Wahre Verbrechen I Die Frau im Kofferraum I True C...

Wahre Verbrechen I Die Frau im Kofferraum I True Crime Dokumentation T

Wahre Verbrechen I Die Frau im Kofferraum I True Crime Dokumentation 

Dieser Fall, dieser Mord war ganz besonders aufgrund der vorgefundenen Brutalität insgesamt 60 zu dokumentierende Verletzungen. Albrecht B hatte sich um 15:49 Uhr über 110 gemeldet: “Ich habe jemanden ermordet. Holen Sie mich ab!” Die Beamten sahen den jungen Mann mit seiner blutbefleckten Hose vor ihm auf dem Boden eine Blutspur, die ums Haus führte.

Er wird sie überrascht haben. Albrecht B hatte ein aus meiner Sicht menschenverachtendes Bild. Bei der psychiatrischen Behandlung wurde festgestellt, dass er unter Zwangsgedanken, Zwangshandlungen litt. Er machte Andeutung. In Bezug auf ihre Familie drohte ihr unterschwellig mit dem Tod. Dezember 2020. Es ist Nachmittag, als bei der Notrufzentrale in Lüneburg ein Anruf eingeht.

 Ein Mann verlangt, dass die Polizei zu ihm kommen soll. Die Situation, mit der die Streifenbeamten vor Ort konfrontiert werden, ist schockierend. Zuständig für den Fall ist damals der langjährige Mordermittler Dieter Müller von der Kripo in Ülzen. Am Freitag, den 11. Dezember 2020, genau um 15:49 Uhr teilte eine männliche Person via Telefon via 110 bei der kooperativen Leitstelle in Lüneburg mit ich habe jemanden ermordet.

 Eine Frau, holen Sie mich ab. Er wurde weiter befragt und teilte sich mit, dass er in Viren aufhältig sei und teilte auch seine genaue Anschrift mit. Viren, das ist ein idyllisch gelegener Ortsteil von Wrehst in Niedersachsen. Gegen 16 Uhr treffen die Polizisten vor Ort ein. Die Beamten sahen den jungen Mann mit seiner blutbefleckten Hose vor ihm auf dem Boden eine Blutspur, die ums Haus führte.

 Um die Hausecke herum konnten sie dann den Leichnamen einer Frau finden. Die Frau wurde mit massiver Gewalt getötet. Bei dem Opfer handelt es sich um Karin H. 56 Jahre alt, verheiratet, Mutter einer erwachsenen Tochter. Die Situation vor Ort lässt keinen Zweifel. Der Mann auf der Treppe ist der Täter. Die entscheidende Frage bei einem Mordmotiv.

Warum? Und insbesondere galt es dann noch zu klären mit Hilfe der Rechtsmedizin, ähm wie ist das Spurenbild am Opfer? Und da hatten wir ja auch gravierende Feststellung, wenn ich es zusammenfassen darf, 60 einzelne Feststellung am Opfer. Als Tatwaffen kommen ein Nageleisen und eine Handaxt in Frage.

 Beides wird von den Beamten im Flur des Hauses gefunden. Offensichtlich hat der Täter das Werkzeug in einem blauen Rucksack mitgebracht. Schnell steht fest, der Täter hat vom Bahnhof aus den direkten Weg zum Wohnhaus von Karin Haar genommen. Doch wer ist der Mann auf der Treppe? Bei dem Täter handelt es sich um einen 38-jährigen Albrecht B, der in Mecklenburg vor Pommern seinen Wohnsitz hatte.

 Und die große Frage war natürlich, warum reißt dieser Mann mit der Bahn hier nach Viren, um hier ein Tötungsdiikt vorzunehmen? Zunächst gibt es keinerlei Hinweise auf eine Vorbeziehung zwischen dem Täter Albrecht B und dem Opfer Karin H. Aber anhand der vorgefundenen Spuren ergibt sich ein recht klares Bild, was ich am Nachmittag des 11.

 Dezember 2020 hier abgespielt haben muss. Die in der Vorweihnachtszeit mit dem Hausputz beschäftigte Karin H. wird auf Klingeln oder Klopfen die Haustür geöffnet haben. Der Täter wird vermutlich aus seinem mitgeführten Rucksack das Tatwerkzeug entnommen haben, die Brechstange und damit unverhofft der Karin mehrmals auf den Hinterkopf geschlagen haben.

 Karin müsste sofort zu Boden gegangen sein. Nach Angaben der Rechtsmedizin könnte sie auch ohnmächtig geworden sein. Der Täter hat aber weiter auf Karin H. eingewirkt. Er hat sie mehrere Meter ums Haus herum geschleppt und dort hat er mit einer Handa weiteren Tatwerkzeug noch auf sie eingewirkt. Am Tag nach der Festnahme von Albrecht B durchsuchen Beamter auch seine Wohnung in Mecklenburg Vorpommern.

In der Wohnung fanden wir Hinweise auf seine Zwangsstörung Post it Zettel, wo er den Tagesablauf notierte, damit er nicht durcheinander geriet. darüber hinaus äh Unterlagen über die psychiatrische Behandlung in den Jahren 2015 und 17, Medikamente, die infolg dessen verordnet wurden und wir fanden in der Wohnung einen Kaufbeleg eines örtlichen Baumarktes über eine Brechstange, über ein Nageleisen.

Das äh wird das Tatwerkzeug gewesen sein. In Ülszen befragt Kommissar Müller den Ehemann von Karin H. und ihre erwachsene Tochter Tanja. Dabei stellt sich heraus, Tanja H. kennt den tatverdächtigen Albrecht B. Er hat genau wie sie selbst in einem Internat bei Berlin an einer beruflichen Weiterbildung teilgenommen.

Im Sommer 2020 hatte Tanja H dann eine Anzeige erstattet wegen sexueller Belästigung. Infolgedessen gab es auch seitens der Bildungseinrichtung äh ein Gespräch, ein Verweis für Albrecht B. Er zeigte sich mit der getroffenen Maßnahme nicht einverstanden und versandte dann sowohl in der Lehrerschaft wie allerdings auch unter den Mitschülern Schriftstücke, die Tanja H.

beleidigt sehr beleidigt. Der Zorn des 38jährigen richtet sich nicht nur gegen Tanja H. Er wandte sich mit beleidigenden Briefen äh sowohl an die Mitschüler wie auch an die dortigen Lehrer Betreuungskräfte. Letztlich führte das dann dazu, dass er der Einrichtung verwiesen wurde und damit wieder einmal äh beruflich scheiterte.

Die Ermittlerung Kommissar Müller finden heraus, dass Tanja H. auch anschließend weiterhin belästigt wurde. Immer wieder schickt Albrecht B ihr unangenehme und bedrohliche Nachrichten per SMS. Tanja sperrte das entsprechend. In diesen Mitteilungen teilte er mit, dass er im Dagnet unterwegs sei.

 Er fragte nach, welches Bundesland die liberalsten Waffengesetze habe. Er machte Andeutung in Bezug auf ihre Familie, deren Wohnsitz in Viren ist. Er drohte ihr unterschwellig mit dem Tod. Tanja H. Nachstellungen erneut Strafanzeige bei der Polizei. Albrecht B erhält daraufhin ein sogenanntes Gefährdeanschreiben. Darin werden ihm weitere Maßnahmen der Polizei angedroht.

 Doch das scheint ihn nur wenig zu beeindrucken. Im Rahmen der Mittlung konnten wir auch nachvollziehen, dass Albrecht B bereits Anfang Dezember angesetzt hatte, seine Mitschülerin zu töten. Er hatte versucht, sie an ihrer Wohnanschrift anzutreffen, dort traf er sie nicht an. Später teilte er sich seinen Freunden mit und zeigte dabei unter anderem auch eine Handaxt und teilte sich der an mit, dass er damit Tanja H töten wolle.

Doch die Freunde nehmen die Aussagen von Albrecht B nicht ernst. Sie handeln erst, als es bereits zu spät ist. Bei der Polizeidienstelle des Wohnortes von Albrecht B gingen nach der Tat zwei anonyme Hinweise ein. Albrecht B. noch vor seiner Festnahme eine Datei versenden können namens Gegenholocaust und in dem Vorwort teilte er sich mit, dass er seine Mitschülerin getötet habe.

Die anonymen Anrufer konnten identifiziert werden. Es handelte sich um den Freundeskreis. Äh, die beiden Freunde konnten auch zeigenschaftlich vernommen werden. Kommissar Müller studiert das Dokument, das Albrecht B kurz nach dem Mord an Karin H noch vom Tatort aus versandt hat. Im Vorwort äh führt Albrecht Haar aus, dass er sich mit der Tat über Wochen hinweg auseinandergesetzt hat und dass er diese Tat als notwendig achtet und er würde sich auf den Aufenthalt in einem Gefängnis freuen, denn dann könne er endlich lesen. Er habe das

alles verarbeitet. Für ihn sei das die richtige Entscheidung gewesen. In seinem Schriftstück rechnet Albrecht B bereits mit einer vorzeitigen Entlassung aus dem Gefängnis wegen guter Führung. Ich bin Individualist und wenn ich irgendwann rauskomme, wird sich mein Leben fortsetzen und ich werde die 10 20 Jahre, die ich da drin bin, nutzen zum Lesen, weil das habe ich 20 Jahre nicht gemacht oder nur ganz gering gemacht.

Die Ermittler stellen fest, nachdem Albrecht B Tanja H nicht zu Hause antrifft, findet er im Internet die Adresse von Tanjas Eltern. Am 11. Dezember 2020 macht er sich mit der Bahn auf den Weg von Mecklenburg Vorpommern nach Viren. Aufgrund der damals vorherrschenden Vorgaben in Bezug auf Corona gab es einen Zwischenfall im Bahnhof in Winsen.

Albrecht B weigerte sich offensichtlich den Mundnaseschutz zu tragen und äh wollte den Zug dann auf Weisung auch nicht verlassen. kam zu einem Polizeieinsatz. Seine Identität äh sollte festgestellt werden. Er weigerte sich. Letzt kam es zum Pfeffersprayinsatz und Albrecht wurde im Klinikum kurzfristig behandelt, setzte dann allerdings seine Fahrt mit dem Zug über Ölsen mit Umsteigen hier nach Virenfort.

Albrecht B löscht nicht nur das Leben von Karin H aus, sondern zerstört auch das ihres Ehemanns und ihrer Tochter. Selbstverständlich hatten wir auch Kontakt aufgenommen mit den Angehörigen, insbesondere mit Tanja, mit der Tochter. Sie wurde umfangreich vernommen. Ähm und darüber hinaus hatte ich persönlich dann auch Kontakt mit dem Ehemann, der mir mitteilte, dass er herzkrank sei und ähm dass er eigentlich vor hatte mit seiner Frau ein Wohnmobil zu kaufen, um damit auf Reisen zu gehen.

Ich habe zwischenzeitlich in Erfahrung gebracht, dass der Ehemann mittlerweile auch verstorben ist. Im Mai 2021 beginnt am Landgericht Lüneburg der Prozess gegen Albrechtb. Ein psychiatrisches Gutachten bescheinigt dem Angeklagten zwar schwerwiegende seelische Störungen, dennoch ist er voll schuldfähig. Albrecht B ist verurteilt worden und dabei ist auch die besondere Schwere der Schuld festgestellt worden.

 Das bedeutet, dass er vor Ablauf von 15 Jahren keinen Antrag auf vorzeitige Entlassung wird stellen können. In seinem Manifest, in seinem Gegenholocaust, in seinem Schreiben hatte er das anders geplant. Insofern konnte er mit seiner Überheblichkeit letztlich doch nicht die Oberhand gewinnen. Wegen krankhafter Rachefantasien musste Karin Haar sterben.

 Der Täter ließ ihn nicht den Hauch einer Chance. Vor allem diese Brutalität beschäftigt Kriminalhauptkommissar Dieter Müller von der Kripu in Ülzen noch heute. Das ist der Hang sehr steil, wie man sieht und hier ist die Leiche einige Meter runtergeworfen worden, hat sich dann in den Bäumen verfangen. Es war für uns sofort ersichtlich, dass der Mann ein Vielzahl von Schlagverletzungen auf den Kopf, auf den Hinterkopf, aber auch ins Gesicht bekommen hat.

 Und es gab am ganzen Körper Schlagverletzungen, ein Finger war auch gebrochen. Wir mussen erstmal wissen, wer ist es überhaupt, um dann auch an die Täter zu kommen. Die Täter hatten offensichtlich ja Dinge unternommen, dass wir ihn nicht identifizieren können. Also war es wohl jemand, der mit dem Täter bekannt ist. Und das wollte diesen Zusammenhang wollte man nicht erkennen lassen.

Deswegen war die Identifizierung für uns das A und O. Natürlich versucht man immer, das muss der Ansatz sein, alles aufzuklären. Das machen wir aber nicht nur zu unserer eigenen Befriedigung, weil das Ehrgeiz ist, sondern man macht auch für Angehörige. Ein Originalpizeideo aus dem Jahr 1996. In einem abgelegenen Waldstück in der Nähe von Grefeld macht ein Mann eine schreckliche Entdeckung.

Eine nackte männliche Leiche. Gerhard Hopmann von der Polizei Krefeld hat an diesem Tag Bereitschaftsdienst. Er macht sich sofort auf den Weg zum Leichenfundort. Es gab hier einen ortsansässigen Jäger, der bildete seinen Jagdhund aus und hat ih dort freilaufen lassen. Und der Jagdhund hat, wie man so sagt, seinem Herrn etwas verwiesen, nämlich äh diese Leiche.

 Und als der Jäger näher ranging, fand er eben diesen Toten am Abhang liegend unbekleidet und hat dann sofort die Polizei benachrichtigt. Es ist der 8. Dezember 1996, ein sonniger Tag. Ermittler Hopmann und sein Team kommen an der sogenannten Sandkuhle an. Das Gebiet liegt rund 20 Autominuten entfernt von Krefeld. Gerhard Hopmann ahnt zu diesem Zeitpunkt nicht, dass in dieser Fall sage und Schreibe 24 Jahre lang beschäftigen wird.

Wir sind hier an tatsächlich an dem Fundort mit diesem steilen Hang in der Hauser Sandkuhle. War damals nicht so bewachsen, wie es jetzt ist mit den Streuchern. War etwas lichter, aber das ist der Hang sehr steil, wie man sieht. Und hier ist die Leiche runtergeworfen worden.

 Hier lag auch ein bisschen Müll, Papier, Plastiktütöten, aber hier ist die Leiche einige Meter runtergeworfen worden, hat sich dann in den Bäumen verfangen. Gerhard Hopmann selbst hat diese Videoaufnahmen angefertigt. Es ist für die Ermittler schwierig überhaupt an den Toten heranzukommen, da das Gelände sehr unwegsam ist. Gleiche war relativ wenig verw.

 Es war sehr kühl gewesen. Es war ja im Dezember. Es gab nur ein bisschen Waschhautbildung, das heißt, wenn jemand lange im Regen liegt, dann bildet sich sowas. Aber im Grunde genommen war die Leiche vom Zustand her noch relativ gut zu erkennen. Bei dem Toten handelt es sich um einen ca. 40 bis 45 Jahre alten Mann.

 Es ist offensichtlich, dass es die Ermittler hier mit einem Tötungsdelikt zu tun haben. Es war für uns sofort ersichtlich, dass der Mann ein Vielzahl von Schlagverletzungen auf den Kopf, auf den Hinterkopf, aber auch ins Gesicht bekommen hat und es gab am ganzen Körper Schlagverletzung und ein Finger war auch gebrochen, offensichtlich durch Schlagverletzung, aber besonders viel auf, dass ein Unterschenkel durchgebrochen war.

 Das passiert nicht so leicht, da muss man sehr stark zuschlagen und der war abgeknickt von der Lage her sofort für uns erkennbar als Bruch. Der erfahrene Krefeld der Ermittler weiß, was diese extremen Verletzungen zu bedeuten haben. In diesem Fall, ja, muss man sagen, war wahrscheinlich ein persönliches Motiv äh Tatursache und der Täter hat einfach mehr getan, als er zur bloßen Tötung tun musste.

Die Kriminalisten nennen das Übertötung. Offensichtliche Spuren gibt es am Tatort nicht. Die Kriminaltechniker kleben jetzt den Leichnahmen Zentimeter für Zentimeter ab, um eventuelle Spuren wie z.B. viel Fasern finden zu können. Danach wird der Tote zur Obduktion gebracht. Es gab auch ähm Eindruckspuren, z.B.

 im Schläfenbereich, die darauf hindeuteten, dass ein Werkzeug benutzt worden ist, was eine 5 x 5 cm große Grundfläche hat. Sprach z.B. für einen Hammer. Das ist aber ein Detail gewesen, was wir nicht veröffentlicht haben, sondern das haben wir zunächst mal für uns behalten. Weiter wurde bei der Obduktion festgestellt, das haben wir vorher nicht erkennen können, äh weil wir natürlich die Halsorgane nicht näher untersuchen können vor Ort, äh dass er offensichtlich gedrosselt oder gewirkt worden ist, denn äh da waren

Halsverletzungen, die darauf schließen ließen, es war außer den Schlagverletzungen noch ein Erwürgen vorhanden gewesen. Der Tote aus der Sandkohle. Er wurde gefoltert. Wer dafür verantwortlich ist, können die Ermittler nur herausfinden, wenn sie auch die Identität des Mordopfers klären können. Er war völlig nackt und ohne irgendeinen äh Hinweis.

 Er hatte keinen Schmuck, keine Uhr, nichts, wo wir hätten sagen können, das ist was ganz persönliches. Der war endpersönlich sozusagen und wir gingen davon aus, dass die Täter oder der Täter das absichtlich gemacht hat, ihn zu entkleiden und alles persönliche wegzunehmen, um uns eine Identifizierung zu erschweren. Aus diesem Grund entscheiden sich Hopmann und seine Kollegen einen Portraitmaler einzusetzen, der das Gesicht des Toten für ein Phantombild zeichnet.

 Damit wenden sich die Ermittler anschließend an die Öffentlichkeit. Das Identifizieren war natürlich das A&O. Wir haben natürlich geguckt, gibt’s ja Zeugen, haben das in die Presse gegeben, hat jemand da ein verdächtiges Fahrzeug gesehen, Personen und so weiter, da kam nichts. Mittlerweile arbeitet Gerhard Hopmann mit insgesamt 15 Kollegen in einer Mordkommission an dem Fall.

 Er ist sicher, irgendjemand muss diesen Mann doch vermissen und eine Anzeige aufgeben. Es gibt natürlich eine Datei vermisste unbekannte Tote heißt die. Die wird beim Landeskriminalamt geführt und mit denen haben wir intensiven Austausch geführt. Alle Personen, die vermisst werden, werden dort registriert.

 Da muss man tatsächlich dann auch alles an Details, was bekannt ist, vom von den Fingerabdrücken, Blutgruppe, DNA, Zahnstatus, alles wird da eingegeben und wenn dann irgendwo eine Person aufgefunden wird, dann wird das gematcht, ob das übereinstimmt. Aber es gab hier keine Übereinstimmung. Diese Person war dort nicht bekannt.

In den folgenden Wochen sind Hopmann und seine Kollegen rund um den Leichenfundort unterwegs, befragen Anwohner, Autofahrer, Bauernhofbesitzer in der Gegend. Doch nichts und niemand kann ihnen in dem Fall weiterhelfen. Schließlich wenden sich die Ermittler an die ZDFsendung Aktenzeichen XY ungelöst. Es geht um Mord.

 Das Opfer ist noch nicht identifiziert. Die Leiche wurde am 8. Dezember 1996 bei Röhrtschapphösen gefunden. Weil die Leiche so lange lag, konnte sie bisher noch nicht identifiziert werden. Unsere Bildmontage zeigt den Mann etwa so, wie er zu Lebzeiten aussah. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, ist eine Belohnung von 3000 Mark ausgesetzt.

Ich war seiner Zeit auch in XY äh und da ist dieses Bild gezeigt worden, es war kein Film, aber das Bild gezeigt worden und da war ein sehr großer Verbreitungsgrad, aber auch da kam kein Hinweis. Das gleiche wurde in Polen gemacht, da gab’s eine vergleichbare Sendung, da wurd das Bild gezeigt. Auch da kam nichts und mein Kollege Kranz, der fließend Holländisch sprach, war in der Sendung Obsborg versucht in den Niederlanden.

 Auch da haben wir das verbreitet. Das ist ein nahes Grenzgebiet. Auch da kam kein Hinweis. Monate vergehen, ohne dass Hopmann einen Hinweis auf die Identität des Toten hat. Der Ermittler hat eine Aufklärungsquote von 100%. Doch dieser Fall erweist sich als besonders schwierig. Trotzdem der Polizist will nicht aufgeben. Natürlich versucht man immer, das muss der Ansatz sein, alles aufzuklären.

 Das machen wir aber nicht nur zu unserer eigenen Befriedigung, weil das Ehrgeiz ist, sondern man macht’s auch für Angehörige, denn das ein 40-jähriger Mann, da muss man unterstellen, es gibt Eltern, es gibt vielleicht auch Kinder oder eine Ehefrau und die vermissen diesen Menschen und da muss es einfach unsere Pflicht sein, das zu klären.

 Es vergehen Monate und aus Monaten werden Jahre. Die Mordkommission ist längst aufgelöst, doch der Fall nicht vergessen. Wir hatten extrem wenige Fälle, die vergleichbar waren und das ist natürlich schon frustrierend, wenn man absolut nicht mehr weiterkommt und dass man über Jahre, in diesem Fall über 24 Jahre lang nichts hat als Anpack, um die Sachen noch klären zu können.

Im Jahr 2017 wird in Nordrhein-westfalen eine Einheit für sogenannte Cold Cases aufgebaut. Da erinnert sich Ermittler Hopmann an die Folien, mit denen der Leichnah abgeklebt worden war. Der Beamte hat jetzt einen Hoffnungsschimmer. Damals habe ich gedacht, das ist ja doch auch ein Coldcase.

 Da müssen wir noch mal reinschauen und habe dann auch geschaut, ob es noch moderne Untersuchungsmethoden gibt, die wir vielleicht noch nicht angewandt haben. So war es z.B., dass wir ähm diese Folien, die bei jeder Leiche beim Abkleben genommen werden, ähm nur zum Teil noch hatten, leider nur zum Teil noch hatten und die haben wir noch mal untersuchen lassen, ob dort z.B.

 Hautschuppen drauf sind, die uns zum Täterführen führen könnten. Ähm leider waren aber viele Folien, die eigentlich uninteressant waren aus damaliger Sicht 96, da war eben mit Hautschub noch nichts, ähm waren diese Folien nicht mehr da. Und wieder kommt Hopmann nicht weiter. Er steht jetzt kurz vor seiner Pensionierung, aber er will diesen Fall unbedingt klären.

 Hat eine neue Idee. Ich habe dann gedacht, ähm man könnte vielleicht noch mal mit neuen Fahnungsfoten Fotos ansetzen. Und so habe ich mich dann an das Landeskriminalamt gewendet. Dort gibt es eine Dienstelle visuelle Verhandlungshilfe. Die erstellen digitale äh Fotos und machen z.B. Phantombilder. In diesem Fall haben wir denen nach Absprache viele Leichenbilder geschickt und habe gesagt, versuch doch mal ein Bild zu rekonstruieren, wie der ausgesehen haben kann, dass wir nicht mehr mit diesem gemalten Bild fahren.

Das haben die dann auch gemacht und das Bild sah natürlich im ersten Augenblick viel realistischer aus als das gemalte Bild. Dieses Bild haben wir dann eben auch verwandt, um noch mal in XY das veröffentlichen zu lassen, weil das wirklich ein Medium ist, was sehr weit verbreitet ist mit Millionen Zuschauern.

Mit dieser neuen digitalen Gesichtstechnik glaube ich, dass wir eine Chance haben, ihn zu identifizieren und wir hoffen auch, dass Mitwisser oder Helfer, die damals beim Beseitigen der Leiche geholfen haben, sich jetzt vielleicht melden könnten, uns unterstützen. Und dann erhält Gerhard Hopmann nach 24 Jahren Ermittlungen in diesem herausfordernden Fall einen Anruf, mit dem er schon nicht mehr gerechnet hatte.

Ein Zuschauer sagt, er wisse, wer Täter und Opfer sind. Der Hinweisgeber äh mit dem ich ja nachher gesprochen oder ihn vernommen habe, sagte, er guckt normalerweise nie diese Sendung, aber in dem Fall hat er die Sendung mal geguckt und er zapppt so rum und kommt dann in der Sendung aus. nicht am Anfang, sondern kommt genau in diesen Beitrag aus und sieht mich da in dieser Sache und wo ich dann erzähle, dass die Leiche in Röhcher Schapen in der Sandkuhle aufgefunden worden ist und da fiel es diesem Zeugen ja wie Schuppen von den

Haaren. Da sagte, das weiß ich doch. Und er hat das sofort mit der Sache verbunden, die er kannte. Er wusste sofort, wer das Opfer ist und er wusste sofort, wer wohl der Täter gewesen sein könnte. Angeblich handelt es sich bei dem Opfer um Wilfried K. einen Werkstattbesitzer aus Würselen.

 Das muss Hopmann natürlich überprüfen. Das wurde dann ja über die Angehörigen verifiziert. Äh tatsächlich haben die Angehörigen dann auch schon gesagt: “Ja, unser Angehöriger wird seit Ende 96 vermisst. Der ist plötzlich verschwunden. Wir wissen nicht, wo der geblieben ist.” Der war auch nie für Tod erklärt worden. Er war einfach weg und die Mutmaßen, dass er möglicherweise nach Rumänien äh abgewandert ist.

 Der Mann hatte Schulden. Ein DNA Abgleich mit den beiden Kindern bringt die Gewissheit. Der Unbekannte Tote ist tatsächlich Wilfried K. Und der XY Zuschauer und Zeuge sagt aus, dass sein eigener Bruder und dessen Freund den Mord begangen haben könnten. Für den Hinweisgeber war es schon komisch, dass plötzlich andere Leute aus der Autohändlerszene in Aachen in die Werkstatt kamen, auf die zukamen und die so gesagt haben, ja, wir wissen, der K ist tot und wir wissen, wer es gewesen ist.

 Das hörte sich für den Hinweisgeber sehr komisch an und ging in Richtung seines Bruders. wie er dann irgendwann den Bruder angesprochen hat, der hat es aber bestritten. Dann hat er den Freund seines Bruders, der mit dem eng zusammen war, der dann auch oft in der Werkstatt war, hat er den angesprochen und der hat ihm dann tatsächlich gesagt: “Ja, es war so, wir haben in dieser Werkstatt in Würselin gearbeitet und der Bruder hat auch da gewohnt und äh der Inhaber dieser Werkstatt ist getötet worden, nämlich dein Bruder hat ihn mit einem Hammer erschlagen, aber dann hat er noch

gelebt und ich habe ihm in Anführung strichen den Rest gegeben und habe ihn dann durch Erdrosseln getötet. Die Aussage enthält absolutes Täterwissen und überführt die beiden Männer. Allerdings ist einer der Täter, der Bruder des Hinweisgebers bereits verstorben. Sein Freund und Komplize Achim K wird jetzt festgenommen.

Er reagierte nicht, wie man das so annehmen könnte, völlig erstaunt und aufgebracht, sondern ganz rational und hat gleich gesagt, ja, ich mache keine Aussagen. Und äh hat dann sofort mit seinem Handy seinen Rechtsanwalt angerufen. Nummer hatte er eingespeichert und hat uns dann eine Visitenkarte vom Rechtsanwalt übergeben.

Ähm, das fühlte sich für uns an, als wenn da schon längst eine Absprache getroffen worden ist. Am 11. Mai 2021 wird der 51-jährige Achemk wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. 24 Jahre nach der Tat. Mord verhrt nie. Das Motiv habgier. Dem Opfer wurden 5000 Dmark gestohlen. Das ist schon ein ganz besonderes Gefühl, wenn man auf so eine das eigentlich in jeder Mordkommission, wenn man plötzlich auf eine heiße Spur kommt, dann ist das wie Jagdfieber, was man dann bekommt. Hört sich komisch an, aber

es ist so. Und in diesem Fall war das ganz besonders, weil es ja nach 24 Jahren war. Das war natürlich schon Highlight. Gerhard Hopmann. Er gehört zu den erfolgreichsten und erfahrensten Kriminalisten Deutschlands. Nach der Aufklärung dieses Cold Cases konnte er in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was in den Angehörigen vorgegangen ist, als die Tür geöffnet haben und gleich mit einer Blutlache konfrontiert wurden.

 Und in der Mitte lag ihr Vater und war augenscheinlich tot. Thomas Britze, Leiter der Mordkommission Kotbus, lässt der Fall bis heute nicht los. Es ist der 2. Februar 2017, als zwei Söhne in Finsterwalde in der Lausitz vom Schlüsseldienst die Tür zur Wohnung ihres Vaters öffnen lassen. Sie machen sich Sorgen und tatsächlich ihr Vater, der 66 Jahre alte Josef, ist tot.

Er wurde erschlagen. Seit kurzem war der Mann Rentner. Früher hatte er als Koch gearbeitet. Doch warum musste der freundliche, beliebte Mann sterben? Eine Frage, die sich damals auch Kommissar Jörg Trenkel fortstellen musste. Auch er war als Ermittler der Kotbosser Mordkommission mit dem Fall befasst. Der hatte auch noch einen guten Kontakt zu seiner geschiedenen Ehefrau, zu den Söhnen.

 Also war überhaupt jetzt erstmal kein Konfliktpotenzial äh zu erkennen, dass der irgendwelche Fähen hatte. Während in Fensterwalde die Suche nach einem Mörder beginnt, wird am selben Tag mehr als 130 km entfernt in Berlin-Nuköln ein weiterer Toter entdeckt in diesem kleinen Park. Kommissar Jörg Voges von der vierten Mordkommission Berlin, damals leitender Ermittler kehrt mit uns an den Tatort zurück.

Es war super kalt. Man muss sich vorstellen, hier war alles voller Schnee. Äh die Kollegen vom Dauerdienst erwarteten uns und führten uns jetzt in den Bereich äh wo dann das Opfer ja durch Passanten gefunden worden ist. Auch dieser Tote wurde zum Opfer eines brutalen Verbrechens und da haben wir gesehen, dass er eben erhebliche Stichverletzungen erlitten hat.

 Also eine Vielzahlstich verletzung im Oberkörperbereich sehr sehr heftig geführt. Also man muss sich das vorstellen, dass das Messer wirklich fast durch den Körper durchgegangen. Der Tote ist ein 31 Jahre alter Mann aus Syrien. Seit 2016 lebte er in Berlin, bis er im Februar 2017 getötet wurde. Zwei Tatorte, zwischen denen mehr als 130 km liegen.

 Zwei Tote, die eigentlich nichts weiter verbindet, außer dass sie am selben Tag entdeckt werden. und zwei Mordkommissionen, die nichts voneinander wissen, deren Ermittlungsarbeit aber eine überraschende Wendung nimmt, die ihn für immer im Gedächtnis bleiben wird. Doch noch stehen die Ermittler ganz am Anfang in Berlin und Finsterwalde.

 An den Tatorten wird Ausschau nach Spuren gehalten. Es gab z.B. keine Einbruchspuren, sodass der Schluss nahe lag, dass unser Opfer den Täter selbst und freiwillig in die Wohnung gelassen hat. Wenn man jetzt sich dieses Spurenbild anguckt und das Verletzungsbild, dann bemerkt man schon oder dann kommt man schon zu dem Schluss, dass unser Opfer mit diesem Angriff auch gar nicht gerechnet hat.

Die Obduktion ergibt, dem Rentner wurde durch zahllose Schläge mit einem harten Gegenstand der Schädel zertrümmert. Und am Tatort in Fensterwalde können die Ermittler eine wichtige Spur sichern, die der Mörder hinterlassen haben muss. Wir haben in der Wohnung einen Schuhdruck gefunden. Wir haben vorhin gesehen, wie viel Blut am Tatort war.

Dieser Sohlenabdruck ist entstanden, nachdem ein Mensch durch Blut gelaufen ist und mit diesen Blut an der Sohle auf dieser Oberfläche dann lang gegangen ist und diesen Sohlenabdruck hinterlassen hat. Das heißt, die Person, die den Abdruck hinterlassen hat, war da, als unser Opfer bereits verletzt oder vielleicht sogar schon tot war, sodass wir mit diesem Sohlenabdruck äh tatsächlich ein Sohenprofil vom Täter hatten.

Auch im Berliner Mordfall laufen die Ermittlungen von Andreas Voges und seinem Team auf Hochtouren. Sie finden heraus, das Mordopfer war ein drogenabhängiger Obdachloser, der im Park an der Berliner Grenzallee gelebt hat und er war ein sogenannter Läufer. Das heißt, äh andere sind äh angesprochen worden zum Drogenverkauf und er hat eben diese Drogen in seinem Mund gehabt und ist dann beigeholt worden und hat dann quasi die Drogen übergeben, während andere das Geld genommen haben.

 Das war hier eigentlich seine Tätigkeit und das ist natürlich ganz unterste Schublade im Prinzip ganz unteres Niveau im Rahmen der Betäubungsmittelkriminalität, weil diese Menschen machen das nur, um ihre eigene Sucht zu befriedigen. wurde der Obdachlose im Februar 2017 wegen seiner Drogengeschäfte getötet? Hinweise auf den Täter bringen damals zahlreiche Spuren, die am Tatort gesichert werden können, unter anderem Schuhaabdrücke.

Es gab auch andere Spuren, wie diese Spur hier z.B., die sich von den anderen doch deutlich abgesetzt hat, die auch qualitativ sehr gut war. Neben den Schuhaabdruckspuren haben wir natürlich auch eine Vielzahl von Gegenständen im Tatortbereich gefunden. Z.B. einerseits hier vorne eine Handtasche und da eben ein Handschuh.

 Dieser Handschuh liegt auch, er liegt auf dem Schnee und ist nicht Schnee bedeckt. Insofern für uns der Rückschluss, dass dieser Handschuhe erst dorthingekommen ist zu einem Zeitpunkt nach dem letzten Schneefall. Genau wie die Leiche des Toten ebenfalls nicht von Schnee bedeckt ist, stammt der Handschuh vom Täter. Als wir diesen Handschuh damals gefunden haben, da muss man ehrlich sagen, konnen wir überhaupt gar nicht vorhersehen, ob diese Handschuh mal jemals eine Bedeutung bekommen wird.

und zwar nicht nur für die Ermittlungen rund um den toten Obdachlosen in Berlin, sondern auch in Finsterwalde, wo Ermittler vor dem Wohnhaus des getöteten Rentners vergebens nach dessen Auto suchen. Der PKW war weg und konnte man äh irgendwo auch annehmen, dass der oder die Täter mit dem PKW unseres Opfers da geflüchtet sind.

 Stattdessen steht dieses Auto vor dem Haus, das dort gar nicht hingehört. Bei der Überprüfung dieses PKWs sind wir drauf gekommen, dass dieser einem Bekannten unseres Opfers gehörte. Also, es gab zumindest Erklärungsbedarf, sodass wir angefangen haben nach dem Besitzer dieses PKWs zu fangen. Er gehört dem damals 34-jährigen Roman S.

Die Ermittler sammeln Informationen zu dem Mann. Seine Geschichte ist insofern so spannend wie traurig, weil er, sage ich mal, in den 14 Jahren vor der Tat 11 Jahre für diverse Gewaltdeligte und Eigentumsdeligte im Gefängnis gesessen hat. Die Ermittler würden den Mann gerne befragen, doch der ist genauso verschwunden wie der schwarze Ford des Rentners.

 Ist Roman S mit dem Auto unterwegs? Die vorhandene Kennzeichenerfassung an den Autobahnen wird überprüft. Es stellt sich heraus, der Ford fuhr kurz nach dem Mord aus Finsterwalde in Richtung Berlin. Entsprechend haben wir dann die Berliner Kollegen um Mitfahnung gebeten und sind wenige Tage später tatsächlich zum Erfolg gekommen. Die Untersuchungen zu dem Mord an dem Obdachlosen in Berlin stecken zu diesem Zeitpunkt fest.

 Die Arbeit im Milieu zährt an den Kräften der Ermittler. Man wir natürlich gerne schneller vorankommen, versteht manchmal auch natürlich aus unserer Sicht nicht, warum bestimmte Informationen uns gar nicht gegeben werden, aber es liegt einfach daran, dass die Menschen mit der Polizei nicht zu tun haben wollen und ja, dann macht man weiter.

 Das äh das Wichtige ist ja eben auch an unserer Arbeit dran zu bleiben. Noch immer ahnt niemand, dass es zwischen den beiden Tötungsdelikten in Kotbus und Berlin einen Zusammenhang gibt. Doch am 7. Im Februar kommt den Ermittlern ein Zufall zur Hilfe. Als ein Mann in einem Berliner Bekleidungsgeschäft eine teure Jacke stehlen will, wird er von einem Ladendetektiv ertappt und der Berliner Polizei übergeben.

Es ist der von den Kotbusser Ermittlern zur Fahung ausgeschriebene Roman S. Der Mann hat sich verändert. Bei seiner Festnahme ist er gezeichnet von seiner Drogensucht. So, jetzt kommt er noch KBS. Jetzt mussten wir den oder haben wir den noch am späten Abend vernommen. Jetzt denkst du, okay, ein paar Indizien haben wir, vielleicht legt er ein Geständnis ab.

Hat er natürlich nicht. Er hat viel erzählt, aber kein Geständnis abgelegt. Deshalb durchsuchen die Ermittler parallel die Wohnung von Roman S. hoffen, dass sie etwas finden, um den Tatverdacht erhärten zu können. So wie die Tür aufging, fielen allen, die in dieser Tür jetzt standen, im Wohnungsflur in der Mitte ein paar Schuhe auf und wir standen alle in der Tür, gucken auf diese Sohle, haben uns unser Bild von diesem blutigen Schuabdruck angeguckt.

Denn das markante Muster der Schuhsohle von Roman S passt genau zu dem blutigen Schuabdruck, den der Täter in der Wohnung des Toten Rentners hinterlassen hatte. Roman S bleibt inhaft. Ein paar Tage später wird dann in Berlin Mazan, der gesuchte Fort des Toten Rentners entdeckt. Der Wagen wird zu den Mordermittlern in die Lausitz gebracht und dort von der Spurensicherung untersucht.

Sie hoffen einen weiteren Beweis zu finden zum Mord an dem Rentner aus Finsterwalde. In dem Auto wird einiges gefunden. Darunter dieser dunkle Handschuh. Und die Mordermittler befragen noch einmal alle Bekannten von Roman S. Die Aussage eines Mannes macht sie stutzig. Er hatte Roman S in Berlin getroffen und er beiläufig auch von dem Mord an der Grenzalee gehört.

Der hörte Mordkommission und fing an von einem Mord zu erzählen. Der Mord war aber in Berlin. Der sagte uns gar nichts. Und wir haben dann nachgefragt und der hatte aber von unserem Mord infinster Walde noch nichts gehört. Ja. Und ich habe das dann gelesen, habe mich ans Internet gesetzt, hab mal am Rinieren und siehe da, da habe ich ein Verhandlungsaufruf der Berliner Polizei gefunden, das da am 1.

 Februar in Berlin in Neuköln an Grenze, da jemand ermordet worden ist. Die Auswertung der Handydaten von Roman S ergibt zwischen dem 30. Januar und dem 7. Februar 2017 war er mehrfach an der Berliner Grenzallee, genau dort, wo der Obdachlose umgebracht wurde. Hat er also nicht nur den Rentner in Finsterwalde getötet, sondern auch etwas mit dem Tod des Obdachlosen in Berlin zu tun.

Ja, und was dann passierte, war für uns absolut nicht vorhersehbar. Wir haben einen Anruf aus Kotbus bekommen. Die Faher aus Kotbus treffen sich mit den Berliner Mordermittlern. Die Berliner Kollegen haben ihren Sachstand vorgestellt. Wir haben unseren Sachstand vorgestellt. Wir hatten in dem Fahrzeug von unserem Opfer unter anderem in Wollhandschuh gefunden und die Berliner präsentierten ein Gleicha zweiten Handschuh, den sie am Tatort ihres Opfers gefunden haben.

 Der Handschuh aus Berlin und der aus dem Auto passen zusammen. Beide gehörten ursprünglich dem Rentner aus Finsterwalde und verbinden nun die beiden Tatorte mit Roman S. Augenschlich sieht man die beiden Handschuhe gehören zusammen. Dag aber das kann do nicht wahr sein. Jetzt haben wir jetzt ein Beweis wieerweise und dieselbe Person diese B M begangen hat.

In der Spurenauswertung hat sich auch herausgestellt, dass ähm an beiden Handschuhen DNA Spuren sowohl von Roman S als auch von unserem Opfer und auch von dem Berliner Opfer dran waren. Und damit war die Beweiskette geschlossen, dass Roman es sowohl mit unserer Tat auch mit der Berliner Tat zu tun hatte. Auch für den Berliner Ermittler Andreas Voges hat der Täter jetzt ein Gesicht bekommen.

 Er wertet nun gezielt Bilder der Überwachungskameras vom Berliner U-Bahnhof Grenzallee aus. Wir waren erfolgreich. Wir sehen ganz deutlich die Person Roman S, wie er hier zum einen mit den Handschuhen ganz eng am Tatzeitpunkt. Man sieht deutlich, dass er die Hände äh mit Handschuhen bedeckt hat. Und das ist jetzt ein Bild, was ihm kurze Zeit später nach der Tat zeigt.

 Und hier sieht man ganz deutlich, dass mindestens an der rechten Hand der Handschuh fehlt. In der Zeit zwischen diesen beiden Aufnahmen wird der Obdachlose getötet. Auch diese Bilder helfen den Ermittlern schließlich, den Ablauf bei der Taten zu rekonstruieren. Am 30. Januar ist Roman S zunächst in Finsterwalde. Klingelt bei dem Rentner. Der lässt ihn in die Wohnung, weil er ihn über eine frühere Arbeitskollegin kennt.

Roman S verlangt offenbar Geld. Als der Rentner ihm das verweigert, gibt es Streit und Roman S erschlägt ihn in seiner Wut. Mit dem Auto seines Opfers flüchtet er samt der Handschuhe des Mannes nach Berlin. Zwei Tage später will Roman Sich U-Bahnhof Grenzalee Drogen besorgen. Bei dem obdachlosen späteren Opfer vermutet er fündig zu werden.

 Er verfolgt den Mann in den kleinen Park an der Grenzallee und tötet ihn dort mit zahlreichen Messerstichen in Hals und Oberkörper. Dabei zieht Roman S einen der Handschuhe aus, um sein Opfer nach Drogen zu durchsuchen. Den Handschuh, den er dann vergisst. Menschen, die so schwer in dieser Spirale des Drogenkonsums und des Drogenrausches sind, die denken nur noch von einem Drogenrausch zum anderen.

 Und dabei ist ihnen alles andere offensichtlich egal. Sie brauchen Geld. diese Heftigkeit, diese Gewalt, die da ausgeübt wurde, nur um an Drogen zu kommen und vielleicht ein paar Euro, die die das Opfer bei sich hatte, das ist dann das ist schon menschlich dann ganz unten. Wegen Mordes und wegen Totschlags wird Roman zu 14 Jahren und 9 Monaten haft verurteilt mit anschließender Sicherungsverwahrung.

 Begründung: Das Gericht glaubt, dass er auch in Zukunft eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen könnte. Er hat ja nicht meine Frau getötet. Er hat mein Nenschwer verletzt. Der hatte ja mein ganzes Leben hat er. zugrunde gerichtet. Die Information, die wir zunächst für diesen Fall bekommen haben, war, dass eine männliche Person in einen Kiosk gegangen sein soll und soll sofort geschossen haben.

Ich habe dann wohl gerufen: “Hau ab, du Drecksack, wohl ganz laut.” Und da muss der irgendwie hat der Reaktion gezeigt und ist verschwunden. Der Täter äh ist dann nach äh einer sehr kurzen Zeit, nach 16 Sekunden aus dem Kiosk rausgetreten und äh ist dann sofort rechts um die Ecke in die dort befindliche Armen Ruhstraße in Richtung Schlosspark geflüchtet.

Das ging alles blitzchnell. Das wir hatten also überhaupt keine Chance uns zu wehren. Wenn wir dann in der Lage sind innerhalb von 48 Stunden der Polizei so einen super Ermittlungshinweis zu liefern, dann ist das natürlich schon ein tolles Gefühl. Ja. Wiesbaden Biebrich, 20. Dezember 2016. Vier Tage vor Weihnachten, Herr Streges Treiben in den Geschäften auf der Hauptstraße.

Auch im Kiosk von Bodo Wagner ist viel zu tun. Seit mehr als 20 Jahren steht er gemeinsam mit seiner Frau hinter dem Tresen und bedient seine Kunden. Dass der Morgen des 20. Dezember sein Leben für immer verändern würde, ahnte der Geschäftsmann noch nicht, als er an diesem Morgen den Kiosk aufschließt. 6:30 Uhr habe ich ein Kiosköffnet.

Das einzige, was anders war, mein Never war mit seinem Hund bei uns zu Besuch. Und der kam dann später, meine Frau kommt dann immer später nach mir und dann frühstücken wir meistens zusammen im Geschäft. Schon während der Geschäftszeit wechseln wir uns dann ab. Ja, so begann der Tag ganz normal. Die drei frühstücken gemeinsam.

 Bodo Wagner kümmert sich zwischendurch immer wieder um den Hund seines Neffen. Etwa 2 Stunden nach Geschäftsöffnung spielen sich in dem Kiosk unfassbare Szenen ab. Meine Frau und mein Neve standen unterhalten sich unterten sich wohl übers Handy. Mein Never hatte seinen kleinen Hund mitgebracht, stand auch hinter dem Tresen.

Und in dem Augenblick, als ich mich zu meinem Hund runterbückte und ihn streichelte und mit ihm spielte, ging die Tür auf und dann sah ich nur meine Frau und hörte ich nur ein Knall und meine Frau, wie vom Blitz getroffen, lag auf der Erde und gleich eine große Blutlache und ich wusste überhaupt gar nicht, was los war.

 Der Hund war total geschockt. Der ist wohl dann rausgerannt. Das habe ich gar mitgekriegt. Und ich erhob mich und hat er den Täter mich dann auch gesehen und auf mich geschossen und es ging alles blitz schnell. Das wir hatten also überhaupt keine Chance uns zu wehren. Der Neffe wurde äh im linken Halsbereich getroffen.

 Da steckte das Projektil drin, kurz vor einem Halswirbelkörper und das hat ganz knapp die Halsschlagader verfehlt. Also potenziell gefährliche lebensgefährliche Verletzung hervorgerufen. Der Neffe, der ist durch den Hintereingang raus in einen Innenhof. Also ihm ist quasi gelungen, noch zu flüchten vor dem Täter, um dort auf sich aufmerksam zu machen, mit Hilfe rufen, woraufhin ihm dann äh äh die Mitarbeiter eines benachbarten Unternehmens geholfen haben und ihn sofort mit in das Geschäft genommen haben.

Ich habe dann wohl gerufen, das wurde mir dann später gesagt, hau ab, du Drecksack wohl ganz laut. Und da muss der irgendwie hat der Reaktion gezeigt und ist verschwunden, ist aus dem Laden raus, also aus dem Laden geflohen und hat beim raus rausrennen hat er wohl vorne und da hatte ich so ein Zigarrensteller gehabt, da hat er dann noch reingegriffen und hat sich dann zwei billige Zigar mitgenommen, wofür dann im Endeffekt meine Frau sterben musste und meine ich schwer verletzt wurden.

 Der Täter äh ist dann nach äh einer sehr kurzen Zeit, nach 16 Sekunden aus dem Kiosk rausgetreten und ähm ist dann sofort rechts um die Ecke in die dort befindliche Armenruhstraße in Richtung Schlosspark geflüchtet. Es gab einen Inhaber eines Betreuungsbüros, der dort in der Nähe äh sich befand. der wurde auf die Schreie und Geräusche aufmerksam und äh er hat daraufhin äh ähm nach dem Rechten geschaut und wurde letztlich aufmerksam auf eine flüchtende Person, die die Armenruhstraße runterlief und äh er hat versucht ihn äh einzuholen, was ihm aber dann nicht

gelang. Der Täter äh flüchtete in den Schlosspark hinein, zunächst in weitere unbekannte Richtung. Innerhalb von sechzehn Sekunden löscht der unbekannte Täter ein Leben aus und verletzt zwei Menschen schwer. Die Kioskbesitzerin verblutet noch am Tatort. Ihr Mann und ihr Neffe werden notoperiert. Die Mordkommission um Ralf Möbus versucht zu verstehen, weshalb die Schüsse überhaupt gefallen sind.

Zunächst gibt es für die Ermittler nur eine Erklärung. Zu Beginn hatten wir den Eindruck, dass es sich nicht um einen Raubdelikt handelte, weil äh ähm die äh die Informationen äh die wir bekommen haben, die liefen darauf hinaus, dass es äh dass der Täter quasi äh das Kiosk oder den Kiosk betrat und unvermittelt geschossen hat äh und gar nicht nach irgendwelchen nach der Herausgabe gefragt hat oder das gefordert hat.

 äh sodass wir zunächst erstmal äh äh vermutet haben, dass es sich um einen Beziehungs um eine Beziehungstat handelt. Mit Hilfe der Zeugenaussagen wird ein Phantombild des mutmaßlichen Täters erstellt und veröffentlicht. Kriminaltechniker der Wiesbadener Polizei suchen im Kiosk nach Spuren, die der Täter hinterlassen haben könnte.

Sie finden Fingerabdrücke. Auf dem Boden können einige der Kugeln, die der Täter aus seiner Waffe abgefeuert hat, entdeckt und sichergestellt werden. Und während die Spurensicherung im Kiosk nichts unversucht lässt, melden sich bei der Mordkommission Wiesbaden Zeugen. Sie haben kurz vor den Schüssen eine interessante Beobachtung gemacht.

Das waren Passanten oder auch Anwohner oder Leute, die dort arbeiten, die angaben, dass ihnen ähm dort eine Person auffielt, die sich im Nahbereich oder unmittelbar am Kiosk aufhielt, ähm die fremd war und die sich verdächtig verhalten hat in dem Sinne, dass man den Eindruck hatte, ja, baldobt die Person was aus oder äh wartet die auf jemanden, will die abgeholt werden.

 Man konnte diese Person nicht so ganz zuordnen. Wir haben Teams rausgeschickt, die äh den Nahbereich des Tatortes äh abgesucht haben nach etweich äh installierten Videoüberwachungsanlagen und äh darüber hinaus haben wir dann auch festgestellt, dass dort auch regelmäßig äh Linienbusse vorbeifahren an dem Kiosk.

 Nicht jeder Linienbus, aber äh die meisten mittlerweile sind mit Videoüberwachungsanlagen ausgestattet an verschiedenen Punkten und äh teilweise dann auch mit Blick auf die äh ein und Ausgangstüren des Busses und äh wenn man sich vorstellt, dass so ein Bus dann die Straße entlang fährt, äh kann man dann natürlich auch gewisse Bereiche äh außerhalb des Busses äh sehen.

 Und das war auch hier so, dass ein Linienbus da äh unmittelbar an dem Kiosk vorbeigefahren ist. Ähm und diese Kamera vorne, die hat dann tatsächlich auch Außenbereiche gezeigt und man konnte sehen, wie dort schämenhaft, aber gut sichtbar eine Person sich äh am Kiosk aufhielt. Also, es gab ein Hinweis, dass die Person, die in der Nähe des Tatorts sich auffällig verhalten hat, ähm soll wohl auf den Fußboden gespuckt haben.

 Und was die Ermittler dann machen, die Spurensicherer dann vor Ort machen, ist, dass sie natürlich dann den Tatort absuchen und nach typischen Sekretspuren auf dem Fußboden, soweit man sie dann erkennen kann. Hätte es jetzt an dem Tag geregnet, wären diese Spuren möglicherweise alle weg gewesen. Es hat aber nicht geregnet, sodass man noch mutmaßige Grätspuren auf dem Fußboden sehen kann.

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