Es gab eine Zeit im deutschen Fernsehen, in der eine einzige Frau das absolute Sinnbild für familiären Zusammenhalt, Wärme und bedingungslose Liebe verkörperte. Jeden Donnerstagabend versammelten sich bis zu 27 Millionen Deutsche vor den Bildschirmen, um ihr dabei zuzusehen, wie sie schier unlösbare Familienkonflikte aus der Welt schaffte, bröckelnde Ehen rettete und verlorene Söhne behutsam zur Vernunft brachte. Witta Pohl war in ihrer Paraderolle als Vera Drombusch in der Erfolgsserie „Diese Drombuschs“ der emotionale Anker einer ganzen Generation. Sie war die unangefochtene „Mutter der Nation“, eine Frau, bei der am Ende immer alles gut wurde. Doch abseits der Scheinwerfer und Kameras, jenseits der perfekten Drehbücher und warmen Wohnzimmerkulissen, sah die Realität erschütternd anders aus. Die Frau, die auf dem Bildschirm das Ideal einer starken Familie lebte, scheiterte im wahren Leben dreimal an der Ehe und starb am Ende einsam in ihrem Haus in Hamburg-Alsterdorf. Der einzige Gefährte ihrer letzten Jahre war ein alter Hund. Hinter dem warmherzigen Lächeln, das Millionen verzauberte, verbarg sich eine lebenslange, schmerzhafte Suche nach einem verlorenen Zuhause.

Die Wurzeln dieser tiefen Tragik reichen weit zurück in eine Zeit der Zerstörung und des Verlustes. Am 1. November 1937 erblickte Witta Breipohl in Königsberg, Ostpreußen, das Licht der Welt. Ihr Vater, Dr. Wilhelm Breipohl, war ein angesehener Gynäkologe an der Universitätsfrauenklinik in Berlin, während sich ihre Mutter Marie-Luise um die insgesamt sechs Kinder der Familie kümmerte. Als der Zweite Weltkrieg tobte, zog die Mutter mit den Kindern 1941 nach Bielefeld, um der unmittelbaren Gefahr zu entkommen. Der Vater blieb in Berlin und hielt den Kontakt durch Briefe aufrecht. Es war das erste Mal, dass die kleine Witta ihr Zuhause verlor – Königsberg sollte sie nie wiedersehen. Doch der wahre Schicksalsschlag, der das Leben des kleinen Mädchens für immer brechen sollte, ereignete sich am 1. Mai 1945. Die Rote Armee stand bereits im Zentrum Berlins, als Dr. Wilhelm Breipohl und ein Kollege durch sowjetische Soldaten ums Leben kamen. Es war ausgerechnet ein Tag vor der Kapitulation der Hauptstadt. Einen einzigen Tag zu früh.
In Bielefeld wartete die siebenjährige Witta vergeblich auf die Rückkehr ihres Vaters. Die Mutter stand plötzlich ohne Ehemann, ohne Einkommen und ohne Perspektive mit sechs Kindern völlig allein da. Die Familie überlebte in bitterer Armut in Westfalen. Witta Pohl sagte später über ihre Mutter, sie habe alle Kinder aufs Gymnasium gebracht und aus allen sei etwas geworden. Doch was sich wie ein Lob anhört, offenbarte auch eine dunkle Seite der Bewältigungsstrategie dieser Familie: Es wurde eisern geschwiegen. Man sprach nicht über den Schmerz, nicht über den tragischen Tod des Vaters und nicht über das verlorene Leben in Königsberg. Alles wurde unterdrückt. Vertraute aus dem Umfeld der Schauspielerin bestätigten später, dass sie dieses dramatische Ereignis ihrer Kindheit niemals wirklich verarbeiten konnte. Das kleine Mädchen in ihr blieb für immer gebrochen.
Der Wunsch nach Heilung drückte sich in einem Satz aus, der wie ein lebenslanger Leitstern über ihr stand: „Ich wollte immer eine Familie haben.“ Nach einer Ausbildung zur Kosmetikerin, mit der sie sich den Schauspielunterricht in Berlin selbst finanzierte, traf sie eine symbolträchtige Entscheidung. Sie strich ihren familiären Nachnamen Breipohl zusammen und nannte sich fortan Witta Pohl. Sie schnitt den Namen des Vaters, über den nicht gesprochen werden durfte, gewissermaßen aus ihrer eigenen Identität heraus. Es entbehrt nicht einer gewissen, erschütternden Ironie, dass ihre allererste Bühnenrolle am Staatstheater Kassel ausgerechnet die der Anne Frank war – ein Mädchen, das im Krieg umgekommen war und dessen Realität von Verlust geprägt war. Die Schauspielerei wurde zu ihrer Zuflucht. Hier konnte sie in fremde Leben schlüpfen und den Schmerz des eigenen Daseins für einige Stunden vergessen.
Trotz beruflicher Erfolge blieb das private Glück ein flüchtiger Gast. Eine erste Ehe mit dem Schauspieler Karl Maldeck wurde geschieden, ohne dass Witta Pohl jemals öffentlich über die Gründe sprach. Sie wahrte stets die Fassade. 1966 schien sich das Blatt jedoch zu wenden. Sie heiratete den Schauspieler Charles Brauer, mit dem sie kurz zuvor gemeinsam vor der Kamera gestanden hatte. Ein Jahr später, 1967, kamen die Zwillinge Florian und Stefanie zur Welt. Endlich schien sie angekommen zu sein. Endlich hatte sie die Familie, von der sie seit jenem schicksalhaften Mai 1945 geträumt hatte. Für diese Familie opferte sie viel, stellte ihre überaus erfolgreiche Theaterkarriere zurück und widmete sich ganz der Rolle der Mutter. Doch das Muster des Verlustes ließ sich nicht so einfach durchbrechen. Brauer war beruflich stark eingespannt und oft abwesend. Die Frau, die krampfhaft versuchte, alles zusammenzuhalten, hielt dem Druck irgendwann nicht mehr stand. Nach zehn Jahren zerbrach auch diese Ehe. Während Charles Brauer bald eine neue Partnerin fand, blieb Witta Pohl mit den neunjährigen Zwillingen in Hamburg allein zurück. Die Geschichte wiederholte sich: Wie einst ihre Mutter stand nun auch sie ohne den Mann an ihrer Seite da. Das gefundene Zuhause war zum zweiten Mal verloren.

Sieben Jahre lang zog sie ihre Kinder allein auf, drehte Filme und spielte Theater. Dann, im Jahr 1983, trat Vera Drombusch in ihr Leben – die Rolle, die sie unsterblich machen sollte. Sechs Staffeln und 39 Folgen lang spielte sie die Perfektion einer Matriarchin. Die bittere Wahrheit hinter den Kulissen war jedoch grausam: Jede liebevolle Umarmung, die Vera Drombusch ihrem Ehemann auf dem Bildschirm gab, war eine Geste, die Witta Pohl im echten Leben schmerzlich vermisste. Wenn die Scheinwerfer am Set erloschen, fuhr die gefeierte Fernsehmutter in ein stilles, leeres Haus zurück.
1988 wagte sie einen letzten, verzweifelten Versuch. Sie verliebte sich in den 17 Jahre jüngeren Hamburger Zahnarzt Dr. Eckehard Franz. Sie heirateten ein Jahr später still und heimlich. Neun Jahre lang versuchte sie an diesen Traum zu glauben, doch auch hier scheiterte die Realität an den unterschiedlichen Lebensvorstellungen. Drei Ehen, drei Scheidungen. Die Mutter der Nation hatte ihre eigene Familie dreimal verloren. Freunde berichteten später, dass die Zeit mit Charles Brauer und den Zwillingen die einzige Phase war, in der sie jemals wirkliches Glück und das Gefühl von Heimat empfunden hatte. Alles danach war nur eine rastlose Suche.
Ihre eigene familiäre Leere kompensierte sie auf eine Weise, die tiefe Bewunderung verdient, aber auch ihre innere Not offenbart. Witta Pohl wurde zur Mutter für diejenigen, die niemanden hatten. Sie übernahm Patenschaften für Kinder in Sri Lanka, Uganda, auf den Malediven und in Osteuropa. 1991 gründete sie den Verein „Kinderluftbrücke“, organisierte lebensrettende Operationen, flog in Krisengebiete und wurde UNESCO-Ehrenbotschafterin für das Tschernobyl-Hilfsprogramm. Ihre unermüdliche Hingabe brachte ihr die Goldene Kamera und das Bundesverdienstkreuz ein. Sie rettete fremde Kinder, doch wenn sie abends in ihr Haus in der Hamburger Brabantstraße zurückkehrte, wartete niemand auf sie – außer ihrem treuen Schäfermischling. Die Geschäftsstelle ihres Vereins befand sich nur wenige Schritte entfernt in derselben Straße. Arbeit und Einsamkeit lagen dicht beieinander.
Das Schicksal hielt sein grausamstes Kapitel für den Schluss bereit. Am 9. Februar 2011 trat Witta Pohl in den kalten Innenhof ihres Hauses und brach zusammen. Völlig allein. Im Krankenhaus wurde eine gnadenlose Diagnose gestellt: akute myeloische Leukämie, eine hochausgressive Form von Blutkrebs. Die sofort eingeleitete Chemotherapie schlug nicht an. In diesen letzten acht Wochen ihres Lebens geschah jedoch etwas, worauf sie ein halbes Jahrhundert gewartet hatte. Ihre Zwillinge Florian und Stefanie eilten an ihr Bett, ihre Geschwister kamen nach Hamburg. Nach 73 Jahren war die Familie endlich so vereint, wie sie es sich immer gewünscht hatte. Sie wichen nicht von ihrer Seite, hielten ihre Hand und trafen alle Entscheidungen gemeinsam. Doch diese Erfüllung kam erst im Angesicht des nahenden Todes. Während sie im Krankenhaus kämpfte, musste in der leeren Brabantstraße ihr geliebter Hund eingeschläfert werden. Ihr letzter ständiger Begleiter verließ diese Welt noch vor ihr.

Am 4. April 2011 schloss Witta Pohl für immer die Augen. Bei der emotionalen Trauerfeier im Hamburger Michel sprachen ihre engsten Weggefährten endlich aus, was so lange verborgen bleiben musste. Dagmar Berghoff, ihre beste Freundin, gestand am Sarg, dass Witta tief im Inneren einsam und längst nicht so unbeschwert gewesen sei, wie ganz Deutschland dachte. Ihre Kollegin Marion Kracht fügte leise hinzu, dass die starke Witta Pohl voller Zweifel war und viel mehr Unterstützung gebraucht hätte – von den Männern, die sie verließen, von den Menschen um sie herum.
Ihre Kinder wählten für die Trauerfeier das Gedicht „Gast“ von Albrecht Goes, das Witta Pohl zeitlebens oft zitiert hatte. Darin heißt es: „Verzeih mir, dass ich weitergehe. Begreif, ich bin ein Gast.“ Und genau das war sie ihr ganzes Leben lang geblieben. Ein Gast in Königsberg, ein Gast in der westfälischen Provinz, ein Gast in drei Ehen und schließlich ein Gast in einem Haus, in dem niemand auf sie wartete. Selbst dieser letzte physische Anker verschwand von der Bildfläche. Zwei Jahre nach ihrem Tod, im Jahr 2013, wurde das Haus in der Brabantstraße abgerissen. Es blieb nichts übrig, als hätte es dieses Zuhause – und ihre einsamen Jahre darin – nie gegeben. Was bleibt, ist die unvergessliche Erinnerung an eine Frau, die einer ganzen Nation zeigte, wie Zusammenhalt aussieht, während sie selbst ein Leben lang schmerzlich danach suchte.
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