Der mysteriöse Doppelmord von Susan & Christopher Edwards T – Part 2
Eigentlich müsste der Leichengeruch da schon so heftig gewesen sein, dass weder eine Portion Fischen, Chips noch ein Eurovision Abend imselben Haus irgendwie hätte genießbar sein können. Auch die Entsorgung der Leichen wäre deutlich schwieriger gewesen. Es hätten sich zu diesem Zeitpunkt schon diverse Flüssigkeiten gebildet und gesammelt. Die Haut hätte sich abgesch.
Zahlreiche Fliegen hätten sich innerhalb der Wochen in den Leichen eingefunden. Alles ziemlich unappetitlich und trotzdem haben Susan und Christopher so etwas mit keiner Silber erwähnt. In ihren Aussagen wirkt es so, als sei die Verbringung der Leichen aus dem Schlafzimmer in den Garten gar kein großes Problem gewesen.
Wären die Witcheries aber schon eine Woche tot gewesen, wäre das definitiv schwierig geworden. Und das ist ein wichtiger Punkt, denn dafür, dass die Witchies schon eine Woche zuvor umgekommen sind, spricht nur Susans Aussag. ihre Aussage in der Christopher gar nicht dabei gewesen sein soll. Aber so wie Susan und Christopher in ihren Aussagen von der Beseitigung der Leichen erzählt haben, klingt es so, als sein die Witcheries erst kurz davor umgebracht worden oder sogar unmittelbar davor.
Es ist viel wahrscheinlicher, dass die Witcheries an dem Tag vergraben wurden, an dem sie auch ermordet wurden. Ergo an dem Tag, an dem Susan und Christopher gemeinsam nach Mansfeed gekommen sind und dass damit eben sehr wohl beide Ehele in der unmittelbaren Tat mit drin hängen. Das passt auch viel besser dazu, dass Christopher sich im Gegensatz zu Susan mit Schusswaffen auskennt.
Deshalb lautet die Theorie der Staatsanwaltschaft: Amurovision Wochenende ist gar nichts passiert, sondern schon alles eine Woche vorher. An dem Wochenende, an dem Susan angeblich allein in Mansfield war. Die Staatsanwaltschaft ist sicher, dass Christopher sehr wohl mit ihr bei den Witcheries war und dass er die beiden auf geheißen seiner Frau hin schon da erschossen hat.
Denn am Tag danach war Susan direkt bei der Bank, um das Geld ihrer Eltern umzuschichten. Die ganze Story rund um das ESC Wochenende haben durch die Edwards demnach nur ausgedacht, damit wenigstens einer der beiden nicht wegen eines Kapitalverbrechens dran ist. Na ja, und damit wenigstens der Tod von William auf die Kappe von Patricia geht, deren Tod wiederum als Totschlag und nicht als Mord dargestellt wird.
Und warum es in den Aussagen von Susan und Christopher erstaunlicherweise so gut wie gar nicht geht, all Geld, dass die beiden noch über die verstorbenen Witcher kassiert haben. Bei den beiden war auch nie die Rede davon, dass Susan direkt im Mai 1998 zur Bank gegangen ist, um sich einen Zugriff auf die Konten ihrer Eltern zu organisieren.
Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass das Thema Geld zwischen Susan und ihren Eltern schon Jahrzehnte zuvor ein Streitpunkt gewesen ist. Nicht nur, weil Susan immer mehr davon brauchte, um ihre Sammlung von Hollywoods Erinnerungsstücken zu finanzieren, sondern auch wegen eines Konflikts aus ihrem jungen Erwachsenenalter.
Die Richterin schildert das im Prozess wie folgt. Es gab etwas, dass sie ihren Eltern viele Jahre lang über genommen haben. Als sie 21 waren, hinterließ ihn die zweite Frau ihres geliebten Großvaters 10 000 Pfund. Die Hälfte davon haben sie viel Urlaube für sie selbst und ihre Mutter ausgegeben. Die andere Hälfte wurde 1979 für den Kauf eines Hauses ihrer Eltern Edgeware verwendet.
Ihr Name stand in den Urkunden. Sie sagen, ihre Eltern hätten sie emotional erpresst, damit sie ihren Anteil am Haus überschreiben, weil es der Wunsch ihres Großvaters gewesen sei, dass ihre Mutter erben sollte. Das war 1983 und aus ihren Befragungen ihrer Aussage vor Gericht geht klar hervor, dass Sie damals und auch heute noch der Meinung sind, dass ihre Eltern ihnen etwas vorenthalten haben, dass ihnen ihrer Meinung nach rechtmäßig zustand.
Ihre Eltern verkauften das Haus mit Gewinn und kauften davon ein billigeres Haus in Mansfield. Die beiden behielten den gesamten Erlös. Sie haben ihnen nie vergeben. Ihr Groll schwählte jahrelang und gleichzeitig verschuldetten sie sich. Susan soll sich von ihren Eltern hintergangen gefühlt haben, weil die sich nicht an einem Hausverkauf Anfang der 80er beteiligt hatten, obwohl das Kapital davon ursprünglich von Susan kam.
Während Patricia und William sich mit dem Erlöst des Hausverkaufs Eigenheim in Mansfield leisten konnten, saß Susan mit Christoph einer Sozialwohnung in Dagenh leitende Ermittler Griffin sieht genau hier den Knackpunkt. Er sagt, dies ist ein Paar, das offenbar seit einigen Jahren geplant hatte, Rache für die Entziehung des Erbes zu nehmen, dass Susan von ihrer Stiefgroßmutter zugestanden hätte.
Sie hatten mehrere Jahre damit verbracht, zu planen, wie sie einen Teil dieses Geldes zurückbekommen können und sich dann für eine Vorgehensweise entschieden. Sie sagten sich, wir fahren nach Mansfield, töten dieses Paar, von dem wir wissen, dass es niemand vermissen wird und nehmen ihr ganzes Geld. Und mit diesem Geld haben sich die Edwards dann 15 Jahre lang ein freies Leben und ihre Sammelleidenschaft finanziert, während die Witcheries unbemerkt von allen ihrem eigenen Garten vergraben lagen.
Auch Su Bramley, die das Haus der Witcheries inzwischen gemietet hat, ist beim Prozess dabei. Sie versucht sich so viele Verhandlungstage wie möglich anzuschauen. Sie möchte Gewissheit haben, was in dem Haus passiert ist, in dem sie seit Jahren mit ihrer Tochter wohnt. Allerdings findet zu den Prozess eher verstörend als versöhnlich.
Vor allem als Christopher Edwards vor Gericht noch einmal erzählt, er sei noch mal zu dem Haus in Mansfield zurückgekehrt, nachdem es verkauft wurde. Er habe schauen wollen, ob das Geheimnis von ihm und Susan aufgeflogen sei. Allerdings hätten ihn die Mieter des Hauses dabei gestört. Das können nur Suda ihre Tochter gewesen sein.
Sie kann sich zwar nicht an einen solchen Zwischenfall erinnern, trotzdem bekommt sie ein mulmiges Gefühl. Sie dürfte angesichts des Urteils, zu dem das Gericht kommt, erleichtert sein. Der Missbrauch, den Susan auch nach Überzeugung der Richterin durch ihren Vater erfahren hat, wird nicht Strafbilmdern einbezogen.
Susan und Christopher Edwards werden wegen des Mordes an Patricia und William Witchery beide für schuldig befunden. Die beiden haben sich gemeinschaftlich entschlossen, das Ehepaus Habgier zu ermorden. Beide werden zu einer Freiheitsstraft von mindestens 25 Jahren verurteilt. Erst danach werden sie einen Bewährungsantrag stellen können.
Zum Zeitpunkt ihrer Verurteilung sind Susan und Christopher bereits Anfang 50. Es ist also möglich, dass die beiden das Gefängnis nie wieder verlassen werden. Ein Berufungsversuch von Susens Anwälten wurde abgelehnt. Ich möchte euch noch eine weitere Kuriosität aus dem Prozess nicht vorenthalten.
Naturgemäß geht es viel um die Sammelleidenschaft der Edwards. darum, dass sie all ihr Geld für Hollywood Erinnerungsstücke aus dem Fenster geworfen haben und um die Briefreundschaft zwischen den Edwards und Gerard de Paddieu, von der ich euch schon erzählt habe. Auch Christopher hat sein Verhören davon berichtet, aber vor Gericht kommt jetzt etwas raus, was selbst Christopher noch nicht gewusst hat, nämlich, dass die Briefe überhaupt nicht von Gerard Depardieux sind, sondern von Susan.
Sie hat jahrelang Briefe gefälscht in gebrochenem Englisch, mit geschickt eingesetzten Fehlern und gefälschter Handschrift, damit alles so aussah, als käm sie wirklich von dem französischen Schauspieler. Sie hat sogar eine Stempelmaschine gekauft, um französische Briefstempel zu faken. Susan gesteht, sie habe damit angefangen, weil Christopher Bruder sich das Leben genommen hat.
Aus den Medien wusste sie, dass auch Gerard Depie einen Bruder hatte, der Selbstmord begangen hat. Also dachte sie, es würde ihren Mann aufmuntern, wenn er sich mit jemandem austauschen kann, der sein Schicksals teilt. Susan hatte sogar behauptet, Gerard Depadieu in den Mord an ihren Eltern eingeweiht zu haben. Sie hat Christopher glauben lassen, dass Depadieu versprochen hatte zu helfen, indem er Leute bezahlen würde, um sich in britische Personensysteme einzuhacken und die Daten von William und Patricia Richery zu löschen, damit endgültig
alles so aussehen würde, als hätten sie nie existiert. Christopher berichtet, ab Mitte der 2000er hätten sich die Briefe vom vermeintlichen Geraard geändert. Da hätte er geschrieben, die angeblichen Hacker hätten stattdessen Wege gefunden, Geld auf die Konten von ihm und Susan überweisen zu lassen, dass sie also im Grunde einen Moneyglitch für die Edwards entdeckt hätten.
Dieser Moneyglitch war Mitte der 2000er wohl eher der Erlös aus dem Hausverkauf der Witcher das, was Christopher sagt, denn stimmt, er impliziert hier ja im Grunde, dass er gar nicht wusste, wo das Geld all die Jahre herkam. Christopher sagt sogar, Susan habe kurz vor der Rückkehr nach England versucht, ihm zu erzählen, dass alles rund um Gerard Depadieu bloß ausgedacht war, aber er hat ihr nicht geglaubt oder wollte ihr nicht glauben.
Dieses Beispiel zeigt wohl ganz gut, wie sehr das Epan seiner ganz eigenen Realität gelebt hat in einer Fantasiewelt aus dem alten Hollywood und einer unbrechbaren Sammelleidenschaft, in der das Geheimnis aus dem Garten Nummer 2 Blanhheim Close gar keine Rolle mehr gespielt hat. Su Bremley wohnt auch Jahre später noch in dem Haus, in dem William und Patricia Witchery umgebracht wurden.
An die Stelle, an der Christopher und Susan Edwards die beiden Toten vergraben hat, hat Su Bremley einen kleinen Rosenbusch gepflanzt. Doch auch jetzt, wo die Leichen dort nicht mehr liegen, will dort nichts so richtig blühen. Dafür ist sie mit ihrer Tochter gemeinsam zur Beisetzung gegangen, als die Witcheries 2014 eingeächert wurden.
Sie waren zwei von insgesamt nur 14 Gästen. Die meisten anderen waren Journalisten, Polizisten und ansonsten noch ein paar Nachbarn. 2021 hat zu Bramlin noch einmal viele Anfragen von verschiedenen Medien bekommen, denn da wird eine Sky Miniserie zu dem Mod in den Witcher ausgestrahlt. Sie heißt Landscapers. Zu betrachtet die Serie kritisch unter anderem, weil sie als humorvoll vermarktet wird und das versteht Susan im Zusammenhang mit einem Doppelmord nicht. Sus Kritik ist nachvollziehbar.
Trotzdem kann ich euch die Serie empfehlen. Die vier Folgen sind wahnsinnig gut produziert und gehen sehr interessant mit den vielen Widersprüchlichkeiten in den Aussagen der Edwards um. Ohne spoilern zu wollen, so habt ihr True Crem garantiert noch nie gesehen. Was man der Serie allerdings anlassen kann, es geht viel um Susan und Christopher und sehr wenig um William und Patricia Witchel, aber vielleicht ist das bei diesem Video ähnlich und vielleicht muss man genau diese Geschichte mit einem solchen Blickwinkel erzählen, weil man sie
anders überhaupt nicht fassen kann. Die vielen Hollywood Erinnerungsstücke, die Susan und Christopher mit dem gestohlenen Geld gekauft haben, durften die beiden übrigens nicht mit ins Gefängnis nehmen. Die Sachen wurden konfisziert und sollen von den Behörden verkauft werden. Das ist im britischen Gesetz überträge aus Straftaten so vorgesehen.
Die Edwards haben die Sachen als Susens Eigentum aufgefügt. Christophers Vermögen bezug zum Zeitpunkt der Verhaftung laut offiziellen Dokumenten genau 17 Pfund6, aber allzu viel ist auch aus Susans Fanartikel nicht rauszuholen. Die Edwards haben einen fünfstelligen Betrag für die Sachen aus ihrem Koffer ausgegeben.
Geld, dass sie jahrelang von Susans ermordeten Eltern gestohlen haben. Die Polizei hat den reellen Wert der Sache nun einmal offiziell von Experten schätzen lassen. Er beträgt höchstens 3000 Pfunds. Susan und Christopher Edward sitzen auch heute noch im Gefängnis. Getrennt voneinander versteht sich. Nur zu ausgemachten Termin und unter Aufsicht dürfen die beiden sich sehen.
Die beiden sind nach wie vor verheiratet und bestehen auf ihre Version der Geschehnisse. Am Ende hat weder die Haft noch Susans Lügen über Gérard Depadieu und schon gar nicht das gemeinsame Verbrechen die Edwards auseinander gebracht. Wahrscheinlich macht das den Fall zu einem der kuriosesten, die wir je besprochen haben.
Umso gespannter wäre ich auf eure Meinung in den Kommentaren. Dieses Mal war ja das Besondere, dass wir sehr viel über die Zäter gehört haben. Dass eure Perspektive auf den Fall geändert. Haltet ihr Susan und Christopher Edwards für eiskaltze Mörder oder glaubt ihr, dass es einfach zwei verlorene Seelen sind, die sich in ihre Fantasiewelt reingesteigert haben? Oder ist das am Ende vielleicht sogar unwichtig, weil es nichts am Ausgang ändert, nämlich, dass zwei Menschen ermordet und verschart wurden.
Es ist gruselig, sich vorzustellen, dass Leute 15 Jahre lang nicht bemerkt haben, dass die Witcheries nicht mehr am Leben waren. In diesem Sinne, solltet ihr Brief oder Mailkontakt zu alten Bekannten oder Verwandten haben, vielleicht ist ein persönliches Treffen oder ein Anruf ab und an auch eine schöne Idee. Wenn ihr mir eine Freude machen wollt, likes Video gerne und schreibt einen Kommentar.
In langen Videos wie diesem hier steckt besonders viel Arbeit. Ich weiß, dass viele von euch immer auf die längeren Dokus warten, aber die kosten leider auch mehr Zeit und Mühe. Ein bisschen Feuer für den Algorithmus hilft besonders viel, damit ich weiterhin so lange Videos für euch produzieren kann. Solltet ihr mich noch weiter unterstützen wollen, abonniert mich gerne bei Patrick.
Da bekommt ihr die Videos ohne Zensur und ohne Werbung. Den Link dazu findet ihr in der Infobox, genauso wie den Link zu meinem Instagramkanal. Ansonsten gibt’s nicht mehr viel zu sagen. Ich wünsche euch einen guten Morgen, Mittag oder Abend oder je nachdem wann ihr das Video seht und hoffe, dass wir uns im nächsten Video wiedersehen.
Bis dahin, ciao Leute
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