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Der mysteriöse Doppelmord von Susan & Christopher Edwards T

Der mysteriöse Doppelmord von Susan & Christopher Edwards 

Im Frühjahr 1998 geht bei einem englischen Amt einen Brief ein. Der Absender ist William Witcherley, ein 85 Jahre alter Mann aus der Stadt Mansfield. Mr. Witchery ist also schon an seinem Lebensabend angelangt. Deshalb wundert sich auch niemand darüber, was er in dem Brief schreibt. Lieber Sir oder liebe Madam, ich beziehe eine wöchentlich ausgezahlte Punktion.

Derzeit werden mir Checks ausgestellt, die ich bei der örtlichen Post vorlege, um das Geld dort in Bar auszahlen zu lassen. Allerdings ist es für mich beschwerlich geworden, zur Post zu gehen, um die Checks einzulösen. Sofern ich das einigen Pensionsbroschüren entnehmen konnte, scheint es auch möglich zu sein, die Zahlungen direkt auf ein Bank oder Versicherungskonto auszahlen zu lassen.

 Sollte dies der Fall sein, wäre ich Ihnen zu tiefstem Dank verpflichtet, wenn Sie mir das korrekte Formular schicken könnten, um dies in die Wege zu leiten. aufrichtig ihr WG Witcher wer auch immer den Brief auf dem Amt in die Hände bekommt, denkt sich nicht viel dabei. Weshalb auch, dass ein Mann mit 80 nicht mehr jede Woche bis zur örtlichen Postfahren oder laufen möchte, um seine Pension abzuholen, ist ja mehr als verständlich.

 Also leiten die Behörden das gerne in die Wege. Über Jahre hinweg wird die Pension von William Witchery also von da an auf ein Konto eingezahlt. Die von seiner Ehefrau Patricia ebenfalls. Erst als William Witchery stolzer 100 Jahre alt werden soll im Frühjahr 2013 wird man misstrauisch. Mr. Witchy hat sich schon ziemlich lange nirgendwo mehr persönlich blicken lassen.

 Nicht mehr selbst zum Amtstermin zu erscheinen ist die eine Sache. Doch auch bei seinem Arzt ist William Witchery schon ziemlich lange nicht mehr vorstellig geworden. Genauso wenig wie seine Ehefrau Patricia. Genauer gesagt seit dem Frühjahr 1998 nicht mehr. Also wird weiterum gefragt. Das Pa auf Reisen heißt es von mehreren Verwandten und Bekannten.

 Wo kann aber niemand so genau sagen und das stimmt auch nicht. William und Patricia Witchery sind seit 15 Jahren genau dort, wo man ein altes Ehepaar vermutet, bei sich zu Hause in einem reinenhaus in Mansfield, nur dass dort inzwischen eine ganz andere Familie wohnt und dass die Witcheries sich nicht länger in ihrem Haus befinden, sondern in ihrem Garten unter der Erde. Да.

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 Sie wird von Millionen gefeiert und lebt ein Traumleben in Florida. Sie ein schönes Haus, eine Tochter und einen Mann, der alles für sie tut. Doch irgendwann meldet sie sich nicht mehr bei ihrer Schwester Paula. Deswegen macht sie sich auf den Weg, um nach dem Rechten zu schauen. Aber ihre Schwester ist nicht da. Ihr Ehemann sagt, sie sei in einem Retreat.

 Aber das scheint nicht zu stimmen, denn je mehr sie hinter die Fassade des schillernden Lebens blickt, desto klarer wird, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt. Echt ein spannendes Buch, was man gut weghören kann. Sollte euch das Buch nicht zu sagen, könnt ihr natürlich auch einfach auf Bookbeat durch die verschiedenen Genres stöbern, einen Titel gezielt suchen oder euch etwas vorschlagen lassen.

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 Su Bremley wohnt seit ein paar Jahren Mansfield England. Hier hat sie ein hübsches Reinhaus zur Miete gefunden in der Straße Blanhheim Close. Es ist typisch Englisch mit einem netten Hintergarten. Mfield ist eigentlich die Sorteort Ort, wo nie etwas passiert. Zumindest nichts, das so aufregend ist, dass wir es hier erwähnen müssten.

 Die Stadt hat 67 000 Einwohner und liegt irgendwo zwischen Nottingham und Sheffield. Die letzte große Aufregung gab es Mitte der 80er, als sich eine Mansfieder Gewerkschaft nicht am großen britischen Bergarbeiterstreik beteiligt hatte. Wie gesagt, keine sehr aufregende Stadt, zumindest bis 2013. Su Bramley dürfte ziemlich verdutzt sein, als auf einmal die Polizei bei ihr vor der Tür steht. Ob sie wüsste, wo denn Mr.

William Witchery und seine Frau Patricia inzwischen leben würden, wollen die Beamten wissen. Das weißt du nicht. Das Haus gehört nicht ihr. Sie mietet es nur. Ihr Vermieter hat es so ungefähr 2005 gekauft, glaubt sie. Jemmer ein Ehepaar namens Witcher gewohnt hat, weiß sie trotzdem, denn es kommt immer noch gelegentlich Post an das Paar adressiert ist. Mehr weiß Su Bramley nicht.

 Erst einmal reicht das der Polizei auch. Er ist ein halbes Jahr später ruf wieder ein Ermittler bei Su. Ob man sich mal bei ihrem Garten umschauen könnte, vielleicht auch ein bisschen graben. Anzu soll es nicht scheitern. Sie hängt nicht sonderlich an ihrem Garten. Klar, sie versucht es sich schön zu machen, aber wenn die Polizei dort irgendetwas machen will, ist es wohl besser zuzustimmen.

 Außerdem ist der Garten schon seit ihrem Einzug irgendwie die Problemzone des Hauses. Da ist dieser eine Flecken mitten auf der Rasenfläche, auf dem einfach nichts wachsen will. Nicht einmal Gras. Jeden Sommer aufs Neue kauft zu Bremley Pflanzen und jeden Sommer aufs Neue gehen sie an derselben Stelle wieder ein. Die Stelle ist seitdem vor allem für ihren kleinen Neffen interessant.

 Verbuddelt dort mit Vorliebe seines Spielzeugautos. Die Nichte darf sie dann suchen und wieder ausgraben. So erzählt auch ihren direkten Nachbarn von dem Plan der Polizei. Das benachbarte Ehepaar wohnt schon lange dort. Sie waren noch vor den Witcher in die Blanhheim Close gezogen. Der Nachbar ist ein Polizist im Ruhestand.

 Als zuberichtet, scherzt der Nachbar noch mit ihr. Die Polizei würde in ihrem Garten wohl nach Leichen suchen wollen. Der ehemalige Polizist weiß noch nicht, dass er richtig liegt und dass ihm als pensionierter Ermittler jahrelang einer der berüchtigsten Doppelmorde Englands direkt vor der Nase lag. Zu Bramley willigt der Grabungsaktion der Polizei in ihrem Garten jedenfalls ein.

 “Klar kann die Polizei sich dort umschauen,” sagte sie. “Warum auch immer man das wollen sollte, finden würde man dort eh nichts.” Sul Bremley liegt fundamental falsch. Ein paar hundert Kilometer weiter haben Susan und Christopher Edwards ganz andere Sorgen. Das Ehepaar ist vor etwa einem Jahr aus England in die französische Stadt Lil ausgewandert.

 Und eigentlich sollte das natürlich wunderschön sein, aber ganz so einfach ist das in der Realität alles doch nicht. Zuvor haben die Edwards mehr als zwei Jahrzehnte lang in London gelebt in einer Sozialwohnung im Stadtteil Dagenh aus der Zweizimmerwohnung auszuziehen ist ihnen nicht schwer gefallen und so gemein das klingen mag, vermisst wurden sie auch nicht sonderlich.

Christopher hat manchmal mit den Londonern Nachbarn geplaudert. Susan hingegen hat mit ihren direkten Nachbarn in den mehr als 20 Jahren nicht ein einziges Wort gesprochen. Christopher muss aber um Pakete abzuholen, die seinen Nachbarn für die Edwards annehmen, denn Susan ist so zurückgezogen, dass sie nicht einmal den Postboten öffnet.

Das alles liegt nicht daran, dass das Ehepaar Edwards als unhöflich wahrgenommen wird. Auch nicht als gemein oder abstoßend, sondern einfach als anders. Susan und Christopher Edwards leben in ihrer ganz eigenen Welt. Erst in London Dagenham, schließlich im französischen Lil.

 Und ihre eigene Welt dreht sich vor allem um ihr großes gemeinsames Hobby, das frühe Hollywoods bzw. Erinnerungsstück an das frühe Hollywoods. Ihre Sammlung haben die Edwards von London nach Frankreich mitgenommen. Herunter sind zahlreiche signierte Fotos von Legenden wie Frank Senatra oder Gary Cooper und kleine originale Requisiten von Filmdrehs und Susans Briefsammlung.

 Denn seit mehr als 14 Jahren hat Susan einen sehr prominenten Briefritt, den Schauspieler Gérard de Padieu. In den letzten Jahren war der vor allem wegen ziemlich widerlicher Skandal in den Medien. Damals war er aber einer der meisten gefeierten französischen Schauspieler und auch international bekannt und beliebt.

 Ein paar von euch kennen ihn vielleicht als Oberlix aus den Asterix und Oberls Film der 2000. Aber so sehr eine Briefreundschaft und die Sammelleidenschaft auch über den tristen Alter hinwegtrösten können, ihren Problem kann das Ehepaar Edwards auch in Lil nicht entfliehen. Das was sie ursprünglich aus London vertrieben hat, sitzt ihn auch in Frankreich im Nacken und vor allem wird langsam das Geld knapp.

 Bislang haben sich Susan und Christopher immer allein durchgeschlagen und sind gut klargekommen. Doch Anfang 2013 muss Christopher Edwards die Reichleine ziehen. Ohne das Wissen seiner Frau Susan ruft er bei einer Verwandten an, seiner Stiefmutter Elizabeth in England. Eigentlich hat Christopher nicht wirklich regelmäßig Kontakt zu ihr.

 Als Elizabeth Edwards ihren Stiefsohn am Hörer hat, ist sie dementsprechend sehr überrascht. Umso mehr als er ihr erzählt, dass er gerade mit seiner Frau Susan in Frankreich sei und dringend Geld brauche. Dafür hat Elisabeth allerdings so gar kein Verständnis. Immer ist ihr Stiefsohn Christopher Anfang 50 und sehr wohl in der Lage zu arbeiten.

 Genau wie seine Frau Susen. Sie sagt, er könne doch einfach wieder zurück nach England ziehen. Zumindest dort zu Hause würden die beiden sicherlich schnell Arbeit finden und die Geldsorgen hätten sich erledigt. Doch Christopher behaart darauf, es wäre wirklich wichtig, dass Elizabeth Geld schickt. Es gebe nämlich ein paar anderweizige Probleme.

 Nach England zurückzukommen, käme für die beiden gar nicht in Frage. Das, was Christopher seiner Stiefmutter im Telefon erzählt, ist der Grund für das was 2013 bei Su Bremley passiert. Im Oktober 2013 rückt dort in Blenheim Close in Mansfield, England eine Spezialeinheit an. Auf einmal wimmelt das in Suus Garten von Forensikanern in weißen Anzügen.

 Ein Bodenradar wurde angeliefert und an der kleinrasse haben sich ein Archäologe, ein Anthropologe, ein Etmologe, ein forensischer Radiologe, ein Pathologe und ein Ballistikexperte versammelt. Also das volle Programm. Das Team muss nämlich sehr vorsichtig sein. Wenn sie mit ihrer Vermutung richtig liegen, müssen sie den Karten quasi behandeln wie eine archäologische Grabstätte.

Dass sie ernsthaft etwas finden werden, glaubst du auch im Oktober 2013 noch nicht. bis die mitgebrachten Spürhunde auf einmal anfangen, an einer Stelle anzuschlagen. An genau der Stelle, wo es zu seit Jahren immer wieder die Blumen eingehen. Die Polizei gräbt. Erstmal sieht das ziemlich unspektakulär aus.

 Erst als das Loch im Garten schon mehr als 1 m tief ist, gibt es Bewegung. Auf einmal wird der kleine Bagger ausgestellt. Forensiker gehen jetzt mit Handwerkzeugen an die Sache heran. Man findet Kugeln von einer Schusswaffe und zwei menschliche Skelette. Sie liegen aufeinander gestapelt in Fötusposition und eingewickelt in Bettlagen in der Erde.

 An genau der Stelle an der Suaml Neffe und ihre Nichte jahrelang unbekümmert gespielt haben. Um wen es sich bei den beiden Toten handelt ist für die Ermittler kein Rätsel. Zu diesem Zeitpunkt war ihnen längst klar, wen sie im Garten finden würden, sollten die Spürhunde dort anschlagen, nämlich das Ehepaar William und Patricia Witcherley, die vorigen Bewohner des Hauses.

Die Nachbarn erinnern sich zwar noch an die Witcheries, aber viel können sie zu ihnen nicht sagen. Nur, dass die beiden geraucht haben und dass William manchmal Orgel spielte. Seine Frau hat ihn dabei gesang nicht begleitet, manchmal bis spät in die Nacht hinein. Die beiden haben ihr Haus selten verlassen und wenn gegen Patricia immer mehrere Schritte hinter William her. Gebeugter Hals.

Einige Nachbarn hatten nicht mal auf dem Schirm, dass die beiden ein Ehepaar war. Sie dachten vom Sehen eher, die Witcheries seinen Bruder und Schwester. Eine Zeit lang haben sie ihren Garten wohl sehr penibel, aber eigenwillig gepflegt. William hat die Hecke zu den Nachbarn mit einer Nagelschere geschnitten, also super akkurat.

 Im ganzen Garten standen umgedrehte leere Marmeladengläser rum. Warum weiß in der Blenheim Close niemand so genau? Man hat irgendwann aufgehört, sich über William und Patricia Witchery zu wundern. Genau wie über ihre plötzliche Abwesenheit. Wenn die Nachbarn von nebenan es sich im eigenen Garten gemütlich machten, packten die Witchleys immer ihre Sachen zusammen und gingen wieder rein.

Einladung zum Grillen oder zu Nachbarschaftsfesten haben sie immer ausgeschlagen. Besuch haben sie gut wie nie bekommen. Was die Biografie der zwei angeht, weiß man nur, dass William der Sohn eines Bergarbeiters war. Seine Familie war wohl sehr religiös und in der Kirche involviert. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs zog William als junger Mann zwischenzeitlich nach Kanada, um dem Kriegsdienst zu entfliehen.

 Erst Mütze 1950 kam er zurück. Er soll dementsprechend den Ruf eines Feiglings und Faulänzers gehabt haben. Er hat seine Ehefrau Patricia 1958 geheiratet, sehr 46 war und sie 23. Zum Zeitpunkt der Hochzeit war sie schwanger. Zuvor arbeitete Patricia als Sekretärin in einer Londoner Anwaltskanzlerlei. Nach der Hochzeit kehrte sie allerdings nicht dorthin zurück.

 Und das war auch schon alles, was man über die Witcheries weiß. Nicht sonderlich viel. Und das bedeutet auch, dass die Polizei erhebliche Schwierigkeiten haben wird zu ermittzeln, wer die beiden in ihrem Hintergarten vergraben hat. Zum Wann hat die Polizei schnell eine Theorie? Eine wie erst einmal unfassbar klingt.

 Es gibt zwar stapelweise Briefe, Postkarten und Anträge der Witcheras, die in den letzten Jahren ausgestellt wurden. Gesehen hat das Ehepa seit Frühjahr 1998 niemanden, also zu diesem Zeitpunkt seit 15 Jahren. Dass William und Patricia nicht mehr am Leben sind, geschweige denn, dass sie in ihrem eigenen Garten vergraben sein könnten, kam trotzdem niemanden in den Sinn.

 Wem auch. Die Witcheries hatten keine wirklichen Freunde, keine Mitgliedschaften in Clubs oder Vereinen und auch keine Hobbys. Jeglichen Kontakt zu den Nachbarn haben sie zu Lebzeiten abgeblockt. Die einzigen regelmäßigen Kontakte gab es zu Ärzten, Ämtern und entfernten Verwandten und diese Parteien waren 15 Jahre lang alle mit Briefkontakt zufrieden.

 Einladung zu Impftermin bei Ärzten wurden schriftlich im Namen der Witcher abgesagt. Termine bei Ämtern ebenfalls wegen der angeblich eingeschränkten Mobilität im fortschreitenden Alter. Mit der Verwandtschaft ist das eh so eine Sache bei den Witcher von Ehefrau Patricia kann die Polizei kein einziges lebendes Familienmitglied finden.

 Von William findet man immer in drei Nichten. Viel beitragen können die aber auch nicht. Die Nichten kennen ihn nur ganz flüchtig und haben nicht einmal seine Ehefrau Patricia jemals getroffen. Für sie muss es schon nett gewesen sein, dass sie überhaupt ab und an mal eine Postkarte von ihm erhalten haben.

 Ein persönliches Treffen stand dann nie im Raum. Von William Witchery können immerhin insgesamt drei Fotos aufgetrieben werden. Von Patricia gibt es kein einziges. Dafür scheint jemand gesorgt zu haben. Wer das ist, das ist für die Polizei so offensichtlich wie unglaublich. Denn eine lebende Verwandte von Patricia Witcher gibt es eben doch.

Wie zuvor schon erwähnt, war sie zum Zeitpunkt der Hochzeit mit William von ihm schwanger und zwar mit der gemeinsamen und einzigen Tochter Susan. Susan, die zum Zeitpunkt der Ausgrabung im Garten in Mansfield mit ihrem Mann Christopher in Frankreich lebt. Christopher, der seine eigene Stiefmutter angerufen und um Geld gebeten hat und je bei diesem Telefonat beinah beiläufig erzählt hat, er und Susan könnten leider unmöglich nach England zurückkommen, denn vor ein paar Jahren hätten sie die Leichen von Susens

Eltern im Garten ihres Hauses verschwinden lassen. Die Ermittler dürften trotz aller Klarheit Probleme haben zu erfassen, was hier eigentlich vor sich geht. Vielleicht ist das eine gute Gelegenheit, sich den Hintergrund von Susan und Christopher noch einmal näher anzusehen, denn genau das müssen die Ermittler nun auch erstmal tun.

Persönlich kommen sie an die Edwards nicht ran. Wir sitzen ja in Lil, wenn auch ohne Geld. Und nach einem Doppelleichtenfund ist die Polizei ziemlich sicher, dass man das Ehepaan England so schnell nicht wiedershen wird. Christopher Edward stammt aus einer Londoner Akademikerfamilie, also aus gutem Hause, wie man so schön sagt.

 Er selbst hatte aber nie Interesse zu studieren. Er hatte in der englischen Hauptstadt in einer Copywriting Agentur gearbeitet. Seine Ehefrau Susan damals noch Susan Witcherley, hat er Anfang der 80er über eine Dating Agentur kennengelernt. In Zeiten vor Zinder und Co waren Agenturen, die Matches vermittelt haben, der letzte Schrei und bei Susan und Christopher scheint das Match ein ziemlich passendes gewesen zu sein.

 Im Februar 1982 hatten die beiden erstmals Kontakt. Erst über Briefe, dann über das Telefon. Später folgte das erste Date in London, bei dem Susan Christopher direkt versetzt hat. Aber er blieb am Ball und hat Susan wieder angerufen. Zum zweiten Date ist sie gekommen. Der Rest ist Geschichte. Susan hat als Bibliothekarin gearbeitet.

Nach der Hochzeit mit Christopher 1983 hat sie den Job jedoch aufgegeben. Seitdem ist sie Hausfrau. Auch Anfang der 80er ist dieses Modell schon recht unüblich, zumal die Edwards keine Kinder haben oder ein Haus. Stattdessen haben die beiden in einer Zweizimmerwohnung in London Dagenham gewohnt.

 Ähnlich wie bei den Witcher berichten Nachbarn übrigens, Susan sei immer einige Meter hinter Christopher gelaufen, wenn die beiden auf der Straße unterwegs waren. Auf Nachbarn machten die Edwards einen sehr einfachen Eindruck. Beide hatten nur alter abgetragene Klamotten, keine Handys, kein Auto und auch kein Fahrrad. Wenn Christopher einkaufen ging, hat er immer nur fünf oder sechs Artikel gekauft und das Wechselgeld jedes Mal Penny für Penny nachgezählt und mit der Quittung abgeglichen.

Trotzdem fließt ab 1998 auf einmal eine beträchtliche Summe Geld durch die Haushaltskasse der Edwards. Woher es kommt, kann die Polizei jetzt relativ einfach rekonstruieren, nämlich aus dem Pensionszahlung von Susans Eltern William und Patricia Witcher im Mai 1998 ist Susan auf einer Bankfiliale aufgetaucht.

 Sie hat die Konten ihre Eltern geschlossen und stattdessen ein Gemeinschaftskonto im Namen von sich selbst und ihrer Mutter eröffnet. Auf dieses Konto hat sie die gesamten Ersparnisse ihrer Eltern eingezahlt, 40579 PF. Und auf dieses Konto sind ab Mai 1998 auch die Pensionszahlung für die Witcher gewandert. Erinnert ihr euch an den Brief, von dem ich euch am Anfang erzählt habe, indem der alte Mr.

 Witchery um Überweisung anstelle von Shacks gebeten hat? Na ja, natürlich war der Brief nicht von Mr. Witchery, sondern von seiner Tochter Susan und ihrem Mann Christopher. Ein Grund dafür, weshalb der Tod der Witcheries überhaupt nie aufgefallen ist, war ja, dass beide noch immer aktiv waren, nur eben nicht face to face mit anderen Leuten, sondern wie es damals noch weitaus üblicher ist als heute handschriftlich.

Alte Bekannte haben noch jahrelang Weihnachts- und Grußkarten von William und Patricia Richell erhalten. Auf einer angeblich von Patricia verschickten Postkarte heißt es über den Zustand ihres Mannes William. Es wirkt als erlebe er eine zweite Jugend, denn wenn er nun spricht, spricht er von sein und über das Reisen.

 Ich komme gar nicht damit hinterher, wo er sich nun niederlassen will. Es ist schön, ihn so energetisch zu sehen. Als Patricia ihren Ehemann William, wie es in diesem Schreiben heißt, so energetisch sehen soll, liegen die beiden schon seit 13 Jahren unter der Erde. Den britischen Behörden wird erst jetzt klar, dass jeder Schreibende Witcher seit Frühjahr 1998 eine Fälschung war.

Wenn der Hausarzt der Witcher Erinnerung für anstehende Checkups oder Impftermine verschickte, kam immer eine Antwort zurück. Mit einer Absage versteht sich und alles war gefälscht. Kreditinstitute haben mehrere Kredite an die Witcheries vergeben, ohne zu ahnen, dass die eigentlichen Antragssteller Susan und Christopher Edwards waren.

 Die beiden haben sich seit 1998 für die Witcheries ausgegeben und so Unsummen an Geld abgezogen. Und dabei waren die beiden bis zum Frühjahr 2013 sehr vorsichtig. Wobei ein Nachbar im Mai 1998 einmal etwas Merkwürdiges gesehen hat. Da hat Schwiegersohn Christopher im Garten der Witchleis ein großes Loch ausgehoben.

 So etwa hüftief. Der Nachbar hat Christopher Edwards offenbar dabei beobachtet, wie er das Grab von William und Patricia ausgehoben hat. Nur dass der Nachbar diese Handlung nicht als solche eingeordnet hat. Er hat sich einfach nichts dabei gedacht. Und für Christopher und Susan Edwards war genau das ein großes Glück.

Nach dem Fund im Garten wird das komplette Haus auf den Kopf gestellt. Zwar lebt zu mit ihre Tochter seit inzwischen 7 Jahren hier und die Edwards sind höchstwahrscheinlich seit mehr als 15 Jahren tot. Doch mit forensischen Methoden lassen sich mit auch nach so langer Zeit noch Spuren finden. So auch in diesem Fall.

 Denn in dem Zimmer, das zu Bremley als ihr Schlafzimmer eingerichtet hat, findet man Reste eines alten Blutflexs. Die einzige Spur dessen, was sich im Mai 1998 abgespielt hat. Zwischen 1998 und 2005 sind Susan und Christopher regelmäßig zum Haus nach Mansfield gefahren, um den Garten in Ordnung zu bringen, um die Post reinzuholen, solche Sachen.

 Die Nachbarn haben Christopher Edwards einmal im Monat dort gesehen. Im Fenster putzen oder Rasenmähen einfach wie ein Typ, der seinen alternen Schwiegereltern gerne ein paar Arbeiten abnimmt. Deshalb war das Haus auch in Top Schuss, als Susan es 2005 schließlich im Namen ihrer Eltern verkauft hat. Zwei gefälschte Unterschriften und das Vorlegen der Geburtskunden haben dafür gereicht.

 Sie haben nicht nur verkauft, weil es dafür noch mal Geld gab, sondern auch, weil imselben Jahr ein Auto in den Gartenzaun des Hauses gefahren ist. Die Edwards hatten Sorge, das Grabköns über den anschließenden Wiederaufbauarbeiten im Garten entdeckt werden. Also verkauften sie das Haus schnell. Dann stellten die Edwards einen Nachsendeantrag.

 Die Post, die an William und Patricia Witchy adressiert war, kam von da an größtenteils bei ihnen in London Dagenhammern. Und so konnten sie jahrelang die Fassade aufrechterhalten. Bis zuletzt haben die Edwards Briefe im Namen von Susans Eltern gefälscht. Auch als anlässlich von William Witcherys vermeintlich bevorstehend hundert Geburtstag hohe Post ins Haus flat hatte.

 Zu diesem Anlass gibt es in England nämlich ein persönliches Telegramm der Queen. Und nach all den Jahren körperlicher Abwesenheit wollten die Behörden auch einfach wissen, ob der fast Hundertjährige wirklich noch gut klar kommmt. Susan hat im Namen ihres Vaters einen Brief geschrieben. Er würde auf das Royal Telegram verzichten und körperlich sei er auch fit.

 Ein persönlicher Termin sei nicht nötig. Doch die Behörden haben darauf bestanden. Nach dieser Fake Korrespondenz sind die Edwards im September 2012 nach Frankreich abgehauen, wo sie sich in Lil niedergelassen haben. Zuvor hat Christopher seinem Londoner Arbeitgeber noch 10.000 Pfund gestohlen und in Lil fingen die Probleme an.

Christopher konnte keinen Job finden. Von Frankreich aus kam sie nicht mehr an das Geld auf den englischen Konten ran. Nur deshalb hat Christopher seine Stiefmutter angepumpt und nur deshalb ist man ihm und Susan überhaupt auf die Schläche gekommen. Insgesamt soll sich das Ehepaar Edwards etwa 286 000 PF ergaunert haben.

 Aus dem ersparten von Patricia und Wolf am Start in Form der Pensionszahlung und von Kreditinstituten im falschen Namen. Trotzdem haben die Edwards mehr als 168 000 Pund Schuld. Der Fall mag offensichtlich klingen, aber es gibt zahlreiche Fragen, denen hier auf den Grund gegangen werden muss. Wenn die Edwards doch jetzt pleite sind und jahrelang in einer Sozialwohnung gelebt haben, was haben sie mit all dem Geld angestellt? War das Geld das Motiv hinter dem Mord an William und Patricia oder gibt es noch ein anderes Geheimnis?

Und vor allem, wie will man Susan und Christopher Edwards jetzt das Handwerk legen? Das Ehepaar steht zwar unter Mordverdacht, befindet sich aber auch in Frankreich auf dem französischen Festland. Internationale Haftbefehle zu bekommen ist immer sehr aufwendig, zumal es hier keine Beweise gibt. Klar, wenn man sich die Lage anschaut, ist logisch, dass Susan und Christopher William und Patricia Witchery ermordet haben müssen.

Christopher hat das ja im Telefon im Grunde seiner Stiefmutter auch gestanden, aber das sind alles nur Indizien. Beweise gibt es nicht. Keine GPS-Daten, keine SMS Protokolle, keine Aufnahme eines Geständnisses und kein Kameramaterial. Deshalb versucht die Polizei erstmal den einfachsten Weg, nämlich eine Kontaktaufnahme mit den Edwards und Frankreich.

 Aber die gehen nicht ans Telefon. Da muss man aber auch fairerweise sagen, dass mutmaßliche Doppelmörder wahrscheinlich eher seltener das Telefon abnehmen, wenn die Polizei anruft. Also muss beratschlagt werden, wie man die Situation jetzt lösen kann. Aber noch während die Polizei hin uns her überlegt, löst sich das Problem auf unverhoffte Weise von alleine und zwar durch einen Anruf vom Mordverdächtigen persönlich von einer Telefonzelle in Frankreich aus und ohne dass seine Frau etwas davon weiß, ruft er auf einem englischen Polizeirevier

    Er sagt, er habe Angst vor Susan, geht aber nicht weiter darauf ein. Der Polizist vermittelt ihm eindringlich, dass er und Susan zurück nach England kommen müssen. Er und Susan sollen sich umgehend bei dem Polizisten Mr. Griffin melden, der die Leitung der Ermittlung übernommen hat. Zu diesem Zweck gibt der Polizist am Telefon Christopher auch die Mailadresse des Leiters.

 Unterdessen arbeiten die Behörden trotzdem an einem internationalen Haftbefehl. Doch den wird man hier gar nicht mehr brauchen, denn am 30. Oktober 2013 hat besagter Mr. Griffin eine Mail in seinem Postfach. Priorität hoch. Der Betreff surrender, also aufgeben. Die Nachricht ist genauso höflich wie absurd formuliert. Lieber Mr.

 Griffin, im späteren Verlauf des heutigen Tages werden wir uns der britischen Grenzschutzbehörde am Eurostar Terminal des Bahnhofs Lil Europa stellen. Wir würden dies vorziehen, da meine Frau bereits ausreichend verängstigt ist. Würden Sie bitte die britische Grenzschutzbehörde am Lil Europa benachrichtigen, damit wir erwartet werden? Ich würde Sie darüber hinaus bitten, mir eine SMS zu senden oder mich telefonisch unter der angegebenen Nummer zu kontaktieren, um zu bestätigen, dass Sie dies tun werden.

Sollten Sie mich nicht erreichen können, mein letztes Guthaben ist vor einigen Tagen abgelaufen. Melden Sie sich bitte unter der angegebenen E-Mailadresse bei mir, sodass wir uns sicher sein können, dass wir erwartet werden. aufrichtig. Ihr Christopher Edwards. Am 30. Oktober 2013 sitzen Susan und Christopher also im Eurostar von Frankreich nach England.

 Der Zug fährt Passagiere innerhalb von nur 2 Stunden und 17 Minuten von Paris nach London unter dem Ärmelkanal hindurch. Es werden die letzten Stunden in Freiheit im Leben von Susan und Christopher sein. Das ist auch dem Ehepaar selbst klar. Sie haben ihre wichtigsten Sachen mitgenommen. Ihr letztes Bargeld 1 € sowie einen Koffer voll mit Postern, Autogrammkarten und anderen Fanartikeln alter Hollywood Stars und ein paar Wechselklamotten.

Die Polizei weiß, mit welchem Zug und auf welchem Sitzplätzen Susan und Christopher zurück nach England reisen werden. Nicht die Grenzschutzpolizei soll die beiden abgreifen, sondern reguläre Ermittler auf englischen Boten. Also steigen auch britische Polizisten in den Eurostar ein. Sobald der Zug aus dem Eurotunnel auftaucht und offiziell auf englischem Terran ist, gehen Sie zum Sitzplatz der Edwards, um das Ehepaar festzunehmen. Allerdings ohne Erfolg.

Die beiden Sitzplätze, die sie reserviert haben wollen, sind leer. In London St. Pencris haben sich bereits schwer bewaffnete Polizisten versammelt, um das Ehepar zu verhaften. Die Einsatzkräfte sind jetzt unter Hochspannen. Immerhin sieht das so aus, als hätten Susan und Christopher die Vereinbarung platzen lassen.

 Doch als der Zug in London in den Bahnhof einfährt, klärt sich alles ganz unspektakulär. Seelenruhig steigt das Ehepaar Edwards hinter den anderen Passagieren aus dem Zug. Die beiden hatten sich auf ihre Reise einfach noch mal umgesetzt. Als sie die Polizisten am Gleis sehen, winken sie ihn zu, um auf sich aufmerksam zu machen.

 So als würde man alte Freundin der Stadt wiedersehen. Susan und Christopher Edwards werden augenblicklich verhaftet. Der Vorwurf gegen die beiden lautet zweifacher Mord und dazu sollen die beiden jetzt befragt werden. Eine Befragung im traditionellen Sinne ist aber erstmal gar nicht nötig, denn die Edwards reden von selbst.

Offenbar liegt Ihnen nach den 15 Jahren einiges auf dem Herzen. Ob Sie die Wahrheit über das sagen, was 1998 passiert ist, ist jedoch bis heute umstritten. Aus guten Gründen. Durch die Aussage von Christophers Stiefmutter Elizabeth hat man schon mal ein indirektes Geständnis von Christopher.

 Er hat das Elizabeth am Telefon so erklärt. Die Witcher seinen schon seit Mai 1998 nicht mehr im Leben. Allerdings sei das nur teilweise die Schuld von ihm und Susan. Das Ehepaar Witchery habe einen Streit gehabt. Sus Mutter Patricia habe ihren Ehemann William erschossen. Daraufhin sei ein Streit ausgebrochen, währenddem Susan ihre eigene Mutter Patricia erschossen habe.

Auf dem Polizeirevier werden Susan und Christopher voneinander getrennt. Sie erzählen die Geschichte separat noch mal. ziemlich genauso wie Christopher sie schon seiner Stiefmutter erzählt hat. Das widerspricht aber dem Verdacht, den die Polizei hat. Denn so wie die Edwards das darstellen, liegt hier höchstens ein Totschlag vor.

 Die Polizei vermutet aber einen zweifachen Mord und fragt sich immer noch nach dem Motiv. Um hinter die Geschehnisse zu kommen, lässt die Polizei Susan und Christopher also erst einmal einfach reden und möglichst viel über dieses sonderbare Paar zu erfahren. Dabei kommt auch die Frage nach dem merkwürdigen Gepäck auf, dass die beiden zu ihrer Verhaftung mitgebracht haben.

 Das letzte Bargeld und ein paar Wechselklamotten, das leuchtet ein. Aber die Ermittler wundern sich erst einmal doch sehr über den Koffer, den die Edwards mit nach England gebracht haben, denn der quillt über vor lauter Autogrammkarten, Briefen und Postern von Stars des alten Hollywoods. Auf Nachfrage erzählen etwas von ihrer Sammelleidenschaft.

 Vor allem der Schauspieler Gary Cooper hat es den beiden angetan. Insbesondere Susan. Die beiden haben online z.B. ein altes Bankformular von Gary Cooper gekauft mit Original Unterschrift für 3000 Pfund. Ein Schreiben an einen Brief, in dem sich Gary Cooper für Fanpost bedankt, hat die beiden 2000 Pfund gekostet und das sind nur zwei Stücke aus ihrer Sammlung.

 Diese Sachen sind besonders Susan offenkundig so wichtig, dass sie auch zur Verhaftung mitgenommen werden mussten. Wir erinnern uns noch mal zurück an das, was die ehemaligen Nachbarn aus London erzählt haben. Susan hat die Wohnung der beiden so gut wie nie verlassen. Sie hatte keine Arbeit, keine Freunde, keine Verpflichtung oder auswärtige Hobbys.

 Sie saß den ganzen Tag zu Hause, wahrscheinlich um in ihre Fantasiewelt aus Old Hollywood abzutauchen. Auch Christopher hat das Sammelfieber gepackt. Während Susan Filmfan ist, ist er besonders fasziniert von Militärgeschichte aus dem Zweiten Weltkrieg. Für sich hat der teure Erstausgaben von Büchern von Winston Churchill oder Charl de Gul gekauft oder alte Briefmarken.

 Vielleicht sind sie genau wegen Christopher Faszination für Charl Degul auch nach Lil geflohen. Dort wurde Degul nämlich geboren. Memorabilia sind das gemeinsame Hobby der Edwards und ein ziemlich teures versteht sich. Zuletzt waren die beiden in so großer Geldn, dass Christopher seiner Stiefmutter sogar den Grund für ihre Ausforderung gestanden hat.

Offenbar war ihm das Geständnis eines Verbrechens lieber als die Fanartikel wieder zu verkaufen. Dem Erlös hätten er und Susan ja durchaus wieder Geld reinbekommen können. Das kam aber offenbar nicht in Frage. Und so ergibt sich für die Polizei ein erstes, so simples wie unglaubliches Motiv.

 Es sieht so aus, als sei das Geld der ermordeten Witcheries genutzt worden, um die Sammelleidenschaft der Edwards zu finanzieren, so als wären William und Patricia genau dafür ermordet worden. Noch die Edwards halten an ihrer Darstellung der Ereignisse fest. und daran, dass etwas ganz anderes hinter dem Tod der Witcheris steckt. Ein düsteres Familiengeheimnis, das ein ganz anderes Licht auf den Fall wirft.

Die Adwords erklären das alles in voller Länge so. Susan sei an einem verlängerten Maiwochenende 1998 zu Besuch bei ihren Eltern in Mansfield gewesen. Am Nachmittag hätten sie und ihre Eltern Alkohol getrunken. Das sei bei den Witcheries nicht oft vorgekommen. An diesem Tag habe es aber eine Flasche Badi gegeben.

 Später habe Susan im Wohnzimmer vor dem Fernseher gesessen und von dort ihre Eltern im oberen Stockwerk des Hauses streiten gehört. Der Streit sei so heftig gewesen, dass Susan nach oben ging, um nachzusehen, was genau da los war. Als sie gerade das Schlafzimmer ihrer Eltern betrat, habe sie noch gesehen, wie ihre Mutter Patricia auf Vater William geschossen habe.

 Daraufhin sei wiederum ein Streit zwischen der Mutter und Susan entstanden. Susan habe sich die Waffe geschnappt und ihre Mutter zur Rede gestellt. Patricia habe erwidert, sie habe William für sich selbst und Susan umgebracht, denn Patricia wüsste, dass William die gemeinsame Tochter im Kindesalter regelmäßig habe. Susan schildert ihr Vater William sei immer wieder übergriffig geworden, bis sie ungefähr 11 Jahre alt war.

 Auch Christopher berichtet, dass seine Frau sich ihm früh anvertraut habe und wegen diesen Übergriffen soll Patricia Witchery Jahrzehnte später ihren eigenen Ehemann erschossen haben. Allerdings nicht aus Wut oder Rache, sondern aus Eifersucht. Susan sagt, Patricia habe sie an jenem Abend angeschrien und ihr Vorwürfe gemacht, weil William es immer vorgezogen habe, sich an der kleinen Susan zu vergehen, anstatt Zeit mit seiner Frau zu verbringen.

 Wenn das was die Edwards sagen stimmt, begegnet Patricia ihrer Tochter ja also nicht mit Mitgefühl oder emotionalem Support, sondern mit Victim Blaming. Und die Provokation von Patricia Witchery soll noch weitergegangen sein. Sie sei an diesem Abend quasi ausgeflippt und habe behauptet, sie habe eine Affäre mit Susans Ehemann Christopher.

 Daraufhin sei Susan so sauer gewesen, dass sie auf Patricia geschossen haben. Susan berichtet, sie habe die Leichen ihre Eltern entkleidet und ihnen ihren Schmuck abgenommen, um die Sachen zu entsorgen. Dann wickelte sie die beiden in ein Bettlagen und schob sie unter das Bett. Danach hat sie sich an den Rest des Hauses gemacht.

  Sie hat nicht nur die Patronenhülsen und die Tatwaffe eingesammelt und den Müll geworfen, sondern auch im ganzen Haus die Fotos der Witchies eingesammelt und weggeworfen. Deshalb gibt es auch heute kein einziges Foto ihrer Mutter Patricia mehr. Zuerst habe sie Christopher All das nicht erzählt.

 Sie sei zurück nach Hause zu ihm gefahren und eine Woche lang sei alles ganz normal weitergegangen. Doch am Wochenende danach sind die beiden zusammen nach Mansfeed gefahren. Christopher wohl dachte, um William und Patricia einfach zu besuchen. Unterwegs hätten die beiden noch angehalten, um Fish Chips zu holen. Beim Abendessen hätte Susan Christopher gebeichtet, dass ihre Eltern oben erschossen unterm Bett liegen würden.

 Christopher habe sich dann bereit erklärt, sich darum zu kümmern. Erst einmal hätten sich die beiden noch einen Fernsehabend gegönnt, denn es lief der Eurovision Song Contest. Den wollten sich die beiden wohl nicht entgehen lassen. Während oben William und Patricia seit einer Woche tot im Haus lagen, saßen die Edwards gemütlich erst einmal auf der Couch.

 Da der ESC ja immer ziemlich lange dauert, hatten die beiden dabei Gelegenheit, alles noch einmal durchzusprechen. Sie hätten auch in Erwegung gezogen, die Polizei anzurufen, sich aber letztendlich doch dazu entschieden, die Witcheries einfach im Garten zu vergraben. Nach dem Sieg von Dana International sei Christopher gegen Zio in den Garten gegangen und habe das Loch gegraben, indem er seine Schwiegereltern hat verschwinden lassen.

 In dem Szenario der beiden würde das bedeuten, Christoph hat mit den Morden an William und Patricia eigentlich gar nichts zu tun, sondern lediglich mit der Beseitigung der Leichen. Susan wäre zwar für den Tod einer der beiden Opfer verantwortlich, ein Mord wäre das bei ihrer Darstellung aber trotzdem nicht, sondern Totschlapp.

Und der wäre in ihrer Version teilweise aufgrund des Traumas begangen worden, dass Susan durch den mutmaßlichen Missbrauch durch ihren Vater davon getragen hat. Denn laut Susan hat Patricia sie ja während des tödlichen Konflikts genau damit provoziert. Das alles wirkt auf den ersten Blick gar nicht so unplausibel, aber da gibt es immer noch ein paar Dinge, die einfach nicht zusammenpassen.

 Dinge, die die Staatsanwaltschaft vermuten lassen, dass es hier eben nicht um einen Totschlag geht, sondern wirklich um einen eiskalten Doppelmord. Als es zum Prozess gegen Susan und Christopher Edwards kommt, bleibt die Staatsanwaltschaft bei ihrem Vorwurf. Zweifacher Mord. Die Edwards hingegen bleiben ebenfalls bei ihrer Version der Ereignisse. Totschlag in einem Fall.

Susan bleibt während der Verhandlung die ganze Zeit sehr ruhig und schüchtern. Erst als eine der Staatsanwälter andeutet, sie würde über den Missbrauch durch ihren Vater lügen, zeigt sie ein anderes Gesicht. Sie steht völlig neben sich und schreit immer wieder: “Er hat mich missucht. Er hat mich missucht.” Als Susan Edwards in den Zeugenstand tritt und das als vermeintliches Teilmotiv für den Mord an ihren Eltern bekräftigt, sind die Meinungen gespalten.

 Einer der leidenden Ermittler schmettert Susensgeschichte direkt ab. Sie hatte schließlich 15 Jahre Zeit gehabt, um sich gemeinsam mit Christopher eine Story zu ihrer Verteidigung auszudenken. Andere Leute im Gerichtssal sind da schon empathischer. Die vorsitzende Richterin z.B. glaubt das, was Susan Edwards berichtet.

 Also, dass sie als Kind von ihrem eigenen Vater Williamt wurde und dass ihre Mutter Patricia davon gewusst habe. Zeugen sagen Dinge, die ins Bild passen. Zugegebenermaßen diese Zeugen sind zum Großteil Nachbarn und Bekannte. Genau wie ihre Tochter Susan und ihrem Mann Christopher hatten die Witcheries ja einen sehr kleinen Kreis.

 Was dort wirklich hinter verschlossenen Türen ablief, wissen wohl nur drei Leute. Zwei davon liegen unter der Erde und eine sitzt auf der Anklagebank. Aber mehrere Zeugen berichten, William Witchery habe sich nach der Heirat seiner Tochter merkwürdig verhalten. Also noch merkwürdiger als ohnehin schon.

 Es habe beinahe gewirkt, als sei er irrationalerweise total eifersichig auf die Ehe zwischen Susan und Christopher. Unter anderem deshalb glaubt die Richterin Susan, dass ihr Vater sie hat. Sie sieht aber nicht genügend Anhaltspunkte dafür, dass Mutter Patricia davon wusste und schon gar nicht dafür, dass das vordergründige Motiv für die Ermordung der Witcher leies gewesen sein soll.

 Genauer gesagt heißt es Susan Edwards. Vor 30 Jahren haben sie ihren Mann erzählt, dass sie als kleines Mädchen von ihrem Vater sexuell miss worden sei. Sie haben der Polizei dasselbe erzählt und es vor Gericht vor der Jury wiederholt. Da sie eine begabte Lügnerin und Fantastin sind, habe ich gezögert, dies zu akzeptieren.

 Es gibt jedoch Beweise, die völlig unabhängig von Ihnen beiden sind, dass William Witchery während ihrer Ehe irrational eifersüchtig war. Nach Reifung und Abwegung akzeptiere ich daher, dass ihr Vater sie missbraucht hat, als sie jung war. Der Missbrauch hörte auf, als sie 11 Jahre alt war. Sie sind mit Anfang 20 von zu Hause weggegangen.

 Dieser Hintergrund könnte durchaus erklären, warum sie ihn gehasst haben, was sie auch taten und warum sie keine Rolle dafür empfinden, ihn umgebracht zu haben. Angesichts der Tatsache, dass sie ihr zu Hause Anfang der 80er Jahre verlassen haben, also 15 Jahre vor den Morden, kann ich nicht akzeptieren, dass sein Verhalten, so falsch es auch war, ihre Entscheidung erklärt, ihn 1998 zu töten.

 Nachdem ich ihre Schilderung vor der Jury gehört habe, kann ich nicht akzeptieren, dass ihre Mutter jemals gewusst hat, was ihr Vater getan hat. Die Richterin ist dementsprechend überzeugt, dass der Rest von Susan und Christopher Story nicht stimmt. Sie ist sicher, dass ich der angebliche Streit, bei dem Patricia William erschossen habe, nie zugetragen hat, sondern dass die Edwards sehr wohl für den Tod von beiden verantwortlich sind.

 Genauer gesagt, dass es Susans Idee war, ihre Eltern umzubringen, dass es jedoch Christopher war, der sich dazu bereit erklärt hat, das für seine Frau zu übernehmen. Denn wie sich herausstellt, hat Christopher durchaus Ahnung von Waffen. Er hat nicht nur Interesse an Militärgeschichten viel wichtiger, er war immer Mitglied in einem Schusswaffenclub.

 Das ist ihm während eines Verhörs auf dem Polizeirevier rausgerutscht. Mit dem Club war Schluss, nachdem sich 1996 das sogenannte Dunblin Messakai ereignete. Die Erlaubnis zum Waffenbesitz wurde stark eingeschränkt und die meisten Privatpersonen mussten ihre Waffen abgeben. Eigentlich auch Christopher Edwards.

 Die Staatsanwaltschaft vermutet aber, dass Christopher eine seiner Waffen unterschlagen hat, um damit zwei Jahre später, Mai 1998 seine Schwiegereltern zu ermorden. Darauf deuten auch die sterblichen Überreste der Witcher leise. Klar, die Autopsie der Leichen war sehr mühselig. Immerhin lagen William und Patricia mehr als 15 Jahre in einem Erdloch.

 Als die Rechtsmedizin die Eheleute vor sich hatte, waren nur noch ihre Skelette übrig. Das gesamte Verbrechen musste also nur anhand der Knochenfunde rekonstruiert werden. Aber das gelingt. Man kann dank forensischer Methode sogar noch nachvollziehen, wo und wie die Kugeln in ihren Körper eingedrungen sind. Sowohl auf William als auch Patricia Witchy wurden zwei präzise Schüsse abgegeben, direkt in die Körpermitte und das, obwohl doch die Schüsse auf William angeblich mitten im Streit durch Patricia abgegeben worden sein sollen

und die Schüsse auf Patricia wiederum von Susen, die von Waffen keine Ahnung hat. Das Verletzungsbild sieht viel mehr danach aus, als sei ein Profi am Werk gewesen, der sich gut mit Waffen auskennt. Ein Profi wie Christopher Edwards. Diese Annahme zementiert sich im Gerichtssal noch mehr, denn als es um Christopher Mitgliedschaft im Schusswaffenclub geht, bittet die Anklage ihn um eine Demonstration.

 Er soll einmal vormachen, wie er denn auf jemanden schießen würde. Ich weiß nicht, wie es euch geht. Ich glaube, wenn ich wie er wegen Doppelmordis auf der Anklagebank sitzen würde, würde ich diese Bitze an Christophers Stelle höflich ausschlagen. Doch Christopher tut das nicht. Er steht seelenruhig auf, dann fest er seinen Stand auf dem Zeugenpodium, hebt beide Arme und form mit seinen Händen eine Pistole.

 Damit zielt er in Richtung der Richterin und imitiert die Abgabe von zwei Schüssen. Und das ist der Moment, in dem die Version der Edwards endgültig ins Wanken gerät. Es wird auch nicht besser als weitere Erkenntnisse aus der Rechtsmedizin präsentiert werden, denn noch etwas passt hier überhaupt nicht, nämlich die feinsäuberliche Geschichte, wie Susan Christopher die Ermordung der Eltern eingeweiht haben soll.

 Die beiden haben unabhängig voneinander erzählt. Susan haben wir Christopher beim Essen den Mord an den Eltern gebeichtet. Danach hätten die beiden noch den ESC angeschaut und erst dann die Leichen vergraben. Der Gerichtsmediziner kann sich das jedoch nur schwer vorstellen, denn zu diesem Zeitpunkt sollen die Witcheries schon eine Woche tot in ihrem Haus gelegen haben, ohne dass einmal gelüftet wurde mitten im Mai bei warm Wetter.

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Disclaimer: This story is fictional and created for entertainment purposes only. Any names, characters, places, or events are fictitious or used fictitiously. No real person or organization is intended to be portrayed.

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