Jahre alt. Er hatte nichts gelernt, war ungebildet und arbeitete in einer Zuckerraffinerie. Vom Status her war er eine Stufe unter George. Außerdem war er 8 Jahre jünger als Emilia, wovon er aber nichts wusste. Als sie sich kennengelernt hatten, hatte sie ihm erzählt, dass sie 29 sei.

 1873 brachte Emilia ihr erstes gemeinsames Kind Mary Ann zur Welt. Rufname: Polly. Ein paar Jahre später bekam Emilia noch einen Sohn, den sie William Samuel nannten. In ihren ersten Ehejahren lebten sie von Williams magerem Lohn und verdienten sich ein bisschen Geld dazu, indem sie das Gästezimmer vermieteten.

 5 Jahre nach ihrer Heirat verlor William jedoch seinen Job in der Zuckerraffinerie. Er fand schließlich eine neue Stelle in einer Esssigbrauerei. Die Geldsorgen blieben trotzdem und so beschloss Emilia ihr Baby Farming Geschäft zu reaktivieren. 1877, fast 6 Jahre nachdem sie ihr erstes Babyheim aufgegeben hatte, schaltete sie neue Anzeigen.

Emilie ließ ihr Geschäft in Bristol wieder aufleben und war schnell in ihrer alten Routine. Anzeige schalten, Kind aufnehmen, Kind töten, Geld einstecken und dann alles wieder von vorn. Man geht davon aus, dass Emilia bis zu sechs Babys gleichzeitig bei sich unterbrachte. Wenn sie mindestens 5 Pfund pro Baby bekam, konnte sie bis zu 35 Pfund im Monat verdienen.

 Selbst die Hälfte davon war noch ein kleines Vermögen im Vergleich zu ihrem spärlichen Gehalt im Bristol Lunatic Asylum. Alles was Emilia tat entspricht den typischen Verhaltensmustern einer Serienkillerin, die in erster Linie aus Profitgar tötet. Michael und Cellerher beschreiben diesen Killertypus in ihrem Buch Murder Most Rare ausführlich.

Wie bei vielen Mörderinnen dieser Sorte gab es auch bei Emilia keine emotionale Verbindung zu den Opfern und es fiel ihr extrem leicht, ihr Sterben auf nichts als einen bestimmten Geldwert zu reduzieren. Aber so clever und kalkulierend Emilia auch war, ihre Laudanum Abhängigkeit wurde immer schlimmer und schon bald bemerkten ihre Töchter, dass sie das Medikament direkt aus der Flasche trank.

Ungefähr zur gleichen Zeit wies Emilia ihre Tochter Allen an, ihr mit den Kindern zu helfen. Allen hatte keine Ahnung, was genau ihre Mutter tat und Poly erinnerte sich nur, dass immer zu neue schwangere Frauen und Babys zu ihnen ins Haus kam. Dass die Babys irgendwann abends nicht mehr weinten, kam ihr nicht weiter komisch vor.

Polly erinnerte sich, wie ihre Mutter sie und Allen immer zur Apotheke schickte, um Godfrece Cordial zu besorgen. Sobald die Babys einen Löffel von der Medizin bekommen hatten, waren sie im Mucksmäuschen still. Knapp zwei Jahre lang gelang es Emilia ihre Babyfarm zu betreiben, ohne Probleme mit den Behörden zu bekommen.

Sie arbeitete weiter mit Decknamen, was ihr half, sich an der Polizei vorbeizuschlängeln. Sie schien sich auch keine Sorgen mehr zu machen, dass die Verbindung zu Margaret Waters Ehe irgendwann doch noch auf die Füße fallen könnte. Aber auch diese sorglose Zeit sollte bald ein Ende haben. Immer wenn ein Baby starb, wurden ein Arzt und ein Totengräber ins Haus bestellt.

 Der Arzt untersuchte das Baby und stellte die Todesursache fest. Mitte des Jahres fiel einem Arzt aber auf, dass innerhalb von nur zwei Wochen vier Babys in Emilias Obhut gestorben waren. Der Arzt fand das ja seltsam, vor allem, weil die Babys von einer ausgebildeten Krankenschwester gepflegt worden waren. Das konnte nicht mit rechten Dingen zugehen.

Der Arzt meldete Emilia Deer bei der Polizei. Ein paar Tage später durchsuchten mehrere Beamte zusammen mit einem anderen Arzt Emilias Haus. Sie fanden die vier toten Babys, die seltsamerweise immer noch da waren. Emilia wusste, dass sie nun jeden Moment auffliegen könnte. Also beschloss sie, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen.

Zwei Tage nach der ersten Razia fanden die Beamten Emilia in ihrem Haus. Sie hatte zwei volle Flaschen Laudanum getrunken. Die meisten Menschen wären an so einer Dosis sicherlich gestorben, aber Emilias Toleranz gegenüber der Droge war so hoch, dass der Suizidversuch fehlschlug und es gerade mal für ein Nickerchen reichte.

Die vier toten Babys und Emilias Suizidversuch reichten den Ermittlern für eine Anklage. Im August 1879 wurde sie verhaftet und wegen Verstoßes gegen den Infant Life Protection Act72 angeklagt. Es war eine Straftat, die den Galgen bedeuten konnte. Zu Amilias Überraschung hatte die Anklage aber nur Indizienbeweise gegen sie in der Hand.

 Obwohl die Babys anscheinend unter Drogen gesetzt worden waren und keine Nahrung bekommen hatten, gab es keine handfesten Beweise, dass Emilia dafür verantwortlich war. In den Augen des Gerichts war sie einfach nur eine schlechte Pflegerin. Emilia entging der Todesstrafe und wurde wegen grober Fahrlässigkeit zu sech Monaten Zwangsarbeit verurteilt.

 Sie kam ins Chapton Mallet Prison. Trotz des vergleichsweise milden Urteils war die Zeit in Chapton Mallet alles andere als angenehm für Emilia. Sie musste sechs Monate in einem der ältesten und härtesten Gefängnisse Englands absitzen. Männer, Frauen und sogar Kinder wurden dort härtester körperlicher Arbeit gezwungen undter katastrophalen Lebensbedingungen.

Im Februar 1880 wurde Emilia deer aus Chapton Metallet entlassen, geschlagen, zerlummt und erschöpft. Es gibt die Theorie, dass die Zwangsarbeit bei Emilia zu schweren psychischen Störungen führte. Reformiert hat die Zeit im Gefängnis jedenfalls nicht. Wenn überhaupt, dann hat es sie nur dazu gebracht, ihre Methoden zu ändern, um eine erneuten Verhaftung zu entgehen und noch effizienter ermorden zu können.

 Sie hatte nicht die Absicht, das Baby Farming an den Nagel zu hängen. Im Gegenteil, sie war entschlossen, es dieses Mal noch schlauer aufzuziehen. Bald darauf gaben hunderte ahnungslose Mütter ihre Babys in Emilia Diersas Hände. Doch auch diese Kinder landeten nicht bei liebevollen Pflegefamilien, sondern in den kalten Fluten der Temse.

Vielen Dank fürs Zuhören. Mein Name ist Diane Helscher. Und ich bin Mark Augestat. Du kannst jetzt eine Bewertung für den Podcast daassen und die Glocke aktivieren, um keine Folge zu verpassen. Serienkiller ist ein Spotify Original von Parcast. Produziert in Zusammenarbeit mit Bose Park Productions. Adaptiert von dem amerikanischen von Max Cutler kreierten Original Serial Killers.

 Deutsche Produktion Wiebgeachter Winter. Chris Guse, Suholder, Kli Köhler, Fabio Lautenschläger, Simon Uter Kirschei und Daniel Nicolao. Das Originalskript wurde ins Deutsche übersetzt von Klaus Schwartau. Vielen Dank an Julien Guarot. Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Tierquellerei, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt.

 Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken. Als die kleine Helena Frey Emilia in die Augen sah, konnte sie nicht wissen, dass es die Augen ihrer Mörderin waren. Stattdessen sah sie das Gesicht einer heimeligen 59-jährigen Frau, die eine großmütterliche Wärme ausstrahlte.

Die ältere Dame brachte Helena zum Lachen. Das Baby lächelte noch, als es zu seiner Mutter hinüber schaute, aber der jungen Frau war nicht zum Lächeln zumute. Stattdessen gab sie ihrer Tochter einen Abschiedskuss und verließ das kleine Häuschen. Als die Frau nicht mehr zu sehen war, fing das Mädchen an zu weinen.

 Doch das Weinen verstummte sofort, als die alte Frau dem Kind ein Stück Paketschnur um den Hals legte und zog. Helena Fry war eines von Emilia Diers letzten Opfern. Die Leiche des Babys wurde bald darauf in der Themse gefunden. Der Fund führte die Polizei direkt vor die Haustür einer der grausamsten Serienkillerinnen in der Geschichte Englands.

Hi, ich bin Diane Helscher und ich bin Mark Augustat. In jeder Folge dieses Podcasts beschäftigen wir uns mit einem berühmten Serienkiller, mit seinem Leben, seiner Psyche und seinen Taten. Serienkiller, Mörder und ihre Geschichten. Ein Spotify Original von Podcast. Heute befassen wir uns noch einmal mit Emilia de Alias The Progress of Reading.

Emilia Diers Baby Farming Mordserie begann im Jahr 1869. Sie verwandelte ihr Heim in ihr eigenes privates Mordhaus und soll innerhalb von 30 Jahren bis zu 400 Babys getötet haben. Aufgrund von Überbevölkerung und extremer Armut entwickelte sich das sogenannte Babyfarming im viktorianischen England zu einem recht weit verbreiteten Pflege und Adoptionsmodell.

Junge und meist unverheiratete Mütter gaben ihre Babys gegen eine Gebühr in die Obhut von Pflegemüttern, die sich um die Kinder kümmerten und sich nach passenden Adoptiveltern für sie umschauten. Anstatt jedoch für die Säuglinge zu sorgen ermordete Emilia sie und behielt das Geld für sich. Ihre Methoden waren abscheulich.

 Sie erwirkte und vergiftete die Babys oder ließ sie einfach verhungern. Dann warf sie die Leichen in die Temse. In Folge 1 haben wir ausführlich Emilias Kindheit und Familienverhältnisse beleuchtet. Als sie 14 war, mußte sie mit ansehen, wie sich der psychische Zustand ihrer Tyfus kranken Mutter verschlechterte und wie sie langsam an der Krankheit zugrunde ging.

 Später arbeitete Emilia als Krankenschwester. Sie verlor ihre Stelle aber wieder, als sie mit ihrem ersten Kind schwanger wurde. Sie und ihr Mann George mussten ihr Gästezimmer untervermieten, um sich über Wasser zu halten. Eine ihrer ersten Mieterinnen war die Hebamme Allan Day, die Emelia mit dem so lukrativen wie zwielichtigen Geschäft des Babyfarmings vertraut machte.

 Als Emilias Mann 1869 starb, eröffnete sie ihr eigenes kleines Babyheim, um sich fort an selbst versorgen zu können. Wie bereits in Folge 1 erwähnt, tötete Emilia Dyer in erster Linie aus finanziellen Gründen: “Geld war ihre Hauptmotivation und sie setzte alles daran, so unauffällig wie möglich zu bleiben.

 Sie gab sich Decknamen und plante alles bis ins Detail, um nicht ins Fadenkreuz der Behörden zu geraten. 1879 wurde ein Arzt aus der Gegend jedoch misstrauisch, als ihm auffiel, dass innerhalb von zwei Wochen vier Babys in Emilias Obhut gestorben waren. Er zeigte sie bei der Polizei an, die sie sofort verhaftete. wurde aber nicht wegen Kindstötung, sondern nur wegen grober Fahrlässigkeit verurteilt.

Sie musste 6 Monate im Chapton Mallet Prison absitzen und Zwangsarbeit leisten. Das Gefängnis gehörte damals zu den ältesten und Härtesten des Landes. Die Haft war brutal und unmenschlich. In dieser Folge werden wir uns anschauen, wie Emilia nach der Haft versuchte, einer legalen Arbeit nachzugehen und wie ihre schier unersättliche Geldgar sie schließlich dazu brachte, hunderte weitere Babys zu töten.

Nach ihrer sechsmatonatigen Haft im Chapton Mallet Prison war Emilia deer merklich verstört. Die Zwangsarbeit im Gefängnis hatte Spuren hinterlassen, ganz zu schweigen von dem kalten Entzug, den sie durchleiden musste, nachdem sie plötzlich kein Laudanum mehr bekommen hatte.

 Unterm Strich hatte die Haft aber keine besonders abschreckende Wirkung auf Emilia. Sie schien kaum mehr als ein sehr unangenehmer Knick in ihrer kriminellen Karriere gewesen zu sein. Als Emilia zurück nach Hause kam, wollte sie es erstmal mit ehrlicher Arbeit versuchen, zumindest für eine Weile. Sie fing wieder an als Corsettemacherin zu arbeiten.

 Die Ausbildung dazu hatte sie als Jugendliche gemacht, nachdem sie von ihren Eltern zu ihrer Tante gezogen war. Emilia fand einen Job als Vorarbeiterin in der Corsettmacherei eines Arbeitshauses. Wie schon im Krankenhaus und in der Nervenklinik war die Arbeit anstrengend, lang und schlecht bezahlt. Es war daher keine Überraschung, dass es Emilia nicht lange im Workhaus hielt.

Neben ihrer finanziellen Not war Emilia schon zu diesem Zeitpunkt als The Terdown Baby Farmer bekannt, was die Familie schwer belastete. Man glaubt, dass Emilias Tochter Allen von zu Hause weglief, weil sie die Blicke und Anfeindungen der Leute nicht mehr ertragen konnte. Danach hörte man nur noch selten von ihr.

 Und auch Emilia und ihr zweiter Mann William beschlossen, nach einer Weile mit ihren anderen Kindern aus Totterdown wegzuziehen. Ohne feste Arbeit waren sie jedoch gezwungen, von einem Stadtteil zum nächsten zu ziehen. Und egal, wo sie sich niederließen, lange blieben sie nie. Drei Jahre lang scheiterte Emilia mit jedem neuen Versuch auf ehrliche Weise Geld zu verdienen.

 Als sie 1884 vergeblich versuchte einen gemischtwaren Laden zum Laufen zu bringen, hatte sie endgültig genug. Der schnelle Niedergang des Ladens überzeugte Emilia ein für alle mal, daß sie auf geradem Wege niemals genug Geld verdienen würde. Sie wurde immer zynischer, was ihre Aussichten anging und sie vergaß nie, wie einfach es war, als Babyfarmerin viel Geld zu verdienen.

Ab 1884 nahm sie also wieder Babys bei sich auf. Sie war jedoch entschlossen, sich dieses Mal auf keinen Fall erwischen zu lassen. Emilia wusste aber, dass sie ihr Vorgehen ändern musste, um keinen Verdacht zu erregen. Als erstes richtete sie ihr Angebot auf eine andere Klientel aus und konzentrierte sich auf Frauen von höherem Stand.

Im Gegensatz zu den mittellosen Frauen, die sich von der finanziellen Verantwortung eines Kindes befreien wollten, hofften Emilias neue Klientinnen die Beweise einer außerehrlichen Affäre im Dunkeln zu halten. Und mit den reicheren Frauen kam auch höhere Gebühren für die Übernahme eines Kindes. verlangte 80 PF pro Baby und in fast allen Fällen bestand sie auf eine sofortige Adoption anstelle einer vorübergehenden Pflegeunterbringung.

Emilia veränderte auch ihre Mordmethoden und sie musste sich überlegen, wie sie die Leichen in Zukunft entsorgen wollte. Die öffentliche Einstellung gegenüber Kinsmord hatte sich in den letzten 5 Jahren geändert und damit auch die Gesetzgebung. Jede Form von Kinismishandlung konnte jetzt bei der Polizei gemeldet werden, was für die Pflegekräfte bedeutete, dass sie plötzlich mit ernstzunehmenden Konsequenzen rechnen mussten.

 Schon ein kränklich aussehendes Baby konnte ihn eine Anzeige wegen Vernachlässigung einhandeln. Emilia wusste, dass sie keine Aufmerksamkeit erregen durfte. Sie wußte aber auch, daß sie mehr Geld verdienen würde, je schneller ein Bettchen wieder frei wurde. Sie musste die Babys auf schnelle und unauffällige Weise töten und entsorgen.

Anstatt sie also langsam verhungern zu lassen oder sie zu vergiften, erwirkte sie kurz nach der Ankunft. Sie legte den Babys ein kurzes Stück Band um den Hals und zog es so lange zusammen, bis sie nicht mehr atmeten. Wenn ein Baby tot war, steckte Emilia die Leiche in einen Sack oder eine Kiste, die sie mit Steinen beschwerte und in die Temse warf.

Emilia gab später zu, es genossen zu haben, die Babys leiden zu sehen. Und nicht nur, dass sie zunehmend gefallen am Töten fand, sie stumpfte auch immer mehr ab. Dabei spielte wohl auch ihre Laudanumsucht eine Rolle, der sie sich ab 1884 wieder ungebremst hingab. In großen Dosen konnte Laudanum stark euphorisierend wirken.

 Diese Euphorie könnte Emilias Lust am Morden zusätzlich verstärkt haben. Bis Ende der 1880er Jahre zogen die Dias in Bristol von Wohnung zu Wohnung und in jedem Haus bot Emilia ihre Dienste als Pflegemutter an. Abgesehen von den vielen Umzügen hatte die Familie nicht viel auszustehen. Sie lebten gut und die nächsten sechs Jahre vergingen ohne Geldsorgen oder Probleme mit dem Gesetz.

Doch das sollte sich bald ändern. Als Babyfarmerin traf Emelia jedes Mal eine klare Vereinbarung mit ihren Kundinnen. Es sollte allen klar sein, dass sie ihr Baby nie wiedersehen würden. Aber trotz des gesellschaftlichen Drucks, der auf den Frauen aus der Oberschicht lastete, wollten sich nicht alle für immer von ihren uneherlichen Kindern trennen.

 Wenn Amilia es mit solchen Müttern zu tun bekam, speiste sie meistens mit Ausreden oder Lügen ab, warum sie ihre Kinder gerade nicht sehen konnten. Doch im Frühjahr 1890 begann eine bis heute anonyme Gouvernante aus Exter einen Briefwechsel mit Emilia, der das Leben der Dias für immer verändern sollte. Die Frau war jung und gebildet und sie war schwanger.

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