Es ist der Sommer 1991. Irgendwo an der malerischen italienischen Küste genießt Wencke Myhre die warmen Tage. Sie ist mit ihren vier Kindern im Urlaub – drei Teenager aus ihrer ersten Ehe und ein neunjähriger Junge aus ihrer zweiten. Es sind diese endlos scheinenden Sommerferien, in denen die Tage mit einem entspannten Frühstück auf der Terrasse beginnen und die Kinder unbeschwert am Strand spielen. Für einen kurzen, perfekten Moment scheint die Welt absolut in Ordnung zu sein. Doch dann zerreißt das schrille Klingeln des Telefons die friedliche Idylle. Die Nachricht am anderen Ende der Leitung zieht der Sängerin den Boden unter den Füßen weg: Michael ist tot. Michael Pfleghar, ihr zweiter Ehemann, der Vater ihres jüngsten Sohnes, jener Mann, mit dem sie zehn prägende Jahre ihres Lebens verbracht hatte, hat sich im Alter von 58 Jahren das Leben genommen.

Ganz Deutschland kannte Wencke Myhre als den personifizierten Sonnenschein. Mit ihrem Hit vom “knallroten Gummiboot” und ihrem ansteckenden Lächeln begeisterte die Norwegerin bis zu 27 Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen. Michael Pfleghar wiederum war das unangefochtene Genie hinter den Kulissen, der Erfinder von “Klimbim”, der Kult-Show, über die die ganze Nation jeden Dienstagabend Tränen lachte. Hier waren zwei Menschen zusammengekommen, deren Berufung es war, Millionen von Menschen Fröhlichkeit zu schenken – doch hinter verschlossenen Türen konnten sie einander am Ende nicht retten. “Ich konnte ihm nicht helfen”, gestand Wencke Myhre viele Jahre später. Bis heute, mehr als drei Jahrzehnte nach jenem schicksalhaften Anruf, vergeht kein Tag, an dem sie nicht über ihn spricht.
Die Wurzeln dieser außergewöhnlichen Frau, die so viele emotionale Stürme überstehen sollte, liegen jedoch nicht in den glitzernden Fernsehstudios, sondern in einem bescheidenen Viertel in Oslo. Dort wuchs Wencke in liebevollen, wenn auch einfachen Verhältnissen auf. Ihr Vater Kjell arbeitete tagsüber als Busfahrer und spielte abends Akkordeon, um die Familie über die Runden zu bringen. In ihrer frühesten Erinnerung sieht sich Wencke als kleines Mädchen im Kinderzimmer, wie sie heimlich ihrem Vater beim Proben zusieht. Als sie einmal versuchte, zu ihm auf die Bühne zu klettern, schubste Kjell sie sanft wieder hinunter. Für eine Showkarriere sei sie noch zu jung, die große Bühne müsse noch warten. Doch das Warten dauerte nicht lange. Bereits an ihrem 13. Geburtstag gewann sie einen großen Talentwettbewerb in Oslo und bekam noch am selben Tag ihren ersten Plattenvertrag.
Der Aufstieg in Deutschland glich einem kometenhaften Flug. Sie gewann die Deutschen Schlagerfestspiele, sammelte Bravo Ottos, bekam ihre eigene ZDF-Show und die Goldene Kamera. Doch der private Schmerz war ihr ständiger Begleiter. Mitten in ihrem größten beruflichen Triumph starb 1970 ihr geliebter Vater Kjell im Alter von nur 44 Jahren. Wencke war gerade einmal 23. Ihre erste Ehe mit dem dänischen Zahnarzt Torben Friis-Møller hielt zehn Jahre und brachte drei Kinder hervor, scheiterte jedoch an den unterschiedlichen Lebensentwürfen: Er sehnte sich nach einer ruhigen Hausfrau, sie gehörte auf die Bühne. Nach der Scheidung zog sie 1979 mit den Kindern nach Paris, allein und auf der Suche nach einem neuen Fundament.
Dann trat Michael Pfleghar in ihr Leben. 1981 arbeiteten sie an einem Fernseh-Special zusammen und heirateten noch im selben Jahr. Pfleghar war damals der wohl einflussreichste und brillanteste Showmacher Deutschlands. Als Sohn eines Stuttgarter Fabrikanten hatte er sich bis nach Hollywood hochgearbeitet, inszenierte Frank Sinatra und revolutionierte mit “Klimbim” die deutsche Fernsehlandschaft. Doch er war auch ein Getriebener, ein Mann, der Frauen geradezu verschliss. Seine Ex-Partnerin Ingrid Steeger, der Star aus “Klimbim”, offenbarte später in erschütternden Worten, sie sei regelrecht sein Eigentum gewesen, ohne eigene Identität. Er habe aus ihr herausgeprügelt, was auf dem Bildschirm zu sehen war.

Für Wencke Myhre schien die Beziehung anfangs ein leuchtender Neuanfang zu sein. 1982 kam ihr gemeinsamer Sohn Michael, genannt Bram, zur Welt. Doch das berufliche Verderben Pfleghars warf bald dunkle Schatten auf ihr Familienglück. 1986 sollte er die größte und teuerste TV-Show inszenieren, die Deutschland je gesehen hatte: “Die Zukunft hat Geburtstag”, eine gigantische Feier zu 100 Jahren Automobil mit einem Budget von rund 20 Millionen Mark. Die Live-Sendung war für den 29. Januar geplant. Einen Tag zuvor explodierte die Raumfähre Challenger, die Welt hielt den Atem an. Die deutsche TV-Show startete mit immenser Verspätung, Satellitensignale brachen zusammen, Schaltungen fielen aus, die Technik versagte auf ganzer Linie. Es war ein beispielloses Fiasko, von dem sich Pfleghar beruflich nie wieder erholen sollte.
Zu dem beruflichen Absturz gesellten sich bald finanzielle und rechtliche Probleme. Wencke Myhre erinnerte sich später an Tage, an denen die Polizei ihr Haus durchsuchte. Interpol fahndete zeitweise nach Pfleghar. “Wie ein wildes Tier haben sie ihn gejagt”, beschrieb sie die dunkle Zeit. Pfleghar versuchte in Düsseldorf einen Neustart, doch die räumliche Trennung von der Familie in Norwegen riss unüberbrückbare Gräben auf. Er lehnte es ab, dass die Kinder zu ihm nach Deutschland zogen, um ihnen den Stress zu ersparen. Aus den seltener werdenden Besuchen in Oslo wurden schließlich nur noch Anrufe. 1989 trennte sich das Paar, 1990 folgte die offizielle Scheidung.
Das Schicksal kannte jedoch keine Gnade. 1990 verlor Wencke Myhre ihre Mutter Reidun. Der kleine Michael Bram war damals acht Jahre alt. Im Juni 1991, kaum ein Jahr später, fand man Michael Pfleghar tot in einer Düsseldorfer Wohnung. Wie erklärt man einem neunjährigen Jungen, der gerade seine geliebte Großmutter zu Grabe getragen hat, dass sein eigener Vater nicht mehr leben wollte? Wencke Myhre kämpfte wie eine Löwin um die Seele ihrer Familie. Sie unternahm mit den Kindern Bootsausflüge, entzündete Lagerfeuer und sprach ganz bewusst, liebevoll und offen über den Vater und die Oma. Sie suchte sich professionelle psychologische Hilfe, nicht nur um ihren eigenen Schmerz zu kanalisieren, sondern um für ihre vier Kinder der Fels in der Brandung bleiben zu können.
Die Wahrnehmung von Michael Pfleghar bleibt bis heute tief gespalten. Während Ingrid Steeger nach seinem Tod eine gewisse Erleichterung spürte und froh war, dass der Mann, der sie so dominierte, nicht mehr auf der Welt war, sah Wencke in ihm die große, tragische Liebe ihres Lebens. Ein Mann, der zu viel von der Welt und von sich selbst forderte und am Ende in den eigenen Abgründen versank.

Wencke Myhre zerbrach nicht. Sie bewies eine Resilienz, die tief bewundernswert ist. Nach einer kurzen, dritten Ehe fand sie schließlich um die Jahrtausendwende ihr ultimatives, stilles Glück. Der schwedische Musiker und Dirigent Anders Eljas, der einst mit ABBA gearbeitet hatte, wurde zu dem Mann an ihrer Seite. In ihrer Autobiografie nennt sie ihn nicht Ehemann, nicht Partner, sondern ganz bewusst ihren “Seelenverwandten”. Anders Eljas brachte die menschliche Größe mit, die Vergangenheit seiner Frau bedingungslos zu umarmen. In ihrem gemeinsamen Haus auf der Insel Nesøya bei Oslo stehen überall Bilder von Michael Pfleghar. Der Respekt vor dem Mann, der vor ihm da war, ist spürbar. Der gemeinsame Sohn Bram trat mittlerweile erfolgreich in die Fußstapfen seines Vaters, wurde Regisseur und führt eine eigene Produktionsfirma. Sein kleiner Sohn sieht seinem berühmten Großvater verblüffend ähnlich.
Selbst als Wencke Myhre im Jahr 2010 die niederschmetternde Diagnose Brustkrebs erhielt, wich Anders nicht von ihrer Seite. Sie brach das Schweigen über die Krankheit, machte Frauen in ganz Europa Mut, zur Vorsorge zu gehen, und kämpfte sich durch die Chemotherapie zurück auf die Bühne. Für dieses unglaubliche Lebenswerk, für ihre Offenheit und ihre Rolle als Brückenbauerin zwischen den Nationen, verlieh ihr Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier 2021 das Bundesverdienstkreuz.
Wenn Wencke Myhre heute auf ihr Leben blickt, schwingt eine tiefe, aufrichtige Dankbarkeit in ihrer Stimme mit. Sie hat Krisen gemeistert, an denen andere zugrunde gegangen wären. Den Tod ihres Vaters, den Freitod ihres Mannes, schwere Krankheiten. “Ich habe immer das Gefühl, dass ich das Leben lebe. Es geht in allen Menschenleben rauf und runter, aber ich fühle, ich habe so viel, dass ich dankbar sein kann.” Doch einen Satz wird sie wohl bis an ihr Lebensende in sich tragen, wenn es um den Mann geht, der sich in jener Düsseldorfer Wohnung das Leben nahm: “Daran gewöhnt man sich nicht. Und ich werde auch nie eine Antwort darauf bekommen, warum das passiert ist.” Wencke Myhre hat Millionen zum Lachen gebracht. Michael Pfleghar ebenfalls. Sie konnte ihn nicht retten – doch sie hat niemals aufgehört, sein Andenken in Liebe zu bewahren, und sie hat sich ihr eigenes Lächeln von der Dunkelheit der Welt niemals nehmen lassen.
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