Schwedischer Kannibale | Der Fall Helle Christensen T
Schwedischer Kannibale | Der Fall Helle Christensen

Es ist der Abend des 12. November 2010. Ein junger Mann sitzt abends vor seinem Computer. Hinter ihm liegen ein paar schöne Tage. Gemeinsam mit einem seiner Brüder hat er seine Mutter besucht. Eigentlich ist der Kontakt zwischen ihnen nicht so gut, aber zum Abschied haben sie sich fest versprochen, sich bald öfter zu sehen und ein besseres Verhältnis zueinander aufzupauchen.
Nun, einige Tage später scrollt der 19-Jährige durch die Nachrichten des vergangenen Tages und liest, was in der Welt so los ist. Auf einmal bleibt sein Blick an einer frischen Meldung hängen. An einem Ort, den er gut kennt, hat sich ein Mord ereignet. Er klickt auf den Artikel. Dabei sind auch einige Fotos aufgenommen vor dem Haus, in dem sich die Tat wohl ereignet hat.
Und er erkennt dieses Haus sofort. Direkt nimmt er sein Handy in die Hand und ruft bei der Polizei an. Er erzählt, dass er gerade diesen Artikel gefunden hätte zu einem Mord in Scara. Er erzählt, dass er sich große Sorgen um seine Mutter machen würde. Er habe sie gerade erst vor ein paar Tagen in genau diesem Haus besucht, aber das, was die Polizei daraufhin ihm erzählen muss, geht über jede schlimme Vorstellung hinaus.
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Das jüngste ist 2010 gerade fünf. Ihr ältestes Kind ist 19 Jahre alt. Allerdings hat Helle zu ihnen mittlerweile kein sonderlich enges Verhältnis mehr. Alle fünf Kinder leben bei ihren jeweiligen Vätern. Helle selbst hat es nicht einfach. Sie ist seit längerem krank geschrieben und damit arbeitsunfähig.
Zuvor hatte sie in einem Pflegeheim im Schwedischen Boras gearbeitet. Allerdings muss sie sich 2009 selbst in Boras wegen psychischer Probleme behandeln lassen. Das ist sowohl für sie als auch für ihre Kinder eine belastende Situation. Ruhe findet Helle, wenn sie malen oder zeichnen kann und sie liebt Hunde, auch wenn das Geld in ihrer aktuellen Situation natürlich nicht für einen eigenen reicht.
Auch ihr anderer Traum, vielleicht ein Tatso oder Piercingstudio zu öffnen, ist damals leider eher in weiter Ferne. Ihre Kinder besuchen sie ab und an, aber etwas engeren Kontakt hat Helle zu ihrer Schwester Britt. Dieser versucht zwar Helle dabei zu helfen, ihr Leben den Griff zu bekommen, scheitert aber regelmäßig daran.
Alles was sie tun kann ist für Helle da zu sein und immer ein offenes Ohr zu haben, wenn ihre Schwester mal wieder kümmert. Oder natürlich wenn auch mal etwas Schönes passiert. Und so ist es auch kein Wunder, dass Helle ihrer Schwester eines Tages den Mann vorstellt, in den sie sich verliebt hat. Isa Kinianso. Er ist 8 Jahre jünger als Helle und selbstvater einer Tochter, die ihn an den Wochenenden oft besuchen konnt.
Nachdem Helle und Isakin ihre Beziehung offiziell machen, gibt es einmal ein großes Treffen mit der ganzen Familie. Auf Brit macht Isakin dabei allerdings keinen sonderlich guten Eindruck. Irgendwie wirkt er einschüchternd und Brit hat sofort das Gefühl, dass er kein guter Mensch ist. Aber immerhin kann er gut mit den Kindern umgehen, sowohl mit seiner eigenen Tochter als auch mit Helles Kindern.
Trotzdem verfestigt sich Britz erster Eindruck später. Sie muss Helle mehrmals abholen, wenn Isakin mal wieder ausgerastet ist. Auch wenn nicht ganz klar ist, was bei diesen Ausrastern passiert, macht Britt dem Partner ihrer Schwester eine Ansage. Wenn er sich helle gegenüber nicht zusammenreißt, würde er es mit ihr zu tun bekommen.
Sie hofft, dass sich der neue Freund ihrer Schwester diese Warnung zu Herzen nimmt. Schon bald zieht Helle zu Isakin in die Stadt Scara, wo die beiden eine Wohnung in einem mehr Familienhaus beziehen. In den Herbstferien 2010 kommen zwei von Helles Söhnen, die 40-Jährige und ihren neuen Freund besuchen.
Es ist das erste Mal seit längerem, dass sie Helle wiedersehen. Der Besuch verläuft gut. Die 40-jährige macht auf ihre Söhne den Eindruck, als gehe es ihr gut. So gut, dass Helle und ihre Söhne einander beim Abschied versprechen, dass sie sich von nun an öfter besuchen wollen, wieder ein richtiges Verhältnis aufbauen.
Aber dazu wird es leider nicht kommen, denn am 12. November setzt Isaakin Jonsson einen Anruf ab an die Notrufzentrale. Ein Mitarbeiter nimmt das Gespräch entgegen und wird kaum glauben können, was der Mann da am anderen Ende erzählt. Ich will das tun, was für mich richtig ist. Ich habe keine Ahnung, was ich getan habe, aber ich bin aufgewacht und habe dem Mädchen ein Stück Fleisch abgebissen.
Ich habe versucht für meine Medikamente zu kämpfen. Die Psychiatrie will mich nicht. Jetzt bin ich durchgedreht. Als die Polizei eintrifft, liegt helle Christen sind tot auf einer Luftmatratze in der Wohnung. Der Anblick, der sich der Polizei bietet, ist schrecklich. Nicht nur ist die 40-jährige nicht mehr am Leben.
Isakin hatte auch schon dem Notruf gegenüber gestanden, dass er Teile des Körpers gegessen habe. Der Notruf hat bis zu dem Moment gedauert, in dem die Polizei bei ihm eingetroffen ist. Isakin hat sofort seine Daten und seine Adresse durchgegeben, aber auch gewarnt, keine gezogenen Waffen und so, denn sonst ziehe ich auch meine.
Wissen Sie, ich kann es nicht kontrollieren. Ich höre Stimmen wie diese und Gott und so, die mir sagen, ich soll Dinge tun, aber ich will es nicht. Aber vielleicht muss ich es tun, weil wir sowieso irgendwann sterben werden. Er hat noch weiter erzählt, er würde die Stimmen von Gott und dem Teufel hören und er könne für nichts garantieren, sollte die Polizei direkt nach der Ankunft angreifen.
Der Mitarbeiter vom Notruf hat es jedoch geschafft, Isakin Jonsson bis zum Eintreffen der Beamten in Schach und einigermaßen ruhig zu halten. Das war auch nötig, damit die Polizisten überhaupt erfassen können, was in der Wohnung von Isakin und Helle los ist. Ihr Leichtnam liegt auf der Luftmatratze und überall ist Blut.
Der Kopf von Helle befindet sich anderswo, in der Küche neben der Spüle. Dort findet man auch eine Bratpfanne, in der offenbar vor kurzem noch Fleisch zubereitet wurde. Menschliches Fleisch. Isakin wird sofort festgenommen und auf einer nahgelegenen Polizeistation verhört. Der 32-jährige hat schon einige Einträge in seiner Polizeiakte wegen Diebstahl und Drogendelikten.
Das klingt vergleichsweise zwar nach Kleinkram, trotzdem wurde er allein wegen solcher Strafzaten neun mal verurteilt und hat immer wieder Zeit um Gefängnis verbracht. Zudem war er seit seiner Kindheit mehrfach in Psychiatrien behandelt worden und das scheint hier auch der Knackpunkt zu sein. Nicht, dass er überhaupt behandelt wurde, im Gegensatz, das ist eine gute Sache.
Aber zuletzt hat er wohl erhebliche Probleme gehabt, seine Behandlung weiterzubekommen. Nur wenige Stunden vor dem Mord an Helle war das Sozialamt bei den beiden zu Besuch für einen Standardtermin, um zu schauen, dass alles in Ordnung ist. Entweder ist einfach aufrichtig nichts aufgefallen oder die Kapazitäten waren nicht gegeben.
Am Nachmittag sind Isakin und Helle noch einkaufen gegangen. Helle war in ihrer lokalen Filiale der Supermarktketteze IKA. Isakin ist nah gelegenen Spirituosenhandel gegangen, um dort vier Flaschen Starkbier und Jägermeister zu kaufen. Danach so Isakin habe es zu Hause Streit um ein paar Kleinigkeiten gegeben. Zwischen 17r und 19:30 Uhr muss es dann zur Tat gekommen sein.
Er erzählt das, was er schon der Notrufzentrale berichtet hat, dass er seine Partnerin umgebracht habe. Im Verhör sagte er außerdem, ich bin am gefährlichsten, wenn ich meine Medikamente nicht genommen habe. Am Tag nach dem Mord sagte er in einer weiteren Vernehmung, ihm sei klar, dass er sehr ungerührt wirken müsse. Es habe sich für ihn am Vortag aber so angefühlt, als habe jemand anderes durch ihn gehandelt.
Weshalb er helle den Kopf abgetrennt und ihn zur Küchenspiele getragen habe, wisste er selbst nicht. Es habe sich angefühlt, als wären da weitere Personen mit ihm in der Wohnung gewesen. Er habe sich gefühlt, als sei er in einem Fülm. In dem einen Moment habe Helle umgebracht und so sagt er es vor Gericht.
Das nächste Bild ist, dass ich in der Küche bin. Der Kopf ist da. Dann bin ich dabei zu braten. Er erzählt, dass er mehrere Waffen für die Tat benutzt habe. Ein Messer, eine Campingaxt und eine Säge und Teile von helles Leichnam abzutrennen. Außerdem gesteht er sich nach dem Mord an dem Leichnam vergangen zu haben. Nach seiner Festnahme wird der 32-jährige von Spezialisten in Göteburg untersucht.
Diese sollen evaluieren, ob er bei ihm eine schwere psychische Krankheit vorliegt. Es überrascht euch wahrscheinlich nicht allzu sehr, dass die Experten das bestätigen. Das Urteil der Göteburger Spezialisten wird auch direkt für die Verteidigung im Prozess gegen Isakin genutzt. Dass er Helle ermordet hat, ist ja von Sekunde 1 an klar gewesen.
Nur die Frage nach dem Warum ist noch immer offen. Sein Anwalt sagt, es gebe schlichtwg kein Motiv. Der Grund für das Verbrechen sei, dass sein Mandant psychisch krank gewesen ist. Die Eröffnungsworte des Gerichtsverfahrens sind mehr als prägnant. Der Staatsanwalt schildert: “Der Angeklagte ermordete helle Christen sind mit einem Messer.
” Trennt sie ihren Kopf und weitere Körperzeile von ihrem Leichnamen ab, fritierte einige Körperzeile, salzte sie ein und aß sie mit Cannabis als Beilage. Der Täter verweigert seine Aussage zwar nicht, gibt aber an sich nicht mehr an viele erinnern zu können. Wohl aber noch daran, wie er helle den Hals durchtrennt habe.
Er greift auch noch mal das auf, was er schon im Notruf gesagt hat, dass er sich mit Problemen konfrontiert sah, was die Behandlung seiner psychischen Krankheiten anging. Vor gerecht schildert Isakin jetzt, dass er schon gespürt habe, dass es mit ihm Rapide Berg abging, er jedoch keinen Platz in einer Psychiatrie bekommen habe. Er impliziert, dass es genau deshalb zu dem Mord an Helle gekommen sei.
Als der Staatsanwalt fragt, warum Isak Helle so derart brutal umgebracht habe, antwortete er: “Das frage ich mich auch. Ich verlasse mich auf die Ärzte. Es gibt überhaupt kein Motiv. Wir waren doch ein paar mit einer gemeinsamen Zukunft. Später erzählt Isakin einmal so vom Tag des Mordes.
An jenem Tag nahm ich eine Menge Medikamente, Schmerzmittel, Imovane, ich trank Alkohol. Ich war also psychotisch. In diesem Moment dachte ich, jetzt mache ich etwas, so dass sie niemals bezweifeln können, dass ich krank bin und ob ich geisteskrank bin, weil ich zu so etwas fähig bin, ja, mag sein. Der Mordprozess dauert nur wenige Stunden. Ihr habt richtig gehört.
Nicht wenige Verhandlungstage, sondern wenige Stunden. Und am Ende des Tages steht ein Urteil und es geht nicht ins Gefängnis. Isakin Jonsson wird nicht mit einem Gefängnisaaufenthalt bestraft, sondern zu einer geschlossenen forensischpsychiatrischen Behandlung mit besonderer Entlassungsprüfung verurteilt.
Grund dafür ist seine vor Gericht nicht weiter diagnostizierte schwere psychische Störung. Zudem muss er sowohl an die Eltern von helle Christensin als auch an jedes ihrer Kinder eine Schadensersatzzahlung in Höhe von 75 000 Kronen zahlen. Umgerechnet sind das jeweils knapp 7000 €. Der Täter zeigt nach der Verkündung des Urteils keinerlei Emotion.
Den Polizeiwagen streckte dafür dem Fotografen einer Zeitung noch den Mittelfinger entgegen. Isakin wird die Abteilung des Kunnen Krankenhauses außerhalb der Stadt Katrineholm eingewiesen. Dort gehen die Schwierigkeiten erst einmal weiter, weil er sich nach seiner Einweisung über Monate hinweg weigert, seine Medikamente einzunehmen.
Und das, obwohl er gegenüber der Polizei und dem Gerichter impliziert hatte, dass seine unzureichende Behandlung einer der Auslöser für den Mord gewesen sei. Für die Hinterbliebenen von Helle war das Verfahren gegen den Mörder der 40-jährigen nur bedingt befriedigend. Deshalb schickt Helles Schwester Brit dem Mörder ihrer Schwester sogar einen Brief in die Psychiatrie.
Sie bittet darin um Antworten auf die Frage nach dem Warum, die für sie noch immer nicht ausreichend geklärt ist. Doch eine hilfreiche Antwort hat Britt nicht erhalten. Sie geht davon aus, dass Isakin ihre Schwester einfach ermordet hat, um Menschenfleisch zu probieren. Und der Gedanke genau daran an das, was er nach dem Mord mit Helle gemacht hat, ist für sie am schlimmsten an der ganzen Sache.
Brit denkt wahrscheinlich auch noch oft an die Male, als sie Helle abgeholt hat, nachdem Isakin wütend geworden ist und daran, dass sie schon damals das öfteren Verletzung bei Helle bemerkt hat. Manchmal nur blaue Flecken, aber einmal auch einen dreifachen Beinbruch. Doch darauf angesprochen hat Helle immer bezeuert, das habe nichts mit Isakin zu tun.
Einmal hat sie gelacht und gesagt, sie sei einfach ganz ungeschickt über eine Schaufel gestolpert. Ein anderes Mal sei sie einfach hingefallen. Ob diese Verletzungen stattdessen vielleicht von ihrem späteren Mörder verursacht worden sind, können wir natürlich nicht wissen. Es ist bei häuslicher Gewalt leider nicht unüblich, dass Betroffene ihre Verletzung herunterspielen oder Entschuldigung dafür finden.
Nicht nur vor anderen, sondern auch vor sich selbst. Sich einzugestehen, dass man sich in einer gewaltvollen Beziehung befindet, ist schwierig. Sich daraus zu lösen noch schwieriger. Es spricht allerdings einiges dafür, dass es in der Beziehung zwischen Helle und Isakin länger entsprechende Muster gegeben hat. So haben die Ermittler nach Helles Ermordung ihr Tagebuch sichergestellt und das lässt leider vermuten, dass Brit mit ihrem Misstrauen wegen der Verletzungen richtig lag.
In einem Eintrag kurz vor ihrem Tod schreibt Helle: “Iakin habe verschiedene Persönlichkeiten und er spricht von Bestrafung von all dem Bösen. Sie schreibt auch von Stimmungsschwankungen und seinem aggressiven Verhalten ihr gegenüber, aber auch ich halte es aus, weil ich ihn liebe.” Offenbarm hat Hell jedoch zuletzt durchaus versucht, sich aus der Beziehung von Isakin zu lösen.
So hat sie laut Britz in einer nah gelegenen Bibliothek Kontakt zu einer Frau gesucht und sie um Hilfe gebeten bei der Suche nach einer neuen Unterkunft. Es scheint also, als habe sie auf jeden Fall von Isakin weggewollt. Allerdings habe helle der Bibliothekarin auch das Versprechen abgenommen, trotzdem auf gar keinen Fall die Polizei einzuschalten.
Und aus diesem Versuch anders wo unterzukommen ist leider nie etwas geworden. Während Helle das Leben genommen wurde, wird ihr Mörder in der psychiatrischen Klinik behandelt. Dort ist er zwar logischerweise zunächst dauerhaft untergebracht, allerdings ist Isakin Jonson dort nicht vor der Außenwelt verschlossen.

So hatte etwa jede Woche am Freitag einen vierstündigen Freigang, währenddem er durch Katrineholm schlendern darf. Außerdem hat er einen Internetzugang und damit natürlich die Möglichkeit, sich mit allen möglichen Leuten zu vernetzen. Unter anderem führt er einen Blog, auf dem er Fragen von anderen Usern beantwortet und von seinem Leben in der Psychiatrie erzählt und auch von der Tat, für die er keine große Reue zu zeigen scheint.
So schreibt er unter anderem: “Die meisten sagen irgendwann in ihrem Leben, dass sie niemals jemanden das Leben nehmen könnten, aber wenn es einmal getan ist, ist es keine große Sache mehr.” Auch Brit, die Schwester von Helle, schreibt ihm einmal einen Kommentar auf seinem Blog. Sie hinterlässt diesen Kommentar. Ich verlange nicht viel.
Das einzige, was ich verlange, ist zu erfahren, ob meine Schwester gelitten hat, ob sie bei Bewusstsein war, ob sie noch reagieren konnte. Doch Isakin Jonsson antwortet nicht darauf, obwohl er sonst bereitwillig zahlreichen Usern Rede und Antwort steht. Außerdem gibt er auch Interviews. Zu der schwedischen Zeitung Expressen sagt er: “Ich stehe zu dem, was ich getan habe.
Ich gebe anderen nicht die Schuld, weder der Gesellschaft noch meiner Kindheit. Ich gebe niemanden die Schuld. Ich habe das getan.” Punkt. Die einzigen, den gegenüber ich Reue empfinde, sind meine Angehörigen und ihre Kinder. Sie sind unschuldig und müssen leiden. Er sucht die Aufmerksamkeit sogar so sehr, dass er dazu übergeht, YouTube Videos hochzuladen. Das kennen wir ja z.B.
auch aus dem Fall rund um den Mord an Östin Arset, zu dem ihr ebenfalls ein Video auf diesem Kanal finden könnt. In gebrochenem Englisch beantwortet Isakin in einem Video die Fragen von internationalen Usern. Es geht um banale Dinge wie seine Freizeitbeschäftigung oder sein Lieblingsessen. Aber es gibt auch Einblicke in seine Gedankenwelt.
So sagt er etwa: “Ich bin kein Rassist.” Oder doch, ich bin ein Rassist. Ich hasse alle, bis auf ein paar wenige Menschen auf der Welt. Ich bin also ein Rassist gegenüber der menschlichen Spezies. Wenn ihr mir schon ein Etikett aufkleben wollt, ich sehe mich selbst als Antimensch. Es gibt nichts an Menschen, dass ich mag.
Die einzigen Menschen in der Geschichte, die meiner Meinung nach etwas verstand haben, sind die Wikinger, die Spazaner und solche Leute. Auch das erinnert auf die denkbar unrühmlichste Weise an Wag, den Mörder von Österin Asset. Auf die Frage, ob den Drang habe, wieder ein Mord zu begehen, antwortet Isak ganz lapidar gerade nicht.
In der forensisch psychiatrischen Anstalt lernt Isakin sogar noch eine neue Frau kennen. Michelle Gustavson ist in Schweden als die Vampirfrau bekannt und ebenfalls eine verurteilte Mörderin. Ihren Spitznamen hat sie, weil sie schon vor ihrem Mord einen Blog im Internet geführt hat.
Auf hochgeladenen Bildern posiert sie wie ein Vampir mit blutigen Lippen, manchmal auch mit Messern und einer Kettensäge. Obwohl sich der Scara Kannibale und die Vampirfrau sogar verloben, geht die Beziehung wieder in die Brüche. Einen neuen Namen hat der Mörder inzwischen trotzdem. Nach langen und öffentlichkeitswirksamen Streitereien mit den Behörden hat er seinen Namen von Isakin Jonsson zu Isakin Drabberat ändern lassen.
Einige Jahre nach der Tat wird ihm eine Wohnung zugewiesen, in der er außerhalb der Einrichtung immer wieder Zeit verbringen darf. In Absprache ist es ihm auch möglich für Anlässe wie eine Hochzeit mal zwei Tage am Stück Freigang zu bekommen. Im August 2020 zieht Isakin Draber dann in eine eigene Wohnung in Katrinol und seine Behandlung wird nicht mehr stationär, sondern ambulant durchgeführt.
Während seiner Zeit in der Psychiatrie durfte Isakin weiterhin Besuch empfangen, auch von seiner minderjährigen Tochter. Sie wurde 2001 geboren und war demnach erst 9 Jahre alt, als ihr Vater zum Mörder wurde. Von der Mutter von Jamie Lee trennte sich Isakin, als das Mädchen noch ein Kleinkind war. Die beiden hatten zwar ein gezeiltes Sorgerecht, Jamie Lee war aber hauptsächlich bei der Mutter.
In den ersten Jahren sei das Verhältnis zu ihrem Vater super gewesen, erzählt Jamie Lee. Doch mit etwa 5 Jahren habe sie angefangen, ab und an Angst vor ihrem Vater zu haben. Sie berichtet, dass sich die Besuche bei ihrem Vater immer ein bisschen angefühlt haben, als würde sie in einen Horrorfilm gehen.
Nicht, weil sie damals schon geahnt hätte, was Isakin eines Tages tun würde, sondern weil er die Wohnung mit Postern von solchen Filmen dekoriert hatte. Und auf ein Kind im Grundschulalter können diese Bilder sicherlich einen unbehaglichen Eindruck machen, zumal er einige von diesen Film schon der kleinen Jamie Lee gezeigt hat, die von diesen Film nachvollziehbarerweise total verstört war.
Da hilft auch nicht, dass ihr Vater seine Interessen mit ihr gezeilt hat. Jamie Lee berichtet. Er sprach oft vom Teufel, von Dämonen und bösen Geistern und als ich klein war, führte er mich gern die andere Welt ein. Wir lagen im Dunkeln auf dem Bett und er fragte: “Siehst du die Gesichter an der Wand? Kannst du sie sehen?” Dann wiederholte er es so oft, dass ich sie schließlich tatsächlich sah.
Die Situation besserte sich etwas, als Isakin mit Helle zusammenkam. Jamie Lee mochte sie auf Anhieb und hatte das Gefühl, auf einmal noch eine zweite Mama zu haben. Doch schon nach kurzer Zeit geriet das idyllische Bild wieder ins Wanken. Bei ihren Besuchen am Wochenende wurde Jamie Lee Zeugen mehrer heftiger Streits zwischen Isakin und Helle, inklusive drastischer Beleidigung und herumgeschmissenen Zelle.
Einmal so erinnert sich Jamie Lee habe Isak in Helle angeschrien, dass er sie umbringen würde. Auch vor dem Mord hat sie Helle und Isaki noch mal für ein Wochenende besucht. Für Jamie Lee war das das schlimmste Wochenende ihres Lebens. Helle haben sich ihr gegenüber plötzlich ganz anders verhalten. Obwohl sie sonst immer einen guten Draht zu Jamily Lee hatte, hat sie das Mädchen bei diesem Besuch ignoriert und kaum mit ihr gesprochen.
Es während des gemeinsamen Essens soll Helle der damals neunjährigen folgenden Satz gesagt haben: “Lass dir das Essen schmecken, denn das wird das letzte Mal sein, dass ich für dich koche, weil Isakin mich umbringen wird.” Helles Tod traumatisierte Jamie Lee zutiefst. Sie machte sich jahrelange Vorwürf und gab sich die Schuld dafür, daß sie als Neunjährige nichts unternommen hat, um ihren Vater aufzuhalten.
Und auch das, was danach kam, hat ihr Leben maßgeblich beeinflusst, denn mit der Tochter des Scara Kannibalen wollten die anderen Kinder damals nichts mehr zu tun haben. Genau darum hat Jamie Lee damals wieder Kontakt zu ihrem Vater gesucht, um wenigstens ihn nicht zu verlieren. Wie man sich leider schon denken kann, war der allerdings nicht für seine Tochter da.
Wenn Jamie in der Klinik besuchen durfte, hat er sich zwar Zeit für das Mädchen genommen, sie aber mehr und mehr in ein destruktives Mindset eingeführt. Und je mehr Jamie Lee sich negativen Gedanken zuwendete, desto isolierter war sie von jedem außer ihrem Vater. Es ging soweit, dass Jamie als Teenagerin nicht mehr leben wollte.
Als sie Isak ihn davon erzählte, holte er keine Hilfe, sondern machte mit ihr eine Art Ritual für Luzifer, mit dem angeblich Jamie Lee Selan den Teufel weitergegeben werden sollte, um sie von ihrem Schmerz zu erlösen und ihr Macht und Anerkennung zu verleihen. Sie begann schon früh zu trinken und hat mit 15 die Schule abgebrochen.
Etwa um diese Zeit herum hat Isakin seiner Tochter mehr über den Mord an Helle erzählt und davon, wie er seiner Version nach abgelaufen sei. In früheren Artikeln und Medienberichten finden sich keine Hinweise darauf, dass er diese Version jemals zuvor gegenüber der Polizei oder vor Gericht wiedergegeben hat. Sie unterscheidet sich nämlich durchaus von dem, was wir bisher gehört haben.
Isakin hat seiner Tochter damals erzählt, helle habe sterben wollen und mehr noch, sie habe gewollt, dass Isakin sie umbringt und ihn von Beginn ihrer Beziehung an jeden Tag darum gebeten. Außerdem habe er es nicht geschafft, sie zu verlassen. Also so Isakin habe er helle umbringen müssen. Er habewusst auf so eine brutale Weise gehandelt, um in eine Psychiatrie zu kommen und nicht in ein Gefängnis.
Kurze Zeit nach dieser Unterhaltung kommt es zwischen Isakin und Jamie Lee zu einem großen Streit, der letztendlich zum Bruch zwischen den beiden führt. So bekommt Jamie die Kurve und schafft es sich von der Manipulation ihres Vaters zu lösen. Es dauert mehrere Jahre, bis sie sich wiedersehen.
Das geschieht vor laufender Kamera. Im Rahmen einer CV-Do wird Jamie Lee dabei begleitet, wie sie versucht damit zurechtzukommen, die Tochter eines Mörders zu sein. Im Rahmen der Doku sprechen sich die beiden zum ersten Mal seit Jahren aus. Dabei reden sie auch noch mal über das Ritual, bei dem Jamie Lee angeblich ihre Seele an den Teufel gegeben hat und Isakin steht weiter dahinter.
Er behart darauf, seitdem sei ihr Leben doch wirklich viel besser geworden. Dass es etwas mit der harten Arbeit seiner Tochter und nicht zuletzt auch mit dem Kontaktabruch zwischen den beiden zu tun hat, kann natürlich nicht sein. In der Sendung konfrontiert Jamie ihren Vater auch zu dem Mord an Helle. Als eine Redakteurin ein Foto von Helle auf den Tisch legt und Isakin fragt, was er dabei empfinden würde, das Foto zu sehen, erwidert er gar nichts.
Und er wiederholt noch mal die Geschichte, die er Jamie Lee schon vor Jahren erzählt hat, dass Hallyy ihn immer wieder darum gebeten habe, ihn umzubringen und dass er eben letztendlich eingeknickt sei. Dementsprechend sei es auch kein Mord gewesen und er sei kein Mörder. Die brutalen Akte nach dem Mord selbst habe er nur begangen, damit er auf jeden Fall wahnsinnig genug wirken würde, um in die Psychiatrie zu kommen.
Er habe nie geplant, Teile von ihr zu essen oder ihren Leichnam zu missbrauchen. Überhaupt habe er die nekrophilen Parts nur inszeniert und nie begangen. Er habe versucht in seiner Wohnung einen eigenen Horrorfilm nachzustellen. Er sei schließlich Künstler. Es versteht sich von selbst, dass das alles nicht die Dinge sind, die Jamie Lean gehört hätte und dass es nicht so klingt, als Täter Isakin Drabert irgendwie leid, was er helle Christen sind ihrer Familie und seiner eigenen Tochter mit dem Mord an helle angetan hat.
Heute ist Jamie Lee selbstmutter von zwei Kindern und hat sich mit ihrem Partner und dem Vater der Kinder ein glückliches Leben aufgebaut. Auf Social Media und in Interviews erzählt sie auch heute noch manchmal von ihrem Vater und dem psychischen Missbrauch durch ihn. Wie sie ausdrücklich sagt, nicht um davon zu profizieren, dass ihr Vater ein Mörder ist.
sondern um anderen Menschen zu zeigen, dass man von allem heilen kann. Was für ein krasser Fall. Isakin Drabberts Streitigkeit mit den Ämtern um seine Namensänderung und die quere Line um diverse Freigänge hätten locker noch ein paar Minuten füllen können. Aber bei der Recherche bin ich das Gefühl nicht los geworden, dass es nicht das Richtige wäre, den Fokus hier so sehr auf ihn zu legen, denn auf mich wirkt es, als wollte er genau das durch seine Aktion wie die der Namensänderung oder seine Beziehung zur Vampirfrau erreichen.
Ich hoffe, dass stattdessen diejenigen mehr zu Wort gekommen sind, die noch heute mehr unter den Taten von Isakin leiden als er selbst. wie etwa Brit, die Schwester der ermordeten Helle oder eben seine Tochter Jamie Lee. Wenn das Video spannend für euch war, lasst gerne ein Like oder ein Abo da. Ich würde mich sehr freuen.
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