Wahre Verbrechen I Die Spur des Killers I True Cri...

Wahre Verbrechen I Die Spur des Killers I True Crime Dokumentation T – Part 2

Nach einigen Monaten kamen die Jungen auf die Idee, Fremde auszurauben, darunter Suprunuks Fahrgäste. Die Gründe für ihr kriminelles Verhalten sind unklar. Einige Berichte deuten darauf hin, dass sie sich einfach nur gelangweilt haben. Sayenko und Suprunuk taten sich jedoch zusammen, um ahnungslose Kunden auszurauben und stellten schnell fest, dass sie ziemlich gut darin waren.

 Alex Ganzer erklärte sich bereit mitzumachen, aber nicht lange. Nach einem Doppelraub stieg er aus und weigerte sich angeblich weiterzumachen. Ganzer erklärte später, dass ihm der Weg, den seine Freunde eingeschlagen hatten, nicht gefiel. Sie genossen die Tierquälerei, während er sie nur mit zusammengebissenen Zähnen ertrug.

Suprunuk und Sayenko schien Gansas Abgang nicht zu stören. Sie waren bereit, noch einen Schritt weiterzugehen. Das Stehlen war für sie so einfach gewesen, dass sie sich fragten, womit sie noch davon kommen könnten. Im November 2006 saßen die beiden auf einem Zaun in der Nähe eines Burgerladens und vertrieben sich die Zeit.

Wahrscheinlich war es reine Langeweile, als ihre Augen auf einen betrunkenen Passanten fielen, der durch die Nacht torkelte. Die Teenager tauschten Blicke aus. Es war niemand sonst in der Nähe. Keiner von ihnen konnte widerstehen. Es war, als hätte das Schicksal ihnen diesen Mann in den Weg gestellt. Zrunuk schlich sich in der Dunkelheit von hinten an sein Opfer heran und schlug ihn mit einem Stein auf den Kopf.

Der Mann brach sofort zusammen. Sayenko untersuchte seine Taschen und fand etwas Geld und ein paar Fotos. Nicht viel Beute, aber besser als nichts. Als sie von der bewusstlosen Gestalt davon liefen, überkam Sayenko und Zuprunnuk ein Gefühl der Macht. Sie waren ängstlich aufgewachsen und waren sich der Gefahren um sich herum nur allzu bewusst.

 Sie hatten Höhenangst, bis sie sich zwang, sich außen an einen Balkon im 14. Stock zu stellen und beide hatten Angst vor Tyrannen. Also verwandelten sie sich in die grausamsten Peiniger von allen. Jetzt waren sie bereit, ihre Terrorkampagne auf die nächste Stufe zu heben. Hier bei Serienkiller geht’s gleich weiter. An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, dass detaillierte Berichte über die Mordserie von Sayenko und Suprunuk schwer zu finden sind.

 Die Zeiträume variieren und nicht alle ihrer Bewegung wurden genau dokumentiert. Wir werden die Geschichte auf der Grundlage der verfügbaren Informationen so gut wie möglich rekonstruieren. In der Nacht des 25. Juni 2007 gingen Sayenko und Suprunuk offenbar nach draußen, um einen Abendspaziergang zu machen, aber sie waren auf der Jagd.

Subrunuk hatte einen Hammer im Ärmel seiner Jacke versteckt. Als sie durch die Stadt streiften, sahen sie die 33jährige Jeekatharina Ilschenko sich zukommen. Sie schien das perfekte Opfer zu sein. Hier Katharina hatte eine Freundin zum Abendessen mit ihrer Mutter eingeladen. Es war ein angenehmer, friedlicher Abend gewesen und sie fühlte sich entspannt.

Am Ende des Abends bot sie ihrer Freundin an, sie nach Hause zu begleiten. Als je Katharina auf dem Heimweg an den beiden Jungen vorbeiging, nachdem sie sich von ihrer Freundin verabschiedet hatte, drehte sich Sopronuk blitzschnell um und holte einen Hammer heraus. Mit einem Schlag traf er Katharina am Kopf und tötete sie.

Nachdem sie zu Boden gesunken war, schlug Suprunuk weiter auf ihren Kopf und ihr Gesicht ein, bis sie kaum noch zu erkennen war. Vor Aufregung zitternd verschwanden er und Zenko in der Nacht. Das Duo war voller Adrenalin und dem Gefühl der Macht. Sie wollten dieses Gefühl aufrecht erhalten.

 Weniger als eine Stunde später schlugen sie erneut zu. Ein Obdachloser namens Roman Tatarewitschlief auf einer Bank unweit des Ortes, an dem sie je Katharina angegriffen hatten. Suprunuk und Zayenko griffen ihn an und zerschmetterten seinen Kopf mit einem Hammer. oder einem anderen stumpfen Gegenstand. Sie schlugen Roman zu Tode und entfernten sich dann lässig vom Tatort.

Obwohl niemand Zeuge von Romans Ermordung wurde, befand sich die Bank nicht gerade an einem versteckten Ort. Sie lag sogar direkt in der Nähe der örtlichen Staatsanwaltschaft. Offensichtlich hatten die beiden keine Angst, erwischt zu werden. In der Zwischenzeit wachte je Katharinas Mutter Natalia am nächsten Morgen mit einem unguten Gefühl auf.

 Ihre Tochter war in dieser Nacht nicht nach Hause gekommen und ging auch nicht an ihr Telefon. Das war überhaupt nicht ihre Art. Natalia ging nach draußen und entdeckte kurz darauf den leblosen Körper ihrer Tochter am Straßenrand. Sie war traumatisiert und stand unter Schock, als sie die Polizei alarmierte. Es ist nicht klar, wie intensiv die Ermittlung waren, aber soweit bekannt ist, hinterließen Soprunuk und Sayenko am Tatort keine Spuren.

Selbst wenn die Polizei Fragen gestellt hätte, hätten sich die Teenager wahrscheinlich keine Sorgen gemacht. Sie waren Kinder wohlhabender, gut vernetzter Familien. Niemand würde sie verdächtigen. Dennoch beschlossen sie für ihren nächsten Einsatz weiter wegzufahren. Etwa eine Woche später, am 1. Juli, fuhren sie in die Stadt Novomoskowsk, etwa 25 km nördlich von Dnipro Petrowsk.

Dort lauerten sie Jevgenia Grichchenko und Nikolai Seruk auf und töteten sie beide. Zufrieden mit ihrem jüngsten Erfolg kehrten die Jugendlichen nach Hause zurück. Ein paar Tage später bereiteten sich die beiden auf einen großen Freitagabend vor. Der 6. Juli war ein warmer Sommerabend.

 Die Stadt war voller junger Leute, die in der Abendsonne Bier tranken. Aber Suprunuk und Zayenko hatten kein Interesse daran mit Gleichaltrigen zu feiern. Sie wollten nur töten. Mit diesem Ziel vor Augen verbrachten sie den Abend im Schatten vor einem örtlichen Nachtclub und hielten Ausschau nach ihrem nächsten Opfer. Auch hier können wir den genauen Ablauf dieser Nacht nicht mit Sicherheit rekonstruieren, aber vermutlich begann sie damit Jegor Negoloda als ihr Ziel auszuwählen.

 Er war ein junger Mann, der gerade aus der Armee entlassen worden war. Die Mörder folgten Jegor, als er in den frühen Morgenstunden den Nachtclub verließ und folgten ihm bis zu seinem Wohnhaus. Dort griffen sie ihn an und erschlugen ihn. Als Suprunuk und Sayenko flohen, blieben sie abrupt stehen. Eine Sicherheitsbeamtin kam auf sie zu.

Jelena Schram musterte die beiden Männern wahrscheinlich misstrauisch. Die 28-jährige war schon lange genug in ihrem Job, um verdächtiges Verhalten zu erkennen. Das Duo erstarrte. Sie waren sich nicht sicher, ob Jellen etwas gesehen hatte, aber sie spürten, dass sie in Schwierigkeiten steckten. Zumindest würden sie das, wenn sie nicht schnell handeln würden.

Als sie näher kam, holte Soprunuk den Hammer heraus und stürzte sich auf Jelena, wobei er sie am Kopf traf. Nachdem sie zu Boden gegangen war, schlug er wiederholt auf sie ein, um sicherzugehen, dass sie tot war. Später in dieser Nacht töteten die beiden eine weitere Frau. Ihr Name war Valentina Ganzer und sie war Mutter von drei Kindern.

Selbst nach drei Morden an einem Abend waren Zuprunuk und Sayenko noch nicht zufrieden. Wahrscheinlich langweilten sie sich und hofften, dass ein Tapetenwechsel helfen würde. Am nächsten Tag fuhren sie 16 km nördlich von die Nepropetrowsk in das beschauliche Dorf Pitorodne. Sie streiften durch die kleine Stadt und suchten nach ihrem nächsten Ziel.

 In der Nähe des Samara Flusses sahen sie zwei Jugendliche, die sich auf Fahrrädern näherten. Es war früh am Morgen und noch ziemlich dunkel. Suprunuk und Sayenko lauerten den beiden Jungen auf und zerrten sie von ihren Faridern. Dann schlugen sie ihnen auf den Kopf. Einer der Jungen, Andrej Siduk verlor das Bewusstsein.

  Der andere war die Jah nicht. Er verteidigte sich gegen seine Angreifer und schaffte es aufzustehen und wegzurennen. Wadim rannte so schnell er konnte in den nahgelegenen Wald. Er kannte das Gebiet wie seine eigene Westentasche und fand schnell ein Versteck. Soprunuk und Zenko versuchten ihm zu folgen, verloren aber bald seine Spur.

Als Wadim sicher war, dass seine Angreifer verschwunden waren, kehrte er zu Andrej zurück. Er wickelte den blutenden Kopf seines Freundes in ein T-Shirt und versprach Hilfe zu holen. Dann rannte Wadim zur Hauptstraße und versuchte verzweifelt ein vorbeifahrendes Auto anzuhalten. Sein eigener Kopf drehte sich noch immer von der Wucht des Angriffs.

Als endlich jemand anhielt, war es für Andrej zu spät. Er starb. Wadim wurde ins Krankenhaus gebracht und überlebte, aber sein Matyrium hatte gerade erst begonnen. Die Polizei glaubte Wadim nicht. Sie bezweifelten, dass er von zwei Fremden angegriffen worden war. Stattdessen vermuteten sie, dass er seinen Freund zu Tode geprügelt hatte und dann versuchte zwei erfundene Fremde für die Tat verantwortlich zu machen.

 Also nahmen sie ihn fest. Laut Wadim wurde er während des Verhörs von den Behörden misshandelt. Man drohte ihm mit einer Gefängnisstrafe und seine Mutter behauptet, dass er sogar körperlich misshandelt wurde. Glücklicherweise dauerte der Albtraum nicht ewig an. Irgendwann erfuhr die Polizei in Pitorodnia offenbar von einer Reihe ähnlicher Morde in den nahe gelegenen Städten Novoomoskowsk und die Nepopetrowsk.

Die Vorgehensweise war identisch. Die Opfer wurden in der Öffentlichkeit getötet. Der Täter hinterließ keine Spuren. Da wurde den Behörden klar, dass sie einen Fehler gemacht hatten. [räuspern] Wadim war ein Überlebender und kein Krimineller. Sie ließen ihn frei und begannen mit ihren Ermittlungen. Wadim konnte eine Beschreibung von Suprunuk und Zayenko abgeben.

 Dank seiner Aussage war klar, dass die Morde wahrscheinlich von zwei jungen Männern begangen wurden, nicht nur von einem. Aber auch nach diesem Durchbruch machte die Polizei kaum Fortschritte. Wadim war in ständiger Angst, dass seine Angreifer zurückkehren würden, um zu beenden, was sie begonnen hatten. Suprunuk und Zayenko hatten wahrscheinlich darauf gesetzt.

Angesichts der politischen Verbindungen ihrer Familien wussten sie vielleicht, wie langsam die Ermittlungen sein würden. Am 12. Juli, vier Tage nach dem Angriff auf Andrej und Wadim, suchen die Jungen ihr nächstes Opfer am Stadtrand von Nierpro Petrowsk auf. Wie üblich wählten sie die verletzlichste Person, die sie finden konnten.

Bei Sergei Jassenko, 48 war kürzlich Kehlkopfkrebs diagnostiziert worden. Nach einer Operation zur Entfernung des Tumors konnte er vorübergehend nicht sprechen, aber Serge mochte es nicht untätig zu sein. Also hielt er sich mit Gelegenheitsjobs in der Nachbarschaft beschäftigt und fuhr Motorrad. An diesem Nachmittag sagt es Herr Gay zu seiner Frau, dass er auf dem Heimweg noch tanken und seinen Enkel besuchen wolle, doch er sollte den kleinen Jungen nie wiedersehen.

Z Prunuk und Sayenko lauerten Sergei im Wald auf und schlugen ihn mit einem Hammer auf den Kopf. Und dann dann begann sie alles mit einem Handy zu filmen. Das war eine drastische Änderung ihrer Vorgehensweise. Bisher hatten sie ihre Opfer in der Öffentlichkeit getötet und waren dann so schnell wie möglich geflohen.

 Aber hier auf einer verlassenen Waldlichtung konnten sie sich Zeit lassen. Mehrere Minuten lang töteten Suprunuk und Sayenko Sergei vor laufender Kamera. Sie schlugen ihm wiederholt mit einem Hammer ins Gesicht, verstümmelten seine Augen und stachen mit einem Schraubenzieher auf ihn ein. Während des gesamten Angriffs blieben die beiden völlig ruhig, unterhielten sich und lachten miteinander.

 Nachdem sie genug Spaß gehabt hatten, wuschen sie ihre Hände und ihren treuen Hammer mit einer Wasserflasche. Völlig unbeeindruckt machten sie sich auf den Heimweg. Währenddessen wußte Sergeys Frau in der Stadt, dass etwas nicht stimmte. Er war nie bei ihrem Sohn aufgetaucht und sie befürchtete, dass er einen Motorradunfall gehabt haben könnte.

Sie wollte sein Verschwinden sofort der Polizei melden, aber nach ukrainischem Recht müssen 72 Stunden vergehen, bevor jemand offiziell als vermisst gemeldet werden kann. Sie wollte nicht so lange warten und untätig bleiben. Die Polizei veröffentlichte vermissten Anzeigen mit Sergeys Foto und einer Beschreibung seines Motorrads in der ganzen Stadt.

Drei Tage nach dem Mord erkannte ein Anwohner das Motorrad wieder. Er hatte es verlassen in einem Waldstück in der Nähe der Autobahn gesehen. Er war so hilfsbereit, Sergeys Angehörige zu der Stelle zu führen. Sie fanden Sergeys verstümmelte Leiche in der Nähe des Motorrads. Was die trauernde Familie nicht wusste, war, dass Sergeys Tod bald Gegenstand vieler Online Diskussion sein würde.

Irgendwann nämlich Luden Prunuk und Zenko ihr Video des Angriffs hoch und nannten es drei Jungs ein Hammer, also Three Guys, One Hammer. In den dunkelsten Ecken des Internets sind Death Videos erschreckend weit verbreitet. Plattformen wie Facebook und Reddit haben solches Filmmaterial verboten, während andere Schock und Gore Seiten genau dafür existieren.

 Aber Mordvideos, insbesondere solche, die von den Mördern selbst gefilmt würden, sind in der Regel selten. In einem Artikel aus dem Jahr 2016 in der Florida Law Review bezog sich der Anwalt Muser K Farmond speziell auf Three Guys One Hammer und pläierte für ein Bundesverbot von Mordvideos. Farmend wies darauf hin, dass solche Videos zur Nachahmungstaten anregen könnten.

 Er erklärte, dass Mörder wie Soprunuk und Sayenko, die nach Ruhmstrebten, wüssten, wie sie im Internet Aufmerksamkeit erregen könnten. Sie hatten offenbar Spaß daran, Schmerzen zuzufügen, egal wer zusah. Aber die Aussicht auf Online Ruhm könnte sie dazu getrieben haben, noch brutaler mit Sergei umzugehen. Da das Aufnehmen und Verbreiten von Mordvideos für Serienmörder ungewöhnlich ist, gibt es nur begrenzte Forschungsergebnisse zu den Motiven.

 Laut dem Kriminologieprofessor Scott A. Bonn sind narzisstische Mörder in der Regel Selbstdarsteller, die sich nach öffentlicher Anerkennung sehnen. Es steht außer Frage, dass Suprunuk und Sayenko mit dem Video Aufmerksamkeit erregen wollten und das haben sie geschafft. Das Filmmaterial verbreitete sich schnell und wurde weltweit millionenfach angesehen.

[räuspern] Da es damals noch keine sozialen Medien gab und die Anonymität im Internet noch weiter verbreitet war, schien niemand in der Lage zu sein, das Video zu Suprunyuk und Sayenko zurückzuverfolgen. So erhielten die beiden unbekannten Monster einen Namen. Es war ein Spitznam, der sie sicherlich entzückte.

Die Wahnsinnigen von Denipo Petrowsk. Und sie machten diesem Titel mehr als alle Ehre. Es war der 14. Juli, zwei Tage nach ihrer brutalen Ermordung von Sergei, als das Duo zu einem Ort außerhalb von Dieo Petrowsk fuhr. In einem ruhigen Viertel angekommen, warteten sie auf ihr nächstes Opfer. Die 45-jährige Natalia Marmatschuk hatte das Pech, an diesem Nachmittag mit ihrem Roller unterwegs zu sein.

Die beiden Männer rannten auf Natalia zu und stießen sie von ihrem Fahrzeug. Als sie am Boden lag, holte einer von ihnen einen Hammer heraus und schlug ihr damit auf den Kopf. Es ist nicht klar, warum Suprunuk und Sayenko einen Hammer als Waffe gewählt haben. Studien zeigen jedoch, dass männliche Mörder in Ermangelung einer Schusswaffe in der Regel zu stumpfen Gegenständen oder zum Würgen greifen.

Ein Hammer war leicht zu beschaffen und relativ unauffällig, wenn jemand sah, wie sie ihn benutzen. Außerdem garantierte er ihnen das Blut vergießen, nachdem sie sich sehnten. Nachdem Natalia tot war, sprang sie auf ihren Roller und flohen vom Tatort. Was sie nicht wussten, sie waren nicht allein. In der Nähe stand ein Zelt versteckt zwischen den Bäumen.

 Darin befanden sich zwei junge Geschwister. Sie hatten den gesamten Hinterhalt von ihrem Lager aus miterlebt. Es gibt nur wenige Details darüber, was als nächstes geschah. Aber die beiden jungen Augenzeugen gaben der Polizei eine Beschreibung der Angreifer. Diese stimmten mit der Beschreibung von Wadi Miljakov überein, dem 14-jährigen, der den Angriff von Suprunuk und Sayenko überlebt hatte.

Und obwohl die Zeugen noch jung waren, half ihre zusätzliche Aussage den Ermittlern. Der Fall war bereits an die ukrainische Hauptstadt Kiev weitergeleitet worden. Die Behörden bildeten eine große Sonderkommission und setzten angeblich rund 2000 Beamte für die Ermittlungen ein. Die frühen 2000er Jahre waren eine Zeit des Umbruchs für die ukrainischen Medien.

 Nach der orangenen Revolution von 2004, die sich gegen die Korruption in der Regierung richtete, wurde die Ukraine zu einem der wenigen ehemaligen Sowjetstaaten mit einer teilweise freien Presse. Aber auch in diesem teilweise freien System standen Journalisten bis weit ins 21. Jahrhundert hinein unter massivem Druck der Regierung.

 Infolg dessen war Selbstzensur in den Medien des Landes weit verbreitet. Dies erklärt wahrscheinlich die zurückhaltende Berichterstattung über die Mordserie der Wahnsinnigen von Dinepro Petrovsk. Auch ohne umfangreiche Medienberichterstattung verbreitete sich die Nachricht von den Anschlägen wie ein Lauffeuer. Als sich Gerüchte über zwei verrückte Mörder verbreiteten, bekamen die Menschen Angst.

 Sie mieden nachts die Straßen aus Angst, das nächste Opfer zu werden. Obwohl die Behörden die Angelegenheit geheim halten wollten, versorgten sie einige lokale Geschäfte mit Phantomzeichnung und Beschreibung der Täter. Fandleier erhielten außerdem eine Liste der Gegenstände, die den Opfern gestohlen worden waren. Die Ermittler vermuteten, dass die Täter irgendwann zu selbstsicher werden und versuchen würden, ihre Beute zu verkaufen. Sie sollten recht behalten.

Am 23. Juli gingen Soprunuk und Sayenko in ein Fandhaus und versuchten ein gestohlenes Handy zu verkaufen. Als die Mitarbeiter Soprunuk baten zu beweisen, dass das Telefon funktionierte, schaltete er es ein. Die Polizei hatte auf diesen Moment gewartet. Mit dem eingeschalteten Handy konnten sie Soprunuks genauen Standort ermitteln.

Die Beamten eilten zum Tatort und verhafteten Sayenke und Suprunuk direkt an der Kasse. Das Spiel war vorbei. Ihre schreckliche Mordserie war endlich beendet. Kurz darauf wurde auch ihr Schulfreund Alexander Ganzer verhaftet. Er hatte offenbar versucht einige der gestohlenen Handys die Toilette hinunterzuspülen.

Ganzer wollte eigentlich nichts mit den Gewalttaten von Suprunuk und Sayenko zu tun haben, aber irgendwie hatten sie ihn dazu überredet, ihre Beute zu verstecken. Er wurde in zwei Fällen wegen bewaffnetem Raubes angeklagt. Sayenko und Suprunyuk wurden unterdessen wegen 21fachen Mordes, mehrfachem bewaffneten Raubes, versuchten Mordes, illegalen Waffenbesitzes und Tierquellerei angeklagt.

Alle drei Angeklagten legten angeblich zunächst Geständnisse ab. Doch als im Juni 2008 der Prozess begann, änderte Suproniuk seine Aussage. Er pläierte auf nicht schuldig, während Sayenko und Gansa sich in den meisten Anklagepunkten schuldig bekannten. Doch dann wurde Saenkos Verteidigung von seinem eigenen Vater übernommen.

 Auf Anraten seines Vaters zog Sayenko sein Geständnis zurück. Aufgrund des Machtgefälles zwischen ihm und Soprunuk versuchten sie verminderte Schuldfähigkeit geltend zu machen. Sie behaupteten, Sayenko sei psychisch von Suprunuk abhängig und dass Suproniuk der Anführer war. Sayenko gab an, dass er seit der siebten Klasse große Angst vor Suprunuk hatte.

Diese Strategie ist bei mörderischen Paaren oder Duos weit verbreitet. Ein Angeklagter wendet sich vor Gericht gegen den anderen. Diese Person gibt oft an, an einer abhängigen Persönlichkeitsstörung zu leiden. Laut DSM5 ist diese Störung durch verschiedene Faktoren gekennzeichnet. Dazu gehören unterwürfiges Verhalten, da es der Person erschwert, anderen zu widersprechen, sowie Angst und Unbehagen, wenn sie allein ist.

 Menschen mit dieser Störung haben auch Schwierigkeiten alltägliche Entscheidungen zu treffen, ohne übermäßige Ratschläge und Zusicherungen von anderen zu erhalten. Wir wissen zu wenig über die Dynamik zwischen Spruniuk und Sayenke, um sagen zu können, ob diese Erklärung plausibel ist. Aber selbst wenn er Angst vor Soproniuk hatte, gibt es natürlich keine Entschuldigung für seine Handlungen.

Nach seinem Schulabschluss schien Sayenko eine vielversprechende Zukunft vor sich zu haben. Er hatte einen Job und studierte am Metallurgieinstitut. Er hatte viele Möglichkeiten und entschied sich für die abscheulichste. Seine Entscheidungen wurden gut dokumentiert. Einige Monaten nach Beginn des Prozesses wurden die Videoaufnahmen von Sergei Jatzenkos Ermordung sowie andere grausame Tatortfotos und Mordvideos, die sie aufgenommen hatten, vor Gericht gezeigt.

Die Verteidiger von Suprunuk und Sayenko erhoben Einspruch und argumentierten, dass die Bilder und Videos digital manipuliert worden sein, um die Angeklagten zu belasten. Die Jur war davon nicht überzeugt. Im Februar 2009 befand das Gericht Suprun und Sayenko in allen Anklagepunkten für schuldig.

 Suprunuk wurde für 21 Morde verantwortlich gemacht, Sayenko für 18. Beide wurden zu lebenslanger Haft verurteilt. Alexander Ganzer, der Raubüberfälle für schuldig befunden wurde, erhielt eine neunjährige Haftstrafe. Bis heute beteuern die Eltern beider Männer ihre Unschuld. Sie können offenbar nicht begreifen, daß ihre Kinder zu solch abscheulichen Tatenfähig waren.

  Zroniuks Vater behauptete sogar, sein Sohn sei von der Polizei gefoltert worden, um ein Geständnis zu erpressen. Sayenkos Vater ging noch weiter und behauptete, dass sein Sohn reingelegt worden sei. Er sagte, die waren Täter sein verwandte hochrangiger ukrainischer Beamter, deren Familien sie beschützten.

 Dies war eine schmerzhaft ironische Behauptung, wenn man bedenkt, wie gut die eigenen Verbindungen von Sayenko und Suprunuk sie tatsächlich vor dem Gesetz geschützt hatten. Sie glaubten, sie stünden über dem Gesetz. Sie waren so von sich selbst eingenommen, dass sie dachten, sie könnten mit Mord davon kommen. Und sie waren so verzweifelt auf der Suche nach Aufmerksamkeit, dass sie die Aufnahmen sogar ins Internet stellten.

 [räuspern] Als sie jedoch aufgefordert wurden, die Verantwortung für ihre Verbrechen zu übernehmen und sich den Konsequenzen zu stellen, schreckten sie zurück. Vielen Dank, dass ihr auch in dieser Folge wieder dabei wart. In der nächsten Folge erwartet euch der erste Teil einer spannenden Doppelfolge und zwar über Charles Allbright.

 Als talentierter Maler schockierte er mit Portraits, denen etwas entscheidendes fehlt. Die Augen. Was zunächst wie eine künstlerische Eigenart erschien, offenbart sich als düstere Obsession eines manipulativen Mannes, dessen unheimliche Faszination für Augen in jungen Jahren begann und tödlich endete. Ihr könnt Serienkiller, Mörder und ihre Geschichten überall dort hören, wo es Podcasts gibt.

 Neue Folgen erscheinen jeden Donnerstag. völlig kostenlos. Abonniert den Podcast am besten gleich, damit ihr keine Episode verpasst. Über eine Bewertung würden wir uns sehr freuen. Mein Name ist Diane Helscher und ich bin Max Spalleck. Bis zum nächsten Mal hier bei Serienkiller. Serienkiller Mörder und ihre Geschichten ist ein Podcast von Bose Park Productions basierend auf einem Spotify Original.

 Diese Folge wurde im amerikanischen Original geschrieben von Emma Dipdin. Deutsche Produktion und Redaktion Mickey Sitch, Fabio Lautenschläger, Luca Kaduk, Alexander von Bargen, Julia Ilan Suholder und Chris Guse. Hallo, mein Name ist Diane Hilcher und herzlich willkommen zu einer Sonderfolge. Wir werden an diesem und am nächsten Sonntag hier bei Serienkiller zusätzlich eine Folge veröffentlichen und zwar die noch unveröffentlen Live Folgen aus Berlin und Köln aus diesem Sommer.

 Am 18.12. machen wir nämlich mit euch zusammen den nächsten großen True Crime Abend in Berlin im Kino Babylon. Diesmal Serienkiller und Sekten und Kulte zusammen auf einer Bühne live. Also sowohl Sebastian Kaufman als auch Max Spalleck werden mit dabei sein. Die Karten gibt’s ab sofort im Vorverkauf. Und damit ihr mal so ein Gefühl dafür bekommen könnt, was da so passiert, gibt es nächste Woche am Sonntag die Folge mit Edg live aus Köln und jetzt eine richtige Berlinfolge aus Berlin, nämlich den Fall Karl Großmann, der als

Serienmörder in den frühen 20er Jahren Frauen in seine Berliner Wohnung lockte und sie dort ermordete. Ein düsterer Fall, den ihr euch gewünscht hattet im ausverkauften Kolosseum in Berlin. Wollt ihr live dabei sein, wenn wir am 18.12. wieder in Berlin auftreten? Dann sichert euch jetzt euer Ticket.

 Den Link dazu findet ihr hier in den Showotes. Los geht’s mit einer Sonderausgabe von Serienkiller live aus Berlin. Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt. Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken.

 Dieser Podcast ist nicht für Kinder unter 14 Jahren geeignet. Jugendliche sollten von ihren Eltern begleitet werden. Er tat es schon wieder. Helene Izzig konnte es von der anderen Seite der Wand hören. Karl Großmann hatte wieder eine Frau mit in seine Wohnung gebracht, mitten in der Nacht und jetzt kämpften die beiden. Es war immer das gleiche.

gedämpfte Schreie, Gepolter, Kampfgeräusche. Helene und ihr Mann lebten in der Nähe vom Schlesischen Tor, damals einer der ärmsten Gegenen Berlins. Sie teilten sich ein Zimmer in einem engen Miethaus mit dutzenden anderen Menschen, die in der Zeit direkt nach dem ersten Weltkrieg einfach nur versuchten zu überleben.

Am schlimmsten war allerdings der Geruch aus Großmanns Wohnung, der üble Gestank von verrottendem Fleisch, der immer aus seiner Wohnung in ihre hinüberzog. Jetzt inmitten einer weiteren schlaflosen Nacht überlegte Helene, ob sie nicht aufstehen, an die Tür klopfen und ihren Nachbarn bitten sollte, leiser zu sein, um endlich schlafen zu können.

Genau in diesem Moment hörte das Schrein plötzlich auf. Der Flur füllte sich mit einer schwerem beklemmenden Stille. Helene begann zu ahnen, dass etwas nicht stimmen konnte. Hallo, ich bin Max Spalleck und das hier ist Serienkiller Mörder und ihre Geschichten. Ein Podcast von Bose Park Productions nach einem Spotify Original.

Und mein Name ist Diane Helscher. In jeder Episode tauchen wir in die Gedankenwelt und den Wahnsinn von Serienmördern ein. Heute geht es in die Nachkriegsjahre des Ersten Weltkriegs direkt nach Berlin. Auch in Zeiten schrecklicher Not finden sich oft hilfsbereite Menschen. Sie wollen Gutes tun und Bedürftigen helfen.

Und im Deutschland der Nachkriegszeit brauchten viele Menschen Hilfe. Es gab kein Essen, keine Arbeit und viele Menschen, besonders Frauen, hatten keine Möglichkeit ihre Familien zu versorgen. Hier kam Karl Großmann ins Spiel. Irgendwie hatte er immer ein wenig mehr Geld übrig als andere. Von außen betrachtet war Großmann ein wohltätiger Mensch, jemand an den man sich wenden konnte, wenn es wirklich schlecht lief.

 Aber hinter dieser hilfsbereiten Fassade lauerte das Böse. Oberflächlich unterschied sich Großmanns Leben nicht von dem anderer Arbeiter in Deutschland. Er wurde 1863 in der nordöstlichen Stadt Neuropin geboren und hatte sechs Geschwister. Leider ist das schon alles, was wir über seine frühe Kindheit wissen. Soweit wir das beurteilen können, war seine Erziehung unauffällig.

 1878, als er erst 14 Jahre alt war, verließ Großmann die Schule, um in einer Textilfabrik zu arbeiten. Großmann wollte für seine Familie sorgen, aber der Lohn reichte nicht. Zwei Jahre später packte Großmann seine Sachen und zog nach Berlin, um eine bessere Arbeit zu finden. Er wurde Landarbeiter, Lagerist, Metzgerlehrling, im Grunde alles, was ihm helfen konnte über die Runden zu kommen.

 Großmann bewährte sich besonders bei einer Arbeit in der Fleischindustrie. Er war geschickt darin, Tiere zu zerlegen und die besten Fleischstücke zu finden. [räuspern] Während Großmann diese Stellen zunächst annahm, um seine Familie zu unterstützen, ist es möglich, dass der rechtschaffende Weg weiterhin nicht lukrativ oder einfach aufregend genug war.

 Vielleicht begann Großmann deshalb 1884, als er 20 Jahre alt war, seine kriminelle Laufbahn. Zunächst versuchte er sich an einfachen Diebstahl. Wenn er erwischt wurde, steckte man ihn für ein paar Nächte ins Gefängnis. Dann ließ man ihn wieder frei und das war’s. Nach einigen Jahren entwickelte sich sein Verhalten in weitaus beunruhigendere Richtungen.

1896 wurde Großmann wegen wieder natürlicher sexueller Nötigung eines Schafs angeklagt. Im Jahr darauf wurde er wegen sexueller Nötigung einer Zwölfjährigen verurteilt. Kurz darauf, 1899 vergewaltigte er zwei weitere Mädchen. Es schien, als hätte sich etwas grundlegend in ihm verändert. Jahrelang hatte Großmann sein Leben in relativer Normalität gelebt, aber jetzt war der 35-jährige ein Sexualstraftäter, der nach Wegen suchte, verletzliche Menschen und Tiere zu beherrschen und zu erniedrigen.

1899 wurde er angeklagt und wegen der Vergewaltigung der beiden jungen Mädchen verurteilt. Erhielt eine 15-jährige Haftstrafe. Zum Zeitpunkt seiner Haftentlassung hatte der erste Weltkrieg begonnen. Es versteht sich von selbst, dass das Deutschland, in das der 50-jährige Karl Großmann zurückkehrte, sich sehr von dem Unterschied, dass er verlassen hatte.

Plötzlich war eine große Anzahl der jungen Männer des Landes verschwunden, entsandt nach Belgien an die französische Grenze, praktisch überall dorthin, wo deutsche Soldaten gebraucht wurden. Das ließ Millionen deutscher Frauen mit der doppelten Verantwortung zurück, den Haushalt zu führen und einen Weg zu finden, ihre Familie zu versorgen.

Und je länger der Krieg dauerte, desto schwieriger wurde es zu überleben. Nach Kriegsende versank Deutschland im Chaos und in einer verheerenden Wirtschaftskrise. Über eine Million deutsche Soldaten waren tot. Der Varsay Vertrag von 1919 hatte Deutschland hohe Reparationszahlung auferlegt. Für unzählige Frauen war die Lage verzweifelt.

 Viele von ihnen hatten ihre Ehemänner verloren und standen plötzlich ohne Sicherheitsnetz da. Da es in den ländlichen Gegenen nur wenig Arbeit gab, kamen viele Frauen nach Berlin, um diese Arbeit eben hier zu finden. Sie ließen sich häufig in der Nähe des Schlesischen Tors nieder, einer eher einkommenschwachen Gegend, in der viele Prostituierte und Drogenabhängige lebten.

 [räuspern] Das war auch der Ort, den Großmann sein Zuhause nannte. Und im Gegensatz zu den Massen verarmter Berlinerinnen und Berliner war er dort eine seltene Ausnahme. Irgendwie schien Großmann in den verheerenden Kriegsjahren und der noch schlimmeren Zeit danach nie Geldprobleme gehabt zu haben. Es ist nicht bekannt, wie er das genau geschafft hat.

 Vielleicht halfen ihm Kontakte aus dem Gefängnis besser an Nahrungsmittel zu kommen und Geschäfte zu machen. Es ist auch möglich, dass seine Erfahrung als Metzger ihm Vorteile verschaffte, die viele seiner weiblichen Kollegen in der Branche nicht hatten, so dass er einfach gebraucht wurde. Bis Ende 1919 hatte der 56-jährige sich im Schlesischen Bahnhofsviertel ein ordentliches Leben aufgebaut.

 Er wohnte in einer der vielen Mietskasernen, die das Viertel prägten und er hatte die Angewohnheit, hilfsbedürftigen Frauen seine Hilfe anzubieten. Er gab ihnen Kleidung, eine Mahlzeit oder ein Bett, in dem sie ein paar Nächte schlafen konnten. [räuspern] Und für verzweifelte Mütter, die Schwierigkeiten hatten, ihre Kinder zu ernähren, war dieses Angebot ein Segen.

Aber für Großmann war es etwas anderes. Er wusste, dass diese Frauen verletzlich waren, wusste, dass sie alles riskieren würden und er plante, sie dafür teuer bezahlen zu lassen. [räuspern] Für Millionen war selbst nur ein Kantenbrot oder ein Schlafplatz schwer zu bekommen. Diese Art von Verwundbarkeit schuf ein Vakuum, indem skrubelose Personen die Notlage der Menschen ausnutzen konnten.

[räuspern] Und Karl Großmann war mehr als dankbar für jemanden die letzte Hoffnung sein zu können. Bis Ende 1919 war der 56-Jährige eine feste Anlaufstelle für die Unglücklichen und verzweifelten. Er gab ihn ein paar gebrauchte Kleider oder ließ sie für einige Nächte in seiner Wohnung übernachten. Die Menschen in seiner Obhut waren fast immer Frauen.

 Prostituierte oder alleinerziehende Mütter ohne andere Möglichkeiten. Für sie war Großmanns Mitgefühl ihre einzige Hoffnung. Und darauf zählte er. Er wusste, dass diese Frauen keine andere Wahl hatten. Sobald sie über die Schwelle seiner Wohnung traten, konnte Großmann von ihnen fast alles fordern und alles, was er anbot, hatte seinen Preis.

Am Anfang schien dieser Preis immer Sex zu sein. Um seine vermeintliche Wohltätigkeit zu verdienen, ließen sich Dutzende von Frauen auf Sex mit ihm ein. Aber diese Arrangements endeten selten gut. In einem Fall ging eine Frau zu Großmann zurück, nachdem er ihr Hilfe versprochen hatte.

 Als sie in der schmutzigen Wohnung ankam, goss Großmann ihr eine Tasse Kaffee ein und sie trank ein paar Schlucke. Dann wurde ihr schwarz vor Augen. Das nächste, woran sie sich erinnerte, war, dass sie in Großmanns Bett aufwachte. Ihre Arme und Beine waren an das Bettgestell gefesselt. Sie spürte einen pochenden Schmerz zwischen ihren Beinen.

 Großmann hatte sie vergewaltigt, während sie bewusstlos gewesen war. Großmann betäubte und vergewaltigte oft die Frauen, die er nach Hause brachte. Manchmal wartete er nicht einmal darauf, dass die Drogen wirkten. Bei einer anderen Gelegenheit, als Großmann Sex als Bezahlung mit einer Frau einforderte, wurde er wieder gewalttätig.

 Er fesselte ihre Arme an sein Bett und schlug sie. Irgendwann ließ er sie wieder gehen. Interessanterweise machte Großmann aus seinen sexuellen Gelüsten überhaupt kein Geheimnis. Tatsächlich halten die Schreie seiner Opfer durch die Flure seiner Mietskaserne. Aber niemand im Gebäude griff jemals ein. Offenbar akzeptierten die Leute einfach, dass er einige Praktiken hatte und gerne Frauenein Loot bei ihm zu bleiben.

 Vielleicht war es ihnen auch einfach gleichgültig. Die Not war groß. Zu dieser Zeit wurde Prostitution in vielen deutschen Städten wie Berlin toleriert. Sexarbeiterinnen mussten sich jedoch offiziell bei der Polizei registrieren lassen und sich regelmäßigen medizinischen Untersuchung unterziehen. Hätten die Behörden von dem erfahren, was passierte, hätten sich alle Frauen, die bei Großmann waren, offiziell registrieren lassen müssen.

 Es war für registrierte Prostituierte z.B. schwerer in anderen Bereichen Arbeit zu finden, aber das war nicht das einzige Problem. Deutsche Bürgerinnen und Bürger waren gesetzlich verpflichtet, ihre Wohnadresse bei den Behörden zu registrieren und das bedeutete, dass die Frauen, die teilweise in Großmanns Wohnung lebten, dies illegal taten.

Selbst wenn sie bereit gewesen wären, der Polizei von seinem Missbrauch zu erzählen, hätten sie eine Geldstrafe riskiert, die sie sich nicht leisten konnten. Es gab also zwei Optionen. Entweder die Brutalität von Großmann ertragen oder rechtliche Probleme zu riskieren. Alle seine Opfer wählten die Option 1 und die Nachbarn sahen tatenlos zu.

Dieser von den Sozialpsychologen Bib Latan und John Darley beschriebene Zuschauereffekt ist ein relativ häufiges Phänomen. Wenn eine Person Teil einer Gruppe ist, kann sich diese Person weniger verantwortlich fühlen, Maßnahmen gegen eine Gewalttat zu ergreifen. Und zusätzlich wird diese Person dann bei den anderen nach einem Zeichen suchen, wie sie auf das Verbrechen reagieren soll.

 Unternimmt niemand etwas in der Gruppe gegen die Tat, wird es diese Person auch nicht tun. Und so schließt sich der Kreis der Untätigkeit. Es ist möglich, dass in der Nachbarschaft über die Brutalität von Großmanns Verhalten gemunkelt wurde, aber so dachten die Leute, was hinter verschlossenen Türen passiert, ist Privatsache. Und so setzte Großmann seine sexuellen Übergriff und Angriff auf Frauen in seiner Wohnung fort, bis ich Ende 1919 etwas in ihm zu verändern schien.

Irgendwann befriedigte gewalttätiger Sex seine Gelüste nicht mehr. Es reichte nicht mehr aus, eine Frau auf diese Weise zu erniedrigen. Jetzt wollte er töten. [räuspern] Von nun an schien die Frauen nie wieder seine Wohnung zu verlassen. Seine Nachbarinnen und Nachbarn zeigten weiterhin kein Interesse.

 Sie nahm Großmanns Aktivitäten nur wahr, wenn er zu viel Lärm machte. Immer öfter allerdings drangen auch befremdliche Geräusche aus der Wohnung. Großmanns tiefe grollende Stimme und die höhere panische Stimme der weiblichen Besucherinnen. Manchmal konnten Nachbarn sogar das scharfe Knacken hören, wenn Großmann seine Gästin schlug.

Aber schließlich hörte das Geschrei auf und die Nachbarn bekamen ihren friedlichen Schlaf in der Nacht zurück. Aber für die Frauen, die in Großmanns Wohnung zurückgingen, gab es kein friedliches zurück. Sobald die Tür sich schloss, griff er sie an. Er stürzte sich auf sein Opfer, war auf sie auf sein Bett, um sie dann zu fesseln und zu vergewaltigen.

Danach legte er seine Hände um ihren Hals und erwirkte sie. Wir wissen, dass ihm manchmal das Erwirgen nicht brutal genug war. In einigen Fällen prügelte er seine Opfer mit bloßen Fäusten zu Tode, schlug immer wieder auf den Kopf der Frau ein, bis sie nicht mehr atmete. Die Arbeit im Land war immer noch knapp und Essen, besonders Fleisch, war noch schwerer zu finden.

 Mehr junge Frauen strömten auf der Suche nach Arbeit in die Stadt. Für Großmann war der konstante Zustrom von Frauen ein Glücksfall. Sein Appetit war unersättlich. Bis 1920 hatte er seine Methoden perfektioniert. Er brachte mehrmals pro Woche Frauen nach Hause. Und während wir keine genauen Details über die einzelnen Morde wissen, ist es nicht schwer, sich vorzustellen, was hinter den verschlossenen Türen passierte.

Je öfter Großmann Frauen in seiner Wohnung tötete, desto größer wurde ein Problem. Er mußte die Leichen beseitigen. Er konnte ihre Körper nicht einfach aus dem belebten Mietshaus hinaustragen. Es gab zu viele Menschen, die ihn entdecken und dann doch die Behörden alarmieren könnten. [räuspern] Also tat Großmann das, was er am besten konnte.

 Er nutzte seine Fähigkeiten als Metzger, um die Leichen zu zerhacken. Er rollte eine Plane in seiner Wohnung aus und benutzte seine Werkzeuge, ein Hackebeil. und kleinere Metzgermesser. Es ist schwer, sich vorzustellen, dass ein Mensch so etwas einem anderen Menschen antun kann. Aber für Großmann war das keine Frau mehr. Für ihn war sie wie jedes andere Tier.

 Er konnte mit dem Finger über das Fleisch streichen, um die Stelle zwischen den Gelenken zu ertasten, den perfekten Platz zum Schneiden. [räuspern] Nachdem er dann die Körper in kleinere Teile zerlegt hatte, wickelte er sie in braunes Papier und ging zur Tür hinaus. Und während er durch die Stadt ging, hielt er diese Pakete dicht an seine Brust und drängte sich durch die Menschenmassen auf den überfüllten Gehwegen.

 [räuspern] Manchmal brachte Großmann seine unauffälligen Pakete zum Engelbeckenreservoir oder zum Luisenstadtkanal, der damals bis zum Engelbecken reichte und mittlerweile zugeschüttet ist. Dort warf er die Leichenteile ins Wasser. Das alles blieb völlig unbemerkt, denn in dieser Zeit waren die Wasserwege und Kanäle rund um Berlin schmutzig und voller Müll.

 Gelegentlich trieben sogar Leichen an der öligen Oberfläche. Irgendwann allerdings begann ein übler Geruch aus Großmanns Wohnung zu strömen. Es war die Art von verrottetem Gestank, vor dem man unwillkürlich zurückschreckt. Jetzt meldeten sich Nachbarn bei ihm. Aber Großmann war vorbereitet. Er erzählte ihn, dass etwas Hühnerfleisch in der Sommerhitze verdorben war.

 Und so seltsam es auch klingen mag, alle glaubten ihn. Das Mizhaus war eng und überfüllt und es war üblich, daß alle Arten von Gerüchen durch die Wände drang. Also ignorierten seine Nachbarn wieder einmal die beunruhigenden Zeichen und Großmann entsorgte weiterhin die Überreste seiner Opfer in den Berliner Wasserwegen.

Aber Großmann überlegte, ob es vielleicht noch einen effizienteren Weg gab, die Leichen seiner Opfer zu beseitigen. Schließlich gab es ja zu dieser Zeit eine gewisse Fleischknappheit in Berlin. [räuspern] Obwohl der Krieg vorbei war, war das Leben in Berlin immer noch ein Albtraum. Nahrungsmittel waren knapp und die Lage besserte sich nicht.

Und Fleisch war besonders schwer zu bekommen und extrem teuer. Ohne ein ausreichendes Angebot verloren Metzger schnell ihr Geschäft. Also waren Metzger bereit fast jedes Fleisch zu akzeptieren. Egal woher es kam, egal von wem es kam. Durch seine Erfahrung als Metzgerlehrling wußte Karl Großmann, wie man einen Körper zerlegt und die wertvollsten Fleischstücke findet.

Die Metzger der Stadt würden ihm glauben, wenn er sagte, dass es sich bei dem rubinroten Fleischstück um Rindfleisch handelte. So konnte Großmann zwei Probleme auf einmal lösen. Er konnte die toten Körper loswerden und gleichzeitig genug Geld verdienen, um weitere hilfsbedürftige Frauen zu sich nach Hause einzuladen.

 [räuspern] Karl Großmann stellt psychologisch einen besonderen Fall da, was seine Motive angeht. Einerseits verschaffte er sich sexuelle Befriedigung durch die Vergewaltigung und Ermordung von Frauen. Andererseits war er ein Opportunist und verdiente mit den Leichen seiner Opfer auch noch Geld. Was für eine Art von Mörder war er also und die Antwort ist etwas kompliziert.

Der Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld schrieb in seinem Werk Geschlecht und Verbrechen von 1930 über Großmann sadistische Natur und beschrieb ihn als einen Sexualmörder. Diese Art von Mördern gewinnt sexuelle Befriedigung durch die Vergewaltigung und Ermordung ihrer Opfer und lebt von der intimen Gewalt sexueller Übergriffe.

Aber Großmann war nicht nur ein Sexualverbrecher. Der Kriminologe Robert Heindel schreibt über den sogenannten Berufsverbrecher und beschreibt Großmann als ein Wirtschaftsverbrecher, jemanden, der aus finanziellem Nutzen mordet. Diese Art von Menschen sucht nach Verbrechen, die ihnen das meiste Geld einbringen.

 Und für Großmann war der Verkauf von Menschenfleisch ein lukratives Geschäft. Es ist selten, daß es Serienmörder gibt, die sowohl aus sexueller Lust nach Gewalt morden, als auch die Körper ihrer Opfer zu finanziellen Zwecken nutzen. Für Großmann galt beides. Völlig klar ist, dass Großmann sich keine Sorgen machte, erwischt zu werden.

Im Jahr 1919 hatte der mittlerweile 57-jährige seine sadistische Praxis in ein lukratives Geschäft verwandelt. Etwa zwei Jahre lang konnte Großmann so ungehindert seinem grausamen Geschäft nachgehen. Aber spät im Sommer 1921 änderte sich das. Natürlich hatten einige der Mieter in seinem Haus schon längst begonnen, sich zu fragen, was da genau in Großmanns Wohnung vor sich ging.

Helene Itzig und ihr Mann waren besonders neugierig. Sie wohnten direkt neben Großmann und kannten die erschreckenden Geräusche seiner nächtlichen Aktivitäten. [räuspern] Sie hörten ständig, wie er mit Frauen kämpfte und rochen diesen üblen Gestank, der aus seiner Wohnung kroch. Aber wie alle anderen im Haus hatten Helene und ihr Mann bisher nichts gesagt.

Das änderte sich, als die Berliner Polizei begann, Warnungen im schlesischen Viertel zu verbreiten. Die zerstückelten Überreste mehrerer Frauen waren an den Ufern verschiedener Wasserwege angespielt worden. Ein Mörder lief frei herum. Als das Ehepaar diese Hinweise sah, begann sie zu ahnen, daß der Verbrecher vielleicht jemand aus ihrer unmittelbaren Umgebung sein könnte.

 Sie dachten an die unzähligen Nächte, in denen sie gehört hatten, wie groß man Frauen misshandelte, und sie erinnerten sich an die plötzliche, erschreckende Stille, die darauf folgte. Zunächst versuchten sie jeden Beweis zu finden, um die Indizien zu entkräften, die gegen ihren Nachbarn sprachen. Sicherlich hatte jemand diese Frauen das Apartment verlassen sehen.

 Oder vielleicht dachten Sie, waren die Besucherinnen mitten in der Nacht gegangen, aber es gelang ihn nicht. Jeder versuch Großmanns Verhalten zu rechtfertigen, überzeugte Helene und ihren Mann nur noch mehr. Großmann musste der Serienkiller sein. Nur wie konnten Sie wirklich sichergehen? Es war ein schwerer Vorwurf, der im Raum stand.

 Es war ihr Wort gegen einen Mann, der als barmherziger Samariter des Schlesischen Bahnhofsviertels bekannt war. Sie brauchten einen richtigen Beweis. Schließlich hatten die Izigs eine Idee. Sie bohrten ein Loch in die Tür ihres Nachbarn. [räuspern] Was genau Sie danach sahen, ist nicht überliefert. Wahrscheinlich ist allerdings, daß sie nun beobachten konnten, wie Großmann eine Frau in seine Wohnung brachte.

 Sie vergewaltigte und zu Tode wirkte. Und wie er mit einem Metzgermesser über ihren Körper kniete und die Leiche Stück für Stück in einzelne Teile zerhackte. Sie hatten mehr gesehen, als ihnen lieb war. und sie alarmierten die Polizei. Großmann hatte nach wie vor keine Ahnung, dass er entdeckt worden war. Er war sich seiner Sache so sicher.

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