Wahre Verbrechen I Mord in der Winternacht I True Crime Dokumentation T
Wahre Verbrechen I Mord in der Winternacht I True Crime Dokumentation

dass man so so zielgerichtet und dann auch bisschen kaltblütig vorgeht, das ist schon außergewöhnlich. Ich möchte sagen, dass aus meiner Sicht die äh die Tötung so eine Art Übertötung war. Also es war Emotion drin. Es deutet alles darauf hin, dass die Kehle offensichtlich durchtrennt wurde. Sand, der so eine Tat begeht, also so schwerwiegende Tat, der der darf nicht weiter frei rumlaufen.
Ich bin jetzt schon lange in dem Geschäft, aber solche Tate gehen einem immer nahe. Beschäftig ein auch das nimmt man auch mit heim. 21. Juli 2022, Kalf, Badenwürtenberg. Gegen 17:40 Uhr meldet sich eine Frau bei der Polizei. Sie hat ihre Nachbarin leblos in einer Blutlache aufgefunden. Zunächst hatte ich nur mal die Information, dass eben eine ältere Dame tod gefunden worden ist und dass man von einem Tötungsdelikt ausgehen muss.
Bei ihre ältere Frau denkt man auch natürlich ja an Geld. Vielleicht hat sie irgendwas daheim, vielleicht war es eine Raubgichte oder irgendwas. Im Kurort Dobel 20 Autominuten entfernt, macht sich Ermittler Kockrich ein erstes Bild des Tatorts. Die 68-jährige Juta K liegt mit durchgeschnittener Kehle im Eingangsbereich ihrer Wohnung.
Es war erkennbar, dass er viel Blut verloren hat. Es war ein Messer erkennbar. Also es war ganz klar, dass er gewalttelikt verübt wurde. Der Tatort war recht begrenzt, aber doch konnte man deutlich sehen, dass es ein dynamischer Tatort war, weil Blutspritzer an der Wand waren, weil Möbel verrückt waren und weil auch im Wohnraum einzelne Blutspritze am Boden vorhanden waren.
Was ist in dem Einfamilienhaus passiert? Juta K ist alleinstehend, lebt zurückgezogen. Interessant war, dass sie eben nur mit dem Nachthemtemp begleitet war. Wo jetzt nicht ganz klar war, hat es möglicherweise auch ein sexuelle Hintergrund. Also da waren noch viele Unklarheiter. Die Spurensicherung kann erste Hinweise finden.
Es konnte Schuabdruckspure Fischgeschillt werden im Blut z.B. Und auch im Außbereich konnte ein umgedrückter Zaunfisch geschellt werden und an dem umgedrückte Zaun konnte auch ein ganz kleiner Schnipsel von einem Latexhchuh von einem schwarzen Fisch gestellt werden. Eine Sonderkommission wird aufgestellt. Ermittler Peter Nitch wird sie leiten.
34 Männer und Frauen ermitteln nun rund um die Uhr zum Tötungsdelikt an Juta K. Es wäre alle Kräfte zusammzogen. Es wird aus jedem Bereich ähm Spezialist zusammengezogen und die ganze Kriminalpolizei fokussiert sich auf den Fall. Den Ermittlungen kommt zugute, das Haus von Jutak ist mit fünf Kameras ausgestattet.
Rund um die Uhr werden Videos aufgezeichnet. Die Auswertung der Bilder hat jetzt oberste Priorität. Die Digitalforensiger haben das quasi vor Ort haben die das schon eingesehen in in das System und haben dann eben eine Aufnahmestelle, die fest vom vom Vorabend war das tatsächlich dann, als wir dort waren, ähm dass dort eben eine Person gekommen ist schon etwa 7 Minute später glaube ich wieder gegangen.
Wer ist dieser unbekannte Mann und was hatte er an dem Tag am Haus von Jotaka zu suchen? feststeht, sein Auftreten ist den Ermittlern suspekt und dass das unser mutmaßlich tatverdächtiger sein könnte, also auch von der Begleitung muss man natürlich sagen, die die Person getragen hat. Es war es war Sommer, es war ziemlich warm zu der Zeit und die Person war lang und relativ dick angezogen.
Sah auf der erste Blick natürlich eigartig aus. Der Fund der Aufnahmen bedeutet auch, fünf Kollegen müssen parallel tausende Stunden Videomaterial sichten, um mögliche weitere Hinweise zu entdecken. Mittlerweile liegen auch die Ergebnisse der Obduktion vor. Der Kehlenschnitt bei Yutaka war tödlich.
Ein sexueller Missbrauch kann allerdings ausgeschlossen werden. Hinzukommt, was man natürlich auf den ersten Blick nicht festgestellt hat, dass sie auch Spuren eines massiven Würgevorgangs hatte. Zudem noch an anderer Stelle am Körper diverse oberflächlichere Schnittverletzungen und dann ich meine waren es auch noch ein zwei Stichverletzungen, die jetzt per se nicht tödlich waren, aber die uns dann letztendlich doch noch mal gezeigt haben, dass da auch eine Art Kampf zumindest in kurzzeitiger stattgefunden hat.
Was ist am Abend des 20. Juli bei Juta K genau passiert? Die Ermittler sehen sich das Umfeld der 68-jährigen Witwe näher an. Wir hatten natürlich klar von innen nach außen haben wir gearbeitet, also haben erstmal die Familie des des Opfers befragt, was man aushören konnte, dass die Familienverhältnisse, ich sage jetzt mal, nicht ganz ideal waren, dass es da schon die ein oder anderen Querelen gab zu mehreren Seiten hin.
Ähm, was dann natürlich auch zunächst schon mal interessant war. Juta K ist Geschäftsführerin einer Firma, in der auch ihre Tochter und ihr Schwiegersohn arbeiten, deren Wunsch: sie soll die Leitung der Firma niederlegen. Da gab es Differenzer über die Art und Weise, wie die Übergabe stattfinden soll.
Soll es im Geschenk sein, geht sie einfach raus aus der Firma. Sie konnte nicht richtig loslassen, hat auch versucht die Geschicke der Firma weiterzulenken. Aber ist das Grund genug Jotak zu töten? Die Motivlage hat sich dahingehend zerschlagen, dass eben die Kamera Auswertung in Tatverdächtigen zeigt, der nicht deckungsgleich war wie der Familieangehörige.
Die Ermittler müssen einen neuen Ansatz für ihre Untersuchungen finden. Von der Nachbarin erhalten sie einen entscheidenden Anhaltspunkt. In der Vernehmung hat sie uns berichtet, dass der Zaun, den wir zum Zeitpunkt der Tatgedrückt festgestellt habe, ca. 4er Wochen zuvor auch schon mal umgedrückt war.
Und es war genau so ein Hinweis, der uns zunächst Kolfah hat. Die Soko Leute sehen sich jetzt die Aufzeichnungen der Videoüberwachung an, die vier Wochen vor der Tat entstanden sind. Dabei entdecken sie eine weitere wichtige Spur. Genau gleiche Gang. Das ist der gleiche. Ja, sieht auch der gleiche Meinung. Hat der Mann etwas mit der Tat zu tun? Um das herauszufinden, müssen die Ermittler seine Identität klären.
Peter Nietsch ordnet einen Zeugenaufruf an. Es melden sich zwei Bewohner. Unabhängig voneinander haben beide zur Tatzeit eine Person in unmittelbarer Nähe zum Tatort gesehen, die sie ähnlich beschreiben. Der Zeuge, der ist äm Auto von Dobelkmend Richtung äh Höfen runtergefahren, Ortsausgang und hat da beim Rausfahren hat er beobachtet, dass etwa 100, 200 m weiter will er ein Fahrzeug am Straßenrand bzw.
in so einer Einbuchtung am Wald äh gesehen habe, beobachtet habe. Ähm er will auch beobachtet haben, dass äh eine Person sich quasi von der anderen Seite so mehr oder weniger durch die Büsche hier reingeschlagen hat, also die Straße überquert hat und dann hier durchs Gestrüpp in Richtung diesem Parkplatz gegangen ist. Der Parkplatz liegt etwa 100 m vom Tatort entfernt.
Auf dem Weg zu einer Zeugenbefragung hält eine Beamtin kurz an dem Parkplatz an und sieht sich näher um. ist schon herausragend, wie die Kollegin die wirklich unauffällige Handschuhe hier in der Vegetation auffinden hat können. Ich habe sie auf den Bildern, die gemacht wurde, zunächst nicht gesehen und musste mir erst die Handschuhe zeigen lassen.
Von dem her ganz große Klasse von der Kollegin. An den Handschuhen kann außen Blut von Jotak und innen eine fremde DNA gesichert werden. Es war ja klar dann dadurch, dass man eben die Spure des Opfers dran hatte, plus eine unbekannte DNA, dass dieser Handschuh irgendwann entscheidend ist für unsere Ermittlungen und dass das eine Spur ist oder ein Beweis, der uns weiterhilft.
Die DNA wird an die Polizei Datenbank übermittelt, um festzustellen, ob der Täter bereits wegen früherer Vergehen registriert ist. Beim Durchforsten der Videodateien aus der Überwachungsanlage macht ein Praktikant eine wichtige Entdeckung. Der Praktikanten hat nach über einer Woche Auswertung 8, 10, 12 Stunden Videoschauer am Tag eine ähm Feststellung auf dem Video ähm gemacht und zwar konnte er dem Tatverdächtigen ein Fahrzeug zuordnen.
Das Auto, dem sich der Verdächtige nähert, ist so weit entfernt, dass man kein Kennzeichen erkennen kann, aber Marke und Modell. Es handelt sich um einen grauen Suzuki Ignis. Die Beamten forschen weiter nach und haben Glück. Es gab natürlich auch Videoaufnahmen der Firma, die erhoben waren und auf einem dieser Videos konnte ein solches Fahrzeug mit genau dieser Farbe fisch gestellt werden.
Nietsch und Kockrich stehen offenbar vor dem Durchbruch. Doch der Halter des Wagens ist nicht etwa wie erwartet ein Mann, sondern eine Frau. Es handelt sich um die Prokuristin der Firma Katharina A. Als nächstes klärt man natürlich die Frau A mal vollständig ab. Guckt auch mit wem lebt die zusammen, was ist so deren Umfeld.
Und da kam auch schnell drauf, dass dann eben der Herr Ohe bei ihr mit im Haus zumindest wohnt, offenbar ihr Lebensgefährte sein dürfte. Wir haben dann auch festgestellt, oh, das ist eine dunkelhäutige Person. Und plötzlich gibt das Ganze dann auch ein Bild mit einer Hinweise auch aus der aus der Bevölkerung, die kam. Bilder der Überwachungskamera werden mit Fotos von Katharina A Lebensgefährten verglichen.
Eine Ähnlichkeit lässt sich nicht von der Hand weisen. Das Ergebnis der DNA Untersuchung steht noch aus und die Ermittler haben keine konkreten Beweise, aber die gesammelten Indizien reichen für einen Haftbefehl gegen O. Die Festnahme von dem Tatverdächtige erfolgt dann um 4.08. morgens, also 4.8.22 22 ähm sind wir in die Wohnung rein, haben ihn festgenommen.
Ich war dann auch unmittelbar mit vor Ort. Gleichzeitig wird die gemeinsame Wohnung des Tatverdächtigen und von Katharina A durchsucht. Die Durchsuchung bei Frau A war aufschlussreich für uns, weil es konnte auf dem Rechner zum eine an Chatverkehr mit seiner Lebensgefährten festgestellt werden, aus welchem hervorging, dass er von ihr den Hinweis bekam, dass die Geschädigte zu Hause ist.
Sicher ist das beide gemeinsam das geplant und er das dann durchgeführt hat. Damit ist klar, auch gegen Katharina A muss Haftbefehl erlassen werden. Während ihrer Vernehmung schweigen die beiden. Doch als ihre Finanzen durchleuchtet werden, ergeben sich Hinweise auf ein Motiv. Wir haben zum einen festgestellt, dass äh die Frau A zusammen mit dem Herrn Ohr ähm Gelder aus der Firma vertreut hat.
Ein weiterer Teil vom Motiv war letztendlich auch, dass die Frau A sich durch das Aussteigen der Frau K aus der Firma da ein berufliches Fortkommen erhofft hat. Insofern war natürlich mit dem Ausscheiden aus der Firma egal wie auch noch mal ja finanzieller Anreiz verbundet. Also das Motiv an sich kann man schon in erster Linie im monetären Bereich sehen.
Einen handfesten Beweis liefert ein Abgleich mit der unbekannten DNA auf dem Handschuh. Es ist die DNA von O. Wenn man weiß, man ist jetzt richtig und man hat den richtige verhaftet, das ist das ist großartig. Am 27. April 2023 werden Katharina A. und ihr Lebensgefährte wegen gemeinschaftlichen Mordes zur lebenslange Haft verurteilt.
Wir haben es ja als als Mord vorgelegt. Die Staatsanwaltschaft hat als Mord angeklagt und wenn es dann letztendlich als Mord verurteilt wird, ist das, ich will jetzt nicht sagen genug tun, aber man ist dann einerseits zufrieden, dass man offensichtlich ordentlich gearbeitet hat. Ja, andererseits ist auch irgendwo beruhigend zu wissen, dass dass jemand, der so eine Tat begeht, also so schwerwiegende Tat, der der darf nicht weiter frei rumlaufen.
Ermittler Nietsch und Kockrich haben nicht nur den Mörder von Jutaka gefunden, sondern auch zur Verurteilung aller Tatbeteiligten beigetragen. Wenn er irgendwann, wie er zu mir gesagt hat, die Schnauze voll hatte, weil sie ihn nur ausnutzte, dann rast er ist er ausgerast. hat es einfach erschlagen. Erntschrott war wirklich ein einsamer Mensch.
Er suchte eben Freundschaften, aber niemand mochte ihn. Der war einfach zu heruntergekommen in der Bekleidung, im Aussehen. Ja. Hast du kontrolliert, ob sie noch atmet oder ob sie noch lebt? Nein. Ja. Was hast du getan? Ja, über die Brücke im Bach geschmissen und wenn wir den nicht aufgehalten hätten, der hät’s mit einer nächsten getan.
Er fühlte dann irgendwann ausgenutzt von diesen postuierten und schlug sie einfach. 23. Oktober 1995 Bozen in Südtirol. In der Nähe des Bahnhofs befindet sich damals der Straßenstrich. An diesem Abend verabschiedet sich die 32 Jahre alte Heidi Niederbacher von ihren Kolleginnen. Sie habe noch eine Verabredung mit einem Erich.
Ab diesem Zeitpunkt ist die Prostituierte spurlos verschwunden. Besorgt wenden sich zwei Kolleginnen an die Bereitschaftspolizei. Die diensthabende Leiterin der Einsatzzentrale hat ein ungutes Gefühl. Sie informiert den Kripochef von Bozen, Dr. Alexander Zelger. Ich muss vorwegschicken, dass Anzeigen bezüglich vermisste Personen ich nicht direkt bekomme.
Die werden von einer anderen Abteilung außerhalb der Kriminalpolizei bearbeitet. Aber diese Inspektorin zierlich in der Figur, aber hart im Wesen, zäh im Wesen, gab nicht auf und sagte zu mir: “Dottore, le è successo qualcosa? Ne sono sicura. Dokor Zelger, ich bin mir sicher, der ist was passiert.” Die Ermittlungen konzentrieren sich zunächst auf den letzten Freier von Heidi Niederbacher.
Doch die Kolleginnen hatten sich verhört. Eherich heißt in Wirklichkeit ernst. Ernst Schrott. Hat der 51-jährige Landarbeiter etwas mit Heidis Verschwinden zu tun? Wir haben Recherchen durchgeführt, so vom Weiten kurze Ermittlungen und die war eben in den letzten Tagen, letzten Wochen und Monaten bereits mit einem öfters unterwegs.
Ein komischer Typ, sehr komisch, der wohnt so in einer oder besser gesagt haust in einer Baracke äh äh an den Torn vom Bozen, also Richtung Brenner bei Azwang und wir vermuten stark, dass da was passiert ist. Die Ermittler wollen ernstschrott auf den Zahn fühlen. eine sehr sehr sehr äh bescheidene Person, kaum mit Schulerfahrung, ein Tageslöer eigentlich nur, der hin und wieder bei Bauern Arbeit suchtte und fand gerade noch so viel, dass er eben zum Essen zu trinken hatte.
Schrott lebt im Eisagtal in einem abgelegenen Holzstadel. In der Hütte gibt es weder Strom noch fließend Wasser. Die Ermittler treffen den Einzelgänger vor Ort an. Bereitwillig lässt Schrott sie ein. Was Sie dann sehen, verschlägt ihnen die Sprache. Wir konnten gar nicht glauben, dass ein Mensch das Erntsschrott hier leben konnte.
Das sah ja aus wie eine Müllhalde, eine Müldeponie. schrecklich. Essensreste überall Dreck Plastik und dann noch diese verschmutzte Matratze. Als die Ermittler Schrott auf die verschwundene Heidi Niederbacher ansprechen, gibt er bereitwillig Auskunft. Und Ernst Schrott gab sofort zu. Ja, er kennt die Heidi.
Das war seine Freundin, hat er gesagt. Er wollte sie eigentlich heiraten. Ach so, aber wüsste nicht, sie ist plötzlich verschwunden. Gaberan, er weiß auch nicht, wo sie ist. Unauffällig sehen sich die Ermittler in der vermüllten Hütte um. Sie entdecken ein zierliches Lederui. Während er diese Aussagen machte, merkte ein geschultes Auge, ein zweiter Beamter, wie im Müll eine ja so ein ein lag, hob sie und war überzeugt, dass er vielleicht da irgendwelche Spur zur Niederbacher Heide findet.
Aber nein, nicht zur Niederbar Heide, sondern merkte, da stand ein Zettelchen mit einem anderen Namen von ein Namen zwar Petra Lunardi. Über Funk erfahren die Ermittler auch Petra Lunardi wird vermisst. Die 29 Jahre alte Prostituierte ist seit Februar 1993 spurlos verschwunden, zwei Jahre vor Heidi Niederwacher.
Ich bat den zuständigen Staatsanwalt gleich um eine Hausdurchsuchen, denn ich erklärte ihm, das ist nicht nur komisch sonderbar, sondern ich glaube wirklich, der hat diesen zwei Damen was angetan. Sie sind zwar verschwunden, wir wissen nicht ist, sind sie tot, hat er sie irgendwo versteckt, denn da war sicherlich keine Zeit mehr zu verlieren.
Am Tag darauf stellen Beamte der italienischen Staatspolizei die Hütte von Ernst Schrott auf den Kopf. Und effektiv fanden wir dann weitere Gegenstände von der Niederbacher Heidi und sogar die alte kaputte Brille von der Lunar Petra auch ein Zeichen. Da ist was passiert, denn ohne ist es war eine dicke Brille, Seebrille.
Ohne dieses dicke Seebrille konnte Peter Lunardi nicht mal einen Schritt machen. Noch reicht die Beweislage nicht aus, um Ernstschrott festzunehmen. Kommissar Zelger bestellt ihn trotzdem auf die Questour. Er will ihn befragen. Zunächst als Zeugen. Da steht er vor mir, eine kleinere Person. Von der Struktur her sah wir sofort ein Arbeiter C wie eine alte Eiche, nicht gepflegt, wenn nicht müssen fast sagen ungepflegt und er sah aus ganz schichtern.
Zur gleichen Zeit läuft im Eisacktal eine groß angelegte Suche nach den Leichen der beiden Frauen an. Kommissar Zelger weiß, wenn die Beamten bis zum Abend nicht fündig werden, muss er Ernst Schrott wieder laufen lassen. Ich ließ ihn niedersitzen, begrüßte ihn, bedankte ich mich bei ihm, dass er Zeit hatte zu mir kommen und das soll bitte erzählen, was könnte mit diesen beiden Damen wohl passiert sein und ja, er entschuldete sich gleich und sagte, aber er hätte mit dem Verschwinden der zwei Damen nichts zu tun.
Und ich hatte diese Frage gar nicht mal gestellt. Die Vernehmung zieht sich über Stunden. Zelger und Schrott drehen sich im Kreis. Er betont, egal welche Frage ihm stellte, er sagt immer, er hat nichts zu tun mit dem Verschwinden. Und logischerweise, je öfters er das mir sagte, desto sicher war ich, dass er hingegen wohl hinter dem Verschwinden steht der zwei Damen.
Zelger weiß, dass die Suche nach den toten Frauen bei Einbruch der Dämmerung abgebrochen werden muss. Er wechselt jetzt seine Strategie. Ernst kann es sein, dass vielleicht die Heidi und die Peter mit dir nett waren, dass sie mit dir bär waren? Er schaut mich an auf den Boden runter wieder dann wieder hoch. Er wollte mir sagen, wie denn willst du mir helfen? Du sagst ja die Wahrheit.
Und der sagte, ja, der waren gemein mit mir. Der waren gemein mit mir. Sie haben allem versprochen, sie sei nett. Geh mit mir aus. Ja, sie wollen heiraten und sobald die gezahlt haben, seid sie weg gewesen. Zelger setzt jetzt alles auf eine Karte. Ernst schau mir in den Augen sag jetzt versuche ich es mal ganz diplomatisch.
Da hat mich hat den Kopf wieder hochgehoben, mir in den Augen geschaut, sag ernst, ich verspreche dir, dass du heute nicht ins Gefängnis kommst, wenn du mir sagst, wo wir sie finden können. Während ihm dies ich ihm dieses Versprechen machte, dachte ich mir, ja, spin ich, was sage ich da? Das kann wohl nicht sein, wenn der mal sagt, er hat’s umgebracht, ich muss ihn ja festnehmen, ne? Da dachte ich gleichzeitig, mir wird schon was einfallen.
Zellgaskalkül geht auf. Ernstschrott beginnt auszupacken. Der Einzelgänger besitzt einen Kleintransporter, eine Ape, eine Biene, wie das Gefährt in Italien genannt wird. In dem winzigen Fahrerhaus kommt es im Februar 1993 zum Streit mit Petra Lunadi. Ich habe das Geld gegeben und sobald ich hier das Geld gegeben habe, wollte es schon gleich abhauen und das war für mich zu viel.
Ich bin einfach nur so ausgefahren hat er mal erzählt und dann ist die Petra einfach ist sich vielleicht ist sie ohmächtig geworden. Ich weiß nicht. Die Brille ist eben auf dem Boden gefallen und sie ist es hat nicht mehr geantwortet. Ernst Schrott gesteht, dass er den leblosen Körper von Petra Lunardi zu einer Brücke geschleift hat.
Sie führt über den Tiesener Bach, der im Februar 1993 wegen anhaltender Regenfälle Hochwasser führt. Ja. Hast du kontrolliert, ob sie noch atmet oder ob sie noch lebt? Nein. Ja, was hast du getan? Wie ein Sackkartoffel über die Brücke und im Reisenden Bach geschmissen. Der Tiesener Bach mündet kurz darauf in den Fluss Eissack.
Zelger weiß, die Leiche wird nie wieder auftauchen. Ja, und die Heidi gedacht, jetzt muss man wenigstens sagen, was mit der Heidi passiert ist. Ja, mit der Heidi ist das gleiche passiert auch sie habe ich einer geschlagen. Ja, und hat gemeint, das war wohl zu fest und sie war gleich tot. Die Leiche von Heidi Niederbache will ernst Schrott im Flussbett des Finsterbachs bei Azzwang mit schweren Steinen abgedeckt haben.
Kommissar Zelger lässt Ernst Schrott zum Finsterbach bringen. Tatsächlich gelingt es, die Leiche der Frau zu bergen. Doch Kommissar Zelger ist noch nicht am Ziel. Ich hatte nicht vergessen, dass er ein Verbrecher war, aber ich hatte auch nicht mein Versprechen nicht einhalten wollen. Das gibt’s bei mir nicht. Nachdem Ernst Schrott in die Questour zurückgekehrt ist, greift der Kommissar zu einer Liste.
Dann ist man was eingefallen. Sag, er hab gedacht, jetzt musst du Theater spielen. Als Kripposchef musst du aber Theater spielen. Schauen mal, ob der Ernst das versteht. Ernst? Wie geht es dir? Der Angst war logisch in sich eingefallen. Ich habe nicht mal verstanden, was es ernst, wie geht es dir? Nicht gut, also nicht gut.
Und dann habe ich gemerkt, Moment, der versteht er versteht mich. Er weiß, dass ich ihm helfen will, nicht ins Gefängnis zu kommen heute. Ernst ist er vielleicht wirklich schwinglig. Wird der schlecht? Drand dir der Kopf dran dir der Kopf muss vielleicht umfallen jetzt und schon Lage auf dem Boden bewusstlos.
So, das war der Grund. Also jetzt kann ich ihn zwar festnehmen, aber kommen nicht ins Gefängnis, sondern ins Krankenhaus. Ernstschrott wird 1996 im Fall Heidi Niederbacher wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von zöfeinhalb Jahren verurteilt. Im Fall von Petra Lunardi reicht es ohne Leiche nicht zu einer Verurteilung.
Obwohl Alexander Zelger und seine Leute alles gegeben haben, blieb ihr Tod ungesühnt. Ernst Schrott ist mittlerweile nicht mehr am Leben. Wir hatten in diesem Fall großes Glück, dass die Nicola ein Tagebuch geführt hat und in dem Tagebuch hat sie beschrieben, dass sie am 1. August 1984 einen US-Amerikaner kennengelernt hat, mit dem sie auch am nächsten Tag essen gehen wollte. Das stand wohl alles da drin.
Spaziergänger haben dann im Taunus ähm eine weibliche Leiche aufgefunden und man konnte relativ schnell feststellen, dass es sich dabei um Nicola S handelt. Im Kofferraum des Fahrzeugs hat man eine Decke gefunden. Das war eine sehr auffällige Decke mit einem Pferdekopfmotiv und diese Decke spielte später eine ganz entscheidende Rolle in diesem Verfahren.
Man hat natürlich 1984 nur nach offensichtlichen serologischen Spuren gesucht, weil man im mikroskopischen Bereich ja gar nicht untersuchen konnte. Da waren die Untersuchungsmöglichkeiten gar nicht vorhanden. Die DNA-Analyse ist mittlerweile so individuell, dass wir im Prinzip jeden, der jemals an irgendeinem Tatort war, identifizieren.
Ich glaube, die Täter können sich noch so anstrengen. Wir haben finden irgendwann finden wir immer Spuren und wir müssen nur die geeigneten Methoden dazu für entwickeln. Am 3. August 1984 finden Spaziergänger in einem Waldstück in Badomburg die Leiche der damals 18-jährigen Nikola S. Das Mädchen wurde brutal vergewaltigt und erwirkt.
Ganz in der Nähe des Tatorts können Reifenspuren gesichert werden, die vermutlich vom Fahrzeug des Täters stammen. Der Fall kann damals nicht gelöst werden und landet als sogenannter Cold Case in den Regalen der Mordkommission. 18 Jahre später wird er von Harald Schneider wieder aufgerollt. Der DNA-Exerte gilt auf seinem Gebiet als Chorifäe, denn er kann Spuren an Tatorten sichtbar machen, an die zuvor niemand gedacht hat.
Schneider und sein Team suchen in den alten Akten nach Spuren, die mit Hilfe moderner Technik möglicherweise neue Ermittlungsansätze liefern. Ich muss gucken, was für Spurenträger sind noch vorhanden, welche sind schon verbraucht, welche sind schon untersucht worden? Von wem sind die untersucht worden? Das sind ganz viele Fragen, die wir uns immer wieder neu stellen.
Ich habe da mittlerweile so eine Art Checkliste für erstellt. Diese Checkliste erlaubt mir, dass ich bestimmte Parameter abprüfen kann und kann dann diesem Fall eine gewisse Priorität geben. Damals finden die Ermittler Faserspuren und Spermer an der Hose des Opfers. Ein erster Ansatz für die Ermittler im LKA. Zunächst rekonstruiert aber das Team um Harald Schneider, was sich damals am Tattag abgespielt hat.
Die Leiche wurde in einem Waldstück entdeckt. Nur wenige Meter entfernt sichern die Polizisten eine Reifenspur. Sie stammt vermutlich vom Auto des Täters. Offenbar ist der Unbekannte mit seinem Wagen bis hierher gefahren, hat die Leiche entsorgt, den Wagen gewendet und ist geflüchtet. Nicola S.
lebte damals in Badkreuznach, machte ein Praktikum in einer Diakoniestation. In der Wohnung der 18-jährigen findet die Polizei später das Tagebuch der jungen Frau mit einem interessanten Hinweis. Soweit ich mich erinnern kann, stand in dem Tagebuch ähm, dass sie nach ihrem Arbeitsbeginn am 1. August 1984 abends in der Stadt äh einen jungen US-Amerikaner kennengelernt hat, mit dem sich sehr sehr gut verstanden hat und sich für den nächsten Abend schon, sie hab hat sie ihn wohl in der Disco getroffen, für den nächsten Abend schon zum Abendessen verabredet hat. Und das
war wohl auch ein ganz entscheidender Hinweis für die Polizei, wie man dann relativ zeiten auf den Tatverdächtigen gekommen ist. Bei dem Amerikaner handelt es sich um den ehemaligen Soldaten Robert B. Die Polizei wollte mit dem 22-jährigen damals auch reden, aber der Mann ist abgetaucht.
Von Frankfurt aus war er zurück in seine Heimat in die USA geflogen. Und die Polizei hat natürlich dann ähm erhebliche äh ja Ermittlungsanstrengung unternommen und äh hat dann erstmal erfahren, dass er sich wohl einen Leihwagen geliehen hat, den er nicht zurückgegeben hat, den er in betrügerlicher Absicht wohl auch versucht hat zu verkaufen und na ja und dieser Leihwagen wurde dann nach intensiver Suche irgendwann mal ich glaube eine Woche später am Frankfurter Flughafen in der Tiefgarage gefunden.
Im Mietwagen von Robert B entdecken die Beamten eine Decke mit einem Pferdemotiv. Die Fasern dieser Decke werden im Labor mit den Fasern abgeglichen, die auf der Haut von Nikolas Leiche entdeckt worden waren. Damals hat man dann schon sehr schnell auf der Leiche bind an den Bekleidungsstücken der Leiche, die halt kriminal untersucht worden ist, sehr individual spezifische Faserspuren gefunden und diese konnten eindeutig dieser Decke zugeordnet werden und umgedreht konnte man an der Decke wieder Faserspuren finden, die man wieder dem
Opfer zugeordnet hat. Also man hatte schon sehr schnell kriminaltechnische Untersuchungsergebnisse, die darauf hindeuteten, dass dieses Fahrzeug, was von den Beschuldigten gemietet worden ist, dass das eine ganz entscheidende Rolle in diesem Verfahren annimmt. Auch die Reifenspuren, die am Tatort gefunden wurden, könnten zum Mietwagen von Robert B. passen.
Nicola hat also möglicherweise kurz vor ihrem Tod im Wagen des ehemaligen Soldaten gesessen. Die Staatsanwaltschaft beantragt einen internationalen Haftbefehl. In den USA ist Robert Bay kein Unbekannter. Er saß bereits mehrfach wegen anderer Delikte im Gefängnis. Schließlich wird er in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland festgenommen.
Kurz darauf muss der Mann eine Speichelprobe abgeben. Man hat damals eine größere Spermaspur an der Hose des Opfers nachgewiesen. Konnte an dieser Spermaspur DNA Untersuchung gab’s ja noch nicht. die klassischen zerologischen Untersuchungsmethoden. Man man hat versucht eine Blutgruppe zu bestimmen, man hat versucht bestimmte Enzym Markersysteme zu bestimmen, deren Aussagekraft natürlich begrenzt war, aber ähm diese Untersuchung sind dann auch durchgeführt worden und der Beschuldigte konnte durch ein anderes Institut zweifelsfrei als Verursacher
der Spermerspur ausgeschlossen werden. Und das hat dann dazu geführt, dass die Ermittlung dann gegen diesen Beschuldigten eingestellt worden sind und das dieser Fall als sogenannter Cold Case dann in die Regale der Staatsanwaltschaften gewandert ist. Schneider weiß aber, daß die damaligen Untersuchungsmethoden fehleranfällig waren.
Jedes dritte Ergebnis, das weiß man heute, war falsch. Wurde Robert B. 1984 also zu Unrecht entlastet? Eine erneute Untersuchung ist zunächst nicht möglich. Das Sperma, das damals an der Opferbekleidung gefunden wurde, ist verbraucht, aber davon lässt sich Schneider nicht entmutigen. Unsere Arbeitshypothese war und das war in vielen Fällen hat das ja funktioniert, dass wir sagen, wenn wir mit den neuen Kriminaltechniken Untersuchungsmöglichkeiten an diese Kleidungsstücke gehen, dann sollte es doch möglich sein, dass man vielleicht noch weitere Spuren findet, die noch gar
nicht damals detektiert worden sind, weil man hat natürlich 1984 nur nach offensichtlichen serologischen Spuren gesucht, weil man im mikroskopischen Bereich ja gar nicht untersuchen konnte. Da waren die Untersuchungsmöglichkeiten gar nicht vorhanden und äh die sind zwischenzeitlich über die DNA Analytik vorhanden und deshalb haben wir dann ganz gezielt die Kleidungsstücke des Opfers noch mal intensiv nach serologischen Spuren abgesucht und sind auch findig geworden.
Wir haben an der Hose zwei Stellen, die wir eindeutig als Sperma charakterisieren konnten und konnten dann auch ein eindeutiges DNA bestimmen. Doch zu wem gehört das Sperma, das Schneider an der Hose von Nicola findet? Schon damals musste Robert B. Speichelprobe abgeben, doch aufgrund damals verfügbarer Methoden wurde er entlastet, diese erste Speichelprobe vernichtet. Ein Fehler.
Schneider steht jetzt vor einer Herausforderung, denn noch reichen die Indizien nicht, um Robert B. jetzt 18 Jahre später erneut zur Speichelabgabe aufzufordern. Ich habe mir dann Gedanken gemacht, wie kommt man denn vielleicht an anderes Vergleichsmaterial? Und dabei ist in der Akte aufgefallen, dass der ähm Beschuldigte eine leibliche Tochter hatte, die noch in Deutschland lebt.
Und von dieser leiblichen Tochter und der biologischen Mutter habe ich mir Vergleichsmaterial kommen lassen und habe dann im Prinzip in einer umgekehrten Vaterschaftsanalyse die DNA Merkmale des biologischen Vaters rekonstruiert aus der aus den Vergleichsproben der Tochter und der biologischen Mutter.
Ja, 50% der Erbinformation stammt vom Vater, 50% der Mutter. Wenn ich die Mutter kenne, kenne das Kind, kann ich den Vater praktisch rauslesen aus meiner Spur oder aus meinem DNA Muster. Und das habe ich auch gemacht. Und ähm wie durch ein Wunder kam natürlich ein Ergebnis raus, was wir schon alle erwartet haben, dass in allen untersuchten Merkmalssystemen der Robert als Beschuldigter nicht auszuschließen war.
Das Sperme am Tatort stammt also eindeutig von Robert B. Die Ermittlungen werden wieder aufgenommen. B soll ausgeliefert werden. Doch die Anwälte in den USA haben Zweifel. Was wenn das Sperma, das an der Hose von Nikola gefunden wurde, schon lange vor dem Mord mit dem Opfer in Verbindung kam? Immerhin hatten Robert und Nicola schon in den Tagen vor dem Mord Kontakt miteinander.
Aufschluss darüber könnten Schamhaarproben von Nikola geben, die damals genommen wurden. Die Experten legen sie unters Mikroskop und entdecken einige verklebte Haare. Verklebt mit dem Spermer von Robert B. Unsere Überlegung war ging dahingehend. Wir haben natürlich Informationen über die Persönlichkeit von dem Opfer und die Persönlichkeit des Opfers wurde so beschrieben, dass das ein sehr sauberes Mädchen war, sehr schüchternes Mädchen, überhaupt nicht dran interessiert, also relativ zeitnah sexuelle Kontakte mit irgendjemand aufzunehmen, sondern sie
hat wurde so beschrieben, dass sie sich das eigentlich wünscht, dass sie erstmal mehrere Jahre mit jemand zusammen ist und sich dann eigentlich erst vorstellen kann, mit dem dann zusammen auch ähm sexuell zu verkehren. Und das wurde von mehreren Zeuginnen und Zeugen wohl auch übereinstimmt beschrieben, so dass wir da eigentlich von ausgehen konnten, dass wenn sie freiwillig einen Geschlechtsverkehr gehabt hätte mit unseren Beschuldigten, dass sie dann natürlich auch sich normal bei, ich sag mal bei Lebensnah
Betrachtung hätte man sich hinter geduscht, hätte sich gewaschen, hätte sich wieder schick gemacht oder wäre dann auch zumindest sich nicht umgewaschen am nächsten Tag zur Arbeit gegangen. Wenn man also diese Überlegung mit einbezieht, dann gibt es eigentlich keinen Zweifel, dass diese Spur Zeit zur Tat angetragen ist, weil das alles andere wäre mit der Persönlichkeit des Mädchens überhaupt nicht erklärbar.
Das Sperme an der Leiche und die Faserspuren von der Decke aus Robert B. Wagen, zwei eindeutige Indizien. Und auch die Reifenspuren, die damals am Tatort gesichert wurden, deuten auf ihn als Täter hin. Sie passen zum Mietwagen, den der Mann zur Tatzeit fuhr. Dank der akribischen und hartnäckigen Ermittlungsarbeit des Teams um Harald Schneider konnte ein weiterer Cold Case aufgeklärt werden.
Robert B wird in Deutschland der Prozess gemacht. Der Soldat wird vom Landgericht Frankfurt wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Es ist so, dass zwar viele Menschen vermisst werden oder vermisst gemeldet werden, allerdings ist es völlig atypisch, dass jemand, der sehr zuverlässig ist, quasi ein geregeltes Leben nachgeht, regelmäßig zur Arbeit geht, dass eine Person, die diese Persönlichkeitseigenschaften hat, dass die auf einmal wie vom Erdboden verschwunden ist.
Man macht sich viele Gedanken, also man überlegt sich, wo könnte man noch einen Leichnam hinbringen? Und alle Überlegungen, die wir hatten bis dato, die sind im Sande verlaufen. Das nahliegendste, wenn nichts in der häuslichen Umgebung ist, wenn wenn nichts irgendwie ja zu finden ist, ä sei es in Koffern, sei es im Garten oder so, dass man dann versucht haben könnte, den Leichnam über den Hausmüll zu entsorgen.
Also uns wurd direkt schon mitgeteilt, sehr frühzeitig, dass der Müll aus diesem Müllpresscontainer bereits verbrannt war. Die Müllverbrennungsanlage Wicker in der Nähe von Frankfurt am Main. Hier sind keine normalen Mitarbeiter am Werk, sondern Ermittler der Mordkommission. Sie versuchen den Schutt und Asche Überreste einer Leiche zu finden.
Die 43-jährige Irina Uktober 2019 zum letzten Mal gesehen. Die Polizei geht davon aus, dass sie getötet wurde. Die Ermittlungen leitet Florian Frank. Er ist seit 17 Jahren bei der Mordkommission. Zur Seite steht ihm sein Stellvertreter Timo Bürstell. Der Fall beginnt mit einer vermissten Anzeige. Montagmgens hat uns die vermissten Stelle schon mal berichtet, dass ein Eingang zu verzeichnen war.
und dass es da verschiedene ähm ja Unstimmigkeiten gab. Also die Eckdaten, weil das eine vermissen Meldung eingegangen ist von dem Herrn U, die sei an um 2:30 Uhr auf dem 16. Polizeirevier erfolgt telefonisch und der Herr U hatte zu dieser Zeit angegeben, dass seine Frau nicht nach Hause gekommen sei. Es habe Eheprleme gegeben und es hätten persönliche Gegenstände wie beispielsweise die Zahnbürste gefehlt.
Das war quasi die Erstmitteilung bei der Polizei und es gab noch eine zweite vermissten Anzeige. Diesmal vom Arbeitgeber seiner Mitarbeiterin der Vorgesetzten von der Frau U, die einen Tag später am Freitag war das gewesen mitgeteilt hatte, dass die Frau U nicht auf der Arbeit erschienen sei, was völlig unhypisch sei.
Irina und Stefan U sind seit 5 Jahren verheiratet. Die beiden wünschen sich ein gemeinsames Kind. Doch bislang sind schon vier künstliche Befruchtungen gescheitert. Als die zuverlässige Irina am 23. Oktober 2019 offenbar nicht von der Arbeit nach Hause kommt, kann sich das niemand erklären. Und so war halt ein erster Schritt, dass wir erstmal an den Herr U herangetreten sind und von ihm einfach wissen wollten, wo müssen wir denn suchen? Wo könnte sich Frau U jetzt aufhalten? Die Ermittler entschließen sich also den
Ehemann der vermissten Zuhause in Frankfurt Niet aufzusuchen. Ja, dieser Versuch war relativ schnell vorbei. Also, wir hatten geklingelt und es wurden nicht aufgemacht und dann hatten wir versucht den Herr U telefonisch zu erreichen, was am Anfang auch nicht geklückt ist. Es hat Moment gedauert und dann hatten wir ihn am Telefon und er sagte uns, er sei momentan in Offenwach, wäre verhindert und könnte nicht kommen.
Und das ist so ein Moment. Da kommen wir schon so das erste Mal ins Krübeln. Wie intensiv ist denn hier eine Suche? Also, es wird nachts bei der Polizei angerufen. Jetzt geht die Polizei aktiv auf den Hinweisgeber zu und er entschuldigt sich und sagt, ich kann jetzt gerade nicht zu ihnen kommen. Es ist schon ungewöhnlich.
Also, wenn ähm selbst wenn es Probleme gibt, familiäre Art und sowas ist es ja schon eigentlich ähm typischerweise so, dass die die Leute hinterfragen, dass sie bemüht sind mitzuhelfen. Florian Frank und Timo Bstell schauen sich Stefan U nun genauer an. Der Gebäudemanager ist kein unbeschriebenes Blatt.
Er ist mehrfach vorbestraft wegen Betrugsdelikten. Sie laden den Mann ins Präsidium. Also, wir hatten uns dann im Rahmen der Vernehmung auch in mal gebeten, das Handy zeigen zu lassen, dass wir die Zeiten aufschreiben können, wer wann angerufen wurde und da ist uns nicht nur aufgefallen, dass als allererstes die Polizei angerufen wurde, sondern auch noch äh Kontaktdaten, die hinterlegt waren mit Baby und Herzchen.
Wer ist Baby? Stefan U Geliebte. Die Ermittlungsgruppe bespricht weitere Maßnahmen und kommt zu dem Schluss, Stefan Uberwachen zu lassen. Im Rahmen dieser äh weiteren Ermittlung und Maßnahmen gab es dann für mich einen ganz einschneidenden Punkt. Das war am 2. November ungefähr drei Tage danach ähm ähm wo wir feststellen konnten, dass der ähm Beschuldigte eine Beziehung mit einer neuen ähm also mit einer neuen Dame hatte, mit einer neuen mit einer Frau, die zwei kleine Kinder hatte und wir haben mitbekommen, dass diese Dame
mit den zwei kleinen Kind in dieser ehlichen Wohnung übernachtet. Die Beziehung zu dieser Frau scheint mehr zu sein als nur eine Affäre. Die wichtigste Frage ist nun aber, was ist mit Irina passiert? Wo ist sie? Wir hatten zum einen Öffentlichkeitsverhandlung gestartet, dann hatten wir ein Suchflug beim Hubschrauber gemacht.
Dazu sind wir einmal den Niedwald abgeflogen. Das ist so ein kleiner Stadtwald, kann man sagen, hier in Frankfurt und wir sind Teile der Nidder abgeflogen. Im folgenden hatten wir dann auch Taucher eingesetzt in diesem Bereich der Altarme und Bote. Auch Leichenspürhunde werden eingesetzt ohne Erfolg.
Noch reichen die Indizien nicht, um ganz sicher zu sein, dass Stefan U seine Frau getötet hat. Dennoch kann die Staatsanwaltschaft überzeugt werden, einen Durchsuchungsbeschluss und einen vorläufigen Haftbefehl auszustellen. Dieser Moment, als man ihm quasi den Tatvorwurf gemacht hat, war ist eine komische Situation, muss ich sagen.
Also, es wirkte sehr aufgesetzt. Also der U sagte, ui, hat sich hingesetzt, hat zwei, dreimal tief durchgeatmet und danach war aber wieder völlig normales Verhalten. Bei der anschließenden Durchsuchung der Wohnung finden die Ermittler keinen Hinweis auf Irina oder ihren Verbleib. Allerdings ist ihr Handy da, ihr Reisepass und ihre Zahnbürste.
Damit konfrontiert gibt ihr Mann in der Vernehmung folgende Version des letzten gemeinsamen Abends ab. Und zwar sagte er uns, dass er am Abend nach Hause gekommen sei und dort hätte es ein Streit gegeben. Er sagte, er hätte seiner Frau mitgeteilt, dass er eine Geliebte habe und er habe ja auch gesagt, dass die Geliebte schwanger sei.
Er hat dann weiter gesagt, dass es ein lautstarker Streit gewesen wäre. Sie hätte ihn mehrfach du Schwein genannt. Er hätte zu ihr gesagt: “Halt’s Maul! Und dann wä er aus der Wohnung gegangen, um Luft zu schnappen. Das wäre gegen 22 Uhr gewesen. Er wäre dann erstmal in den Niedwald gelaufen, hätte dort zwei, drei Bier getrunken, sei dann zurück in der Nacht und da sei seine Frau weg gewesen.
Für die erfahrenen Ermittler wird immer deutlicher, dass hier etwas nicht stimmt. Als Florian Frank dann eines Morgens ins Büro kommt, bringen ihn die Müllcontainer auf dem Polizeigelände auf eine Idee. Es handelt sich hier bei um Müllpresscontainer und als ich morgens zur Arbeit kam, habe ich festgestellt, dass hier gerade die Abholung stattgefunden hat und habe mir gedacht, na ja, es wäre immer interessant nachzuvollziehen, ob der Beschuldigte auch die Möglichkeit hatte an seiner Arbeitsstelle da eventuell den Leichen
an seiner Ehefrau zu sagen. Der Gedanke lässt Florian Frank nicht los und so kontaktiert er umgehend Arbeitgeber von Stefan U und habe am Morgen noch dann morgens noch die eine E-Mail gesteuert, eine Anfrage, ob es so ist, ob es solche Müllcontainer dort gibt und wer für die äh Entsorgung zuständig ist.
Und ähm es kam relativ kurz danach dann die Meldung, ja, es gibt diese Container und am 24.10. Einigen Stunden nach der Meldung, dass seine seine Ehefrau vermisst sei, hat ähm der Herr eine Abholung von diesem Container beauftragt. Und das war für uns dann wieder so eine Sache, wo wir sagen, oh, und das ist ja interessant, hier müssen wir ansetzen.
Ist es möglich, dass Stefan seine Frau getötet und wie Abfall im Müll entsorgt hat? Die Ermittler finden heraus, dass der Containerinhalt bereits verbrannt wurde. Verbrannte Knochen sind ein Forschungsschwerpunkt von Professor Ferhof vom rechtsmedizinischen Institut der Universität Frankfurt. Eine Müllverbrennung kann nie vollständig sein.
Und insbesondere bezogen auf einen menschlichen Körper muss man sich einfach vorstellen äh oder einfach mal ins Krematorium schauen, wo Körper verbrannt werden, wo dann eben wirklich nur noch Asche übrig bleibt und dort haben wir Zeiten von bis zu einer Stunde und Temperaturen um die 900°. Und wenn jetzt ein menschlicher Körper zusammen mit Müll in eine Müllverbrennungsanlage kommt, dann ist die Energie, die dieser Körper abkriegt, niemals in diesen Bereichen, die wir irgendwo in dem Krematorium erreichen würden, sodass also immer irgendetwas übrig bleibt.
Müldeponie Flursheim Wicker bei Frankfurt. Hier wird die sogenannte Schlacke aus der Müllverbrennungsanlage zwischengelagert. Aber wie sollen die Ermittler in einem Berg aus 22 000 Tonnen Schlacke Überreste einer Leiche finden? So ein Stück weit muss man alle Sinne beim Beurteilen einsetzen. Das heißt einmal vom Gewicht her.
Klar visuell guckt man drauf vom Gewicht und was auch immer ein ganz guter Test war, war der Klang. Das heißt, wenn man das hier anklegt, das ist ein sehr heller Ton im Vergleich dazu jetzt Knochenmaterial. Einmal fühlt es sich viel viel leichter an im Verhältnis zu beispielsweise so ein Aluminium eingeschmolzen Aluminiumbestandteil noch der Klang im direkten Vergleich das und bei gleicher Kraft ist es dann doch ein deutlicher Unterschied so, dass man das hier beispielsweise schnell dann aussortieren konnte und das ist dann
mitgenommen worden. In der Folge werden die Kollegen wochenlang am Förderband stehen und Dinge aussortieren, die sie auffällig finden und zum Körper eines Menschen gehören könnten. Sie finden tatsächlich drei menschliche Knochenfragmente. Also, wir hatten einmal ein Stück vom Oberschenkelknochen und dann eben später äh dazu auch ein Teil des Beckens, wo also das Hüftgelenk praktisch genau hineinepasst hat.
Und dann hatten wir noch, das war eigentlich am schwersten zu erkennen, weil das sehr flach war, ein Stück von der Schädelbasis und da hatte eigentlich niemand ernsthaft gedacht, dass sei Knochen, die haben s aber trotzdem mal eingepackt. Ja, undag nee, ganz klar, gehört zum Schädel. Ja. Und das waren also die drei Knöchernanteile, die wir hatten.
Gelingt es Professor Ferhof aus den Knochenfragmenten, eine DNA zu extrahieren? Das haben wir untersucht und haben auch sehr schnell ein DNA Profil herausbekommen und das war auch das Profil von dem Opfer. Stefan U hat seine Frau offenbar in der Tat im Müll entsorgt. Ich hab dann diesen diese Mitteilung bekommen, dass es getroffen hat auf die DNA und ähm dann war halt die Frage ichich dann erstmal die Erleichterung, dass ich dass ich sich gelohnt hat.
Das muss man das kann man nicht verheen. Es ist aber auch so eine gewisse freut man sich freut man sich, dass den Tod eine an der Frau nachgewiesen ist. Freut man sich, dass jetzt vielleicht die Eltern diese Gewissheit haben? Ja, nein, das weiß ich noch. Also, man muss sich da schon genau, also hinterfragen überlegen.
Also ich, es waren sicherlich gemischte Gefühle. Die Ermittler werten jetzt auch mehr als 20.000 Nachrichten aus, die Stefan Uhr an seine Geliebte verschickt hatte. Also, das ist eine Nachricht, die hat er am Morgen nach der Tat an seine Freundin geschickt und in dieser Nachricht gibt er an, dass seine Frau jetzt fängt es an mit Kom und bricht den Satz dann ab und sagt, dass seine Frau jetzt nicht mehr wiederkommen könne.
Und er spricht davon, dass es eine gute Nachtze 2019 5:25. Ich habe eine gute Nachricht für dich und zwar oder für uns. Ich glaube, dass meine Frau schon komplett jetzt weg ist. Als ich nämlich eben das Haus verlassen habe, haben nämlich ihre Wohnungstürschlüssel schon bei mir im Briefkasten gelegen. Also, sie wird nicht mehr unangekündigt vorbeikommen können.
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