Mord beim ersten Date | Der Fall Rylee Goodrich T

Mord beim ersten Date | Der Fall Rylee Goodrich T

Mord beim ersten Date | Der Fall Rylee Goodrich 

Es ist Juli 2021 und nachdem die Welt monatelang still stand, normalisiert sich der Alltag in vielen Ländern und Städten wieder. Sportfans können wieder ins Stadion, um ihre Fans anzufeuern. Die ersten Bands und Musiker spielen wieder Konzerte und auch Filmfans können sich auf Kinobesuche freuen. Vor allem Horrorfans kommen im Sommer 21 auf ihre Kosten.

 Neben einem neuen Teil The Conjuring oder The Black Phone startet auch The Forever Perch. Die Perch Filme sind vielleicht keine sineastischen Meisterwerke, aber wenn man sich einfach nur von einem Horroruniversum unterhalten lassen will, bekommt man das, wonach man sucht. Trotzdem ist in der Abendvorstellung nicht allzu viel los, als der Film am 26.

 Juli über die Leinwand des Kinos und Corona in der Nähe von Los Angeles Flimmert. Für das Kinopersonal ist das eher ein Segen als ein Fluch, denn je weniger Besucher im Saal sind, desto weniger gibt’s am Ende der Vorstellung in der Regel aufzuhören. Doch als nach dieser Abendvorstellung das Saarlicht wieder angeht, wartet weit mehr als verstreutes Popcorn oder eine zurückgebliebene Nachobox.

 Zwei Personen haben die Vorführung nicht überlebt. Eine Sache kurz bevor das Video startet. Momentan werden viele Kanäle auf YouTube komplett demonetarisiert und ich möchte mir selbst keine Angst machen, aber falls das jemals passieren sollte, wäre es gut, eine alternative Plattform zu haben und die gibt es eigentlich schon mit Spotify.

 Es wäre echt cool, wenn ihr da mal vorbeischaut und ein Abo da lasst. Aber keine Sorge, ich plane natürlich hier bei YouTube zu bleiben, für immer, wenn es möglich ist, außer dass ihr die Tonspuren eben bei Spotify anhören könnt. Und da viele von euch immer wieder schreiben, dass ihr die Folgen gern zum Einschlafen oder beim Spazieren gehen hört, ist das für euch vielleicht auch ein einfacher Weg, die Folgen runterzuladen und immer dabei zu haben.

 Den Link dazu gibt es in der Infobox und im angepinnten Kommentar. Vielen Dank fürs Zuhören meiner Ängste. Und jetzt geht’s los mit dem heutigen Video. Anthony Barachas und Riley Goodridge kennen sich erst seit ein paar Wochen, aber beiden ist klar, zwischen den beiden liegt eindeutig etwas in der Luft. Der 19 und die 18-Jährige haben sich auf einer Party am 1.

 Juli Wochenende zum Unabhängigkeitsfeiertag der USA kennengelernt und nun knapp 3 Wochen später steht ihr erstes richtiges Date an. Anthony ist ein Typ, der schon zu Schulzeiten gerne Mittelpunkt gestanden hat, im positivsten Sinne. Sein Abschluss hat er 2019 mit Top Noten gemacht als gefeierter Star seines Fußballteams.

In vielen der Theaterproduktionen, die seine Highchool veranstaltet hat, hat er im Laufe der Jahre die Hauptrollen besetzt und zusätzlich im Chor gesund. Und nicht nur im echten Leben, sondern auch in der digitalen Welt ist Anthony mehr als beliebt. Aus seinem TikTok Account hat er beinah eine Million Follower.

 Wir verdient er sogar so viel Geld, dass er davon leben kann. Auch wenn ein Kumpel später sagt, dass Anthony auf TikTok wirklich seine schillernste Seite zeigt. Eigentlich sei er total bodenständig. Auf Social Media dreht er manchmal auf, aber einfach weil das eben das TikTok Business ist. Als der Vater von Riley Goodridge hört, dass sie mit einem Tiktoker ausgehen will, ist er erstmal alles andere als begeistert.

 Auch Riley hat den typischen Traumlebenslauf einer USTenagerin. Sie hat die Highchool ebenfalls mit sehr guten Noten abgeschlossen und war jahrelang als Cheerleaderin aktiv. Außerdem spielt sie Volleyball und geht gern Laufen. Ähnlich wie Anthony versucht auch sie so gut es geht selbständig für ihren Lebensunterhalt aufzukommen.

 Sie ist gerade erst frisch aus der Schule raus und hat angefangen Kurse für einen Abschluss in Business Marketing zu belegen. Trotzdem verdient sie sich mit Wimpernliftings etwas dazu. Bevor sie im Sommer zuvor ans College gegangen ist, hat sie bei ihrem Vater ausgeholfen, der als Privatdetektiv tätig ist. Riley und Anthony sind also genau auf einer Wellenlehne.

 Direkt nach ihrem Kennenlernen haben die zwei sich erst einmal nicht treffen können. Für Anthony stand nämlich ein Urlaub auf Hawaii an, aber die beiden haben online Kontakt gehalten und Anthony ist sogar mit Mitbringseln für Riley und ihre Familie aus dem Urlaub zurückgekommen. Nach seiner Rückreise steht er mit einer Tasche voller Souvenirs bei den Goodriches vor der Tür.

 Nicht nur Riley, sondern auch ihre Eltern sind hin und weg. Auch Rileys Vater findet Anthony doch viel netter, als er gedacht hätte. Zumal der 19-jährige sogar selbst sagt, das mit Social Media sei halt einfach nur ein Job. Er würde dort auf eine bestimmte Art auftreten, weil so eben das Geschäft läuft. Für Rileys Eltern ist nach dem ersten Kennenlernen klar, dass Anthony in Wirklichkeit ganz anders ist.

 Ein rund um sympathischer Kerl, der Riley offenbar richtig gern mag. Kein Wunder, dass die 18-Jährige am Abend des 26. Juli 2021 aufgeregt ist. Sie und Anthony haben ein romantisches Date geplant. Erst wollen sie zusammen essen gehen, dann ins Kino. Bislang haben sich die beiden nie unter vier Augen gesehen. Umso wichtiger ist es, Riley, den perfekten Look für das Date hinzubekommen.

 Sie hantiert eine ganze Weile mit ihrem Lockens herum, ehe sie zufrieden ist. Dem gemeinsamen Abend steht damit nichts mehr im Wege. Zusammen machen sich Riley und Anthony am frühen Abend auf den Weg zur More the Crossings and Corona südöstlich von Los Angeles. Zunächst gehen sie bei Woodrench essen. Die Restaurantkette ist vor allem für ihre Fleischgerichte bekannt, die über einem Holzgild zubereitet werden.

 Es ist Rileys absolutes Lieblingslokal. In der Maul befindet sich auch ein großes Kino, das Regal Edward Cinema. Um 21:35 Uhr beginnt im Saal Nummer 15 die Vorführung von The Forever Perch. Der Saal ist fast leer. Anthony und Riley können sich gute Plätze in Reihe F in der Mitte sichern. Der gemeinsame Abend ist sehr schön.

 Der Film hingegen lässt eher zu wünschen übrig. Kurz vor dem Ende schreibt Riley ihrer Mutter sogar noch eine SMS, dass der Film ein kompletter Reinfall und einfach nur richtig bescheuert sei. Es ist die letzte Nachricht, die die 18-Jährige je verschicken wird. Als der Film endet und das Licht im Saal wieder angeht, werden Anthony und Riley nicht mehr am Leben sein.

Um Kurz nach 23:30 Uhr gehen in Saalnummer 15 des Regel Edwards Cinema die Lichter wieder an. Ein paar Minuten später betritt ein einzelner Mitarbeiter den Zahl, um verstreutes Popcorn vom Boden aufzufegen und die leeren Getränkebächer einzusammeln. Das Ganze sollte schnell zu schaffen sein. Immerhin wurden gerade einmal sechs Tickets für die Vorstellung verkauft.

Doch als der Mitarbeiter in den Saal kommt, sitzen noch zwei Personen im mittleren Teil des Saals. Sie sind auf ihren gepolsterten Sitzen zusammengesunken und Blut überströmt. Sofort wird ein Notarzt und die Polizei gerufen. Doch für die 18 Jahre alte Riley kann man nichts mehr tun. Sie wird noch vor Ort im Kinosaal für Tod erklärt.

 Der jungen Frau wurde offenbar von hinten in den Kopf geschossen. Anthony wird zwar zunächst in ein nahgelegenes Krankenhaus gebracht, doch auch für ihn gibt es kaum Hoffnung. Projektile sind bis in seinen Höhen eingedrungen. Anthony wird fünf Tage später im Alter von nur 19 Jahren an den Verletzungen sterben. Mehrere Organe werden nach seinem Tod gespendet und können so anderen Personen ein neues Leben schenken.

Die Nachricht des brutalen Angriffs auf die beiden Teenager verbreitet sich in den kalifornischen Medien rasant. Der Schock ist groß, denn niemand kann sich erklären, wer Riley und Anthony etwas angetan haben soll, zumal niemand mehr im Kinosaal gewesen ist, als die beiden dort gefunden wurden.

 Der Täter muss es geschafft haben, unbemerkt aus dem Gebäude zu entkommen. Gehört hat die Schüsse aber niemands, weder in den Kinoseelen nebenan noch im Fyer. Die Spurensicherung ist anders als bei herkömmlichen Kriminalfällen, denn das Einsammeln von DNA Proben oder Fingerabdrücken kann die Polizei hier im Grunde vergessen.

 In dem Kinosaal sitzen täglich dutzende verschiedene Leute. Am vielversprechendsten sind ein Projektil und drei Patronenhülsen, die im Kinosaal Nummer 15 gefunden werden und die Buchungsdaten derjenigen, die am Abend des 26. Juli The Forever Perch angeschaut haben. Für die Vorstellung wurden ja sechs Tickets verkauft. Zwei davon gingen an Anthony und Riley.

 Für die Polizei ist es jetzt natürlich wichtig herauszufinden, wer die vier anderen Kinogänger gewesen sind, denn die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sich der Täter unter ihnen befindet. Schon am nächsten Tag hat die Polizei eine vielversprechende Spur. Die vier übrigen Tickets wurden als zusammenhängende Plätze an eine Person verkauft, offenbar also an eine Freundesgruppe.

Und das Wichtigste, sie wurden auf der Website des Regal Edwards Cinema gekauft und dort muss man als Käufer auch seinen Klarnamen und seine volle Adresse angeben. Innerhalb weniger Stunden steht die Polizei also bei dem Käufer der Kinotickets vor der Tür. Der Käufer gibt an, gemeinsam mit drei Freunden ins Kino gegangen zu sein.

 Allerdings sei der Besuch nicht ohne Zwischenfälle verlaufen. Die Polizei kann zunächst drei der vier Freunde befragen. Im Wesentlichen sagen sie alle dasselbe. Von einem Ermittler wird es wie Volk zusammengefasst. In der Mitte des Films verließ Joseph den Saal und kam mit einer Tasche zurück, von der er ihnen erzählte, dass sich darin ein Strap befinde.

 Die Zeugen ging davon aus, dass damit eine Handfeuerwaffe gemeint war. Sie berichteten, Joseph habe vor sich hingemurmelt und Selbstgespräche geführt, was ihnen Unbehagen bereitete. Sie behaupteten, sie müssten auf die Toilette, verließen jedoch den Saal und ließen Joseph zurück. Zwei der drei Freunde hingen danach noch vor der Mall herum, nachdem sie das Kino verlassen hatten.

 Um 23:28 Uhr hätten sie noch gesehen, wie ihr Freund Joseph aus dem Kino gerannt kam und mit seinem Auto davon gerast sei. Das war 7 Minuten, bevor Mitarbeiter Riley und Anthony blut überströmt aufgefunden hat. Nicht nur das, die drei Freunde geben auch an schon früher am Tag in den Nachrichten von dem Doppelmord im Kino gelesen zu haben.

 Sie alle sagen, sie hätten sofort gedacht, dass ihr Kumpel Joseph Rimenes dafür verantwortlich sein müsste. Doch keiner von ihnen hat die Polizei alarmiert. Den 27. Judi verbringen die Mittler im Wesentlichen damit die drei Freunde von diesem Joseph zu befragen und im Hintergrund die Verhaftung des 20-jährigen vorzubereiten. Kurioserweise es ist der Verdächtige selbst, der an diesem Abend die Polizei informiert.

 Er setzt um 21:30 Uhr einen Notruf ab. Er gibt an verfolgt zu werden. Und mit diesem Gefühl liegt er genau richtig, denn Undercover Polizisten haben sich an seine Fersen geheftet, um ihn der Nähe seiner Meldeadresse festzunehmen. Als die Polizisten ihren Zugriff starten, ist Joseph bewaffnet. Doch glücklicherweise können die Beamten die Lage entschärfen und niemand wird verletzt.

Während Joseph wegen Mordverdachts ins Gefängnis gebracht wird, durchsucht man den Trailer, in dem er lebt. Dort findet man eine Waffe, die demselben Kaliber entspricht, wie die, mit der Riley und Anthony getötet wurden. Darüber hinaus findet man ein illegales Trommelmagazin, mit dem der Schütze zahlreiche Schüsse abgeben kann, bevor er nachladen muss.

Und im Auto des Verdächtigen liegt das Portemonnaie von Riley. Mehr Beweise kann es wohl kaum geben und das scheint auch der mutmaßliche Mörder selbst zu begreifen, denn er leugnet die Tat nicht, sondern geht in die Offensive. Im Monat nach seiner Festnahme gibt Joseph Rimenes aus dem Gefängnis heraus ein Interview.

 Darin erzählte dem Journalisten er leide unter Schizophrenie. Er habe Ridy und Anthony umgebracht, nachdem er monatelang Stimmen gehört habe. Er gibt an Ende 2020 eine Schizophreniediagnose erhalten und auch Medikamente verschrieben bekommen zu haben. Er räumt jedoch ein, dass er die Medikamente zuletzt nicht genommen habe.

 Die Tabletten seien ihm ausgegangen und er habe sich nicht darum gekümmert, ein neues Rezept zu besorgen. Zunächst hätten die Stimmen, die er gehört haben will, ihm gedroht, Dinge wegzunehmen, sein Fernseher oder sein Auto. Manchmal hätten ihm diese Stimmen jedoch auch gesagt, dass seine eigenen Freunde und seine Familie umgebracht werden würden.

 Der Journalist fragt darauf hin, ob Joseph gedacht habe, der einzige Weg sein eigenes Umfeld zu schützen sei der Doppelmord gewesen. Darauf antwortet er mit im Grunde ja. Am 26. Juli seien die Stimmen so überwältigend gewesen, dass er sich nicht auf den Film konzentrieren konnte. Dabei ging es laut Joseph Rimenes selbst gar nicht um das Thema des Films.

 Dass es ein Horrorfilm war, hat keine Rolle gespielt, sondern einfach nur die unerträglichen Stimmen in seinem Kopf. Also sei er aufgestanden und habe das Kino verlassen. Allerdings nicht, um nach Hause zu fahren, um runterzukommen oder sich Hilfe zu holen. Stattdessen, so erzählt es dem Journalisten, sei er zu seinem Auto gegangen und habe eine Schusswaffe aus dem Kofferraum geholt.

Diese Waffe habe er zuvor auf der Onlineplattform Offer abgekauft. Laut Ermittlern handelt es sich wohl um eine sogenannte Ghostgang. Sie wurde aus verschiedenen Teilen anderer Waffen zusammengebaut, wodurch Joseph als Käufer die bundessstaatliche Hintergrundprüfung zum Waffenkauf umgehen konnte.

 Als er damit ins Kino zurückgekehrt ist, haben seine Freunde die Flucht ergriffen, allerdings eben ohne dass sie die anderen Leute im Saal oder das Kinopersonal alarmiert hätten. Joseph erzählt, er und seine Freunde hätten Plätze fast ganz hinten gehabt. Riley und Anthony saßen also vor ihn. Die beiden waren die einzigen verbliebenen Zuschauer im Saal, nachdem Josephs Freunde abgehauen war.

 Und das war alles der einzige Grund, weshalb er das Paar ermordet hat. Einfach nur, weil sie die einzigen beiden im Kino sei gewesen sind und er irgendwie der Meinung gewesen sei, würde er den Doppelmord nicht begehen, sei seine eigene Familiengefahr. Genauere Zusammenhänge erläutert er nicht, falls es überhaupt welche gibt.

Jimenes beschreibt in dem Interview, wie er von hinten an die beiden rangetreten ist. Erst habe er auf Riley geschossen. Anthony sei daraufhin heftig zusammengezuckt. Dann habe er auch sofort auf ihn das Feuer eröffnet. Nur wegen diesem Zucken hat sich Anthonys Kopf überhaupt so bewegt, dass er nicht sofort verstorben ist.

 Anders als Riley wurde er nicht im Hinterkopf getroffen, sondern seitlich durchs Auge. Die drei Freunde von Joseph Jimenez werden übrigens nicht strafrechtlich verfolgt. Nach US-Recht haben sie sich keiner unterlassenen Hilfeleistung oder ähnlichem schuldig gemacht. Eine Rechtsprofessorin erklärt das so. Sie haben sich nicht wie gute Bürgerverhalten, aber es besteht keine Pflicht, verdächtiges Verhalten zu melden oder zu melden, wenn man glaubt, dass jemand im Begriff ist, eine Straftat zu begehen.

 Joseph Rimenes hingegen kann eine Anklage natürlich nicht entgehen. Vor Gericht konkretisiert Joseph Rimenes das mit den Stimmen, die ihr gehört haben will, noch einmal genauer. Er berichtet, dass er geglaubt habe, die Stimmen seien aus den Ren in der Mitte des Saals gekommen, also aus dem Bereich, in dem Riley und Anthony gesessen haben.

 Es seien zwei Stimmen gewesen, die ihn schon seit Monaten gequält hätten. eine weibliche Stimme, die er Abigael nennt und eine weitere. Nur weil ihn das so fertig gemacht habe, habe er sich überhaupt die Schusswaffe zugelegt, um sich selbst zu beschützen. Joseph Remenes sagt, er sei sich manchmal unsicher gewesen, ob die Stimmen nur in seiner Einbildung oder in der Realität existiert hätten.

 Doch an dem Abend im Kino sei er sicher gewesen, dass es die Stimmen echter Menschen gewesen sei. Immer wieder hätten sie gesagt, wir kommen, um euch zu holen. Das Ganze habe auch schon vor dem Kinobesuch angefangen. Da waren Joseph und seine drei Freundin nämlich noch etwas essen. in dem Restaurant Romeinos Macaroni Grill in der Mall.

 Beim Essen habe er die Waffe bei sich getragen und geglaubt, Stimmen aus der Küche des Restaurants zu hören. Allerdings hat er sich davon nichts anmerken lassen. Er hat nach dem Hauptgang sogar noch einen Nachtisch bestellt. Nach dem Essen sei er kurz nach Hause gefahren, erzählt Joseph.

 Als er daraufhin zur Crossings Mall fuhr, hat er seine Schusswaffe im Auto gelassen, um ins Kino zu gehen. Allerdings ist er eben in der Hälfte des Films aufgestanden, um sie zu holen. Joseph erzählt nun zurück. Im Kino habe er die Tasche mit der Waffe seinen Freunden gezeigt. Dann habe er ihn mit einer Kopfbewegung zu verstehen gegeben, dass sie gehen soll.

Joseph Rimenes steht übrigens nicht nur wegen zweifachen Mordes vorgericht. Wie er selbst zugibt, hat er die beiden nach seiner Tat auch noch bestohlen. Er ist über den schwerverletzten Anthony geklettert, um an Rileys Portemonnaie zu kommen. Und wie wir uns erinnern, wurde das dann ja in seinem Auto gefunden.

Weil die Indizien alle gegen ihn sprechen, beruht Josephs Taktik darauf, oft nicht schuldfähig zu pläieren wegen seiner mentalen Verfassung. Den Grundstein für diese Verteidigung hat er gewissermaßen ja schon kurz nach seiner Verhaftung mit dem Gefängnisinterview gelegt. Der zuständige Richter erkennt das, was Joseph gesagt hat, in Teilen an.

 An der Schizophreniediagnose bestehe kein Zweifel, auch nicht daran, dass der Angeklagte seine Medikamente zuletzt nicht genommen habe. Aber der Richter sieht noch viel mehr Anhaltspunkte dafür, dass Joseph am Abend der Tat eben doch im Besitz seiner geistigen Kräfte gewesen ist. Zum einen, dass er noch nach dem Doppelmord das Portemonnaie von Riley geklaut hat.

 Zudem hat Joseph wohl noch vor dem Film eine Mitarbeiterin des Kios nach ihrer Nummer gefragt und dabei hat er ganz normal gewirkt. Außerdem so der Richter weiter, hat Joseph seine Freunde nach eigener Aussage ja vor dem Mord gewarnt. Joseph selbst sagt ja, er habe seinen Freund mit einer Kopfbewegung zu verstehen gegeben, sie sollten den Saal verlassen.

 Und zuletzt hat er nach seiner Verhaftung zuerst gar nichts von den Stimmen erzählt. Das kam wohl erst später auf. Und all das führt zu der Entscheidung des Gerichts, dass Joseph Jimenes voll schuldfähig ist. Dementsprechend wird er zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt ohne eine Aussicht auf Bewährung. Formal gibt es auf das lebenslange Urteil noch mal 50 Jahre oben drauf.

 So oder so ist klar, dass Joseph Jimenez nie wieder frei sein wird. Der zuständige Pflichtverteidiger sagt nach dem Urteil etwas, das zumindest in Teilen ein valider Einwand ist, nämlich, dass die Doppelmorde auch ein Produkt des Gesundheitssystems sei. Das ist eine durchaus berechtigte Kritik an der Gesundheitsversorgung, die gerade im Bezug auf mentale Probleme zu wünschen übrig lässt, nicht nur, aber auch in den USA.

 Allerdings konnten die Ermittler auch herausfinden, dass Joseph vor der Tat durchaus aufgeklärt wurde. Er wurde mehrfach stationär wegen seiner psychischen Probleme behandelt. Jedesmal sei er darauf aufmerksam gemacht worden, dass er seine Medikamente einnehmen müsse und keine Drogen konsumieren soll. Dennoch sind ihm regelmäßig die Tabletten ausgegangen.

 Zudem hat er Alkohol und Marihuana konsumiert, was in Kombination mit seiner Diagnose negative Auswirkung haben kann. Klar, eine Diagnose kann natürlich dazu beitragen, dass Menschen bestimmte Entscheidung treffen, aber sie können nur in den seltensten Fällen als alleinige Erklärung durchgehen. Weltweit sind mehrere 10 Millionen Menschen im Laufe ihres Lebens einmal von Schizophrenie betroffen und stellen keine Gefahr für andere da.

 In Ermittlung hat Joseph ja mehrfach Hilfe bekommen oder wenigstens Wegweise erhalten, die er jedoch wissentlich ignoriert hat, als er etwa die Medikamente abrupt abgesetzt hat, dass man ohne ärztliche Absprache eh nicht machen sollte. Wenn das Gericht mit der Einschätzung richtig liegt, dass er seine Diagnose eher als eine Ausrede für die Tat benutzt hat, dann hat Joseph Jimenes nicht nur zwei unschuldige Personen umgebracht, sondern damit auch noch anderen Betroffenen dieser Krankheit geschadet.

Und damit sind wir am Ende des heutigen Videos angekommen. Ein richtig heftiger Fall. Teilt eure Gedanken zu dem Fall gerne in den Kommentaren. Mich beschäftigt vor allem noch das Verhalten der Freunde von Joseph, die einfach gegangen sind. Ich frage mich, wie das hier wohl in Deutschland gewesen wäre. Wären sie aufgrund von unterlassener Hilfeleistung angeklagt worden oder wäre das ähnlich verlaufen wie hier in dem Fall? Und was mich interessiert, wie ihr das Ganze seht.

 Moralisch und auch gesetzlich natürlich. Lasst mich das gerne in den Kommentaren wissen. Ihr kennt das Spiel hier. Nebenbei unterstützt ihr auch mit jeglicher Interaktion den Kanal. Egal, ob ihr kommentiert, liked oder einfach beim nächsten Mal wieder reinschaut. All das unterstützt in Solito und ermöglicht die Uploads hier.

 Und wenn ihr mich noch mehr unterstützen wollt, abonniert mich gerne bei Patrick. Da bekommt ihr die Videos 24 Stunden früher ohne Zensur und ohne Werbung. Den Link dazu findet ihr in der Infobox, genauso wie die Links zu meinem Instagramkanal und meinem Discord. Vielen Dank schon an meem voraus. Ansonsten gibt es nicht mehr viel zu sagen.

 Ich wünsche euch einen guten Morgen, Mittag oder Abend oder je nachdem wann ihr das Video seht und hoffe, dass wir uns im nächsten Video wiedersehen. Bis dahin, ciao Leute. เฮ M.

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