Der verlorene Raum der Mobilität
Stellen Sie sich vor, Sie stehen an einem gewöhnlichen Dienstagmorgen am Bahnhof. Sie trinken in Ruhe Ihren Kaffee, überfliegen die Nachrichten auf dem Smartphone und freuen sich auf einen geordneten Start in den Arbeitstag. Doch plötzlich zerreißt ein lauter Tumult die alltägliche Routine. Ein Fahrkartenkontrolleur, ein Mann, der schlichtweg seiner täglichen Arbeit nachgeht, wird aus dem Nichts von Unbekannten attackiert. Die Szene eskaliert in Sekunden: Pfefferspray wird gesprüht, harte Schläge und Tritte prasseln auf das Opfer ein. Die Umstehenden erstarren in fassungsloser Schockstarre. Solche erschreckenden Szenen, die durch virale Videos in den sozialen Netzwerken millionenfach geteilt werden, brennen sich tief in das kollektive Gedächtnis ein. Doch das Erschreckendste daran ist nicht nur die rohe, unerbittliche Gewalt an sich. Es ist die bittere Erkenntnis, dass dies längst keine isolierten, seltenen Einzelfälle mehr sind. Der öffentliche Raum in Deutschland, der einst ein Aushängeschild für sichere Mobilität und grenzenlose Freiheit war, hat sich in vielen urbanen Zentren in einen echten Angstraum verwandelt.

Die blinde Eskalation der Gewaltbereitschaft
Die Dimension der Gewaltbereitschaft auf unseren Straßen und an den Bahnsteigen nimmt immer bedrohlichere Züge an. Es handelt sich nicht mehr nur um verbale Pöbeleien oder um kleine Rangeleien angetrunkener Jugendlicher am Wochenende. Die Brutalität entlädt sich raketenartig und völlig unvorhersehbar gegen jeden. Erst kürzlich eskalierte die Situation an einem scheinbar friedlichen Busbahnhof in Pforzheim. Zwei Beamte wurden während einer routinemäßigen Ticketkontrolle massiv angegriffen. Die Täter besprühten sie rücksichtslos mit Pfefferspray, schlugen sie krankenhausreif und tauchten anschließend unerkannt in der dichten Menschenmenge unter. Wieder einmal gab es keine unmittelbaren Konsequenzen, wieder einmal demonstrierte ein Akt roher Gewalt die tiefe Verachtung gegen jene, die versuchen, unsere öffentliche Ordnung mühsam aufrechtzuerhalten.
Die traurige und grausame Spitze dieses Eisbergs bildete jedoch ein Vorfall im Februar in Rheinland-Pfalz, bei dem ein Zugschaffner auf unfassbare Weise sein Leben verlor. Er wurde brutal und tödlich zusammengeschlagen, weil er lediglich eine gültige Fahrkarte sehen wollte. Ein Mensch stirbt, weil er einfach nur seinen Job macht. Dies kann und darf nicht länger als tragischer Arbeitsunfall abgetan werden. Es wirkt auf viele Beobachter vielmehr wie ein offener, zynischer Angriff auf die Vertreter des Staates, auf unsere zivilisatorische Ordnung und auf die Grundfesten des gesellschaftlichen Zusammenlebens.
Nackter Terror im fahrenden Hochgeschwindigkeitszug
Dass die angespannte Lage jederzeit in eine absolute Katastrophe von epischem Ausmaß umschlagen kann, zeigte ein jüngster Vorfall in einem ICE auf der viel befahrenen Strecke von Köln nach Frankfurt. Für 180 Reisende wurde die Fahrt zum nackten Überlebenstrip. In dem fahrenden Hochgeschwindigkeitszug kam es plötzlich zu schweren, ohrenbetäubenden Detonationen. Der Tatverdächtige, ein zwanzigjähriger Mann aus Aachen, war komplett vermummt in den Zug gestiegen und hatte selbstgebaute Sprengsätze, bestückt mit illegaler Pyrotechnik und Böllerkugeln, in den engen Gängen gezündet. Dabei schrie er um sich und drohte völlig offen und rücksichtslos mit einem Anschlag.
Dichter Rauch erfüllte den Waggon, pure Panik brach unter den eingeschlossenen Fahrgästen aus. Inmitten dieses lebensgefährlichen Chaos bewies ein einzelner Passagier jedoch enormen Mut. Unter Einsatz seines eigenen Lebens drängte er den Täter gewaltsam in die Zugtoilette und schloss ihn dort zielsicher ein. Ohne das extrem couragierte Eingreifen dieses Helden hätte das Geschehen in einem unfassbaren Blutbad enden können. Die Polizei rückte umgehend mit einem schwer bewaffneten Spezialkommando an, der ICE wurde beschlagnahmt und zwölf Personen wurden durch die Detonationen verletzt.
Im Nachgang solcher Taten herrscht in der Bevölkerung oft große Frustration über die offizielle Informationspolitik der Behörden. Wenn in Pressemitteilungen lediglich lapidar von einem „deutschen Staatsbürger“ die Rede ist, argwöhnen viele Kritiker sofort, dass die offiziellen Statistiken die wahre Realität auf den Straßen verschleiern sollen. Die weit verbreitete Vermutung, dass Täter mit doppeltem Pass oder tief verwurzeltem Migrationshintergrund schlicht als Deutsche in die Kriminalstatistik eingehen, nährt das ohnehin schon tiefe Misstrauen der Bevölkerung in die staatlichen Institutionen. Wer vermummt mit selbstgebauten Bomben öffentliche Züge attackiert, zeigt eine Art des asymmetrischen Terrors, die schonungslos aufgeklärt und nicht durch politische Korrektheit verwässert werden darf.
Das frustrierende Spiel mit der Schuldfähigkeit

Ebenso viel Zorn und Unverständnis weckt der juristische Umgang mit den überführten Tätern. Das rechtsstaatliche System der Schuldfähigkeit scheint in den Augen vieler besorgter Bürger mittlerweile systematisch missbraucht zu werden. Ein Polizist wird erschossen, junge unschuldige Menschen werden in Regionalzügen ermordet – doch allzu oft retten sich die Täter am Ende erfolgreich in die sogenannte „Psychiatrie-Masche“. Medizinische Gutachter attestieren eine schwerwiegende psychische Störung oder gar völlige Schuldunfähigkeit. Statt die volle Härte des Gesetzes in einer regulären Justizvollzugsanstalt zu spüren, landen diese gefährlichen Straftäter in geschlossenen psychiatrischen Einrichtungen. Nicht selten stehen sie nach einigen Jahren wieder unbehelligt auf freiem Fuß, weil das System sie vorschnell für „geheilt“ erklärt.
Für die trauernden Hinterbliebenen der Opfer, wie im zutiefst tragischen Fall der Messerattacke von Brokstedt, ist dies ein unerträglicher Schlag ins Gesicht. Das System versagt in ihren Augen systematisch beim elementaren Schutz der Bevölkerung, und der ehrliche Bürger zahlt letztlich den grausamen Preis für diese juristische Milde.
Die nackten Zahlen der inneren Unsicherheit
Dass dieses subjektive Gefühl der Unsicherheit keine reine, von den Medien gesteuerte Einbildung ist, beweisen die nackten und schonungslosen Zahlen eindrucksvoll. Ein internes Geheimdokument der Bundespolizei, das jüngst an die breite Öffentlichkeit drang, offenbart die schockierenden Ausmaße der Kriminalität an unseren Verkehrsknotenpunkten. Allein am Hamburger Hauptbahnhof wurden über 6.700 Straftaten registriert, hunderte davon unter dem brutalen Einsatz von Stichwaffen und Messern. Der Berliner Hauptbahnhof meldet sogar eine dramatische Verdopplung der Eigentums- und Gewaltdelikte im ersten Halbjahr des aktuellen Jahres.
Bundesweit spricht man von erschreckenden 27.160 Gewaltdelikten an deutschen Bahnhöfen in nur sechs Monaten, darunter unzählige, potenziell tödliche Messervorfälle. Dies sind keine vereinzelten, lokal begrenzten Hotspots mehr, das ist mittlerweile die flächendeckende Realität mitten in Deutschland. Experten der Deutschen Polizeigewerkschaft warnen seit Jahren eindringlich vor der zunehmenden Verrohung der Gesellschaft. Die Angriffslust auf Rettungs- und Einsatzkräfte nimmt dramatisch zu, der Respekt vor der staatlichen Uniform ist in bestimmten Milieus praktisch vollständig erodiert.
Ein radikaler Kurswechsel ist unumgänglich

Die Forderungen derjenigen, die nicht länger wegschauen wollen, sind klar, laut und unmissverständlich. Es braucht eine kompromisslose Nulltoleranzpolitik gegenüber Gewalttätern jeder Art. Unsere Bahnhöfe müssen wieder zu sicheren Aushängeschildern der Mobilität werden und dürfen keine Angsträume bleiben. Die Einsatzkräfte der Polizei müssen massiv aufgestockt, besser bezahlt und vor allem modern ausgerüstet werden. Taser für jeden Beamten auf Streife und eine lückenlose, intelligente Videoüberwachung an allen Knotenpunkten des Landes sind das absolute Minimum, um präventiv abschrecken zu können.
Vor allem aber muss der Rechtsstaat wieder Zähne zeigen. Wer als Gast in dieses Land kommt und schwerste Straftaten begeht, hat sein Aufenthaltsrecht auf der Stelle verwirkt und muss ohne Wenn und Aber konsequent abgeschoben werden. Eine falsch verstandene Kuscheljustiz, die den Täter moralisch über das Opfer stellt, zersetzt langfristig das Vertrauen der Bürger in die Demokratie. Die Menschen in diesem Land haben ein verdammtes Recht darauf, morgens ohne Angst in den Zug zu steigen, sicher zur Arbeit zu fahren und abends unversehrt zu ihren Familien zurückzukehren. Es ist fünf vor zwölf für die innere Sicherheit.
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