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Die Todespflegerin: Lucy Letby und der Albtraum von Chester

Der Albtraum in der Kinderklinik. Der Fall Lucy Ledby in der beschaulichen Stadt Chester ereignete sich zwischen 2015 und 2016 eine der erschütterndsten Kriminalgeschichten Großbritanniens. Eine junge Krankenschwester verwandelte eine neugeborenen Station in einen Ort des Grauens.
Dies ist die Geschichte von Lucy Ledby, der schlimmsten Kindermörderin der britischen Nachkriegsgeschichte. Eine unerklärliche Serie von Todesfällen. Es begann im Sommer 2015 mit einem rätselhaften Anstieg der Sterberate auf der neugeborenen Station des Counters of Chester Hospital. Innerhalb weniger Wochen erlitten vier Babys plötzliche Zusammenbrüche, drei starben.
In den Jahren zuvor hatte es normalerweise nur zwei bis drei Todesfälle jährlich gegeben. Die Ärzte standen unter Schock. Sie suchten fieberhaft nach medizinischen Erklärungen. Eine Infektion vielleicht, doch sämtliche Tests blieben ohne Befund. Allmählich fiel einzelnen Medizinern ein beunruhigendes Muster auf.
Lucy Ledby, eine 25-jährige Kinderkrankenschwester, war bei allen Vorfällen im Dienst gewesen. Die mysteriösen Todesfälle hörten nicht auf. Zwischen August 2015 und Juni 2016 starben weitere Babys unter unerklärlichen Umständen. Ein besonders erschütternder Fall ereignete sich bei einem Zwillingspärchen. Das erste Baby starb mit blutigem Schaum am Mund, während sein Bruder kurz darauf mit lebensbedrohlich niedrigem Blutzucker zusammenbrach, überlebte aber knapp.
Die besorgte Mutter hatte Lucy Ledby am Inkubator ihres sterbenden Kindes angetroffen. “Vertrauen Sie mir, ich bin Krankenschwester”, hatte Ledby beruhigend gesagt. “Die Ärzte schlagen Alarm und werden ignoriert.” Im Juni 2016 eskalierte die Situation, als ein Drillingspärchen in Lebensgefahr geriet.
Zwei der drei Brüder starben innerhalb von 24 Stunden. Für die behandelnden Ärzte war nun klar, hier stimmte etwas ganz und gar nicht. Dr. Stephen Breery, der leitende Neonatologe, schlug am 24. Juni 2016 endlich Alarm. Er forderte die sofortige Entfernung Lucy Ledbe von der Station. Sie war die einzige Mitarbeiterin, die mit all diesen Todesfällen in Verbindung stand, erklärte später sein Kollege Dr.
Ravi Chaam. Doch die Krankenhausleitung reagierte zögerlich. Man wollte einen Medienkandal vermeiden und entschied sich gegen die Einschaltung der Polizei. Stattdessen wurde Letby lediglich in die Verwaltung versetzt. Die Neugeborenen Station fuhr ihren Betrieb zurück und nahm keine Frühgeborenen unter der 32.
Schwangerschaftswoche mehr auf. Was folgte, ist kaum zu glauben. Als externe Gutachter keine eindeutige Erklärung für die Todesfälle fanden, gab die Krankenhausleitung Letby sogar recht, als diese sich über ihre Versetzung beschwerte. Die alarmierten Kinderärzte wurden gedrängt, sich bei ihr zu entschuldigen.
Lucy Ledby sollte im Mai 2017 zurück auf die Station kehren. Die Polizei übernimmt den Fall. In dieser verzweifelten Lage trafen sich Dr. Brine Kollegen heimlich mit der Polizei von Schesch. Endlich im Mai 2017, fast ein Jahr nach Letbys letztem Einsatz auf der Station begannen offizielle Ermittlungen.
Die Operation Hummingbird wurde zu einer der größten Untersuchungen in der Geschichte britischer Krankenhausmedizin. Über eine halbe Million medizinische Dokumente wurden ausgewertet. Im Juli 2018 wurde Lucy Ledby erstmals festgenommen, zunächst wegen des Verdachts auf acht Morde und sechs versuchte Morde an Zeuglingen. Nach zwei weiteren Festnahmen und umfangreichen Ermittlungen begann im Oktober 2022 der Prozess.
Was dabei ans Licht kam, überstieg selbst die schlimmsten Befürchtungen. Schockierende Enthüllungen vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft enthüllte, dass Lucy Ledby verschiedene perfide Methoden angewandt hatte. Sie spritzte Luft oder Insulin in die winzigen Körper der Babys, überfütterte sie mit Milch oder fügte ihnen stumpfe Verletzungen zu.
Alles im Verborgenen unter dem Deckmantel einer fürsorglichen Krankenschwester. Besonders verstörend waren die handschriftlichen Notizen, die Ermittler in Letbis Wohnung fanden. Auf einem gelben Posted hatte sie geschrieben: “Ich bin böse, ich habe das getan. Und ich habe sie mit Absicht getötet, weil ich nicht gut genug bin.

” Zudem entdeckte man 257 vertrauliche Krankenakten in ihrem Zuhause. Dokumente, die sie unerlaubt mitgenommen hatte. Die Polizei fand heraus, dass Letby regelmäßig im Internet nach den Familien ihrer Opfer suchte, besonders an Jahrestagen der Todesfälle. Die Anklage beschrieb dieses Verhalten als Jagen nach Trauer.
Das Urteil: Lebenslang ohne Hoffnung auf Freiheit. Am 18. August 2023 verkündeten die Geschworenen ihr Urteil. Lucy Ledby wurde in sieben Fällen des Mordes und sieben Fällen des versuchten Mordes schuldig gesprochen. Sie erhielt eine lebenslange Freiheitsstrafe ohne die Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung als erst vierte Frau in der britischen Geschichte.
Zur Urteilsverkündung erschien Ledby nicht. Sie verweigerte die Anwesenheit und blieb in ihrer Zelle. Eine letzte böse Tat von einer Feigling kommentierte eine Mutter bitter. Der Richter beschrieb Let Handeln als tief bösartig an der Schwelle zum Sadismus und sprach von einer grausamen, berechnenden und zynischen Reihe von Kindermorden.
Das Nachspiel: Aufarbeitung und Verantwortung. Der Fall hat nationale Konsequenzen. Die britische Regierung ordnete unabhängige Untersuchung an, die der Frage nachgeht, hätte man Lucy Ledby früher stoppen können? Ehemalige Klinikmanager haben sich inzwischen bei den Familien für die erhebliche Verzögerung bei der Einschaltung der Polizei entschuldigt.
Die Polizei prüft weiterhin, ob Ledby während ihrer gesamten Karriere weitere ungeklärte Vorfälle zu verantworten hat. Über 4000 Patientenakten aus früheren Jahren werden nochmals durchleuchtet. Der Fall Lucy Ledby bleibt ein beklemmendes Mahnmal. Eine Geschichte über das unfassbare Böse, das sich hinter einer freundlichen Fassade verbergen kann.
Eine Geschichte über ein Krankenhaus, das Warnzeichen ignorierte und letztlich eine Geschichte über die Hartnäckigkeit einiger weniger Ärzte, die nicht aufgaben, bis die Wahrheit ans Licht kam. Die sieben ermordeten Babys und ihre Familien haben Gerechtigkeit erfahren, aber zu einem unsagbar hohen Preis. In den Worten eines Vaters, dem zwei seiner kleinen Söhne genommen wurden, es hat mich als Mann und als Vater zerstört.
Ein Satz, der die Tragweite dieses Verbrechens in seiner ganzen Tiefe erfasst. M.